Qualitätskontrolle für den MDR

Gern unterstütze ich öffentlich-rechtliche Sender im Sinne einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung.


Zwei Aspekte sind besonders gravierend, um Menschen zu Handlungen zu verleiten, die ihren eigentlichen Interessen zuwiderlaufen: Angst und Unwissenheit. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Teil der öffentlich-rechtlichen Medien tut sich schwer damit, den Menschen die Angst und die Unwissenheit zu nehmen. Das ausgerechnet bei einem Thema wie dem Coronavirus, dessen angebliche Gefährlichkeit offenbar mit aller Macht in die Hirne geprügelt werden muss. Gern sensibiliere ich deshalb mit einem weiteren offenen Brief nunmehr auch diesen Sender.


Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle möchte ich Sie auf eine in mehrfacher Hinsicht inhaltlich falsche Darstellung im Rahmen Ihrer Berichterstattung zum Coronavirus hinweisen.

Bitte leiten Sie die Nachricht an den entsprechenden Journalisten, Manuel Mohr, weiter. Beachten Sie bitte des weiteren, dass es sich hierbei um einen offenen Brief handelt, der auf dieser Plattform veröffentlicht wurde:

Es sei im folgenden aus dem betreffenden Beitrag des MDR zitiert, abrufbar unter:

, zuletzt aktualisiert am 29. Mai 2020, 19:10 Uhr:


“Was wir anhand von Corona-Daten nicht wissen

Wie viele Menschen sind wirklich infiziert?

Aus unseren Daten-Quellen wird ersichtlich, in wie vielen Fällen ein Corona-Test positiv ausgefallen ist – sei es pro Landkreis, Bundesland oder bundesweit. Was sich daraus nicht ablesen lässt, ist die tatsächliche Anzahl der Infizierten. Warum?

1. Weil im Gegensatz zur Infektion eine Genesung nicht meldepflichtig ist. Zu welchem Zeitpunkt ein Infizierter wieder vollständig gesund ist, wird also nicht exakt erhoben. Zwar gibt es Schätzungen, in die verschiedene Krankheitsverläufe eingerechnet sind, aber es sind und bleiben Schätzungen.

2. Nicht jeder Infizierte wird auch getestet. Bei vielen Betroffenen treten nach der Infektion keine oder nur sehr milde Symptome auf. Wie hoch die sogenannte Dunkelziffer der Nicht-Getesteten ist, ist momentan noch zu wenig erforscht.”


Folgende Korrekturen erachte ich für unbedingt erforderlich, um einen Verdacht auszuräumen, dass der MDR in Bezug auf das brisante Thema “Coronvirus” Fake News verbreitet:

  1. Sie sprechen vom “Corona-Test”, was ich für eine unzulässige Verallgemeinerung halte. Denn es handelt sich um einen sogenannten PCR-Test, was für die Bewertung der Testergebnisse von besonderer Bedeutung ist (siehe auch weiter unten).
  2. Ein positiv ausfallender “Corona-Test” (korrekt ausgedrückt: PCR-Test) liefert keine Informationen darüber, ob ein Mensch mit dem Virus infiziert ist oder nicht. Die verwendete PCR-Methode testet ausschließlich auf das Vorhandensein einer dem SARS-CoV-2-Virus zugeschriebenen RNA-Sequenz, also ein Fragment genetischen Codes.
  3. Eine Infektion in den Kontext einer Genesung zu stellen, ist falsch und irreführend. Selbst wenn ein positiv auf das Virus getesteter Mensch tatsächlich infiziert worden sein sollte, bedeutet das nicht, dass er dadurch auch erkrankt. Diese asymptomatische, nicht krank machende Infektion ist sogar der Normalfall der Infektion.
  4. Sie wiederholen diesen groben inhaltlichen Fehler, indem Sie die Frage aufstellen, wann ein Infizierter wieder vollständig gesund wird. Infektion und Krankheit in einem Zug zu benutzen, ist schlicht falsch. Ja, es ist sogar verantwortungslos, weil ein solcher falscher Bezug Ängste in den Menschen aufrecht erhält, dass Infektionen ihr Leben bedrohen würden. Ohne die Art und Weise der Erfassung von positiv Getesteten, Infizierten und Erkrankungen an dieser Stelle kritisch zu hinterfragen, ist festzustellen, dass nur eine kleine Minderheit als erkrankt an dem Virus erfasst wurde. Der größte Teil der positiv Getesteten hat – selbst unter den über 70jährigen Menschen – keinerlei Symptome aufzuweisen und ist wahrscheinlich nicht einmal infiziert.
  5. Sie wiederholen die unzulässige Gleichstellung von Positiv-Test und Infektion. Das Vorhandensein eines Virus im menschlichen Körper, egal ob korrekt nachgewiesen oder nicht, gibt keinerlei Information darüber, ob es eine Immunreaktion des Betroffenen gegeben hat, was sich dann als Infektion bezeichnen ließe. Dafür eignet sich der massenhaft eingesetzte PCR-Test nicht. Denn eine Infektion lässt sich derzeit nur über den Nachweis von Antikörpern erkennen, was mit Antikörpertests aus Blutproben (statt Abstrichen) praktiziert wird.

