Die Lüge von der Berlin-Blockade

Eine der großen und bis heute gepflegten Märchen über die Gründung der NATO ist die einer essenziell notwendigen Entscheidung zur Schaffung eines militärischen Bündnisses, um der latenten und anwachsenden Bedrohung der US-amerikanischen Nation und ihrer westlichen Verbündeten durch die erstarkende kommunistische Sowjetunion Einhalt zu gebieten. Gern werden hierfür die Ereignisse im Deutschland der Jahre zwischen 1945 und 1949 als Beleg genommen – mit Recht? Es lohnt sich, diese Zeit einmal genauer unter die Lupe genommen zu werden. Befassen wir uns mit der sogenannten Berlin-Blockade.



Wenn ich im folgenden Satz das Narrativ westlicher Leitmedien versuche nachzuahmen, schwingt unweigerlich eine große Portion Polemik mit:

Im Jahre 1948 war das kommunistische Sowjetimperium fest entschlossen, die Fackel der Freiheit in Westberlin zu löschen und die rote Diktatur auf deutschem Boden dauerhaft zu installieren. Mit einer Blockade der Berliner Westsektoren trieb sie deshalb die Spaltung Deutschlands voran.

Mit in etwa so gearteten Behauptungen wie dieser hat man über Jahrzehnte ein Märchen für die Menschen lebendig gehalten: Das Märchen von der Berlin-Blockade und den heldenhaften Verteidigern der Freiheit, die mit einer Luftbrücke Westberlins Einwohner vor dem Verhungern retteten.

Die Propaganda rollt und fliegt

Am 23. Juni des Jahres 1948 erhielt der Europa-Direktor der Fluggesellschaft American Overseas Airlines (AOA) in Frankfurt/Main, der 33jährige Jack O. Bennett einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung sprach kein Geringerer als der US-General Lucius D. Clay [1], Oberkommandierender der US-amerikanischen Streitkräfte in Deutschland. Die frisch gegründete Fluggesellschaft ihrerseits sollte eine publikumswirksame Rolle zur Entfaltung des Narrativs von der Berlin-Blockade spielen.

General Clay wird bis heute in den höchsten Tönen gelobt – als kompromissloser Retter der Westberliner Bevölkerung. Stellvertretend für die Lobeshymnen sei der Spiegel genannt:

West-Berlin wurde nicht zuletzt gerettet, weil Clay in einer entscheidenden Stunde Mut und Phantasie besessen hatte. «Auf sein schnelles und kluges Reagieren», so der amerikanische Blockade-Chronist Walter Phillips Davison, «ist es vor allem zurückzuführen, daß der 25. Juni 1948 nicht zu einem schwarzen Freitag für den Westen wurde. Es ist diese Tat, derentwegen die Berliner den nüchtern-trockenen General, der kaum Freunde hatte und nie ein Wort Deutsch erlernte, wie einen Volkshelden verehrten und in der vergangenen Woche echte Betrübnis offenbarten, als bekannt wurde, daß Lucius DuBignon Clay, der «Vater der Luftbrücke» (“Süddeutsche Zeitung”), im Alter von 80 Jahren an einem Herzversagen im US-Staat Massachusetts gestorben sei. «Es ist mehr als fraglich», schrieb der Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe, «ob es heute ein freies Berlin gäbe, wenn General Clay nicht tatkräftig und entschlossen dafür eingetreten wäre.»” [2]

Clay war kein Kind von Traurigkeit. Er wusste sehr wohl, dass die Sowjetunion keinen Krieg wollte [3] und – wie wir erfahren werden – die Berlin-Krise auch nicht provoziert hatte. Mit diesem Wissen im Hinterkopf tüftelte er “tatkräftig und entschlossen” sehr heikle Aktionen aus. Tat er das tatsächlich, um die Westberliner Bevölkerung vor dem Verhungern zu retten? Am 10.Juli – also etwa zwei Wochen nach Beginn der “Blockade” – telegraphierte er an Omar N. Bradley (Generalstabschef des US-Heeres [4]):

Ich bin der festen Oberzeugung, daß wir der sowjetischen Regierung unsere Bereitschaft bekunden sollten, diese technischen Schwierigkeiten zu beheben, indem wir an einem bestimmten Tag einen Konvoi mit entsprechendem Brückenbaumaterial entsenden, der den uns zustehenden Weg nach Berlin befahrbar macht. Ich bin überzeugt, daß der Konvoi nach Berlin durchkäme und alle technischen Schwierigkeiten verschwinden würden.” [5]

Mit den “technischen Schwierigkeiten” meinte Clay die Kontrollen der sowjetischen Besatzungsmacht an den Zonengrenzen, die übrigens nach dem in Potsdam 1945 abgeschlossenen Viermächteabkommen auch völlig legal waren [6]. Was aber wollte er mit dem “Verschwinden aller technischen Schwierigkeiten” ausdrücken?

