Erst die Dummen sind es, die spalten und zum Krieg treiben.


Es scheint mir angebracht, zwischen Unwissenheit, Dummheit und Idiotie zu differenzieren. Aber worin unterscheiden sie sich, so doch der Dumme ganz wie der Unwissende von einem Mangel an Wissen zum jeweiligen Thema gekennzeichnet sind? Ein Aspekt — so meine ich — ist darin zu finden, dass der Unwissende um seine Unwissenheit weiß, während der Dumme glaubt zu wissen. Die Ursachen dafür finden sich wiederum in einer natürlichen Achtsamkeit beim Ersten und deren eklatantem Mangel beim Zweiten.


Immer wieder ist es mir in den vergangenen Monaten passiert, dass ich in Diskussionen geriet, bei denen es sich um die Themen Idiotie und Dummheit drehte. Das ist sehr verständlich nach all dem, was in unserem Land in den letzten Jahren an völlig irrationaler, ja irrsinniger Politik praktiziert wurde. Dabei meinte ich oft, eine emotional abwertende Gleichsetzung jedes Unwissenden mit Dummen herauszuhören. Zumal der Dumme auch rasch zum Idioten abgestempelt werden kann. Bezieht man sich auf die ursprüngliche Wortbedeutung, ist tatsächlich der Unwissende ein Idiot — unter Umständen wohlgemerkt.

„[Idiot kommt] aus dem Griechischen: ἰδιώτης‎ (idiṓtēs)‎ „einfacher Mensch; Privatmann; Laie“, von ἴδιος‎ (idios)‎ «eigen; den Einzelnen betreffend», über lateinisch idiōta‎ und idiōtēs«unwissender, ungelehrter, unerfahrener Mensch», im 16. Jahrhundert zunächst mit der antiken Bedeutung entlehnt, im 19. Jahrhundert dann umgedeutet.“ (1)

Es war und ist mir wichtig, Worte mit Bedacht zu wählen. Verletzen ist nicht das Ziel ihrer Verwendung. Treffen sollen sie sehr wohl. Aber nicht den Menschen, sondern sein Verhalten. Sie sollen treffend beschreiben. Und ich denke, nicht falsch zu liegen, wenn ich zum Beispiel einen Karl Lauterbach als Idioten bezeichne. Und das nicht etwa, weil er unwissend ist, sondern weil er seine Unwissenheit mit großer Überzeugung, ja Hingabe und dabei alle Grenzen überschreitend zu Markte trägt. Die Unwissenheit auf einem bestimmten Gebiet ist eine Prämisse, um zum Idioten hinabzusteigen. Doch das allein reicht nicht aus. Denn ein Unwissender ist deshalb noch lange kein Idiot. Ja, er muss nicht einmal dumm sein.

Der Unwissende zieht sich aus der Rolle des Wissenden zurück, wenn ihm bewusst wird, dass er diese Rolle nicht ausfüllen kann. Der Dumme dagegen hat keine Scheu wie ein Wissender aufzutreten. Erst recht dann, wenn er in ein soziales Umfeld integriert ist, das ähnlich unkritisch agiert wie er selbst. Im Gruppendenken, welches gerade bei labilen Persönlichkeiten besonders stark ausgeprägt ist, kann jede Dummheit gefeiert werden. So lange, wie die Masse auch reichlich klatscht.

Dem Dummen genügt das Bad in der Menge Gleichgesinnter. Sein Antrieb, Wissen zum Thema zu erlangen, ist blockiert. Es ist ihm bequemer, sich in der Sonne zustimmender Aufmerksamkeit zu wärmen, als sein Ego mit kognitiver Dissonanz zu kränken. Ist der Dumme mit ausgeprägt narzisstischen Zügen behaftet, dann könnte er gerade deshalb dumm geworden sein, weil er eben ein Narzisst ist. Solche Leute besteigen jede Bühne, die ihr Wesen streichelt. Man kann sie auch gut führen. Wenn sie „das Richtige“ sagen und tun, werden sie auch weiterhin mit Aufmerksamkeit bedacht. Wenn nicht, dann droht Liebesentzug.

