Avaaz und der Krieg gegen Syrien

Avaaz.org ist in aller Munde und wird als demokratische Kampagnenplattform seit einigen Jahren hoch gelobt. Avaaz selbst zitiert dabei auf seiner Web-Präsenz die britische Zeitung „Observer“ mit den Worten: „Avaaz versorgt das globale System mit einer beeindruckenden Infusion von Feedback. Und das beste ist, es bietet eine zeitgemäße Lösung gegen Politikverdrossenheit an.“ Vielleicht könnte man korrigierend sagen: Es bietet eine zeitgemäße weil bequeme Lösung gegen das schlechte Politikgewissen; halt an sich Bequemlichkeit an?


AVAAZ.org: The World in ActionKeine Frage, Avaaz hat immer wieder vor allem den emotional starken Hebel, um Menschen zum Klick der Avaaz-Petitionen zu bewegen. Ob es um den Schutz der Waale, der Bienen, unterdrückter Frauen oder der südamerikanischen Ureinwohner geht. Immer sind die Kampagnen hoch emotional und stoßen Gefühle wie Mitleid, Empörung, Angst und Zorn an. Stutzig macht, dass die Politiker, gegen die Avaaz vorgibt zu opponieren, die Organisation über den grünen Klee hinaus loben:

„Der britische Premierminister Gordon Brown sagt von Avaaz: „Ihr habt den Idealismus der Welt vorangetrieben… unterschätzt nicht euren Einfluss auf die Staats -und Regierungschefs“. Der Economist schreibt, dass Avaaz bereit ist, einen „ohrenbetäubenden Weckruf an die Entscheidungsträger der Welt zu senden“ und Nobelpreisträger Al Gore sagt: „Avaaz ist inspirierend und hat bereits damit begonnen, Veränderungen einzuläuten.“ Wir sind nur 5 Jahre alt und wachsen schnell. Je stärker unsere Mitglieder gewillt sind sich zu engagieren und zu spenden, desto mehr Einfluss werden wir haben.“ [1]

Doch eben diese pausenlos getriggerte Emotionalität ist auch mit Schatten verbunden. Erstens verhindert sie Differenzierung und suggeriert gleichzeitig schlichte Lösungen und zweitens kann man über unreflektierte Emotionen natürlich Menschen hervorragend manipulativ missbrauchen. Weiterhin macht stutzig, dass der Economist, der mehr ist als nur eine Zeitung, sondern ein hoch vernetztes Medien- und Konzern-Netzwerk, mit verschiedenen Vertretern seit Jahren im Lenkungsausschuss der Bilderberg-Konferenz vertreten ist. Und spätestens wenn es in hochpolitische Themen wie Krieg und Frieden geht, kommt beim kritischen Beobachter der Verdacht hoch, dass es sich bei dieser sich volkstümlich gebenden demokratischen weltumspannenden Plattform um eine Mogelpackung handeln könnte; die Ergänzung einer Matrix welche eh schon den Menschen das wahre Bild dieser Welt verschleiert. Dabei gebraucht Avaaz in Bezug auf seine Selbstdarstellung große Worte:

Wir sind 100% unabhängig

Avaaz akzeptiert kein Geld von Regierungen oder Konzernen. Dies ist enorm wichtig, um sicherzustellen, dass unsere Stimme ausschließlich durch die Werte unserer Mitglieder bestimmt wird und nicht abhängig ist von den Spenden großer Geldgeber. Zwar erhielten wir die ersten Zuschüsse von Partnerorganisationen und karitativen Organisationen, doch mittlerweile werden fast 90% des Budgets von Avaaz durch kleine Online-Spenden abgedeckt. Dies bedeutet, dass wir einzig und allein dem Begehren der Spender folgen.“ [2]

Diese beschworene Unabhängigkeit soll im Folgenden auf ihren Wahrheitswert untersucht werden.

Avaaz und Syrien

Auf Avaaz aufmerksam wurde ich beim Thema Syrien. Im April 2011, als die Unruhen in diesem Land ausbrachen, startete Avaaz die folgende Initiative:

Die Mediensperre in Syrien durchbrechen                  April 2011

2011-04-08_MediensperreInSyrienDurchbrechen_avaaz.org

Seit Beginn der friedlichen Aufstände steht die Avaaz-Gemeinschaft den Menschen in Syrien zur Seite, die von ihrer eigenen Regierung gewaltsam angegriffen werden. Zu Tausenden sind wir eingeschritten, um mutige Menschen in Syrien mit Satellitenmodems und Fotohandys auszustatten. So können sie Assads brutales Vorgehen gegen unschuldige Zivilisten aufnehmen. Noch bevor internationale Medien ins Land gelangen konnten, sagte das Time Magazine, dass Avaaz „kontinuierliche Berichterstattung aus Syrien organisiert hat, die dazu beigetragen hat, dass man sich im Westen ein Bild von den Grausamkeiten vor Ort machen konnte.“ Und als die Zustände richtig schlimm wurden, hat unsere Gemeinschaft geholfen, den Menschen in größter Not Lebensmittel, Medikamente und humanitäre Hilfe im Wert von Millionen von Dollar zukommen zu lassen. Wir drängen Regierungen aus aller Welt nach wie vor dazu, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um ein freies und friedliches Syrien zu ermöglichen. [3]

Es war ganz erstaunlich mit welcher Geschwindigkeit Avaaz damals die Situation überschaute und Stellung gegen das „Regime“ der Assad-Regierung bezog; unter dem einseitigen Vorwurf gewaltsamen Vorgehens gegen friedliche Zivilisten.  Dieser Aufschrei erschien mir einfach zu populistisch, zu gesteuert, als das ich an eine spontane demokratische Bewegung zur Unterstützung des syrischen Volkes glauben konnte. Dazu tausende Menschen mit Satelliten-Telefonen und Mobiltelefonen auszustatten, zeugt außerdem von einer beeindruckenden logistischen Leistung sowie Finanzkraft und dass Avaaz auch noch eine Plattform im „Time Magazine“ bekam, machte mir das Ganze erst recht suspekt. Die „Mediensperre“ war zudem eine reine Erfindung. Einen Monat zuvor hatte Avaaz schon auffällig die Kampagne zum Sturz der Gaddafi-Regierung in Libyen begleitet:

Menschenleben in Libyen gerettet                          März 2011

Ein Massaker verhindert

Als der arabische Frühling in Libyen losging, drohte Muammar Gaddafi, die Stadt Bengasi vollständig zu vernichten. Doch Avaaz-Mitglieder taten sich zusammen, um ihn zu stoppen.

Am Tag vor der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat forderte Avaaz mit einer Million Nachrichten das Einfrieren der Vermögenswerte und Schutzmaßnahmen. Ein Massaker wurde verhindert. Die US-Botschafterin der UNO, die sich zunächst quer stellte, bedankte sich öffentlich für unsere Kampagne.

@Avaaz Unterzeichner: Vielen Dank. UN-Sicherheitsrat hat die Gewalt in #Libyen verurteilt und Schutz der Zivilisten gefordert

US-Botschafterin Susan Rice [4]

Beide Kampagnen waren propagandistischer und logistischer Part zur Erschaffung eines Zustandes, den es so zuvor gar nicht gegeben hatte. Weder in Libyen noch in Syrien wurde die Zivilbevölkerung massakriert und ebenso wenig bestand eine Bedrohung in jener Richtung. Wie Libyen durch diesen gefakten Volksaufstand im Chaos versank, kann man hier nachlesen. Was aber geschah im Syrien des Jahres 2011?

Ein Bürgerkrieg den es nicht gab

Offiziell werden die Ereignisse in der Provinzhauptstadt Daraa, südlich von Damaskus und nahe der Grenze zu Jordanien gelegen, mit dem Ausbruch der Gewalttätigkeiten (im Westen von Beginn an als friedlicher Volksaufstand deklariert) in Verbindung gebracht. Danach hatte eine Gruppe Jugendlicher regierungsfeindliche Losungen an Hauswände geschrieben, worauf sie von der Polizei festgenommen und misshandelt wurde. Eine spontane Demonstration mehrerer hundert Menschen führte ein oder zwei Tage später zur Freilassung der Halbwüchsigen. Als die Proteste weitergingen, schossen Sicherheitskräfte auf die Demonstranten. Diese Meldungen wurden von der BBC bzw. Reuters aber auch von Massenmedien wie der New York Times verbreitet. [5][6] Entsprach das denn aber der Wahrheit oder handelte es sich eher um eine Inszenierung? Hellwach wurde ich als ich dies las:

Thomas Aders (ARD): Schauen wir fünf Jahre zurück in die Zeit, als die Aufstände in der arabischen Welt begannen, und zwar auch in Daraa im Süden Syriens und an der Grenze zu Jordanien. Wir haben den Eindruck, dass dort ein paar übermütige Jugendliche Graffitis an eine Mauer sprühten und dafür inhaftiert wurden. Als ihre Eltern sie zurückhaben wollten, haben die Sicherheitskräfte mit äußerster Härte zurückgeschlagen. War es klug, derartige Verrücktheiten von jungen Menschen so hart zu bekämpfen und damit den Startschuss für den Bürgerkrieg zu geben?