Nun, Brigadegeneral Pritchard von der Operationsabteilung des Europa-Kommandos erhielt unverzüglich den Auftrag, einen Einsatzplan zu entwerfen. Ein Konvoi von 200 Zehn-Tonnen-Lkw, gedeckt von einem Polizeiregiment und einem Pionierbataillon der US-Armee, einem britischen Infanteriebataillon und einer französischen Panzerabwehrabteilung, sollte auf der Autobahn Helmstedt – Berlin zur Not einen Durchbruch auch militärisch erzwingen. [6]

Der Wahrheit näher kam dann schon eher diese Meldung:

In der Berliner Residenz des US-Militärgouverneurs lagen bereits alle Meldungen vor: Die sowjetischen Militärbehörden hatten am Morgen des 24. Juni 1948 den gesamten Interzonenhandel, alle Zufahrtswege und Lieferungen nach Berlin gesperrt.” [7]

Die vollständige Wahrheit ist es deshalb nicht, weil es niemals eine vollständige Sperrung der Zufahrtswege nach Berlin gab! Überrascht das den Leser möglicherweise?

Richtig ist, dass es um den Austausch wirtschaftlicher Güter ging. Am 24. Juni 1948 erließ die Sowjetische Militäradministration (SMAD) einen Befehl, der jeden Verkehr auf dem Schienen- und Wasserwege und den Landstraßen unterband, der sich nicht der Kontrolle unterwarf. Soweit die nüchternen Fakten und über die Gründe dieser Maßnahme wird noch zu reden sein. Mit einer Blockade hat das nichts zu tun! Diese Berlin-Krise wird von der westlichen Propaganda jedoch gern und oft martialisch als “Berlin-Blockade” bezeichnet. Und damit ließ und lässt sich wunderbar Hetze gegen die “bösen Russen” betreiben, die zwei Millionen Westberliner aushungern wollten. Und keiner fragt: Wozu eigentlich?

Die korrekte Darstellung von Ursache und Wirkung ist nicht Wesen von Propaganda. Und der Grund, der die sowjetischen Behörden nachvollziehbar veranlasste, Kontrollen auf wirtschaftliche Güter an den Sektorengrenzen einzuführen, wird von den Medien “der freien Welt” doch auffallend stiefmütterlich behandelt.

Der gleiche Grund führte übrigens auch zum Kappen der Stromversorgung Westberlins von der sowjetischen Besatzungszone aus  – wovon weiter unten noch die Rede sein wird. Aber bleiben wir erst einmal beim allgemein geglaubten Narrativ und General Clay:

Vier-Sterne-General Lucius D. Clay, US-Militärgouverneur im besetzten Nachkriegs-Deutschland und Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa, wusste, was das bedeutete. Berlins Westsektoren sollten von jeder Umwelt und Versorgung abgeriegelt, 2,5 Millionen Berliner ausgehungert und für Sowjet-Forderungen reif gemacht werden. Es war ein Coup, der selbst den Sowjet-Gegner Clay überraschte. Dabei hatten die Sowjets im letzten Vierteljahr Zug um Zug die West-Transporte nach und von Berlin behindert: Erst war von ihnen ein Kontrollrecht gegenüber allen westlichen Militärzügen beansprucht worden, dann hatten sie angeordnet, dass Frachtgüter auf dem Schienenweg Berlin nur noch mit ihrer Genehmigung verlassen dürften.” [8]

“Der Spiegel” durfte sich – das Zitat lässt es mich schlussfolgern – schon im Jahre 1978 nicht beschweren, als von den Besatzern lanciertes propagandistisches Schmierblatt bezeichnet zu werden. Das “Aushungern” wird im weiteren noch ausgewertet. Ein Kontrollrecht gegenüber westlichen Militärfahrzeugen zu kritisieren, ist schlicht dummdreist – aber das schert Propaganda nicht. Durften damals sowjetische Militärs LKW-weise ohne Kontrolle in die westlichen Besatzungszonen rollen? Die Antwort sollte klar sein.

Mehrfach also hatte Clay mit dem Szenario des Durchbrechens der sowjetischen Kontrollen in den Monaten zuvor geliebäugelt, letztendlich verwarf es die US-Administration wiederholt. Und nachdem ihm ein militärischer Einsatz absehbar verwehrt blieb, schwenkte er um auf eine medienwirksame Darstellung heroischen Kampfes zur Rettung der “vom Hunger bedrohten Eingeschlossenen”. Nachdem über vielfältige Maßnahmen eine sowjetische Reaktion provoziert wurde, ergriff man nun “Gegenmaßnahmen” und spielte das überrumpelte Opfer “russischer Willkür”.

Damit kommen wir zurück zum eingangs dieser Betrachtung erwähnten AOA-Chef Bennett. Der Vorsitzende einer zivilen Fluggesellschaft traute seinen Ohren kaum, als Clay ihn aufforderte, eines seiner Flugzeuge mit Kohlen zu beladen, um dies noch am gleichen Abend in Berlin-Tempelhof landen zu lassen. Dort würden georderte Berliner Journalisten und Fotografen das Ereignis mit großen Tam Tam würdigen. Bennett fürchtete um die gut und teuer gepolsterte Inneneinrichtung seiner Maschine und handelte den Deal mit Clay auf Kartoffeln – in Säcke verpackt – herunter, wofür die Sitze aus der Maschine ausgebaut wurden. Wie geplant, fand dann die Show am Abend des 23.Juni 1948 statt. Exakt 22:10 Uhr, vor Drucklegung der Zeitungen landete die DC-4. Am nächsten Morgen war zu lesen, Westberlin werde sich nicht beugen. Mit diesem Medienauftritt einiger Kartoffelsäcke war die Luftbrücke für die Westberliner Bevölkerung geboren. [9]

An dieser Stelle möchte ich auf exakte zeitliche Zusammenhänge hinweisen. Clay organisierte seine symbolträchtige Show zur Eröffnung der Luftbrücke am 23.Juni. An diesem Tag gab es aber noch gar keine “Blockade” der sowjetischen Besatzungsbehörden, die begann nämlich erst in der folgenden Nacht! [10] Woher wussten die USA, dass die UdSSR eine solche Maßnahme durchführen würde? Des Rätsels Lösung liegt in einem weiteren Ereignis, eben genau an diesem 23.Juni, an dem es noch keine “Blockade” gab, aber bereits den Test der Luftbrücke. Und das Wissen lag in der unvermeidbar notwendigen Reaktion der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) auf dieses Ereignis.

