Die richtigen Fragen

Ein Lichtblick in der Corona-Berichterstattung des Mitteldeutschen Rundfunks.


Die kritische Haltung des hiesigen Blogbetreibers gegenüber der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien — auch und gerade zum Thema “Coronakrise” — ist wohlbekannt und gleichermaßen begründet. Damit sollte auch der Inhalt von inzwischen Dutzenden offenen Briefen an die Redaktionen dieser Medienanstalten nachvollziehbar sein. Doch verfolge ich bei all dem einen konstruktiven, vermittelnden Ansatz. Journalisten, die es wagen, in ihrem Beruf Skepsis zu leben wie auch Redakteure, die den Mut aufbringen, solche Texte auch zu veröffentlichen, möchte ich in diesem, ihren Mut bestärken.


Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach Harmonie wie Zustimmung, und vermeidet deshalb nur allzu verständlich Dissonanzen; Gefühle, welche diese Harmonie stören. Das hat seinen guten Grund, nämlich als sozialer Kit, als Grundbaustein menschlicher Gemeinwesen. Das Ganze hat leider auch eine Kehrseite: die der Abgrenzung gegenüber denen die unser Wohlbefinden stören, die von außen auf unsere Filterblase schauen, in der sich doch jeder von uns befindet. Sich der eigenen Filterblase bewusst zu werden und entsprechend diese zu weiten und gern auch regelmäßig aufzubrechen, ist eines der größten Herausforderungen, die sich unserer Persönlichkeit stellt. Ganz sicher befinden die Mitarbeiter öffentlich-rechtlicher Sender in einer ausgeprägten Filterblase, die und in der sie sich beständig gegenseitig im Tun bestärken.

Das vorangestellt, ist es eben keine Selbstverständlichkeit, wenn nun eine Journalistin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) bestimmte Aspekte des Themas “Coronakrise” anspricht, denen sich der Autor seit Monaten intensiv angenommen hat. Der folgende offene Brief möchte es deshalb auch nicht an der entsprechenden Würdigung mangeln lassen.

An den MDR-Publikumsservice (Publikumsservice@mdr.de)

zu Händen Frau Daniela Kahls (MDR Sachsen)

Sehr geehrte Frau Kahls,

im folgenden möchte ich kritisch einen von Ihnen verfassten Beitrag würdigen, den Ihr Sender am 27. August des Jahres auf seiner Internet-Präsenz veröffentlicht hat. Diese Würdigung erfolgt in Form eines offenen Briefes, der zeitgleich mit Absendung an Sie auf dieser Plattform (Peds Ansichten) online gestellt wird.

Vorausgeschickt sei, dass ich die Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien (ÖR) seit einigen Jahren äußerst kritisch betrachte — und zwar zu im Prinzip allen Themen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die Behandlung der “Coronakrise” durch die ÖR macht da leider keine Ausnahme. Das habe ich in vielen offenen Briefen an die ARD-Rundfunkanstalten, einschließlich ihres Hauses thematisiert und wohlbegründet. Zum Thema Corona tat ich dies in jüngster Zeit zweimal gegenüber Ihrem Kollegen Manuel Mohr von der Landesfunkanstalt Sachsen-Anhalt, der ja den Coronablog des MDR pflegt.

Dort wies ich explizit auf Falschberichterstattung des MDR zum Thema Corona hin, krasse Falschberichterstattung, Berichterstattung, die man leider in der Rubrik “Fake News” einordnen muss. Zur Information für Sie hier die Links zu den beiden Briefen:

Warum liefere ich an dieser Stelle den Verweis auf andere offene Briefe? Nun, weil sich Ihr Beitrag — zumindest aus meiner Sicht — vom Gleichklang in der Coronaberichterstattung des MDR abhebt. Es ist das erste Mal, dass ich einen MDR-Beitrag lese, der tatsächlich kritisch die Informationen von Politik und Behörden hinterfragt, und zwar in wirklich grundsätzlichen Aspekten. Solche Fragen hätten längst gestellt werden müssen, denn wie Sie und ich wissen, ist die Tragweite der im Zuge der “Coronakrise” getroffenen Maßnahmen, einschließlich der Einschränkung immanenter Grundrechte der Menschen viel zu hoch, als einfach die Informationen und Entscheidungen der Politik nur weiterzugeben. Das muss unentwegt, offensiv  und kritisch begleitet werden. Niemals dürfte ein Sender wie der MDR zum distanzlosen Regierungslautsprecher verkommen.

