Perspektiven eines Blogs

Wer nichts erwartet, bekommt alles.


Die bisherige Geschichte von Peds Ansichten war nicht wirklich geplant und wenn sie es gewesen wäre, dann wäre sie wohl anders verlaufen. Mehr denn je bin ich der Meinung, dass wir die Dinge, die uns glücklich machen, einfach tun können. Außerdem gibt es eine Menge von Menschen, denen ich gern danken möchte.


Peds Ansichten wurde im April 2015 ins Leben gerufen. Wie schon an anderer Stelle immer mal wieder angedeutet, waren die seit 2013 eskalierenden Ereignisse in der Ukraine, vor allem aber die Berichterstattung der Leitmedien darüber, der letzte Anstoß in dieses Abenteuer zu gehen.

Es bedurfte zuvor eines langen Anlaufs, um so einen Schritt zu wagen. Zwar wurden mir durch die alltägliche Politik über Jahrzehnte goldene Brücken gebaut, doch bin ich von Haus aus ein eher ängstlicher Mensch und meine innere Uhr tickt langsamer als die vieler meiner Zeitgenossen.

Was waren das für goldene Brücken? Es waren mehrere Jugoslawien-Kriege, letztlich aktiv mitbetrieben durch eine deutsche Regierungskoalition aus SPD und den Grünen. Es waren die Ereignisse um den 11. September 2001, vor allem die Kriege, die man damit rechtfertigte und die permanente Stimmung aus Angst und Kriegsakzeptanz, die man zugleich in der Bevölkerung schürte.

Es waren die sozialen “Reformen” – getragen von zwei Parteien, die sich rühmten, “links” zu sein. Es war das unverkennbare gegeneinander Ausspielen der Ärmsten in unserer Gesellschaft, um HartzIV durchzuprügeln. Es war das Verhalten des Mainstreams, der eine Regierung, der ich im Grunde keine Sympathien mehr entgegen brachte, angriff, weil sie sich – wie auch immer motiviert – gegen den Irak-Krieg aussprach.

Es war die unfassbare Lügenkampagne gegen ein nordafrikanisches Land – Libyen -, das damit verbundene Einreißen aller denkbaren Prinzipien internationalen Rechts, verbunden mit einer wahren Lynchmord-Kampagne gegen ihren Staatsführer, die mir alle Illusionen austrieb, dass unsere Gesellschaft vielleicht nicht perfekt, aber so schon ganz in Ordnung ist. Was dann in Syrien geschah, konnte mich nicht mehr überraschen, aber es entsetzte mich, wie Deutschland diesen Krieg gegen das syrische Volk mit befeuerte – aber auch, wie sediert die deutsche Bevölkerung das hinnahm.

Als der Ukraine-Konflikt im Spätherbst 2013 losgetreten wurde und ein medialer Russland-Feldzug begann, stieg immer mehr der Druck in meinem Kessel, aus der passiven Empörung auszusteigen und in aktives Handeln überzugehen.  Wie war es möglich, dass deutsche Politik und Medien ein Land und ihre politische Führung so zu hassen und verteufeln begannen?

Während man beim Thema Antisemitismus nicht müde wurde, gegen das Vergessen anzureden, tat man bei Russland, dass seinen Sieg gegen den deutschen Faschismus mit Millionen Opfern bezahlte, genau das Gegenteil. Zunehmend begann ich, meine Mitmenschen zu nerven, aber den entscheidenden Impuls gaben mir andere – und das waren die Mahnwachen für Frieden, die ab März 2014 deutschlandweit aus dem Boden schossen.

Danke den Menschen der Mahnwache für Frieden in Dresden

Ohne die Mahnwache für Frieden in Dresden gäbe es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dieses Blog nicht. Nicht nur, dass sie grundsätzlich erst einmal jeden Menschen – unabhängig von seinen Überzeugungen – in ihren Reihen akzeptierte. Sie gab den Menschen ein Ventil und die Chance zu fühlen, wie das ist, wenn man die eigene Stummheit durchbricht. Sie machte den Menschen Mut. 