Was den Propaganda-Auftritt der DC-4 betrifft: Es gab während der gesamten Zeit der Berlin-Blockade niemals die Notwendigkeit, Kohlen per Flugzeug nach Westberlin zu befördern. Kohlen wurden von der sowjetischen Besatzungsbehörde jederzeit für die Versorgung bereitgehalten und angeboten, was der neugewählte Oberbürgermeister Ost-Berlins Friedrich Ebert immer wieder betonte:

Von Blockade kann man nur reden, wenn ein Gebiet hermetisch abgeschlossen ist, wenn die Bevölkerung nicht die Möglichkeit hat, sich mit Lebensmitteln und Brennmaterialien zu versorgen. Aber bekanntlich hat die Sowjetunion die Versorgung der ganzen Berliner Bevölkerung übernommen. Bekanntlich liegen seit Wochen im Ostsektor Berlins genügend Lebensmittel und Brennmaterialien für alle Berliner. Bekanntlich erklärte sich die deutsche Wirtschaftskommission bereit, genügend Kohle und Strom auch für die Westsektoren zur Verfügung zu stellen.” [11]

Die Kohleknappheit wurde also bewusst von den “Rettern” organisiert. Für Machtinteressen mussten Berliner frieren – und sie jubelten “ihren Beschützern” auch noch zu. Propaganda war schon immer unmenschlich. [12][13]

Wie ging es denn wirklich zu in Berlin, in den Tagen der “Blockade”?

Zur Erinnerung: Am Bahnhof Friedrichstraße standen – als Blockade? – aufgetürmt Brotvorräte, aus denen sich Westberliner bedienen konnten und es auch sollten, die sich über die nicht blockierte Sektorengrenze weiterhin frei bewegen konnten. Ostberliner arbeiteten weiter ungehindert in Westberliner Betrieben, selbst Verwaltungen – was auch umgekehrt der Fall war, und nicht nur bei der Staatsoper oder bei Brecht! Für 20 Pfennige Ost konnte man das von Ostberlin unterhaltenen S-Bahnnetz in jeder Richtung nutzen. Freilich: Die super-pünktlichen Züge fuhren weitgehend leer. Auf Westberliner Bahnhöfen stiegen nämlich häufig sehr eigenwillige Gäste zu, die selbst wohl weniger fahren wollten, als vielmehr andere Fahrgäste zum Verlassen der „Spalterbahn“ nachdrücklich aufzufordern.” [14]

Wurde überhaupt blockiert – und wenn – was?

Im wörtlichen Sinne war die Stadt nicht einen Tag lang blockiert. Wenn auch die Autobahn zwischen den westlichen Zonen und Berlin, die Eisenbahnstrecken und die Wasserwege als Verbindung für den Güter- und Personenverkehr unterbrochen waren, konnte eine vollständige Einschließung der Stadt schon aus technischen Gründen nicht durchgeführt werden. Zudem war sie aus politischen Gründen auch nicht gewollt. Die Blockierung sollte die Westalliierten treffen, auf die Wirtschaft und die abtrünnige Verwaltung der Halbstadt Druck ausüben und die schrittweise Entkernung der Wirtschaftskraft der Stadt unterbinden. An eine Einschließung der Bevölkerung war nicht gedacht. Straßenverbindungen zwischen Ost- und Westberlin wurden nur auf den Hauptstraßen kontrolliert.”

und weiter:

“Es gab wenige Straßensperren, die S-Bahnen fuhren zwischen den Sektoren der Stadt fahrplanmäßig hin und her, Fußgänger und Radfahrer gingen und fuhren, wohin sie wollten. Schon längst kontrollierte man willkürlich den Personenverkehr an den Grenzen, was vor allem die Hamsterer und Schieber traf. Doch schon der Mangel an Polizisten verhinderte schwerwiegende Beeinträchtigungen des Alltags. Das Bild von der eingesperrten Stadt Westberlin war ein Propagandagemälde. Mit ihm sollte Angst in beherrschbarer Dosis erzeugt werden, und mit der Angst Sympathie und Abhängigkeit gegenüber den nunmehr als Schutzmacht auftretenden Besatzern.” [15][16]

Die Mär von der “Hungerblockade” war also ausgemachter Blödsinn, die Bewohner der Westsektoren litten keinesfalls an Hungerödemen. Die neue Westmark pegelte sich rasch auf einen relativ stabilen Umtauschkurs von 1:4 zur nach ihr eingeführten Ostmark ein. Damit war ohne weiteres privater Zukauf für die Westberliner aus märkischem Umland möglich und sicherte einen vielfältigen Gemüse- und Obstnachschub. [17]

Wie bitter die Verwendung des Wortes “Hungerblockade” sowjetischen Menschen aufstoßen musste, dafür genügt der Hinweis auf eine wirkliche Blockade – die 900tägige Blockade Leningrads, deren Ziel tatsächlich das Aushungern der Bevölkerung war. Eine Million Menschen starben im Großen Vaterländischen Krieg an Unterernährung in der zweitgrößten russischen Stadt. Das Aufbrechen der Blockade von Leningrad war damals gerade einmal vier Jahre her! Ob der deutsche Durchschnittsbürger dieses unfassbare Geschehen – verantwort durch das nationalsozialistische Deutschland – im Kopf hat, wenn er das Wort “Blockade” vernimmt?