Baschar al-Assad: Zunächst einmal hat es die ganze Geschichte gar nicht gegeben. Sie ist einfach nicht passiert, sondern war reine Propaganda. Wir haben davon gehört, aber nie auch nur eines dieser Kinder gesehen, die ins Gefängnis gekommen sind. Es war eine Lügengeschichte. Angenommen, das nicht Geschehene sei geschehen – vergleichen wir es dann doch einmal mit den Ereignissen in den USA im vergangenen Jahr, wo alle über die Tötung vieler Schwarzer durch die Polizei diskutierten, die in den USA von sehr vielen Menschen verurteilt wird.

Hat da etwa irgendjemand den Leuten gesagt, sie sollten sich Maschinengewehre besorgen und andere Menschen umbringen, nur weil der Polizeibeamte einen Fehler begangen hat? Das ist natürlich keine Entschuldigung. Also – geschehen ist das Erwähnte nicht, wäre es jedoch geschehen, so wäre es kein Vorwand für irgendjemanden, sich zu bewaffnen, gegen die Regierung zu kämpfen und unschuldige Zivilisten zu töten.

Und die nächste Frage, welche Gegenmaßnahmen würden Sie ergreifen, wenn auf Ihren Straßen Menschen andere Menschen umbringen und sich an fremdem Besitz vergreifen. Sagen Sie denen: „Macht, was ihr wollt. Wir sind offen für alles. Und reagieren werden wir auch nicht“? Das wäre nicht in Ordnung. Wir haben da keine Wahl: Wir müssen ihnen Einhalt gebieten und sie am weiteren Töten hindern. [7]

Der syrische Präsident hat am 1.März 2016 gegenüber der ARD klipp und klar gesagt, dass es das Ereignis mit den Jugendlichen von Daraa schlicht nicht gegeben hat! Und – hat bis heute irgendjemand widersprochen? Nein, aber diese in ihrer Singularität für den Krieg in Syrien so schwer wiegende Tatsache wird nun von den Medien einfach tot geschwiegen. Wo also hatten denn die großen Nachrichtenagenturen, Medien und eben Plattformen wie Avaaz.org dann ihre Informationen her?

Andere Blätter berichteten bereits am 21.März 2011 von einer Reihe toter Polizisten [8]. Und die syrische Nachrichten-Agentur SANA zeichnete ein Bild bewaffneter Provokateure die gezielt Institutionen angriffen (Krankenhäuser, Polizeistationen, Ministerien, Moscheen) und die Situation systematisch durch Schusswaffengebrauch eskalierten. Schon zuvor waren die Demonstrationen nicht friedlich, denn Steine flogen und Autos wurden angezündet. Über dieses klassische Mittel wurde die Eskalation eingeleitet. Es ist nun einmal die Aufgabe von Polizisten, für öffentliche Ordnung und Sicherheit zu sorgen und genau bei Erfüllung dieser Aufgabe wurden sie nun mit noch mehr Gewalt konfrontiert und die (fast) unvermeidliche Spirale der Gewalt begann sich zu drehen. [9]

„Die Zahl der getöteten Polizisten überstieg somit in den prägenden ersten drei Tagen der Protestbewegung vermutlich die der Opfer unter den Demonstranten. Mit dem Bild friedlicher Proteste, die von Sicherheitskräften willkürlich mit brutaler Gewalt unterdrückt wurden, ist dies kaum zu vereinbaren. Angesichts der Toten in ihren Reihen, war ein rücksichtsloseres Vorgehen der Sicherheitskräfte nun schon vorgezeichnet.“ [10]

Aber bleiben wir bei Avaaz und dessen Rolle in einem Krieg, der niemals ein Bürgerkrieg sondern von Anfang an ein Stellvertreterkrieg war. Und je mehr Avaaz-Aktivitäten man in Bezug auf Syrien untersucht, desto stärker wird das Gefühl, dass es dieser Bewegung überhaupt nicht um die Menschen geht, sondern um Parteinahme für Eliten, die klare Vorstellungen von einem Syrien in eigenem Sinne haben. In jeder Syrien-Kampagne betrieb Avaaz einen identischen Kurs zur Agenda dieser Eliten, z.B. hier:

Hilferuf aus Syrien                                       Januar 2014
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Ich komme aus Homs in Syrien — einer belagerten Stadt, in der Kinder und Babies gefoltert und bombardiert wurden. Es ist die Hölle auf Erden und es fällt mir schwer, nicht die Hoffnung zu verlieren. Doch jetzt gibt es einen Lichtblick und ich brauche dringend Hilfe. […] Eins steht fest: Dies ist ein Krieg gegen Zivilisten. Das Assad-Regime hat nicht nur ganze Ortschaften mit Chemiewaffen angegriffen, sondern auch ganze Regionen, einschließlich meiner eigenen, belagert, tagtäglich bombardiert und die Lebensmitteleinfuhr verhindert. […] [11][12]

Viel primitiver lässt sich auf der Klaviatur der Emotionen kaum noch spielen. Die Menschen werden mit pausenlosen Horrormeldungen auf einen Stresslevel gebracht, der das Nachdenken schlicht unterbindet. Der Schrei nach Waffenruhe ist ganz besonders in Bezug auf Homs an Heuchelei kaum zu überbieten. Als 2012 in Genf eine Waffenruhe eben für diese Stadt ausgehandelt wurde, bezog das auch die Rücknahme von bewaffneten Kräften an den Frontlinien ein. Während die syrische Armee sich danach vereinbarungsgemäß aus den betreffenden Stadtvierteln zurückzog, rückten die Terroristen (damals vorwiegend aus FSA-Kämpfern bestehend) umgehend in diese Stadtviertel ein – unter den Augen der arabischen Beobachtergruppe!:

„Zusammen mit Sharif, einem sunnitischen Ingenieur, fahren wir [Jürgen Todenhöfer und seine Begleitung] zwei Tage später nach Homs. Die Stadt ist noch immer die wichtigste, vielleicht aber auch letzte Hochburg des Aufstands. Sharif sagt, die Rebellen hätten den Rückzug der syrischen Armee während des Besuchs der arabischen Beobachter absprachewidrig zum Vormarsch genutzt, sagt Sharif. Die Regierung habe damals geschworen, sich nie mehr auf derartige Vorleistungen einzulassen.[13]

Anderthalb Jahre später startete also Avaaz.org diese Kampagne und das Interessante ist: Avaaz hatte Informationen aus erster Hand – nämlich von der International Crisis Group (ICG). Wir werden im weiteren noch darauf zurück kommen. Noch ein Beispiel wie Avaaz auf niedere Instinkte der Menschen geht, um sie gezielt auf Angstgefühle als Voraussetzung für Hass und Kriegsbereitschaft zu impfen (Hervorhebungen sind von Avaaz getätigt):

Russland: Stoppt Syriens Krankenhäuser des Horrors     Oktober 2011
Das syrische Regime erreicht einen neuen Tiefpunkt — die Todesschwadrone locken verletzte Demonstranten in Rettungsfahrzeuge und Krankenhäuser, um sie dann zu töten. Russland, Syriens wichtigster Verbündeter und Waffenlieferant, könnte dem Grauen ein Ende setzen.

Zwei Regierungen haben einen grossen Einfluss auf Russland — die Türkei und Deutschland — beide unterstützen die syrische Demokratiebewegung und haben enge Verbindungen zu Russland. Wenn wir sie jetzt zum Handeln auffordern, könnten sie sich dem wachsenden Druck in der Region anschließen und Präsident Medvedev dazu drängen, Russlands regimefreundliche Politik einzustellen und internationale Maßnahmen zu unterstützen.