Natürlich waren die Mahnwachen auch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Die Diskussionskultur war oft grenzwertig, Egos feierten ihre Feste und hoben den Ansatz der Veranstaltung, Frieden tatsächlich zu leben, oft weitgehend auf. Aber das Format entwickelte sich, weil auch die Menschen, die es gestalteten, bereit waren, sich zu entwickeln. Das gilt auch für mich. Ich fühlte mich gefordert, mein eigenes Auftreten, meinen Umgang mit Konflikten, meinen eigenen vorhandenen oder auch nicht vorhandenen inneren Frieden zu überdenken und Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die Mär des Mainstreams, dass die Mahnwachen Teil einer sogenannten Querfront waren und sind, ist einfach nur Blödsinn, aber um Propaganda zu betreiben, muss man ja nichts Sinnvolles erzählen – wie wir inzwischen wissen -, sondern einfach nur emotional starke Trigger senden. 

Mir bekannt ist ein einziges deutschlandweites Mahnwachen-Treffen im Jahr 2015, dass allerdings ohne Vertreter der Dresdner Mahnwache stattfand. Die Mahnwachen-Bewegung war und ist vollkommen dezentral. Ihre Vernetzung ist dynamisch. Was die Dresdner Mahnwache betrifft, ist sie auch von ihrer inneren Struktur her hierarchielos. Das war am Anfang Ergebnis des spontanen Zusammenschlusses, bei dem einfach jeder an einem Mikrofon seine Meinung äußern konnte. Inzwischen ist es aber auch explizit so gewollt. Die Dresdner Mahnwache hat keine Führung!

Wenn ich heute wiederholt von sozialen Gemeinschaften spreche, die weitgehend ohne Hierarchien, also Machtstrukturen – einschließlich eines rechtlichen Unterbaus – funktionieren, rührt das auch von den ganz praktischen Erfahrungen der Dresdner Mahnwache her. In den vergangenen fünf Jahren haben die Menschen, die sich ihr zugehörig oder im speziellen Fall vertreten sehen, eine Fülle von Veranstaltungen geplant und eigenverantwortlich durchgeführt.

Ob es besondere Formate bei der Mahnwache selbst waren – wie zum Beispiel Podiumsdiskussionen oder Themenabende, ob es um Organisation der Teilnahme an Großveranstaltungen wie gegen TTIP ging. Oder ob es sich um Planung und Durchführung von Buchdiskussionen oder Friedensveranstaltungen in der Stadt Dresden handelte: Strukturen und Leitungsfunktionen waren praktisch nicht vorhanden. Jeder handelte nach seinen Möglichkeiten, keiner derjenigen, die sich engagieren wollten, wurde mit Erwartungen belastet. Fehler wurden ganz bewusst toleriert. Dass jemand Schuld an etwas hatte, wurde konsequent aus dem Vokabular gestrichen. Die Mahnwache für Frieden in Dresden ist nicht einmal ein eingetragener Verein.

Ist das nicht der blanke Anarchismus?

Wie furchtbar. 🙂

Aufgrund dieses Anarchismus war es möglich, Menschen für das Nutzen und Ausleben ihrer Talente zu motivieren. Ihnen wurden keine Aufgaben übertragen, stattdessen übernahmen sie Aufgaben selbstverantwortlich – und hatten übrigens auch immer das Recht, zu scheitern. Scheitern kann eben auch positiv sein. Der Mut in Verantwortung zu gehen, möchte nicht bestraft werden, denn dann verschwindet er wieder hinter der Angst, Fehler zu machen. Auch so gesehen war und ist die Mahnwache als Chance wahrnehmbar.

