Mag Israel sich auch als jüdischen Staat ansehen, der Zionismus dortzulande ist es, der sich passende Geschichten sucht…


… und sie möglicherweise kreiert? Orthodoxe Juden bestimmen immer dominanter die israelische Politik. Der Zionismus als Ideologie und politisches Konzept lehnt sich stark an die religiösen Konzepte des orthodoxen Judentums an. Und er träumt von einem Großisrael — in dem kein Platz für Araber ist, vor allem keiner für Palästinenser. Es bedarf starker emotionaler Erzählungen, um das moralisch legitimieren zu können. Wie diese „Legitimation“ funktionieren kann, hat der 11. September 2001 gezeigt und auch der „Ausbruch der Pandemie“.


Was ist so gefährlich am israelischen Zionismus?

Zvi Jehuda Kook, ein orthodoxer Rabbiner, gilt als Ziehvater der Siedlerbewegung, deren Bestrebungen im Zionismus aufgingen. Dieser Rabbiner postulierte:

Dieses ganze Land ist unser, absolut. Es ist nicht auf andere zu übertragen, selbst nicht in Teilen. Damit ist ein für allemal klar, dass es keine «arabischen Gebiete» gibt, sondern einzig und allein die Erde des Landes Israel, das ewige Erbe unserer Vorväter. Dies ist eine Vorgabe göttlicher Politik, die keine niedere Politik durchkreuzen kann.“ (1)

Was das zur Folge hatte und hat, spiegelt sich in der israelischen Gesellschaft wider:

„Dieses rechtsreligiöse Israel trägt eine kollektive Bereitschaft in sich, die Westbank, das Herzland des biblischen Israel, dem souveränen Staat Israel durch Annexion einzuverleiben. Die Siedler würden in diesem Szenario ihren Traum verwirklicht sehen, als Pioniere das Rückgrat einer großen jüdischen Rückkehr in das angestammte Land der Israeliten zu werden.“ (2)

Bei der Westbank (West-Jordanland) soll es nicht bleiben…

Es gibt eine Taktik des Krieges, die sich „Shock and Awe“ nennt: „Der Begriff selbst wurde im Irak-Krieg durch den Generalstab geprägt, die Anwendung der Taktik ist aber deutlich älter. Die Vorbereitung eines Sturmangriffs im Ersten Weltkrieg wurde stets durch ein massives Trommelfeuer eingeleitet. Dieses sollte primär den Gegner aus den eigentlichen Verteidigungsstellungen der Gräben in die Schutz gebenden Unterstände vertreiben und demoralisieren. Des Weiteren wurden Flammenwerfer eingesetzt, um gezielt Bunkerbesatzungen einzuschüchtern und zur Aufgabe zu zwingen.“ (3)

Krieg ist aber mehr als eine militärische Auseinandersetzung. Krieg findet auch auf der wirtschaftlichen, vor allem jedoch auf der geistigen Ebene statt. Dort arbeitet man mit psychologischen Methoden, um den Gegner zu unterwerfen. Gegner im Sinne des Krieges und seiner Krieger sind alle, die den jeweiligen Krieg ablehnen, ja, selbst Jene, die ihn einfach nur nicht mittragen wollen.

Daher ist „Shock and Awe“ auch eine psychologische Methode, um all die Menschen, die bis dahin noch außerhalb des Kriegspfades wandelten, die sozusagen noch klar bei Verstand sind, zu demoralisieren. Die Keule, die tiefe Löcher in das emotionale Gehirn schlagen soll, muss groß, gar monströs sein, um den gewünschten Effekt herbeiführen zu können. Die Keule bedarf keiner Wahrheit, sondern Entsetzen, Angst, Empörung und Hass. Sie ist unempathisch und zielt doch auf die empathische Seite der Menschen.

All die Kriege, die von den Menschen emotional mitgetragen werden, wurden zuvor eben erst gegen diese Menschen geführt. Sie — oft weit weg vom eigentlichen Kriegsschauplatz — sind das erste Opfer. Sie wurden ihres eigenen Willens beraubt, um — gewissermaßen zombifiziert — das Böse unter der Flagge des vermeintlich Guten mitzutragen. Das Abschlachten der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen durch „die einzige Demokratie im Nahen Osten“ wurde und wird ermöglicht, weil in den westlichen Fassadendemokratien zuvor die Schlacht gegen die Bevölkerungen, respektive ihrer politischen Entscheidungsträger, gewonnen wurde.

Die psychologischen Operationen (PsyOps) innerhalb des damit verbundenen strategischen Vorgehens sind wohlgeplant und durchgeführt, damit sie das Maximum an nachhaltiger Wirkung erzielen können. Untersuchen wir nun unter diesem Blickwinkel gemeinsam mit Jochen Mitschka Ereignisse im Nahen Osten, die zwar den 7. Oktober in den Mittelpunkt stellen, aber trotzdem von einer langen Vorgeschichte zeugen.


Israels Beschuss der eigenen Bevölkerung

9. November 2023, von Jochen Mitschka; erstveröffentlicht bei apolut.net

Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere an die Kriegslügen, mit denen Bombardierungen von Vietnam, sogar zweimal des Iraks, Libyens, Serbiens (a1) und anderer Länder gerechtfertigt wurden. Umso erstaunlicher, dass sich jetzt wieder eine so große Menge an deutschen Medienkonsumenten in einen Empörungswahn hereinsteigern lässt. Wenn ich über Gazas Geschichte schreibe, gerate ich leicht in emotionale Probleme.

Deshalb will ich heute lieber schreiben, was Max Blumenthal auf der US-Internetseite The Grayzone (4) berichtet. Er zeigt auf, wie das Verhalten der israelischen Armee, der angeblich moralischsten der Welt, wirklich aussieht. Es lohnt sich, den Originalartikel wegen der vielen Links, Bilder und eingeblendeten Tweets anzuschauen. Hier nun die deutsche Zusammenfassung für dieses Format. Zunächst aber eine Klarstellung: Alle Kriegsverbrechen, egal von welcher Seite, müssen dringend durch neutrale internationale Kommissionen verfolgt werden, auch der Status einer von UNO-Resolutionen legitimierten Freiheitsbewegung kann Kriegsverbrechen nicht entschuldigen.

Blumenthal beginnt damit, zu erklären, dass das israelische Militär den Befehl erhalten hatte, israelische Häuser und sogar eigene Stützpunkte zu beschießen, als es am 7. Oktober von Hamas-Kämpfern überwältigt wurde. Wie viele israelische Bürger, die von Hamas-Kämpfern angeblich “bei lebendigem Leibe verbrannt” wurden, seien tatsächlich durch „friendly fire“ getötet worden, fragt er. Dann beginnt er mit den Details.

