Türkische Gratwanderungen (3)

Wie konnte es passieren, dass zwei friedlich miteinander kooperierende Staaten zu Feinden wurden? Alles reduziert sich beim Politik-Wechsel der Türkei gegenüber Syrien (seit 2011) auf einen – erwiesenermaßen inszenierten – Volksaufstand und dessen angebliche Niederschlagung durch Assads Sicherheitskräfte. Doch die Medienlüge greift nicht, um die Teilhabe der Türkei am Syrien-Konflikt wirklich zu verstehen.


Gute Partner

Als im April 2011 die westliche Propaganda-Walze als Hilfstruppe zum Sturz der Assad-Regierung los rollte, hielt sich die türkische Regierung anfangs auffallend zurück. In den Jahren zuvor hatten sich vertrauensvolle Beziehungen auf politischem -, wirtschaftlichen – ja auch im militärischen Bereich entwickelt und zwei Jahre zuvor hatte man sogar gemeinsame Militärmanöver abgehalten. [1] Das hatte Ursachen. Syrien hatte seit Anfang der 2000er Jahre zugesagt, zukünftig jedwede – auch indirekte – Einmischung in Bezug auf das Kurdenproblem, speziell die Unterstützung der PKK in der Türkei aufzugeben.[2]

Im Jahr 2007 unterzeichneten beide Staaten ein Freihandelsabkommen und der Austausch von Wirtschaftsgütern entwickelte sich prächtig. Vor allem in den Grenzprovinzen Aleppo und Antakya florierte der Handel. Auch im Streit um die knappen Wasser-Ressourcen der Region wurde Annäherung erreicht und der gemeinsame Bau eines „Freundschaftsdammes“ am Asi Nehri beschlossen. [3] Die boomende türkische Wirtschaft war dankbar für die Öffnung des syrischen Marktes.

Die Präsidenten beider Staaten, Recep Erdogan und Baschar al-Assad hegten ein geradezu freundschaftliches Verhältnis, besuchten sich privat und der türkische Staatsführer nannte seinen syrischen Amtskollegen sogar „Bruder“. [4]

„Vor 2011 trat Erdogan fast wie ein persönlicher Freund Assads auf. Nur ein Beispiel: 2007 wurde das große Fußballstadion in Aleppo mit einem Freundschaftsspiel zwischen Al-Ittihad Aleppo und Fenerbahçe Istanbul eingeweiht. In der VIP-Box saßen damals die Ehepaare Assad und Erdogan und verfolgten das Spiel, daß mit 2:2 unentschieden endete. Die Medien schrieben damals vom „Sieg der Freundschaft“.“ [5]

„Die fast schon freundschaftliche Züge tragende Beziehung zwischen den beiden Politikern führte 2008 sogar dazu, dass sie gemeinsam in den Urlaub fuhren. Die veröffentlichten Bilder zeigen die Ehepaare Erdogan und Assad im türkischen Badeort Bodrum. Die Ehefrauen der beiden Männer schlenderten Arm in Arm durch die Stadt.“ [6]

Und die Journalistin Karin Leukefeld notierte im Juni 2011:

„Nie waren die Beziehungen zwischen den Ländern so gut, wie Anfang 2011; fünf Jahre intensiver Annäherung hatten für beide Seiten viele Vorteile gebracht. Mitte 2010 waren die Visumspflicht zwischen beiden Ländern aufgehoben und neue Grenzübergänge geöffnet worden; die bilateralen Beziehungen, Handel und Kulturaustausch blühten auf. Syrer strömten zum Einkaufen oder Wochenendausflug, zum Arbeiten und Studieren in die Türkei, türkische Unternehmen machten sich in umgekehrter Richtung auf zu einem Siegeszug durch das Nachbarland. Ob Textilien oder Nahrungsmittel, in Industrie oder Baugewerbe, türkische Unternehmen und Produkte sind heute überall in Syrien präsent.“ [7]

Wie gesagt, die türkische Regierung stimmte nicht in den Tenor „Assad muss weg“ ein, als auch in Syrien ein „Volksaufstand“ inszeniert wurde. Und solche Beziehungen, wie sie die Menschen Erdogan und Assad über enge zwischenmenschliche Kontakte aufbauten, können nicht einer gewissen Wahrhaftigkeit entbehren. Eine iranische Online-Plattform beschrieb den Realitätssinn wie auch die Handlungszwänge der Türkei sehr treffend (Hervorh. d. peds-ansichten):

„Ein Meilenstein des türkischen Ansatzes gegenüber Syrien ist die Priorität, die den humanitären vor den politischen Überlegungen gegeben wurde. Die führenden Kräfte in der Türkei sind sich sehr wohl bewusst, dass die syrische Opposition nicht in der Lage ist, die Regierung zu stürzen und ein neues politisches System zu etablieren. Demnach kann die Türkei keine großen Veränderungen in der politischen Zukunft Syriens erreichen, zumindest nicht kurz- oder mittelfristig. Die Türkei reagiert mit ihrer Haltung lediglich auf die Erwartungen von innen und außen, die die Regierung dazu drängen, Menschenrechte, Demokratie und Freiheitsbewegungen zu unterstützen.[8]

Das ist eine außerordentlich wichtige Sicht, denn sie führt uns darauf zurück, dass auch Politiker nur Menschen sind – und damit manipulierbar. Die kreierte Scheinwirklichkeit vom „sein eigenes Volk abschlachtenden Assad“ wurde von der türkischen Führung anfangs ungläubig verworfen, doch die Mühlen der Propaganda, die massiv verbreiteten Entstellungen und Lügen, getragen durch die Medien, Organisationen und die Amtskollegen westlicher – wie arabischer Staaten veränderten das Bild.

Es stellt sich die Frage, warum man diese Beziehungen zum beiderseitigen Vorteil, auf’s Spiel setzte; konträr zu den wahren Interessen beider Staatsvölker. Weil man plötzlich und unerwartet den Kampf für Freiheit und Demokratie für sich entdeckte? Oder sorgte hier jemand im Hintergrund für ein Umschwenken türkischer Politik?

Missbrauchende und Missbrauchte

Zuvor noch einmal die bereits in Teil 2 der Artikelreihe definierten Rollen, welche die türkische Politik beeinflussen:

  1. die demokratisch gewählte türkische Regierung und die ihr unterstellten Institutionen (Armee, Sicherheitsapparat, Justiz, Bildung etc)
  2. Anhänger einer Türkei mit Demokratie nach westlichem Vorbild
  3. Anhänger einer Türkei in der Art eines neuen Großosmanischen Reiches
  4. Anhänger einer Türkei mit dem Islam als Staatsdoktrin (siehe Muslimbrüder)
  5. Anhänger einer einheitlichen türkischen Nation, mit den Türken als einheitlicher Ethnie,  was die repressive Politik gegenüber „Nicht-Türken“ einschließt
  6. Anhänger einer Politik von Autonomie für die Kurden und andere Minderheiten
  7. Wirtschaftsvertreter (ohne politische Ambitionen)
  8. von außen wirkende Interessenvertreter (ideologisch, politisch, wirtschaftlich)
  9. Opportunisten
  10. Egoisten und Machtmenschen

Und eine zwischen diesen Rollen selektierte Dreiecksbeziehung war diese hier:

  • türkische Regierung
  • Muslimbruderschaft
  • von außen wirkende Interessenvertreter

Gegen Mitte des Jahres 2011 änderte sich der Ton der türkischen Regierung gegenüber Syrien:

