Rückschau und Ausblick

Das Jahr 2017 geht zu Ende, es war zugleich das dritte Jahr von Peds Ansichten. Was hat es gebracht – mir und vielleicht Ihnen? Werfen wir nochmal – natürlich im Kontext dieses Blogs – einen Blick zurück und wagen eine Vorschau.


Das Schicksal der Menschen in Syrien bewegt mich, seit der Konflikt im Jahre 2011 ausbrach. Die damaligen, zeitgleich stattfindenden Ereignisse in Libyen und schließlich die weniger als drei Jahre später ausbrechende Ukraine-Krise sind letztlich die Motivation gewesen, diese Webseite hier ins Leben zu rufen.

Anderswo wurde ich mal belächelt (womit ich leben kann), als ich das Syrien der Gegenwart als Sicht durch ein Brennglas von Geopolitik beschrieb. Dort materialisiert sich der Wandel weg von einer durch die Vereinigten Staaten von Amerika betriebenen Hegemonie hin zu einer multipolaren Welt in konkreten Handlungen. Der von den USA – wurzelnd in den Traditionen des britischen Empire – betriebenen Politik des Teile und Herrsche, setzte sich in Syrien entschieden ein Bündnis von Mächten entgegen.

Russland, China und der Iran sind keine kleinen, einfach zu isolierenden Gesellschaften. Sie haben ein hohes wirtschaftliches, wissenschaftliches – und technisches Potenzial, sind militärisch stark und politisch ausreichend stabil. Vor allem haben sie die Lektion gelernt, dass ein fortwährendes Zurückweichen vor dem Allmachtsanspruch des Hegemon über kurz oder lang in den eigenen Untergang führen muss. In Syrien war die Zeit reif. Zumal sich dort eine Gesellschaft fand, die, trotz aller inneren Konflikte, in sich stabil war und eben nicht in den religiösen Zwist fanatischer Glaubenskämpfer einsteigen wollte, der ihnen von außen aufgedrückt wurde.

Syrien wurde also – vor allem durch Staaten wie den Iran, Russland, China und Indien – nicht nur von außen gerettet, es rettet sich auch selbst. Den Bürgerkrieg von dem die westlichen Massenmedien schwadronierten, hat es in Syrien niemals gegeben.

Womit wir beim zweiten großen Thema sind, dass ich beständig untersuche: der Propaganda. Auch diese offenbarte sich beim Syrien-Konflikt in schlimmster Weise. Permanente Selektion von Informationen, Schaffung von Narrativen, Verteufelung politischer Führer, Versuche die Menschen über das Erzeugen von Schuldgefühlen moralisch in den Krieg gegen Syrien zu treiben. Im Falle Syrien erlebte ich Desinformation in einem Ausmaße, wie es mir noch vor Jahren völlig undenkbar erschien.

Das führt zum nächsten Thema, dem Warum dieser kriegstreibenden Propaganda. Syrien hat eben auch gezeigt, dass deutsche Medien und Politik in enger Abstimmung, ja Abhängigkeit von einer Elite agieren, die seit Jahrzehnten ihr Selbstverständnis von den „einzig wahren Guten“ auslebt. Die Berichterstattung der führenden Medien in den USA führte immer zu einer angepassten Berichterstattung hierzulande. Wie auch die US-Politik vasallenhaft von der deutschen Politik hofiert wurde.

Bis, ja bis ein neuer Spieler im Machtkampf innerhalb der USA auf den Plan trat. Das Auftreten deutscher Politik und Medien gegenüber der neuen US-Regierung unter Donald Trump glich bisweilen einer Groteske. Alle Informationen waren tendenziös und manipulativ daraus ausgerichtet, den „Nestbeschmutzer“ so schnell wie möglich aus dem Amt zu werfen. Und dabei war man bereit auch die – selbstredend immer für die anderen – gesteckten moralisch, demokratischen Schranken bedenkenlos niederzureißen.

Womit wir wieder zurück zu Syrien kommen. Vielleicht erinnern Sie sich noch, liebe Leser, wie plötzlich Donald Trump ein Schwall von Symphathie aus den westlichen Regierungen und Redaktionsstuben empfing. Nämlich als er den völkerrechtswidrigen Angriff mit Marschflugkörpern auf einen Militärflugplatz in Syrien anordnete. Dieser beruhte auf einer der ungezählten Lügengeschichten, die man der syrischen Regierung andichtete.

Alles hängt miteinander zusammen. Die Lügengeschichten wurden durch eine Weltorganisation aufgenommen, verwendet, verbreitet und in politisches Handeln umgesetzt, die damit in gröbster Weise ihre Aufgabe als verbindendes Element einer Gemeinschaft der Völker verletzte. Die Vereinten Nationen und ihre Unter- wie Partnerorganisationen sind fester Bestandteil eines Gefüges von Macht und Herrschaft und handelten auch im Falle Syriens in deren Interesse.