Aus Hunderten wurden Dutzende. Im Gegensatz zu den Erkenntnissen des Sächsischen Verfassungsschutzes, der mit einem abenteuerlichen Spagat die Dresdner Mahnwache mit den sogenannten Reichsdeutschen in einen Topf wirft – die Fachleute sind hiermit zur Teilnahme herzlich eingeladen -, bleibt festzuhalten: Zwischen 30 und 80 Menschen treffen sich bis zum heutigen Tag jeden Montag abend, um für den großen Frieden einzutreten und den kleinen Frieden mit sich selbst und untereinander zu leben (1). Ein für mich großartiges Projekt.

Die Schreiberei beginnt

Die Mahnwache für Frieden in Dresden hat neben ihrer Web-Präsenz auch eine Diskussions-Plattform, die zwischen 2015 und 2017 ziemlich intensiv genutzt wurde und nach wie vor öffentlich zugänglich ist. Dort liegt die Wurzel der Schreiberei und dort entstanden auch die ersten Texte, die später für Peds Ansichten überarbeitet wurden. Mit einem Fundus von sieben Artikeln ging ich im April 2015 in das Blog-Abenteuer, ohne dabei einen Plan zu haben, wie viele und Artikel welcher Art ich zukünftig verfassen würde.

Es ergab sich.

Die einzige Leitschnur an der ich mich seitdem entlang hangelte, war die der Erforschung von Zusammenhängen einerseits der Prozesse auf der Ebene zwischen den Menschen und andererseits der Metaebene, der großer politischer, gesellschaftlicher Prozesse. Wie bedingt das Eine das Andere, wie rückkoppeln die Mechanismen und natürlich – wie können wir die eigene Rolle in diesen Prozessen begreifen. Kurz gesagt: Wie ist es um den großen und kleinen Frieden bestellt und wie können wir beides erreichen.

Als das Jahr 2015 zu Ende ging, war ich mit mir und der Welt ziemlich zufrieden. Keine Angst, es gibt im Folgenden keine Nabelschau, dies bleibt also die einzige Statistik. Es ist die für mich Schönste und das, was ich mir vage vorgestellt hatte, war mehr als erreicht. Sie sehen die damalige Anzahl der Zugriffe auf das Blog (b1):



Ich träumte von tausenden ernsthaft und mit dem ehrlichen Anspruch der Wahrheitssuche betriebenen Blogs, in denen ich mich in der Weise gut aufgehoben fühlte. Das tue ich auch heute noch, weil dies eine ganz andere Informationswelt bedeuten würde. Noch liegt zu viel auf zu wenigen Schultern, die daher auch leicht angegriffen werden können.

Mit Beginn des Projekts hatte ich mir noch etwas auf die Fahnen geschrieben: Keinerlei Eigenwerbung über die von mir veröffentlichten Artikel hinaus, von mir angetriebene Vernetzung immer nur in Richtung von Menschen, nicht Organisationen, keinerlei Fremdwerbung auf dem Blog, vor allem auch keine kommerzielle Werbung. Aber auch nicht das, was man heutzutage als “eine Hand wäscht die andere” bezeichnet – Gefälligkeiten, weil man befreundet ist oder seinerseits vom Betroffenen Anerkennung erfahren hatte. Autonomie ist für mich in diesem Blog das A und O (a1).

Es folgte ein von Kontinuität geprägtes Jahr 2016, in dem ich Schreibstil und Struktur der Artikel weiter entwickeln konnte. Vor allem war das eine entscheidende Zeit des Lernens, weil ich die mich am meisten beschäftigenden Probleme in Analysen fassen wollte – und das auch tat. Wer einmal erfahren hat, was für eine gewaltige Fundgrube das Internet darstellt, welche Möglichkeiten der Informationsgewinnung und Prüfung auf Glaubhaftigkeit der gesammelten Informationen es bietet, kommt auf den Appetit und gewinnt an Mut, sich an immer neuen auch (vermeintlich) komplexen Themen zu versuchen.

