Syrien: Inszenierung eines Aufstands

Hauptinhalt dieses Artikels ist die Übersetzung einer Veröffentlichung auf Scott.net, überschrieben mit dem Titel „The day before Daraa: How the West brought civil war to Syria“ („Daraa am Tag zuvor: Wie der Westen den Bürgerkrieg nach Syrien brachte“). Autor ist Steven Sahiounie geboren im kalifornischen Fresno und aufgewachsen in Latakia in Syrien, dem Geburtsort seines Vaters. Dort besuchte er in 12 Jahren sowohl die staatliche als auch eine private Schule, erwarb ein American High School – Diplom des US-Staates Maine und legte ein Examen an der AMIDEAST in der libanesischen Hauptstadt Beirut ab. Heute arbeitet er an der Libanesischen Universität. Als 2011 der Krieg in Syrien ausbrach, begann er, dazu politische Analysen und Kommentare zu verfassen.


Vorwort

Steven Sahiounie´s Beitrag möchte ich den Auszug eines Artikels voranstellen, den ich  im März 2016 veröffentlichte [1]:

Offiziell werden die Ereignisse in der Provinzhauptstadt Daraa, südlich von Damaskus und nahe der Grenze zu Jordanien gelegen, mit dem Ausbruch der Gewalttätigkeiten (im Westen von Beginn an als friedlicher Volksaufstand deklariert) in Verbindung gebracht. Danach hatte eine Gruppe Jugendlicher regierungsfeindliche Losungen an Hauswände geschrieben, worauf sie von der Polizei festgenommen und misshandelt wurde. Eine spontane Demonstration mehrerer hundert Menschen führte ein oder zwei Tage später zur Freilassung der Halbwüchsigen. Als die Proteste weitergingen, schossen Sicherheitskräfte auf die Demonstranten. Diese Meldungen wurden von der BBC bzw. Reuters aber auch von Massenmedien wie der New York Times verbreitet. [2][3] Entsprach das denn aber der Wahrheit oder handelte es sich eher um eine Inszenierung? Hellwach wurde ich als ich dies las:

Thomas Aders (ARD): Schauen wir fünf Jahre zurück in die Zeit, als die Aufstände in der arabischen Welt begannen, und zwar auch in Daraa im Süden Syriens und an der Grenze zu Jordanien. Wir haben den Eindruck, dass dort ein paar übermütige Jugendliche Graffitis an eine Mauer sprühten und dafür inhaftiert wurden. Als ihre Eltern sie zurückhaben wollten, haben die Sicherheitskräfte mit äußerster Härte zurückgeschlagen. War es klug, derartige Verrücktheiten von jungen Menschen so hart zu bekämpfen und damit den Startschuss für den Bürgerkrieg zu geben?

Baschar al-Assad: Zunächst einmal hat es die ganze Geschichte gar nicht gegeben. Sie ist einfach nicht passiert, sondern war reine Propaganda. Wir haben davon gehört, aber nie auch nur eines dieser Kinder gesehen, die ins Gefängnis gekommen sind. Es war eine Lügengeschichte. Angenommen, das nicht Geschehene sei geschehen – vergleichen wir es dann doch einmal mit den Ereignissen in den USA im vergangenen Jahr, wo alle über die Tötung vieler Schwarzer durch die Polizei diskutierten, die in den USA von sehr vielen Menschen verurteilt wird.

Hat da etwa irgendjemand den Leuten gesagt, sie sollten sich Maschinengewehre besorgen und andere Menschen umbringen, nur weil der Polizeibeamte einen Fehler begangen hat? Das ist natürlich keine Entschuldigung. Also – geschehen ist das Erwähnte nicht, wäre es jedoch geschehen, so wäre es kein Vorwand für irgendjemanden, sich zu bewaffnen, gegen die Regierung zu kämpfen und unschuldige Zivilisten zu töten.

Und die nächste Frage, welche Gegenmaßnahmen würden Sie ergreifen, wenn auf Ihren Straßen Menschen andere Menschen umbringen und sich an fremdem Besitz vergreifen. Sagen Sie denen: „Macht, was ihr wollt. Wir sind offen für alles. Und reagieren werden wir auch nicht“? Das wäre nicht in Ordnung. Wir haben da keine Wahl: Wir müssen ihnen Einhalt gebieten und sie am weiteren Töten hindern. [4]

Der syrische Präsident hat am 1.März 2016 gegenüber der ARD klipp und klar gesagt, dass es das Ereignis mit den Jugendlichen von Daraa schlicht nicht gegeben hat! Und – hat bis heute irgendjemand widersprochen? Nein, aber diese in ihrer Singularität für den Krieg in Syrien so schwer wiegende Tatsache wird nun von den Medien einfach tot geschwiegen. Wo also hatten denn die großen Nachrichtenagenturen, Medien und eben Plattformen wie Avaaz.org dann ihre Informationen her?

