Stippvisiten bei den Bilderbergern (3)

Nachdem wir uns in den ersten beiden Teilen mit der Präsenz von Finanzwelt und klassischer Realwirtschaft bei der Bilderberg-Konferenz, wie auch deren Abhängigkeiten und Zusammenspiel beschäftigten, wollen wir an dieser Stelle auf die sogenannten neuen Technologien wie Informationstechnologie und Telekommunikation schauen. Als technische Mittler zur Übertragung von Informationen ist der Weg zur sogenannten vierten Gewalt – den Medien – dann nicht mehr weit.


Nach der industriellen Revolution des 19.Jahrhunderts, welche die (von mir so genannte) klassische Realwirtschaft hervor brachte, kam es zum Ende des 20.Jahrhunderts zu einer weiteren technisch-wirtschaftlichen Umwälzung – mit tiefgreifenden Auswirkungen auf andere gesellschaftliche Bereiche. Im Zuge dieser digitalen Revolution entstanden in kurzer Zeit viele Unternehmen in den unterschiedlichen Sparten der neu entstandenen Branche, die sich mit den Begriffen Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation verbinden – jedoch nicht nur. Aber der Reihe nach.

Angestoßen wurde diese technologische Umwälzung durch die Leistungsexplosion von Mikroprozessoren bei gleichzeitig drastisch sinkenden Preisen dieser Chips, welche deren Verwendung in allen nur denkbaren technischen Geräten möglich machte. In kurzer Zeit entstanden Industrien „um diese Prozessoren“ herum. Angefangen mit Unternehmen, welche zunehmend erschwingliche Rechentechnik auf den Markt brachten und parallel dazu die Entwicklung von auf dieser Rechentechnik laufenden Anwendungen anspornte. Ebenso stürmisch entwickelte sich die Technik und Verbreitung mobiler Telekommunikationsnetze.

Was noch in den achtziger Jahren des 20.Jahrhunderts kaum vorstellbar schien, lässt sich mit einer weiteren Revolution verbinden, die eben auch erst durch die digitale Revolution möglich wurde – die des Internets. Die Vernetzung auf der Ebene des Internets löste eine umfassende Änderung und teilweise Abkehr von den traditionellen Methoden des Informationsaustausches und vor allem der medialen Verbreitung von Informationen aus. All das floss ein in Visionen einer neuen Art des Wirtschaftens, genannt „Neue Ökonomie“ [1], einer Dienstleistungsgesellschaft mit hochgradiger Vernetzung.

In großer Zahl entstanden neue Unternehmen, doch atemberaubend war die Monopolisierung in allen Bereichen der neuen Technologien, viel rascher noch, als die der industriellen Revolution. Die erste „Bereinigung“ erfolgte mit dem Platzen der sogenannten Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende, mit der viele Unternehmen pleite gingen, als ihr (durch Spekulation überhöhter) Aktienwert in´s Bodenlose stürzte. [2] Seitdem erfolgte eine Welle von Fusionen und Übernahmen in allen Bereichen dieses neuen Marktes.

Und in kurzer Zeit entstanden wenige Marktführer mit enormer Kapitalkraft und gesellschaftlichem Einfluss; beste Beispiele: Intel im Bereich der Prozessoren, Microsoft bei den Betriebssystemen, Oracle für Hardware samt eigener Software bis hin zu umfassenden Geschäftsanwendungen und Google als Dominator von Online- und Internet-Diensten [a1] oder auch Vodafone als Netzbetreiber. Was hier offensichtlich wird, ist, dass im Rahmen des Systems der Kapitalismus immer wieder neu erfunden wird. Die neuen Technologien haben bislang nur die Paradigmen des etablierten gesellschaftlichen Denkens genutzt. Eine Veränderung hin zu einer friedlicheren Welt haben sie nicht bewirkt.

Paradebeispiele für Verflechtung

Die angehäufte Marktmacht wie auch das übernommene Systemdenken öffnete die Tür zu den Etablierten im Bereich der Macht. Logisch, dass den Vertretern der „New Economy“ [a2], sehr schnell Eintritt bei den Bilderbergern gewährt wurde. Wie nun stellte sich das in den Jahren 2013 bis 2015 dar?