In jener Zeit gewann ich einen großen Einblick in die Geschichte und Gegenwart Syriens – ohne mich hier als Syrien-Kenner präsentieren zu wollen. Parallel dazu trieb mich immer weiter um, welche psychologischen Muster dafür verantwortlich sind, dass intelligente, lebenserfahrene Menschen ganz offensichtliche Lügen ohne Widerspruch hinnehmen und sie auch noch missionarisch weiterverbreiten. Als ich mit Peds Ansichten in das Jahr 2017 ging, stand ich längst unter Beobachtung.

Freunde, Partner, Trolle

Im Frühjahr 2017 erhielt ich Post von einem gewissen Volker Bräutigam. Nun war mir dieser bereits bekannt – für die Massenmedien als Nestbeschmutzer – für mich als herausragender Journalist und Publizist. Volker Bräutigam hat jahrelang für die ARD-Tagesschau gearbeitet und ist heute einer ihrer größten Kritiker. Seine Kritik ist bissig, satirisch und schwergewichtig mit Fakten unterlegt (2). Also konnte die Post an mich nur Spam sein, denn wie käme ein Volker Bräutigam auf die Idee, meinen Blog anzuschreiben, um ein ziemlich großes Projekt zu unterstützen? 

Ich irrte.

So begann meine Teilhabe am Rubikon-Projekt, das unter der Ägide von Jens Wernicke betrieben wird. Es hat dazu nie einen Vertrag gegeben, auch keinerlei Verpflichtungen, es ist auch nie Geld geflossen. Es hat auch nie eine Erwartung meinerseits gegeben, dass der Rubikon die von mir angebotenen Texte veröffentlichen muss. Nichts weiter ist passiert, als eine vertrauensvolle Vernetzung, bei der beide Seiten vollständig die Autonomie des Anderen beachteten. Man möchte fast sagen: Das ist ja einfach. 

Mit dem Rubikon änderte sich auch nicht die Agenda von Peds Ansichten, das Blog hat die absolute Priorität. Wenn ich Zeit, Kraft und passende Themen zur Verfügung habe, unterstütze ich den Rubikon. Nebenbei haben sich viele Beziehungen auf der Mensch-Ebene zu Beteiligten am Rubikon-Projekt entwickelt. So – meine ich – sieht gesunde, organisch gewachsene Vernetzung aus.

Aber keine Frage: Natürlich erhöhte das auch die Reichweite des Blogs. Außerdem wurde durch diese Zusammenarbeit die redaktionelle Qualität der Artikel von Peds Ansichten verbessert. Denn nach wenigen Monaten wurde dort ein ehrenamtlich betriebenes Korrektorat ins Leben gerufen, das auch jeden der Texte von Peds Ansichten, die beim Rubikon online gingen, prüfte. Dort wird nicht nur die reine und sehr mühselige Fehlerkorrektur betrieben, sondern es werden auch Vorschläge zur stilistischen Anhebung und damit zur Verbesserung der Lesbarkeit angeboten.

Der Rubikon steht nicht allein, was die Vernetzung betrifft. Er stieß Interesse an, das von mir in keiner Weise forciert wurde, sondern immer von “von außen” kam. Das empfand ich als eine für mich ganz erstaunliche und beglückende Wertschätzung. Mit großer Sorgfalt ja geradezu Hingabe hat Kritisches Netzwerk, geführt von Helmut Schnug, eine große Anzahl von Artikeln – nicht nur dieses Blogs – geradezu veredelt. Free21.org geht ebenso wertschätzend mit Peds Ansichten um und prüft auch sehr sorgfältig auf Widersprüche im Text selbst. Ich kann mich nur bedanken. 

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Blogs und Online-Plattformen, welche inzwischen dankenswerter Weise regelmäßig komplette Artikel von Peds Ansichten veröffentlichen oder explizit hier auf den Blog verlinken. Das ist für mich eine große, zusätzliche Motivation, dieses Blog weiter zu pflegen und zu entwickeln. Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle das Team von KenFM. Sie gelten für mich als einer der Vorreiter in Sachen alternativer, politisch-gesellschaftlicher Medienplattformen. Es war ein wunderbares Angebot von Ken Jebsen, mit ihm ins Gespräch zu kommen, das ich sehr gern genutzt habe. 