Daraus lässt sich schließen, dass Unwissenheit kein charakterliches Defizit darstellt, Dummheit und erst recht Idiotie um so mehr. Vorausgesetzt, die so Bezeichneten verfügen über ein Mindestmaß an geistigen Fähigkeiten. Und so scheint es mir auch, dass Dumme lieber glauben statt Unwissenheit durch Wissensdrang zu reduzieren. Ersteres ist bequemer und der Erfolg auf den eingerichteten Bühnen gibt dem Dummen recht.

Wenn Menschen es sich selbst verweigern, Wissen zu erlangen. Wenn sie statt dessen lieber meinen, jede Bühne besteigen zu müssen, die es ihnen erlaubt, sich in ihrem bequemen, beifallsverdächtigen Glauben zu betätigen und bestätigen zu lassen, dann droht allerdings Gefahr. Wird ihr gestreicheltes Ego durch andere Menschen, ja selbst durch die harte Realität, gestört, dann können sie schnell aus einer rasch angenommenen Opferrolle heraus aggressiv werden. Dann sind sie endgültig in der Verfasstheit überhebenden Glaubens angelangt. Eine, die meint, selbst nur Gutes zu tun und dabei bereit ist, Böses über ihre Mitmenschen zu bringen.

Dazu hat Tom J. Wellbrock vor einiger Zeit einen lesenswerten Text verfasst, den ich dem Leser nicht vorenthalten möchte:


Von der Dummheit in der Politik

3. Oktober 2023, von Tom J. Wellbrock; veröffentlicht bei: https://pressefreiheit.rtde.tech/meinung/182549-von-der-dummheit-in-der-politik/

Dietrich Bonhoeffer war ein lutherischer Theologe, geboren am 4. Februar 1906 in Breslau, von den Nazis ermordet am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg. Er gehörte damit zu den letzten Widerständigen, die — in seinem Fall auf direkten Befehl Hitlers — getötet wurden. Der Theologe hat sich eine Menge Gedanken gemacht, unter anderem über die Dummheit.

Dummheit: Schlimmer als Bösartigkeit

Bonhoeffer war der Ansicht, dass man gegen die Bösartigkeit durchaus etwas unternehmen kann. Man kann sie kritisieren, man kann dagegen aufbegehren, notfalls mit Gewalt. Zudem wohne dem Bösartigen immer auch eine Neigung zur Selbstzersetzung inne. Zur Dummheit dagegen schrieb Bonhoeffer:

„Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt lässt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden — in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch —, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite geschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.“

An dieser Stelle sei kurz erläutert, was Bonhoeffer mit Dummheit meinte. Er ging nicht von einem intellektuellen Defizit aus, sondern eher von einem soziologischen Problem. Den Defekt der Dummheit, so Bonhoeffer, treffe man häufiger bei geselligen Menschen als bei Einzelgängern an. Er schloss daraus, dass weniger die psychologische als die soziologische Komponente die Dummheit prägt. Der Theologe schrieb, dass Intellektuelle durchaus dumm und nur mäßig Gebildete sehr klug sein können.

Bonhoeffer sah Dummheit dementsprechend auch nicht als angeborenes Problem, sondern definierte bestimmte Prämissen, die zur Dummheit führen. Eine der Voraussetzungen, die den Weg zur Dummheit ebnen, sah Bonhoeffer in einem ausgeprägten Machtzuwachs von Individuen. Dieser Machtzuwachs entwickelt sich in aller Regel nicht ohne fremde Hilfe. Man braucht Förderer, Unterstützer, Mentoren. Dies wiederum führt zu einer ansteigenden Macht eines Menschen auf der einen Seite, aber auch zu einer erheblichen Abhängigkeit von denen, die diese Macht ermöglichen, auf der anderen Seite. Daraus kann sich bei entsprechenden Persönlichkeiten ein regelrechter Zerfall der Autonomie der Persönlichkeit entwickeln, die mit Macht ausgestattet wird.