Das unausweichliche Beharren der sowjetischen Behörden auf ihrem Kontrollrecht nutzten die US-gesteuerten Massenmedien ganz bewusst aus, um eine üble Hetze gegen die UdSSR zu starten, deren wesentliche Behauptung die Lüge über eine politisch kalkulierte Erpressung mittels Hunger war.

In welche Richtung die Maßnahmen der SMAD gingen – und in welche nicht, das machten sie von Anfang an unmissverständlich klar. Es wurde ausdrücklich zugesichert, Westberlin mit allen erforderlichen Nahrungsmitteln zu versorgen, ein Angebot dass die Westberliner Behörden – auf Druck der Riege um Ernst Reuter [18] und den Befehlen Clays – ablehnten. Friedrich Ebert – der Oberbürgermeister von Ost-Berlin – erklärte auf einer Pressekonferenz, dass genügend Nahrungsmittel und Kohle für ganz Berlin vorhanden seien (siehe auch Zitat oben), und dass man keine Bedingungen daran knüpfen werde. In diesem Sinne stehe es jedem Berliner Bügermeister frei, Nahrungsmittel für seinen Bezirk anzufordern. Die Kohlen und die Nahrungsmittel aber, die einige Menschen aus dem sowjetischen Sektor heranzuschaffen suchten, wurden von der Polizei des Westsektors beschlagnahmt. Wer sich im sowjetischen Sektor zum Nahrungsmittelbezug eintragen ließ, wurde als „Verräter“ gebrandmarkt, und man drohte ihm mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes.  [19] Der Kolumnist Herbert Bertsch merkte zum Thema an:

Ein Schlaglicht auf die „Macht der Propaganda“ kann man dem gemeinsamen Bericht der Hauptkontrahenten des Kalten Krieges in Berlin, CIA-Chef David Murphy und KGB-Chef Sergej Kondraschow entnehmen, die festhielten, „[…] dass die von den Sowjets angebotene Lebensmittelhilfe aufgrund der ‚wütenden Propagandakampagne’ der SPD nicht, wie erwartet, von zwei Millionen Menschen, sondern nur von neunzehntausend in Anspruch genommen“ wurde.” [20]

Warum sich ein Bürger in Listen einschreiben musste, auch das sollte jedem klar sein. Die Nahrungsmittel dienten der Versorgung von Menschen und sollten keinesfalls zu Spekulationszwecken gehortet und profitabel verkauft werden. Die westliche Propaganda machte aus dieser Pflicht zum Einschreiben die diktatorische Willkür eines kommunistischen Besatzungsregimes. Ärmlich und verlogen wurde durch Propaganda ein ehrliches Angebot in sein Gegenteil umgekehrt, und erfolgreich die Hirne der Menschen vergiftet.

John Foster Dulles (dem späteren Außenminister der USA unter Eisenhower) werden diese Sätze zugeschrieben, gesprochen am 24. Januar 1949 in Paris in einer Rede vor Schriftstellern:

Dabei [der inszenierten Berlin-Blockade] gewinnen wir das Ansehen, die Bevölkerung von Berlin vor dem Hungertod bewahrt zu haben, die Russen aber erhalten die ganze Schuld wegen ihrer Sperrmaßnahmen. Wenn wir uns in der Berliner Frage einigen, so müssen wir uns mit Deutschland in seiner Gesamtheit befassen. Dann müssen wir jedoch sofort auf einen russischen Vorschlag rechnen, der die Forderung nach einer Zurückziehung der Besatzungstruppen und eine Rückgabe Deutschlands an die Deutschen enthält.” [21][22][23]

Dulles war einer der Scharfmacher US-amerikanischer Außenpolitik und lavierte auch in seinen Jahren als Außenminister (1953-1959) ganz bewusst am Rande eines Krieges, um seinen Hauptfeind, den Kommunismus zu bekämpfen.


Vertragsbruch: Einführung der D-Mark

Warum die sowjetische Administration zum Handeln gezwungen wurde, das  sprach sie auch ganz offen aus, Radio Berlin meldete am 25.Juni 1948:

Bürger und Bürgerinnen! Einwohner von Berlin! Die amerikanischen, britischen und französischen Militärbehörden haben unrechtmäßig eine separate Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands durchgeführt. Dadurch wurde die Bevölkerung der sowjetischen Zone und Berlins der schweren Gefahr ausgesetzt, dass obwohl die sowjetische Besatzungszone Deutschlands als auch das Gebiet von Groß-Berlin mit annuliertem Geld überschwemmt und das wirtschaftliche Leben völlig desorganisiert wird. Die offiziellen Erklärungen des amerikanischen und des französischen Oberbefehlshabers, daß sie nicht die Absicht hätten, die Währung der westlichen Zone auf Berlin auszudehnen, erwiesen sich als unaufrichtig und heuchlerisch. Zu einer Zeit, da diese Erkärungen von den Oberbefehlshabern abgegeben wurden, beförderte man nach Berlin Säcke mit neuem Geld der westlichen Besatzungszonen, um es in den westlichen Sektoren von Berlin in Umlauf zu bringen, was auch geschehen ist.” [24]