Genau das ist es, was Journalismus zu dem macht, was er ist: unbequem, nachfragend, die Komfortzone verlassend. Dafür möchte ich Ihnen, Frau Kahls, sehr herzlich danken. Es fällt mir in diesem Fall auch leichter, auf Ihren Beitrag einzugehen und Ihr Ansinnen weiter zu befördern, aber auch einige kritische Hinweise zu geben.

Dies beginnt mit der Überschrift, die Sie möglicherweise nicht selbst gesetzt haben — eher wohl ein Redakteur — für die Sie aber natürlich trotzdem verantwortlich sind. Denn diese lautet in Ihrem Beitrag:

Durch alle Massenmedien zieht sich der Fehlschluss, dass die verwendeten Tests Infektionen ermitteln. Aber das stimmt nicht, Frau Kahls! Heben wir uns diesen Aspekt noch etwas auf, ich komme darauf zurück. Weil ich den positiven Kern der Überschrift betonen möchte, in Gestalt jener Frage, welche in der massenmedialen Berichterstattung seit Monaten geradezu zwanghaft ausgeblendet wird, nämlich die nach der Anzahl der Tests. Sie schrieben:

Das sächsische Sozialministerium hat die Zahl der Corona-Tests, die im Freistaat insgesamt durchgeführt werden, bisher nicht veröffentlicht. Gemeldet wird bisher vor allem die Zahl der täglichen Neuinfektionen.” (1)

Das ist in der Tat bedenklich, weil doch die reine Zahl der “Neuinfektionen” dass es nur Positivtests aber keine “Neuinfektionen” sind, sprach ich ja gerade an eine ganz andere emotionale Wirkung hat als wenn diese in Relation zur Anzahl der Tests vermittelt wird. Da hier permanent von einer Pandemie gesprochen wird, also einem dramatischen, ja geradezu für die Menschen existenziellen Ereignis, ist es von außerordentlicher Bedeutung, dass alles getan wird, um Ängste in den Menschen abzubauen. Schließlich schwächen dauerhafte Ängste das Immunsystem der Menschen und spielen damit einer Pandemie geradezu in die Hände. Deshalb ist es also keine Bagatelle, wenn Ministerien die Informationen nicht vollständig und damit in differenzierter Weise preisgeben und genau so ist es keine Bagatelle, wenn die Massenmedien das nicht konsequent fordern oder darauf verzichten selbst zu recherchieren.

Wohltuend sachlich und gleichzeitig fragend weisen Sie richtigerweise darauf hin, dass dem Sächsischen Sozialministerium die Daten vollständig vorliegen:

Das Robert Koch-Institut (RKI) listet seit Beginn der Pandemie auf, wie viele Tests pro Kalenderwoche insgesamt in Deutschland durchgeführt werden. Dem RKI werden dafür Zahlen von verschiedenen Laborverbünden gemeldet. Die sächsischen Labore melden ihre Testzahlen auch einmal in der Woche an die Dresdner Uniklinik. Dem Sozialministerium liegen die allgemeinen Testzahlen für Sachsen also wöchentlich aktualisiert vor.” (1i)

Nun, Frau Kahls, waren Sie denn mit der Antwort auf Ihre Nachfrage beim Sozialministerium zufrieden? Was gedenken Sie im weiteren zu tun?