Yasmin Porat, eine der Zeuginnen, erklärte: “Sie haben alle getötet, auch die Geiseln“, und meinte damit israelische Spezialeinheiten. Der Autor weist darauf hin, dass David Sheen und Ali Abunimah schon in der Electronic Intifada berichtet hatten, was Porat als “sehr, sehr schweres Kreuzfeuer” (5) nannte, eingeschlossen israelischer Panzerbeschuss, der zu vielen Opfern unter den Israelis geführt habe (6). Während der Gefangenschaft durch die bewaffneten Hamas-Männer, so erinnerte sich Porat:

Sie haben uns nicht misshandelt. Wir wurden sehr menschlich behandelt… Niemand behandelte uns gewaltsam.” (5i)

Sie fügte hinzu, was schon früher berichtet worden war:

“Das Ziel war, uns nach Gaza zu entführen, nicht, uns zu ermorden.” (6i)

Hinzufügen sollte man, dass die Hamas von Anfang an erklärt hatte, diese Geiseln gegen Gefangene der Hamas in israelischen Gefängnissen austauschen zu wollen. Inhaftierte, von denen einige seit Jahren ohne Gerichtsverfahren einsitzen, andere mit Verurteilungen auf Grund von geheimen Beweisen, welche nicht einmal den Anwälten der Angeklagten zugänglich waren.

Laut Haaretz, so Blumenthal weiter, konnte die Armee die Kontrolle über das Kibbuz Be’eri erst wiederherstellen, nachdem sie zugegebenermaßen die Häuser der Israelis “beschossen” hatte. 

“Der Preis war schrecklich: mindestens 112 Einwohner von Be’eri wurden getötet” (7, a2), 

berichtete die Zeitung. 

“Andere wurden gekidnappt. Gestern, 11 Tage nach dem Massaker, wurden die Leichen einer Mutter und ihres Sohnes in einem der zerstörten Häuser entdeckt. Es wird vermutet, dass noch weitere Leichen in den Trümmern liegen.”

Auch Apache-Kampfhubschrauber, mit die mächtigsten Waffen in einem Krieg gegen gewaltige militärische Gegner, spielten eine wichtige Rolle bei der Reaktion des israelischen Militärs am 7. Oktober, erklärt Blumenthal. Die Piloten berichteten israelischen Medien, dass sie ohne jegliche Informationen auf das Schlachtfeld geflogen seien, nicht in der Lage, zwischen Hamas-Kämpfern und israelischen Nichtkombattanten zu unterscheiden. Dennoch beschlossen sie, einfach zu schießen. 

“Ich wusste nicht, worauf ich schießen sollte, weil es so viele von ihnen gab” (8), sagte ein Apache-Pilot.

Blumenthal berichtet dann, dass Videos, die von uniformierten Hamas-Schützen gefilmt wurden, deutlich machten, dass sie am 7. Oktober Israelis mit Kalaschnikow-Gewehren erschossen (9). Die israelische Regierung habe sich jedoch nicht damit begnügt, sich auf verifizierte Videobeweise zu stützen, die möglicherweise Kriegsverbrechen dokumentierten. Stattdessen habe sie diskreditierte Behauptungen über “geköpfte Babys” und Fotos von “bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen” verbreitet, um zu behaupten, dass die Militanten ihre Gefangenen auf sadistische Weise verbrannten und einige sogar vergewaltigten, bevor sie sie lebendig verbrannten (10).

Das Ziel hinter Tel Avivs Ausstellung der Gräueltaten sei klar: die Hamas als “schlimmer als ISIS” darzustellen und gleichzeitig Unterstützung für die anhaltenden Bombardierungen des Gazastreifens durch die israelische Armee zu kultivieren. Zum Zeitpunkt der Ablieferung dieses PodCasts [9. November 2023] war die 10.000er Opfer-Marke bereits deutlich überschritten (a3), in etwa die Hälfte von ihnen Kinder, und ein Ende nicht absehbar. Überlebende von Notamputationen unter dem Licht von Mobiltelefonen ohne Betäubung, traumatisierte Kinder nicht mitgerechnet.

Der Artikel berichtet auch, dass hunderte von verwundeten Kindern in Gaza mit Verbrennungen vierten Grades behandelt wurden, die ein Chirurg mit neuartigen Waffen in Zusammenhang brachte, weil er solche Wunden vorher nie gesehen hatte (11). Die deutschen Medien aber berichteten nach wie vor nur über israelische Bürger, die am 7. Oktober angeblich lebendig verbrannt worden seien.

„Die sich häufenden Beweise für Befehle der israelischen Armee zum Beschuss durch eigene Truppen deuten jedoch stark darauf hin, dass zumindest einige der erschütterndsten Bilder von verkohlten israelischen Leichen, in Schutt und Asche gelegten israelischen Häusern und ausgebrannten Fahrzeugwracks, die den westlichen Medien präsentiert wurden, in Wirklichkeit das Werk von Panzerbesatzungen und Hubschrauberpiloten waren, die israelisches Gebiet mit Granaten, Kanonen und Hellfire-Raketen beschossen.“ (4i)

Der Artikel erklärt dann die Ziele der Hamas: Es war die Freilassung der von Israel inhaftierten Palästinenser, darunter bis zu 700 Kinder, die das System jedes Jahr durchlaufen (12), sowie 1264 Palästinenser, die derzeit ohne Anklage festgehalten werden (13). Ziel war, ähnlich wie 2011 durch den Austausch eines israelischen Soldaten, Gilad Shalit, Gefangene in Israel zu befreien.

Der Angriff der Hamas habe in erster Linie israelischen Soldaten gegolten. GoPro Aufnahmen von Helmen der Hamas-Kämpfer zeigen, wie israelische Soldaten in Unterwäsche und unvorbereitet überrumpelt wurden. Mindestens 340 aktive Soldaten und Geheimdienstoffiziere seien am 7. Oktober getötet worden, was fast 50 % der bestätigten israelischen Todesopfer ausmache (a4). Unter den Opfern seien auch hochrangige Offiziere wie Oberst Jonathan Steinberg, der Kommandeur der israelischen Nahal-Brigade gewesen. Allerdings seien auch Kombattanten, bewaffnete israelische Zivilisten, meist Siedler und sogar Ersthelfer getötet worden.