Der sture Dumme und das Böse

Bonhoeffer beschrieb auch Unterhaltungen mit dummen Menschen. Er bezeichnete sie als äußerst stur, resistent gegen Argumente und gegebenenfalls sehr aggressiv. Er fügte aber auch hinzu, dass man bei derlei Unterhaltungen sich nicht des Eindruckes erwehren könne, die Dummen sprächen gar nicht für sich selbst, sondern sagten Dinge, die ihnen aufgetragen wurden, und zwar von denen, die zuvor von ihnen Besitz ergriffen hatten.

Für Bonhoeffer liegt hier ein massiver Missbrauch vor, der beim inzwischen dumm Gewordenen zur vollständigen Aufgabe seiner Autonomie führt. Durch diese Selbstaufgabe ist der Dumme auch zu allem Bösen fähig, schlicht, weil er das Böse als solches nicht mehr identifizieren kann. Durch die Kombination aus äußerer Manipulation und der inneren Überzeugung, das Richtige zu tun, entsteht eine Bereitschaft, Dinge zu tun, die ein kluger Mensch niemals tun würde.

Belehrungen sind zwecklos

Bonhoeffer glaubte nicht daran, mit einem Dummen Gespräche zu führen, die zur Besserung oder gar Einsicht beitragen. Letztlich kann das nicht funktionieren, denn es setzt auf beiden Seiten der Gesprächspartner eine intellektuelle und sachliche Herangehensweise voraus. Doch da der dumme Mensch diese Ebenen längst verlassen hat, wird das Argumentieren zum Scheitern verurteilt sein.

Lediglich eine innere Befreiung, die einer äußeren Befreiung folgt, sieht Bonhoeffer als Möglichkeit, den Dummen zu einem Wandel zu bewegen. Solange diese äußere Befreiung nicht stattgefunden hat, empfiehlt der Theologe, alle Versuche aufzugeben, den dummen Menschen zu überzeugen. Man muss den Dummen also den Prämissen entreißen, die seine Dummheit ermöglicht und aufgebaut haben und die zum Missbrauch seiner Person als autonomes Wesen geführt haben. Nur so kann sich die Erkenntnis des Dummen über seine Dummheit durchsetzen.

Von Dummheit regiert?

Je nachdem, welchen Politiker man vor dem inneren Auge sieht, wenn man diesen Text liest, liegt Bonhoeffer mit seiner Interpretation über die Dummheit dichter oder etwas weniger dicht an der heutigen Wirklichkeit. Man muss bedenken, dass er seine Überlegungen unter dem Einfluss des Nationalsozialismus angestellt hatte. Doch die Gültigkeit seiner Grundannahmen ist auch heute noch erkennbar.

Sicher, man kann etwa Außenministerin Annalena Baerbock nicht mit Bauministerin Klara Geywitz vergleichen, Letztere bewegt sich auf einem intellektuell anderen Niveau als Baerbock. Doch wie wir gesehen haben, ist der Intellekt ja nicht die Triebfeder für die von Bonhoeffer beschriebene Dummheit. Es ist die Macht, und davon besitzt Baerbock deutlich mehr als Geywitz.

Zudem kommen bei den Politikern an der Spitze der Macht andere Faktoren hinzu, also etwa mögliche Neigungen zum Narzissmus oder zur Psychopathie. Eingebettet in diese Gegebenheiten sind selbstverständlich fachliche Defizite und wahrscheinlich auch das Prinzip der Mentoren, die ein Maximum an Inkompetenz für die Einflussmöglichkeiten auf die mit Macht ausgestatteten Politiker gut brauchen können.

Was sich relativ sicher sagen lässt, ist, dass Persönlichkeiten wie Baerbock, Olaf Scholz oder Robert Habeck nicht die Entscheider ihrer Politik sind. Sie werden geleitet, hin und wieder sprechen sie es sogar aus, beispielsweise, wenn Habeck sagt, er wolle „dienend führen“. Die Entscheider sitzen also vornehmlich in den USA, und es ist anzunehmen, dass sie nicht von Washington aus die Fäden ziehen, sondern die Schaltstellen woanders sind.

Wer verfügt über das größte Maß an Macht? Es sind die, die über die größten Geldmengen verfügen. Hier bewegen sich insbesondere deutsche Politiker auf einer durchschnittlichen Ebene. Es ist schließlich kein Zufall, dass zum Beispiel die mächtige Automobilindustrie durch eigens herangeschaffte Anwälte Gesetze schreiben lässt, die dann von der Politik mehr oder weniger unwidersprochen beschlossen werden (Stichwort Diesel-Skandal).