Die Positivenrate für Sachsen teilte das Sozialministerium auf MDR SACHSEN-Nachfrage bisher nicht mit, die dem Ministerium vorliegenden Zahlen würden von Tag zu Tag schwanken und seien wenig aussagekräftig, heißt es dazu.” (1ii)

Wir brauchen ja hier nicht groß zu thematisieren, dass es völlig egal ist, für wie aussagekräftig das Sozialministerium die vorliegenden Zahlen hält. Weil: Diese Daten sind von allgemeinem, öffentlichen Interesse und das Ministerium ist verpflichtet, diese Daten auf Anfrage herauszugeben. Ehrliche Politik — so meine ich — wartet jedoch nicht erst, bis jemand das fordert, sondern betreibt eine transparente, umfassende Informationspolitik. Nur dann kann sie sich der vierten Macht in einem demokratischen Staat stellen und auf Fehler und deren Behebung hingewiesen werden.

Innerhalb Ihrer Recherche haben Sie noch die Meinung des Chefs der Kassenärztlichen Vereinigung (KVS), Klaus Heckemann eingeholt, der meint, dass die Positivenrate nur bedingt aussagekräftig sei (1iii). Natürlich ohne es zu wollen — davon gehe ich an dieser Stelle aus — haben Sie damit allerdings den politischen Mandatsträgern in die Hände gespielt, die meinen, entscheiden zu können, was für uns und für die Medien relevant ist und was nicht. An dieser Stelle möchte ich Sie deshalb ermutigen, unmissverständlich auf der Herausgabe der vollständig aufgeschlüsselten Daten zur Anzahl der Tests zu bestehen!

Desweiteren meine ich, dass wir über die eigene Recherche in der Lage sind, den Unwillen der Politik ihr Handeln transparent zu machen und somit ausreichend zu begründen, durchaus zu umgehen. Da ist der von Ihnen thematisierte Part fehlender Testzahlen ein gutes Beispiel, und ich erlaube mir nun an dieser Stelle, Ihre Arbeit zu unterstützen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) spielt — so meine ich — eine äußerst unwürdige Rolle in der politisch-medialen Berichterstattung zu Corona. Andererseits liefern die Mitarbeiter des Instituts auch saubere Arbeit ab. Leider sagt die Führung des RKI — in Person Lothar Wielers — etwas völlig anderes, als es die akkuraten Berichte des RKI vermelden. Daher empfehle ich Ihnen, Frau Kahls, sich einmal gründlich mit den Inhalten der Webpräsenz des RKI zu befassen, für eine umfassende Sicht auf Corona in Deutschland sind die dort hinterlegten Informationen sehr erhellend.

Es ist nicht ganz einfach, sich im Datenwust des RKI zurechtzufinden, aber Sie bekommen dort sogar erste Anhaltspunkte, wieviel Tests in Sachsen gefahren werden. Das RKI hält eine Subdomain namens ars.rki.de für sein Unterprojekt ARS (Antibiotika-Resistenz-Surveillance). Es ist auch nicht ganz nachvollziehbar, warum man SARS-CoV-2 Reports (also Corona-Reports) in diesen Bereich verlagert hat. Fakt ist, dass dort seit dem 24. April wöchentlich Laborberichte hinterlegt werden (a1). Für die letzten zwei Berichte biete ich Ihnen an dieser Stelle zwei Screenshots an. Im Wochenbericht vom 18. August finden Sie diese Tabelle (b1):

Das hier ist die gleich geartete Tabelle aus dem nachfolgenden Wochenbericht vom 25. August (b2):

Wir müssen beachten, dass diese Berichte kumulativ sind. Das heißt, hier sind alle Testungen seit Beginn der “Pandemie” aufsummiert. Da wir jedoch Zugriffe auf Wochenberichte haben, können wir über die Deltas die wöchentlichen Testzahlen ermitteln! Aber bereits ohne irgendwelche Berechnungen angestellt zu haben, können Sie, Frau Kahls erkennen, dass der Anteil in Summe positiv getesteter Personen weiter gesunken ist. Am 18. August lag die Positivrate (seit Beginn aufsummiert) bei 3,0 Prozent, eine Woche später bei 2,9 Prozent.

Die Anzahl der in Sachsen Getesteten wurde im Bericht vom 18. August mit 127.093 angegeben, eine Woche später waren es 133.595. Nun brauchen wir nur noch die Grundrechenarten bemühen und kommen auf eine wöchentliche Testzahl für Sachsen von 6.502.

