Politisierte Wissenschaft

… ist nur noch Pseudowissenschaft. Die PLandemie macht es deutlich.


Wobei: Kann es sein, dass wir bereits einem grundlegenden Irrtum aufgesessen sind, wenn wir von einer Politisierung der Wissenschaft sprechen? Setzen wir doch mit solch einer Themenwahl stillschweigend voraus, dass es auch unpolitische Wissenschaft geben kann. So dies tatsächlich der Fall, müsste jedoch mindestens davon auszugehen sein, dass für die dazu notwendige geistige Freiheit ein erheblicher Preis zu zahlen ist. Andererseits stellt sich die Frage, woran sich eine politisierte Wissenschaft festmachen lässt.


Dazu kommt, dass Politisierung allein nicht den fatalen Prozess erklären kann, den die Wissenschaft (nicht nur) in Sachen Corona derzeit geht, um in einer Glaubenslehre, in Pseudowissenschaft aufzugehen. An etwas zu glauben, was nicht der eigenen, energieaufwändigen Erkenntnis entspringt, hat viel mit Ideologien gemein, ja ist diesen gleichzusetzen. Ideologien wiederum haben etwas mit Heilslehren zu tun, gestaltet als Baukastensystem samt Bedienungsanleitung, die Erlösung versprechen, von was auch immer.

Ideologien mögen komplex aufgebaut sein, doch in ihrem Kern verkürzen sie, und zwar extrem. Sie setzen ein Horrorszenario gegen einen Handlungskatalog, welcher angeblich und einzig, also alternativlos, die beschworene, düstere Zukunftsvision bändigen könnte. Das Problem ist konstruiert und dessen Lösung ebenso. Die hier ersichtliche Dialektik ist jedem Machtanspruch (außer dem sich selbst gegenüber) immanent.

Diese Dialektik von Problem und Lösung setzt jedoch nicht auf Wissenschaft, sondern Emotionen. Das konstruierte Problem schürt Ängste. Ängste lassen unsere empathischen Fähigkeiten versiegen oder nutzen diese aus. Die vorgesetzten Lösungen werden als alternativlose Wege aus der Angst angepriesen.

Damit die Menschen diesen Ansatz verinnerlichen, ist eines kontraproduktiv: Wissen sowie echte Wissenschaft zur Erlangung dieses Wissens. Das zu betreiben, erfordert schließlich Reflexion, emotionalen Abstand zum Thema, die Fähigkeit verschiedene Perspektiven zu entwickeln. Und all das wiederum ist nur dann möglich, wenn Angst nicht die dominierende Komponente ist.

Sorgfältig ausgesuchte, sogenannte Gesundheitsexperten, welche die Meinungsführerschaft seit anderthalb Jahren auf die medialen Bühnen schiebt, machen aber vom Grundsatz her allesamt dieses: Angst verbreiten. Aber dies zu tun, ist eines Wissenschaftlers unwürdig. Angst verbreiten ist in seinem Wesen nicht nur politisch statt wissenschaftlich zu charakterisieren, es paart sich zudem mit Ideologie.

Diese ausgesuchten Personen sind in PLandemie-Zeiten mit einem weißen Kittel und mit Doktorgrad versehen. Sie verfügen über jene Etiketten, welche im Verlaufe vieler Generationen in eine gedankliche Verbindung gesetzt wurden, dass Menschen ihnen mehr oder weniger blind vertrauen. Tief in uns ist etwas, das uns glauben lässt, Weißkittel wären Heilige, ideale Menschen, solche ohne charakterliche Eigenschaften wie Eigennutz, Unehrlichkeit, Opportunismus und andere mehr. Obwohl uns die Realität des Alltags ständig aufzeigt, dass wir alle voller — nennen wir es einmal so — charakterlicher Schwächen sind, meinen wir, dass in den Tempeln der Wissenschaft besondere, nur edlen Idealen verpflichtete Menschen zugange sein würden.

Wir reden hier von Emotionen. Emotionen sind viel präsenter als unsere Ratio, unser reflektierender Verstand. Emotionen gehen letzterem stets voraus. Menschen die im Rahmen der PLandemie danach trachten, andere Menschen zu manipulieren, um sie nämlich für sehr private Interessen benutzen zu können, setzen daher auf Emotionen statt Ratio.

Der dominante Faktor, welcher seit Ausrufen der Corona-Pandemie von den Regierenden und den mit ihnen Verbandelten ins Spiel gebracht wurde, hatte mit Wissenschaft rein gar nichts zu tun, sondern setzte auf Ängste. Und er verband die Angsttrigger mit einer simplen Lösung, der Erlösung.