„Der Erez-Übergang beherbergt eine massive militärische Einrichtung und eine Einrichtung zur Koordinierung der Regierungsaktivitäten in den [besetzten] Gebieten (COGAT), die als Nervenzentrum der israelischen Belagerung des Gazastreifens fungiert. Als sie am 7. Oktober von palästinensischen Kämpfern überrannt wurde und sich Scharen von Armeebürokraten darin befanden, geriet das israelische Militär in Panik.“

Laut Haaretz, so der Bericht weiter, hatten sich der Kommandeur der Gaza-Division, Brigadegeneral Avi Rosenfeld,

“zusammen mit einer Handvoll Soldaten und Soldatinnen im unterirdischen Kriegsraum der Division verbarrikadiert und versuchte verzweifelt, den angegriffenen Sektor zu retten und zu organisieren. Viele der Soldaten, (…) wurden draußen getötet oder verwundet. Die Division war gezwungen, einen Luftangriff auf den Stützpunkt [Erez Crossing] selbst anzufordern, um die Terroristen zurückzuschlagen.” (14)

Blumenthal berichtet, dass um 10:30 Uhr nach Angaben des Militärs gegenüber der israelischen Nachrichtenagentur Mako “die meisten [palästinensischen] Kräfte der ursprünglichen Invasionswelle das Gebiet bereits in Richtung Gaza verlassen” hatten. Doch mit dem raschen Zusammenbruch der Gaza-Division des israelischen Militärs seien Plünderer, Schaulustige und einfache Guerillakämpfer, die nicht unbedingt unter dem Kommando der Hamas standen, ungehindert nach Israel eingeströmt (15).

Zu diesem Zeitpunkt seien dann die beiden israelischen Apache-Hubschrauberstaffeln mit acht Hubschraubern in der Luft gewesen, “und es gab so gut wie keine nachrichtendienstlichen Informationen, die bei verhängnisvollen Entscheidungen helfen konnten”, berichtete Mako. Als die Welle der Infiltrationen aus dem Gazastreifen für Chaos am Boden sorgte, entfachten die verwirrten israelischen Piloten einen wahren Rausch von Raketen- und Maschinengewehrsalven:

“Die Apache-Piloten bezeugen, dass sie eine riesige Menge an Munition abfeuerten, den ‘Bauch des Hubschraubers’ innerhalb von Minuten leerten, zum Aufrüsten flogen und wieder in die Luft gingen, wieder und wieder”, berichtete Mako (15i).

Die Apache-Hubschrauber scheinen sich auf Fahrzeuge konzentriert zu haben, die vom Nova-Festival für elektronische Musik und von nahegelegenen Kibbuze zurück nach Gaza strömten, und griffen Autos an, offenbar in dem Glauben, dass sich israelische Gefangene darin befinden könnten. Sie schossen auch auf unbewaffnete Menschen, die aus Autos stiegen oder zu Fuß durch die Felder am Rande des Gazastreifens gingen.

„Das israelische Militär ‚eliminierte alle, einschließlich der Geiseln und feuerte Panzergranaten auf die Häuser des Kibbuz.“ (16)

Diese Aussagen zeigen klar auf, dass es in erster Linie darum ging zu verhindern, dass Israelis lebend in die Hände der Hamas vielen und dadurch ein Austausch erzwungen werden konnte.

Fotos von den Folgen der Kämpfe in Be’eri — und von der israelischen Bombardierung dieser Gemeinden — zeigen Trümmer und verkohlte Häuser, die den Folgen israelischer Panzer- und Artillerieangriffe im Gazastreifen ähneln, erklärt Blumenthal. Wie Tuval Escapa, der Sicherheitskoordinator des Kibbuz Be’eri, gegenüber Haaretz erklärte, hatten israelische Armeekommandeure den

“Beschuss von Häusern auf ihre Bewohner angeordnet, um die Terroristen zusammen mit den Geiseln zu eliminieren.”

Es wird durch den Artikel von Blumenthal immer deutlicher, dass viele Fotos von angeblichen Opfern wahlloser Massaker der Hamas, die Opfer von wahllosen Angriffen der israelischen Armee waren, und dieser zulasten gelegt werden müssen. Ein Video, das über den Telegram-Account der israelischen South Responders veröffentlicht wurde, zeigt die Leichen von Israelis, die unter den Trümmern eines Hauses entdeckt wurden, das durch eine starke Explosion — wahrscheinlich eine Panzergranate — zerstört worden war (17). Die rechtsgerichtete New York Post berichtete über einen ähnlichen Vorfall, bei dem die Leiche eines Jungen unter den Trümmern seines Hauses in Be’eri verbrannt wurde. Das Phänomen von verkohlten Leichen, deren Hände und Knöchel gefesselt waren und die in Gruppen unter den Trümmern zerstörter Häuser gefunden wurden, werfe ebenfalls die Frage nach “freundlichem” Panzerfeuer auf (18).

Dann wird wieder Yasmin Porat zitiert, die Geisel, welche beschrieb, wie militante Hamas-Kämpfer ihrem Partner die Hände auf den Rücken fesselten. Nachdem ein militanter Kommandant sie als menschliches Schutzschild benutzt hatte, um sich in Sicherheit zu bringen, sah sie ihren Partner am Boden liegen, noch lebend. Sie erklärte, die israelischen Sicherheitskräfte hätten ihn und die anderen Geiseln “zweifellos” getötet, als sie das Feuer auf die verbliebenen Kämpfer im Inneren eröffneten, unter anderem mit Panzergranaten.

In anderen Berichten wurde von Geiseln erzählt, die die Hamas-Kämpfer um Erlaubnis baten, um eine Banane zu essen. Was so gar nicht zu den gezeigten Fotos von Gräueltaten passt.

Die israelischen Sicherheitskräfte, so die Berichte weiter, haben auch das Feuer auf fliehende Israelis eröffnet, die sie fälschlicherweise für Hamas-Kämpfer hielten. Eine Einwohnerin von Ashkelon namens Danielle Rachiel beschrieb, dass sie fast getötet wurde, nachdem sie vom Nova-Musikfestival geflohen war.

Als wir den Kreisverkehr [bei einem Kibbuz] erreichten, sahen wir israelische Sicherheitskräfte! […] Wir hielten unsere Köpfe gesenkt, weil wir automatisch wussten, dass sie uns in einem kleinen, verbeulten Auto misstrauisch beäugen würden… aus derselben Richtung, aus der die Terroristen gekommen waren. Unsere Truppen begannen auf uns zu schießen!” (4ii)

Andere hatten weniger Glück, wie der Artikel weiter an Beispielen erklärt (19 bis 21).

Waren “Hamas-Gräueltaten” tote Hamas-Kämpfer?

Erinnerungen an Fotos von angeblichen toten Zivilisten als Begründung des Kosovo-Krieges, die tatsächlich getötete Kämpfer gezeigt hatten, drängen sich auf, wenn man den Bericht weiter liest.