Syriens Krankenhäuser des Horrors sind die letzte Entdeckung in einer langen Reihe von unbeschreiblichen Verbrechen gegen friedliche Demonstranten. Bislang hat niemand Russland für seine Waffenlieferungen, die diese Gräueltaten ermöglichen, zur Verantwortung gezogen, doch das können wir jetzt ändern: Erhöhen wir jetzt gemeinsam den Druck auf Merkel und Erdogan, damit sie gemeinsam mit der Arabischen Liga für eine Beendigung der Gewalt sorgen. Unterzeichnen Sie jetzt und leiten Sie den Aufruf weiter — er wird noch diese Woche an die Aussenministerien übergeben. [14]

Der Plot ist dermaßen krude, dass man sich fragt, welcher klar denkende Mensch so etwas ernst nehmen mag. Obiges zu glauben, hat aber leider nichts mit Intelligenz zu tun, die Manipulation von Propaganda greift auf einer anderen Ebene! Und sie wirkt über ständig wiederholte Schlagwörter wie „friedliche Demonstranten“, „Demokratiebewegung“ (jeweils positiv konnotiert), „Regime“,  (negativ konnotiert) usw. und die Verbindung der negativ konnotierten Begriffe mit Dysphemismen wie „Gräueltaten“, „Todesschwadronen“, „Waffenlieferant“ usw.

Es wird deutlich, dass diese Organisation ein Propagandainstrument, ein Vasall ist, aber wessen? Es sollte also untersucht werden, wer eigentlich die Macher, die Träger, die Institutionen und Menschen hinter Avaaz sind. Aber bevor wir dazu kommen noch ein Wachmacher, der zeigt, dass Avaaz uns eine Illusion, eine Show über den Kampf um Freiheit und Menschenrechte vorgaukelt. Für mich – auch in ihren Aktivitäten – endgültig entlarvt hatten sie sich, als sie eine Flugverbotszone über Syrien forderten – als übrigens lange klar war, dass es halt nicht die syrische Armee ist, die chemische Kampfstoffe einsetzt.

Am 26.04.2015 kam nachfolgende Email von John Tye – Avaaz

Liebe Freundinnen und Freunde,
 

die syrische Luftwaffe hat gerade Chlorgasbomben auf Kinder abgeworfen. Kleine Körper rangen auf den Krankentragen um Atem, während medizinische Helfer mit Tränen in den Augen ihren Erstickungstod mit ansehen mussten. Doch heute haben wir die Chance, diese Fassbombenangriffe zu stoppen — mit einer gezielten Flugverbotszone.

Die USA, die Türkei, Großbritannien, Frankreich und weitere Länder denken jetzt ernsthaft über eine Flugverbotszone in Nord-Syrien nach. Obamas enge Berater sind dafür, doch er selbst ist besorgt, dass die öffentliche Unterstützung ausbleiben könnte. Und genau da kommen wir ins Spiel. Sagen wir ihm jetzt, dass wir nicht in einer Welt leben wollen, die tatenlos zuschaut, wenn ein Diktator mitten in der Nacht Familien mit Chemiewaffen bombardiert. Wir möchten, dass gehandelt wird.Ein humanitärer Helfer sagte: „Ich wünschte, die Welt könnte sehen, was ich mit meinen Augen gesehen habe. Es bricht einem für immer das Herz.“ Zeigen wir nun, dass die Welt sich um Syrien sorgt — unterzeichnen Sie, um eine lebensrettende Flugverbotszone zu unterstützen:

Nicht zum ersten Mal geht Assad mit Chemiewaffen gegen sein eigenes Volk vor. Doch dieser Angriff erfolgte nur wenige Tage, nachdem der UN-Sicherheitsrat in einer Resolution den Einsatz von Chlorgas in Syrien verurteilte. Der Rat hat weitere Maßnahmen angedroht, sollte dagegen verstoßen werden — das bedeutet jetzt sofort! Eine Schutzzone, die von den USA, der Türkei, Großbritannien, Frankreich und anderen Regierungen durchgesetzt wird, ist ein einfacher Schritt, der den Konflikt deeskalieren und Massaker an Zivilisten stoppen könnte. Der Westen würde dadurch nicht in einen Bodenkrieg gezogen werden. Experten sagen außerdem, dass das syrische Militär eine Flugverbotszone nicht erfolgreich anfechten könnte. Solange Assad den Luftraum unter seiner Kontrolle hat, wird er versuchen, diesen brutalen Krieg zu gewinnen, indem er die Menschen mit Bomben zur Unterwerfung zwingt. Doch wenn wir eine Flugverbotszone unterstützen, kann das jetzt ein Ende nehmen — sagen wir Obama, dass er Zivilisten schützen soll. Unterzeichnen Sie jetzt:

Die Zahlen können den Horror kaum erfassen — über 210.000 Todesopfer, 50 Prozent der Bevölkerung sind aus den Häusern vertrieben, 36 Prozent der Krankenhäuser zerstört und fast 4.000 Schulen dem Erdboden gleichgemacht worden. Seit Jahren setzt sich unsere Gemeinschaft für die Menschen in Syrien ein, die um ihr Leben kämpfen. Tun wir es jetzt noch einmal. Voller Hoffnung,

John, Mais, Nick, Alice, Rewan, Wissam, Ricken und der Rest des Avaaz-Teams [15]

Stelle einfach die Menschen (also Sie) darauf ein, dass „das Regime“ zu so etwas fähig ist. Füttere den Verdacht, um eine Grundkonditionierung her zu stellen, die irgendwann dem Hilfeschrei nach Gewalt zustimmt. Wiederhole einfach immer wieder die Flut von Lügen, das Unterbewusste wird es aufnehmen – ohne Prüfung des Wahrheitsgehaltes, denn zu dieser Prüfung ist es nicht in der Lage! Wer sich außer dem nicht so recht vorstellen kann, was sich hinter dem Begriff der Flugverbotszone (No Fly Area) verbirgt, dem empfehle ich nochmals den Blick nach Libyen.

„[…] In typischer Entstellung des eigentlichen Wortsinnes nach Orwell, wird die Begrifflichkeit umgedreht! „Flugverbotszone“ ist ein Euphemismus des Luftkrieges, eine mit dem Völkerrecht erschwindelte Luftherrschaft. Wer sich etwas in militärischen Dingen auskennt, weiß, dass dies primäres Ziel eines Angriffskrieges ist und einer strategischen Enthauptung des Gegners gleich kommt. […] Wenn uns der wahre, verborgene Sinn hinter dem verlogenen Begriff „Flugverbotszone“ offensichtlich wird, wenn wir uns seinen gewalttätigen Anspruch bewusst machen, dann sind die Botschafter des Begriffes schnell entlarvt. Die Menschen tun das aber nicht!“ [16]

Ach so, die Mär vom die eigene Zivilbevölkerung bombardierenden Assad-Regime löst sich spätestens dann in Rauch auf, wenn man erfährt, dass über 90 Prozent der in Syrien verbliebenen Bevölkerung (was nach wie vor die große Mehrheit der Syrer ist!) Schutz im Einflussbereich der Assad-Regierung suchen und finden. Solche einfachen Wahrheiten unterbindet jedoch Avaaz konsequent und ganz im Gleichschritt mit den westlichen Massenmedien. Was also ist Avaaz? Der Blogger Hartmut Barth-Engelbart hat es bereits im Jahre 2009 und in dunkler Vorausahnung so bezeichnet:

„AVAAZ ist ein Rattenfänger für die Kreuzzüge gegen die als Nächste anvisierten “Bad Guys” in strategisch wichtigen Gegenden – politisch, militärisch und resourcendefiniert. […] Ich halte AVAAZ für ein Fernsteurungsintrument gegen das Anwachsen antikapitalistischer, anti(neo-)kolonialistischer, antimilitaristischer NGOs und gegen das Anwachsen kommunistischer und anderer wirklich linker Organisationen  in Asien, in Lateinamerika in Afrika und auch in Europa.“ [17]

Geschichte und Strukturen

Folgenden Institutionen wird eine Schlüsselrolle bei der Gründung von Avaaz.org zugeschrieben:

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Avaaz-Gründungspräsident Ricken Patel war zuvor auch Mitbegründer der NRO (Nichtregierungs-Organisation) „ResPublica„. Interessant ist die Mitwirkung der „Service Employes International Union„, einer US-Gewerkschaft die 2008 mit Millionenspenden auch den Wahlkampf Barack Obama’s mit finanzierte.  ResPublica verdient eine genauere Betrachtung; man kann davon ausgehen, dass die Vernetzung welche über diese NRO aufgebaut wurde, zum großen Teil in Avaaz eingeflossen ist. Die Website von ResPublica ( http://therespublica.org ) war übrigens (als registrierte Seite) während der gesamten Zeit meiner Recherchen nicht erreichbar.

