Fragen an den Ethikrat

Ein Zeugnis “ganz normaler Menschen”, die nicht mehr tatenlos zuschauen wollen.


Wir leben in turbulenten Zeiten, Zeiten von bereits vorher existenten, nun aber überdeutlich sichtbar gewordenen Gräben in unserer Gesellschaft, Zeiten drastischen Unrechts und massiv über die Menschen gekommenen Leids. Es gibt keine Schicht in unserer Gesellschaft mehr, die von den gesellschaftlichen Verwerfungen, die von “denen oben” befohlen und von “denen da unten” getragen werden, ausgenommen sind. Aber diese Zeiten sind auch gut, denn sie weisen uns auf unsere innewohnenden Potenziale hin.


Die Menschen werden in Grenzsituationen gebracht, die sie passiv nicht mehr ertragen können, so sie mit ihrem Gewissen im Reinen bleiben oder in selbiges kommen möchten. Es geht um die nahen Mitmenschen, Kinder, Eltern und Großeltern. Menschen die zunehmend entmündigt werden, denen man Nähe und soziale Geborgenheit unter dem scheinheiligen Vorwand einer allgemeinen Infektionsgefahr entzieht.

Dafür wird man Reglementierungen und Zwang unterworfen, soll Eingriffe in die eigene körperliche Unversehrt hinnehmen und Grundrechte als “Erleichterungen” dankbar hinnehmen. Der damit verbundene psychische Druck stellt die Betroffenen vor die emotionale Frage, inwieweit sie bereit sind, einen Preis zu zahlen, den ihr Innerstes, ihr Herz längst abgelehnt hat.

Doch liegt in jedem Konflikt eine Chance, eine für jeden Menschen ganz persönliche Aufforderung zur Lösung. Die verlangt natürlich, sich zuvor der eigenen Rolle im Konflikt, sprich seiner Verantwortung für die Dinge, die man tut oder eben auch nicht tut, bewusst zu werden. Die Menschen werden in diesen Monaten mit dem Kopf darauf gestoßen, dass es in keiner Weise angebracht ist, den Regierenden zu vertrauen. Und somit findet eine Politisierung in Deutschland statt, die es so seit Jahrzehnten nicht gegeben hat.

Der folgende, dieser Tage an den Deutschen Ethikrat versandte, offene Brief ist einer von “ganz normalen” Menschen. Diese Menschen wurden durch die Ereignisse im Zusammenhang mit den sogenannten Corona-Maßnahmen in ihrem Alltagsleben erheblich eingeschränkt, reglementiert und grundlegender — grundlegend meint nicht zur Diskussion stehender — Persönlichkeitsrechte beraubt. Doch außerdem wurden ihre empathischen Sinne in Alarmstimmung versetzt, weil es eben auch um ihre Kinder und Eltern geht. Die Verfasser wurden durch die Ereignisse politisiert, aufgeweckt, ins Reflektieren und kritische Nachfragen gebracht. Genau das meine ich als gesellschaftliches Phänomen zu erkennen. Auch wenn es wohl noch lange nicht die Mehrheit der Bevölkerung erfasst hat. Doch der Anteil der in den vergangenen Monaten Aufgeweckten sollte keinesfalls unterschätzt werden.

Noch ein Wort zum Ethikrat: Manche mögen einwenden, dass der Deutsche Ethikrat möglicherweise die falsche Adresse sei, so er doch unübersehbar innerhalb des allgemeinen Narrativs der vorgeblichen Pandemiebekämpfung fungiert, was ein Blick auf dessen Webseite verrät (1).

Sein Ableger, der Bayerische Ethikrat hat dies noch deutlicher gemacht. Nämlich als er den Professor für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität München, Christoph Lütge aus seinen Reihen entließ. Begründung dafür war doch tatsächlich die Kritik des Professors an den Corona-Maßnahmen. Lütge äußerte zu seinem Rauswurf:

“Also für mich ist ein Ethikrat ein Gremium, in dem man sich unabhängigen Rat einholt von unabhängigen Wissenschaftlern. Und dann muss man auch akzeptieren, was gesagt wird von denen und sich eben nicht sich an Vorgaben orientieren, die von politischer Seite gemacht wurden.” (2)