Eines der grausamsten Videos von den Folgen des 7. Oktober, zeigte ein Auto voller verkohlter Leichen (unten) am Eingang des Kibbutz Be’eri (22). Die israelische Regierung habe diese Opfer als israelische Opfer der sadistischen Hamas-Gewalt dargestellt. Die geschmolzene Stahlkarosserie und das eingestürzte Dach des Wagens sowie die völlig verbrannten Leichen im Inneren des Wagens deuten jedoch auf einen direkten Treffer durch eine Hellfire-Rakete hin (4iii). Hamas Kämpfer hatten keine vergleichbaren Waffen. Es sei auch möglich, dass es sich bei den männlichen Insassen des Wagens um Hamas-Aktivisten handelte. Möglicherweise seien sie mit israelischen Gefangenen im Auto auf dem Rückweg nach Gaza gewesen.

Dann führt der Bericht fort zu erklären, wie Israels UN-Botschafter Gilad Erdan vor den Vereinten Nationen am 26. Oktober Fotos mit toten Hamas-Kämpfern verbreitete. Erdan gestikulierte wütend auf dem Podium und brüllte, dass “wir gegen Tiere kämpfen”, bevor er ein Papier mit einem QR-Code mit der Aufschrift “Scannen Sie, um die Gräueltaten der Hamas zu sehen” hervorholte. Wenn man den scannte, so der Bericht weiter, sah man etwa 8 grausige Bilder von verbrannten Leichen und geschwärzten Körperteilen. Eines zeigte einen Haufen völlig verkohlter männlicher Leichen, die in einem Müllcontainer gestapelt waren (23).

Alle am 7. Oktober getöteten Israelis waren jedoch vom Militär in einzelnen Leichensäcken eingesammelt und in Leichenhallen gebracht worden. In der Zwischenzeit waren aber zahlreiche Videos von Israelis aufgenommen worden, die zeigen, wie sie die Leichen der von den Sicherheitskräften getöteten Hamas-Bewaffneten entmenschlichen — sie zogen sie nackt aus, urinieren auf sie und verstümmeln ihre Körper, soweit der Bericht auf der Basis von Videos und Fotos (24). Daher erscheint es eher wahrscheinlich, dass die Leichen im oben genannten Müllcontainer Hamas-Kämpfer waren.

Viele dieser Videos und angeblichen Beweise von Hamas Gräueltaten verschwanden inzwischen, aber sie haben ihre Wirkung, auch auf die deutsche Öffentlichkeit, offensichtlich erfüllt.

Zerstörungen, die an die israelischen Angriffe auf Gaza erinnern

Dann weist der Autor auf die erschreckende Ähnlichkeit der Zerstörung durch Israel in Gaza und den Spuren der Zerstörung in Israel hin. Einige Rettungskräfte, die nach dem 7. Oktober an den Schauplätzen des Gemetzels im Süden Israels eintrafen, erklärten, sie hätten noch nie eine solche Zerstörung gesehen. Denjenigen, so der Autor, die die israelischen Bombardierungen des Gazastreifens miterlebt haben, dürften die Bilder von zerbombten Häusern und verbrannten Autos jedoch bekannt vorkommen.

„Während meiner Berichterstattung über Israels 51 Tage andauernden Angriff auf den Gazastreifen im Jahr 2014 stieß ich im Zentrum von Gaza-Stadt auf ein zerstörtes Fahrzeug, das einem jungen Taxifahrer namens Fadel Alawan gehörte, der von einer israelischen Drohne ermordet worden war, nachdem er unwissentlich einen verwundeten Hamas-Kämpfer in einem nahe gelegenen Krankenhaus abgesetzt hatte. Im Inneren des Wagens waren die Überreste von Alawans Sandale zu sehen, die mit dem Gaspedal verschmolzen war.“ (4iv, 25)

Dann berichtet Blumenthal, wie am Nachmittag des 7. Oktobers die ruhigen Siedlungen und Wüstenstraßen im Süden Israels verkohlt und von ausgebombten Autos gesäumt waren, die dem von Alawan ähnlich sahen. Und er fragt, ob die leicht bewaffneten Hamas-Kämpfer tatsächlich in der Lage gewesen waren, Zerstörungen in einem solchen Ausmaß anzurichten?

Verteilt die israelische Regierung Fotos von Opfern des “friendly fire”?

In dem vielleicht grauenvollsten Dokument, das die israelische Regierung zu Propagandazwecken der Presse am 23. Oktober vorlegte, wurde den Reportern ein Video gezeigt, das “eine teilweise verbrannte Frauenleiche mit verstümmeltem Kopf zeigt… Das Kleid der toten Frau ist bis zur Taille hochgezogen und ihre Unterhose wurde entfernt“, so die Times of Israel (26). Daniel Amram, der populärste private Nachrichtenblogger in Israel, twitterte das Video der verbrannten Frauenleiche und behauptete, dass “sie vergewaltigt und lebendig verbrannt wurde“.

Tatsächlich schien die junge Frau sofort durch eine starke Explosion getötet worden zu sein. Und sie wurde offenbar aus dem Auto entfernt, in dem sie saß – und das möglicherweise einem Entführer aus Gaza gehörte. Das Fahrzeug war völlig zerstört und stand auf einem unbefestigten Feld, wie viele andere, die von Apache-Hubschraubern angegriffen wurden. Sie war nur spärlich bekleidet und hatte die Beine gespreizt.

Obwohl sie das Nova-Musik-Festival besucht hatte, bei dem viele weibliche Besucherinnen knapp bekleidet waren, und obwohl ihre verkrümmten Gliedmaßen typisch für einen Körper waren, der nach der Leichenstarre in einem Auto gesessen hatte, behaupteten israelische Experten und Beamte, sie sei vergewaltigt worden.

Doch die Vorwürfe der sexuellen Nötigung haben sich bisher als unbegründet erwiesen. Der israelische Armeesprecher Mickey Edelstein betonte bei der Pressekonferenz am 23. Oktober gegenüber Reportern, dass “wir Beweise” für eine Vergewaltigung hätten, aber als er nach Beweisen gefragt wurde, sagte er der Times of Israel, “wir können sie nicht mitteilen“.

Und wieder drängt sich der Gedanke auf, wie sogar Amnesty International behauptet hatte, Gaddafi hätte „schwarzen Söldnern“ Viagra verabreicht, damit sie besser vergewaltigen konnten, was dann nach dem Vollzug der Zerstörung Libyens stillschweigend zurückgezogen worden war.

Israels Militär tötet israelische Gefangene im Gazastreifen und ärgert sich über ihre Freilassung

Im Gazastreifen, wo [Anfang November] etwa 200 israelische Bürger als Geiseln gehalten werden, gibt es kaum Zweifel daran, wer die Gefangenen tötete. Am 26. Oktober gab der bewaffnete Flügel der Hamas, die Al-Qassam-Brigaden, bekannt, dass Israel “fast 50 Gefangene” bei Raketenangriffen getötet habe (27).