Eine Anmerkung: Wenn wir von Vernetzung und sich daraus ergebenden Abhängigkeiten sprechen, ist das nicht zwangsläufig eine auf finanzieller Ebene. Eine solche Betrachtung ist kurzsichtig und verschließt uns das wahre Wirken solcher Netzwerke, das nämlich in aller erster Linie auf der menschlichen Ebene funktioniert. Natürlich wirkt Geld in unseren Gesellschaften auch und zusätzlich „überzeugend“, aber das ist es nicht allein. Die Meisten der in Netzwerken eingebundenen Menschen sind von ihrer Tätigkeit im positiven Sinne durchaus überzeugt, was eben auch die Stärke dieser Netzwerke ausmacht!

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Der Kanadier Ricken Patel (Absolvent der Harvard University) hat als Avaaz-Gründer mit Sicherheit seine persönlichen Beziehungen aus dem ResPublica-Netzwerk genutzt. War er doch zudem jahrelang Berater der ResPublica unterstützenden International Crisis Group (ICG), wie auch der den US-Demokraten nahestehenden „Rockefeller Foundation“ und der „Gates Foundation“. [18][19] Diese Stiftungen großer US-Konzerne, zu der auch noch die Ford Foundation zu zählen ist, hatten enge Verbindungen zur Online Plattform Open Democracy aufgebaut. [20][21]

Open Democracy wiederum wird von einer Schlüsselfigur geprägt, die in Person zeigt, wie eng z.B. der Finanzsektor des führenden imperialistischen Staates mit aktiver Politik verwoben ist: George Soros. Dieser Mann ist ein Hedgefonds-Manager und hat über Spekulationen ein Milliarden-Vermögen angehäuft. Unter anderem diese Finanzkraft benutzt Soros für Machtspiele, um Politik zu gestalten. Dabei ist die Open Society Foundation faktisch „das Baby“ von George Soros. Mit Hilfe der Vorläufer dieser Stiftung (z.B. der Soros Foundation) betrieb er bereits im Kalten Krieg politische Wühlarbeit in den Ostblockstaaten, insbesondere in seinem Heimatland Ungarn. [22][23]

Avaaz nutzte übrigens bislang für seine Kampagnen auch gern Informationen der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW). Es gibt zahlreiche Indizien, dass HRW einseitig und desinformierend aus Syrien berichtet (gerade in Bezug auf das Thema Giftgas und Fassbomben) [24]. Es scheint mir deshalb angebracht, darauf hinzuweisen, dass George Soros dem HRW im Jahre 2010 Spenden in Höhe von 100 Millionen Dollar zugesagt hatte. Die tatsächliche Rolle von George Soros völlig ausblendend, sprach HRW selbst von „der Philantroph und Geldgeber“. [25]

2016-03-19_International_Crisis_Group_peds.ansichten.de Kommen wir noch einmal zur International Crisis Group (ICG). Auch in dieser findet sich George Soros im Vorstand wieder (wie auch der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer, der gleichzeitig im europäischen Zweig des Council on Foreign Relations Sitz und Stimme hat). Auch Bernd Ischinger ist wohl bekannt, als Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Wesley Clark ist ein ehemaliger NATO-Oberbefehlshaber. Der schwedische Politiker Carl Bildt war maßgeblich in die U-Boot-Affäre von 1981 verwickelt, bei der über angeblich in die schwedischen Hoheitsgewässer eindringende sowjetische U-Boote, politische Entscheidungen in Schweden beeinflusst wurden. Und Bildt ist auch immer mal wieder als Gast der Bilderberg-Konferenz geladen.

Die ICG hat maßgeblich das Konzept des Responsibility to Protect (kurz R2P genannt) mit vorangetrieben, das fremden Mächten das gewaltsame Eingreifen in die nationale Souveränität von Staaten erlaubt, wenn (diese fremden Mächte) einschätzen, dass im Opferland (denn das ist es) die Menschenrechte in massiver Gefahr sind. Unter anderem auf R2P (und der darauf bemühten Legitimation auf das Völkerrecht) beruhten später immer die Forderungen nach einer Flugverbotszone. Und es ist doch sehr interessant, dass Avaaz in seinen Kampagnen sich wiederholt – berufend auf R2P – für Flugverbotszonen engagiert hat. In berüchtigter Orwellscher Wortverdrehung lautet dieses Aggressions-Werkzeug auf deutsch denn auch: Schutzverantwortung! Louise Arbour, die Präsidentin der ICG (von 2009 bis 2014) sagte (in Nutzung gleichermaßen Wahrheit verbergenden Wordings) dazu:

„Die Verantwortung zu Schützen ist die wichtigste und einschneidendste Lehre der vergangenen Jahrzehnte.“ [26]

Es ist die ideologische Vereinnahmung, die solche Netzwerke so stabil macht und das Handeln der verbundenen Akteure maßgeblich bestimmt. Dass die involvierten Menschen selbst auch keiner Gut-Böse-Diktion durch uns unterliegen sollten  – um an dieser Stelle einer nicht zielführenden Schwarz-Weiß-Malerei vorzubeugen – zeigt aus meiner Sicht das folgende Beispiel recht gut. Denn Beobachter der ICG waren gerade in den Jahren 2011/2012 sehr aktiv in Syrien – und ihre Berichte glaubwürdig, weil um Objektivität bemüht (letztlich sind es immer Menschen, die Dinge tun, nicht Institutionen):

„Die ausländischen Mainstream-Medien würden auch nicht gerade zur Aufklärung beitragen. Ausländische Journalisten stützen ihre Berichte auf zweifelhaftes Material oppositioneller Kreise. Sie haben Aktive als lokale „Korrespondenten“ angeheuert und mit Satellitentelefonen, Modems etc. ausgestattet, die dann unüberprüft als „Augenzeugen“ dienen. Dies habe in zahlreichen Fällen zu falschen oder irreführenden Berichten geführt – z.B. über Polizeigewalt gegen Proteste an Orten, wo ihren späteren Nachforschungen zufolge überhaupt keine Aktionen stattfanden. Die meisten Medien würden zwar regelmäßig formell darauf hinweisen, dass sie die Authentizität ihrer Informationen nicht bestätigen können, diese jedoch dennoch breit veröffentlichen. Auf diese Weise erhielten Berichte über Panzer, die Granaten auf Stadtviertel abfeuern oder Hubschrauber, die Zivilisten niedermähen, breite öffentliche Verbreitung. Viele Titelgeschichten erwiesen sich später als Fake. “ [27][28]

Das ist Teil eines Berichts der ICG vom Juli 2011 und er weist auf genau die Widersprüche der Berichterstattung westlicher Medien und der von Avaaz hin, auf die ich am Anfang des Artikels aufmerksam machte. Dass die ehrenwerte (und nebenbei gefährliche Arbeit) dieser Menschen keinerlei reflektierenden und damit ändernden Einfluss auf die weitere Politik; auch der von der ICG und auch der von Avaaz hatte, bestätigt die ideologische Festigkeit dieser Netzwerke, die es ihnen nicht erlaubt, kognitive Dissonanz an der Spitze dieser Systeme konstruktiv aufzulösen.

Zurück auf die Gründung von Avaaz kommend, sollte an dieser Stelle so ziemlich klar sein, dass der Begriff einer volksnahen Bewegung, wie er gern in Bezug auf Avaaz.org in den Mund genommen wird, genau bei dieser Organisation eben mitnichten zutrifft. Hierzu noch ein paar weitere Personalien: Der britische Kampagnen-Direktor Paul Hilder war vormals Mitbegründer von OpenDemocracy (finanziert von Rockefeller- und Ford-Stiftungen). Und im Jahre 2012 wurde Paul Hilder Vizepräsident einer weiteren Kampagnen-Plattform, womit wir das nächste Propaganda-U-Boot des Establishments ausfindig gemacht haben: Change.org! Es dürfte eine herausfordernde Aufgabe sein, auch einmal das Netzwerk von Change.org aufzurollen.