Unternehmen Branche (IT, Telekommunikation) Teilnehmer bei Bilderbergern von 2013-2015
Telecom Italia S.p.A.
Telekommunikation Franco Bernabè
Amazon.com Online-Handel Jeff Bezos
Capgemini Group IT-Dienstleister Paul Hermelin
Palantir Technologies Sicherheits- und Finanz-Software Alex Karp (3x)
Kudelski Group Sicherheits-Software Andre Kudelski (3x)
Microsoft Coropration Software Craig J. Mundie (2x)
Indigo Books & Music Incorp. Digitale Publikationen Heather M. Reisman (3x)
Google Inc., Google DeepMind Online-Dienste Eric E. Schmidt (3x), Regina Dugan, Demis Hassabis
Nokia Corporation Telekommunikation, Online-Dienste Risto K. Siilasmaa

Die Holding Alphabet Inc., mit ihren Google-Gesellschaften ist gemeinsam mit Apple das am höchsten bewertete Unternehmen der Welt. Sechs Vertreter bei Bilderberg’s bilden das auch zahlenmäßig ab. Mehr Repräsentanten (neun) hat 2013-2015 allein Shell zur Bilderberg-Konferenz entsandt.

Der Amazon-Gründer Jeff Bezos, dessen Vermögen Forbes 2016 auf etwa 45 Mrd. US$ schätzte, ist seit 2013 auch Eigentümer der traditionsreichen Zeitung Washington Post. [3][4] 2000 gründete er die private Raumfahrtgesellschaft Blue Origin, deren Projekte auch von der US-Raumfahrtbehörde NASA mit Millionen von Dollars unterstützt werden. [5]

Craig J. Mundie ist eine Schlüsselfigur bei den Bilderbergern. Zwölf mal war er schon Teilnehmer im Namen des Microsoft-Konzerns (außer 2015, da für den Finanzdienstleister Principal, Mundie & Associates) und derzeit ist er auch Mitglied des Steering Committees. Und er hat einen kurzen Draht zur Politik. So berief ihn US-Präsident Obama im Jahre 2009 in das Beratergremium für Wissenschaft und Technologie und dort ist Mundie bis heute tätig. [6][7]

Für Eric E. Schmidt gilt ähnliches. Auch er ist in Obamas Beratergremium und für Google Stammgast bei den Bilderbergern. Er gehört als mehrfacher Milliardär zu den 200 reichsten Menschen der Welt und war zudem Berater in Obamas Präsidentenwahlkampf 2008. [8]

Und auch die Kanadierin Heather Reisman, Gründerin von Indigo Books ist Mitglied des Steering Committees und seit 2002 Stammgast bei den Bilderbergern. Ihr Ehemann, Gerry Schwartz, ist Chef der Investment-Firma Onex, die Private Equity Fonds auflegt (nicht an Börsen gehandelte Beteiligungen [9]). Onex macht gemeinsame Deals mit einer weiteren Private Equtiy – Gesellschaft, die ganz tief im Rüstungsgeschäft steckt, der Carlyle Group. [10] Eine Vernetzung „um die Ecke“: Bilderberger – Publikations-Firma – Investment-Gesellschaft – Rüstungskonzern. Aber genau so funktioniert Kapitalismus.

Noch spannender wird es bei Regina Dugan. Die seit 2012 in leitender Position für den Internet-Konzern arbeitende Wissenschaftlerin hatte zuvor viele Jahre für die DARPA gearbeitet. Dahinter versteckt sich die Defense Advanced Research Projects Agency, eine Behörde des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums mit mehreren Milliarden Dollar Jahres-Budget. Dort diente sie u.a. als wissenschaftlicher Beirat im Generalstab und begleitete eine Reihe von militärisch finanzierten Forschungsprojekten. Vorrangig ist DARPA aber inzwischen organisatorisch-militärischer Teil der Terrorismusbekämpfung.[11][12]

Über ein Venture ihres Vaters Vincent Dugan ist Regina Dugan aber auch an der Rüstungsfirma RedXDefence LLC beteiligt. Diese forscht im Bereich Sprengstoffe. Dort war Dugan Präsidentin und Geschäftsführerin bei beiden Firmen [13], um dann 2009 erneut in die DARPA – und zwar als Direktorin(!) – einzusteigen. Die DARPA hatte sich inzwischen vorrangig dem Cyber-Terrorismus verschrieben. Zwei Jahre später wurde bekannt, dass die DARPA Aufträge in Höhe von 1,75 Millionen Dollar an RedXDefence vergeben und Regina Dugan selbst bei einem Eigenwechsel 250.000 Dollar kassierte. [14]

Zwar wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, jedoch blieben strafrechtliche Konsequenzen aus. Dugan ging wieder zurück in die Privatwirtschaft, diesmal eben zu Google (und seit 2016 zu Facebook). [15] Womit wir ein Paradebeispiel für den Filz zwischen der politisch-militärischen Ebene und der Privatwirtschaft gefunden haben. Beachten wir: Teilnehmer bei den Bilderbergern werden ganz gezielt ausgewählt. Die Verflechtungen, welche durch Regina Dugan sichtbar werden, sind kein Hindernis, eher der Grund für ihre Einladung zum Treffen der Eliten.