Transparenz und zunehmende Bekanntheit hat auch eine andere Seite. Wer nicht mit dem Strom schwimmt und von der Einheitsmeinung abgeht, gilt als unangepasst und wird damit zum Ziel von Propaganda. Die Verleumdungs-Plattform Psiram, die auch dreist in meinem Privatleben wühlt und munter Falschinformationen streut, sollte sich mal so langsam ein Logo zulegen, das deutlich lesbar das Wort Propaganda enthält, denn in solchen Dosen, wie sie von diesen Gesinnungsschnüfflern angewendet wird, ist sie hoch toxisch. Trolle mit eigener Plattform halt.

Wie geht es weiter?

Es reizt mich, einfach zu sagen: keine Ahnung. Solange mir nicht Kopf und Hände müde werden, schreibe ich einfach weiter. Keine Frage, das Blog fordert auch. Es muss neben der redaktionellen Betreuung auch technisch gewartet werden, es muss finanziell und rechtlich abgesichert sein. Damit ist man gut beschäftigt. Zudem gibt es eine zunehmend wichtig werdende Aufgabe und das ist das Kommentar-Forum – dazu weiter unten mehr.

Nebenbei plane ich allen Ernstes ein Buch zu schreiben, dessen Basis die noch nicht abgeschlossene Reihe zur Geschichte des Korea-Krieges von 1950 bis 1953 bilden wird. Inwieweit sich das auf die verfügbare Zeit für das Blog auswirkt, kann ich noch nicht abschätzen. Finanziert wird das Ganze, in dem ich einer bezahlten Angestellten-Tätigkeit nachgehe. Damit kann sich jeder ausmalen, wie ein Wochenablauf beim Betreiber von Peds Ansichten sich so darstellt und dass das bisweilen auch ein physischer Gewaltakt ist.

Ein Dankeschön an die Leser

Das Beste habe ich mir bis (fast) zuletzt aufgehoben, liebe Leser – und das sind Sie. Sie, denen mein besonderer Dank gilt. Inzwischen gibt es hier allein mehrere hundert Stammleser, was mich immer wieder geradezu überwältigt. Die Texte, die man hier lesen kann, sind oft von beträchtlicher Länge und ich denke gern “um die Ecke”, wechsele regelmäßig die Perspektive, um Zusammenhänge zu veranschaulichen. Trotzdem tun sich Menschen diese Texte an. Die Menschen sind, ungeachtet ihrer sozialen Herkunft, nicht so dämlich und anspruchslos, wie sie gelegentlich – “wissenschaftlich” ermittelt durch Statistiken – dargestellt werden (3,a2).

Was mich besonders freut: Mindestens einer der treuen Leser dieser Seite ist inzwischen selbst zum Blogger geworden und macht das – so finde ich – richtig gut

Die Leser dieses Blogs sind zudem wertschätzend. Sie ahnen, was hier investiert wird.

Eine ganze Reihe von Lesern übermittelt mir regelmäßig auf verschiedenen Kanälen festgestellte Fehler in den Texten, die ich dann umgehend korrigieren kann. Ganz besonders wertvoll sind dabei die Hinweise zu Übersetzungsfehlern, weil dort ein falsch übersetzter Kontext plötzlich eine gänzlich andere, falsche Botschaft vermitteln kann. Das ist eine riesige Unterstützung, für die ich mich besonders bedanken möchte. Tun Sie das gern weiter! Jeder, der selbst Erfahrungen innerhalb der schreibenden Zunft gemacht oder eine eigene Diplomarbeit verfasst hat, weiß, wie schwierig es ist, die eigenen Fehler zu erkennen.