Andere Blätter berichteten bereits am 21.März 2011 von einer Reihe toter Polizisten [5]. Und die syrische Nachrichten-Agentur SANA zeichnete ein Bild bewaffneter Provokateure die gezielt Institutionen angriffen (Krankenhäuser, Polizeistationen, Ministerien, Moscheen) und die Situation systematisch durch Schusswaffengebrauch eskalierten. Schon zuvor waren die Demonstrationen nicht friedlich, denn Steine flogen und Autos wurden angezündet. Über dieses klassische Mittel wurde die Eskalation eingeleitet. Es ist nun einmal die Aufgabe von Polizisten, für öffentliche Ordnung und Sicherheit zu sorgen und genau bei Erfüllung dieser Aufgabe wurden sie nun mit noch mehr Gewalt konfrontiert und die (fast) unvermeidliche Spirale der Gewalt begann sich zu drehen. [6]

„Die Zahl der getöteten Polizisten überstieg somit in den prägenden ersten drei Tagen der Protestbewegung vermutlich die der Opfer unter den Demonstranten. Mit dem Bild friedlicher Proteste, die von Sicherheitskräften willkürlich mit brutaler Gewalt unterdrückt wurden, ist dies kaum zu vereinbaren. Angesichts der Toten in ihren Reihen, war ein rücksichtsloseres Vorgehen der Sicherheitskräfte nun schon vorgezeichnet.“ [7]

Das alles korreliert ungemein stark mit dem, was uns Steven Sahiounie vermittelt:

Daraa am Tag zuvor: Wie der Westen den Bürgerkrieg nach Syrien brachte

Originaltitel: The day before Daraa: How the West brought civil war to Syria

von Steven Sahiounie,

veröffentlicht am 10.August 2016 bei American Herald Tribune


Der Tag vor dem 11.September 2001 war wie jeder andere normale Tag in New York City. Der 10.September 2001 ließ nichts von dem welterschütternden Ereignis ahnen, welches sich am Folgetag ereignen sollte.

Vergleichbar jenem, mochte jeder denken, war der Tag vor dem Ausbruch der Gewalt in Daraa, Syrien, im März 2011 ein ereignisarmer Tag gewesen, nichts ahnend lassend über den bevorstehenden Beginn des Aufstandes.

Nur war dem nicht so. Daraa wimmelte sehr wohl von Aktivitäten und ausländischen Syrien-Besuchern, bevor der stufenweise Aufstand seinen Eröffnungsakt einleitete.

Die Omari-Moschee war der Schauplatz für die Vorbereitungen im Hintergrund, Kostümwechsel und Theaterproben. Die libyschen Terroristen, frisch vom Schlachtfeld des [zu diesem Zeitpunkt angelaufenen] US-NATO-geführten Regierungsumsturzes in Libyen gekommen, waren bereits vor dem Gewaltausbruch im März 2011 in Daraa. Der geistige Führer der Omari-Moschee war Scheich Ahmad al Sayasneh. Er war ein alter Mann mit einem schweren Augenleiden, weshalb er eine Brille mit besonders dunklen Gläsern trug, die sein Sehvermögen stark einschränkte. Es war jedoch nicht allein die Sehschwäche sondern vielmehr eine hohe Lichtempfindlichkeit, durch die er gezwungen war, weitestgehend in geschlossen Räumen und dort oft von der Außenwelt isoliert zu verweilen. So hatte er sich daran gewöhnt, die Menschen nach Akzent und Stimme zu erkennen. Der Daraa-Akzent ist unverwechselbar. All die Menschen, welche die Omari-Moschee besuchten, waren Einheimische, alle hatten den Daraa-Akzent gemeinsam.

Die Besucher aus Libyen vermieden es, sich als Fremde gegenüber dem Geistlichen durch ihre Stimme erkenntlich zu geben. Stattdessen arbeiteten sie mit Einheimischen zusammen; wenigen Schlüsselspielern, die sie zu ihren Partnern und Vertrauten gemacht hatten. Die Teilnahme von lokalen Anhängern der Muslimbruderschaft, welche die fremden libyschen Söldner/Terroristen untersützen würden, war ein essenzieller Teil des von Jordanien aus dirigierten CIA-Planes.

