Es ist ja nun nicht alles gelogen, was in den „Qualitätsmedien“ zu lesen und zu sehen ist. Allerdings ist die halbe Wahrheit…


Oder anders ausgedrückt, wird eine Nachricht zwangsläufig tendenziös — und zwar emotional tendenziös —, wenn sie nur bestimmte Aspekte des Geschehenen wiedergibt und andere dafür weg lässt. Ob dies immer bewusst geschieht, darf offen bleiben. Doch geht der Autor davon aus, dass hier überwiegend Automatismen greifen. Sei’s drum, fügen wir beispielhaft einer in den öffentlichen Informationsraum gebrachten Nachricht einige wichtige Informationen hinzu. Es geht um den Luftkrieg im Ukraine-Konflikt.


Nur ein paar „iranische Drohnen“?

„Der ist gut“, oder was denken Sie, liebe Leser? Am 14. Dezember 2023 berichtete ein öffentlich-rechtlicher Sender:

„Bei neuen russischen Drohnenangriffen sind in der Schwarzmeerregion Odessa nach ukrainischen Angaben mehr als zehn Menschen verletzt worden. Zudem seien elf Gebäude beschädigt worden, teilte der Zivilschutz am Donnerstag mit. Unter den Verletzten seien auch drei Kinder, hieß es. Die Kinder und zwei Erwachsene mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Laut Flugabwehr in Kiew konnten die Luftstreitkräfte insgesamt 42 von 43 russischen Drohnen abschießen.“ (1)

Zur Sensibilisierung weist der Autor bereits hier darauf hin, immer schön das Datum im Hinterkopf zu behalten. Warum „ist der gut“?

Erst einmal hat das ZDF hier nirgends gelogen und zweitens entsprechen die Informationen zumindest dem Anschein nach der Wahrheit — bis auf die letzte. Schon erstaunlich, wenn bei den nach ukrainischen Angaben so überzeugenden Abschussraten von russischen Drohnen dermaßen Wirkungen in der Infrastruktur festgestellt werden, ganz nach dem Gustus westlicher Meinungsmache selbstverständlich ausschließlich zivile Infrastruktur. Für die dann auch pflichtgemäß Empörung geheuchelt wurde (2). Aber da das ZDF eine Meldung der Flugabwehr in Kiew wiedergibt und das auch kenntlich macht, ist alles in Ordnung.

Nein, nichts ist in Ordnung. Was aber können wir dann dem Ganzen noch abgewinnen?

Nun, vielleicht sind ja die Redakteure und Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen auch einfach clever. Sie wissen, dass man ihnen genau auf die Finger schaut. Also bringen sie die Propaganda so hinüber, dass der aufmerksame Rezipient diese als solche auch erkennen vermag. Und es ist nun einmal idiotisch, anzunehmen, dass Russland Drohnen nach Odessa schickt, um Zivilisten und zivile Infrastruktur zu treffen. Und warum ist das so? Weil man damit keine Kriege gewinnt.

Der emotionale Spin der obigen Nachricht ist unübersehbar und rein manipulativ. Er ist rational gesehen idiotisch. Er ist gedacht für die Ängstlichen und Denkfaulen. Doch alle anderen können dieser recht alltäglichen Propagandageschichte so einiges abgewinnen. Fügen wir noch eine weitere Nachricht der Leitmedien vom gleichen Tag hinzu.

„Russische Drohnenangriffe auf die Ukraine haben in der Nacht den Luftraum der NATO über Rumänien verletzt und Alarmstarts deutscher Eurofighter ausgelöst. Dabei wurden russische Luftfahrzeuge nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa von den deutschen Besatzungen auch durch Sichtkontakt identifiziert, ohne dass von der NATO ein Befehl zum Abschuss erfolgte. Bei der Angriffswelle auf Ziele in der Ukraine wurden demnach bis zu 70 russische Drohnen des Typs Shahed 136 registriert, von denen eine nach vorläufigen Erkenntnissen auch über dem Luftraum Rumäniens explodiert ist.“ (3)

Es sind übrigens keine iranischen Shahed-, sondern Geran-2-Drohnen aus russischer Produktion (4). Aber auf kleinere journalistische Schlampereien solcher Art in der Berichterstattung der „Qualitätsmedien“ wollen wir in diesem Text nicht weiter eingehen.

Luftraumverletzung

Nach dem Vorfall mit der russischen Geran-Drohne lud Rumänien den dort akkreditierten russischen Botschafter ein, um gegen die Luftraumverletzung zu protestieren (5). Lassen wir offen, ob mehrere Drohnen gezielt oder versehentlich dort eindrangen, ob eine von ihnen durch Beschuss vom Ziel abkam oder auch über ukrainischem Gebiet getroffen wurde, um dann auf rumänischem Territorium niederzugehen. Fakt ist, dass Rumänien nicht nur an die Ukraine grenzt, sondern in dieser Gegend auch reichlich militärische Infrastruktur und die dafür erforderliche Logistik vorhanden ist. Weil über Rumänien ein bedeutender Anteil des Transits an Waffen für die ukrainischen Streitkräfte erfolgt.

Wie gesagt: Im Wesentlichen entsprechen diese Meldungen, bis auf ein paar „Feinheiten“, durchaus den Geschehnissen vor Ort. Außer natürlich, dass der erforderliche Kontext zum Verständnis fehlt. Den kann man sich bis zu einem bestimmten Maß selbst herleiten. Die Nachrichten der „anderen Seite“ können natürlich sehr hilfreich sein, um das indirekt zu bestätigen und gleichzeitig den Blick zu erweitern.

Hyperschallraketen

Bringen wir noch mehr Kontext in das Geschehen.

„Die russische Luftwaffe hat einen Militärflughafen in der Westukraine mit Hyperschallraketen vom Typ ‚Kinschal‘ angegriffen. Mitteilungen der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden die schwer abzufangenden Raketen in zwei Wellen von Mig-31-Kampfflugzeugen aus dem russischen Luftraum abgefeuert. Laut Medienberichten gab es Explosionen in der Nähe des Militärflughafens Starokostjantyniw [Starokonstantinow] im Gebiet Chmelnyzkyj. Auch über der Hauptstadt Kiew war die Flugabwehr kurz aktiv. Über Opfer oder Schäden wurde bislang nichts bekannt. Der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, bestätigte im Fernsehen, dass es zumindest einen Einschlag im Gebiet Chmelnyzkyj gegeben habe. Nähere Angaben machte er nicht. In der Ukraine wurde heute wegen aufgestiegener russischer Kampfjets vier Mal innerhalb kurzer Zeit landesweiter Luftalarm ausgelöst.“ (6, 7)

Diese Meldung ist gleichen Datums wie die beiden vorherigen. Das ist wichtig. Es ist wichtig, um in Betracht zu ziehen, dass die massiven russischen Drohnenangriffe und die der Hyperschallraketen Teil ein und derselben, einigermaßen komplexen Operation gewesen sein könnten. Wem das klar ist, dem dämmert auch, dass die Drohnen im Raum Odessa ganz sicher nicht zivile Infrastruktur anzugreifen hatten. Jetzt können wir uns fragen, zu welchem Zweck sie dann eingesetzt wurden. Zumal vor dem Einschlag einer oder mehrerer Kinschals auch wohlkalkuliert drei Dutzend Drohnen die militärischen Anlagen in Starokonstantinow angegriffen hatten (8).

Der Zwischenstand lautet: Russland führte in der Nacht zum 14. Dezember 2023 einen komplexen Luftangriff auf militärische Ziele im Hinterland der Ukraine durch.

Rettende Patrioten?

Im April dieses Jahres lieferten die USA zwei Batterien des Luftabwehrsystems MIM-104 Patriot an die Ukraine und rieten ihnen, diese in relativ großer Entfernung von der Frontlinie aufzustellen. Die USA waren sich völlig darüber im Klaren, dass die Patriots sofort in den Fokus Russlands geraten würden. Die Raketensysteme wurden in der Nähe von Kiew stationiert. Wochen später, während eines komplexen, mehrstufigen russischen Luftangriffs mit Drohnen und Marschflugkörpern, feuerte eine Patriot-Batterie 32 Raketen ab — ohne Erfolg. Unmittelbar darauf trafen die Kinschals (NATO-Code ‚Dagger‘) das System und zerstörten es (9 bis 14, v1 bis v3).

Nun war die Rede von zwei Patriot-Batterien — was geschah mit der zweiten?

„Die andere wurde in der Nähe des Kiewer Flugplatzes Zhulyany aufgestellt und war bis vor kurzem praktisch nicht zu sehen. Doch nach einem erfolgreichen Angriff der russischen Streitkräfte auf das Hauptquartier mit NATO-Offizieren wurde das Luftabwehrsystem aktiviert, und die russische Seite erfuhr davon. Es folgte ein Hyperschallangriff.“ (9i)

Das alles geschah im April/Mai 2023 — nun zurück in die jüngste Vergangenheit.

Ein Militärflugplatz

Die ARD-Tagesschau berichtete offenbar wahrheitsgemäß über ein weiteres Ziel, und zwar den Militärflugplatz in Starokonstantinow in der Region Chmelnitski (siehe Zitat weiter oben). Nachrichten-Plattformen in Russland spekulieren, dass die Kinschal-Raketen vom Typ Kh-47M erfolgreich auf F-16-Kampfflugzeuge angesetzt wurden. Quellen wiesen zuvor darauf hin, dass Anfang Dezember zwei bis fünf Flugzeuge aus Polen in Teilen auf ukrainisches Territorium transportiert worden waren und genau dort, in Starokonstantinow, in Betrieb genommen werden sollten (9ii).

Oblast Chmelnitski/Ukraine; im mittleren Nordosten liegt Starokonstantinow mit dem gleichnamigen Militärflugplatz (Quelle: Wikimedia, b1)

Die Diskussion um die F-16, so wie sie in den westlichen Politikkreisen und Medien geführt wurde, war eine Scheindiskussion. Solange der Westen gewillt ist, den Krieg gegen Russland weiterzuführen, ist jede Diskussion dazu reines Theater. Und unter der gerade aufgeführten Prämisse ist die Entscheidung zur Lieferung der F-16 auch lange vor offiziellen Zusagen gefällt worden. Möglicherweise sind sie bereits in der Ukraine im Einsatz — und werden nun von Russland angegriffen (15).

Darüber hinaus wird Kiew über die Jets verfügen, bevor das entsprechend in westlichen Medien verbreitet wird. Das war übrigens auch so bei der Lieferung britischer Challenger-Kampfpanzer — respektive der mit abgereichertem Uran gelieferten Munition — und der von Marschflugkörpern  vom Typ Storm Shadow aus dem gleichen Land.

Dieser Militärflugplatz ist von überragender strategischer Bedeutung für die ukrainischen Streitkräfte. Angriffe mit britischen Marschflugkörpern Storm Shadow und ihren französischen Pendants vom Typ SCALP auf russisches Territorium wurden bisher im Wesentlichen von diesem Ort aus vorbereitet. Er ist weit genug von der Front entfernt, aber nah genug, um Ziele tief im russischen Hinterland zu erreichen (b1).

Geografische Lage von Starokonstantinow, sichtbar in Richtung linker Bildrand (Quelle: Southfront, b2)

Von dort aus starteten in den vergangenen Monaten Su-24M mit den seit dem Frühjahr gelieferten Raketen (16, 17). Die Su-24M ist derzeit der einzige Flugzeugtyp der ukrainischen Luftwaffe, welcher die aus der Luft zu startenden britischen und französischen Marschflugkörper mit einer Reichweite von 250 Kilometern tragen und abschießen kann (18). Zum Leidwesen Russlands war das bis zum heutigen Tage immer wieder erfolgreich und davon wird in russischen Medien auch offen berichtet (19 bis 21).