Dann erklärt Blumenthal die Hannibal-Richtline des israelischen Militärs


Die Hannibal-Richtlinie

Das militärische Verfahren wurde 1986 nach dem Jibril-Abkommen eingeführt, bei dem Israel 1150 palästinensische Gefangene gegen drei israelische Soldaten eintauschte. Nach heftigen politischen Reaktionen erarbeitete das israelische Militär einen geheimen Feldbefehl, um künftige Entführungen zu verhindern. Die vorgeschlagene Operation wurde nach dem karthagischen Feldherrn benannt, der sich lieber vergiftete, als sich vom Feind gefangen nehmen zu lassen.“ (28)

Neben der Hannibal- gibt es noch die Dahiya-Doktrin. Das englischsprachige Wikipedia schreibt dazu (übersetzt):

Die Dahiya-Doktrin oder Dahya-Doktrin ist eine militärische Strategie der asymmetrischen Kriegsführung, die vom ehemaligen Generalstabschef der Israel Defense Forces (IDF), Gadi Eizenkot, skizziert wurde. Sie umfasst die Zerstörung der zivilen Infrastruktur von als feindlich eingestuften Regimen als Maßnahme, die darauf abzielt, den Kombattanten die Nutzung dieser Infrastruktur zu verwehren, und befürwortet den Einsatz “unverhältnismäßiger Gewalt”, um dieses Ziel zu erreichen.“ (29)

Diese Beschreibung ist diplomatisch vorsichtig, im Wesentlichen aber erklärt sie die Vertreibung und gegebenenfalls einen Genozid zur Erreichung israelischer Kriegsziele.


Die letzte bestätigte Anwendung der Hannibal-Richtlinie fand nach Angabe Blumenthals am 1. August 2014 in Rafah im Gazastreifen statt, als Hamas-Kämpfer einen israelischen Offizier, Leutnant Hadar Goldin, gefangen nahmen, woraufhin das Militär mehr als 2000 Bomben, Raketen und Granaten auf das Gebiet abfeuerte und den Soldaten sowie über 100 palästinensische Zivilisten tötete (30, 31).

Außerdem habe sich Israel als seltsam allergisch gegenüber der sofortigen Freilassung von Geiseln gezeigt. Nachdem Israel am 22. Oktober ein Angebot der Hamas abgelehnt hatte, 50 Geiseln im Austausch gegen Treibstoff freizulassen (32), lehnte es auch das Angebot der Hamas ab, Yocheved Lifshitz, eine 85-jährige israelische Friedensaktivistin, und ihre 79-jährige Freundin Nurit Cooper bedingungslos freizulassen.

Als Israel einen Tag später ihrer Freilassung doch zustimmte, zeigte ein Video, wie Lifshitz einem Hamas-Kämpfer die Hand gab und ihm “Schalom” zurief, als er sie aus dem Gazastreifen hinausbegleitete. Auf einer Pressekonferenz an diesem Tag berichtete sie über die humane Behandlung, die sie von ihren Entführern erhielt (33).

Blumenthal führt aus, dass das Spektakel um Lifshitz’ Freilassung von den Propagandisten der israelischen Regierung als Propagandakatastrophe behandelt wurde, und die Beamten schimpften, es sei ein schwerer “Fehler” gewesen, sie öffentlich sprechen zu lassen. Das israelische Militär sei nicht weniger verärgert über ihre plötzliche Freiheit gewesen. Die Times of Israel habe berichtet:

“Die Armee ist besorgt, dass weitere Geiselfreilassungen durch die Hamas die politische Führung dazu veranlassen könnten, einen Bodenangriff zu verzögern oder sogar auf halbem Weg abzubrechen.” (34)

Fazit

Dieser Bericht ist investigativer Journalismus, wie man ihn von den höchstbezahlten Vertretern der medialen Meinungsbildung in Deutschland erhofft hätte, wäre man nicht schon seit Jahren von dieser Hoffnung enttäuscht worden. Dass er in einer alternativen Medienquelle auftaucht, ist der Beweis, dass die westliche Welt nur noch einen Schritt von der totalen Beherrschung der Geschichtsschreibung des Westens entfernt ist.

Natürlich wird dieser Artikel zunächst heftig als „Hamas-Propaganda“ bestritten werden, bis irgendwann die Fakten in Gaza nicht mehr rückgängig gemacht werden können, und die Tatsachen schulterzuckend akzeptiert werden, ebenso wie die 500.000 toten Kinder auf Grund von US-Sanktionen gegen den Irak. Aber die Opfer waren dann das Resultat wert.

Der Artikel zeigt nicht nur auf, wie verlogen, einseitig und menschenverachtend die führenden Politiker und Medienberichterstattungen in Deutschland und manchen anderen Ländern sind, er zeigt auch auf, dass dies möglich ist, weil die Konsumenten alles schlucken, was man ihnen vorsetzt, und da kann ihnen noch so oft bewiesen haben, wie heftig in der Vergangenheit gelogen wurde. Sie fallen immer wieder auf die gleichen Empörungstricks herein. Ja sie weigern sich später zuzugeben, dass sie reingelegt wurden. Und um eigene Fehler bloß nicht zugeben zu müssen, war es dann doch die blutrünstige Hamas, welche die moralischste Armee der Welt dazu „zwang“, die eigenen Zivilisten zu beschießen. Der Kampf seit Jahrzehnten gegen diese Ignoranz gleicht immer mehr einer Sisyphos-Arbeit (35).

 

Danke, Jochen Mitschka, und danke an apolut!

Liebe Leser, bleiben Sie bitte auch weiterhin schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen — insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors — kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Die Rechte des Originalartikels bei apolut bleiben davon unbenommen. Der Originaltext wurde um ein Vorwort sowie Anmerkungen und eine Indexliste zu den Quellen erweitert. Letzte Bearbeitung: 28. Dezember 2023.

(a1) „Es begann mit einer Lüge“ … die vermutlich letzte regierungs- und kriegskritische Berichterstattung des ÖRR über den Angriffskrieg der NATO gegen Serbien im Kosovo-Krieg. In dutzenden Kopien, teilweise abgefilmt vom Fernseher, um die Tatsachen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, in YouTube glücklicherweise immer noch zu finden.