Sehnsucht nach Kontrolle

Mit der digitalen- und Internet-Revolution boten sich völlig neue Möglichkeiten, Daten abzugreifen: für die Gierigen im Zuge von Profitmaximierung und für die Machtbewussten im Zuge der Kontrollmaximierung. Diese Interessenlage ist somit brisanter geworden, als sie es eh schon immer war. Gier nutzt Macht aus und Macht tut das gleiche mit der Gier – und schafft eine aus Egoismus geborene Zusammenarbeit und dies auf Kosten der Allgemeinheit. Und beide (Gier und Macht) können sich auf den Egotismus und die Bequemlichkeit der Menschen verlassen, denn nur mit diesen weiteren Komponenten kann das egoistische Spiel auch tatsächlich gedeihen.

Das im Auge sind Technologien zur Ver- und Entschlüsselung von Daten für obige Protagonisten von ungeheurem Reiz. Für das maximale Geschäft ist der gläserne Mensch – heruntergebrochen auf eine Funktion als Arbeitskraft und Konsument – genauso erstrebenswert, wie es für die von Kontrollwahn getriebenen Machteliten unerlässlich ist, jeden dieser Menschen als Verdächtigen anzusehen. Im Gegenzug aber die eigenen Ambitionen unsichtbar zu machen.

Ist das der Grund, warum eine Firma wie die Kudelski Group, Spezialist für Verschlüsselung von Daten, Jahr für Jahr zu Besuch beim Bilderberg-Treffen ist? Andre Kudelski, Geschäftsführer des Konzerns ist ein weiteres Mitglied des Steering Committees. Durch die Besetzung von Schlüsselpositionen ist er exzellent vernetzt, sitzt er doch zudem im Vorstand des weltgrößten Nahrungsmittelkonzerns Nestle sowie des französischen Rüstungsunternehmens Dassault und ist auch noch Beiratsmitglied der Credit Suisse AG; einem der weltweit größten Unternehmen für Finanzdienstleistungen [16][17][a3], alles Unternehmen, deren (private) Interessen er vertritt. Ob Andre Kudelski  oder auch Alex Karp, Vorstandsvorsitzender von Palantir Technologies (ebenfalls Sicherheits-Software-Unternehmen), sich mit Keith B. Alexander ausgetauscht haben? Wer Keith B. Alexander ist? Geduld, wir kommen auf ihn zurück.

Palantir – Der Schnüffelgehilfe

Auf Alex Karp (Stammgast bei den Bilderbergern) und seine Firma möchte ich dann aber doch etwas näher eingehen. Seine Geschäftsidee zur Gründung von Palantir 2004 war die Nachverfolgung von Informationsflüssen im Internet, so die unverfängliche Beschreibung der deutschen Wikipedia. Man kann das aber auch griffiger benennen – die Firma entwickelt Überwachungs-Software; und zwar u.a. zur Überwachung sozialer Netzwerke. Von einem der damaligen Investoren war übrigens schon mal die Rede; erinnert sich der Leser noch an den u.a. mit Hedge Fonds reich gewordenen Peter Thiel (siehe Teil 2 dieser Artikelreihe) [a4]? Thiel war dann auch Mitbegründer von Palantil. Und noch ein illustrer Investor lieferte Startkapital für die Firma: die Central Intelligence Agency (CIA)!  [18][19][20]