„Die Proteste seien ein „Kampf für die Freiheit“, so der türkische Premier, „wir wollen kein zweites Hama-Massaker sehen“.“ [9]

Und aus Kreisen der syrischen Opposition verlautete, dass Muslimbrüder im Norden des Landes Waffen aus der Türkei erhielten. Dazu stellte Recep Erdogan direkt Forderungen an die syrische Regierung; u.a. zwecks Zugeständnissen für die dortige Muslimbruderschaft. [10] Nun ist es so, dass bereits in Libyen (am Anfang des gleichen Jahres) die Muslimbrüder die Ausführenden zur Herbeiführung eines „Volksaufstandes“ waren. Interessant war sowohl in Libyen als auch in Syrien, dass der „Volksaufstand“ durch die Leitmedien – wie von einem unsichtbaren Dirigenten orchestriert – auffallend parteiisch begleitet wurde, die Muslimbrüder in ihrer entscheidenden Rolle jedoch schlicht nicht benannt wurden. Es gab sie einfach nicht – warum? [11][12]

Damit wurde die Geschichte in beiden Staaten umgeschrieben, denn wenn die Muslimbrüder nicht vor kamen, taten es auch deren Unterstützer nicht – die USA, Frankreich, Deutschland(!), Katar, Jordanien und Saudi-Arabien – und, die Türkei. Dabei erhielten die Muslimbrüder sowohl in Libyen als auch in Syrien das, was einen friedlichen Volksaufstand zur Makulatur macht – Waffen. Ideologien, deren Träger von Haus aus eine Mission darin sehen, diese mit allen Mitteln zu verbreiten und allgemein gültig zu machen und dazu das Machtmittel Waffen; das musste ganz zwangsläufig zur Gewalt führen.

Genau deshalb waren eben die Muslimbrüder bereits früher ein perfektes Werkzeug zur Destabilisierung von Gesellschaften; radikal und mit einer großen Bereitschaft die eigenen Ziele auch mit Gewalt um zu setzen – und dadurch ebenso blind dafür, dass sie einfach nur benutzt wurden. Mit ihren brutalen, blutigen Umsturzversuchen vor einigen Jahrzehnten (in Syrien wie auch in Libyen), welche ebenso hart nieder geschlagen wurden, erwarben sie den zweifelhaften Ruf von Märtyrern, von vermeintlich unschuldigen Opfern und hinterließen schwärende Wunden, die jederzeit in neue Gewalt ausbrechen konnten.

Die Türkei als Unterstützer der Muslimbrüder? Aber sicher und die US-amerikanischen Stiftungen und NGOs wie z.B. die Carnegie-Stiftung – und die ihr nahe stehende Heinrich-Böll-Stiftung der Partei „Die Grünen“ wissen das auch:

„Der wichtigste Trumpf in den Händen Ankaras ist der SNR [Syrischer Nationalrat, auch SNC genannt], der nach vielen Treffen in der Türkei mit Unterstützung von AKP-nahen NGOs gegründet wurde. Die türkische Regierung unterhält beste Verbindungen zum SNR und besonders zur Muslimbruderschaft, die im SNR die Mehrheit stellt und für die islamische Rhetorik der AKP äußerst empfänglich ist. Eine weitere Unterstützung erfährt die Türkei durch die bisher wenig bekannte, aber durch die Umwälzungen ins Gespräch geratene kleine turkmenische Minderheit in Syrien. Diese gehört derselben Ethnie an wie die Türken. Nicht ohne Grund behaupten zahlreiche politische Kommentatoren, dass der türkische Premierminister, der der Tradition des politischen Islam entstammt und heute einen konservativen gemäßigten Islam vertritt, eigentlich darauf abzielt, seinen Freunden der Muslimbruderschaft in Damaskus an die Regierung zu verhelfen.“ [13] 

Die der deutschen Regierung nahe stehende Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) meinte im Jahr 2013:

„Der Einfluss der MB [Muslimbruderschaft] erklärt sich neben der Anzahl der Sitze im SNC [Syrischer Nationalrat][…] aus ihren guten Beziehungen zur Türkei und zu Katar, die eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Opposition spielen.“ [14]

Der Syrische Nationalkongress, als Bündnis von Gegnern der Assad-Regierung (zu der übrigens auch die syrischen Kommunisten gehörten) wurde im September 2011 unter aktiver Teilhabe u.a. der Türkei und Deutschlands gegründet und hat seinen Sitz in Istanbul. Von Anfang an waren die Muslimbrüder als stärkste Kraft in ihm vertreten [Hervorh. d. peds-ansichten]:

„Auch der Syrische Nationalrat (SNC) wurde zusehends von der Gruppe [der Muslimbrüder] dominiert. [So] sollte diese Allianz von sieben Oppositionsgruppen im Exil einen Plan für Syriens Ordnung nach der Ära Assads konzipieren sowie – am Beispiel des libyschen Übergangsrates – zur legitimen Vertretung des Landes und Andockstelle für die internationale Staatengemeinschaft werden. Der heillos zerstrittene SNC war jedoch von der Kluft zwischen der Oppositionsbewegung innerhalb Syriens und den eigenen Aktivitäten im Exil geprägt sowie durch interne Machtkämpfe gelähmt.“ [15]

„Assad muss weg“ war ihr einziges Konzept und es war für diese künstlich in die öffentliche Wahrnehmung bugsierten Oppositionsgruppen nichts weiter als das Vehikel, um selbst in Macht zu kommen. Und weil es darum ging, waren sie auch zerstritten. Weiß übrigens noch jemand, wer den Libyschen Übergangsrat dominierte? [16] Die Muslimbrüder hatten dagegen eine geschlossene Ideologie, einen fertig vor liegenden Gesellschaftsentwurf – und über diesen formulierten sie Machtansprüche, das und ihre klar definierten Ziele hoben sie aus der Riege der Machtbewussten heraus. Dazu kam, dass sie von Anfang an über die größten materiellen Ressourcen verfügten – durch wen?

„“Die Muslimbrüder monopolisieren alles“, so Kamal Lebwany, ein politischer Dissident, der bis November 2011 in Syrien inhaftiert war und zum Block der Säkularen im SNC zählte, bis er im Frühjahr 2012 austrat. „Die Muslimbrüder kontrollieren das Geld und die Waffenlieferungen. Der SNC ist in Wahrheit ein trojanisches Pferd, das sie später in Syrien an die Macht bringen soll.““ [17]

Die Ströme von Waffen gingen vor allem in die Hände der Muslimbrüder. Anfangs erfolgte die Finanzierung über die CIA in Jordanien. Über Jordanien, den Irak und den Libanon kamen ebenfalls Waffen nach Syrien. Das aber diente nur dem Anschub des „Volksaufstandes“. Danach – und in ungleich größerem Maße – bezahlten Saudi-Arabien und Katar. Das Einschmuggeln der Waffen erfolgte danach in großem Maße über – die Türkei! [18]

„Signifikante Mengen an Waffen gelangten ab dem Frühsommer [2011] nach Idlib, der Hochburg des Widerstands im Norden dicht an der türkischen Grenze, sowie nach Homs, Zabadani und Daraa. Große Lieferungen seien eingetroffen, hieß es nun plötzlich von militanten Aktivisten […]. Das Emirat Katar und vor allem Saudi-Arabien investierten Millionen von US-Dollar in die Bewaffnung der Opposition; dies mit dem Segen der USA. Mulham al-Dobri, ein führendes Mitglied der syrischen Muslimbrüder, kommentierte die Lieferungen mit den Worten, dass seine Organisation sich um die richtige Verteilung der Waffen kümmern würde. „Wir verfügen über ein gut funktionierendes Netzwerk vor Ort.““ [19]