Am Ende behält Bonhoeffer recht, wenn er schreibt, dass die Dummen missbraucht werden, dass sie nicht mehr Herr ihrer Sinne beziehungsweise Entscheidungen sind, dass sie so weit manipuliert werden, bis sie das offen Bösartige praktizieren, ohne sich dessen bewusst zu sein, mehr noch: es für das Gute halten.

Doch was schließt man aus all dem? Wenn es wirklich sinnlos ist, mit Dummen zu diskutieren, weil man sie faktisch nicht erreichen kann, weder mit guten Argumenten noch mit Formen des Drucks, was ist dann zu tun?

Es ist eine deprimierende Erkenntnis, nicht zu denen vorzudringen, die die Macht übertragen bekommen haben, um den Interessen derer zu dienen, die im Hintergrund die Politik dominieren. Und so bleibt nur der Widerstand, mit Worten, Taten und dem Aufzeigen des destruktiven Prinzips, dem wir ausgeliefert sind. Man wird die, die verantwortlich sind, nicht erreichen, aber man kann die erreichen, die deren Opfer sind, selbst wenn sie sich (noch) nicht als Opfer fühlen.

Die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung war wahrscheinlich seit Ende des Zweiten Weltkrieges nie so groß wie in der heutigen Zeit. Umso wichtiger ist die Nähe derer zueinander, die unter der Abschottung ihrer Volksvertreter leiden. Die Schnittmengen des Volkes sind groß, auch weil der Kampf gegen die Dummheit kein intellektueller, sondern ein gesellschaftlicher ist (2).

Tom J. Wellbrock ist Journalist, Sprecher, Texter, Podcaster, Moderator und Mitherausgeber des Blogs neulandrebellen.

Danke Tom, bleiben Sie bitte auch weiterhin schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen — insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors — kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Die Rechte der Veröffentlichung von Tom J. Wellbrock bei RT deutsch bleiben davon unbelassen. Letzte Bearbeitung: 3. Januar 2024.

(1) https://www.wortbedeutung.info/Idiot/; abgerufen: 12.12.2023

(2) 03.10.2023; RT deutsch; Tom J. Wellbrock; Von der Dummheit in der Politik; https://pressefreiheit.rtde.tech/meinung/182549-von-der-dummheit-in-der-politik/

(Titelbild) Wahn, Nationalismus, Ukraine, Maske; Autor: Toshiharu Watanabe (Pixabay); 21.02.2019; https://pixabay.com/de/photos/maske-monster-augen-bunte-wahnsinn-4011138/; Lizenz: Pixabay License

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Von Ped

7 Gedanken zu „Unwissenheit ist nicht gleich Dummheit“
  1. Eine sinnvolle Unterscheidung, unbedingt. Im Falle der Covid-„Unwissenheit“ möchte ich aus eigener trauriger Erfahrung die Möglichkeit hinzufügen, dass die Unwissenheit der Impfwilligen absichtlich und trotz der vielfach angebotenen Möglichkeiten, sie durch Information zu beheben. mit großer Entschlossenheit aufrechterhalten wurde. Man WOLLTE es nicht wissen und WILL es nicht wissen, was es damit auf sich hat. Angst vor dem Sterben und dem Tod kann der Grund sein.

  2. Ich bedaure, dass der Artikel ohne den Begriff der Lüge auskommt, ihn missachtet. Jene ist oft so viel bequemer als die Wahrheit, in der Not arger Bedrängnis sogar verzeihlich, aber immer entscheidender als die – vermeintliche – Abgrenzung von Dummheit zu Unwissenheit. Wer sich der Lüge bedient, verachtet ihre großen Gefahren. Eine erfordert 100 weitere zu deren Bedeckmantelung. Wer also eine aufrecht erhalten will, wird damit zum notorischen Lügner. Das damit verbundene Lügengebäude behindert die eigene Orientierung in der Realität, über lang verhindert es sie sogar. Das millionenfache Hereinfallen auf die Gen-Spritzenpropaganda mag als deutlichster Beleg dafür herhalten.
    Diese Dummheit erwächst aus der Unwissenheit und der Verkennung der Gefahren der Lüge, ist streng genommen aber ein Ergebnis der (schwarzen) Erziehung.
    Kriege erfordern Lügen, den Frieden gibt es nicht ohne Wahrheit.