Die Su-24M ist ein schwerer taktischer Kampfbomber aus sowjetischen Zeiten, aber durch diverse Modifizierungen und Erweiterungen durchaus kein veraltetes Flugzeug. Allerdings hat die Ukraine kaum noch Maschinen dieses Typs, weil diese von den russischen Streitkräften nach und nach ausgeschaltet wurden.

Nun fragt sich der Leser möglicherweise, was die Drohnen bei Odessa mit den Patriot-Luftabwehrsystemen und diese wiederum mit Storm Shadows und einem Militärflugplatz in der Westukraine zu tun haben. Die deutsche „Qualitätspresse“ möchte einen solchen Zusammenhang wohl nicht aufzeigen. Vielleicht kann sie es ja auch gar nicht. Holen wir etwas aus.


Die Strategie des Krieges ist politisch motiviert

Es ist die Politik, welche den strategischen Verlauf eines Krieges bestimmt. Es ist die Politik, welche die Ziele definiert, die dann unter Umständen auch mit Gewalt umgesetzt werden sollen.

Russland hat den Krieg in der Ukraine nicht begonnen. Begonnen wurde dieser Krieg im Jahre 2014 von einer demokratisch nicht legitimierten, mit aktiver ausländischer Teilhabe an die Macht geputschten Kiewer Junta. Geführt wurde dieser Krieg acht Jahre lang von Kiew aus. Und geführt wurde er vorrangig gegen alles Russische. Tausende Opfer hat dieser Krieg gefordert, vorrangig Opfer der russischen Ethnie, alles geschehen vor dem 24. Februar 2022.

Russland hat den Krieg in der Ukraine nicht begonnen (22). Es ist in diesen Konflikt im Februar 2022 aktiv eingetreten. Es tat dies mit dem erklärten Ziel, das Morden an Russen zu unterbinden, das Treiben der NATO in der Ukraine zu beenden und dem Faschismus in der Ukraine den Kampf anzusagen. Das sind strategische Ziele, die Russland essenziell für das eigene Überleben als souveräner Staat ansieht. Die westliche Medienmaschine hat daraus einen „unprovozierten Angriffskrieg“ herbei gezaubert. Die über viele Jahre betriebene antirussische Propaganda hatte zuvor die Grundlagen geschaffen, dass man mit dem „unprovozierten Angriffskrieg“ durchkam.

Nur bleibt der „unprovozierte Angriffskrieg“ trotzdem nichts weiter als ein Narrativ im Informationsraum. In den ideologischen Bastelstuben in Washington und London wird fleißig weiter gewerkelt, um den Informationsraum nach dem besagten Narrativ zu befüllen. In diesen Informationsraum soll so wenig wie möglich über die illegitime ukrainische Junta, deren faschistoide Züge, den latenten Russenhass der ukrainischen Führer und die Militarisierung des Landes mit massiver NATO-Unterstützung einsickern. Die Realität muss draußen gehalten werden. Auch jene über die Ziele, die derzeit die westliche Politik bestimmende Akteure verfolgen.

Diese Leute wollten die Ukraine so, wie sie am 24. Februar 2022 aussah: aufgerüstet, extrem national, faschistoid und russenfeindlich. Und sie wollten Russland in diesen Krieg ziehen. Es ging ihnen nie um die Ukraine und deren Menschen, es ging ihnen immer um Russland. Russland sollte und soll als geostrategischer Konkurrent niedergerungen werden. Und die russischen Ressourcen sind so unendlich, dass man das — also keinen Zugriff auf diese Ressourcen — im Westen einfach nicht akzeptieren kann. Im erprobten, Jahrhunderte gelebten Stil von Kolonisatoren sehen sie Russland als Beute, nicht als Partner.

Nunmehr, spätestens seit dem Februar 2022, bietet Russland dieser pathologisch denkenden und handelnden Kaste offen die Stirn. Aber der Klüngel aus Ideologie, Politik, Wirtschaft und Finanzen im „Wertewesten“ kann nicht mehr ablassen. Er hat sich festgebissen an seiner Beute. Und er geht aufs Ganze. Dafür ist es ihm wert, ein ganzes Land zu opfern — und dessen Menschen. Das sind vor allem ethnische Russen — ethnische Russen auf russischer wie auf ukrainischer Seite.

Damit sind die geostrategischen Konzepte der Parteien ausreichend umrissen. Russland wird von seinen klar postulierten Zielen nicht ablassen, weil es ansonsten die Spaltung und Zerstückelung des eigenen Landes riskierte. Die strategischen, politischen Ziele spiegeln sich schlüssig in der russischen Kriegführung. Diese zielt auf die systematische Entmilitarisierung des Gegners, nicht auf die Zivilbevölkerung der Ukraine.

Aber die Brzezinskis im Wertewesten können auch nicht loslassen. Sie gehen auf schmalem Grat. Auf dem sie den Konflikt immer weiter eskalieren, dabei darauf bedacht, nicht den eigenen Untergang zu riskieren. Ihnen geht es darum, den Preis für den Gegner ins Unerträgliche nach oben zu treiben. Und keineswegs nebenbei die Geld-Profit-Maschine des Militärisch-Industriellen Komplexes anzutreiben.

Das ist die Realität neben dem gesteuerten Informationsraum.


Storm Shadows und SCALPs

Jetzt dürfte auch klar sein, warum von einem Militärflugplatz in der Westukraine regelmäßig Kampfflugzeuge mit fortschrittlichen Marschflugkörpern für ihren Einsatz vorbereitet werden (beziehungsweise wurden), um weitreichende Marschflugkörper tief in russisches Hinterland zu entsenden. Auch ergibt das Entsenden von US-Kampfflugzeugen des Typs F-16 einen tieferen Sinn. Schließlich sind die NATO-Standards auf diese Jets zugeschnitten. Natürlich liegt deren vorrangige Aufgabe nicht darin, Luftkämpfe mit russischen Kampfflugzeugen auszutragen. Dazu wird sich eh kaum die Gelegenheit ergeben. Der Zweck ist der: Die F-16 kann schlicht und einfach die im Schwinden begriffenen Su-24M ersetzen und deren Aufgabe übernehmen (23). Die Infrastruktur für die F-16 steht auch bereits — allerdings in der Ukraine äußerst limitiert, dafür in Rumänien…

All das ist Teil einer Strategie der Eskalation, des systematischen Stressens des Gegners, des Auslotens der eigenen Grenzen, des wiederholten Überschreitens roter Linien.

Nun ist es natürlich nicht so, dass Russland diesem Treiben tatenlos zuschaut. Es ist diesbezüglich sogar ausgesprochen berechenbar und hat vorab regelmäßig auf die Konsequenzen hingewiesen, die das Antreiben der Eskalation seitens des „Wertewestens“ zur Folge haben würde. Der Westen verschiebt die roten Linien. Und Russland verschiebt ebenfalls die roten Linien. Daher ein weiterer, kurzer Sprung von den Storm Shadows der Briten zu den Drohnen der Russen im Raum Odessa.

Auf der Eskalationsleiter

Der Autor schließt keinesfalls aus, dass die russische Drohne (siehe Zitat am Anfang des Artikels) mit Vorsatz den rumänischen Luftraum verletzte. Das können wertvolle Signale für die gegnerische Seite sein, wie man auf die Eskalation seitens der NATO reagieren würde. Denken wir immer daran, dass die Ukraine formell kein NATO-„Bündnispartner“ ist. Was folgt daraus?

„Russland wird einen Start von F-16-Kampfjets von Luftwaffenstützpunkten in Polen, Rumänien und der Slowakei als die Beteiligung am Konflikt in der Ukraine wahrnehemen, hat Konstantin Gawrilow, der Leiter der russischen Delegation bei den Wiener Gesprächen über militärische Sicherheit und Rüstungskontrolle, auf einer Plenarsitzung des OSZE-Forums für Sicherheitskooperation angekündigt, meldet die RIA Novosti.“ (24)

Auch diese Meldung wurde am 14. Dezember verbreitet, freilich nicht in den hiesigen „Qualitätsmedien“. Der unbedarfte Medienkonsument erkennt jedoch nicht, wie viele Meldungen jenes und des Folgetages in einem Zusammenhang stehen — so er überhaupt Kenntnis davon nimmt.

Warum nun sollten denn Kampfflugzeuge von Territorien auch formell dem NATO-Pakt angehörenden Staaten aus starten, um in den Ukraine-Konflikt einzugreifen?

„Konstantin Gawrilow wies darauf hin, dass inzwischen Meinungen aufkommen, dass inmitten erheblicher Zerstörungen von Flugplätzen in der Ukraine F-16-Kampfjets, die an die AFU übergeben werden, von Stützpunkten in Polen, Rumänien und der Slowakei aus starten mögen. Der Diplomat warnte, dass der Einsatz von Kampfflugzeugen aus dem Hoheitsgebiet der NATO-Mitgliedstaaten Russland zu Vergeltungsmaßnahmen zwingen könnte.“ (24i)

Starokonstantinow ist als Startplatz für Angriffe auf Russlands Hinterland von strategischer Bedeutung — jedoch in absehbarer Zeit nicht mehr nutzbar, weil irreparabel zerstört. Also wird man den nächsten Eskalationsschritt gehen. Das ist übrigens ganz im Sinne Washingtons, weil von dort auch so konzipiert. Deren politischen Eliten ist nicht nur die Ukraine, sondern überhaupt Europa als Ganzes nicht wirklich wichtig. Außer, dass die dortigen Vasallen die Interessen des Hegemons — wenn auch zum eigenen Schaden — umsetzen.

Am 14. Dezember werden komplexe Angriffe auf militärische Infrastruktur in der Ukraine gemeldet. Prominent wird das Flugfeld von Starokonstantinow aufgeführt, das zum wiederholten Male mit Hyperschallraketen attackiert wird. Am gleichen Tag berichten hiesige Medien von einem an die Ukraine gelieferten Patriot-Luftabwehrsystem und russische Medien von dessen unverzüglicher „Außerbetriebnahme“. Und wiederum zum gleichen Datum warnt Russland die NATO dringend davor, den Start von Waffenträgern von NATO-Staaten aus „zu probieren“ (25). Ist es vorstellbar, dass diese zeitlichen Korrelationen nicht rein zufällig eingetreten sind?

Starokonstantinow

Russlands Luftverteidigung dürfte in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit weltweit einzigartig sein. Wenn auch die neuen Marschflugkörper westlicher Staaten Schäden anrichten, so sind sie doch keine „Gamechanger“. Ihre Wirkung ist, strategisch gesehen, marginal. Dafür stehen zu wenige Startsysteme zur Verfügung, die erzielte Wirkung ist zu gering und die zur Verfügung stehende militärische Infrastruktur der Ukraine für einen Masseneinsatz unzureichend. Ganz abgesehen davon, dass dann auch die begrenzten Vorräte an Raketen dieses Typs in absehbarer Zeit zur Neige gehen dürften. Vielleicht etwas später, wenn die europäischen NATO-Staaten sich von ihren eigenen Reserven „befreien“. Für das produzierende europäische Rüstungskonsortium ist der Einsatz der Storm Shadows/SCALPs freilich ein prächtiges Geschäft. Schließlich schlägt jede Rakete mit einem Preis von etwa 2,5 Millionen US-Dollar zu Buche (26).

Doch hat Russland bisher auf jedes neue, durch den Westen auf dem ukrainischen Kriegsschauplatz eingeführte Waffensystem eine Antwort gefunden. Und so werden inzwischen auch regelmäßig Storm Shadows unschädlich gemacht (27). Inzwischen gibt es sogar halbwegs intakte, zu Boden gegangene Exemplare, die russischen Experten weitere Hinweise zu deren Abwehr liefern (28, 29).