Die UNO und ihre Partnerorganisation OPCW tragen eine entscheidende Mitverantwortung für den Völkerrechtsbruch gegenüber Syrien. Sie sorgten dafür, dass die Lügen von Fassbomben und Giftgas zur Wahrheit wurden. Sie und Dutzende sich scheinheilig als den Nöten der Menschen in Syrien hingebende Nichtregierungs-Organisationen (NRO) gaben Politik und Medien das Futter, dass es Jenen ermöglichte, dem Medienpublikum Opfer als Täter und die Täter als Helden vorzusetzen.

Die politischen Eliten des Westens duldeten die zehntausenden Terroristen nicht nur, das wäre viel zu kurz gegriffen. In einem komplexen System bauten sie diese vielmehr auf, versorgten sie im Übermaß mit modernen Waffen, gaben ihnen Propaganda-Instrumente, lieferten Geheimdienstinformationen und schoben Milliarden von Euro und Dollar in dieses System. Das alles wurde durch die Medien sekundiert.

Die versuchte Gleichschaltung durch die politischen Eliten in diesem Land bindet sich noch immer an die Clinton-McCain-Ziocon-Politik der USA. Das hat auch mit der großen, jahrzehntelangen Indoktrination zu tun, mit der Verantwortungsträger hierzulande von Übersee aus aufgebaut wurden. Im Falle Syriens sind die Versuche, unabhängig zu berichten nach wie vor als allenfalls zaghaft zu beschreiben.

Der neoliberale Wirtschaftskurs hierzulande (verbrämt mit Wachstum, Arbeit, Wohlstand beschrieben) wird von der deutschen Politik nach wie vor als alternativlos gehandelt. Doch die noch immer transatlantisch geführte Politik, vor allem nach außen, ist nicht mehr unumstritten. Daher muss man auch die Kampagne gegen die sogenannte neue Rechte in Deutschland und anderswo als Verteidigungs-Initiative der angestammten Machteliten verstehen. Sie hängen nach wie vor am transatlantischen Tropf. Und nur deshalb läuft auch die antirussische Hetze ungebrochen, bis hin zu völlig hirnlosen Wirtschaftssanktionen gegen das größte Land der Erde.

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich ganz klar gegen den antirussischen Kurs der deutschen Regierung ausgesprochen und deshalb, nur deshalb wurde sie permanent als rechtspopulistisch verschrien. Rechtspopulistische Parteien? Da kenne ich schon ein paar: die CDU zum Beispiel oder auch die Partei Die Grünen …

Vielleicht wird uns so auch verständlicher, warum im Januar 2017 plötzlich wieder die FDP wie Kai aus der Kiste aufstieg und zum Hoffnungsträger hochgepäppelt wurde. Das und die fehlgeschlagenen Jamaika-Verhandlungen nach der Bundestagswahl sollten deutlich machen, welches Kasperletheater hier abgezogen wurde. Weder die FDP noch die AfD sind Hoffnungsträger, um dieses neoliberale System in Frage zu stellen.

Sehr wohl aber war die FDP der Honigtopf, um viele potenzielle Wähler von der AfD wegzulocken. Eine AfD mit weit über 20 Prozent Wähleranteil hätte eine viel stärkere Rolle hin zu einer versöhnlichen, auf Ausgleich mit Russland bedachten Politik spielen können. Auch als Oppositionspartei wäre sie – wohlgemerkt auf dieser Ebene – zu einer echten Gefahr für die Regierenden geworden. Das wurde erfolgreich verhindert, die Große Koalition geht in die nächste Runde.

Doch die Weichen sind gestellt und jeder Tag, der die Entscheider in Berlin in Angst lässt, sich mehr Freiraum von ihrer transatlantischen Abhängigkeit zu schaffen, wird ihr in der Zukunft entsprechend teuer zu stehen kommen. Wie auch bedenkliche Zeichen unübersehbar sind, dass auch der für viele Menschen einzige Hoffnungsträger in Richtung einer tatsächlichen deutschen Friedenspolitik, die Partei Die LINKE immer mehr im transatlantischen Sumpf aufgeht.

Die deutsche Politik ist unverändert, egoistisch, expansiv, militaristisch und das wird von den Medien gestützt. Dabei können Sie sich auf eine Bevölkerung „verlassen“, die einerseits sediert und politikmüde, andererseits im ständigen Kampfmodus ist. Dafür sorgen ständig gesetzte, bei Lichte besehen, absurde Angsttriger mit denen die Menschen bombardiert werden; vorneweg Terrorismus, Migration, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Keiner dieser Trigger hat bei rationaler Betrachtung ein nennenswertes Gewicht, doch in den Köpfen der Menschen sind sie zwanghaft zum Thema gemacht wurden.