Ist jedem klar, was es bedeutet, wenn in Teilen eines einheitlichen Wirtschaftsgebietes per Anordnung eine neue Währung – als verbindlich und damit einzig zulässig – erlaubt wird? Richtig, dieses Wirtschaftsgebiet wird damit geteilt! Eine wirtschaftliche Teilung beinhaltet, ja bezweckt (!) leider auch eine politische Teilung. Wer führte, unter Missachtung seines Partners eigenmächtig eine neue Währung in den westlichen Teilen Deutschlands und Berlins ein? Richtig, die US-Administration und ihre britischen und französischen Verbündeten.

Wenn man den manipulativen Vorhang der Propaganda heruntergerissen hat, kommt zum Vorschein, dass die wirtschaftliche Teilung und die damit einhergehende politische Spaltung deshalb riskiert wurde, um – an den Beschlüssen von Potsdam vorbei – eigenmächtig eine neue Währung einzuführen, die D-Mark.

Wie einschneidend diese absichtsvoll eingeführte Separat-Währung wirkte, sei kurz verdeutlicht. Mit Einführung der D-Mark wurden jedem Westdeutschen und Westberliner 60 D-Mark als sogenanntes Kopfgeld ausgezahlt. Vermögen in Reichsmark wurden bis zu dieser Höhe – symbolisch da für die Auszahlung bei D-Mark Einführung unwirksam – eingetauscht. Bankguthaben wurden in einem Verhältnis von etwa 10:1 von alter zu neuer Währung verrechnet. [25] Alle anderen Banknoten der alten Reichsmark dagegen wurden in den betroffenen Wirtschaftsgebieten per politischem Dekret wertlos. Wertlos aber eben nur in jenen politischen Hoheitsgebieten, die von den westlichen Besatzungsmächten kontrolliert wurden. Dagegen hatten die Reichsmark selbstverständlich auch weiterhin Wert in den Gebieten, in denen sie die nach wie vor gültige Währung verkörperten. Die Folge war klar, bei einer im kapitalistischen Denken und Handeln geführten Wirtschaft: Die sowjetische Besatzungszone (SBZ) war gefährdet, mit den im Westen nun wertlosen Noten geflutet zu werden.

Wie würde das stattfinden? Besitzer von Bargeld und Wertpapieren in alter Währung würden einfach über die offenen Grenzen gehen und dort im Tausch gegen Reichsmark reale Gebrauchswerte wie Waren und Dienstleistungen erwerben und nutzen.

Der zusätzliche Abkauf von Waren in diesen Jahren des Mangels konnte nicht nur zu einer Verknappung von Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs führen, was wiederum die Gefahr einer grassierenden Inflation, eines allgemeinen und raschen Preisanstiegs barg. Denn die Geldmenge im Wirtschaftsgebiet würde unaufhörlich ansteigen, nicht aber die Warenmenge. Es waren aber nicht nur allgemeine Gebrauchsgüter. Vielmehr – und dagegen zielten eben die Maßnahmen der SMAD am 24.Juni – ging es um die Verhinderung eines Abflusses von Rohstoffen wie Industriegütern großen Stils in Richtung Westen. Der wurde nämlich – gegen die Vereinbarungen von Potsdam – bereits in den Monaten zuvor systematisch betrieben.

Wie verlogen das Spiel der westlichen Besatzer war, zeigte sich auch daran, dass die neuen Banknoten bereits ein dreiviertel Jahr zuvor in den USA gedruckt und zwischen Februar und April 1948 in einer streng geheim gehaltenen Operation (Bird Dog) nach Westdeutschland verfrachtet wurden. [26] Das neue Geld war ab 21.Juni 1948 in den Westzonen exklusiv gültig und schon das war ein grober Vertragsbruch. Gegenüber den sowjetischen Verantwortlichen wurde jedoch noch am 20.Juni ausdrücklich versichert, dass Westberlin nicht territorialer Bestandteil der Währungsreform sein würde. Durfte es auch nicht, weil eben Westberlin zwar für die Westalliierten einen Verwaltungsstatus besaß, nichtdestotrotz aber Teil der sowjetischen Besatzungszone war!

Bis zum 23.Juni zogen die westlichen Alliierten also “nur” eine Grenze zwischen den westlichen und der östlichen Besatzungszone. Als sie aber am 23.Juni die D-Mark auch in Westberlin in Umlauf brachten, hatten sie – und nicht die “bösen Sowjets” – die Voraussetzungen für eine Grenzziehung um Westberlin herum geschaffen. Die Teilung Berlins begann nicht mit dem Mauerbau 1961 sondern mit der Einführung der D-Mark 1948.