Die beste Lösung russischerseits bestände natürlich darin, dass erst gar keine Jets mit diesen Waffen aufsteigen können. Womit wir einen wesentlichen Grund für den komplexen russischen Luftangriff in der Nacht vom 13. zum 14. Dezember gefunden haben. In dem Drohnen Ukraine-weit verschiedene Aufgaben erfüllten. Sie sollten unter anderem die ukrainische Luftabwehr überlasten und desorientieren, waren jedoch ungeachtet dessen mit Zielkoordinaten für militärische Infrastruktur programmiert und assistierten Angriffe anderer russischer Raketensysteme.

Es war übrigens auch nicht der erste Angriff dieser Art, in den Starokonstantinow einbezogen wurde. Als der russischen Aufklärung Anfang des Jahres bekannt wurde, welche neue Gefahr sich von diesem Flugfeld mit der Lieferung westlicher Marschflugkörper anbahnte, wurde es zu einem Hochwertziel (30 bis 32).

Katz-und-Maus-Spiel

Die ukrainische Seite musste reagieren, um nicht ihre verbliebenen Su-24M zu verlieren. Seit dem werden die Maschinen alle 24 Stunden auf andere Standorte verlegt und tauchen nur dann in Starokonstantinow auf, wenn sie in den aktiven Einsatz gebracht werden sollen (33).

Und dann gibt es noch etwas: Russische Luftangriffe suchen explizit nach ukrainischen Luftverteidigungssystemen, in dem sie diese dazu zwingen, aktiv und damit sichtbar zu werden. Dabei spielen Drohnen eine wichtige Rolle (34). Starokonstantinow ist, wie gesagt, von strategischer Bedeutung. Es ist wahrscheinlich die einzige Einrichtung in der Ukraine, wo die wartungsaufwändigen F-16 stationiert werden können. Entsprechend ist der Flugplatz geschützt. Die Hangars für die Jets, noch zu Sowjetzeiten gebaut, befinden sich unter meterdickem Beton, es existieren Einsatzkräfte zur sofortigen Reparatur von Schäden und natürlich sind diverse Luftverteidigungssysteme in Betrieb, um Angriffe abzuwehren. Wir können sicher davon ausgehen, dass diese militärische Einrichtung permanent von russischen Satelliten gemonitort wird. Aber es ist ein Katz-und-Maus-Spiel.

Die Luftverteidigungssysteme für Einrichtungen wie Starokonstantinow sind modern, vielschichtig, mobil und dadurch schwer angreifbar. Im Prinzip können sie nur dann außer Gefecht gesetzt werden, wenn sie sich im operativen Einsatz befinden. Einfach weil sie, wenn aufgebaut für den Kampfeinsatz, ihrer Mobilität beraubt sind. Ab- und Aufbau plus Ortsveränderung der Systeme benötigt einen Zeitaufwand von 15 bis 30 Minuten. Das gilt für Patriot-Komplexe, bei vergleichbaren Systemen russischer/sowjetischer Bauart ist die Spanne kürzer.

Man ist daher bestrebt, so lange es nur geht, unsichtbar für den Gegner zu bleiben. Denn in dem Augenblick, in dem das Radar einer solchen Anlage aktiviert wird, also noch bevor überhaupt eine Rakete abgeschossen wurde, ist es vorbei mit der Unsichtbarkeit. Dann wird das System selbst zum Ziel. Russlands Angriffe aus der Luft scannen also die Abwehraktivitäten des Gegners, um die detektierten Systeme dann ausschalten zu können. Das Zeitfenster dafür ist kurz. Und genau deshalb kommen gerade bei Angriffen auf Hochwertziele wie den Patriots Hyperschallraketen zum Einsatz. Der oder die Jets mit den Raketen sind bereits in der Luft, die Raketen selbst unfassbar schnell, ihre Flugbahn schlecht ausrechenbar und ihre Abwehr praktisch unmöglich.

Diesbezüglich gibt es ein weiteres Problem: Die Ukraine hat viel zu wenige der benötigten Luftverteidigungssysteme. Sie hatte viele durchaus leistungsfähige Raketenabwehrsysteme vom Typ Buk-M1/2 sowie S-200 und S-300 sowjetischer Bauart. Auch Starokonstantinow wurde früher unter anderem durch S-300-Batterien gesichert (30i). Doch wurden diese Systeme bereits seit März 2022 größtenteils zerstört (35). Eine flächendeckende Luftverteidigung, die aus dem Zusammenspiel unterschiedlich gearteter Systeme resultiert (36), war schon im Februar 2022 nur eingeschränkt möglich und inzwischen ist sie schlicht illusorisch.

Wie bekommen, so zerronnen

Die Komplexität der russischen Luftangriffe ist Ergebnis eines Lernprozesses, bei dem die Komplexität der Luftverteidigungssysteme des Gegners berücksichtigt wird. Es wird schließlich mehr eingesetzt als S-300, IRIS-T oder Patriot-Systeme, um einen Luftraum effektiv zu schützen. Die Umgebung eines russischen Hochwertzieles, wie dem oben thematisierten ukrainischen Militärflughafen, dürfte entsprechend stark mit Luftverteidigungssystemen bestückt sein — auch mit Patriots? Davon ist auszugehen (33i).

Russische Regierungsquellen gaben im Juni des Jahres die Zerstörung von bislang fünf Patriot-Komplexen bekannt (37). Das waren zwei mehr als die offiziell an Kiew gelieferten drei Systeme (38). Im August wurde über die Lieferung von zwei weiteren Komplexen berichtet (39). Inoffiziell war Anfang Dezember von acht Patriots MIM-104 die Rede (40). Die Zahl der zum Jahresende 2023 noch intakten Komplexe könnte vielleicht bei noch zweien gelegen haben (41 bis 43).

Das erklärt auch die ungewöhnliche Eile seitens des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz, mit der er die umgehende Lieferung eines weiteren Patriot-Komplexes an die Ukraine ankündigte. Ein komplettes System lässt sich preislich über den Daumen weg mit 1,1 Milliarden US-Dollar taxieren (44 bis 46).

Am 11. Dezember tauchte in russischen Medien die Nachricht auf, dass ein Patriot-System bei Kiew mit Zerstörung seiner Radarstation und eines Werfersystems außer Gefecht gesetzt worden wäre (47).

Am 14. Dezember wurde in deutschen Medien die Nachricht verbreitet, dass das von Deutschland versprochene Patriot-System komplett an die Ukraine übergeben wurde. Neben mehreren mobilen Mehrfach-Raketenwerfern gehören dazu eine Radar- und eine Feuerleitstation sowie natürlich die Raketen selbst (48). Achten Sie erneut auf das Datum, liebe Leser: 14. Dezember 2023.

In den Nachrichten vom 14. Dezember richteten die Medien den Fokus auf die Drohnenangriffe und angeblich durch sie bewirkter Schäden an ziviler Infrastruktur. Und es wurde die Verletzung rumänischen Luftraumes durch russische Drohnen thematisiert.

Abgehoben davon wurde vage über den Angriff auf Starokonstantinow berichtet. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte erklärte, man würde sich nicht dazu äußern, ob die russischen Raketen ihre Ziele getroffen haben oder nicht. Man drückte sich so aus: „Sollen sie (die Russen) doch ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen, ob sie getroffen haben oder nicht.“ Später wurde behauptet, man hätte eine Hyperschallrakete vom Typ Kinschal abgeschossen (49). Das ist unglaubwürdig (50) und klingt gleichzeitig ein wenig so, als ob mehr dieser Raketen im Spiel gewesen wären. Denn wie hieß es doch in der eingangs zitierten ARD-Tagesschau-Meldung:

In der Ukraine wurde heute wegen aufgestiegener russischer Kampfjets vier Mal innerhalb kurzer Zeit landesweiter Luftalarm ausgelöst. (7i)

Und auch dies wurde am 14. Dezember bekannt: Tagsüber wurden sechs Kinschals auf Ziele in der Ukraine abgefeuert (51). Russischen Quellen zufolge trafen drei dieser Raketen Einrichtungen auf dem Flugfeld von Starokonstantinow (52). Vier russische Kampfjets stiegen innerhalb kurzer Zeit auf. So es MiG-31K waren, konnte jede dieser Maschinen mit einer Kinschal bewaffnet gewesen sein. Drei Raketen trafen Einrichtungen des Militärflughafens. Bleibt noch eine übrig. Am 14. Dezember wurde in russischen Medien auch das publiziert:

„Es wurde bekannt, dass die zweite Batterie des Patriot-Luftabwehrsystems aus Deutschland während des Transports im Grenzbereich zwischen den Regionen Zhytomyr und Kyiv zerstört wurde. Infolgedessen wurden mehrere Abschussvorrichtungen, ein Radar und ein Kommandofahrzeug zerstört — alles aus dem Komplex. Mehrere Dutzend teure Raketen im Wert von mehreren Millionen Dollar wurden ebenfalls zerstört.“ (49i)

Zumindest erscheint das plausibel, weil es sich teilweise mit Informationen westlicher Medien überschneidet, nach denen über zwei durch Kinschals hervorgerufene Explosionen in oder bei Kiew berichtet wurde (51i). Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das von Russland längst aus Deutschland erwartete System bereits weitgehend zerstört wurde, bevor es je zum Einsatz gekommen ist. Aber die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende erzählt.

Gibt es da noch mehr?

Das Folgende ist weit weniger Spekulation, als manch Leser glauben mag. Starokonstantinow könnte nämlich mehr als nur ein Flugfeld mit Hangars für Kampfflugzeuge darstellen.

Einen Tag nach diesem ereignisreichen 14. Dezember trafen britische Storm Shadows eine Industrieanlage in Mariupol. Russische Medien berichteten darüber (20i). Dieser Angriff ist bemerkenswert. Einerseits könnte er einen propagandistischen Zweck verfolgt haben, in Form einer Botschaft, dass die russischen Attacken auf Starokonstantinow nicht erfolgreich gewesen seien. Man könnte auch ein spekulatives Fenster der Gelegenheit genutzt haben, einfach weil man davon ausging, dass Russland nicht innerhalb kurzer Zeit Angriffe solcher Dimension wie am 14. Dezember wiederholen würde. Der Einschlag der Storm Shadows in Mariupol gab den Strategen in Starokonstantinow vorerst recht.

Das also ist offen: Auf was zielte der großangelegte russische Angriff auf Starokonstantinow tatsächlich? Auf einsatzbereite, mit britischen oder französischen Marschflugkörpern bestückte Su-24M? Auf US-amerikanische F-16-Kampfflugzeuge, die zuvor in Einzelteilen und sozusagen „unter dem Radar“ auf oder in der Umgebung des Stützpunktes montiert wurden (53)? Auf dort stationierte Luftabwehrsysteme wie die Patriot-Komplexe? Oder gibt es da noch mehr? Wenn bis zu drei Hyperschallraketen Kurs auf das Objekt genommen hatten: Zielten diese möglicherweise explizit auf verschiedene, dort vorhandene Objekte?

Hierzu kursieren interessante Nachrichten. Diesen zufolge wurden durch eine der Kinschals an jenem 14. Dezember unter anderem auch 12 NATO-Offiziere getötet, als ein Bunker am Flugfeld von der Hyperschallrakete getroffen wurde (8i, 54, 55). Ob wahr oder nicht wahr, sei dahingestellt. Auf keinen Fall werden Sie im offiziellen Informationsraum amtliche Bestätigungen oder Dementis für tote NATO-Beamte finden, schon gar nicht von offiziellen Quellen des Militärpaktes. Doch sollte niemand glauben, dass in einem Krieg, in den die NATO dermaßen verstrickt ist, der Preis vernachlässigbar wäre. Wir erfahren es bloß nicht.

Erinnern wir uns, wie die Strategie des NATO-Westens aufgestellt ist. Der Preis für Russland soll ins Unerträgliche hoch getrieben, dessen Ressourcen ausgezehrt, das Land destabilisiert und zerrüttet werden. Hierfür wird eskaliert. Die Eskalationsstrategie — davon können wir sicher ausgehen — wird nicht von Kiew festgelegt. Die damit verbundenen Entscheidungen werden in London und Washington getroffen und die Operationen durch NATO-Stäbe umgesetzt. Praktisch ist die Ukraine längst ein NATO-Staat. Also gibt es auch NATO-Stäbe in der Ukraine.