Eine Reihe von Menschen haben mir zudem finanzielle Hilfe in Form von Spenden angeboten. Auch das rührt mich wirklich sehr und ich bedanke mich für diese Gesten von Herzen. Möglich, dass so etwas in der Zukunft mal ein Thema wird. Wenn ja, werde ich offen darauf zurück kommen. Vorerst stemme ich das Projekt weiter mit den Einnahmen aus meiner Angestellten-Tätigkeit. 

Ihre Hinweise

Hin und wieder wird über mangelnde Struktur der umfangreichen Texte geklagt. Einerseits versuche ich seit einiger Zeit, diese etwas kompakter zu halten und andererseits sie durch Formatierungshilfen (Überschriften, Trennlinien) besser lesbar zu machen. Aber eine gewisse Länge werden die Artikel behalten und ich bin sehr glücklich, nicht die vorgegebenen Zeichenvorräte einer Zeitungsredaktion nutzen zu müssen.

Die Quellenindizes mit den Quellen zu verlinken, um damit direkt auf das jeweilige Quellenverzeichnis springen zu können, ist eine schöne Sache, wird aber von mir nicht eingeführt. Vor Jahren hatte ich das mal ausprobiert, aber der Aufwand und die Fehlerrate ist einfach zu hoch. Zumal ich viele Texte immer wieder erweitere und mit neuen Quellen ergänze. Lieber schreibe ich Inhalte. Auch kann beim Portieren solcher mit diversen Formatierungselementen vollgepfropften Texte auch mal diese Formatierung komplett flöten gehen, dann war der Aufwand für die Katz. Hier also ein – wenn auch mit Bedauern – klares Nein.

Direkten Vorschlägen für ein im Blog zu behandelndes Thema stehe ich offen gegenüber, mehr aber auch nicht. Das sage ich deshalb, weil in unregelmäßigen Abständen Leser sich per Mail “beschwerten”, dass ich zu einer bestimmten Thematik nicht “Stellung bezog”. Diesen versuchten Eingriff in meine Autonomie beantworte ich dann sehr direkt – oder auch gar nicht. 

Kritik erfuhr ich auch in Bezug auf das Thema “Soziale Netzwerke”. An dieser Kritik ist etwas dran und da bin ich – nach langer Überlegung – auch etwas von meiner Konsequenz abgegangen. Die Artikel erlauben das Teilen bei Facebook, Twitter und Telegram. Das Ablegen der zugehörigen Icons auf der Seite bedeutet nicht, dass automatisch Daten übertragen werden. Es entsteht damit auch kein Vertragsverhältnis mit den Konzernen. Erst wenn ein Nutzer mit gültigem Account auf diesen Plattformen den Artikel durch Teilen bewirbt, werden Informationen übertragen.

Diese Icons sind also ein Angebot an jene Leser des Blogs Peds Ansichten, die eine Möglichkeit nutzen möchten, über die ihnen zur Verfügung stehende Vernetzung mittels FB und Co. Inhalte dieses Blogs weiter zu verbreiten. In dieser Sache bin ich ständig mit mir im Ringen und es ist gut möglich, dass die Icons plötzlich wieder verschwunden sind. 

Das Forum

Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen und ich werde mich und die Nutzer des Forums, die ich vor allem als Partner begreifen möchte – weiter damit beschäftigen. Das Forum in Peds Ansichten hat eine außergewöhnliche Qualität, weil diejenigen, die für diese Qualität sorgen, erfasst haben, dass sie sich in meinem Wohnzimmer bewegen. Sie sind locker und ernst, ironisch und kämpferisch, liebevoll und abweisend. Sie wissen, wie man sich als Gast zu verhalten hat und verbiegen sich deshalb noch lange nicht.

Das Forum gibt ein Feld, auf dem man über das gebotene Thema reflektieren und diskutieren kann. Sich auf diesem Feld zu bewegen, setzt voraus, dass Achtung und Respekt gegenüber jedem Menschen gezeigt wird, auch gegenüber Dritten. Kleine Ausrutscher nehme ich hin, denn wir leben in einem Umfeld, wo das durchaus nicht selbstverständlich ist. Große Ausrutscher korrigiere ich, das heißt, dass ich die Passagen welche direkt Menschen angreifen, lösche und das, was trotzdem wertvoll ist, freischalte.