Im speziellen Falle lautet das glasklar gezeichnete Feindbild: Wir haben ein tödliches Virus erkannt und die einzige Lösung dagegen heißt: „Isolieren und Impfen“. Man treibt die Menschen permanent in Ängste und verheißt ihnen eine, DIE Erlösung.

Echte, unabhängige, als solche offene Wissenschaft würde genau diese Behauptung umgehend und wiederholt auf den Prüfstand stellen. Sie würde diese grundlegenden Hypothesen — tödliches Virus als Bedrohung zum Einen, Isolation und Impfen als Rettung zum Anderen — kritisch auf Schwachstellen überprüfen. Sie würde auch prüfen, auf welcher Basis, mit welchen Methoden und Daten die Behauptungen überhaupt erhoben wurden. Und diejenigen, welche die Behauptungen zuvor in den Raum gestellt hatten, würden genau das auch fordern. Freilich nur dann, wenn sie dem Ethos wahrhaftiger Wissenschaft verpflichtet wären. Ideologen aber wollen dies auf gar keinen Fall. Ideologen verteidigen das aufgestellte Weltbild bis aufs Messer.

Echte Wissenschaft verwirft eine Theorie oder schränkt sie ein, wenn auch nur ein Pfeiler ihres Fundaments in die Brüche geht. Der Wissenschaftler tut das mit seinem kritischen Blick aus eigenem Antrieb. Er muss dazu nicht „überredet“ werden. Er betrügt sich nicht selbst. Stattdessen ist er unbequem, auch sich selbst gegenüber. Nun gut, wer von uns handelt schon immer nach solch hehren Prinzipien …

Werden wir konkreter.

Warum gab es in Deutschland keine Übersterblichkeit im Jahre 2020, wenn doch das „neuartige Virus“ so tödlich, so gefährlich sein soll? Dabei bewege ich mich als Kritiker bereits in einem Narrativ, demzufolge dieses Virus auch zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Wer heutzutage jedoch auch nur die vorgegebene Sicht von der Gefährlichkeit des Erregers in Frage stellt, wird bereits als „Corona-Leugner“ verunglimpft, selbst wenn der diese Frage: „Ist der Nachweis des Virus erbracht?“ nicht einmal zu denken wagt.

Warum reagieren gewisse, ständig in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gehobene Personen so nervös, gereizt, unsachlich, überheblich und aggressiv, wenn man sie mit grundlegenden Fragen konfrontiert? So Wissenschaft ehrlich betrieben wird, kann es doch kein Problem sein, Kritik auf sachlicher Ebene zu entkräften oder sie als wertvolle Zuarbeit in neue Erkenntnisse einfließen zu lassen. An dieser Stelle wird klar, wo man sich von Wissenschaft verabschiedet hat.

An die Stelle der Wissenschaft ist Pseudowissenschaft gerückt. Diese bedient sich zwar wissenschaftlicher Methoden, aber auch nur, um die Lehre vom tödlichen Virus und dessen Bekämpfungsstrategien zu untermauern. Hierfür werden Daten generiert — passende Daten.

Die Regeln für eine wissenschaftliche Erfassung und Auswertung von Daten sind relativ einfach. Die Datengrundlage muss konsistent, ausreichend repräsentativ und im Verlauf aussagekräftig vergleichbar sein.

Wissen Sie, dass seit Beginn der PLandemie, obwohl es doch um den Kampf gegen ein angeblich tödliches Virus geht, in Deutschland bis zum heutigen Tage keine repräsentativen Datenerhebungen zur Verbreitung des Erregers erhoben wurden? Wissen Sie außerdem, dass es zu den grundlegenden Aufgaben der Seuchenbehörde Robert-Koch-Institut, dem RKI gehört, eben solche Erhebungen durchzuführen? Glauben Sie, dass die Mitarbeiter beim RKI nicht in der Lage sind, in dieser Richtung saubere wissenschaftliche Arbeit abzuliefern?

Welche Gründe also könnte es dafür geben, dass das RKI, die zentrale Behörde zur Seuchenbekämpfung in Deutschland so einen massiven, grundsätzlichen Fehler begeht. So ihr Dienstherr, das Bundeministerium für Gesundheit sich vom Bundestag eine Epidemiologische Lage nationaler Tragweite ausstellen ließ?

Es ist schier unglaublich, aber tatsächlich gibt es bis zum heutigen Tage keine belastbaren Daten, die uns eine Vorstellung davon geben könnten, inwieweit der vorgeblich gefährliche Erreger in Deutschland verbreitet ist. Obwohl es sehr wohl bewährte wie anerkannte wissenschaftliche Methoden dafür gibt.