Aber formell und auch im narrativen Raum ist die Ukraine ein Land, das sich gegen „russische Invasoren“ verteidigt und lediglich vom „Wertewesten“ in diesem Tun „solidarisch“ unterstützt wird. Nach wie vor steht die NATO offiziell nicht im Krieg gegen Russland, praktisch natürlich sehr wohl. Russland spielt hier mit. Die aktiven Kampfhandlungen der russischen Streitkräfte schließen das NATO-Hinterland, aus dem die antirussische Kampagne gesteuert und versorgt wird, nach wie vor aus ihren Operationen aus — noch.

In der Ukraine wimmelt es nur so von Beratern, Stäben und Offizieren der NATO, angereichert mit den Abteilungen westlicher Geheimdienste. Wäre dem  nicht so, hätte der Ukraine-Konflikt unter Einbeziehung Russlands schon längst sein Ende gefunden. Richtiger ausgedrückt: Er hätte so erst gar nicht stattgefunden.

Das Treiben der NATO bedarf einer passenden Infrastruktur. Diese muss entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten beinhalten und vor allem muss sie gesichert sein. Die Anlagen in Starokonstantinow, insbesondere die dortigen Bunkeranlagen, wurden gebaut, um auch in einem atomaren Konflikt weiter funktionieren zu können (8ii). Was ließe sich daraus schlussfolgern? Dass Starokonstantinow nicht nur über ein Flugfeld mit befestigten Hangars für Kampfflugzeuge, sondern über die Infrastruktur für NATO-Kommandozentralen verfügt. Und das keineswegs erst seit dem Februar 2022. Gehen wir doch noch weitere vier Jahre zurück.

„Clear Sky 2018 ist die allererste gemeinsame multinationale Übung, die von der Ukraine ausgerichtet und von den US-Streitkräften in Europa unterstützt wird. An der Übung sind in erster Linie die US-Luftwaffe und die ukrainische Luftwaffe beteiligt, aber auch sieben weitere Partnerstaaten, die gemeinsam versuchen, die Ukraine an die Interoperabilitätsstandards der NATO anzupassen.“ (56, a1)

Beachten wir: Es ging darum — wohlgemerkt im Jahre 2018 —, im praktischen Einsatz die ukrainische Luftwaffe an NATO-Standards anzupassen. Ahnt der geneigte Leser schon, von wo genau aus diese Übung gesteuert wurde?

„Die US-Luftwaffe nimmt Mitte Oktober 2018 an der allerersten Clear Sky-Übung teil, hauptsächlich auf dem Luftwaffenstützpunkt Starokostiantyniv in der Ukraine sowie auf anderen Übungsgebieten und Schießständen in der Region. Clear Sky 2018 ist eine gemeinsame und multinationale Übung, an der rund 950 Personen aus neun Nationen teilnehmen werden, darunter Belgien, Dänemark, Estland, die Niederlande, Polen, Rumänien, die Ukraine, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.“ (57)

Dafür wurden übungsweise schon einmal F-15 Eagle Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe auf das Flugfeld verlegt, damals im Jahre 2018 (58).

Eine Ansammlung hochmoderner wie sündhaft teurer Luftverteidigungssysteme in der Nähe eines Flugfeldes plus das ausgeprägte „Interesse“ der russischen Luftstreitkräfte und Raketentruppen erhärten den Verdacht, dass es sich hier um ein strategisch enorm wichtiges Militärobjekt der NATO handelt (59).

Starokonstantinow ist also seit längerem ein NATO-Stützpunkt und eine Kommandozentrale des Militärpaktes. Und unbeachtet — gewollt unbeachtet in der westlichen Öffentlichkeit — läuft um Starokonstantinow ein Schlagabtausch zwischen der NATO und Russland.

Der Ausgang dieses Duells scheint ziemlich sicher, der Zeitpunkt ist noch offen. Aber das Ende ist absehbar. Es ist absehbar für beide Duellanten. Und im Unterschied zu den Möchtegern-Experten an der Propagandafront kann man davon ausgehen, dass die NATO-Militärs, erst recht jene vor Ort, sich dessen bewusst sind.

Zwei Tage nach dem Einschlag der britischen Marschflugkörper in Mariupol (siehe weiter oben) griff Russland erneut Anlagen des Militärflugplatzes an, diesmal mit Drohnen. Russischen Quellen zufolge waren diese Angriffe erfolgreich. So das stimmt, ist derzeit die Luftabwehr für Starokonstantinow erheblich geschwächt oder man traute sich dort nicht, der russischen Aufklärung die Präsenz der verbliebenen Systeme durch Aktivierung offen zu legen (60, 61).

Die NATO versucht offensichtlich „mit allem, was geht“, das Objekt zu sichern, und die russische Aufklärung ist darüber im Bilde. Am 24. Dezember wurden laut russischen Angaben von Norwegen gelieferte NASAMS und vom französischen Rüstungskonzern Thales stammende Kurzstreckenraketensysteme des Typs Crotale-NG (62) sowie Radaranlagen in Starokonstantinow außer Gefecht gesetzt (63, 64). Kurz darauf erfolgte ein weiterer, kombinierter Angriff mit taktischen Bombern, Raketen und Drohnen. Weitere ukrainische Luftabwehrsysteme, Flugnavigationssysteme sowie Ausrüstungen für die Kampfjets wurden zerstört — zusätzlich Flugmunition auf weiteren Flughäfen bei Dnepropetrowsk und im Gebiet Kirowgrad (Kanatowo) (65).

Am 26. Dezember wurde im Hafen von Feodossija auf der Krim ein russisches Landungsschiff durch Marschflugkörper vom Typ SCALP/Storm Shadow schwer beschädigt. Gestartet wurden die Raketen zuvor von Su-24M, die ihrerseits mit hoher Wahrscheinlichkeit in Starokonstantinow vorbereitet wurden (66, a2)? Aber war das tatsächlich noch möglich?

Die russische Antwort erfolgte umgehend. In der folgenden Nacht heulten Ukraine-weit die Sirenen für Luftalarm. Ein deutliches Zeichen dafür, dass erneut MiG-31K mit Hyperschallraketen aufgestiegen waren. Unter den Zielen befand sich wiederum Starokonstantinow (67). Am Sylvestermorgen erfolgte der nächste russische Angriff auf das Objekt (68). In den Wochen seit dem 14. Dezember wurde das Objekt mindestens zehn Mal attackiert, um dessen Nutzung unmöglich zu machen (69).

Und trotzdem gelang es den ukrainischen Streitkräften am frühen Morgen des 5. Januar (2024) Kampfjets — neben Mirgorod und Kanatowo — auch erneut von Starokonstantinow aufsteigen zu lassen. Fünf Su-24M-Bomber und zwei MiG-29 griffen Ziele auf der Krim mit Marschflugkörpern und Radarköderdrohnen an (70). Also gab es den nächsten Angriff auf Starokonstantinow in den frühen Morgenstunden des 8. Januar, und diesmal wurden Marschflugkörper vom Typ Kh-101 eingesetzt (71). Diese Raketen lassen sich leichter bekämpfen als die teuren russischen Hyperschallraketen (72). Der Einsatz der Marschflugkörper deutet andererseits darauf hin, dass wesentliche Komponenten der Luftabwehr für das Flugfeld nicht mehr funktionsfähig sind.

Fazit

Russlands Luftangriffe auf Militärinfrastruktur im Hinterland der Ukraine verfolgen ein deutlich erkennbares Ziel. Systematisch wird die dortige Luftabwehr gestresst, dabei „erforscht“ und ausgeschaltet. Der Einsatz von Drohnen ist darin integriert. Sie sind billig, stehen in großen Mengen zur Verfügung und ihre Ladung von bis zu 60 Kilogramm Sprengstoff ist eine ernsthafte Gefahr für diverse militärische Objekte. Ihre Bekämpfung liefert der russischen Aufklärung die erforderlichen Daten zur Ausschaltung von Hochwertzielen. Dazu zählen zur Sicherung strategischer Objekte eingesetzte Ziele wie die Patriot- und NASAMS-Systeme des US-Rüstungskonzerns Raytheon sowie Iris-T-Komplexe des deutschen Herstellers Diehl Defence, aber auch die gesicherten Objekte selbst.

Von Rumänien aus starten seit geraumer Zeit Spionageflugzeuge der NATO um von dort und internationalen Gewässern des Schwarzen Meeres aus, russische Infrastruktur und militärische Operationen auszukundschaften (73). Über Rumänien erfolgt ein signifikanter Nachschub an Waffen und Munition, und NATO-Infrastruktur ist nah der ukrainischen Grenze in Betrieb (74). Das Land steht also eh schon mit einem halben Bein im Ukraine-Konflikt.

Offenbar sind politische Kreise im Westen nun gewillt, die Latte für ihr Vabanque-Spiel eine weitere Stufe höher zu legen. Denn allem Anschein nach gibt es auf ukrainischem Territorium keinen ausreichenden Ersatz für Starokonstantinow. Hinter der ukrainischen Grenze liegende NATO-Stützpunkte scheinen westlichen Kreisen daher geeignet, um ukrainische Kampfflugzeuge wie Su-24M oder F-16 dort aufsteigen zu lassen. Umgehend könnten diese in den ukrainischen Luftraum wechseln, um wiederum von dort aus Ziele im russischen Hinterland anzugreifen. Sie könnten ihre Ladung, zum Beispiel die britischen und französischen Marschflugkörper, auch auf vorbereiteten Flugfeldern in der Ukraine übernehmen und mit der Zwischenlandung versuchen, die russische Aufklärung zu täuschen. Die von Kiew geforderten F-16 befinden sich bereits dort, in Rumänien, und ukrainische Piloten werden für den F-16-Einsatz ausgebildet (75, 76).

Ob dies eine mögliche Zukunftsperspektive oder doch schon Realität abbildet, ist nicht so eindeutig. Aber bereits jetzt scheint Starokonstantinow nur noch eingeschränkt verwendbar, weil in großen Teilen zerstört. Daher ist es nicht ganz auszuschließen, dass bei Angriffen mit Storm Shadows am 26. Dezember Flugplätze (simple Flugfelder sowieso) anderswo genutzt wurden — auch in Rumänien (77)?

Täusche deine Umgebung, in dem du das Eine tust und das Gegenteilige behauptest. Noch ein wenig NATO-Propaganda gefällig? So tappt eine Gesellschaft in den Krieg:

„Rumänien verstärkt seine Verteidigungskräfte, um zu verhindern, dass der Krieg in der Ukraine die NATO-Schwelle überschreitet.“ (78)

Der Einsatz von F-16, bemannt mit ukrainischen Piloten und gestartet von NATO-Flugfeldern in Rumänien, zwischengelandet in der Ukraine, könnte als verdeckte Operation angetestet werden (79). Erweiternd ließe sich auch eine Operation unter falscher Flagge (False Flag) kreieren, um eine russische Reaktion zu provozieren und propagandistisch auszuschlachten. Sollte eine russische Rakete in näherer Zukunft auf einem rumänischen NATO-Flugfeld einschlagen, dann wird das erstens einen handfesten Grund haben und zweitens dürfte es dann spannend werden, wie und ob Nachrichten zum Vorfall im westlichen Informationsraum verbreitet werden. Flugplätze für Kampfjets in der Slowakei, Polen, Moldawien und eben Rumänien werden von der russischen Spionage sicher aufmerksam gemonitort.