Das Gleiche nehmen wir jetzt für die Positivtestungen vor: Insgesamt 3.813 waren es am 18. August, 3.893 am 25. August. Das ergibt 80 Positivtests in dieser Woche, also eine Positivrate von 1,23%. Bei der als immer noch niedrig anzusetzenden Prävalenz (a2) liegt diese Rate im Bereich der Falschpositiven (siehe auch weiter unten). Nun ist diese Positivrate aber auch deshalb ein Muster ohne Wert, weil sie unter keinen Umständen mit einer Infiziertenrate gleichgesetzt werden darf! Daher gehe ich an dieser Stelle noch einmal etwas ausführlicher auf meine am Anfang geäußerte Kritik zur Vermischung von Testpositiven und Infizierten ein.

Um meine Kritik in dieser Sache aufnehmen zu können, Frau Kahls, müssen Sie sich über die Fähigkeiten und Methodiken des PCR-Tests im Klaren sein. Denn es ist diese Methode, die fast durchgehend (siehe die Wochenberichte) für die Ermittlung der Falldaten benutzt wird, nicht Antikörpertests (Bluttests). Die PCR-Methode (Polymerase-Kettenreaktion) vervielfältigt Erbsubstanz, also RNA und DNA. Kary Mullis entwickelte diese im Zuge der AIDS-Forschung und der Fokus lag darauf, dass bestimmtes Erbmaterial auf jeden Fall entdeckt wird. Für Corona wird eine spezielle Abwandlung des Tests, genannt RT-PCR (Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion) angewendet (2). Der Test ist also vom Grundsatz her hoch sensitiv, liefert daher immer mehr oder weniger Falschpositive. 

Hoch sensitiv bedeutet, dass der Test wirklich jeden Verdachtsfall aufdecken soll, der dann weiter diagnostisch untersucht wird, um den Verdacht zu bestätigen oder zu verwerfen. Der Test selbst aber kann keinesfalls eine Diagnose stellen! Der Test kann also auch niemals ein Ergebnis dergestalt liefern, dass ein Mensch infiziert ist. Das gilt für grundsätzlich jeden Test, der auf Basis der PCR-Methode durchgeführt wird, und selbstverständlich gilt das auch für PCR-Tests auf SARS-CoV-2.

Sehen Sie, Frau Kahls, der PCR-Test für SARS-CoV-2 — der übrigens bis heute nicht validiert ist (3) — besteht “eigentlich” aus mindestens zwei Tests, einem Suchtest und einem oder mehreren Bestätigungstests (Spezifitätstests). Alle (Teil-)Tests prüfen auf bestimmte Gensequenzen, die dem SARS-CoV-2 – Virus zugeschrieben werden, niemals auf das Virus selbst (4)! Nun ist es leider so, dass es eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt, welche ein Positivergebnis auf die für das Virus als charakteristisch benannte E-Gensequenz als ausreichend erachtet, womit die Bestätigungstests unterbleiben. Es würde mich freuen, wenn Sie in Ihrer zukünftigen weiteren journalistischen Recherche einmal nachbohren würden, welche Labore in welcher Art und Weise die PCR-Tests gestalten. Welche Labore führen zum Suchtest auch einen oder mehrere Bestätigungstests durch, die einen Verdachtsfall auf das Vorhandensein von SARS-CoV-2 bestärken können? Wir wissen es nämlich nicht (5).

Wenn tatsächlich und weltweit — schließlich ist es eine WHO-Empfehlung — nur der Suchtest durchgeführt wird, dann müssen wir äußerst skeptisch mit den “erkannten Fällen” umgehen.  Denn in diesen Fällen gibt es vergleichsweise viele “Fehlalarme”, eben die sogenannten Falschpositiven, weil der Test zu unspezifisch misst. Unspezifisch, vor allem bei niedriger Prävalenz ist er eh schon (6,7). Dabei bringe ich an dieser Stelle überhaupt keine Politik ins Spiel, sondern weise lediglich auf die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Testmethode hin. Die sind den Fachleuten sehr wohl bekannt. Aufmerksame Kommunalpolitiker sind diesbezüglich in jüngster Vergangenheit auch schon stutzig geworden und konnten den Verdacht bestätigen, dass — wohlgemerkt völlig unzureichend — nur der Suchtest auf die E-Gensequenz durchgeführt wurde. Im Landkreis Vogelsberg (Hessen) stellte sich nach Intervention durch nachträglich durchgeführte Spezifitätstests in einem anderen Labor heraus, dass keiner der 15 getesteten Probanten tatsächlich positiv war (8,a3).