Denken wir daran: Eine ernsthaft aufgestellte wissenschaftliche Theorie wird grundsätzlich in Frage gestellt, wenn auch nur eine ihrer Stützen wegbricht. Das Fehlen repräsentativer Daten, unabdingbar zur Einschätzung einer epidemiologischen Lage ist ein schwerer Bruch, eine Verletzung wissenschaftlicher Standards. Und außerdem ist das kein Versehen. Die dafür Verantwortlichen wissen selbstverständlich um die Notwendigkeit. Warum also geschieht dann so etwas?

Weil politisierte Wissenschaft, die als Pseudowissenschaft zu betrachten ist, die zu ermittelnden Ergebnisse als Vorgabe erhält und die Methoden entsprechend anzupassen hat. Nichts taugt in Zeiten der Digitalisierung für diesen Zweck besser, als sich der Welt mathematischer Modelle zu bedienen, die man nach Lust und Laune mit „passenden“ Daten und entsprechenden Algorithmen bestückt, um das Gewünschte zu erhalten.

Die Erhebung einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz wurde quasi als Ersatz geschaffen, weil man genau wusste, dass eine auch nur halbwegs repräsentative Datenerhebung zur Verbreitung des „neuartigen Virus“ für die Auftraggeber „unpassende“ Ergebnisse liefern würde. Ergebnisse mit denen sich schwerlich die von den Regierenden verordneten Maßnahmen zur angeblichen Pandemiebekämpfung rechtfertigen ließen. Ergebnisse die keinesfalls dazu taugen würden, weiterhin Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu verbreiten. Die 7-Tage-Inzidenz — als Werkzeug zur Erfassung pandemischer Daten wissenschaftlich betrachtet völliger Bullshit — stieg daher zum Maß der Dinge auf, um ein Notstandsregime mit aus medizinischer Sicht absurden Maßnahmen etablieren zu können.

Allein das Ausbleiben seriös geführter und ausgewerteter repräsentativer Studien zur Verbreitung des Erregers ist ein Skandal erster Güte. Aber außerdem ist es Vorsatz, weil die dafür Verantwortlichen sehr wohl kompetent genug sind, so etwas in der notwendigen Qualität zu liefern. Sie waren in der Lage, von Beginn an, dem März des Jahres 2020 zu liefern. Warum sie es nicht taten, ist nur mit dem politischen Willen der Auftraggeber zu erklären.

Dabei hätten die Ergebnisse repräsentativer Studien — vergessen wir das nicht! — ja trotzdem auf einer völlig ungeeigneten Methode aufgesetzt. Schließlich gibt es bis zum heutigen Tage keinen Test, der das angeblich tödliche Virus nachweist und es gibt auch keine bundesweiten, verbindlichen Standards zum Erregernachweis und Diagnostik der Krankheit Covid-19.

Ab März 2020 wurde eine Konstante definiert: tödliches Virus mit Bekämpfung durch Isolation und Impfen. Allein, dass dies bis zum heutigen Tage stur durchgezogen wurde, lässt erkennen, dass Wissenschaft nicht benötigt, ja abgewiesen werden musste, um Pseudowissenschaft Platz zu machen. Leute wie Christian Drosten, Melanie Brinkmann, Karl Lauterbach und Uwe Jannssens haben diesen Platz besetzt und an diesem betätigen sie sich wie Scharlatane als Angstmacher, Denunzianten und alles Wegbeißende, dass sich ihnen mit wissenschaftlichen Argumenten entgegenstellt. Dass man sie selbst auch nur benutzt, steht auf einem anderen Blatt.

Seien wir mutig und überlassen diesen Leuten nicht das Feld. Wahrhaftige Wissenschaft ist mehr denn je gefordert, wieder aus der Versenkung aufzuerstehen. Wahrhaftige Wissenschaft unterwirft sich nicht dem herrschenden Zeitgeist sondern lebt die unvoreingenommene, das eigene Ego zurückstellende Sehnsucht, Dinge tatsächlich zu erkennen und zu verstehen.

Bleiben Sie bitte schön aufmerksam, liebe Mitmenschen.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei (internen) Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Grundlage für diesen Text ist das Skript einer Rede, die der Autor anlässlich mehrerer Demonstration und Kundgebungen im Rahmen der Initiative Studenten stehen auf am 9. Oktober 2021 in Dresden hielt.

(Titelbild) Propheten, Glaube, Hände, Mystik; Dayron Calero (Pixabay); 21.06.2019; https://pixabay.com/de/illustrations/raum-fantasie-geometrie-phantasie-4286823/; Lizenz: Pixabay License