Wir stellen fest, dass der Syrische Nationalkongress nach Vorbild des Libyschen Übergangsrates in’s Leben gerufen wurde. Wer entwickelte diese Idee – die Opposition selbst oder andere? Wir erkennen weiterhin, dass in beiden Organen die Muslimbruderschaft dominierte – Zufall? Wir stellen die gleichen Finanzquellen fest: westliche Geheimdienste, Katar und Saudi-Arabien. Gibt es noch mehr Verbindungen zwischen Libyen und Syrien? Oh ja! Welcher Herkunft waren eigentlich die Waffen, die da über die Türkei nach Syrien gebracht wurden? Und damit kommt die „Rattenlinie“ in’s Spiel – und erneut die in sie verstrickte türkische Gesellschaft. Schauen wir noch einmal auf den Zeitpunkt:

„Signifikante Mengen an Waffen gelangten ab dem Frühsommer [2011] nach Idlib, der Hochburg des Widerstands im Norden dicht an der türkischen Grenze.“

Die Menschen hinter dem Betrug

Versetzen wir uns nun in die Befindlichkeiten der Akteure. Es ist gut möglich, dass zu dieser Zeit der türkische Präsident noch nicht aktiv in die Umsturzaktivitäten im benachbarten Syrien verwickelt war. Doch die Waffen gelangten aus der Türkei trotzdem nach Syrien, wie ist so etwas möglich? Nun, wenn ein von anderen Machtgruppen gesteuerter (und lange existenter) Schattenstaat, vorbei an der offiziellen Regierung, tätig ist, dann geht so etwas ohne weiteres. Parallel dazu wurde – u.a. von diesem Schattenstaat aus, der mit Sicherheit auch durch hochrangige offizielle Regierungsvertreter besetzt wurde, die Regierung „bearbeitet“; z.B. mit „passenden“ Informationen versorgt, dabei charakterliche Besonderheiten geschickt ausnutzend.

Wie konnte man z.B. Erdogan eine Intervention in Syrien schmackhaft machen? Ich gestatte mir an dieser Stelle ein paar Spekulationen. Der türkische Präsident lebt die Vision einer großen, bedeutsamen türkischen Nation, die den Mittleren Osten überstrahlt und deren Gesellschaftsmodell zum Vorbild für andere Staaten erwächst. Erdogan wurde nun z.B. darauf aufmerksam gemacht, dass sich mit einem geschwächten, teils zerschlagenen Syrien, die Turkvölker „Heim ins türkische Reich“ holen ließen. Als Lohn für den Verrat an Syrien könnte er die Turkmenen-Gebiete des syrischen Nordens der Türkei einverleiben.

Aus seiner Sicht war das ein Preis der es, im Interesse der großen Sache einer ruhmreichen türkischen Nation, wert war, gezahlt zu werden. Er besänftigte sich – wider besseren Wissens – mit dem Gedanken, der allerortens in die Köpfe der Menschen geprügelt wurde, dass nämlich Assad ein blutiger Diktator wäre. Aus dem Netz dieser Selbstlüge würde sich Erdogan im Folgenden nicht mehr befreien können, neue Lügen mussten den Selbstbetrug stützen – und das ist der Moment, in dem das Verhalten des Protagonisten irrationale Züge annimmt. Eine Schwäche des Menschen Erdogan dürfte wohl sein Ego sein. Er lebt den Traum, als großer Staatsmann, als Begründer einer glorreichen türkischen Ära in die Geschichtsbücher ein zu gehen. Mit dieser Selbstüberhebung war auch die Illusion verbunden, die Dinge, welche mit der Eskalation des Konflikts in Syrien ins Laufen kamen, irgendwie kontrollieren zu können. Jahre später erst, als die türkische Gesellschaft begann, den Preis zu zahlen, schwante Erdogan, dass er benutzt worden war.

Als die ihm angebotene verlockende Beute vor Recep Erdogan auftauchte, schnappte er zu – und verschluckte den Köder. Zusammen mit dem Außenminister Davutoğlu und dem Geheimdienstchef Fidan bildete er nun einen Kreis von seines Gleichen und akzeptierte Stück um Stück den entfachten und eskalierenden Krieg gegen Syrien. Als die Rattenlinie „in Betrieb“ ging, war er bereits mit großer Sicherheit Mitwisser.

Zu den Mitspielern an der Spitze des türkischen Staates seien jedoch noch ein paar Sätze angemerkt. Der Außenminster Ahmed Davutoglu ist, als langjähriger Berater Erdogans und Vorreiter der Idee einer großosmanischen Türkei,  eng mit den Netzwerken westlicher Politik und Meinungsbildung verbunden. 2013 war er als Gast bei der Münchner Sicherheitskonferenz geladen und er war einer der Scharfmacher der Hetzkampagne gegen die Assad-Regierung [20]. Im November 2015 schließlich forderte er offen den Einsatz türkischer Bodentruppen in Syrien; wohl wissend, dass es nicht gegen den IS ging, dessen Terror durch die Türkei umfassenden Rückhalt genoss. [21]

James Jeffrey, unter dem US-Präsidenten George W. Bush Nationaler Sicherheitsberater und früherer Botschafter der USA in der Türkei [22] nahm in Bezug auf Hakan Fidan einen Begriff in den Mund, an den sich der Leser vielleicht noch aus Teil 1 der Artikelreihe erinnert. Das Wall Street Journal zitierte ihn mit den Worten [Hervorh. d. peds-ansichten]:

„Hakan Fidan ist das Gesicht des neuen Nahen Ostens[23]

Wenn solche Begriffe immer wieder von hochrangigen Außen-Politikern der USA in den Mund genommen werden, dann ist das, zumindest für mich, keinesfalls Zufall. Hier wird eine Agenda voran getrieben, in der Fidan eine wichtige Rolle spielt. Der Geheimdienst-Chef, akzeptierte den Krieg gegen Syrien nicht nur, sondern trieb in mit aller Macht voran und ging ganz bewusst den Pakt mit dem Teufel ein. Er war es, der die radikalsten, sektiererischsten und brutalsten Rebellen aktiv unterstützte:

„Syrische Oppositionelle, amerikanische Beamte und Diplomaten aus dem Nahen Osten, die mit Fidan zusammenarbeiteten, sagen, der MIT [d. türkische Geheimdienst] habe wie ein „Verkehrspolizist“ gehandelt, der Waffenabwürfe organisierte und Konvois über Kontrollposten entlang der rund 910 Kilometer lange[n] Grenze mit Syrien durchleitete. Einige führende Personen der moderaten syrischen Opposition geben an, dass die Waffen nicht ihnen zugute kamen, sondern nur an Gruppen wie die Muslimbruderschaft gingen. Erdogans Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung hat islamistische Wurzeln und unterstützt die Bewegung der Muslimbruderschaft in der gesamten Region.“ [24]

Fidan wie Davatoglu waren ohne jeden Skrupel, ihre Vision des Sturzes der Assad-Regierung durch setzen zu müssen und bekannten sich unter den Seinigen offen zu Operationen unter falscher Flagge. Ein Leak interner Besprechungen, an denen die beiden teilnahmen, brachte folgendes zu Tage:

So meint Davutoğlu beispielsweise, Ministerpräsident Erdoğan habe ihm gesagt, man müsse Angriffe auf eine türkische Grabmalenklave in Aleppo als „Gelegenheit“ sehen, und Fidan teilt mit, wenn nötig könne er einen Kriegsgrund herstellen, indem er vier seiner Männer von Syrien aus einen False-Flag-Raketenangriff auf türkisches Territorium durchführen lässt. Sinirlioğlu ergänzt, dass man einen Einmarsch in Syrien als Operation gegen die al-Qaida-Abspaltung ISIL darstellen sollte, um das „internationale Recht“ auf seiner Seite zu haben. Dass das eigentliche Ziel eher die syrische Regierung oder Kurdenmilizen sein dürften, geht aus einer Äußerung Gülers hervor, der als Sofortmaßnahme eine Ausweitung von Waffen- und Munitionslieferungen an die syrischen „Rebellen“ fordert.“ [25]

False Flags (Operationen unter falscher Flagge), ausgeführt durch die Türkei sind Unsinn? Nach Offenbarung des Folgenden immer noch?

„Der Geheimdienstchef [Fidan][…] schlägt sofort vor: „Ich schicke vier Männer auf die andere Seite und lasse sie acht Stück (also Granaten oder Raketen) auf ein leeres Feld (in der Türkei) schießen. Das ist kein Problem. Ein Vorwand lässt sich konstruieren..“ Der General ist konsterniert: „Das ist ein direkter Kriegsgrund“, sagt er. „Ich meine, was wir da tun würden, ist ein direkter Kriegsgrund!““ [26][27]

Damit sollte klar sein, dass beim Betrieb der „Rattenlinie“ auf die Türkei gezählt werden konnte.

Die Rattenlinie

Am 11.September 2012 war es genau elf Jahre her, dass die Türme des World Trade Centers in New York in sich zusammen und zu Staub zerfielen. Und so stellt sich mir die Frage, ob es Zufall war, dass ausgerechnet und exakt elf Jahre später eine US-Vertretung im Ausland angegriffen wurde. Den Nachrichten der ersten Tage, den Überschriften und Reaktionen nach, wurde der Eindruck erweckt, dass die in ihrem Wesen radikal islamische Welt mal wieder ihrem reaktionären Innern freien Lauf ließ und die Demokratie angriff. [28]

Dieses Bild ließ sich (allerdings zuvor rasch und wirkmächtig beim Konsumenten eingebrannt) nicht lange aufrecht erhalten. Bald wurde klar, dass der Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi mitnichten das Werk „empörter Muslime“ sondern eine geplante militärische Aktion war. Der Gebäudekomplex wurde komplett eingekreist und neben automatischen Waffen kamen Granatwerfer, Panzerfäuste und Raketen zum Einsatz. Unter den Opfern war auch der US-Botschafter in Libyen, Christopher Stevens. [29][30] Die weitere Analyse gab vor, dass der Angriff zweigeteilt war, Hilfe angefordert  – und abgewiesen wurde! [Hervorh. d. peds-ansichten]:

„Der Diplomat Gregory Hicks, damals stellvertretender Leiter der Botschaft in Tripolis, berichtete, man habe nach der ersten Attacke auf das Gelände um Erlaubnis gebeten, vier Spezialkräfte an Bord eines libyschen Militärflugzeugs nach Bengasi fliegen zu lassen. Aus Washington sei aber keine Genehmigung gekommen. […] Mehrere Stunden später wurde ein zweiter Gebäudekomplex angegriffen, wobei noch zwei Amerikaner ums Leben kamen. […] Nach der Beschreibung von Hicks bereitete sich ein Team aus vier Spezialkräften in Tripolis auf die Abreise nach Bengasi vor. Das libysche Militär hatte demnach zugesagt, die Truppen in einem Transportflugzeug zu fliegen. Doch die Spezialkräfte erhielten keine Erlaubnis von amerikanischer Seite. „Sie durften nicht ins Flugzeug steigen und verpassten es dann“, sagte Hicks nun den Republikanern. „Sie hatten wohl nicht die richtige Genehmigung von der richtigen Ebene.“ Hicks berichtete ebenfalls, das Militär hätte nach der ersten Attacke Kampfjets über das Gebiet fliegen lassen und damit den zweiten Angriff in den Morgenstunden verhindern können. “ [31]

Als Gregory Hicks weitere Fragen stellte, in der Richtung warum die US-Vertretung ob der dortigen auch ausdrücklich durch die CIA anerkannten kritischen Sicherheitslage, nicht besser geschützt worden sei, erntete er hierfür Kritik. [32] Warum nun erscheint mir das alles so wichtig? Die CIA mischte überhaupt kräftig mit beim Stricken einer Geschichte über dieses Ereignis:

„Dann veröffentlichte der TV-Sender ABC am Freitag zwölf Entwürfe jener Argumentationshilfen („Talking Points“), mit der die CIA kurz nach dem Anschlag auf die US-Vertretung ausgewählte Parlamentarier sowie Regierungsmitglieder versorgte. In der letzten Version dieses Papiers ist allerdings weder von Terrorattacken noch einer Verbindung zu al-Qaida die Rede. In den ersten Entwürfen aber schon. Dort wurden offenbar auch frühere Warnungen der CIA vor entsprechenden Attacken erwähnt.“ [33][34]

Erinnert sich der Leser noch, wo der so genannte „Volksaufstand“ in Libyen seinen Ausgang nahm? Richtig, in Bengasi. Wer trieb damals nachgewiesener Maßen die Gewalt voran? Die dort stark vertretene Muslimbruderschaft. Wer versorgte sie mit Waffen? Französiche, englische und US-Geheimdienste. [35][36][37] Mit Beginn des Systemsturzes in Libyen wurde – wie aus dem Nichts – der Nationale Übergangsrat geschaffen (der Vorgänger des Allgemeinen Nationalkongresses); unter sofortiger Anerkennung als Vertreter des libyschen Volkes durch die westlichen Staaten. Dieser Übergangsrat bestand aus zuvor viele Jahre lang „warm gehaltenen“ Exilpolitikern, Anhängern des mehr als vier Jahrzehnte zuvor entmachteten König Idris, „Abgeworbenen“ aus der Ghaddafi-Regierung und – einer starken Vertretung von Mitgliedern der Muslimbruderschaft. Und zu Gast beim Übergangsrat war ein so genannter „Special Representative“ der USA. Sein Name: Christopher Stevens.