Wirtschaftskrieg

Die SBZ wurde also einerseits ihres echten Kapitals, insbesondere Industrieausrüstungen in großem Stil beraubt und sollte zusätzlich mit wertlosem Geld überschwemmt werden. Das entsprechende Gebiet war man also dabei, systematisch zu ruinieren und die Lebensbedingungen für seine Bewohner unerträglich zu machen. Im Einklang mit einer massiven Propaganda gegen die sowjetische Besatzungsmacht versuchte man, eine Stimmung zu entfachen, die zu Aufruhr und Rebellion führen würde. Danach könnte man in den Medien pausenlos von einer Zone schwadronieren, die im Chaos versinkt und deren Menschen Hilfe von außen erbitten. Dabei bediente man sich billigster und vor allem antikommunistischer Feindbilder. Wer hier Ähnlichkeiten zu Ereignissen der Gegenwart erkennt, erkennt übrigens richtig.

Damit zeigt sich, dass die Erpresser woanders, nämlich in den entscheidenden Gremien der US-Administration saßen. Sie erpressten die Sowjetunion mit der Drohung, die SBZ wirtschaftlich mittels einer im Westen abgeschriebenen Währung zu plündern, wenn – ja wenn die Sowjetunion nicht genau diese Maßnahmen zum Schutz des dortigen Währungsgebietes getroffen hätte, die sie dann auch traf. Und wenn sie es täte, würde die westliche Propaganda das Abzusehende für ihre Zwecke ausschlachten und die Menschen somit für die eigenen Zwecke einspannen. Um das zu erreichen, musste jedoch zwingend mit hohem Aufwand eine gewaltige Propaganda-Show angefahren werden, hinter deren Getöse die tatsächlichen Ereignisse verschwinden würden und die Kulisse einer vermeintlichen Bewegung zum Schutz der Demokratie vor den aggressiven Sowjets hochgefahren würde. Deshalb war diese wirtschaftlich völlig unsinnige Luftbrücke ein Muss, einzig verpflichtet dem ideologischen Ziel einer Vereinnahmung der Köpfe!

Sehr gern wird die Unterbrechung der Stromversorgung als Beweis für den sowjetischen Terror gegen die wehrlose Westberliner Bevölkerung als Argument heran gezogen. Mit dem Wissen über die Auswirkungen, welche die partielle Einführung einer neuen Währung hat, können wir nun auch hier auflösen. Seit Jahrzehnten versorgte das 30 Kilometer südwestlich von Dessau gelegene Großkraftwerk Zschornewitz die Berliner mit Strom. Neben Privathaushalten natürlich vor allem öffentliche und private Unternehmen – und konnte nun nicht mehr für seine Energielieferungen bezahlt werden. Es sei denn mit den in den westlichen Besatzungszonen wertlosen Reichsmark, das aber war – aus den oben erläuterten Gründen – reiner Selbstmord für die Wirtschaft der Ostzone.

Im Gegenzug konnte das gleiche Kraftwerk mit diesen Reichsmark zum Beispiel keine Ausrüstungen mehr für Investitionen in den Westzonen einkaufen, denn dort war diese Währung ja verboten! Es hätte letztlich bedeutet, dass die Bergleute bei Gräfenhainichen ihre Arbeitskraft und die Rohstoffe verschenkt hätten und es sollte nun jedem klar werden, dass dies ein brutaler Betrug, schlichte wie dreiste Ausnehmerei gewesen wäre. Das gilt aber auch für jeden anderen wirtschaftlichen Austausch, wenn eine Währung plötzlich nicht mehr im gesamten Gebiet gültig und auch nicht vollständig oder teilweise konvertierbar (verrechenbar in eine andere Währung) ist. Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass der Schwerpunkt der Industrie im Westen Deutschlands lag und eine solche später im Osten erst mühevoll aufgebaut werden musste. Das aber auch erst dann, als fremde Mächte die Teilung des Landes vorantrieben.

Nun kommt allerdings hinzu, dass ganz gezielt und in großem Maßstab schon zuvor Kapital aus der sowjetischen Besatzungszone abgezogen wurde; Geld, Aktien, Wertpapiere, vor allem aber Ausrüstungen, Maschinen und Anlagen. Aus gutem Grund und mit Sicht auf den Erhalt der Einheit Deutschlands war das im Potsdamer Abkommen von den alliierten Siegermächten verboten worden:

Sechs Wochen nach Beginn der Luftbrücke fand im Kreml eine Unterredung zwischen Stalin und dem Moskauer US-Botschafter Walter Bedell Smith statt. Dieser hatte um das Gespräch in Anwesenheit seiner englischen und französischen Kollegen gebeten, um die „äußerste Besorgnis“ über die „von den sowjetischen Behörden unternommenen Handlungen, die die Verbindung zwischen Berlin und den Westzonen unterbrochen hätten“, auszudrücken. Die Maßnahmen zur Beschränkung der Verkehrsverbindungen zwischen den Westzonen und Westsektoren Berlins könne man nach Ansicht der Diplomaten nicht mit der Währungsreform rechtfertigen. Die Botschafter vermieden das Wort Blockade und versuchten, Stalin eine diplomatische Brücke zu bauen: Die drei Regierungen seien der Ansicht, daß, wenn diese Maßnahmen durch technische Ursachen hervorgerufen würden, diese leicht ausgeräumt werden könnten.

und weiter:

Die Herren führten eine standesgemäße diplomatische Pavane auf. Auf dem polierten Parkett des Kremls schritten sie anmutig um einander, wobei man den äußerlich etwas schwerfällig wirkenden Stalin als durchaus geschmeidigen Tänzer erleben konnte. Nach einigem Hin und Her griff Stalin die Formulierung von den technischen Ursachen geschickt auf und erklärte, es habe sich herausgestellt, daß in großem Umfang Industrieausrüstungen aus Berlin in den Westen verbracht worden seien, was nicht rechtmäßig wäre. „Wir wollten diese Transporte von Ausrüstungen in den Westen stoppen.“ Auf diese Absetzbewegung aus den Westsektoren der Stadt gingen die Gesprächspartner Stalins wiederum aus naheliegenden Gründen nicht ein. Alle Beteiligten wußten, daß Verlagerungen gegen die Verordnungen der Militärregierungen der Sektoren verstießen. Das einzige Mittel, um die Entkernung Westberlins tatsächlich zu verhindern, lag aus russischer Sicht in der Blockierung jener Transportwege, auf denen sie durchgeführt wurde.” [27]

Mit ideologischem und politischem Druck – einschließend dem finanzpolitischen wie der D-Mark-Einführung – wurden unverdrossen die gemeinsamen Vereinbarungen hintertrieben und daran gearbeitet, Unternehmen zum Wegzug in Richtung Westen “zu bewegen”, mit Erfolg. 1946 waren es 18 Unternehmen, darunter Mannesmann Stahlblechbau AG, Deutsche Mühlenvereinigung AG, Salzdetfurth und Vereinigte Kaliwerke Salzdetfurth AG. Im Jahr 1947 verließen 37 Aktiengesellschaften Berlin, unter ihnen Singer Nähmaschinen AG und Karstadt, die Knorr-Bremse und Kodak. 1948 waren es sogar 48 Aktiengesellschaften, dabei so bekannte wie Sarotti und die Vereinigte Krankenversicherung AG. Bis September 1949 folgten noch einmal 16; Versicherungsunternehmen, Kali- und die größten deutschen Elektrokonzerne und viele weitere kleinere Firmen. [28]

Das also waren die technischen Probleme, die von den Westmedien so gerne hämisch thematisiert wurden, natürlich niemals mit dem Hinweis, worin die technischen Probleme tatsächlich bestanden. Die Maßnahmen der SMAD waren daher sowohl  logisch als auch notwendig und berücksichtigten zweierlei: den Schutz der Wirtschaft in der SBZ und in gleicher Ernsthaftigkeit die Versorgung ihrer Menschen mit dem Lebensnotwendigen – und zwar für alle Menschen in der Ostzone, einschließlich aller Berliner.

Die Chance für ein einheitliches, vollständig demilitarisiertes Deutschlands jedoch war längst durch andere verspielt.


Der Wert von Verträgen

Verträgen wird gern ein moralisch-ethisches Prädikat angehangen, doch viel mehr sind sie niedergeschriebener Ausdruck von Machtverhältnissen. Aus dieser Sicht ist es dann auch nachvollziehbar, warum sich die USA nicht mehr an die Verträge von Jalta und Potsdam halten wollten. Mit ihrer gewaltigen Wirtschaftskraft und einer wachsenden Zahl einsatzbereiter Atombomben fühlten sie sich dem Verbündeten im Zweiten Weltkrieg, der Sowjetunion überlegen. Fünfzig Atombomben von der Art jener Fat Man, die Nagasaki 1945 einäscherte, besaßen die USA zu jener Zeit und gedachten sie auch einzusetzen. Gleichzeitig steigerte sich ihre Angst vor der kommunistischen UdSSR in einen paranoiden Wahn – und proportional die Bereitschaft diesen Feind auf allen Ebenen zu bekämpfen. Und so änderten sie auch ihre Doktrin zu jener des Containment – einer weltweiten Eindämmung des Kommunismus.

Am 12.März 1947 hatte der US-Präsident zudem die nach ihm benannte Truman-Doktrin verkündet und damit das Prinzip der Einmischung in andere Staaten für sein Land legitimiert. Der pensionierte US-General Hugh B. Hester wies im Jahre 1969 auf diese Unredlichkeit der westlichen US-geführten Mächte hin:

Der Potsdamer Vertrag vom Juli 1945 bezweckte die Demilitarisierung, die Auflösung der Kartelle, die Ausrottung des Nazismus und die Demokratisierung Deutschlands. Sobald diese Massnahmen durchgeführt wären, sollten die beiden Teile Deutschlands wieder vereinigt werden. Die Sowjets traten für die erwähnten Massnahmen ein und versuchten sie durchzusetzen — nicht etwa aus der besonderen Reinheit ihrer Motive heraus, sondern weil die Durchführung dieser Beschlüsse ihre Sicherheit vor einem allfällig revanchistischen Deutschland garantiert hätte. Präsident Trumans Ratgeber, Leute wie James Forrestal, John Foster Dulles und der imperialistische Kriegsfalke Winston Churchill, der unverwüstliche Averill Harriman und Dean Acheson hatten nie im Sinn, sich an ein Potsdamer Abkommen zu halten.