Die Anwerbung und Kooperation mit einheimischen Anhängern des Salafismus erlaubte den Libyern, sich in Daraa ohne jeden Verdacht zu bewegen. Die einheimischen [Kollaborateure] waren die Speerspitze der Operation.

Die CIA-Agenten, von deren Quartier in Jordanien aus die Daraa-Operation gesteuert wurde, hatten bereits Waffen und Bargeld geliefert, welches zum Entfachen der „Flammen der Revolution“ in Syrien benötigt wurde. Mit genug Geld und Waffen kann man jederzeit und überall in der Welt eine Revolution auslösen.

In Wirklichkeit wurde der Aufstand in Daraa im März 2011 nicht durch von Jugendlichen gezeichnete Graffitis ausgelöst und da waren auch keine empörten, die Freiheit ihrer Kinder fordernden Eltern. Das war vielmehr Teil der im Hollywood-Stil geschriebenen Inszenierung durch geschulte CIA-Agenten, welchen eine Mission in Auftrag gegeben wurde: Syrien zum Zwecke des Regierungs-Umsturzes zu zerstören. Daraa war nur Akt 1: Szene 1.

Die Tatsache, dass diese sogenannten jugendlichen Graffiti-Künstler und deren Eltern niemals gefunden wurden, niemals mit Namen auftauchten und niemals auf Bildern veröffentlicht wurden, ist der beste Hinweis, dass deren Identität fiktiv ist.

Bei jedem Aufstand wird die Graswurzelbewegung [Bewegung der Straße] benötigt. Gewöhnlich entwickelt sich eine Situation, bei der Protestierende die Straße übernehmen. Die Sicherheitskräfte schreiten ein, um die Ordnung wieder herzustellen und räumen die Straße und wenn diese [den Protest] „brutal niedergeschlagen“ haben, erscheinen andererseits mit Empörung reagierende „friedliche Demonstranten“, die sich unterdrückt und benachteiligt fühlen. Die Menge auf den Straßen schwillt an. Das ist der Moment, an dem der Protest der Straße in zwei Richtungen gehen kann: Die Demonstranten beruhigen sich wieder und gehen nach Hause, oder die Demonstranten antworten mit Gewalt, welche dann auf die Gewalt der Sicherheitskräfte trifft und das ist die Bühne für einen voll ausgewachsenen Aufstand.

Der inszenierte Aufstand in Daraa hatte viele Beteiligte aus der Region, die sich ihrer Teilnahme an einer CIA-Hollywood-Produktion nicht bewusst waren. Sie waren die ohne Bezahlung agierenden Extras in der Szene, die nun gedreht wurde. Diese Statisten waren unzufrieden, vielleicht seit mehr als einer Generation und vielleicht verwurzelt im Wahabbismus, welcher als globale Ideologie durch das Königreich Saudi-Arabien und deren königliche Familie sowie deren bezahlte Helfer verbreitet wird.

Die libyschen Waffen in der Omari-Moschee wurden eingelagert, bevor Gerüchte über angeblich wegen gesprühter Losungen verhaftete Jugendliche verbreitet wurden. Der Geistliche war sich aufgrund seiner Sehbehinderung und seines Alters, nicht bewusst, was in seiner Moschee vorging, bzw. nicht bewusst der ausländischen Eindringline in dessen Mitte.

Die Waffen kamen aus der CIA-Zentrale in Jordanien nach Daraa. Die US-Regierung hat enge Beziehungen zum jordanischen Königshaus. Jordanien ist zu 98 Prozent palästinensisch und hat einen langjährigen Friedensvertrag mit Israel; trotz der Tatsache, dass fünf Millionen ihres Volkes hinter der Tür zum okkupierten Palästina leben, dem jede Form von Menschenrechten verwehrt wird. Der jordanische König beschreitet jeden Tag einen Drahtseilakt zwischen seinen Bürgern, dem Frieden und der Sicherheit seines Landes und Amerika´s Interessen und Projekten im Mittleren Osten. König Abdullah ist nicht nur ein Seiltänzer sondern auch gleichzeitig ein Jongleur und all der Druck auf ihm selbst und Königin Rania, die selbst Palästinenserin ist, muss enorm sein.

Diese Tatsachen müssen vor dem Hintergrund einer Syrischen Arabischen Republik betrachtet werden, welche sich in den vergangenen 40 Jahren als Eckpfeiler einer Innen- und Außenpolitik, die sich für Menschenrechte, Freiheit und Gerechtigkeit in Palästina einsetzte, auszeichnete.