Christopher Stevens war also eng mit der libyschen „Opposition“ des Jahres 2011 vernetzt. Das ist eine der Hauptaufgaben von Mitgliedern der US-Behörden im Ausland und Stevens hatte in den Jahren 2007 – 2009 als stellvertretender Missionsleiter genügend Zeit, Kontakte in Libyen zu knüpfen. [38] Im Nationalen Übergangsrat traf er damit auch auf Abdelhakim Belhadj von der Libyan Islamic Fighting Group; dem militärischen Arm des von den Muslimbrüdern entfachten Aufstands. [39] Belhadj ist auch Teil des Netzwerkes von al-Qaida! [40] Und der so plötzlich mit ausgesuchten Vertretern erstandene Übergangsrat hatte sich solche Ziele auf die Fahnen geschrieben – wer mag wohl das Drehbuch dafür geschrieben haben?:

Eines der wichtigsten Ziele des Rates bestand in der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen.[41]

Schon im April 2011 forderte Stevens ein erhöhtes militärisches Engagement der USA in Libyen; durch Lufteinsätze und Spezialkräfte am Boden. [42] Der US-Diplomat war aktiver Teil einer Rebellion, des Sturzes einer legitimen Regierung. Und 2012? Was suchte Stevens im September 2012 – nach dem erfolgreichen Umsetzen der Verschwörung – im Hochrisiko-Gebiet Bengasi [Hervorh. d. peds-ansichten]?:

„Im Januar [2013] gab das Senate Intelligence Committee einen Bericht heraus, der sich mit dem Angriff einer örtlichen Miliz auf das amerikanische Konsulat und eine nahegelegene Undercover-CIA-Einrichtung in Bengasi [Libyen] im September 2012 beschäftigt, bei welchem der US-Botschafter, Christopher Stevens und drei weitere Mitarbeiter ums Leben gekommen waren. Der Bericht kritisierte das Außenministerium für die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen des Konsulats sowie die Nachrichtenagenturen, weil diese das US-Militär nicht über die Anwesenheit eines CIA-Außenpostens in der besagten Gegend informiert hatten.“ [43]

Jener CIA-Außenposten, dessen Aufgabe u.a. in der Erfassung der konfiszierten Militärbestände der libyschen Armee bestand, lag 1,2 Meilen vom US-Konsulat entfernt. Und man nimmt an, dass Stevens eben dort getötet wurde! [44][a1]

Es ist bewährte Praxis der US-Außenpolitik, dass sie, wenn militärisches Engagement für die eigenen Bürger oder die Verbündeten nicht akzeptabel ist, diese Aufgabe an die CIA abgibt. Zu jener Zeit gab es keine offizielle Befürwortung militärischer Unterstützung für die Rebellen in Syrien. Massenweise Waffen kamen dort aber trotzdem an! Bengasi ist eine Hochburg islamistischer Kämpfer, zu der ohne Einschränkung die der Muslimbruderschaft zu rechnen sind. Bengasi ist voll von Waffen und Bengasi hat einen Hafen. Das möchte ich mit dem Folgenden in Verbindung bringen. Unter einem Meer von Lügen finden sich nämlich in den Leitmedien auch solche Informationen – und zwar aus dem Jahr 2013!:

Libyen sei ein großer Waffenlieferant für Konfliktherde wie Mali und das Bürgerkriegsland Syrien. [45]

oder solche:

Libysche Waffen sollen per Schiff über den Libanon nach Syrien gekommen sein. Sicher ist dies nicht. Gaddafis und Assads Arsenal ähneln sich, was einen möglichen Nachweis erschwert. Sicher ist, dass libysche Kämpfer in Syrien sind. [46]

oder das:

„Die Lieferungen nach Syrien wurden dem Uno-Bericht zufolge von verschiedenen libyschen Städten aus organisiert.“ [47]

Und noch dieses:

„Der Westen konzentrierte sich schließlich auf die Sicherstellung der tragbaren Flugabwehrraketen (Manpads). Davon will man 5000 gefunden haben – von 20.000, die im Umlauf sind. Der Großteil der Gaddafi-Bestände blieb verschwunden.“ [48]

W.o. wies ich auf die Verbindung von Christopher Stevens zu Abdelhakim Belhadj (auch Abd al-Hakim Belhadsch), dem al-Qaida – Mann, hin. Und die Verbindung soll eng gewesen sein. [49] Belhadj jedenfalls traf sich, gerade zum Führer des Militärrates in Tripolis ernannt, am 27.November 2011 mit den Führern der ebenfalls gerade gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA); und zwar – im türkischen Istanbul. [50] und dort wahrscheinlich im Rahmen von Treffen des Syrischen Nationalkongresses [51](s.a.o.). Und von wem wurde zu jener Zeit die FSA dominiert? Eben von der Muslimbruderschaft und geduldet durch den türkischen Schatten(?)-Staat.

Belhadj ist dabei DIE Schlüsselfigur gewesen. Er hatte Verbindungen zu Al-Qaida, war Mitglied der Muslimbruderschaft, Mitglied der Libyschen Islamischen Kampfgruppe (LIFG), die den Krieg gegen die Gaddafi-Regierung mitführte und zuvor in Ausbildungslagern in den USA und Großbritannien auf den Tag X vorbereitet wurde. Belhadj wurde nach dem Sturz der Gaddafi-Regierung umgehend Kommandant des Militärrates in Tripolis. Er war ein Mann der CIA und führte Jahrzehnte zuvor für sie gegen die Sowjetunion den Krieg in Afghanistan als Mudschahedin. Seine Verhaftung durch die CIA und Übergabe an die libyschen Behörden ist dubios. Wochen vor dem sogenannten „Volksaufstand“ in Libyen wurde er im Zuge einer Amnestie freigelassen – um sofort nach Bengasi zu gehen. Belhadj war schon im Jahre 2011 auch der Verbindungsmann zur Freien Syrischen Armee (FSA). Damit ergibt sich die logische Konsequenz, dass die sogenannte „Volkswehr“ FSA von Anfang an Verbindungen zu Terroristen hielt. Und Christopher Stevens hielt in Bengasi den Kontakt zu Belhadj – und zwar seit dem März 2011. [52][53]

Es gab also eine klare Verbindung der Muslimbruderschaft zwischen Libyen und Syrien. Die von den Muslimbrüdern mit geführte libysche Übergangsregierung bot bereits kurz nach ihrer Inthronisierung den syrischen Rebellen Waffen und Kämpfer an. [54] Die Muslimbruderschaft hatte Geldgeber, vor allem aus Katar und ideologischen wie logistischen Halt in der Türkei. [55]

Aber es gab keine irgendwie gearteteten Legitimationen der Staatengemeinschaft, den Krieg in Syrien aktiv zu befeuern. Wenn aber der Wille der Beteiligten ungebrochen ist und eine Macht im Hintergrund die Fäden zu allen beteiligten Gruppen zieht, dann können zur Etablierung einer Rattenlinie, denn darum ging es, nur diese helfen: Geheimdienste.

Denn eine logistische und militärische Unterstützung solchen Ausmaßes bedarf vieler Kollaborateure und Werkzeuge: Geschäftsleute, Banken, Behörden, Grenzbeamte, Militärs, Transportmittel, gefälschte Frachtpapiere und Personaldokumente, Bargeldtransfers usw. Erst dann ist möglich, wovon erstmalig die Times of London im Oktober 2012 berichtete. Danach legte ein Frachtschiff aus Libyen in einem südtürkischen Hafen an, gefüllt mit 400 Tonnen Waffen, u.a. mit einer Menge Luftabwehr-Raketen vom Typ Strela-2 sowjetischer Bauart. [56] Da ist sie in Betrieb – die „rat line“; zu deutsch die Rattenlinie! [57]

Nach Recherchen Seymour Hersh’s trat im unveröffentlichten Teil des Berichts vom Senate Intelligence Committee sehr Brisantes zu Tage:

Ein nicht öffentlich gemachter Anhang hoher Geheimhaltungsstufe zu diesem Bericht beschrieb ein geheimes Abkommen zwischen den Administrationen Obamas und Erdogans. Es betraf die „rat line“. Den Bedingungen der Vereinbarung gemäß kam die Finanzierung von der Türkei sowie Saudi Arabien und Katar; die CIA, mit der Unterstützung durch das MI6, war verantwortlich dafür, Waffen von Gaddafis Arsenalen nach Syrien zu transportieren. Eine Reihe von Scheingesellschaften wurde in Libyen angesiedelt, einige davon unter dem Deckmantel von australischen Organisationen. Aus der Armee ausgeschiedene amerikanische Soldaten, die nicht immer wussten, für wen sie in Wirklichkeit arbeiteten, wurden angeworben, um Beschaffung und Verschiffung zu regeln. Die Operation wurde von David Petraeus geleitet, dem CIA-Direktor […]“ [58]

Der Kontakt von Seymour Hersh ist ein ehemaliger Geheimdienst-Mitarbeiter, der zu seiner Aussage hinzufügte:

„In besagtem Anhang wurde nicht die ganze Geschichte dessen erzählt, was in Bengasi vor dem Anschlag passiert war, noch wurde erklärt, weshalb das amerikanische Konsulat angegriffen worden war. „Die einzige Aufgabe des Konsulats war es, Deckung für die Lieferung von Waffen zu geben“, sagte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter, der den Anhang gelesen hat. „Es hatte keine wirkliche politische Rolle.“ Nach dem Angriff auf das Konsulat nahm die Rolle der CIA beim Waffentransfer aus Libyen ein abruptes Ende, doch die „rat line“ blieb bestehen. „Die Vereinigten Staaten hatten nicht mehr länger unter Kontrolle, was die Türken an die Jihaddisten weitergaben“, sagte der ehemlige Geheimdienstmitarbeiter. Innerhalb weniger Wochen waren sage und schreibe 40 tragbare Flugabwehrraketenwerfer, gemeinhin bekannt als „MANPADS [Man Portable Air Defence System, ein schultergestützter Raketenwerfer]“, in die Hände der syrischen Rebellen gelangt.“ [59]

Die Verteilung des unveröffentlichten Anhangs (des so genannten Bengasi-Berichts) war auf acht ranghohe Kongressmitglieder beschränkt: die demokratischen und republikanischen Führer von Repräsentantenhaus, Senat sowie die zugeordneten Führer der Geheimdienstausschüsse des Repräsentantenhauses und des Senats.

Ein Inside Job?

Wie sagte doch die Quelle Seymour Hersh’s?:

Nach dem Angriff auf das Konsulat nahm die Rolle der CIA beim Waffentransfer aus Libyen ein abruptes Ende, doch die „rat line“ blieb bestehen. „Die Vereinigten Staaten hatten nicht mehr länger unter Kontrolle, was die Türken an die Jihaddisten weitergaben.

Und hatten schlussfolgernd auch nicht mehr unter Kontrolle, was die Libyer in Richtung Türkei verfrachteten. War das ein „Betriebsunfall“? Lies es sich nicht mehr korrigieren? Oder war es Teil einer Inszenierung; ein Inside Job? Was ist das überhaupt – ein Inside Job?

„Inside Job bezieht sich umgangssprachlich auf ein Verbrechen, gewöhnlich Diebstahl, Raub oder Veruntreuung, die von einer Person mit einer Vertrauensstellung begangen ist, die bevollmächtigt wird, auf eine Position oder Verfahren mit wenig oder keiner Aufsicht, z.B, einem Schlüsselangestellten oder Betriebsleiter zuzugreifen. Der Täter kann auch ein ehemaliger Angestellter sein, der noch Kenntnisse spezialisiert hat, die notwendig sind, um das optimale Ergebnis zu sichern, das Verbrechen zu begehen.“ [60]

Die Rattenlinie war durch die CIA in Betrieb genommen und nach dem Tod des US-Botschafters zum Selbstläufer geworden. Nun wäre es naiv zu glauben, sie könnte durch die Kräfte die es in Gang setzten, nicht auch wieder beseitigt werden – wenn es gewollt wäre!

Wir kennen bisher zwei US-amerikanische Schlüsselspieler: Christopher Stevens und David Petraeus. Ersterer hielt als Botschafter die Fäden in der CIA-Außenstelle in Bengasi in der Hand und war die Verbindung zu den libyschen Rebellen, zu denen die Muslimbruderschaft zu rechnen ist. Petraeus war damals CIA-Direktor und rekrutierte Leute, um das Netzwerk in Betrieb nehmen zu können (Scheinfirmen, Logistik, Aktivierung von Vernetzung in andere Staaten). [61] Das ist praktische Umsetzung der Pläne zur Schaffung eines Neuen Nahens Ostens!

Petraeus nahm dafür eigene Leute, ehemalige Mitarbeiter und Soldaten in Lohn und Brot, die sich freuten, einen neuen gut bezahlten Job bekommen zu haben. Ansonsten aber nicht weiter fragten, für was und wen sie da tätig sein sollten. Erinnert sich der Leser noch an das Rollen-Modell? Ich füge an dieser Stelle u.a. mal Punkt 9 hinzu:

  • türkische Regierung
  • Muslimbruderschaft (türkische Regierung)
  • Muslimbruderschaft (libysche „Regierung“)
  • von außen wirkende Interessenvertreter (CIA, MI6, US-Außenministerium)
  • Opportunisten

Ohne die Opportunisten, Menschen wie du und ich, die einfach nur ihr Alltagsleben meistern wollen und dafür Kompromisse aller Art eingehen, funktioniert das System nicht! Und ich füge hinzu: Irgendwo sind wir alle Opportunisten. Hier entwickelte sich ein gigantisches Geschäft. In einem Land wie Libyen, welches mit der „Befreiung“ durch den Westen zu massenweiser Entsozialisierung, Verrohung und wirtschaftlichem Niedergang geführt hatte, war das Geschäft mit den Waffen der libyschen Armee eine attraktive Einnahmequelle.

Wenige Wochen vor Christopher Stevens Tod verließ ein Frachtschiff den Hafen von Bengasi. Ziel war das syrische Borj Islam in Syrien. In seinem Bauch befanden sich Waffen aus libyschen Militärbeständen, z.B. Scharfschützengewehre, RPG’s und 125 – 155 mm Howitzer Raketen (für Haubitzen). [62][63][64]

Nach dem das Netzwerk der Rattenlinie seit 2012 in Betrieb gegangen war, störte die CIA dort eher. Und wen? Einmal die Einheimischen, die keine externen Berater mehr benötigten, um Waffen zu entwenden und zu verkaufen. Es gab genug gescheiterte Existenzen und Radikalisierte, die bereit waren, ohne Skrupel das Geschäft der US-Amerikaner zu übernehmen. Diese Leute hatten inzwischen politische Ämter in einer durch die USA lancierten neuen libyschen Regierung eingenommen. Und wie sah es in der CIA und der US-Regierung selbst aus? Verbindungen, wie sie Stevens und Petraeus hergestellt hatten, barg auch politischen Sprengstoff für deren Drahtzieher. Der direkte Vorgesetzte Christopher Stevens – in jener Zeit – war Hillary Clinton!

Die damalige US-Außenministerin war ein Jahr zuvor geradezu gefangen in der Idee, den libyschen Staatsführer Gaddafi sterben zu sehen.

Und in jener Zeit begann auch ihr illegaler Mailverkehr auf privaten Servern!

„Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten war von 2009 bis 2013 US-Außenministerin. In dieser Zeit soll sie über ihren privaten E-Mail-Server rund 60.000 Nachrichten verschickt oder bekommen haben. Das FBI wirft Clinton vor, „extrem leichtsinnig“ mit „streng geheimen Informationen“ umgegangen zu sein.“ [65]

Hillary Clinton hat dies getan, weil sie leichtsinnig war?! Diese Frau ist nicht naiv, wie ihr damit unterstellt wird. Es ist davon auszugehen, dass sie ganz bewusst private Server nutzte, um heikle Informationen nicht in den Datenbeständen des US-Außenministeriums auftauchen zu lassen. Zum Beispiel Informationen, die eine direkte Verbindung ihrerseits (über Stevens) zu radikalen islamistischen Milizen in Libyen aufzeigten:

Hillary Clinton wurde von Barack Obama am 1.März des Folgejahres als US-Außenministerin abgesetzt. David Petraeus verlor seinen Posten als CIA-Direktor nach der (für mich angeblichen) Weitergabe geheimer Informationen (!) an seine Biografin  – und wechselte in die Privatwirtschaft (zur Heuschrecke KKR). [66] Im Kontext seiner Verbindung zur Etablierung der Rattenlinie, kann auch das als eine Inszenierung angesehen werden, um ihn „aus der Schusslinie“ zu nehmen.

Und Christopher Stevens? Er war die entscheidende Schnittstelle zwischen dem US-Außenministerium, der CIA sowie dem Netzwerk von Al-Qaida und Muslimbruderschaft – sein Wissen war brisant. Ihn beseitigen zu lassen, könnte für einige Beteiligte sehr angebracht gewesen sein. Und wenn man sich die taktische und waffentechnische Ausprägung des Doppelüberfalls auf das US-Konsulat in Bengasi anschaut, einmal das Konsulat selbst und nachfolgend die CIA-Außenstelle, ist der Verdacht sehr, sehr nahe liegend, dass es sich hier um einen Inside Job gehandelt hat.

Am 11.Mai 2015 befragte der Fox News – Journalist Bret Baier den gerade zurück getretenen CIA-Direktor Michael Morell zu den Waffenlieferungen aus Bengasi in Richtung Türkei:

„Selbst wenn sie [die Außenministerin Hillary Clinton] die Waffen nicht selbst bewegt hat – sagen Sie kategorisch, dass die US-Regierung und die CIA keinerlei Rolle gespielt haben im Bewegen von Waffen von Libyen nach Syrien?”

Michael Morell’s Antwort:

„Ja – wir haben keine Rolle gespielt. Nun, ob wir andere Leute dabei beobachtet haben – darüber darf ich nicht reden.“ [67]

Zwischenfazit

Die Prozesse und die daran Beteiligten; das wieder kehrende Schema, die gleich geartete Reaktion der Medien, die Folgen – all das lässt indirekte Schlüsse zu. Im Falle der Türkei – (und ohne den Anspruch auf Vollständigkeit) nur mit dem besonderen Fokus auf die Muslimbruderschaft ergibt sich bereits ein solch komplexes Bild von Abhängigkeiten (ohne die Opportunisten, die in allen Rollen mit aufgehen, explizit aufzuführen):

2016-09-18_Verd.Einflussn.a.tiuerk.Regierung_peds-ansichten.de

Bei vertikaler Drehung dieser Grafik kommt einem der Begriff „Strippenzieher“ in den Sinn. Das dargestellte System ist eines, das den Willen der Strippenzieher wider gibt, Gesellschaften anderswo „zu gestalten“. Es ist das operative Geschäft der Strategie von der Schaffung des Neuen Nahen Ostens, die von den pathologisch gestörten Geostrategen der Supermacht entwickelt wurden. [68] Dieser Wille beruht auf dem Machtanspruch westlicher Eliten und wird er umgesetzt, sehen wir seine Erfüllung in Herrschaft.

Zum Verständnis türkischer Poltik in Bezug auf Syrien und Russland müssen wir natürlich noch weiter forschen.  Die türkische Administration reagiert seit eh und je äußerst allergisch auf alle Autonomiebestrebungen von Minderheiten, die aus ihrer Sicht auch den türkischen Nationalstaat in Frage stellen. Die syrischen Kurden sahen andererseits im zunehmenden Druck auf die Assad-Regierung eine Chance auf eigene Autonomie oder gar Eigenstaatlichkeit. Dieser Aspekt überlagert sich mit dem nun ausführlich betrachteten Thema des Einflusses der Muslimbruderschaft und war ein gewichtiger Antrieb der türkischen Regierung, mit Respektlosigkeit und Aggressivität gegenüber Syrien auf zu treten und so – aus ihrer Brille gesehen – mehrere Probleme auf einen Streich zu lösen. Das soll nun Thema der >>> nächsten Artikel-Folge sein.


[Erw. a.  29.9.2016, Fox-News Interview mit Michael Morell]

[Erw. a.  2.10.2016, Bayram Balci; AKP und Muslimbrüder]

[Erw. a. 16.10.2016, Angriff auf US-Konsulat]

Anmerkung

[a1] Die Informationen zum Tod des US-Botschafters Stevens sind nach wie vor widersprüchlich. Es gibt auch Quellen die berichten, dass er sich beim ersten Überfall im Hauptgebäude des Konsulats aufhielt und später an den Folgen einer Rauchvergiftung starb.

Quellen

[1] 18.9.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fenpolitik_der_T%C3%BCrkei#Syrien

[2][3] Ankara’s Sorge um die neue Freundschaft; Michael Martens; 18.4.2011; http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/die-tuerkei-und-syrien-ankaras-sorge-um-die-neue-freundschaft-1621779.html

[4] Ende einer Freundschaft; Friedrich Mielke; 7.2.2012; http://www.swr.de/swr2/kultur-info/ende-freundschaft-syrien-tuerkei/-/id=9597116/did=9251286/nid=9597116/15hbk6z/index.html

[5] Erdogan treibt seinen Preis für Putin in die Höhe; Rudi Strese im Interview mit Manuel Ochsenreiter; 19.7.2016; Nortexa; www.nortexa.de/putsch-in-der-tuerkei-im-gespraech-mit-manuel-ochsenreiter/

[6] Türkei und Syrien: Einst Freunde, heute erbitterte Feinde; Cigdem Akyol / APA; 24.8.2016; http://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/5074369/Turkei-und-Syrien_Einst-Freunde-heute-erbitterte-Feinde

[7][9][10] Kooperation und Konfrontation; Karin Leukefeld; 24.6.2011; http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Syrien/tuerkei.html ; Original in: Junge Welt, 24.6.2011

[8] Die Handlungslogik der Türkei und ihr Kalkül in Syrien und Libyen; Elias Vahedi; 16.9.2011; http://irananders.de/nachricht/detail/493.html

[11][16] 19.9.2016; http://peds-ansichten.de/2015/12/libyen-und-die-luege-vom-volksaufstand/

[12] 19.9.2016; http://peds-ansichten.de/2016/08/syrien-inszenierung-eines-aufstands/

[13] Syrien-Krise: Das Ende des türkischen Traums; 4.10.2012; Heinricht-Böll-Stiftung; Bayram Balci; https://www.boell.de/de/navigation/europa-nordamerika-Ende-des-tuerkischen-traums-15615.html

[14] Die syrische Muslimbruderschaft bleibt ein wichtiger Akteur; Petra Becker; August 2013; SWP-Aktuell 52; https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2013A52_bkp.pdf

[15][17][19] Mit Allah an die Macht; Petra Ramsauer; 28.11.2012; Carl Üeberreuter Verlag, entnommen aus e-Book Leseprobe: https://books.google.de/books?id=anBvDAAAQBAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s