  3. Kleine Geschichte aus dem Leben: Ich arbeite in der kreativ Branche (Musik, größerer Betrieb) Wir hatten (haben) 99,9% C-Maßnahmenkonformität. Besonders eifrig der Betriebsrat mit Vorschlägen die über die Verordnungen hinausgingen, z.B. namentliche Veröffentlichung der Impfstaten. Sogar jetzt mit den „neuen, angepassten Impfstoffen“ schätze ich die Quote auf 60-70%, also wahrscheinlich weitaus höher als in der Gesamtbevölkerung. Diskutieren zwecklos; am Anfang habe ich noch Artikel od. Videos rumgeschickt: „Ach Du schon wieder mit deinen Verschwörungstheorien“. Ich habe in den jetzt 4 Jahren nur einen einzigen erlebt, der nach mehreren „Impfungen“ mehrfach heftig erkrankte und nachdenklich wurde. Jetzt zu „dummen“ Kollegen: Besonders einer fällt mir ein, aus „gutem Hause“, Arztfamilie seit 3 Generationen, recht prominent im Ort. Er selbst kein Arzt, durchaus eloquent und gebildet. Er fällt auf durch sehr starke Meinungen, eigentlich zu allem, kennt sich in allem aus oder kennt jemanden der sich auskennt, natürlich völlig konform in allen Narrativen. Tonfall belehrend, hält sich für total kritisch, hinterfragend und informiert „Ich höre im Auto immer NDR-Info“. Allerdings wird er nicht wütend oder agressiv, er fühlt sich eben total sicher, kein rankommen. Mir fällt da eine Antwort von Leni Riefenstahl ein auf die Frage, warum im 3. Reich ausgerechnet die gebildeten Schichten vorne mit dabei waren: „Gerade die…“. Ich denke, mit der zunehmenden Zensur im Internet wird es ebenso schwerer sich Antworten bzw. andere Sichtweisen zu suchen, wenn man Zweifel hat. Wo das alles hinführt…? Ich gebe Bonhoeffer recht mit der Zwecklosigkeit des überzeugen Wollens. Jeder muss den Zweifel in sich selbst entwickeln.