Auch der Krieg gegen Syrien wird von Deutschland aus noch immer geführt. Deutschland ist der größte Geldgeber für Syrien; ich korrigiere: FÜR DEN TERRORISMUS IN SYRIEN. Deutschland führt ohne jedes (und wenn auch noch so zweifelhaftes) Völkerrechts-Mandat Krieg gegen einen UNO-Mitgliedsstaat. Das begleitet von Lügen, Verleumdungen, Hetze. Und viele, viele Menschen hier in Deutschland machen dabei mit und noch mehr lassen es widerstandslos geschehen.

So wie sich deutsche Politik und Medien gegenüber Syrien gaben, so gerierten sie sich auch gegenüber Venezuela, gegenüber der ungarischen und polnischen Regierung, der Koreanischen Volksdemokratischen Republik, Russland, China, Myanmar, der Türkei, halt gegenüber allen, die nicht nach der vorgegebenen und selbstredend einzigartigen wie alternativlosen Agenda handelten. Sollten wir darüber enttäuscht sein oder hofften wir auf ein Wunder?

Das Lösen aus der Umarmung der Ziocons (vereinfacht AIPAC und Clinton-Fraktion) steht für die deutsche Politik an. Das muss kommen und es wird kommen. Je schneller das passiert, desto besser. Senkte es doch die immer noch ansteigende und weiter geschürte Kriegsgefahr und normalisierte so das Verhältnis vor allem gegenüber Russland.

Das europäische Projekt als jahrzehntelange ausgearbeitete und geplante Strategie von Eliten, um ein grenzenloses Renditemodell aufzubauen, bricht auseinander. Der Brexit wird kein Einzelfall bleiben. Je mehr Deutschland sich als Hegemon (und größter Profiteur) geriert, desto mehr werden sich andere Nationen dieser zweifelhaften Gemeinschaft entziehen. Solange sie (Politik und Medien in Deutschland) sich in ihrer Arroganz, als „die Guten“, als die „Kämpfer für Freiheit und Menschrechte“ gefallen und nicht bereit sind, diese Haltung kritisch zu hinterfragen, werden sie ihr Handeln nicht ändern.

Tja, wenn die nichts ändern – können wir dann auch nichts ändern?


Das „Was können WIR tun“ oder vielleicht sogar noch präziser gesagt „Was kann ICH tun“ ist der Knackpunkt. Doch vor dem KÖNNEN steht das WOLLEN. Das seinerseits benötigt  den Glauben an sich selbst, vor allem den Glauben an das Gute und Veränderungswillige in sich selbst. Oben dargestellte politische Zusammenhänge biete ich als (subjektiv erlangtes) Wissen an, das eigene TUN ist aber der Hintergrund, zu dem ich führen möchte.

Und es gibt sie die Möglichkeiten, zu tun. Das Erlernen und Leben des kleinen, inneren Friedens, als Grundlage für den großen Frieden, es ist möglich. Es ist nicht nur möglich, es ist auch erfolgreich, vorbildhaft und glücklich machend. Dazu ist kein vorheriges Feststellen irgendeiner Schuld erforderlich. Wir sind Menschen, machen Fehler, aber eigentlich stehen wir in jedem Moment unseres Lebens an einem Anfang. Von dort aus haben wir selbst es in der Hand, zu verändern und dadurch glücklich zu sein. Ich für meinen Teil habe es probiert, mehrfach und ich werde es immer wieder tun. Und tatsächlich: Es schenkt mir Glück, Wertschätzung, Selbstachtung.

Die großen Knackpunkte unserer Gesellschaften, gelebte Macht- und Herrschaftssysteme, ein Finanzsystem dass die Gier Triumphe feiern lässt, unsere Konflikte, die wir bisher nicht gelernt haben, konsequent in etwas Verbindendes und Bereicherndes umzusetzen. Das Leben mit Schuld (der Anderen) statt Verantwortung (für sich selbst) ist noch immer unser Standard und trägt den Kampf bis hin zum Krieg in sich. All das ist latent und sein Ausblenden wirklich gefährlich. Doch genau das passiert derzeit. Weil die Menschen Angst haben. Angst, die uns allen ständig verabreicht wird. Sie sehen, dass ich die Probleme, die sich mir offenbaren, immer wieder auf der Metaebene betrachte, um die Verbindung zwischen dem Großen und dem Kleinen, wie auch deren Wechselwirkungen erkennen zu können.