Paul Hilder war zudem verbunden mit der Plattform MoveOn (als Mitgründer von Avaaz, s.w.o.). Taren Stinebrickner-Kauffman – fungierend als Senior Climate Campaigner – arbeitete für das Unternehmen Mellman Group, welches Beratungsleistungen für Politiker und politiknahe Institutionen anbietet (z.B. in der Vergangenheit für das US-Justizministerium unter George W.Bush, Weltbankprojekte in mehreren Staaten oder auch für den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger. [29] Schauen wir noch, wie unabhängig deutsche Avaaz-Vertreter von der großen Politik sind. Der erste (und einzige?) Deutschland-Sprecher (bis 2010) hieß Julius van de Laar und war in beide Wahlkampf-Kampagnen Barack Obama’s eingebunden. Heute berät er Unternehmen, Politiker, Parteien und NRO’s, u.a (man höre!) Change.org. [30]

Propaganda zielt auf Vereinnahmung und Avaaz hat das in gewisser Weise auf die Spitze getrieben. Denn die ideologische Prägung der Organisation finanziert sie sich inzwischen ausnahmslos aus Spendengeldern ihrer Mitglieder. Damit stärkt sie sogar noch den scheindemokratischen Anstrich und wirbt mit ihrer scheinbaren Unabhängigkeit. Sie ist defacto ein Selbstläufer geworden, der von den Opfern getragen wird, das ist verblüffend und verstörend zugleich. Gelingen tut das durch die gleichen Propaganda-Mechanismen, mit der gewaltsam in die Belange von Nationen und Völkern eingegriffen wird. Mit viel Emotionalität wird so auch geradezu penetrant (man schaue auf die Avaaz-Website) um Spendengelder geworben.

Avaaz nimmt Spenden in zweistelliger Millionenhöhe ein. Um so unverständlicher ist, dass man eine offizielle Liste der angeblich 52 derzeit fest angestellten Mitarbeiter von Avaaz, vergeblich sucht. Weder in der deutsch- noch der englischsprachigen Wikipedia und auch nicht auf Avaaz.org selbst findet man dazu Informationen (einzig Ricken Patel wird aufgeführt). Mit der Transparenz der Organisation ist es also nicht weit her. Es gibt kein Impressum auf der Homepage und keinen Ansprechpartner in Deutschland. [31][32][33][34]

Und es scheint keinen der Petitions-Unterzeichner zu stören – und auch keinen der Spender. So sehr das Gebaren von Avaaz zu kritisieren ist, darf auch festgestellt werden, dass die Menschen schlicht ihre Verantwortung nicht wahrnehmen und anderen Menschen, die sie nicht kennen, blauäugig Geld schicken. Zumal Avaaz nach eigenen Angaben [35] auch als gemeinnützige Organisation firmiert (registriert im US-Bundesstaat Delaware als „Avaaz Foundation“). Weitere Recherchen erbrachten dann allerdings Resultate wie dieses:

„Created in Delaware, AVAAZ FOUNDATION is a business entity and is a CORPORATION – NON-PROFIT OR RELIGIOUS under local business registration regulations. With registration number 4176072, according to the relevant government agency, it is currently of unknown status.“ [36][37]

Selbst das Unternehmens-Register des US-Bundesstaates Delaware gibt als Status an: unbekannt. [38] Und nun wird es kurios: Ein (die Vernetzungen nicht kennender) Unterstützer von Change.org hat sich im Jahre 2013 mit einer Petition persönlich an Ricken Patel gewandt, um Transparenz einzufordern. Abgesehen mal davon, dass er nie eine Antwort erhielt, gab es für seine Petition 14 (in Worten vierzehn) Unterstützer – ein Armutszeugnis für gesellschaftlich-politische Mündigkeit der Menschen. [39] Nach diesen Informationen erwarte ich nicht wirklich eine Antwort auf eine entsprechend gestellte Anfrage bei Avaaz.org.

Immerhin gelang es Lars Sobiraj von gulli.com im Jahre 2013 nach intensiven Recherchen den aktuellen deutschen Kampagnen-Leiter von Avaaz (Stand März 2016) ausfindig zu machen. Seit Sommer 2012 ist das Christoph Schott, der für PR, Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus zuständig ist [40]. Der Bachelor-Absolvent an der Medien-Hochschule Stuttgart [41] erklärte sich bereit für ein Interview [42]; daraus nun ein Auszug:

Lars Sobiraj: Wer leitet das Projekt und entscheidet über die Petitionen?
Christoph Schott: Avaaz ist wie ein Segelboot und der Wind, der es antreibt, kommt von unseren Mitgliedern. Alle Kampagnen, die Avaaz durchführt, werden an einer zufällig ausgewählten Stichprobe von 10.000 Mitgliedern getestet. Jede Kampagne muss einen gewissen Grad an Zustimmung finden, um sicherzustellen, dass Mitglieder auch wirklich hinter dem Thema stehen. […] Die Ideen für Petitionen kommen von überall. Aus der aktuellen Presseberichterstattung, Experten, mit denen wir im Kontakt stehen, Recherchen, Partnerorganisationen etc. […]
Lars Sobiraj: Können Sie das bitte konkretisieren? Nach welchen Kriterien wird ausgesucht, wer führt die Auswahl durch? Ihr Segelboot wird sicher einen Steuermann haben, oder?
Christoph Schott: Kampagnen werden sowohl von Mitgliedern als auch von Team-Mitgliedern vorgeschlagen. Alle Aktionen, die Avaaz durchführt, werden an einer zufällig ausgewählten Stichprobe von 10.000 Mitgliedern getestet. Jede Kampagne muss einen gewissen Grad an Zustimmung finden, um sicherzustellen, dass Mitglieder auch wirklich hinter dem Thema stehen. […]
Lars Sobiraj: Nochmals: Wer führt die Prüfungen durch?
Christoph Schott: Jeder kann auf der Plattform der Bürgerpetitionen seine eigene Kampagne starten. Aber unser Team prüft regelmäßig, ob diese faktisch korrekt und nicht irreführend sind. […]
Lars Sobiraj: Damit bleibt diese Frage leider unbeantwortet. Wer sind die Menschen, die bei Avaaz mitarbeiten? Vor allem: Wer ist in Deutschland für Avaaz verantwortlich?
Christoph Schott: Weltweit umfasst unser Team etwa 70 Mitarbeiter, von unserem Geschäftsführer Ricken Patel bis zu Mitarbeitern in Tansania, Indien, Brasilien oder auch Deutschland. Indem wir uns nicht streng anhand von Ländern und Kontinenten aufspalten, können wir mit unserem kleinen Team von 70 Personen flexibel bleiben, Kampagnen auf der ganzen Welt in die Wege leiten und Druck ausüben. Im Moment gibt es fünf deutschsprachige Mitarbeiter, davon drei in Deutschland: Christoph (Ich), Caroline und Franziska. Pascal und Anne arbeiten aus Genf und Amsterdam.
Lars Sobiraj: Können Sie uns bitte auch die entsprechenden Nachnamen nennen?
Diese Frage blieb leider ebenfalls unbeantwortet.

Noch einmal hier der Link zum vollständigen Interview. Man kann annehmen, dass Christoph Schott kaum 30 ist, seine Antworten wirken unbeholfen und wie fremdgesteuert – und stehen zudem fast wortgleich in der Rubrik „Über uns“ auf der Avaaz.org-Website.

Verlogene Kampagnen für Flüchtlinge

Avaaz fährt E-Mail Kampagnen, um knallhart an der Durchsetzung politischer Ziele mitzuwirken – jetzt da wir die Gönner und prägenden Ideologen dieser Pseudo-Graswurzelbewegung kennen, scheinen die im Pamphlet formulierten Forderungen aus der Sicht von Avaaz natürlich schlüssiger:

Am Montag, den 11.01.2016, 10:53 -0500 schrieb Rewan Haddad – Avaaz:

  Liebe Freundinnen und Freunde,
                                  
in der belagerten Stadt Madaya essen hungernde Kinder in ihrer Not Katzen, Insekten und Blätter. Assads Regime setzt über 40.000 Menschen buchstäblich dem Hungertod aus. Das Leid der Eltern, die ihre Kinder verhungern sehen, ist unvorstellbar — doch wir können ihnen helfen. Im September wurde eine Waffenruhe vereinbart, um die Belagerung Madayas und anderer Städte aufzuheben. Doch nach wie vor sitzen Zivilisten dort ohne Nahrung und Medikamente fest. Die Türkei und der Iran könnten gemeinsam mit ihren Verbündeten für ein Ende der Belagerung sorgen. Doch von allein werden sie nichts tun. Wenn eine Million von uns den UN-Generalsekretär jetzt dazu auffordern,  einzuschreiten und mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, könnten wir Tausende Familien in Madaya vor dem Hungertod retten. 