    1. Was bei Bonhoeffer und mir auch insgesamt zu wenig wichtig genommen wird, ist die sehr unterschiedliche psychische Disposition von Menschen, Altersgruppen, Geschlechtern, Kulturen. Man glaubt immer mit der Wahrheit, wenn man sie mehrheitlich über die Lüge verbreiten könne, würde alles gut werden. Aber es gibt doch Gründe, warum unsere politische Elite größtenteils aus dummen Psychopathen besteht, die wenig an sich selbst und ihrem „Auftrag“ und ihrer „Vorbestimmtheit“ dafür zweifeln. Das Personal fällt ja nicht vom Himmel.
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      Ich bin genauso so verfahren wie Sie, man schickt Gegenfakten an Kollegen oder Freunde oder zumindest Widersprüchliches/Fragen, die etwas Skepsis aufkeimen lassen, die Tür aufmachen, sollen, jemanden durch die Tür drücken will ich gar nicht, will keinen überzeugen, denn es geht ja um die eigene Gesundheit und was sie einem wert ist. Aber das Problem ist nicht die Wahrheit.
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      Das Problem ist dass Menschen unter psychischem Druck und Gruppenzwang sich völlig diametral, v.a. in großen Gruppen, verhalten können als einzelne Menschen oder Kleinstgruppen. In kleinen Gruppen im Dschungel sind wir alle nur Menschen mit gleichen Grundbedürfnissen, aber in Setting eines dritten Reiches oder Lockdown, hören leider viele auf Mensch zu sein bzw. die schlechtesten Eigenschaften des Menschseins, der kleinste „gemeinsame“ psychische Nenner resultiert, was Hass, Ausgrenzung, Bestrafung zur Folge hat. Das ist den Planern dieser Settings auch wohl bekannt, ihre Klaviatur auf der Sie ihre Psy-Ops spielen.
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      Ich kann Ihnen die gleiche Anekdote über naturwissenschaftliche Professoren in meiner „Firma“ erzählen, die sind alle 2x geboostert obwohl sie wissen, dass Toptechnologien wie die mRNA Impfung nicht in unter 5-10 Jahren zu entwickeln wären, wenn es davor so gut wie nicht funktioniert hat bei Tieren schon und noch dazu das Zeug massenproduziert werden muss hochrein und weltweit. Aber stellen Sie sich vor einer dieser Professoren kommt zur Professorium-Besprechung oder in den Hörsaal und ist ungeimpft!?! (lach). Und das sind hochgebildete, intelligente Menschen, allerdings überwiegt der Konformismus und ihr soziales Gruppenverhalten eben völlig das kritische Denken und die Verantwortung für ihre eigenen Kinder oder Studenten. Und das ist Idiotie, ideologisierter Konformismus. Die Idiotie ist ergo ein soziales Konstrukt, ein einzelner Mensch kann gar kein Idiot sein, nur dumm oder unwissend. Bei der pol. Elite kommt dann Dummheit und Idiotie noch zusammen als Produkt.
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      Deswegen, versuchen Sie nie eine Gruppe zu überzeugen, es ist sinnlos, am meisten Erfolg hatte ich bei Studenten wenn ich unter 4 Augen ihre Skepsis für Größenordnungen und Widersprüche des Beobachtbaren angeregt habe. Ein Einzelner der versucht das soziale Verhalten, den Kitt der Gruppe, zu sprengen, wird automatisch als der Auszugrenzende wahrgenommen. Die Plandemiker wussten natürlich auch das, die Digitalisierung/Vernetzung war ein große Hilfe, vielleicht sogar eine notwendige, für diese Psy-Op. Und der Mensch ist ein Sozialwesen, dass diese negativen Verhaltensformen eben viel leichter Überhand gewinnen als der Skeptizismus (des einzelnen oder kleinen Gruppe) liegt leider in unserer Natur, wenn auch verschieden stark ausgeprägt beim einzelnen. Dass Musiker sehr sozial und konform sind, wundert mich jetzt nicht, aber auch an der Uni nehme ich an waren 80-90% der naturwiss. Professoren geboostert. Aber die Nena’s und Eric Clapton’s gibts ja auch und ich kann mir ein Leben ohne Musik auch nicht vorstellen.
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      Einigen können wir alle uns nicht auf Wahrheiten, das ist auch nur die gegenteilige Verabsolutierung der Lüge, sondern Prinzipien wie den kategorischen Imperativ, das würde hoffe ich schon ausreichen für den Frieden. Wahrheit/Lüge ist die gleiche Spaltung wie links/rechts in einer sozial komplexen Welt, Die meisten Professoren wurden schnell wortkarg, wenn ich Sie mal darauf angesprochen habe, welche wissenschaftlichen Prinzipien denn den Studenten in den letzten 4 Jahren noch vermittelt wurden und ob man kritisches Denken oder Konformismus an den Unis mittlerweile lehrt, selbst die Naturwissenschaften sind durch Bologna zu einer Denkschule verkommen. In den Stellenanzeigen der Industrie findet man dagegen auffallend häufig die Suche nach critical thinking bei Ingenieuren und Physikern (lach).

      1. „Die Wahrheit wird euch frei machen“ stand (und steht auch heute noch) über einem Torbogen meiner Alma M. laut Google irgendwo geklaut aus irgendeines Johannes späteren Verlautbarungen. Welche Wahrheit und von wem, grübelte ich immer, wenn ich diesen Bannstrahl durchmaß und – vorallem – was kann mir diese Freiheit helfen? Wohlwissend, dass diese „Verkündigung“ zu einer Zeit in den Sandstein gemeißelt wurde als auch ein Martin Heidegger seine „berühmte“ Antrittsrede als Kanzler halten durfte.