Noch einmal wiederhole ich, dass man mir gern Zensur unterstellen kann. Für mich ist es gelebte Autonomie, wahrgenommene Verantwortung. Es gibt tausende Plattformen, wo man sich ohne Rücksicht auf Verluste austoben darf. Peds Ansichten gehört definitiv nicht dazu. Unterstützen Sie sich als Foristen auch gegenseitig, entwickeln Sie ein Gefühl dafür – ich weiß, das ist nicht leicht – zu erkennen, wann das eigene Ego mit Ihnen durchgeht. 

Niemals werden übrigens Foristen gesperrt, nicht einmal Ulf. Bei Peds Ansichten werden Inhalte, die wertvoll, bereichernd genug für alle sind, freigeschalten. Wenn ein Forist einmal seinen Kommentar vermisst, ist er entweder versehentlich im Spam gelandet oder der Betreffende hatte beim Schreiben eine ziemlich schlechte Gemütslage. In dem Falle empfehle ich Reflexion und einen neuen Anlauf.

Die Pflege des Forums würde ich mir idealerweise gern ersparen, denn sie ist zunehmend zeitaufwändig. Zukünftig kann ich diffizile Kommentare nicht mehr zehn mal lesen, eine Nacht darüber schlafen und dann mit Bauchschmerzen freischalten, um einen Tag später festzustellen, dass sich hier jemand auf ziemlich unehrliche Art und Weise, Hoheit im Forum des Blogs erschleichen wollte. Ich werde also solche Kommentare ab sofort nur noch dreimal lesen und nicht überschlafen. 

Mir ist das Forum, trotz des Mehraufwandes, auch deshalb wichtig, weil die – auch kontroversen – Kommentare für mich vor allem inspirierend sind. Inzwischen sind ein Dutzend Artikel aus Gedanken entstanden, die ich von Foristen hier aus dem Blog entnahm. Das ist ein weiteres Rezept, um dem Schmoren im eigenen Saft zu entgehen, nämlich dass ich eine ehrliche und gern auch kritische Rückkopplung von den Lesern erfahre. Vielen, vielen Dank auch dafür!

Allen Lesern wünsche ich von Herzen ein gutes, friedliches Jahr 2019.


Anmerkungen und Quellen

(a1) Vielleicht auch deshalb wird damit noch etwas klarer, warum ich mich so intensiv mit dem Thema des Kommentar-Forums beschäftige.

(a2) Man hat durch “wissenschaftliche” Forschungen ermittelt, dass so und so viel Prozent der Menschen nach spätestens zehn Minuten Lesezeit einen Text nicht mehr weiterlesen. Nun müssen die Menschen nur noch daran glauben …

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. 

(1) Landesamt für Verfassungsschutz in Sachsen: Lagebild “Reichsbürger und Selbstverwalter in Sachsen”; 30.6.2017; http://www.verfassungsschutz.sachsen.de/download/Lagebild_Reichsbuerger_und_Selbstverwalter.pdf; S.9

(2) Marcus Klöckner; 3.4.2016; https://www.heise.de/tp/features/Bleiben-Sie-ARD-aktuell-gewogen-3379301.html

(3) 8.10.2013; https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/pisa-studie-fuer-erwachsene-deutsche-beim-lesen-nur-mittelmass-12608656.html

(b1) 29.12.2018; Zugriffe auf Peds Ansichten im Jahre 2015; https://peds-ansichten.de; Lizenz: CC0 Creative Commons

(Titelbild) Teleskop, Fernrohr; Lars_Nissen_Photoart (Pixabay); 8.3.2017; https://pixabay.com/de/fernrohr-durchblick-aussicht-blick-2127704/; Lizenz: CC0 Creative Commons