Nach zunehmendem Druck in den Medien hat das Assad-Regime gerade  angekündigt, dass es endlich einige Hilfslieferungen nach Madaya genehmigen wird. Doch wie geht es dann weiter? Auch letzten Oktober wurden Hilfsgüter verteilt, doch diese wurden schnell aufgebraucht. Einige waren sogar abgelaufen und führten zu Lebensmittelvergiftungen. Um die Menschen in Madaya wirklich zu retten, muss die Belagerung vollständig aufgehoben werden. Diesen Monat sind bereits 31 Menschen an Hunger gestorben. Und bei Fluchtversuchen könnten die Einwohner in die Luft gesprengt werden, da die Stadt von Landminen umgeben ist. Am Sonntag lösten eine schwangere Frau und ihre Tochter auf der Flucht versehentlich eine Mine aus — sie überlebten, doch durch den Lärm der Explosion wurden Kämpfer auf sie aufmerksam. Für die Menschen in Madaya gibt es keinen Ausweg ― nur ein Ende der Belagerung kann diese verzweifelten Familien retten.
                                   
Mit barbarischen Mitteln will das Assad-Regime alle, die Widerstand leisten, bestrafen oder einschüchtern. Die BürgerInnen von Madaya nahmen aktiv an den Protesten im Jahr 2011 teil. Damals wagten sie es, ihre Meinung zu sagen, und jetzt zahlen sie den Preis dafür. An der Blockade von Städten sind viele Konfliktparteien beteiligt, doch das Regime ist für den Großteil verantwortlich. Es fliegt regelmäßig Lebensmittel für seine Unterstützer ein, während die Einwohner von Madaya dahinsiechen. Unsere Forderung, die Belagerung zu beenden, würde Zivilisten sowohl in den von Rebellen, als auch in den vom Regime kontrollierten Gebieten helfen. Den Konflikt in Syrien können wir nicht beenden, indem wir Madaya retten. Doch wir haben alle nötigen Mittel, um diese Belagerung zu stoppen. Wir könnten dazu beitragen, Tausende unschuldige SyrerInnen zu retten, die eine Lebenschance verdienen. Wir dürfen sie nicht abschreiben.

Die UNO wurde für Momente wie diesen geschaffen. Beenden wir jetzt diesen Albtraum in Madaya und zeigen wir Ban Ki-moon, dass wir nicht aufgeben, bis alle Beteiligten Bewegungsfreiheit für Zivilisten, Lebensmittel und Versorgungsgüter versprechen. Unterzeichnen Sie die dringende Petition und leiten Sie sie weiter: [43]

Rotzfrech wird in dieser Petition die Wahrheit verdreht. Weder hatte die Assad-Regierung zu irgendeiner Zeit den Transport von Nahrungsmitteln blockiert, noch den Zivilisten der Stadt zu irgendeiner Zeit die Ein- und Ausreise aus der Stadt verwehrt. Selbst den Terroristen – richtig, nicht Aufständischen und auch keinen moderaten Oppositionellen, sondern Terroristen – stand und steht der freie Abzug offen, wenn sie den Kampf beenden und die Waffen niederlegen. Das ist in Madaya wie anderswo gelebte Praxis seitens der Assad-Regierung! Die von Avaaz verbreiteten Lügen sind dermaßen plump, dass sie nur bei Indoktrinierten wirken können. Andererseits sind sie auch einfach zu professionell aufgezogen, als das hier ehrliche Empörung fehlgeleiteter Aktivisten vermutet werden könnte.

Zumal Avaaz im Umkehrschluss Petitionen zeichnet, die eine Willkommenskultur pflegen, bei der so viele Flüchtlinge wie möglich in westlichen Staaten Zuflucht finden sollen. Dabei geht es mir an dieser Stelle nicht um ein Aufzeigen, inwieweit das diese Staaten (Deutschland einbezogen) destabilisieren kann, sondern um die Tatsache, dass Avaaz propagandistisch aktiv den Krieg in Syrien am Laufen hält und damit die Menschen dort zwingt, ihr Land zu verlassen und auf der anderen Seite Kampagnen gefahren werden, die diese Flüchtlinge dauerhaft in anderen Ländern sesshaft machen sollen. Das ist nichts anderes als ein Ausbluten Syriens, eine Beraubung seines kostbarsten Schatzes, seiner Menschen!

Wenn man sich also bewusst ist, dass die Aufrechterhaltung eines Stellvertreterkrieges zum gewaltsamen Sturz der legitimen und von der Mehrheit der Syrer unterstützten Assad-Regierung das eigentliche Verbrechen ist. Dann erscheinen Avaaz-Petitionen wie diese hier in einem ganz anderen, verlogenen Licht:

Die Herzen für Flüchtlinge öffnen                          November 2015

Als Flüchtlinge in ihrer Verzweiflung anfingen, ihr Leben zu riskieren, um über den Seeweg nach Europa zu gelangen, ist unsere Gemeinschaft in Aktion getreten. Zunächst haben wir Spenden gesammelt, um den effektivsten privaten Rettungsdienst im Mittelmeer, die Migrant Offshore Aid Station (MOAS) mit 500.000 Dollar zu unterstützen. MOAS hat dieses Jahr über 7.000 Menschenleben gerettet. Dann haben wir eine Avaaz-Hilfsaktion gestartet, um dringend benötigte Hilfslieferungen auf die griechischen Inseln zu bringen, wo Flüchtlinge völlig mittellos ankommen.

Während Politiker behaupteten, dass „nichts getan werden könne”, zeigten über 6.000 Avaazer Mitgefühl und offene Arme, indem sie Wohnräume bereitstellten und freiwillig bei Integrationsprogrammen in ganz Europa mithalfen. Zu guter Letzt hat sich unsere Gemeinschaft mit hartnäckiger Lobbyarbeit für weltweite Veränderungen in der Migrationspolitik eingesetzt. Als Alan Kurdi tragisch im Meer ertrank, haben wir seine Tante nach Brüssel gebracht, um dort ihre Botschaft und unsere Petition mit 1.200.000 Unterschriften direkt an Europas Politiker heranzutragen.

Unsere Stimmen wurden gehört und von der EU über Australien bis in die USA erhöhten sich die Neuansiedlungszahlen. Europa beschloss zum ersten Mal eine integrierte Migrationspolitik. Doch die Krise ist noch nicht vorbei und es muss noch mehr getan werden, um für sichere und legale Migrationsrouten sowie für Zufluchtsorte für die verzweifelten Familien zu sorgen.

„Danke für Ihre wunderbare Initiative“

Hoher Berater des europäischen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker   [44]  

Fazit

Nach Auswertung der vielen Avaaz-Kampagnen (mit dem Fokus auf Syrien und Flüchtlinge) stellt man überrascht fest, dass deren Wirken in Gänze der (so genannten) alternativlosen Politik westlicher Staaten entspricht. Die Opposition ist eine Scheinbare, eingebettet in ein wirtschaftliches -, politisches – und mediales Umfeld, aus dessen Hand es gefüttert wird. Diese Fütterung ist ideologisch zu verstehen, denn ganz offensichtlich bezahlen die manipulierten Opfer (über Spenden) auch noch die eigene Gehirnwäsche! Avaaz bietet eine vermeintlich bequeme Sesselposition von Widerstand, der im Prinzip nicht das bewirkt, auf was man selbst mit kritischen Blick kommen sollte, sondern das was man im Interesse anderer tun soll.

Der Fokus ist nicht selbst bestimmt, er wird durch eine überaus geschickte Propaganda gelenkt. Außerdem ist Avaaz in hohem Maße intransparent, sowohl in Bezug auf seine Struktur als auch der Schnittstellen, die es den Menschen anbietet. Und so gesehen ist Avaaz.org nichts weiter als eine Mogelpackung, ein Betrugsmodell zur Manipulation von Menschen. Das empfehle ich im Hinterkopf zu behalten, wenn man die nächste emotional aufgeladene Mail von Avaaz zur Unterzeichnung einer Petition in seinem Postfach findet.