Sollte Rumänien tatsächlich zum Start- und Landeplatz für ukrainische Kampfflugzeuge gewählt werden, hätte das schwerwiegende Konsequenzen für die NATO. Sie könnte sich nicht auf ihre Grundakte berufen, nach der einem NATO-Staat unbedingte Unterstützung zu gewähren sei, wenn er von einer dritten Macht angegriffen würde. Weil das Land durch Einmischung in einen externen Konflikt den Grund selbst geliefert hat. Das gilt ganz besonders für die sehr „elastisch“ gehaltenen Artikel 4 und 5 des  Vertrages (80).

Ganz so, wie man es sich wohl in Washington wünscht, würde Europa jedoch weiter in den direkten Konflikt hineingezogen werden und die schleichende Eskalation in einem immer umfassenderen Krieg fortgesetzt. Dort, in Washington, hat man keinerlei Interesse an einem souveränen, wirtschaftlich starken Europa. Es behandelt seine „Verbündeten“ nicht einmal wie Vasallen, stattdessen als Konkurrenten. Und das hässliche Spiel läuft und läuft: ein nicht enden wollender, die europäischen Gesellschaften zermürbender Krieg.

Die Lösung aus dem Dilemma ist für die europäischen Staaten so simpel wie schwierig: Rückzug aus dem Krieg in der Ukraine. Rückzug aus einem Krieg, der in keiner Weise den Interessen der Europäer dienlich ist.

Zu guter Letzt: Russland betreibt einen enormen Aufwand, um strategische Ziele in der Ukraine außer Gefecht zu setzen beziehungsweise zu zerstören. Allein schon das erlaubt nicht den zweifelhaften Luxus eines absichtlichen, willkürlichen Beschusses ziviler ukrainischer Infrastruktur. Diesbezügliche Behauptungen westlicher Medien und Politiker sind billige Propaganda, solange die Behauptungen nicht durch stichhaltige Belege gestützt sind. Und diese Belege fehlen nach wie vor. Viel mehr ordnet sich die russische Kriegführung den klar postulierten, strategischen Zielen ihrer politischen Führung unter: Schutz der russischen Ethnie sowie Entfaschisierung und Entmilitarisierung der Ukraine (81 bis 83).

Der Artikel leitete ein mit Berichten deutscher „Qualitätsmedien“ über angebliche russische Angriffe auf zivile Infrastruktur der Ukraine. Doch vermehrt sickert auch im westlichen Mainstream die Wahrheit durch (Hervorhebung durch Autor):

„Dem britischen Verteidigungsministerium zufolge hat Russland in den vergangenen Tagen einen «erheblichen Teil» seiner Raketenvorräte eingesetzt. «Seit dem 29. Dezember hat Russland die Intensität seiner Langstreckenangriffe auf die Ukraine erhöht», hieß es. Zudem betont London [sic!], dass die jüngsten Großangriffe vor allem auf die ukrainische Verteidigungsindustrie gerichtet waren. Dies stehe im Gegensatz zu den großen Angriffen im vergangenen Winter, bei denen vor allem die Energieinfrastruktur angegriffen wurde.“ (84)

Bitte bleiben Sie auch weiterhin schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen — insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors — kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Letzte Bearbeitung: 11. Januar 2024.

(a1) Übersetzung unter Zuhilfenahme von DeepL.com.

(a2) Der Start speziell zum Angriff könnte im Falle der Su-24M auch von reinen Flugfeldern, ja sogar Autobahnen erfolgt sein.

(1) 14.12.2023; ZDF, Liveblog; Neue russische Drohnenangriffe auf Odessa; https://liveblog.zdf.de/aktuelles-zum-ukraine-konflikt/124879/

(2) 14.12.2023; ARD-Tagesschau; Russische Drohnen verletzen NATO-Luftraum; https://www.tagesschau.de/ausland/europa/russland-drohnen-nato-luftraum-100.html

(3) 14.12.2023; ARD-Tagesschau; Russische Drohnen verletzen NATO-Luftraum: Alarmstart der Luftwaffe; https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-donnerstag-296.html#Russische-Drohnen-verletzten-NATO-Luftraum-Alarmstart-der-Luftwaffe

(4) 13.10.2023; International Military; Frank Johnson; Warming Up, Russian Drone Geran-2 Becomes a New Threat to Ukrainian Army; https://www.international-military.com/2022/10/warming-up-russian-drone-geran-2.html

(5) 14.12.2023; ARD-Tagesschau, Ukraine-Liveblog; Rumänien bestellt russischen Botschafter ein; https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-donnerstag-296.html#Rumaenien-bestellt-Russlands-Botschafter-ein

(6) 14.12.2023; ZDF, Liveblog; Russische Luftwaffe beschießt Westukraine mit Hyperschallraketen; https://liveblog.zdf.de/aktuelles-zum-ukraine-konflikt/124907/

(7, 7i) 14.12.2023; ARD-Tagesschau, Ukraine-Liveblog; Russland greift Westukraine mit Hyperschallraketen an; https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-donnerstag-296.html#Hyperschallraketen

(8 bis 8ii) 17.12.2023; Intel-Drop; Top American Generals Slaughtered: The Kinzhal strike on a bunker with NATO officers was immediately classified; https://www.theinteldrop.org/2023/12/17/top-american-generals-slaughtered-the-kinzhal-strike-on-a-bunker-with-nato-officers-was-immediately-classified/

(9 bis 9ii) 15.12.2023; Reporter; What targets were the Kinzhals hunting for during recent strikes on Ukraine?; https://en.topcor.ru/42351-kakie-celi-porazili-kinzhaly-v-hode-nedavnih-udarov-po-ukraine.html

(10) 21.12.2022; ARD-Tagesschau; Was kann das Patriot-System?; https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/patriot-system-faehigkeiten-101.html

(11) 17.05.2023; Berliner Zeitung; Pentagon räumt Schäden an Patriot-Abwehrsystem in Ukraine ein; https://www.berliner-zeitung.de/news/ukraine-krieg-pentagon-raeumt-schaeden-an-patriot-abwehrsystem-in-ukraine-durch-russischen-beschuss-ein-li.349656

(12) 18.05.2023; Top War; American expert: Patriot air defense systems delivered to Ukraine will now become a real “magnet” for Russian missiles; https://en.topwar.ru/217332-amerikanskij-jekspert-postavlennye-na-ukrainu-zrk-patriot-stanut-nastojaschim-magnitom-dlja-rossijskih-raket.html

(13) 16.05.2023; Bitchute; Simplicius; Clearer Footage of Kinzhal Attack Destroying Patriot Systems; https://www.bitchute.com/video/paRpPOE15Gx4/

(14) 18.05.2023; Substack; Simplicius; Anatomy of MIM-104 Patriot Destruction + Primer on Kinzhal Hypersonic Missile; https://simplicius76.substack.com/p/anatomy-of-mim-104-patriot-destruction?utm

(15) 28.12.2023; msn, t-online; Kämpft die Ukraine schon mit F-16-Kampfjets?; https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/k%C3%A4mpft-die-ukraine-schon-mit-f-16-kampfjets/ar-AA1m7GF2

(16) 11.05.2023; BBC News; James Gregory; UK confirms supply of Storm Shadow long-range missiles in Ukraine; https://www.bbc.com/news/world-europe-65558070

(17) 13.07.2023; France 24; Barbara Gabel; ‚A strong gesture‘: French delivery of SCALP missiles to Ukraine marks shift in Western strategy; https://www.france24.com/en/europe/20230713-a-strong-gesture-french-delivery-of-scalp-missiles-to-ukraine-marks-shift-in-western-strategy

(18) 07.08.2023; The EurAsian Times; Ashish Dangwal; First Video Showing Ukrainian Su-24 Fighter Bomber Armed With French SCALP-EG Missile Surfaces Online; https://www.eurasiantimes.com/first-video-showing-ukrainian-su-24-fighter-bomber-armed-with-french-scalp-eg-missile-surfaces-online/

(19) 05.11.2023; yahoo!news; Images show results of successful Storm Shadow strike on Kerch shipyard and Russian warship in occupied Crimea; https://news.yahoo.com/images-show-results-successful-storm-170600748.html?

(20, 20i) 14.05.2023; Reuters; Russia says Ukraine used Storm Shadow missiles from Britain to attack Luhansk; https://www.reuters.com/world/europe/russia-says-ukraine-used-storm-shadow-missiles-britain-attack-luhansk-2023-05-13/

(21) 15.12.2023; Reporter; The Ukrainian Armed Forces launched a long-range missile attack on Mariupol; https://en.topcor.ru/42337-vsu-nanesli-udar-dalnobojnymi-raketami-po-mariupolju.html

(22) 02.06.2023; RT deutsch; Dagmar Henn; Lugansk 2014: Wie der Krieg dort einzog – und wie deutsche Medien ihn verschwinden ließen; https://pressefreiheit.rtde.live/meinung/171665-wie-krieg-in-lugansk-einzog/

(23) 06.06.2023; The War Zone;  Tyler Rogoway; Ukraine’s F-16s Could Come With These Weapons; https://www.thedrive.com/the-war-zone/ukraines-f-16s-could-come-with-these-weapons

(24, 24i) 14.12.2023; BELTA; RF-Außenministerium: Start von F-16 der AFU von NATO-Basen wird mit Teilnahme am Konflikt gleichgesetzt; https://deu.belta.by/society/view/rf-ausenministerium-start-von-f-16-der-afu-von-nato-basen-wird-mit-teilnahme-am-konflikt-gleichgesetzt-67904-2023/

(25) 14.12.2023; Reporter; Flights of Ukrainian F-16s from Poland and Romania will be regarded by Russia as participation in the war; https://en.topcor.ru/42288-vylety-ukrainskih-f-16-iz-polshi-i-rumynii-budut-rasceneny-rossiej-kak-uchastie-v-vojne.html

(26) 09.05.2023; The Guardian; Dan Sabbagh; British-led coalition hopes to supply longer-range missiles to Ukraine; https://www.theguardian.com/world/2023/may/09/british-led-coalition-hoping-to-supply-longer-range-missiles-to-ukraine

(27) 06.07.2023; Avia.Pro; Das russische Militär hat 26 Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow abgefangen; https://avia-pro.de/news/rossiyskie-voennye-perehvatili-26-krylatyh-raket-storm-shadow

(28) 30.06.2023; Newsweek; Nick Mordowanec; Footage Shows First Documented U.K. Storm Shadow Taken Down by Russia; https://www.newsweek.com/footage-shows-first-documented-uk-storm-shadow-taken-down-russia-1810194

(29) 05.07.2023; The War Zone; Tyler Rogoway; Crashed Storm Shadow Missile Falls Into Russian Hands (Updated); https://www.thedrive.com/the-war-zone/crashed-storm-shadow-missile-falls-into-russian-hands

(30, 30i) 06.03.2023; Reuters; Russia strikes Ukrainian military air base with long-range weapons; https://www.reuters.com/world/europe/russia-strikes-ukrainian-military-air-base-with-long-range-weapons-2022-03-06/

(31) 26.07.2023; TaSS; Explosions take place in area of military airfield in Khmelnitsky Region; https://tass.com/emergencies/1652475

(32) 06.08.2023; EurAsien Time; Led By Tu-95MS Bombers, Russia Conducts Massive ‘Wave Attack’ On Su-24MR Airbase To Tame Ukraine; https://www.eurasiantimes.com/led-by-tu-95ms-bombers-russia-conducts-massive-wave-attack/

(33, 33i) 12.08.2023; Visit Ukraine; Why does russia not abandon its attempts to destroy the Ukrainian airbase in Starokonstantiniv?; https://visitukraine.today/de//2385/why-does-russia-not-abandon-its-attempts-to-destroy-the-ukrainian-airbase-in-starokonstantiniv

(34) 02.01.2024; msn, ntv; Vivian Micks; Reisners Blick auf Front: „Bei Russen herrscht Feierstimmung in sozialen Netzwerken“; https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/reisners-blick-auf-die-front-russen-sehen-letztes-jahr-als-erfolg/ar-AA1mjVk7