Hester führte fort:

Als ich im September 1945 in Berlin ankam, um meine Stellung anzutreten, waren sich die militärischen Führer [der USA] schon einig, Nazi-Deutschland als Bollwerk gegen die Sowjetunion zu rehabilitieren. Noch bevor ich Deutschland im November 1947 verließ, ging in Militärkreisen die Rede, man müsse die Sowjets nicht nur aus Deutschland, sondern sogar aus Osteuropa vertreiben. Sogar noch bevor am 8. Mai 1945 der Waffenstillstand unterschrieben war, wurde Hitlers Chef des Geheimdienstes, der Ostfront-General Gehlen, nach Washington geflogen, mit einigen seiner hauptsächlichen Mitarbeiter und den notwendigen dokumentarischen Unterlagen. Ein paar Monate später war er samt seinem Stab zurück in Berlin, und zwar im Dienst der USA-Regierung. [29]

Im Spannungsbogen zwischen Allmacht und Unfehlbarkeit einerseits sowie einer Paranoia [a1], die ein Leben in Feindbildern und deren Bekämpfung andererseits kennzeichnet, ist die verschwenderische propagandistische Aktion der Rettung von Demokratie und Freiheit für Westberlin in den Jahren 1948 und 1949 zu betrachten. Ihr Ziel war die Spaltung Deutschlands und eine maximale Schwächung der sowjetischen Besatzungszone – und die Wiederbewaffnung des westdeutschen Separatstaates. In diesem Geschehen sind Erzählungen von einer Berlin-Blockade schlicht Eines: Lügen.


Anmerkung

[Allgemein] Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Letzte Bearbeitung: 7. Februar 2020.

[a1] Personen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sind übertrieben misstrauisch. Sie reagieren bei Kränkungen nachtragend und bei Zurückweisungen übertrieben empfindlich. Die Betroffenen neigen dazu, vieles, was sie erleben, als feindselig und gegen sich gerichtet zu empfinden. Deshalb interpretieren sie selbst freundliche oder neutrale Handlungen anderer Menschen als negativ und feindlich gesinnt. Oft sind sie auch rechthaberisch und streitsüchtig. [30]

Quellen

[1][2][3][5][6][8][9] Die Sowjets wollen keinen Krieg; 24.4.1978; Der Spiegel; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40617563.html

[4] 30.4.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Chief_of_Staff_of_the_Army

[7] Am Abgrund; 16.6.2008; Der Spiegel; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-57457824.html

[10] 30.4.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Blockade#Beginn_der_Blockade

[11] Es gibt keine Blockade; 5.10.1948; Neues Deutschland; Schlagwörter der Nazizeit, http://books.google.de/books?isbn=3110176432;

[12] Propaganda in Dialektik der Aufklärung; Horkheimer und Adorno; GSBd.3,S.293; http://txt.rogerbehrens.net/rez_bernays.pdf

[13] 30.4.2016; http://peds-ansichten.de/2016/04/propaganda-und-oeffentlichkeitsarbeit-schwestern-im-geiste/

[14] Vom kalten Krieg der Dokumente zur lauteren Wahrheit; Herbert Bertsch; 15.4.2013; http://das-blaettchen.de/2013/04/vom-kalten-krieg-der-dokumente-zur-lauteren-wahrheit-23621.html

[15][27][28] Rosinen aus Berlin; Grischa Meyer; 2012; https://www.lettre.de/beitrag/meyer-grischa_rosinen-aus-berlin

[16] https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Blockade#Während_der_Blockade; abgerufen: 07.02.2020

[17] Schlaglichter der Spaltung Deutschlands; Norbert Podewin; 2013; http://www.die-linke.de/partei/zusammenschluesse/kommunistische-plattform-der-partei-die-linke/mitteilungen-der-kommunistischen-plattform/detail/browse/37/zurueck/archiv-2/artikel/schlaglichter-der-spaltung-deutschlands/

[18][24] Sokolowskijs Rechtfertigungsversuch; Der Tagesspiegel; 25.6.1948; http://www.tagesspiegel.de/downloads/1509418/4/tempelhof_01.pdf

[19] Die amerikanische Politik in Deutschland; George S. Wheeler; 1958; S. 222-224

[20] Georg Bailey/Sergej Kondraschow/David E. Murphy: Die unsichtbare Front. Der Krieg der Geheimdienste im geteilten Berlin, Ullstein Verlag, Berlin 2000, S. 86.

[21] Historische Lapalien; Ralph Hartmann; Oktober 2008; Ossietzky; http://www.sopos.org/aufsaetze/4892422b63b12/1.phtml

[22] Stalin – Lüge und Wahrheit (Teil 3: Die Berlin-Blockade); Klaus Wallmann; 5.6.2005; http://archiv.randzone-online.de/art/art050605a.htm

[23] Die Luftbrücke – Weltweit gleichgeschaltete Lügenpropaganda; 17.12.2005; http://archiv.randzone-online.de/art/art051217a.htm; http://www.rotefahne.info/

[25][26] Währungsreform (Westdeutschland); 30.4.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform_1948_%28Westdeutschland%29

[29] Die Besetzung der CSSR durch die Warschau-Pakt-Mächte; Hugh B. Hester; 1969; Neue Wege; Band 63 Heft 1; http://www.e-periodica.ch/digbib/view?var=true&pid=new-001:1969:63::420#21

[30] Cluster A: Sonderbares exzentrisches Verhalten; https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/paranoia/

Titelbild: U.S. Navy Douglas R4D and U.S. Air Force C-47 aircraft unload at Tempelhof Airport during the Berlin Airlift. The first aircraft is a C-47A-90-DL (s/n 43-15672).
U.S. Navy National Museum of Naval Aviation photo No. 2000.043.012; National Museum of the U.S. Air Force photo 050426-F-1234P-008; Autor: US-Airforce
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