Quellen

[1][2] Warum an Avaaz spenden?; 19.3.2016; http://www.avaaz.org/de/why_donate_to_avaaz/?aboutus

[3] Avaaz.org; Highlits; Die Mediensperre in Syrien durchbrechen; http://www.avaaz.org/de/highlights.php ; Foto: gleiche Quelle

[4] Avaaz.org; Highlights; Menschenleben in Libyen gerettet; http://www.avaaz.org/de/highlights.php ; Foto: gleiche Quelle

[5] Middle East unrest: Three killted at protest in Syria; 18.3.2011; BBC;  http://www.bbc.com/news/world-middle-east-12791738

[6] In Syria, Crackdown after Protests; 18.3.2011; New York Times; http://www.nytimes.com/2011/03/19/world/middleeast/19syria.html?_r=0

[7] Interview der ARD mit Assad; https://peds-ansichten.de/2016/03/klarstellungen-assad-interview-mit-der-ard/

[8] Syria: Seven Police killed; Abrutz Sheva; 21.3.2011; http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/143026#.VuyGlp5WWcP

[9] Violence erupts at protests in Syria; Al-Jazeera; 18.3.2011; http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2011/03/201131817214964640.html

[10][25] Nachgetragen; Joachim Guilliard; 1.2.2012; http://jghd.twoday.net/stories/syrien-der-gefaehrliche-mythos-einer-friedlichen-revolution/

[11] Hilferuf aus Syrien; Avaaz.org; Januar 2014; http://www.avaaz.org/de/syria_ray_of_hope_loc/?bTTttab&v=34520 ; Foto: gleiche Quelle

[12] Avaaz.org – Hilferuf aus Syrien; 01.2014; http://www.galerie-graf-adolf.de/index.php?option=com_content&view=article&id=5312:avaaz-org-hilferuf-aus-syrien&catid=70&Itemid=197

[13] Die Rebellen von Homs; Jürgen Todenhöfer; 13.4.2012; https://de-de.facebook.com/notes/j%C3%BCrgen-todenh%C3%B6fer/die-rebellen-von-homs/10150662643600838/

[14] Russland: Stoppt Syriens Krankenhäuser des Horrors; 18.10.2011; Avaaz.org; http://www.avaaz.org/de/stop_the_horror_in_syria_a/?fp

[15] http://politikparadox.blogspot.de/2015/04/avaaz-beteiligt-sich-ganz-ungeniert-der.html

[16] https://peds-ansichten.de/2015/12/libyen-und-die-luege-vom-volksaufstand/

[17][21] Avaaz: Wir sorgen für Prima-Euro-Klima; 19.9.2009; http://www.barth-engelbart.de/?p=413

[18] Aktivisten-Gruppe Avaaz in Syrien; Ulrike Putz; 29.2.2012; http://www.spiegel.de/politik/ausland/aktivisten-gruppe-avaaz-in-syrien-die-journalisten-schmuggler-a-818361.html

[19] Im Namen des Guten die Welt verändern; Junge Freiheit; 16.3.2012; https://phinau.de/jf-archiv/archiv12/201212031637.htm

[20] Avaaz.org und der geheime Informationskrieg um Syrien; Friederike Beck; 23.4.2012; https://zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/880-avaazorg-und-der-geheime-informationskrieg-um-syrien.html

[22] Wer steckt hinter Avaaz?; http://galaxiengesundheitsrat.de/forum/topics/der-trick-der-dunkelmachte

[24] Fassbomben in Syrien; Joachim Guilliard; 26.1.2016; http://jghd.twoday.net/stories/fassbomben-syrien-stimmungsmache-fuer-fortsetzung-krieg/

[25] George Soros spendet 100 Mill.US$ an Human Rights Watch; 7.9.2010; https://www.hrw.org/de/news/2010/09/07/george-soros-spendet-100-millionen-us-human-rights-watch

[26] George Soros: Der dubiose Super-Spekulant; Wirtschaftswoche; 8.7.2010; http://www.wiwo.de/finanzen/80ster-geburtstag-george-soros-der-dubiose-super-spekulant/5249876-all.html

[27] Gareth Evans; http://gevans.org/r2pbook.html

[28] http://www.crisisgroup.org/en/regions/middle-east-north-africa/syria-lebanon/syria/109-popular-protest-in-north-africa-and-the-middle-east-vii-the-syrian-regimes-slow-motion-suicide.aspx

[29] Mellman Group; Who We Are; 19.3.2016; http://mellmangroup.com/about-us/who-we-are/

[30] Julius von der Laar – Kampagnen- und Strategieberater; 19.3.2016; http://juliusvandelaar.com/julius-van-de-laar/

[31] https://en.wikipedia.org/wiki/Avaaz

[32] https://de.wikipedia.org/wiki/Avaaz

[33] https://secure.avaaz.org

[34] http://www.utopia.de/kaufberatung/avaaz-org-die-welt-in-aktion-124665

[35] https://secure.avaaz.org/de/petition/community_policy/?pv=5

[36] http://www.foundationcorp.org/avaaz-foundation

[37] http://businessprofiles.com/details/avaaz-foundation/DE-4176072

[38] http://delawarecompanies.us/avaaz-foundation.1295116.company#top_info

[39] https://www.change.org/p/ricken-patel-gr%C3%BCnder-von-avaaz-org-wir-fordern-datenschutz-und-transparenz-bei-avaaz

[40] https://www.xing.com/profile/Christoph_Schott3

[41] https://ch.linkedin.com/in/christoph-schott-48652014

[42] http://www.gulli.com/news/21284-das-kampagnen-netzwerk-avaaz-im-gulliinterview-2013-04-15#

[43] https://secure.avaaz.org/de/madaya_starvation_siege_loc/?bakZHib&v=71294&cl=9229042120 ; Foto: gleiche Quelle

[44] Avaaz.org; Highlights; Die Herzen für Flüchtlinge öffnen; http://www.avaaz.org/de/highlights.php ; Foto: gleiche Quelle

Weitere Quellen:

http://empirestrikesblack.com/2012/06/avaaz-empire-propaganda-mill-masquerading-as-grassroots-activism/

http://www.utopia.de/gruppen/aktionen-und-petitionen-357/diskussion/jesus-lebt-datenschutz-transparenz-bei-204803

Bildquellen:

[Titelbild] Datei: krak-of-chevaliers-1078528_960_720.jpg; Quelle: https://pixabay.com; Lizenz: CC0 Public Domain

[b1] Avvaaz-Logo; Quelle: http://www.avaaz.org/de/about.php

[b2] Das Netzwerk von ResPublica; Quelle: https://peds-ansichten.de

[b3] Relevante Institutionen bei Gründung von Avaaz.org; Quelle: https://peds-ansichten.de

[b4] International Crisis Group; Quelle: https://peds-ansichten.de

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7 Kommentare zu Avaaz und der Krieg gegen Syrien

  1. Heinz Göd sagt:

    Ja, ich bin auch auf avaaz hereingefallen:
    es ging um genmanipulierte Pflanzen und Monsanto.
    „Monsanto ist kurz davor, seinen größten Coup aller Zeiten zu feiern, doch wir haben noch bis zum Wochenende Zeit, dazwischenzufunken“
    Da ich selbst über genmanipulierte Pflanzen recherchiert habe:
    http://www.members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Nahr.html#GentechPflanzen-Ernaehrung
    und daher für mich Monsanto ein Begriff ist, habe ich unterzeichnet –
    – ohne zuvor ausgiebig über avaaz zu recherchieren.
    Ich Narr hab dummerweise Javascript aktiviert, um unterzeichnen zu können.
    Nach ein paar Wochen fing mein Webbrowser Firefox an zu spinnen:
    ich erreiche manche kritische Webseiten nicht mehr oder nur noch durch Tricks.
    Nun ja, vielleicht nur Zufall –
    – meine Webseite ist ja auch manch anderen Leuten ein Dorn im Auge und
    wurde gezielt angegriffen 🙂

    „Auf Avaaz aufmerksam wurde ich beim Thema Syrien.“
    Ja genau, ich auch!
    Da fielen mir die Schuppen von den Augen.
    Bin froh, dass ich nie an avaaz gespendet habe –
    – mein Rest-Misstrauen hat sich offenbar als richtig erwiesen.

    • Ped sagt:

      So sieht es aus, Heinz :-/

      Und was Monsanto betrifft, stellen sich in Bezug auf Avaaz noch ein paar mehr Fragen:

      2013 schriebt Barth-Engelbart auf http://www.barth-engelbart.de/?p=4571:

      den Kinostart dieses wundervollen Filmes [More Then Honey] nutzt zur Zeit AVAAZ für sein GREENWASHING-Projekt “Petition gegen das Bienenvergiften” durch Bayer und Syngenta. Ob es dabei nebenbei auch noch um die Schwächung der AgrarChemie-Riesen Bayer und Sygenta im Konkurrenzkampf mit Monsanto um den Chemie-Markt geht, kann ich nicht nachweisen, auch nicht, ob AVAAZ von dem US-Chemie-Riesen geschmiert wird. Ich kanns mir aber gut vorstellen… Es wäre ein Abwatschen für die beiden “europäischen” Chemie-Konkurrenten. Nur so kann ich mir erklären, warum AVAAZ in seinem Aufruf MONSANTO nicht nennt. Gibts jetzt auch schon ne Chemo-Rating-Agentur ? AVAAZ kann sich ja bewerben! Wir sollen zwischen EU-Pest und US-Cholera wählen. Das ist echt demokratisch.