(35) 06.03.2022; Reuters; Russia strikes Ukrainian military air base with long-range weapons; https://www.reuters.com/world/europe/russia-strikes-ukrainian-military-air-base-with-long-range-weapons-2022-03-06/

(36) 16.12.2023; Military Review; Matthew Elmers; Die militärische Luftverteidigung eröffnet neue Horizonte. Was wird sich mit der Einführung von Buk-M3 ändern?; https://de.military-review.com/12532769-military-air-defense-opens-up-new-horizons-what-will-change-with-the-arrival-of-buk-m3

(37) 16.06.2023; Reporter; Vladimir Putin announced five destroyed Patriot air defense systems; https://en.topcor.ru/36275-vladimir-putin-soobschil-o-pjati-unichtozhennyh-kompleksah-pvo-patriot.html

(38) 19.04.2023; Deutsche Welle; Ukraine präsentiert drei Patriot-Flugabwehrraketensysteme; https://www.dw.com/de/ukraine-aktuell-ukraine-pr%C3%A4sentiert-drei-patriot-flugabwehrraketensysteme/a-65365931

(39) 10.08.2023; ntv; Zwei neue Patriot-Abschussrampen gehen an Kiew; https://www.n-tv.de/politik/Zwei-neue-Patriot-Abschussrampen-gehen-an-Kiew-article24317477.html

(40) 14.12.2023; Свободная Пресса; Alexander Sitnikow; «Бабахнуло знатно» — НАТО не успевает с заменой своих ЗРК, разбитых в хлам; https://svpressa.ru/war21/article/398200/

(41) 17.05.2023; ntv; Frauke Niemeyer; Darum will die Ukraine die F-16; https://www.n-tv.de/politik/Darum-will-die-Ukraine-die-F-16-article24130012.html

(42) 15.12.2023; Focus; Russischer Kinschal-Angriff mitten am Tag; https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krise/kiew-unter-beschuss-russischer-kinschal-angriff-mitten-am-tag_id_259502151.html

(43) 29.12.2023; Reporter; Large-scale attack on Ukraine: Patriot air defense system position area destroyed in Kyiv; https://en.topcor.ru/42797-masshtabnyj-udar-po-ukraine-v-kieve-unichtozhen-pozicionnyj-rajon-zrk-patriot.html

(44) 05.10.2023; ZDF heute; Scholz will weiteres Patriot-System liefern; https://www.zdf.de/nachrichten/politik/scholz-patriot-luftabwehr-ukraine-krieg-russland-100.html

(45) 21.12.2022; ARD-Tagesschau; Was kann das Patriot-System?; https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/patriot-system-faehigkeiten-101.html

(46) 16.12.2022; CSIS; Mark F. Cancian, Tom Karako; Patriot to Ukraine: What Does It Mean; https://www.csis.org/analysis/patriot-ukraine-what-does-it-mean

(47) 11.12.2023; Reporter; Several Kinzhals hit the Patriot anti-aircraft complex in Kyiv – source; https://en.topcor.ru/42182-neskolko-kinzhalov-udarili-po-zenitnomu-kompleksu-patriot-v-kieve-istochnik.html

(48) 14.12.2023; ARD-Tagesschau; Die Ukraine erhält zweites „Patriot“-Flugabwehrsystem; https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-donnerstag-296.html#Patriot

(49, 49i) 15.12.2023; Reporter; A Patriot battery at the junction of the Zhytomyr and Kyiv regions was destroyed by a hypersonic Kinzhal strike the day before. ; https://en.topwar.ru/232322-udarom-giperzvukovogo-kinzhala-nakanune-byla-unichtozhena-batareja-patriot-na-styke-zhitomirskoj-i-kievskoj-oblastej.html

(50) 08.08.2022; RUSI; Sam Cranny-Evans, Sidharth Kaushal; The Iskander-M and Iskander-K: A Technical Profile; https://rusi.org/explore-our-research/publications/commentary/iskander-m-and-iskander-k-technical-profile

(51, 51i) 14.12.2023; The Telegraph; Ukraine-Russia war: Russia fires hypersonic missiles at Kyiv in rare daytime attack; https://www.telegraph.co.uk/world-news/2023/12/14/ukraine-russia-war-news-latest-moscow-drones-putin-address/

(52) 14.12.2023; Reporter; Russian „Daggers“ arrived at the Starokonstantinov airfield; https://en.topcor.ru/42323-rossijskie-kinzhaly-prileteli-po-ajerodromu-starokonstantinov.html

(53) 27.12.2023; Newsweek; Ellie Cook; Ukraine F-16 Speculation Mounts as Russia Loses 8 Fighter Jets in 3 Weeks; https://www.newsweek.com/ukraine-f16-russia-fighter-jets-crimea-su34-1855709

(54) 16.12.2023; Bgrnd Search; Missile Attack on Starokonstantinov Airfield Claims 40 Lives Including 12 NATO Officers: Breaking News; https://countylocalnews.com/article1/2023/12/16/missile-attack-on-starokonstantinov-airfield-claims-40-lives-including-12-nato-officers-breaking-news/

(55) 17.12.2023; Avia.Pro; 12 high-ranking officers from Poland and the Czech Republic were liquidated in Starokonstantinov; https://avia-pro.net/news/v-starokonstantinove-likvidirovany-12-vysokopostavlennyh-oficerov-iz-polshi-i-chehii

(56) 19.10.2028; U.S. Air Forces in Europe & Air Forces Africa; Jennifer Piggott; A Closer Look at Clear Sky 2018 – A Committed Relationship Between the U.S. and Ukraine; https://www.usafe.af.mil/News/Article-Display/Article/1667802/a-closer-look-at-clear-sky-2018-a-committed-relationship-between-the-us-and-ukr/

(57) 15.07.2023; GlobalSecurity; John Pike; Starokostiantyniv AB 49°44’32.39″N 27°16’14.40″E / 49.742330364 27.270665584; https://www.globalsecurity.org/military/world/ukraine/starokostiantyniv-ab.htm

(58) 06.10.2018; U.S. Air Forces in Europe & Air Forces Africa; U.S. Air Force F-15s, C-130 arrive in Ukraine for Clear Sky exercise; https://www.usafe.af.mil/News/Press-Releases/Article/1655212/us-air-force-f-15s-c-130-arrive-in-ukraine-for-clear-sky-exercise/

(59) 05.01.2024; Southfront; BREAKING: Massive Attack Targeting Crimea And Other Russian Regions Right Now; https://southfront.press/massive-attack-targeting-crimea-and-other-russian-regions-right-now/

(60) 18.12.2023; Top War; The Russian Armed Forces again attacked the Ukrainian Armed Forces airfield in Starokonstantinov with drones; https://en.topwar.ru/232501-vs-rf-atakovali-bespilotnikami-ajerodrom-vsu-v-starokonstantinove.html

(61) 18.12.2023; Avia.Pro; Explosions and bright flashes were recorded in the area of ​​the Ukrainian airbase in Starokonstantinov; https://avia-pro.net/news/vzryvy-i-yarkie-vspyshki-zafiksirovany-v-rayone-ukrainskoy-aviabazy-v-starokonstantinove

(62) 01.02.2023; Thales; Ukrainian defence ministry signs contract with Thales and French Ministry for the Armed Forces for a new air defence system to help protect Ukraine; https://www.thalesgroup.com/en/worldwide/group/press_release/ukrainian-defence-ministry-signs-contract-thales-and-french-ministry

(63) 24.12.2023; Avia.Pro; Russian strikes destroyed NASAMS and Crotale-NG air defense systems covering the Starokonstantinov airfield; https://avia-pro.net/news/rossiyskmi-udarami-unichtozheny-zrk-nasams-i-crotale-ng-prikryvavshie-aerodrom

(64) 26.02.2023; ntv; Rüstungskonzern Thales macht Tempo bei Einstellungen; https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ruestungskonzern-Thales-macht-Tempo-bei-Einstellungen-article23945657.html

(65) 26.12.2023; News Today; Crotale NG missile system destroyed in Ukraine: Russia; https://newstodaynet.com/2023/12/26/crotale-ng-missile-system-destroyed-in-ukraine-russia/

(66) 27.12.2023; Southfront; Kyiv Achieves Success In Attacks On Crimea Amid Setbacks Around Donetsk; https://southfront.press/kyiv-setbacks-around-donetsk/

(67) 27.12.2023; Patreon; Ukraine: December 27, 2023; https://www.patreon.com/posts/ukraine-december-95371713

(68) 31.12.2023; Top War; Russian kamikaze drones attacked enemy targets near Odessa, Kharkov and Zaporozhye; https://en.topwar.ru/233452-rossijskie-drony-kamikadze-atakovali-obekty-protivnika-pod-odessoj-v-harkove-i-zaporozhe.html

(69) 04.01.2024; Top War; Repair teams have barely begun restoring the airfield in Starokonstantinov when attack drones begin to arrive again; https://en.topwar.ru/233560-remontnye-brigady-edva-nachinajut-vosstanovlenie-ajerodroma-v-starokonstantinove-kak-po-nemu-snova-idut-prilety-udarnyh-dronov.html

(70) 22.09.2023; NATO; US F-16 jets arrive in Romania for NATO air policing; https://www.nato.int/cps/en/natohq/news_218691.htm

(71) 08.01.2024; Reporter; The Russian Armed Forces launched a missile strike on Kyiv, the Starokonstantinov airfield and other military installations in Ukraine; https://en.topcor.ru/43045-vs-rf-nanesli-raketnyj-udar-po-kievu-ajerodromu-starokonstantinov-i-drugim-voennym-obektam-ukrainy.html

(72) 31.07.2021; Missile Threat; Kh-101 / Kh-102; https://missilethreat.csis.org/missile/kh-101-kh-102/

(73) 17.01.2023; AP; Stephen McGrath, Andreea Alexandru; NATO surveillance planes temporarily deployed to Romania; https://apnews.com/article/nato-politics-bucharest-europe-romania-cbe5ac4bf7d1a2947b4519c5bf71cb30

(72) 27.07.2023; Deutsche Welle; Keno Verseck; Romania: War edges closer to NATO’s border; https://www.dw.com/en/romania-nato-ukraine-war/a-66360520

(75) 26.12.2023; Global Research; Drago Bosnic; What Did Russia Destroy at Starokonstantinov Airbase? “High Priority Targets”. SAM Systems Destroyed.; https://www.globalresearch.ca/what-did-russia-destroy-starokonstantinov-airbase/5844245

(76) 08.11.2023; Deutsche Welle; Frank Hofmann; Ukraine: F-16 Kampfjets rücken näher ans Kriegsgebiet; https://www.dw.com/de/ukraine-f-16-kampfjets-r%C3%BCcken-n%C3%A4her-ans-kriegsgebiet/a-67345036

(77) 31.12.2023; Reporter; Why Ukraine continues to strike, despite our „responses“; https://en.topcor.ru/42848-pochemu-ukraina-prodolzhaet-nanosit-udary-nevziraja-na-nashi-otvetki.html

(78) 29.09.2023; Reuters; Luiza Ilje; Romania bolsters defences to stop Ukraine war crossing NATO threshold; https://www.reuters.com/world/europe/romania-bolsters-defences-stop-ukraine-war-crossing-nato-threshold-2023-09-29/

(79) 03.01.2024; Top War; F-16s will strike soon — we must be prepared; https://en.topwar.ru/233438-f-16-skoro-nanesut-udar-my-dolzhny-byt-gotovy.html

(80) 15.11.2022; Deutsche Welle; Bernd Riegert; Stichwort: Beistandsklausel der NATO; https://www.dw.com/de/stichwort-artikel-5-die-beistandsklausel-des-nato-vertrags/a-63771939

(81) 09.11.2020; OSCE, Special Monitoring Mission to Ukraine; Thematic Report: Civilian Casualities in the conflict-affected regions of eastern ukraine (01.01.2017 bis 15.09.2020); https://www.osce.org/files/f/documents/f/b/469734.pdf