An diesen Überlegungen werde ich Sie auch im kommenden Jahr teilhaben lassen. Es wird die Weiterführung eines Balanceaktes, der das Systemische mit dem Menschlichen verbinden möchte. Der zweite Balanceakt, dem ich mich und Ihnen gegenüber stellen darf, tariert zwischen dem was ich gerne möchte und dem was meine Ressourcen hergeben. Sollte also auf diesem Blog mal eine Woche Funkstille herrschen, habe ich das beherzigt. Schauen wir mal. Dieser Blog ist mein Baby und wird entsprechend liebevoll gepflegt, aber er ist nicht das einzige Projekt, an dem ich (mit)tue.

Weiterhin werde ich mit aller Bedachtsamkeit das Blog für andere Autoren offen halten, die Peds Ansichten (in Konzept und Sichten) mit begleiten möchten.

Die Mahnwache für Frieden in Dresden ist so ein einzigartiges Projekt, weit weg von allen ständig propagierten Klischees des Mainstreams. Es ist eine Gemeinschaft von Menschen von jung bis alt mit unterschiedlichen Sichten aber mit dem gemeinsamen, wahrhaftigen Bemühen, den kleinen Frieden zu leben und so nach dem großen Frieden glaubwürdig zu streben. Seit über dreieinhalb Jahren fühle ich mich diesen Menschen zugehörig, einer Gruppe die hierarchielos und in Selbstverantwortung agiert und Vernetzung zu Menschen lebt. Dieses Projekt ist in der Zeit und seinen Möglichkeiten offen und ihm werde ich mich auch weiterhin zu wenden. Und so alles klappt, werde ich Ende Januar auch Ken Jebsen (KenFM im Gespräch) treffen. Es gibt also auch weiterhin reichlich Schönes zu tun.

Damit bin ich an einem mir am Herzen liegenden Punkt angelangt, dem des Dankeschöns. Er gilt zuallererst Ihnen, liebe Leser! Aus einer Handvoll anfangs wurden vor einem Jahr Dutzende und inzwischen sind es Hunderte, die täglich hier lesen und quasi an meinen Erkenntnisprozessen teilhaben. Denn das ist es, was ich hier tue: Hinterfragen, lernen, erkennen, fehl gehen, neu lernen. Ein Prozess der offen und spannend ist. Da sind Sie mit dabei und Ihre Aufmerksamkeit freut mich, wie sie Ihnen vielleicht auch Inspiration und NACHdenken schenkt. Danke, nochmal!

Das Internet ist eine wunderbare Möglichkeit der Vernetzung, die ich im scheidenden Jahr „am eigenen Leibe“ 😉 erleben durfte. So hat sich eine sehr schöne, auf Freiwilligkeit und Selbstverantwortung basierende Zusammenarbeit mit der Online-Plattform Rubikon ergeben, die mir noch einmal einen Schub beim Schreiben gab. Daraus erwuchsen weitere Projekte in Veranstaltungen und Artikeln. Mein lieber Dank und Gruß gilt an dieser Stelle – und die welche jetzt nicht hier auftauchen, werden mir verzeihen –  Jens Wernicke (Rubikon), Volker Bräutigam, Maren Müller (Blog Publikumskonferenz), Ernst Wolff und Ullrich Mies, wie auch Susanne Holsteiner, Wolf Wetzel,  Jens Bernert (Blog Blauer Bote), Hannes Hofbauer (Promedia-Verlag) und Jochen Scholz.

Nicht zu vergessen der Dank an die Macher der Blogs Analitik, Propagandaschau und Nocheinparteibuch.  Letztere strotzen vor Hintergrundinformationen, Ersterer besticht durch seine sorgfältige aber auch unkonventionelle Analyse der Geschehnisse. Das Studium der Artikel dieser Blogs dort hat – so denke ich – dieser Seite hier sehr gut getan.

Ist es angebracht, an dieser Stelle Ihnen etwas für das neue Jahr mitzugeben? Nun, nichts muss, alles kann 😉

Suchen Sie sich Verbündete, begegnen Sie der Dissonanz in die Menschen geraten, die aus der Wohlfühlatmosphäre gerissen werden, mit Verständnis. Leben Sie vor statt zu fordern. Seien Sie neugierig und überwinden Sie Ihre Ängste. Werden Sie aktiv und seien Sie dabei kreativ. Ihre Einzigartigkeit möchte leben und positiv wirken. Sie ist der wohltuende Kontrast zur geförderten Normiertheit im Denken und Handeln.

Ihnen allen, liebe Leser, wünsche ich einen harmonischen Jahresausklang und ein gutes, gesundes, friedliches Jahr 2018!


(Titelbild) Autor: Gerd Altmann; Titel: Herz; Quelle: https://pixabay.com/de/herz-silhouette-liebe-gl%C3%BCck-1982316/; Lizenz: CC0 Public Domain

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