Die US-Politik, Syrien anzugreifen, um dessen Regierung zu stürzen, beruhte nicht nur auf den Gasleitungen, den Ölquellen, der strategischen Lage und dem Gold, sondern es ging auch um dessen Zerschlagung als eines Vertreters der palästinensischen Rechte. Präsident Bashar al-Assad loszuwerden, hieß, einen der wenigen arabischen Führer mit unerschütterlicher Stimme für die palästinensischen Rechte loszuwerden.

Daraa´s Lage, direkt an der jordanischen Grenze ist der entscheidende Grund für dessen Auswahl als Drehort für die Ouvertüre des syrischen Aufstands. Würden Sie die Syrer fragen, ob sie schon mal in Daraa gewesen sind, oder planen dort hin zu fahren, bekämen sie von den meisten die Antwort: „Nein.“ Es ist eine kleine und unbedeutende ländliche Stadt. Es ist ein sehr unattraktiver Ort, um eine landesweite Revolution zu beginnen. Daraa ist von historischer Bedeutung aufgrund seiner archäologischen Ausgrabungen, doch das Interesse darauf beschränkt sich auf kaum mehr als das von Geschichtsprofessoren und Archäologen. Der Zugang zu den Waffen aus Jordanien aber machte Daraa zum perfekten Ort der Inszenierung eines Aufstandes, der sich in einen internationalen Krieg wandeln würde.

Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand würde annehmen, dass ein Aufstand oder eine Revolution in Syrien in Damaskus oder Aleppo beginnen würde, den beiden größten Städten. Auch nach zweieinhalb Jahren der Gewalt überall im Land nahmen Aleppo’s Einwohner nicht am Aufstand teil, oder riefen nach einen Regime-Wechsel. Aleppo; das große industrielle Zentrum des Landes wollte nichts zu tun haben mit der CIA-Mission und hoffte, bei völligem Ausbleiben jeder Art von Teilnahme verschont zu bleiben und die Gewalt würde vielleicht aussterben, ein natürlicher Tod durch Mangel an Beteiligung seitens der Bürger. Dieses Spiel ging für Aleppo nicht auf.

Statt dessen lud die US-unterstützte Freie Syrische Armee, welche hauptsächlich aus Idlib und den umliegenden Gebieten kam, ihre ausländischen Partner ein und sie drangen unaufhörlich von der Türkei her in Aleppo ein. [Der Türkei] wo sie mit Turkish Airlines Flügen aus Afghanistan, Europa, Australien und Nordafrika kommend in Istanbul landeten und mit Bussen der türkischen Regierung an die türkische Grenze – in Richtung Aleppo – gefahren wurden. Die Flug-Tickets, Busse, Gehälter, Versorgung, Essen und Medikamente wurden sämtlich über einen offiziellen Beamten der saudischen Regierung besorgt.

Die Waffen wurden durch die Vereinigten Staaten von Amerika aus ihrem Lager an den Docks von Benghazi, Libyen, geliefert. Die US-NATO Regime-Change Mission war in Libyen mit einem vollen Erfolg abgeschlossen worden, mit Inbesitznahme aller Waffen und Lagerbestände, dem früheren Vermögen der libyschen Regierung, einschließlich Tonnen von Gold, welche die US-Regierung von der libyschen Zentralbank übernahm.

Einmarsch der Libyer, Bühne rechts. [8] Mehdi al Harati, ein Libyer mit irischem Pass, war [zuvor] beauftragt, eine Einheit von Terroristen, bezahlt und geleitet von der CIA, in Libyen zu führen. Nach Abklingen der dortigen Kämpfe wurde er nach Nord-Syrien gebracht, in den Distrikt Idlib, die Operationsbasis der Amerika-gestützten Freien Syrischen Armee, welche der republikanische Senator John McCain im Auftrag [des republikanischen Zweiges] des US-Kongresses und höchstpersönlich besuchte [9][10], zuvor illegal und ohne Pass oder Grenzkontrolle in Syrien eingereist.