(82) 24.02.2022; Anti-Spiegel; Wladimir Putins Rede an die Nation; https://www.anti-spiegel.ru/2022/putins-komplette-rede-an-das-russische-volk-zum-beginn-der-militaeroperation/; Originalquelle: https://kremlin.ru/events/president/news/67843

(83) 03.03.2022; Russisches Außenministerium; Pressekonferenz von Außenamtssprecherin Maria Sacharowa; https://www.mid.ru/en/press_service/spokesman/briefings/1802683/#2;

(84) 03.01.2024; ntv; Ukraine-Krieg im Liveticker, 12:47 London: Russland hat „erheblichen Teil“ seiner Raketenvorräte eingesetzt; https://www.n-tv.de/politik/12-47-London-Russland-hat-erheblichen-Teil-seiner-Raketenvorraete-eingesetzt–article23143824.html

(b1) Oblast Chmelnitski in der westlichen Ukraine; 31.07.2011; Autor: TUBS; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Khmelnytskyi_in_Ukraine.svg; Lizenz: GNU Free Documentation License 1.2

(b2) Starokonstantinow, Lage; 02.01.2024; Quelle: Southfront, https://s2.cdnstatic.space/wp-content/uploads/2024/01/1jan2024_Ukraine_map.jpg

(v1) 16.05.2023; Reporter; https://en.topcor.ru/35178-vks-rf-unichtozhili-v-kieve-pozicionnyj-rajon-amerikanskogo-zrk-mim-104-patriot.html; Video: https://vk.com/video-31371206_456267612

(v2) 17.05.2023; Reporter; How the American Patriot air defense system was destroyed in Kyiv – details; https://en.topcor.ru/35211-kak-byl-unichtozhen-amerikanskij-zrk-patriot-v-kieve.html; Video: https://vk.com/video-31371206_456267622

(v3) 16.05.2023; 16 Raketen aus (vermutlich) Patriot-Abschusssystemen innerhalb von 41 Sekunden; https://en.topcor.ru/35178-vks-rf-unichtozhili-v-kieve-pozicionnyj-rajon-amerikanskogo-zrk-mim-104-patriot.html; Video: https://vk.com/video-31371206_456267610

(Titelbild) 09.05.2018; Hyperschall-Raketensystem X-47M2 „Kinschal“. Militärparade auf dem Roten Platz anlässlich des 73. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2018_Moscow_Victory_Day_Parade_66.jpg; Lizenz: Creative Commons 4.0

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Von Ped

12 Gedanken zu „Von Drohnen, Raketen und der halben Wahrheit“
  1. Ich hätte ein paar Gedanken und Zweifel speziell auch bezüglich einiger Quellen einzustreuen.
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    Ich fange mal mit den Kosten eines Patriot-Systems an, dass du mit 1,1 Milliarden US-$ angegeben hast. Das stimmt und stimmt auch nicht – unabhängig davon geht es übrigens aus deiner Quelle (dem ZDF) nicht hervor – oh Wunder (möglich das sie das rausgenommen haben?). Lassen wir mal bei Seite, dass wir uns ausschließlich auf öffentlich zugängliche Quellen beziehen – der Wert eines Patriot-Systems ist ne lustige Geschichte für sich. Ich bin bei Tacheles drüber gestolpert, als Thomas Röper und Robert Stein sich darüber ausgelassen haben. Röper hat da den Wert eines Patriot-Systems mit 3,5 Milliarden US-$ angegeben, Stein meinte, das komme ihm zu teuer vor. Der Witz ist, Röper hat die 3,5 Milliarden in der Wikipedia nachgelesen, und die bezog sich – als ich damals nachgeschaut habe – auf einen Spiegel+ – Artikel. Den konnte ich freilich nicht weiter prüfen – weil mir nicht zugänglich.
    Inzwischen hat die Wikipedia die Quelle verändert – und verweist auf einen Bericht über Exporte in die Türkei von „defenceturkey.com“, an den Kosten hat sich indes nicht viel geändert.
    Ganz anders, wenn man auf der Seite auf ‚Artikel auf Englisch anschauen‘ klickt. Als ich damals nachgeschaut habe, fand sich dort die von dir genannte Summe von „1,1 billion US-$“ – jetzt findet sich diese Summe dort unter ‚Domestic cost‘ direkt über einer zweiten mit der Bezeichnung ‚Export cost‘ die was von „US$2.37–2.5 billion for a battery“ faselt, sich aber lustiger weise auf die selbe Quelle beruft, wie die deutschsprachige Wiki, die den anderen Preis angibt. Nun denn.
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    Die Geschichte finde ich lustig, aber vor allem finde ich es wichtig, das im Hinterkopf zu haben. Wenn ein Patriot-System eine Seefahrt über den Atlantik macht, steigen die ‚Kosten‘ für das System um 2,5 Milliarden US$ – nach Spiegel+-Angaben. Was immer die Wert sind – Josef Ackermann hat ganz klar zu tief gegriffen, als er ein Eigenkapital-Renditeziel der Deutschen Bank von 25% angepeilt hat. US-Bank müsste man halt sein…
    Ganz nebenbei – wenn das Bundesregime jetzt im Haushalt die völker- und grundgesetzfeindliche Unterstzung für den Angriffskrieg der Nato in der Ukraine von 4 auf 8 Milliarden € verdoppelt hat, dann heißt das sozusagen, dass sie ein Patriot-System extra schicken wollen. Also immer noch eins weniger, als für eine 360°-Abdeckung gebraucht würde…
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    Nebenbei fallen in den Artikeln Berichte über die Kosten einer Luftverteidigungsrakete solcher Systeme. Die englische Wiki beziffert die Kosten für eine Pac2-Rakete für das Patriotsystem auf 3 millionen US-$, für ne Pac3 auf 4 millionen – Inlandpreise. Für den Export multipliziert mit 1,5 – 2,5.
    Die deutsche Wikipedia schreibt 0,8-2 bzw 0,9-3 Millionen Euro (nicht US$!). Unabhängig von Datum und Währungsangaben passen die Zahlen nicht annähernd zueinander. Welche glaubwürdiger ist – oder ob überhaupt – muss jeder selbst entscheiden.
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    Ich nehme mit, dass eine Storm-shadow – im Grunde ein Highend-Produkt westlicher Waffenforschung – mit 2,5 Millionen US$ (deine Quelle) zu buche schlägt. Ne zugehörige Abwehrrakete aus den Patriots kostet 4 Millionen, vergleichbare Systeme benötigen 2 Millionen Franken pro Schuss. Sagt die NZZ: https://www.nzz.ch/schweiz/fllandesverteidigung-ueber-den-wolkenag-ld.1382541
    .
    Außerdem braucht man meines Wissens mehrere Abwehrraketen um eine ankommende Rakete zuverlässig abzufangen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als ein wirtschaftlicher Totalschaden bei einer erfolgreich abgefangenen Rakete. Nur mal so als Zwischengedanke.
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    Der NZZ-Artikel geht außerdem auf die mangelnde Abdeckung des Luftraums durch das Radar
    einer Patriot-Batterie ein. Man bräuchte ja immer noch 3, weil ein Patriot-Radar nur 120° schafft. Der Bericht ist von 2018 und sagt, „Der Hersteller Paytheon hat unlängst angekündigt, einen AESA-Radar auf den Markt zu bringen, der diese 360-Grad-Fähigkeit aufweisen soll.“ (Rechtschreibung nach NZZ)
    Das war vor 5 Jahren. Schon lustig. Und das bringt mich zu der Frage, warum Luftabwehrsysteme überhaupt derartig anfällig für Radarerkennung sind. Wissen die das denn nicht vorher? Können die sich das nicht denken? ‚Wenn wir unsere Luftverteidigung angreifen müssten, was würden wir tun…? Lasst uns den aktiven Radar anvisieren!‘ Ist doch nicht so schwer oder?
    Und dann könnte man Gegenmaßnahmen entwickeln. In 5 Jahren sollte es doch machbar sein zu einem existierenden System ein Rundumradar zu entwickeln? Nein? Nagut, dann nicht.
    .
    Außerdem fiel mir noch auf, dass deine Gedanken zu den aktuellen Kämpfen nicht immer direkt als solche erkennbar sind.
    Wenn du die offiziellen Erklärungen der russischen Regierung zur Militäroperation mit der operativen Kriegsführung vergleichst, passt das.
    Aber wenn du dann an anderer Stelle deine Interpretationen und Vermutungen über den Sinn aktueller Angriffe anstellst, gibt es eben keine offizielle Stellungnahme mehr mit der du vergleichen kannst. Es bleiben darum deine Vermutungen, was ich okay finde, aber aus meiner Sicht nicht immer so richtig deutlich wird. Ich weiß aber auch nicht, wie man das besser machen kann, weil eine ständige explizite Trennung den Erzählsträngen zuwider läuft.
    .
    Habe ich schon erwähnt, dass mir der Krieg Angst macht? Vor allem was die Wahnsinnigen in Europa so planen. Ich sollte den darum eigentlich nicht lesen.
    Andererseits… nunja zumindest würde ich sagen, in einem Punkt irrst du gewaltig. Du schreibst: „Sollte Rumänien tatsächlich zum Start- und Landeplatz für ukrainische Kampfflugzeuge gewählt werden, hätte das schwerwiegende Konsequenzen für die NATO. Sie könnte sich nicht auf ihre Grundakte berufen, nach der einem NATO-Staat unbedingte Unterstützung zu gewähren sei, wenn er von einer dritten Macht angegriffen würde. Weil das Land durch Einmischung in einen externen Konflikt den Grund selbst geliefert hat. Das gilt ganz besonders für die sehr „elastisch“ gehaltenen Artikel 4 und 5 des Vertrages (73).“
    .
    Das ist logisch nachvollziehbar, aber trotzdem Blödsinn. Was die NATO an dieser Stelle kann oder nicht kann, gebietet einfach nicht die Logik, sondern die Propaganda. Und die hat bewiesen wie mächtig sie ist, und nicht nur einmal sondern immer wieder. 1998, 2001, 2002, … 2020, 2021, 2022, 2023 , und es gibt übrigens keinen zwingenden Grund, die Liste beim Jugoslawienkrieg 1998 zu beginnen – man muss einfach irgendwo anfangen; und an und für sich, macht es auch keinen Sinn, die Jahreszahlen zu nennen, weil die Propaganda nicht nur einfach mit Ereignissen verknüpft ist, sondern permanent ununterbrochen auf uns einprasselt. Tausende Stunden am Tag, 365 Tage die Woche, Abertausende Lebenswochen jedes Jahr.