Zusammenfassend: Ein Positiv-Test auf das Virus ist nicht gleichzusetzen mit einer Infektion und eine Infektion ist keine Krankheit. Ja, selbst eine symptomatische Infektion ist noch keine Krankheit.

Mehrfach sprach ich den PCR-Test an, den Sie als Corona-Test bezeichnen. PCR steht für Polymerase Chain Reaction (zu deutsch Polymerase-Kettenreaktion). In diesem wird die dem Coronavirus zugeordnete RNA durch ein biochemisches Verfahren – genannt Reverse Transcription (RT) in eine (doppelstrangige) DNA überführt und diese dann “gezüchtet”, also in einer mehr oder weniger willkürlich definierten Anzahl von Schritten vervielfältigt. Die im Ergebnis erzeugte Quantität von DNA-Strängen bildet das (unscharf definierte) Kriterium dafür, ob der Test positiv oder negativ ausfällt. Dieser PCR-Test ist unspezifisch (spricht auf alles Mögliche an), hochsensibel (liefert reichlich Falsch-Positiv-Ergebnisse) und er ist zudem bis heute nicht validiert (was eigentlich ein wissenschaftliches Muss ist).

Und schließlich ist mit Entwicklung der PCR-Methode für den SARS-CoV-2-Virus in keiner Weise dessen Neuartigkeit nachgewiesen. Die Testmethode mag (muss) nicht neu sein, über die Neuartigkeit des Virus lässt sich damit jedoch keine Aussage machen, es wurde bis vor kurzem einfach nicht nach ihm gesucht. Dies alles ist bei obiger Kritik an Ihrem Artikel noch gar nicht mit berücksichtigt.

So Ihr Interesse geweckt ist, empfehle ich Ihnen die gründliche Lektüre dieser blitzsauberen Analyse zum PCR-Test:

Ihre Antwort und Korrektur der inhaltlich falsch dargestellten Sachverhalte zum Thema, wie auch jede andere Reaktion oder auch jegliches Ausbleiben, wird offen an die Leser des Blogs Peds Ansichten kommuniziert. Für Ihre Bemühungen sei Ihnen gedankt.

Achtungsvoll,

Peter Frey

Nachtrag am 23. Juni 2020: Nachdem eine Antwort des MDR über zwei Wochen hinweg ausblieb, habe ich dem Sender einen weiteren offenen Brief geschrieben, in dem ich die Kritik erweitert habe:

Bitte, liebe Leser, bleiben Sie schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(Titelbild) MDR Landesfunkhaus Magdeburg; Autor: Torsten Maue; 10.04.2009; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MDR_Landesfunkhaus_in_Magdeburg.jpg; Lizenz: CC2.0

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