Für Finanzierungen solcher Art verfügt die CIA über die unauffällige Investment-Gesellschaft In-Q-Tel. [21] Und nun wird es heikel, denn die Kunden von Palantir sind, neben privaten Firmen (wie z.B. J.P.Morgan), solche Institutionen wie die CIA selbst, das Federal Bureau of Investigation (FBI; also die zentrale Bundessicherheitsbehörde der USA), die US-AirForce (Stichwort: Drohnenkrieg), das Special Operation Command (SOC) der US-Armee und  –  die National Security Agency (NSA). [22] Diese Behörde ist, salopp gesagt, ein weltweit operierender Schnüffeldienst im Auftrag der US-Regierung. [23] Was bei Palantir jedoch auch noch auffällt, ist eine simple Schwarz-Weiß-Ideologie, mit der eigenen Person auf Seiten der Guten, verbunden mit simplem egoistischem Gewinnstreben. Dafür spricht eine Aussage des Palantir-Direktors Shyam Sankar aus dem Jahr 2010:

„Schütze das Reich, einfach ausgedrückt, bedeutet es, die Welt die wir lieben und schätzen, zu einem besseren Ort zu machen – mit unserer Software zu schützen vor Terroristen, Betrügern, Cyber-Kriminellen usw. Der Name Palantir kommt aus der [Triologie] Herr der Ringe. Ein Palantir war ein magisch wirkender Stein, der sichtbar machte, was in fernen Ländern geschah (Mittelerde ist als Äquivalent für die Welt zu betrachten). Das Reich war die Heimat der Hobbits. Wenn sie sich an die Geschichte erinnern, waren die Hobbits Helden wider Willen, die nicht nach Abenteuern strebten oder ihr komfortables und idyllisches Reich verlassen wollten – sie taten es lediglich wegen der existenziellen Gefahr (die Kräfte des Bösen wollten das Reich der Hobbits zerstören). Und so wurden diese kleinen menschenähnlichen Kreaturen diesen wichtigen Weg verpflichtet zu gehen. Sie waren unkonventionelle und seltsam aussehende Kämpfer aber sie kämpften mit ganzem Herzen und leidenschaftlich für die Kräfte des Guten.

Und so gilt für diese bunt gemischte Truppe von Computer-Wissenschaftlern in Silicon Valley, weit weg vom Geschehen DC, des Irak, Afghanistans, Haitis, Kolumbiens, dem Horn von Afrika, Indonesiens, der Philippinen, Indiens, Pakistans und vieler weiterer Orte, wo die Kräfte des Bösen sich gegen uns verschwören, Kernwaffen verbreiten, große humanitäre Katastrophen verursachen, Finanzbetrügereien zur Finanzierung organisierter Kriminalität begehen, Cyber-Spionage durchführen (wie gerade jetzt gegen den Dalai Lama) und viele weitere Verbrechen begehen. Wir erkennen, dass es unsere Pflicht ist, zu tun was wir können, mit dem Wissen das wir haben, das „Reich zu schützen“ … wir erstellen sehr leistungsfähige Software, die es uns ermöglicht, den Kampf, äquivalent zu den Kämpfern von Mittelerde, auf allen Ebenen noch wirksamer gegen unsere Gegner zu führen.“ [24]

Dieser Mann, und er steht nicht allein, ist vollständig gefangen in seinen Feindbildern und überzeugt davon, Gutes im Kampf gegen das Böse zu tun. Und damit ist er im Kriegsmodus, und zwar dauerhaft, ihm werden die Gegner nie ausgehen. Und das ist das Problem. Wenn Menschen sich bei Bilderberger-Konferenzen mit einer solchen Sicht der Dinge treffen und deren daraus hergeleitete Entscheidungen von den Nicht-Bilderbergern (aus Bequemlichkeit, Gier und Egoismus, Narzismus und Egotismus) angenommen und umgesetzt werden, dann sind die Katastrophen dieser Welt verstehbar und weitere vorhersehbar.

Das Denken von Shyam Sankar ist – rein nüchtern und ohne jeden Hasses ihm gegenüber geäußert – schlicht psychopathisch, so wie wir diese Wesenszüge schon bei Zbigniew Brzezinski und Ralph Peters herausarbeiten konnten. Das System bringt solche Menschen an die Spitze, wir werden in dieser Artikelreihe noch weitere kennen lernen. Fast überflüssig, zu erwähnen dass Palantir-Chef Alex Karp natürlich auch im Lenkungsausschuss der Bilderberg-Konferenz sitzt. [25]

Der Radikalismus, der religiöse Eifer und Dogmatismus, Eigenschaften, die man den islamisch geprägten Völkern und Staaten gerade des Nahen- und Mittleren Ostens vorhält, ist nichts weiter als eine Spiegelung der selbst ernannten Chefideologen des Westens. Der Eifer von Sankar, Brzezinski, Peters und Co. ist religiös und unreflektiert.