    1. Was den Preis der Patriot-Systeme betrifft, geht es mir nicht unbedingt um eine exakte Zahl sondern um die Größenordnung, in der sie sich bewegt. Damit der Leser ein Gefühl dafür bekommt, was hier verdient wird. Die Quelle in der Aussage sollte auch nicht den Preis belegen, sondern die politische Entscheidung des deutschen Bundeskanzlers. Ich habe jetzt die Quelle für den mir bekannten Preis hinzugefügt, die ich über einen Artikel der ARD-Tagesschau recherchieren konnte. Dort hatte ich gelesen:
      .
      „Das CSIS beziffert die Kosten für eine Batterie auf bis zu 1,1 Milliarde US-Dollar – rund 400 Millionen US-Dollar für das System und rund 690 Millionen US-Dollar für die Raketen.“ (21.12.2022; ARD-Tagesschau; Was kann das Patriot-System?; https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/patriot-system-faehigkeiten-101.html)
      .
      Die ARD bediente sich dabei dieser nicht verlinkten, aber über Recherche auffindbaren Quelle: https://www.csis.org/analysis/patriot-ukraine-what-does-it-mean. Im CSIS-Artikel wird weiter verlinkt und dessen Angaben erscheinen mir glaubhaft. An Spekulationen beteilige ich mich nicht und sie sind im Sinne des Textes auch überflüssig.
      .
      Im Artikel habe ich mehrfach auf einen weiteren Artikel hier im Blog verwiesen, in dem ich tiefer auf das Patriot-System eingegangen bin, hier also gern und extra nochmal: https://peds-ansichten.de/2023/05/patrioten-duerfen-nicht-sterben/
      .
      In den Anmerkungen schreibe ich nicht umsonst, dass interne Verlinkungen zu den Quellen führen, aus denen ich meine Informationen beziehe. Das kann man durchaus ernst nehmen.
      .
      Zur letzten Anmerkung, die Du als „Blödsinn“ bezeichnest:
      .
      Es gibt die Propaganda und den narrativen Raum, den sie aufspannt. Und dann gibt es die Realität. Propaganda kann Realitäten in der Zukunft verändern – kann, muss nicht! Es ist zu beachten: Propaganda und Realität wechselwirken zwar, sind aber trotzdem fein auseinander zu halten. Letztlich ist die Macht der Propaganda eine der realen Machtverhältnisse. Russland ist nicht Jugoslawien, auch nicht Syrien oder der Irak. Und Russland gestaltet die Realität deutlich stärker, als die Propagandisten im Westen es wahrhaben mögen.
      .
      Herzlich, Ped

      1. Ich habe Blödsinn geschrieben. Ach sorry. Das war der erste Impuls und ist dann durch die Nachlese geschlüpft. Inzwischen bin ich auch nochmal in mich gegangen und habe festgestellt, dass der Ausdruck gar nicht so sehr deiner Analyse galt sondern den Absonderungen, mit denen uns dann im Zweifel die Nato-Pressestelle weiß machen möchte, dass es doch mit ihrer Satzung vereinbar ist… also ich hab – wie das mit Emotionen so ist – superschnell einen (tatsächlich bestehenden) Zusammenhang hergestellt, der sich dann aber logisch / argumentativ gar nicht so recht fassen lässt – und deswegen (im Text) an die falsche Schnelle anknüpft, einfach weil das gerade geht. Nur so als Selbstbeobachtung, und wie gesagt, es tut mir echt leid.
        .
        Was den Preis für das Patriot angeht sind wir eigentlich auch beieinander. Der genaue Betrag ist mir auch egal. Ich fand es einfach spannend, weil man sehen kann, wie wenig Informationen es tatsächlich gibt. Ich habe zum Beispiel keinen einzigen Beleg mit dem Anhang AFP / DPA / Reuter – gefunden. Es gibt dazu augenscheinlich schlicht keine Agenturmeldungen.
        Aber zu dem von dir erörterten Größenordnungen gehört eben auch der Preissprung, wenn sobald man aus den USA rausgeht – und das eben gerade auch in Bezug zu den deutschen „Ukrainehilfen“. Dazu vielleicht noch – die 1 Milliarden US$ sind ja auch schon Mondpreis. Das Zeug ist nicht so kostenintensiv in der Herstellung. Da stecken nur an allen möglichen Ecken und Enden zusätzliche Gewinnerwartungen, Lizenskosten ect. drin. Im Grunde sind das ja nur 3 LKWs mit n bissel komplexerer Elektronik und den Raketen dazu.
        .
        Deinen Artikel zu den Patriots habe ich übrigens sehr genau gelesen. Ohne den wäre ich auf dieses Wiki-Theater um den Kaufpreis vermutlich gar nicht aufmerksam geworden. Ich hätte das schlicht für unwichtig gehalten.
        .
        Zu der Natopropaganda an sich hast du glaub ich in deiner Antwort den Sachverhalt nochmal besser getroffen als irgendwo vorher:
        „Letztlich ist die Macht der Propaganda eine der realen Machtverhältnisse.“
        Das ist wohl der Kern. Und weil die Machtverhältnisse hier bei uns so sind wie sie sind, wirkt diese Propaganda hier ungehemmt und sie kann sich praktisch alles erlauben.

        1. Alles gut, Sebastian,
          und was die Preissprünge angeht, haben wir das ja bei der PLandemie auch sehr schön beobachten können, wie man für das genmanipulierte Gelumpe Mondpreise von den Abnehmern (den Staaten) abrufen konnte. Und die Bezahlung dieser sittenwidrigen Preise sogar einklagen kann…
          Sei herzlich gegrüßt.

  2. Sehr geehrter Ped,
    zunächst einmal wünsche ich Ihnen ein glückliches und gesundes neues Jahr.
    Und dann meinen allergrößten Respekt für diese umfassende Recherche, Dies nenne ich tatsächlich Journalismus, wie man ihn sich als Leser wünscht. Da ich mittlerweile aufgehört habe, mich mit all diesen tagesaktuellen Meldungen zu beschäftigen, ist es eine Wohltat hier bei Ihnen eine solch umfangreiche Zusamenfassung zu erhalten, auch wenn das Thema alles andere als unterhaltsam ist.
    Sie betreiben hier mit Ihrem Blog Aufklärung im tatsächlichen Sinne, und wenn dieses von ihnen vermittelte Wissen der breiten Masse bekannt wäre, hätte es sich mit diese Konflikt (und wahrscheinlich auch der NATO) sehr schnell erledigt, da den Menschen in Europa bewußt wäre, welch riskantes Spiel die angelsächsischen Eliten hier mit uns spielen.
    Insofern nochmals vielen Dank für Ihr Wirken und dass sie sich diser Aufgabe annehmen, so dass ich als Leser dieses Blogs die eingesparte Zeit der Recherche zu solchen Themen für für mich sinnvolleren Tätigkeiten verwenden kann (u.a. zum Komponieren von Liedern, wie ich sie am Ende verlinkt habe) , was meiner geistigen Gesundheit klar zu Gute kommt.
    Ich hoffe, Sie achten dabei aber auch immer wieder auf die eigene geistige Gesundheit, sich nicht zu viel mit solchen Themen zu beschäftigen und nehmen sich auch immer wieder die eine oder andere digitale Auszeit.
    Da ich monetär leider nichts beitragen kann, möchte ich Ihnen gerne etwas Musik zukommen lassen und hoffe, Ihren Tag damit etwas schöner machen zu können. Das erste Video hat ein mir unbekannter Mensch (mit dem ich seitdem in Kontakt bin) erstellt, der mein Lied im Netz gefunden und dies mit eigenen Bildern zu einen Video gemacht hat. Das zweite ist aus einer Kooperation mit eine befreundeten Künstler entstanden. Vielleicht gefällt es ja auch den einen oder anderen Leser diese Blogs.
    Vielen Dank, Ped, für Ihr Sosein und Wirken.
    Liebe Grüße aus Berlin
    David Bommert
    () https://www.youtube.com/watch?v=XJNvBL8g1V0
    () https://www.youtube.com/watch?v=RiA1cLSRuHM

  3. Zeitgleich eskalieren die USA den Konflikt in Nahost, allerdings möglichst ohne eigene Kräfte einzusetzen. Und wenn Europa und Nahost vom Krieg erschöpft sind, greift der große Retter und Heilsbringer aus den USA – wie weiland 1917 und 1943/44 – ein und übernimmt das ganze Trümmerfeld. Nichts Neues also aus dem Land des unbegrenzten Verbrechens. Es ist allerdings fraglich, ob dieser Schwindel ein drittes mal funktioniert?!

  4. Einer der besten Artikel der zu diesem Thema in letzter Zeit erschienen ist. Gratulation. Ich bin gespannt wie die NATO- Strategen das Thema weiterhin spielen.
    Angst brauchen die Russen nicht zu haben, Rumänien ist ein „toter Fisch“.

  5. Kurzer Zwischenruf:
    Bei der Ellsworth Air Force Base bei Rapid City in South Dakota ist ein strategischer (Atomwaffen-fähiger) B-1B „Lancer“ Bomber des 28. „Bomb Wing“ Geschwader bei einem Trainingsflug abgestürzt und explodiert. Von der B-1B wurden 100 Einheiten zum Stückpreis von über 200Mio. Dollar hergestellt.
    Gleichzeitig brennt ein grosses Lagerhaus am Flughafen von New Jersey. Einigen Medienberichten zufolge könnte dieses Lager „militärische Hilfsgüter“ des Pentagons für die Ukraine enthalten haben.
    Gerüchte aus einschlägigen Kreisen bestätigen zweifelsfrei die Schuld Putin’s. Laut seinen Äusserungen sei das dann mal der richtige Ansatz.

  6. OFF TOPIC – Der Mainstream baut Friedrich Merz zum Kanzlerkandidaten der CDU auf.
    .
    Merz ist neben seiner Tätigkeit als CDU-Vorsitzender, u.a. auch ein BlackRock-Funktionär, wobei BlackRock einer der größten und einflussreichsten Finanzkonzerne der Welt ist, der von Fachleuten vielfach auch als einer der Köpfe der global agierenden Finanzmafia gesehen wird.
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    Tatsächlich ist Merz ständig in den Konzernmedien unterwegs, wo er die Arbeit der Ampel-Koalition kritisiert. Das kommt beim Volk natürlich sehr gut an, denn zu kritisieren gibt es an dieser Bundesregierung weiß Gott genug. Das Problem dabei ist, dass die Menschen nicht verstehen, dass es sich bei den Attacken von Merz nur um Scheingefechte handelt, mit denen er die Wähler hinters Licht zu führen sucht, genau so wie mit den Scheingefechten, die er jahrelang mit der Ex-Kanzlerin Merkel inszeniert hatte. Damals wurde Merkel als Beschützerin der Demokratie in DE aufgebaut, die Merz von der Regierung fern hält.
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    Man muss sich darüber im Klaren sein, dass Merz keineswegs beabsichtigt, an dem aktuellen Kurs der Ampel-Regierung etwas zu ändern. Das kann man schon daran erkennen, dass er sich weigert, einen Antrag von Georg Maaßen zu unterstützen, der den Ausschluss von Angela Merkel aus der CDU vorsieht. Begründung: weil sie mit der Öffnung der Grenzen deutsche Gesetze missachtet und die Sicherheit der Bürger in Deutschland untergraben hat. Auch jeglicher Versuch von Maaßen, die CDU auf ihren traditionellen Kurs konservativer Politik zurückzuführen, scheitert an Friedrich Merz.
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    Aber nun schlägt Maaßen zurück, indem er sich zusammen mit der WerteUnion von der CDU abspaltet und eine eigene Partei gründet, der sich mit großer Sicherheit alle noch bei der CDU verbliebenen konservativen Wähler anschließen dürften…
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    https://loobloo.tv/live/maassen-komplette-werteunion-spaltet-sich-von-cdu-ab-eigene-partei/
    oder…
    https://www.youtube.com/embed/Hoab_b93SB4
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    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/maassen-werteunion-cdu-partei-100.html
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    Maaßen hat bereits erklärt, dass er nach der Wahl mit allen Parteien zusammenarbeiten wird, die die Politik der WerteUnion unterstützen. Also auch mit der AfD. Das könnte u.U. spannend werden. Natürlich immer vorausgesetzt, dass es überhaupt noch Bundestagswahlen gibt, was keineswegs sicher ist. Auch wie solche Wahlen, falls sie überhaupt noch stattfinden, durchgeführt werden und welche potentiellen Mittel ggf. angewendet werden, um unliebsame Konkurrenten um die Macht aus dem Weg zu räumen, ist ungewiss.
    .
    Immerhin: Dass es Maaßen gelungen ist, hier ausnahmsweise mal eine Spaltung im Lager der Globalisten zu vollenden – die Voraussetzungen dafür hat die CDU mit ihrer Politik selbst geschaffen -, birgt möglicherweise großes Potential.

    1. Nachtrag: Unter der Voraussetzung, dass die Mitglieder der Werteunion am 20. Januar in Erfurt der Abspaltung von der CDU zustimmten, wird es nach den Worten Maaßens mit der Parteigründung „relativ schnell gehen“.

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