In Arizona plädiert Senator McCain für die Deportation jedes illegal in die USA Eingewanderten, aber er selbst brach internationales Recht durch Betreten syrischen Staatsgebietes als ein illegaler ohne im Besitz gültiger Dokumente seiender Fremder. Doch war er in Begleitung für ihn vertrauenswürdiger Freunde und Verbündeter, der Freien Syrischen Armee; derselben Leute welche Christen wie Muslime enthaupteten,  Frauen und Kinder beiderlei Geschlechts vergewaltigten, Mädchen als Sex-Sklavinen in der Türkei verkauften und die rohe Leber eines Mannes aßen, was sie auch noch stolz filmten und [in das Internet] hoch luden.

Vorher gab es in Syrien keine Al-Kaida Terroristen und es hatte den Krieg im benachbarten Irak ohne große Verwerfungen überstanden, mal abgesehen von der Aufnahme von zwei Millionen irakischer Kriegs-Flüchtlinge. Kurz vor dem Ausbruch des Aufstandes in Daraa waren Brad Pitt und Angelina Jolie auf Einladung des Präsidenten und seiner Frau in Damaskus. Pitt und Jolie waren gekommen, um die irakischen Kriegsflüchtlinge in Damaskus zu besuchen und zu unterstützen. Brad Pitt war überrascht, dass der syrische Präsident ihn persönlich eingeladen hatte, und zwar ohne einen eigenen Personenschutz oder Sicherheits-Maßnahmen. Pitt und Jolie hatten ihr eigenes Sicherheits-Team in Damaskus. Präsident Assad erklärte, dass er und seine Gattin es in Damaskus bequem hätten, wissend, dass es ein sicherer Ort wäre. Tatsächlich hatte der Verband der französischen Reiseagenturen Syrien als das sicherste touristische Ziel der Mittelmeer-Region empfohlen; das bedeutet, sicherer sogar als Frankreich selbst.

Jedoch war es die US-Strategie einen „Neuen Mittleren Osten“ zu erschaffen, womit die Sicherheit hinweg gefegt würde, mit dem darauf folgenden Tornado, auch genannt „Winds of Change“. Tunesien, Libyen, Ägypten und dann Syrien waren die Trittsteine im Garten des „Arabischen Frühlings“. Doch das Szenario in Syrien hält sich nicht an das Skript. Es läuft aus dem beabsichtigten Zeitfenster und aus dem Budget. Der Abspann hat noch nicht begonnen und der Vorhang ist noch nicht gefallen.

Wir dürfen die Rolle, welche die Leitmedien bei der Zerstörung Syriens zu spielen hatten, nicht unterschätzen. So war zum Beispiel Rula Amin von Al Jazeera in Daraa und interviewte persönlich den Geistlichen der Omari-Moschee Sayasneh. Al Jazeera ist in Staatsbesitz und betreibt Medien für den Prinzen von Katar. Der Prinz von Katar war einer der Hauptfinanziers der terroristischen Attacken auf Syrien. Die USA sendeten die Waffen, den Nachschub und lieferten Bilder von Militärsatelliten. Alle anderen Kosten, die mit direkten Bargeldzahlungen verbunden waren, trugen der Prinz von Katar und der König von Saudi-Arabien, welche die Rolle der engsten Verbündeten für die Vereinigten Staaten von Amerika im Mittleren Osten spielten.

Das inszenierende Team bestand im Wesentlichen aus den USA, EU, NATO, Türkei, Jordanien, Israel und den Golfmonarchien Saudi-Arabien und Katar. Die CIA hat kein Problem mit verdeckten Operationen in fremden Staaten, selbst mit massiven Angriffen nicht. Jedoch muss die Finanzierung durch andere Staaten erfolgen. Denn den amerikanischen Wähler kümmert zwar nicht die Ermordung von Menschen in Syrien, aber das [aus Steuergeldern] zu bezahlen, würde er niemals akzeptieren. Solange die Araber das Projekt bezahlten, war das in Ordnung für Mister John Q. Public, der wahrscheinlich unfähig wäre, Syrien auf irgendeiner Landkarte zu finden.

Rula Amin und die anderen aus dem Stab von Al Jazeera und mit ihnen das amerikanische CNN, die britische BBC und die französische France24 begannen, Propaganda-Kampagnen gegen die syrische Regierung und das syrische Volk, dass unter dem von den Terroristen gebrachtem Tod und der Zerstörung litt, zu verbreiten. Und gaben vor, dass diese [die Terroristen] Teilnehmer eines lokalen Aufstandes seien. An manchen Tagen waren die Skripte so ähnlich, dass man glauben könnte, sie wären alle im gleichen Hotelzimmer in Beirut geschrieben worden.