[18] http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-cia-hilft-saudi-arabien-bei-waffenlieferungen-an-rebellen-a-890754.html

[20] Ein Dialog darf nicht Assads Macht legitimieren; Interview von Kerstin Knipp (Deutsche Welle) mit Ahmet Datutoglu; 2013; http://de.qantara.de/content/interview-mit-ahmet-davutoglu-ein-dialog-darf-nicht-assads-macht-legitimieren

[21] 10.11.2015; ARD, Tagesschau; https://www.tagesschau.de/ausland/davutoglu-bodentruppen-101.html

[22] James F. Jeffrey; NNDB; 24.9.2016; http://www.nndb.com/people/077/000128690/

[23][24] Hakan Fidan – Erdogans mächtigster Gefolgsmann; Adam Entous, Joe Parkinson; 12.10.2013; Wall Street Journal; www.wsj.de/nachrichten/SB10001424052702304066404579129442811094168

[25] Verbot der Berichterstattung über False-Flag Leaks; Peter Mühlbauer; 29.3.2014; http://www.heise.de/tp/artikel/41/41368/1.html

[26] Ein paar Quadratmeter Kriegsgrund; Lenz Jacobsen; 28.3.2014; Zeit-Online; http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-03/tuerkei-aussenpolitik-syrien-grenzkonflikt/komplettansicht

[27] Demonstranten stürmen US-Konsulate in Bengasi und Kairo; 12.9.2012; Spiegel-Online; http://www.spiegel.de/politik/ausland/demonstranten-stuermen-us-konsulate-in-bengasi-und-kairo-ein-toter-a-855288.html

[28] Einen Vorwand können wir liefern; 28.3.2014; http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/im-wortlaut-einen-vorwand-koennen-wir-liefern-12868947.html

[29] Islamisten töten US-Botschafter in Bengasi; 12.9.2012; http://www.spiegel.de/politik/ausland/libyen-islamisten-toeten-offenbar-us-botschafter-in-bengasi-a-855357.html

[30] US-Regierung hält Anschlag in Bengasi jetzt für Terrorangriff; 29.9.2012; http://www.spiegel.de/politik/ausland/terrorismus-us-regierung-revidiert-einschaetzung-des-anschlags-in-bengasi-a-858683.html

[31] US-Spezialeinheit verpasste Flug nach Bengasi; 7.5.2013; http://www.spiegel.de/politik/ausland/diplomat-hicks-spricht-ueber-spezialeinheiten-bei-bengasi-attacke-a-898519.html

[32][33] Dreh von ganz oben; Nicolas Richter; 13.5.2013; http://www.sueddeutsche.de/politik/anschlag-auf-us-konsulat-dreh-von-ganz-oben-1.1670949

[34] Bengasi-Mails bringen Clinton in die Bredouille; Sebastian Fischer; 11.5.2013; http://www.spiegel.de/politik/ausland/clinton-erneut-wegen-attacke-in-bengasi-in-der-kritik-a-899209.html

[35] Libyen im August; Angelika Gutsche; 1.9.2015; https://www.freitag.de/autoren/gela/libyen-im-august

[36] Der Arabische Umbruch – Eine Zwischenbilanz; Said AlDailami, Martin Pabst; S.89, 98 ; Hans Seidel Stiftung; http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/Berichte_Studien_03.pdf

[37] http://peds-ansichten.de/2015/12/libyen-und-die-luege-vom-volksaufstand/

[38] 24.9.2016; US-Regierung; https://web.archive.org/web/20120912174846/http://www.state.gov/r/pa/ei/biog/193075.htm

[39]24.9.2016;  https://de.wikipedia.org/wiki/Libysche_Nationale_Befreiungsarmee

[40][50] Libya’s anti-Kadhafi rebels no democrats, report claims; 14.6.2011;http://en.rfi.fr/africa/20110614-libyan-rebels-no-democrats-report-claims

[41] http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/seit-sechs-monaten-kaempfen-rebellen-gegen-gaddafi–48760148.html

[42] http://www.thedailybeast.com/articles/2012/09/12/remembering-libyan-ambassador-christopher-stevens.html

[43][58][59][61] https://diewirklichewirklichkeit.com/2015/11/08/pulitzerpreistraeger-seymour-m-hersh-ueber-den-giftgas-anschlag-vom-21-august-2013-in-syrien/

[44][49][57] How US Ambassador Chris Stevens May Have Been Linked To Jihadist Rebels In Syria; Michael B. Kelley; 19.10.2012; http://www.businessinsider.com/us-syria-heavy-weapons-jihadists-2012-10?IR=T

[45][47] 10.4.2013; Spiegel-Online; http://www.spiegel.de/politik/ausland/uno-bericht-libyen-liefert-waffen-nach-syrien-und-mali-an-a-893507.html

[46][48] Waffenbasar Libyen; Raniah Salloum; 30.3.2013; http://www.spiegel.de/politik/ausland/waffen-in-libyen-terrorgruppen-bedienen-sich-am-arsenal-gaddafis-a-891310.html

[51][53][54][55] Ruth Sherlock; 27.11.2011; http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/libya/8919057/Leading-Libyan-Islamist-met-Free-Syrian-Army-opposition-group.html

[52] Terrorpaten und Fürstentümer in Syrien; Dominic H.; 25.5.2015; domiholblog.tumblr.com/post/119844980919/terror-paten-und-f%C3%BCrstent%C3%BCmer-in-syrien

[56] Der Arabische Umbruch – Eine Zwischenbilanz; Said AlDailami, Martin Pabst; S.95 ; Hans Seidel Stiftung; http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/Berichte_Studien_03.pdf

[60] http://www.cosmiq.de/qa/show/2667954/was-ist-ein-inside-job/

[62] http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150602_loecher-in-der-syrien-geschichte-der-neocons.pdf

[63] The Day after Damascus Fall; Robert Parry; 24.5.2015; https://consortiumnews.com/2015/04/29/the-day-after-damascus-falls/

[64] http://www.judicialwatch.org/wp-content/uploads/2015/05/Pgs.-1-3-2-3-from-JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version1.pdf

[65] Hillarys Mails und Bills Stiftung; 23.8.2016; http://www.spiegel.de/politik/ausland/hillary-clinton-worum-geht-es-in-der-mail-affaere-a-1109010.html

[66] 26.9.2016; https://peds-ansichten.de/2016/06/stippvisiten-bei-den-bilderbergern-7-david-petraeus/

[67] 25.5.2015; http://domiholblog.tumblr.com/post/119844980919/terror-paten-und-f%C3%BCrstent%C3%BCmer-in-syrien

[68] 26.9.2016; https://peds-ansichten.de/2015/09/brzezinskis-welt-ein-psychogramm/

Bildquellen:

[Titelbild] Antikabir; Grabstätte des Staatsgründers der Türkei Mustafa Kemal Atatürk; Datei: monument-471329_960_720_bearb.jpg (peds-ansichten.de); aus Originaldatei: monument-471329_960_720.jpg; Foto: Joakim Roubert (d97jro); Quelle: https://pixabay.com/p-471329/?no_redirect ; Lizenz: Public Domain

[b1] Vernetzung der Muslimbrüder; Datei: 2016-09-18_Verd.Einflussn.a.tuerk.Regierung_peds-ansichten.de; Quelle und Autor: http://peds-ansichten.de; Lizenz: Public Domain

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.