        Unwissenheit ist nicht gleich Dummheit? In einer Zeit, in der Suchmaschinen noch zu leisten vermochten, was sie immer versprachen, kam mir dazu eine Fabel aus dem alten China unter, ähnliches findet sich zwar heute noch aber bei weitem nicht mehr so aussagekräftig. Die Geschichte von den Kröten im Ziehbrunnen, über das kreisrunde Loch über ihnen hirnend. Je nachdem, wo sie jeweils auf Mauervorsprüngen zu kauern pflegten, hatten sie den Anderen in unterschiedlicher Weise von dem Loch (einmal grau, einmal weiß, einmal blau und lange schwarz) ihre Meinung kundzutun bzw. zu quaken. Bis zu dem Tage, an dem es eine von ihnen tatsächlich mal schaffte, bis auf den Brunnenrand zu hüpfen. Die konnte dann berichten, die Welt ist viel, viel größer.

        Wer war denn jetzt dumm, wer nur unwissend und was war jetzt wohl die Wahrheit? Den Kröten dürfte das vielleicht wurscht (gewesen) sein. Bei den meisten Menschen heutzutage allerdings, die die es tagaus tagein einen feuchten Kehrricht interessiert, was es neben dem einzig zulässigen irreführenden Sud – angesetzt von Abertausenden käuflichen Experten und sonstigen Eierköpfen und präsentiert von ein paar Hanseln aus purem Eigeninteresse – sonst noch an „Wissenswertem“ so geben könnte, wird es ebenfalls schnurzpiepegal bleiben zu erfahren, was sie „frei“ machen könnte.

        Habe es längst aufgegeben, meinem noch nicht verscheuchten Umfeld mit meinem evtl. vorhandenen „Mehr-Wissen“ aus intensiver Lektüre (quasi vom Brunnenrand aus) schlau machen oder gar bekehren zu wollen. Es hilft ja nichts, jemandem etwas klar machen zu wollen, was ihn nicht interessiert und ihn in seinem täglichen Leben stört. Wer holt die Kinder vom Kindergarten ab, wird man im nächsten Sommer nach Malle fliegen etc. pp. ist von viel größerer Bedeutung. Tut man es doch unvorsichtigerweise mal „dumme“, bescheidene Fragen zu stellen, wie bspw. mit „was bitte ist an dieser Selbstverteidigungsorgie rechtens, human und normal?“ kann es durchaus sein, dass man bald aus Staatsräson vorsorglich erschlagen wird. Die Plandemie lehrte und lehrt es uns demnächst wieder. Und der gerade nicht nur im hl. Land marodierende biblische Wahn wird allem noch die apokalyptische Krone aufsetzen, as long as it takes.

        Nein, wahrlich, da gibt es meiner unmaßgeblichen Meinung nach keine Möglichkeit mehr, dem absehbaren Elend aus dem Wege zu gehen. Durch dieses „Tal“ werden wir gehen müssen. Und ob wir im Land, in dem wir angeblich gern und gut lebten und das eigentlich auch weiter tun wollten, noch einmal werden erleben dürfen so wie letztes Mal mit der Auferstehung im Wirtschaftswunderland, wird sich weisen. Eher wohl nicht.

  4. Tom J. Wellbrock, ein sehr empfindsamer und einfühlsamer Mensch. Seine Zeilen zeugen stets von einem hohen Mass an Empathie, sie treffen und machen betroffen. Auch er ein Opfer deutschen „Gutmenschentums“, hat er doch zusammen mit seiner Frau kürzlich „Dummland“ in Richtung Ungarn verlassen. Ich wünsche ihm an dieser Stelle alles Gute in seiner neuen Wahlheimat.
    Zum Thema: Komplize der Dummheit ist stets die Feigheit. Die Unfähigkeit, negative Folgen eigenen Handelns einzugestehen, verunmöglichen Einsicht und führen letztendlich zu den Lügenimperien, in welchen sich vorzugsweise westliche Spezies scheinbar wohlfühlen.
    Abhilfe ist wie alles Wesentliche in unserem Leben sehr einfach: Sich hinstellen und NEIN sagen. Aber das erfordert das Gegenteil von Feigheit.