(a2) Das Zitat verlinkt auf einen in Hebräisch verfassten Artikel der israelischen Zeitung Haaretz (6i). Haaretz wiederum hat im Nachhinein eine Richtigstellung zu aus deren Sicht tendenziösen Aussagen von Max Blumenthal verfasst (36). Unter anderem wird darauf verwiesen, dass die 112 Opfer in Be’eri nicht zwingend Opfer israelischen Beschusses gewesen sind, wenngleich man diesen Beschuss einräumt. Der von Michal Perach als Meinungsartikel gekennzeichnete Artikel verfällt aber insgesamt in genau den tendenziösen Stil, den er bei Max Blumenthal zu erkennen glaubt.

(a3) Am 26. Oktober 2023 gaben die Behörden in Gaza den Tod von 7.028 Palästinensern in Folge der israelischen Kriegsführung bekannt (37).

(a4) In israelischen Medien wird von 1.200 toten Israelis geschrieben, einschließlich Soldaten, womit knapp ein Drittel der Opfer (statt der Hälfte, von der Blumenthal schreibt) dem Militär entstammten (38). Es wird dabei allerdings nicht unterschieden, ob die Menschen durch die Hamas oder „friendly fire“ zu Tode kamen.

(1) 27.08.2023; Deutschlandfunk; Daniel Cil Brecher; Die Ideen der Siedler als Irrweg der jüdischen Geschichte; https://www.deutschlandfunk.de/die-ideen-der-siedler-als-irrweg-der-juedischen-geschichte-100.html; Zitat entnommen aus: Die Herren des Landes – Israel und die Siedlerbewegung seit 1967; Idith Zertal, Akiva Eldar; Übers. a.d. Englischen von Markus Lembke; Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2007; 576 Seiten

(2) 14.08.2008; bpb; Fania Oz-Salzberger; Die Zukünfte der israelischen Gesellschaft, Kap. Nationalisierung; https://www.bpb.de/themen/naher-mittlerer-osten/israel/45130/die-zukuenfte-der-israelischen-gesellschaft/#node-content-title-1

(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Shock_and_Awe; abgerufen: 15.12.2023

(4 bis 4iv) 27.10.2023; The Grayzone; Max Blumenthal; October 7 testimonies reveal Israel’s military ‘shelling’ Israeli citizens with tanks, missiles; https://thegrayzone.com/2023/10/27/israels-military-shelled-burning-tanks-helicopters/

(5, 5i) 15.10.2023; The Electronic Intifada; Israeli forces shot their own civilians, kibbutz survivor says; https://www.youtube.com/watch?v=gi-ESUGUUMk

(6, 6i) 16.10.2023; The Electronic Intifada; Ali Abunima, David Sheen; Israeli forces shot their own civilians, kibbutz survivor says; https://electronicintifada.net/content/israeli-forces-shot-their-own-civilians-kibbutz-survivor-says/38861

(7) 20.10.2023; https://www.haaretz.co.il/news/politics/2023-10-20/ty-article-magazine/.premium/0000018b-499a-dc3c-a5df-ddbaab290000

(8) 26.10.2023; X; i24News; Visits Kibbutz Beeri Destroyed by Hamas; https://twitter.com/i24NEWS_EN/status/1717617495186567226

(9) 23.10.2023; X; Amy Spiro; https://twitter.com/AmySpiro/status/1716438190540595696

(10) 17.10.2023; The Guardian; Emma Graham-Harrison; Forensic teams still working to identify bodies 10 days after Hamas massacres; https://www.theguardian.com/world/2023/oct/17/hundreds-of-israeli-bodies-remain-unidentified-10-days-after-hamas-attack

(11) 21.10.2023; X; Gaza Now; https://twitter.com/EnglishGaza/status/1715518766753145311?s=20

(12) 02.12.2023; Defense for Children International Palestine; Number of Palestinian Children (12 – 17) in Israeli Military Detention; https://www.dci-palestine.org/children_in_israeli_detention

(13) https://www.addameer.org; abgerufen: 20.12.2023

(14) 20.10.2023; Haaretz; Amos Harel; Failures Leading Up to the Hamas Attack That Changed Israel Forever; https://www.haaretz.com/israel-news/2023-10-20/ty-article/.premium/underprepared-and-overconfident-israel-failed-to-spot-the-signs-of-impending-disaster/0000018b-4976-d03a-afcb-697edb020000

(15, 15i) 23.10.2023; https://www.mako.co.il/pzm-soldiers/Article-199bdbb03215b81026.htm; (in Hebräisch)

(16) 16.10.2023; The Electronic Intifada; Ali Abunimah, David Sheen; Israeli forces shot their own civilians, kibbutz survivor says; https://electronicintifada.net/content/israeli-forces-shot-their-own-civilians-kibbutz-survivor-says/38861

(17) 18.10.2023; Telegram; South First Responders; https://t.me/southfirstresponders/309

(18) 19.10.2023; New York Post; Yaron Steinbuch; Burned body of young Israeli boy found in kibbutz attic where he tried to hide from Hamas terrorists; https://nypost.com/2023/10/19/body-of-israeli-boy-found-in-attic-where-he-hid-from-hamas/

(19) 10.10.2023; ynet; https://www.ynet.co.il/news/article/bkj2ul711t; (in Hebräisch)

(20) Maariv; https://www.maariv.co.il/news/israel/Article-1046584; (in Hebräisch)

(21) 15.10.2023; Haaretz; https://www.haaretz.co.il/news/politics/2023-10-15/ty-article/.premium/0000018b-32e1-dff1-a5eb-fefd9bce0000; (in hebräisch)

(22) 11.10.2023; Telegram; South First Responders; https://t.me/southfirstresponders/149

(23) 26.10.2023; X; Ambassador Gilad Erden [israelischer UN-Botschafter]; https://twitter.com/giladerdan1/status/1717613255936352479

(24) 15.10.2023; X; https://twitter.com/ireallyhateyou/status/1713533460290076817

(25) 16.08.2014; X; Max Blumenthal; https://twitter.com/MaxBlumenthal/status/500439274391482368

(26) 23.10.2023; The Times of Israel; Carrie Keller-Lynn; IDF shows foreign press Hamas bodycam videos, photos of murder, torture, decapitation; https://www.timesofisrael.com/idf-shows-foreign-press-raw-hamas-bodycam-videos-of-murder-torture-decapitation/

(27) 26.10.2023; SCMP; Hamas says Israeli strikes on Gaza killed ‘almost 50’ hostages; https://www.scmp.com/news/world/middle-east/article/3239336/israel-gaza-war-hamas-says-almost-50-israeli-hostages-killed-tel-avivs-raids

(28) https://en.wikipedia.org/wiki/Hannibal_Directive; abgerufen: 15.12.2023

(29) https://en.wikipedia.org/wiki/Dahiya_doctrine; abgerufen: 15.12.2023

(30) 06.08.2014; The New Yorker; Ruth Margalit; Hadar Goldin And The Hannibal Directive; https://www.newyorker.com/news/news-desk/hadar-goldin-hannibal-directive