Noch einmal: Die PCR-Methode auf SARS-CoV-2  sucht keine Viren; niemals, unter keinen Umständen. Sie sucht nach RNA, nicht mehr und nicht weniger. Dem sogenannten neuartigen Coronavirus schreibt man zu, aus zehn verschiedenen Gensequenzen (Proteinen) zusammengesetzt zu sein (9). So man einigermaßen sicher gehen wollte, müsste man schon auf alle dieser Sequenzen testen, was natürlich nicht getan wird. Dazu kommt: Die PCR-Methode — für diagnostische Zwecke ausdrücklich nicht vorgesehen (10) — kann auch nicht erkennen, ob die kultivierte Erbsubstanz aus dem Rachenabstrich überhaupt noch aktiv oder bereits abgestorben war (11).

Noch mehr: Die PCR-Methode kann folglicherweise auch keine Aussage über eine Viruslast machen. Die Gefährlichkeit eines Erregers macht sich aber vor allem auch an seiner Menge (Toxität) im Wirt fest. Ein Genschnipsel, das dem Coronavirus zugerechnet wird, stellt per se keinesfalls eine Gefahr für uns dar. Unser Immunsystem ist tagtäglich mit solchem Erbgut, wie auch Bakterien, Pilzen, oder anderen organischen wie anorganischen Erregern beschäftigt und meistert das ganz hervorragend. Nur zu viel, das ist natürlich niemals gut. Dann reagiert unser Immunsystem stärker, wir zeigen Symptome — und wir können von einer Infektion sprechen.

Frau Kahls, damit möchte ich schließen. Trotz der vermittelten schweren Kost hoffe ich, Ihr weiteres Interesse geweckt zu haben. So Sie an Quellen und weiteren Informationen zum Thema interessiert sind, bin ich gern bereit, diesbezüglich Auskunft zu geben.

Direktlink zum offenen Brief auf der Webpräsenz des Autors: https://peds-ansichten.de/2020/08/mdr-corona-berichterstattung/

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Unverständlicherweise fehlt der Laborbericht zur SARS-CoV-2 Surveillance vom 11. August 2020 bis zum heutigen Tag (27.08.2020); siehe: https://ars.rki.de/Content/COVID19/Main.aspx

(a2) “Sowohl der positive prädiktive Wert eines Tests (die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Krankheit bei positivem Testergebnis) als auch der negative prädiktive Wert eines Testes (die Wahrscheinlichkeit, gesund zu sein bei negativem Testergebnis) hängt sehr stark von der Prävalenz der Erkrankung im untersuchten Kollektiv ab. So hat z. B. ein positiver HIV-Antikörper-Test mit einer hohen Sensitivität und Spezifität von über 99,5 % bei einer Prävalenz von 0,1 % (entspricht einem unselektierten deutschen Kollektiv ) einen positiven prädiktiven Wert von nur 30 %, von drei Tests sind zwei falsch positiv.“; 15.05.2020; Ärzteblatt; Horst P. Herden; https://www.aerzteblatt.de/archiv/214071/COVID-19-Diagnostik-Stark-von-Praevalenz-abhaengig

(a3) Das Problem der Unzuverlässigkeit bestimmter PCR-Tests (ist auch herstellerabhängig) stellt sich – wie bereits im Artikel betont – weltweit. So wurden in Schweden im Nachgang mehrere Tausend Positivfälle als Fehlpositive erkannt, nachdem eine erneute Prüfung in speziellen Laboren erfolgte (12, Anmerkung wurde nach Absendung des offenen Briefes hinzugefügt).