Es ist deren Ideologie, die ein Treffen wie das der Bilderberger so brisant macht. Und Ideologien – und zwar alle Ideologien – sind Spiegel von Macht, Ausdruck von Selbstüberschätzung und Intoleranz. Sie sind der immer wieder gezündete Treibsatz, der Gesellschaften zerstört. Die Protagonisten des Westens reden daher von ihrer Ideologie der „freiheitlich demokratischen Grundordnung“ als der einer Religion und sehen sie, deren Mängel wie auch das durch sie verursachte Leid in der Welt ignorierend, in religiöser Inbrunst einzigartig und alternativlos.

Und so hat Palantir auch freimütig eingeräumt (quasi reinen Gewissens im Kampf gegen das Böse), dass mithilfe ihrer Technologie in der Vergangenheit bereits Menschen im sogenannten „war on terror“ getötet wurden. Übrigens hat die Firma auch einen deutschen Kunden, nämlich den Bundesnachrichtendienst (BND). [26]

Bleiben wir in Deutschland, finden wir aber noch einen weiteren, ganz besonderen Palantir-Partner, den Software-Konzern SAP. Seine direkt auf die Palantir-Schnüffel-Software aufgepropfte Datenbank macht die Auswertung der massenhaft erfassten Daten aus Telefongesprächen, SMS, E-Mail, Chats, Facebook-Foren usw. erst möglich.

„Die sogenannten Metadaten aus der Massenüberwachung […] sind die Waffen der Zukunft. Mit diesen Informationen können Geheimdienste Personen finden, Reiserouten nachvollziehen und am Ende sogar Verdächtige  umbringen – zum Beispiel durch Drohnenangriffe. „Wir töten Menschen auf der Basis von Metadaten“, sagte der frühere NSA- und CIA-Chef Michael Hayden vergangenes Jahr. Auf einer Tagung der amerikanischen SAP-Tochterfirma bedankte er sich zuvor auch schon einmal für die Mithilfe an diesen Hinrichtungen aus der Luft: „Sehr viel, was wir anhand der Datenbanken machen, ist die Zielauswahl. Dank Gott, dass sie uns dazu in die Lage versetzen.““ [27]

Die Datenbank hat SAP nicht selbst entwickelt, sondern über den Kauf des US-Datenbank-Herstellers Sybase erworben. Sybase war da schon Partner von wem? Nun, der NSA! Und inzwischen hat SAP selbst ebenfalls Verträge mit der NSA abgeschlossen. Was für ein Filz aus Politik und Wirtschaft wird doch bei den Bilderbergern sichtbar. [28]

Als immer mehr – jener des eigenen propagierten Demokratieanspruchs (an die Anderen!) hohnsprechenden – Internas über die Vernetzung und Aktivitäten von Unternehmen, Geheimdiensten und Politik zu den Schnüffelpraktiken sowohl gegen die eigene Bevölkerung als auch weltweit, insbesondere durch WikiLeaks veröffentlicht wurden, geriet selbstredend WikiLeaks ebenfalls in die umfangreiche Liste selbstherrlich ernannter Feinde der Demokratie. Palantir machte sich daran, einen Angriff gegen die Enthüllungs-Plattform auszuarbeiten, von dem es erst absah, als die Hackergruppe Anonymous, diese Aktivitäten ebenfalls öffentlich machte. [29]

Nachsatz

Achso, ich hatte noch offen gelassen, wer denn nun Keith B. Alexander ist. Nun, ehemaliger Direktor des US Cyber Command wie auch ehemaliger Direktor der National Security Agency (NSA) – und Teilnehmer des Bilderberger-Treffens 2014.


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Anmerkungen

[a1] Wohl aufgrund der immer größer werdenden Anzahl von Geschäftsfeldern firmierte Google um und ist seit Oktober 2015 Tochterfirma der selbst gegründeten US-Holdinggesellschaft Alphabet Inc. [30]

[a2] Die „Neue Ökonomie“ („New Economy“) beschränkt sich nicht nur auf die mit den neuen Technologien aufgekommenen Wirtschaftsbereiche, sondern erweitert diese um den Sektor umfassender Dienstleistungen, die natürlich mit ersterem verwoben sind. Das aber gilt auch für die klassischen Zweige der Realwirtschaft.