(31) Amnesty International; ‚Black Friday‘ — Carnage in Rafah During 2014 Israel/Gaza Conflict; https://blackfriday.amnesty.org/

(32) 27.10.2023; X; Bildschirmausschnitt aus Wall Street Journal; https://twitter.com/503i7/status/1717717431076991237

(33) 24.10.2023; X; The Cradle; https://twitter.com/TheCradleMedia/status/1716805914504700137

(34) 23.10.2023; The Times of Israel; Emanuel Fabian; IDF believes it’s ready for Gaza ground offensive — and that it should start soon; https://archive.ph/iJa9Q#selection-791.0-791.81

(35) 09.11.2023; apolut; Jochen Mitschka; Israels Beschuss der eigenen Bevölkerung; https://apolut.net/israels-brutkaesten-von-jochen-mitschka/

(36) 27.11.2023; Haaretz; Michal Perach; Masterclass in Manipulation: Exposing Max Blumenthal’s Lies About Israel and October 7; https://www.haaretz.com/israel-news/2023-11-27/ty-article-opinion/exposing-max-blumenthals-deceptive-claim-israel-is-responsible-for-most-october-7-victims/0000018c-102f-d65f-a7dd-f0ff7b550000?dicbo=v2-I7JAxP9&utm_source=traffic.outbrain.com&utm_medium=referrer&utm_campaign=outbrain_organic

(37) 26.10.2023; X; Sharif Kouddous; https://twitter.com/sharifkouddous/status/1717598588098765299?s=46&t=srGfzJUJh3S_aCSlSJ-SWw

(38) 19.10.2023; Haaretz; Israel’s Dead: The Names of Those Killed in Hamas Attacks, Massacres and the Israel-Hamas War; https://www.haaretz.com/haaretz-explains/2023-10-19/ty-article-magazine/israels-dead-the-names-of-those-killed-in-hamas-massacres-and-the-israel-hamas-war/0000018b-325c-d450-a3af-7b5cf0210000

(Titelbild) Israel, Panzer, Merkava; Autor: Michael Mass, Yad la-Shiryon Museum; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/fa/Merkava4_MichaelMass01.jpg/1280px-Merkava4_MichaelMass01.jpg; Lizenz: Creative Commons 3.0

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Von Ped

10 Gedanken zu „Das israelische Narrativ der Guten gegen das Böse“
  1. Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, rechtfertigt diesen Massenmord an der palästinensischen Bevölkerung durch Israel mit der Aussage wie folgt: „Teile der [palästinensischen] Bevölkerung haben viel schlimmere Dinge gemacht, zum Beispiel Frauen misshandelt, Vergewaltigungen“. Auch haben man „Fotos, die zeigen, dass tausende mitgemacht haben.“, so Prosor. (welt online, Politik Ausland, Liveticker).
    Wenn man diese Rechtfertigung eines israelischen Botschafters für den Massenmord an cirka 10.000 palästinensischen Kindern im Gazastreifen zweimal gelesen hat, fällt einem schlichtweg nichts mehr ein.

  2. Danke auch dir für die Verbreitung. Ja, es erinnert vieles an die Art der Berichterstattung, als es um die Verteufelung der Serben ging. Später (oder auch sofort) wurden viele Behauptungen und angebliche Beweise als Fake entlarvt, aber die beabsichtigte Wirkung auf die Hirne der Menschen hatten sie bereits gründlich erfüllt. Und so ist es bis heute nicht möglich, ,mit Deutschen zB über den „Hufeisenplan“-zu reden. Das will niemand wissen, der damals der Bombardierung Serbiens das Wort geredet hat und Fischer zujubelte, als er „ein neues Auschwitz (zu) verhindern“ versprach. Die Serben sind und bleiben „Unmenschen“ oder „menschliche Tiere“. . . . . .
    Damit will ich nicht behaupten, dass die andere Seite aus Engeln bestand (besteht). Es geht nur um die Frage der Verhältnismäßigkeit. „Gut“ und „Böse“ sind niemals einseitig verteilt.

  3. (M)eine Weihnachtsgeschichte ‘23
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    Das kleine Mädchen hat Geburtstag. Es beugt sich neugierig über einen Karton und hebt das schwarze Knäuel auf. Ungläubig staunend dreht es sich zu seiner Mutter, während es das kleine Kätzchen mit beiden Händen hält und an sich drückt. Mami? Seine fragenden, ungläubigen Blicke erhalten Bestätigung. Und dann bricht es aus dem Mädchen heraus. Hemmungslos laut schluchzend vor unkontrollierbarer Freude kuschelt es das kleine Wesen an sich. Danke! Mami! Eine Kinderseele öffnet sich mit weit offenem Mund und leuchtenden Augen der Kamera, zeigt überbordende Freude, ehrlich, unverfälscht.
    Das Video macht derzeit die Runde in „sozialen Medien“.
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    Landauf landab sind die Einkaufstempel voll von Weihnachtsschmuck, Lichtershows, viel Bling-bling und farbigem Plastikschrott. Wo es eben passt, werden Plastik-Christbäume aufgestellt und die einschlägigen Melodien plärren aus Lautsprechern. Nein, das sind keine Szenen irgendwo im christlichen Abendland. Zu bestaunen ist das in jeder beliebigen, thailändischen Stadt. Ja! In Thailand, mit einer buddhistischen Bevölkerung und ein paar Prozent Muslime. Ist das jetzt „kulturelle Aneignung“, Kommerz, Toleranz oder einfach etwas Freude?
    Liebe Grüsse an die Leitung des inzwischen prominenten „Weihnachtsbaum-befreiten Kindergarten Mobi“ in Hamburg.
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    Junge palästinensische Burschen spielen auf einer staubigen Strasse Fussball. Ihre Umgebung besteht aus Autowracks und Zeilen von Häuserruinen. Sie haben sicht- und hörbar Spass. Es ertönen Schüsse. Zwei der Jungen brechen ansatzlos zusammen. Ein Dritter kann sich in Deckung retten. Er schaut zu seinem regungslos liegenden Freund, versucht, ihn in Deckung zu ziehen. Die schnell grösser werdende Blutlache unter dem leblosen Körper lässt ihn sein Vorhaben aufgeben. Die aus sicherer Deckung filmende Kamera schwenkt zum zweiten Getroffenen. Der Körper liegt mit Todeszuckungen am Boden.
    Auch dieses Video wird in den Medien geteilt, für jene, die es sehen wollen/können und ertragen.
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    Irgendwo in den Ruinen von Gaza. Ein Arzt in weissem Kittel steht sichtbar geschockt und fassungslos vor einer Sichtschutz-Plane. Vor ihm eine filmende Menge, Passanten, Reporter – unwichtig. Offensichtlich ein Kollege tritt zu ihm, spricht mit ihm und umarmt ihn.
    Der Begleittext zum Video erklärt: Der Mann war eben mit einer Amputation an seinem eigenen Kind beschäftigt. Ohne Schmerz- oder Narkosemittel. Während dessen sei das Kind verstorben.
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    Fakes? Lügen? Propaganda?
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    Glaube ist individuell. Viele glauben an das Christkind, Santa Klaus, den Osterhasen und die „Gutmenschen“ in Berlin, Brüssel und die Karikatur der „vereinten Nationen“.
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    Die Zensursula v d Leien, der Kriegsminister Boris Pistorius, die Panzer-Agnes Strack-Zimmermann und Andere „Grössen“ der Politik haben auch ein Privatleben und sie sind – auch – Eltern. Vermutlich werden sie das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel mit ihren Liebsten gebührend feiern.
    Ursula, Boris, Agnes und Co.: Was geht in Euren Köpfen vor beim Anblick solcher Video’s? Was fühlt Ihr in Euren Herzen? Regt sich dort überhaupt noch irgendwas? Oder findet sich dort bis zum Überquellen nur noch geldgeil motivierter Kadavergehorsam und kranke Russophobie? Worauf stosst Ihr zu Silvester an? „Prosit Bibi“?
    .
    Ein kleiner Weihnachtswunsch an Euch:
    Tut den Menschen etwas Gutes und verpisst Euch! Und nehmt Euren Papi, den Klaus aus Davos und alle die Bibi’s und Wolody’s, gleich mit.