Die Bühne betraten nun die Online-Medien Figuren des Robert Fink, von seinem Aussichtspunkt in Beirut aus, und Joshua Landis von seinem Hochsitz in Oklahoma. Diese zwei Männer, weit entfernt von den aktuellen Geschehnissen sitzend, gaben vor, über alles Bescheid zu wissen, was in Syrien vorging. Die britischen und amerikanischen Leser wurden über deren gezielt einseitig verbreiteten Behauptungen beeinflusst, während die tatsächlich in Syrien lebenden Syrer, welche online englisch lasen, verdutzt waren. Die Syrer waren erstaunt, wie westliche Journalisten die Seite von Terroristen einnehmen konnten, die Ausländer waren, Anhänger eines radikalen Islam, die unbewaffnete Zivilisten attackierten, welche versuchten, ihr Haus und ihre Familie zu verteidigen.

Die Medien porträtierten die Terroristen als Freiheitskämpfer und Demokratie-Helden, während diese vergewaltigten, plünderten, verstümmelten, für Lösegeld entführten und unbewaffnete Zivilisten ermordeten, die nicht das Skript gelesen hatten, bevor das Schießen in Daraa begann. Das war ein globaler Film-Trailer und es war ein billiges Mobiltelefon-Video, welches daran ging, die Welt zu infizieren. Und es verkaufte den Zuschauern die Idee von einem Syrien, welches am Beginn eines dramatischen Kampfes für Freiheit, Gerechtigkeit und den amerikanischen Weg sei.

Von Anfang an bezahlten Al Jazeera und die anderen Medien [s.o.] 100 US$ für jedes Amateur-Video in Syrien. Eine ganz neue Heimindustrie sprang in Syrien an, mit Direktoren und Akteuren, alle gierig nach Scheinwerferlicht und Ruhm. Authentizität war nicht gefragt, die Medien suchten schlicht Inhalte, welche ihre Propaganda-Kampagne zu Syrien stützten.

Daraa war der Eröffnungs-Akt eines tragischen Epos, dessen Abschluss noch aussteht. Der Geistliche Sheikh Sayasneh, welcher eine Schlüsselfigur in der Eröffnungsszene darstellte, wurde zuerst unter Hausarrest gestellt und dann, im Januar 2012, nach Amman [der jordanischen Hauptstadt] geschleust. Heute hält er Vorträge in Amerika, nahe Washington, DC. So wie aufstrebende Schauspieler gewöhnlich ihren Weg in Richtung Hollywood finden, dem Mekka der Filmindustrie, so fand Sheikh Sayasneh seinen Weg zum Mekka aller Projekte für Regierungsumstürze.

(Übersetzung: ped; August 2016)


Quellen

[1] https://peds-ansichten.de/2016/03/avaaz-und-der-krieg-gegen-syrien/

[2] Middle East unrest: Three killted at protest in Syria; 18.3.2011; BBC;  http://www.bbc.com/news/world-middle-east-12791738

[3] In Syria, Crackdown after Protests; 18.3.2011; New York Times; http://www.nytimes.com/2011/03/19/world/middleeast/19syria.html?_r=0

[4] Interview der ARD mit Assad; https://peds-ansichten.de/2016/03/klarstellungen-assad-interview-mit-der-ard/

[5] Syria: Seven Police killed; Abrutz Sheva; 21.3.2011; http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/143026#.VuyGlp5WWcP

[6] Violence erupts at protests in Syria; Al-Jazeera; 18.3.2011; http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2011/03/201131817214964640.html

[7] Nachgetragen; Joachim Guilliard; 1.2.2012; http://jghd.twoday.net/stories/syrien-der-gefaehrliche-mythos-einer-friedlichen-revolution/

[8] 29.11.2011; https://www.rt.com/news/libya-syria-fighters-smuggled-475/

[9] John McCain twittert seinen illegalen Besuch in Syrien; 28.5.2013; https://twitter.com/senjohnmccain/status/339455679800700928?lang=en

[10] https://peds-ansichten.de/2015/04/syrien-und-die-hetze-deutscher-medien/

[Allgemein] The day before Daraa: How the West brought civil war to Syria; Steven Sahiounie; 10.8.2016; American Herald Tribune; entnommen aus: https://www.sott.net/article/326064-The-day-before-Daraa-How-the-West-brought-civil-war-to-Syria

[Allgemein] Mythos einer friedlichen Revolution; Joachim Guillard;; 6.6.2012; http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17883

[Titelbild] Datei: krak-of-chevaliers-1078528_960_720.jpg; Quelle: https://pixabay.com; Lizenz: CC0 Public Domain

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