  5. Wenn ich die Kommentare hier lese, während ich mir überlege, welcher wohl am besten meine eigenen Erfahrungen und Empfindungen trifft, komme ich zu der Erkenntnis, dass ich zunächst mal die Erfahrungen von @Michael Kuhn zu einhundert Prozent bestätigen kann, während allerdings meine Schlüsse, die ich daraus ziehe, eher denen von @Heiri Kugler ähneln.
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    Ich habe 28 Jahre an einem Forschungsinstitut in Norddeutschland gearbeitet. Als ich mir nach einem recht holperig verlaufenden Eintritt in das Arbeitsleben, wobei ich die tiefsten Niederungen des Arbeitslebens kennen lernen durfte, oder besser musste, schließlich über den 2. Bildungsweg die Voraussetzung für eine Anstellung an diesem Institut erworben hatte, war mein erster Eindruck, nunmehr umgeben von lauter Akademikern, dass die Kollegen dort sehr eitel sind. Für mich galt das Institut schon sehr bald als „der Palast der Eitelkeiten“.
    Ich erinnere mich z.B. daran, wie u.a. der Kollege, mit dem ich über die gesamte Zeit meiner Anstellung dort zusammengearbeitet hatte und der erst in den letzten Jahren unserer Zusammenarbeit den Titel eines Professors erlangte, akribisch alle medial verbreiteten Artikel über die von ihm veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten, im Institutsjargon „Paper“ genannt, sammelte und voller Stolz in mehreren Ordnern verwahrte. Auch auf seinen Eintrag in der Wikipedia war er wirklich sehr stolz.
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    Andererseits hatte er sich aber auch für andere Menschen eingesetzt und schreckte nicht davor zurück, andere, z.T. recht einflussreiche Professoren am Institut verbal anzugreifen, wenn es darum ging, zu Ungerechtigkeit beitragende Fehlentscheidungen abzuwehren.
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    Um so mehr hatte es mich deshalb auch erstaunt, als es dann mit der PLandemie losging, wie schnell mein Kollege plötzlich „auf Linie“ war und die „Gefährlichkeit“ von CoV sofort anerkannte und sämtliche sogenannte „Maßnahmen“ vollumfänglich unterstützte.
    Tatsächlich war es nicht nur der Kollege von mir, der diesen erstaunlichen Wandel vollzog, sondern alle Mitarbeiter mit Anspruch auf aktuelle oder zukünftige höhere Ränge an diesem, oder einem anderen Institut, vom Doktoranden rauf bis zum Professor. Dazu die gesamte Verwaltung, die unter scharfer Kontrolle der Verwaltungsleitung stand und wohl auch heute noch steht. Schon ganz anders war es bei dem überwiegenden Teil der Techniker (BTA’s, Ingenieure oder anderes technisches Personal. Die sahen das sehr viel lockerer und kritisierten z.T. die unverständliche Unterordnung der Wissenschaft unter das, von den meisten Technikern als solches vermutete Narrativ.
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    Mir wurde damit klar, dass es vor allem die Wissenschaftler waren, die das, was ihnen am wichtigsten ist, nämlich das Ansehen und ihre Position am Institut und weltweit in der Wissenschaft, zu verlieren. Das wäre für diese Leute der schlimmste Albtraum gewesen. Und tatsächlich musste jeder, der dem Narrativ widersprach, mit dem Verlust seiner Integrität rechnen.
    In gewisser Weise kann man dieses von mir an meinem Arbeitsplatz beobachtete Verhalten wohl auch auf die Allgemeinheit übertragen. So gut wie jeder würde doch darunter leiden, von der Gemeinschaft ausgegrenzt, gemieden oder gar verachtet zu werden. Und das ist diese verheerend starke Waffe der Initiatoren der PLandemie und anderer Schweinereien.
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    Zitat Heiri Kugler: „Komplize der Dummheit ist stets die Feigheit. Die Unfähigkeit, negative Folgen eigenen Handelns einzugestehen, verunmöglichen Einsicht und führen letztendlich zu den Lügenimperien…“
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    Genau das ist meine, auf eigene Erfahrungen beruhende Erkenntnis.

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