  4. Ein wichtiger Artikel, der hoffentlich dazu beträgt, diese Vorgänge weiter publik zu machen.
    Vielen Dank dafür!
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    Wenn ich mich in meinem Umfeld so umhöre, ist immer nur die Rede davon, dass Israel ja schließlich das Recht hätte, sich zu verteidigen. Dabei deutet alles auf eine dreiste Lüge hin, ein Narrativ zur Rechtfertigung der Anwendung von brutaler Gewalt. Und es ist viel schlimmer, als ich anfangs angenommen hatte.
    Wenn man, wie ich anfangs, glaubt, die Vorgänge, mit denen Israel die aktuelle Vertreibung und Vernichtung der Palästinenser in Gaza begründet, mit den Ereignissen von Pearl Harbor vergleichen zu können, die dann die Begründung für die USA lieferten, in den 2. WK einzusteigen, übersieht man, dass es damals immerhin die Japaner waren, die Pearl Harbor angegriffen hatten. Wie sich jetzt herausstellt, wäre solch einen Vergleich nur dann halbwegs zulässig, wenn die USA Pearl Harbor selbst angegriffen und dann die Japaner des Angriffs beschuldigt hätten, um sie schließich mit Atomwaffen zum Schweigen zu bringen.
    Gibt es da eine gewisse Steigerung von Hinterlist und Niedertracht?
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    Die Frage ist jetzt eigentlich, ob man mit der „Darstellung“, um es mal vorsichtig auszudrücken, „des überraschend und brutal Angegriffenen“ durchkommt, um das Morden zu rechtfertigen, so wie einst mit der „Sender Gleiwitz Lüge, mit dem „Pearl Harbor Coup“, mit dem Kennedy-Mord, mit der „Golf von Tonkin Lüge“, mit der „9/11-Lüge“ oder wie mit der Euro-Maidan Lüge…?
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    Gaza ist ein weiterer Schauplatz der endlosen Kriege um Macht und Geld und um die dafür benötigten Rohstoffe.
    .
    Wer sich für die Vorgänge um Pearl Harbor interessiert und was für eine üble Rolle der damalige Präsident FDR dabei spielte, wird z.B. hier fündig…
    https://falsificationofhistory-co-uk.translate.goog/false-history/pearl-harbor-was-not-a-surprise-attack/?_x_tr_sch=http&_x_tr_sl=auto&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de

    1. Auch ich danke Ped für die Veröffentlichung und Einleitung des wirklich guten Artikels Jochen Mitschkas. Die Lügen sind so allgegenwärtig, dass es wohl tut, vernünftige, wahrhaftige Worte zu lesen oder auch zu hören. Ich bewundere den Einsatz der Autoren.
      Und ich danke Leo für seine Erinnerungen an „große“ Lügen, die jeden der Kriege „begründeten“. Ich bin überzeugt, dass Kriege immer mit – zahlreichen – Lügen beginnen, diese im Verlaufe der Kriege sogar zunehmen, um ihn zu „befeuern“, aufrecht zu erhalten. Wir Deutschen können Zeugnis davon ablegen, wie weit die Lügen den Krieg überleben, selbst bei denen, die den Krieg entfachten und obendrein verloren. Unsere Befreiung vom Faschismus war keine von den Lügen. Wie lange die sich halten, erhalten werden, ist gerade jetzt wieder durch die Verleumdung der Russen, „des“ Russen, Putins als des Übels Kern deutlich geworden. Uns den oder die Feinde stets vor Augen zu halten, ein Virus, den Russen, die Palästinenser, das Klima, ist die vornehmste Aufgabe der Propaganda, diese zu entkräften, zu widerlegen die vornehmste der Kämpfer für Frieden.
      Sozialismus statt Barbarei.

  5. Nur eines: Für mich ist Israel gestorben, als sie ihr eigenes Volk an Pfizer verkauft haben. Da hat die israelische Führung ihren schlechten Charakter offenbart und allen gezeigt, wie weit sie gehen würden, um ihr Volk zu schädigen. Sie hatten ihr eigenes Volk zu Laborratten gemacht und Geld dafür eingesteckt. Mehr gibt es für mich nicht zu Israel zu sagen. Alles andere folgt diesem Beispiel.

  6. strafe bedeutet einem bereits eingetretenen schaden einen weiteren hinzuzufügen. das ist absurd.
    .
    wenn irgendwo ein unberechtigtes massaker — ein sogenanntes kriegsverbrechen — passiert dann bin ich dafür mit dem krieg jetzt erstmal so richtig loszulegen und noch ganz dolle viel mehr unschuldige opfer zu produzieren. oder schuldige, egal.
    .
    die masche zieht solange emotionen unreflektiert bleiben. versuch mal in aufgeregtem zustand zu denken. bei mir gehts erst nach einem spaziergang in der natur.

    1. Nachtrag – Westend hat gerade eine Neuauflage gebracht und das Buch ist ab jetzt (tatsächlich heute – gerade bei Westend nachgefragt) wieder bestellbar.

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