[a3] 2014 erzielte die Credit Suisse einen Reingewinn von etwa zwei Milliarden Franken. Wer weiß, wie das westliche Finanzsystem funktioniert, weiß auch, dass diese zwei Milliarden Franken Verluste anderer Unternehmen waren, oder/und erzielte Zinseinnahmen, die durch neue Kreditaufnahmen der Privatwirtschaft oder von Staaten finanziert wurden.

[a4] Peter Thiel (Thiel Capital) war auch einer der Geber von Startkapital bei Gründung des Unternehmens Facebook, dem das gleichnamige soziale Netzwerk gehört. [28] Schon 1998 investierte er in den Online-Bezahldienst PayPal und wurde später dessen Geschäftsführer. Und auch Thiel ist Mitglied des Lenkungsausschusses der Bilderberger.

Quellen

[1] 27.5.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/New_Economy

[2] Zehn Jahre Dotcom-Bust: Als die Blase platzte; Detlef Borchers; 10.3.2010; http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zehn-Jahre-Dotcom-Bust-Als-die-Blase-platzte-951796.html

[3] 2.6.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Jeff_Bezos

[4] 13.8.2015; John F. Jungclaussen und Felix Lill; Gekaufter Einfluss; Zeit Online; http://www.zeit.de/2015/31/zeitungen-internet-financial-times

[5] 2.6.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Origin

[6] 27.5.2016; https://en.wikipedia.org/wiki/Craig_Mundie

[7] 27.5.2016; https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_President%27s_Council_of_Advisors_on_Science_and_Technology

[8] 27.5.2016; https://en.wikipedia.org/wiki/Eric_Schmidt

[9] 27.5.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Private_Equity

[10] 27.5.2016; https://en.wikipedia.org/wiki/Onex_Corporation

[11] 27.5.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Defense_Advanced_Research_Projects_Agency

[12] 27.5.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Regina_E._Dugan

[13] 27.5.2016; Dugan Ventures; http://www.duganventures.com/team.html

[14] Controversial DARPA Chief Regina Dugan Bolts for Job With Google; Joe Newman; 14.5.2012; http://www.huffingtonpost.com/project-on-government-oversight/regina-dugan-google_b_1345291.html

[15] 27.5.2016; https://en.wikipedia.org/wiki/Regina_E._Dugan

[16] 28.5.2016; https://en.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Kudelski

[17] 28.5.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Credit_Suisse

[18][25] 28.5.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Palantir_Technologies

[19] Big Data hilft den Geheimdiensten; Torsten Kleinz; 26.6.2013; http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-06/tempora-geheimdienst-big-data-analyse/komplettansicht

[20][23] Überwachung: Das tödliche Geschäft von Palantir; digitalcourage; 1.7.2015; https://digitalcourage.de/blog/2015/ueberwachung-das-toedliche-geschaeft-von-palantir

[21][26] BND beauftragt CIA-Firmen; Christian Fuchs; 24.6.2015; http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-06/sap-bnd-bundeswehr-hana?print

[22] Leaked Palantir Doc Reveals Uses, Specific Functions And Key Clients; Matt Burns; 11.1.2015; http://techcrunch.com/2015/01/11/leaked-palantir-doc-reveals-uses-specific-functions-and-key-clients/

[24] Palantir Director: We’re „Middle Earth Warriors“ Battling Evil; 2013; http://valleywag.gawker.com/palantir-director-were-middle-earth-warriors-battli-512299692

[27][28] SAP arbeitet für die NSA; http://www.zeit.de/digital/internet/2015-03/nsa-sap-uberwachung-technik/komplettansicht

[29] Data intelligence firms proposed a systematic attack against WikiLeaks; Steve Ragan; 10.2.2011; http://www.thetechherald.com/articles/Data-intelligence-firms-proposed-a-systematic-attack-against-WikiLeaks/12751/

[30] 27.5.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Alphabet_Inc.

[Allgemein]

Teilnehmerliste – Bilderberg-Treffen 2013; http://www.bilderbergmeetings.org/participants2013.html

Teilnehmerliste – Bilderberg-Treffen 2014; http://www.bilderbergmeetings.org/participants2014.html

Teilnehmerliste – Bilderberg-Treffen 2015; http://www.bilderbergmeetings.org/participants2015.html

[Titelbild] Name: StippvisitenBeiBilderbergers-3.jpg; Datei: 2016-05-21_StippvisitenBilderberger_Titelbild_3; Quelle: peds-ansichten.de; Lizenz: Public Domain

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