(1 bis 1iii) 27.08.2020; MDR, Daniela Kahls; Steigende Corona-Infektionszahlen — weil Sachsen mehr testet?; https://www.mdr.de/sachsen/corona-test-zahlen-infektionen-100.html; Beitrag im Sachsenradio: https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-1508912.html

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion; abgerufen: 27.08.2020

(3) 19.08.2020; Corona Transition; Werner Bergholz; “Wahrscheinlich drei Viertel falsch positiv” – mehr positiv Getestete, aber weniger Gestorbene; https://corona-transition.org/wahrscheinlich-drei-viertel-falsch-positiv-mehr-positiv-getestete-aber-weniger 

(4) 2020; Ärzteblatt; Niko Kohmer, Holger F. Rabenau, Sandra Ciesek; SARS-CoV-2: Der richtige Nachweis; https://www.aerzteblatt.de/archiv/213661/SARS-CoV-2-Der-richtige-Nachweis

(5) 03.04.2020; http://www.labor-augsburg-mvz.de/de/aktuelles/coronavirus; Beispiel für ein Labor das explizit nach der WHO-Empfehlung arbeitet und nur den PCR-Suchtest durchführt(e); inzwischen wurde die Information von der Webseite entfernt, sie kann aber noch über Wayback gefunden werden: https://web.archive.org/web/20200504014525/http://www.labor-augsburg-mvz.de/de/aktuelles/coronavirus

(6) 03.06.2020; INSTAND; Heinz Zeichhardt (Charité); Virologische INSTAND Ringversuche, in Kooperation mit Christian Drosten, Victor M. Corman, Daniela Niemeyer und weiteren;  https://www.instand-ev.de/System/rv-files/340%20DE%20SARS-CoV-2%20Genom%20April%202020%2020200502j.pdf

(7) 26.03.2020; Express Healthcare; Usha Sharma; ICMR approves three #Covid19 tet kits commercial use; https://www.expresshealthcare.in/covid19-updates/icmr-approves-three-covid19-test-kits-for-commercial-use/417799/

(8) 21.07.2020; Oberhessen; Was es mit den angeblich falschen Corona-Tests im Vogelsberg auf sich hat; https://www.oberhessen-live.de/2020/07/21/was-es-mit-den-angeblich-falschen-corona-tests-im-vogelsberg-auf-sich-hat/

(9) https://de.wikipedia.org/wiki/SARS-CoV-2#Molekulargenetik_und_Phylogenetik; abgerufen: 28.08.2020

(10) 2020; Creative Diagnostics; SARS-CoV-2 Coronavirus Multiplex RT-qPCR Kit (CD019RT); https://www.creative-diagnostics.com/pdf/CD019RT.pdf; S. 4

(11) 29.07.2020; medRxiv; Muge Cevik, Matthew Tate, Oliver Lloyd und weitere; SARS-CoV-2, SARS-CoV-1 and MERS-CoV viral load dynamics, duration of viral shedding and infectiousness: a living systematic review an meta-analysis; https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.07.25.20162107v2

(12) 25.08.2020; Stuttgarter Zeitung, dpa; Tausende Schweden bekamen falsches Testergebnis; https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.doch-kein-corona-tausende-schweden-bekamen-falsches-testergebnis.d3d68691-1f02-42ba-9f67-9d69abdc7485.html

(b1) RKI; SARS-CoV-2-Testungen nach Bundesland; Wochenbericht vom 18.08.2020; https://ars.rki.de/Docs/SARS_CoV2/Wochenberichte/20200818_wochenbericht.pdf

(b2) RKI; SARS-CoV-2-Testungen nach Bundesland; Wochenbericht vom 25.08.2020; https://ars.rki.de/Docs/SARS_CoV2/Wochenberichte/20200825_wochenbericht.pdf

(Titelbild) Journalist, Kamera; Autor: AndyLeungHK (Pixabay); 5.5.2014; https://pixabay.com/de/photos/hongkong-medien-kamera-journalist-2654533/; Lizenz: Pixabay License

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