      Jetzt könnte man glatt noch zu Avaaz-Kampagnen mit Thema Ukraine recherchieren. Da haben wir das weit verzweigte Soros-Netzwerk und die dem NED Anhängigen diversen NROs. Monsanto kauft in den letzten Jahren verstärkt Land in der Ukraine und still und heimlich wird ein Backdoor für genmanipulierte Pflanzen in Europa geschaffen. Die Menschen haben großteils keinen Schimmer wohin die Reise geht…

      PS: Was den Browser betrifft, würde ich den mal komplett deinstallieren (inkl. seiner kompletten Verzeichnisstruktur) und dann frisch neu aufspielen. Vielleicht ist auch Yandex eine Wahl, ein sehr sicherer Browser (aus einem holländisch-russischen Projekt), sogar mit eigener Suchmaschine und schicker russisch-deutscher Übersetzungsfunktion.

      Herzliche Grüße
      ped43z

      PS: Danke für den hoch informativen Link!

      • Heinz Göd sagt:

        Wir leben in einer Zeit, in der mensch nur noch wenigen Mitmenschen vertrauen kann –
        – schlimm, aber schwer zu ändern.

        Was mein Internet-Problem angeht:
        Auf meinem anderen Rechner mit einem non-M$-BetriebsSystem
        und einem anderen Browser habe ich das gleiche Problem.
        Der Server meines Providers aon läuft meines Wissens mit M$-Software,
        d.h. offen für N$A ….
        In beiden Browsern erreiche ich nur noch Goooooogggggle als Suchmaschine
        und derzeit noch
        https://duckduckgo.com/
        Habe Firefox deinstalliert und neu installiert – leider alles beim Alten.

        Danke für den Tipp mit yandex.
        Habe zum Downloaden gefunden:
        https://browser.yandex.com/desktop/main/?_rdr=safe
        Leider bleibt das Javascript beim Downloaden stecken –
        Fehlermeldung in der Javascript-Konsole habe ich abgespeichert,
        kanns aber nicht deuten.
        Eine Stelle, wo man den yandex-Browser kaufen kann, habe ich nicht gefunden.

        Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich wegen meiner Webseite im Fadenkreuz der N$A bin 🙂

        • Ped sagt:

          Hallo Heinz,

          Um Dateien auf den lokalen Rechner herunter zu laden, ist JavaScript eigentliche nicht erforderlich. Das läuft in der Regel eingebettet in HTTP. Viele Browser-Anbieter bieten inzwischen aber leider nur ein Install-Skript an, welches dann die tatsächlichen Quellen zieht. An die NSA-Geschichte möchte ich nicht so recht glauben.

          Lade Dir mal den Yandex in der portablen Version herunter:
          http://portableapps.com/node/37163
          Den brauchst Du dann einfach nur ausführen. Wenn Dir irgendein Import lokaler Daten angeboten wird, verneine.
          Führe mal auf der Kommandozeile (cmd.exe bei Windows) testweise diese Befehle aus:
          nslookup deusu.de
          Wird die die Auflösung in eine IP-Adresse angezeigt? Danach das hier (bei Windows):
          start /wait telnet deusu.de 80
          Wenn sich jetzt ein leeres Fenster öffnet und nichts weiter passiert, dann ist das in Ordnung.
          Dann sollte auch das (in einem beliebigen Browser) funktionieren:
          http://deusu.de
          Wenn die Seite angezeigt wird, ist der Fehler woanders zu suchen. Ich würde mal mit dem Provider reden, nicht dass Deine Client-IP-Adressen in irgendeiner Blacklist gelandet sind.
          So richtig klar ist mir nicht, wie sich das Fehlerbild exakt darstellt, wenn Du sagst, dass eine Suchmaschine nicht erreichbar ist. Eher tippe ich auf eine Client-Einstellung, die Du beim Neuinstallieren importiert hast. Ist natürlich wildes Gestochere 😉

          Anmerkung: Diesen technischen Krimskrams lösche ich wieder, wenn Dir geholfen ist.

          Herzliche Grüße
          ped43

        • Heinz Göd sagt:

          Hallo ped

          Danke für die Hilfe.

          deusu.de
          Die Startseite kommt.
          In der drop-down-Liste befinden sich eine Menge früherer Suchen,
          die ich mittels Goooggggle getätigt habe – deusu.de ist für mich neu.
          Wenn ich was suchen will, kommt:
          „404 – Datei oder Verzeichnis nicht gefunden.
          Die gesuchte Ressource wurde möglicherweise entfernt oder umbenannt, oder sie steht vorübergehend nicht zur Verfügung.“
          Ist also unbrauchbar.

          Bei den anderen Seiten:
          „Fehler beim Aufbau einer verschlüsselten Verbindung zu http://www.metager.de Fehler-Code: -8092.“
          oder
          „Es konnte keine verschlüsselte Verbindung aufgebaut werden, weil das von ixquick.com
          vorgezeigte Zertifikat ungültig oder zerstört ist. Fehler-Code: -8182“
          „Es konnte keine verschlüsselte Verbindung aufgebaut werden, weil das von http://www.freitag.de
          vorgezeigte Zertifikat ungültig oder zerstört ist. Fehler-Code: -8182″
          (Im Goooggglle-Cache ist dann aber eine Seite)
          Manche Seiten von „…wordpress.com“ liefern : „Das Dokument enthält keine Daten“.
          Manchmal ist die Seite wirklich leer, manchmal nicht (die Fehlermeldung also falsch!).
          Manchmal sind Seiten mir schwarzem Feld unleserlich gemacht.

          Das ganze hat zum Teil Zufalls-Charakter.
          Kann das Ganze aber mit Humor nehmen,
          solange mein non-M$-Betriebssystem noch halbwegs funktioniert.

          Meine Homepage wurde so gezielt angegriffen,
          d.h. genau nur die kritischen Seiten zerstört,
          dass das ein händische Attacke gewesen sein muss –
          oder von einem guten Programm.

          Freundliche Grüße
          HG

          • Ped sagt:

            Gehe mal auf diese Seite:

            https://support.mozilla.org/de/kb/webseiten-laden-nicht#w_das-problem-tritt-nur-bei-einigen-webseiten-auf

            und gehe dort zum Kapitel:

            Das Problem tritt nur bei einigen Webseiten auf

            Lösche nach den dortigen Anweisungen alle Cookies und leere den Cache.

            Unabhängig davon nochmal die Empfehlung mit dem portablen Yandex zu testen (ohne Import von irgendwelchen Einstellungen!):

            http://portableapps.com/node/37163

            VG von Ped

  2. Heinz Göd sagt:

    Hallo ped

    Habe, bevor ich auf support.mozilla.org ging, vorsichtshalber noch den M$-InternetExplorer ausprobiert – den habe ich nur am Anfang eingerichtet, aber nie benutzt :
    der zeigt jetzt keine Seite mehr an, in der Titelleiste : Server nicht gefunden – Telekom Austria;
    Die Internet-Optionen stimmen, habe sogar die Sicherheit auf ‚mittel‘ heruntergesetzt.
    Habe dann die Mozilla-Seite aufgerufen und die Anweisungen befolgt.
    Einziger Effekt: Deine Seite ladet – gefühlt – schneller 🙂
    Wikipedia zeigt auch ein ‚interessantes‘ Verhalten:
    Die Seite wird ohne Bilder angezeigt – seit Monaten.
    Früher konnte ich das Bild immer mit ‚Grafik anzeigen‘ holen,
    jetzt kommt manchmal das Bild, manchmal ‚Das Dokument enthält keine Daten‘ –
    und das bei derselben Seite bei demselben Bild.

    Das Zufallsverhalten – einmal so, dann anders bei derselben Seite – deutet m.E. auf Virus im Windoof – und support.mozilla.org weist auch in die Richtung.

    Ich denke, wir lassen das jetzt mal so laufen, geht ja noch halbwegs annehmbar.
    Die Daten habe ich, bis auf die neuesten, gesichert.
    Wenns nicht mehr geht, werde ich ein neues Betriebssystem aufspielen –
    – ist ja nicht das erste Mal .

    Danke für Deine Hilfe.

    Freundliche Grüße
    HG

    PS:
    andere Querdenker haben auch Probleme
    http://www.konjunktion.info/2015/03/hinweis-in-eigener-sache-erreichbarkeit-domain/

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