Seine Kritik an den völlig überzogenen Maßnahmen sagt im Kern:

“Ich habe es mal verglichen mit einem Hammer, mit dem man auf einen Fliegenschwarm eindrischt: Da treffen sie ab und zu mal ne Fliege, aber sie machen ganz viel mehr kaputt.” (2i)

Dabei wies er auf die deutlich auf der Hand liegenden Sünden seitens der Regierenden hin. Jeder kann inzwischen erkennen, dass das Herumreiten auf den Inzidenzen — als Begründung für alle Menschenrechts- und Grundrechtseinschränkungen — ohne jede wissenschaftliche Grundlage ist und die Zahlen mit massenweisem, anlasslosen Testen herbei gezaubert werden (a1). Das einzige Ziel besteht inzwischen darin, so viel wie möglich “Positive” zu ermitteln und auf diese Weise eine maximale Anzahl von Menschen, Gesunden wie Erkrankten, Kindern wie Alten, Gepflegten wie Pflegenden, Intensivpatienten wie Normalpatienten und und und als “Infektionsfälle” deklarieren zu können. Also äußerte Lütge:

“[…] aber an den Inzidenzen dürfen wir es nicht mehr festmachen, denn sonst werden wir diese Gesellschaft auf Dauer kaputtmachen.” (2ii)

Die Befassung des Ethikrates mit der Kritik äußerte sich in der Entlassung des Professors. Eine Institution die sich Ethikrat nennt, ist gefordert in Verantwortung für das mit dem Namen verpflichtende Anliegen zu gehen. Es ist also gut, wenn die Menschen den Rat mit offenen Briefen auf diese, seine Verantwortung aufmerksam machen. Gleichzeitig halte ich es für wichtig, auch den Stimmen aus der Bevölkerung größere Aufmerksamkeit zu verschaffen. Weil dies hilft, die Schräglage unserer Wahrnehmung, die durch die Art und Weise der veröffentlichten Meinung bedingt ist, wieder gerade zu rücken.


An den

Deutschen Ethikrat

Jägerstr. 22/23
D-10117 Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen von einem kürzlich geführten Gespräch über die Coronamaßnahmen erzählen. Mein/e Gesprächspartner/in, welche/n ich nicht namentlich nennen möchte, sagte mir:

„Das bisschen Maske tragen und Abstand halten ist doch ein Menschenleben wert! Auf das Shoppen kann man doch mal verzichten, wenn man damit Menschenleben retten kann!“

Diese Äußerungen machten mich sehr nachdenklich. Der Fokus so vieler Menschen liegt nur noch auf „Corona“. Dabei werden die Kollateralschäden völlig verdrängt. Wir werden täglich und ohne jeden Bezug, mit den Zahlen von „Neuinfizierten” und Toten bombardiert. Die Bevölkerung wird damit in Angst und Schrecken versetzt!

Es wird nicht ehrlich darüber gesprochen und sensibilisiert, wie zum Beispiel unsere Senioren unter den Maßnahmen zur Bekämpfung der ausgerufenen Corona-Pandemie leiden! Dabei wissen wir doch alle, was unsere älteren Mitmenschen in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise und nach dem zweiten Weltkrieg geleistet haben! Sie haben Deutschland wieder aufgebaut, haben Kinder groß gezogen und Krankheiten überstanden. Deshalb war Deutschland wieder ein attraktives, lebenswertes Land für seine Bewohner geworden.

Und was bekommen sie dafür jetzt als Dank? Unter dem Vorwand, dass man sie schützen müsse, werden sie isoliert und eingesperrt. Doch ein Großteil von Ihnen möchte mitnichten isoliert werden. Sie möchten nicht ihren letzten Geburtstag oder die möglicherweise letzten Feiertage, wie Weihnachten oder Ostern, einsam und fern von ihren Lieben verbringen!

Warum dürfen diese Menschen nicht selbst entscheiden, ob sie das Risiko einer Infektion eingehen wollen? Oder ob sie sich mit Maske und Isolation schützen wollen? Statt dessen werden sie einfach entmündigt. Wo bleibt hier die Achtung vor diesen Menschen und vor ihrer Lebensleistung?

Es werden Menschen, die Bedenken gegenüber einem noch nicht ausreichend erprobten Impfstoff haben, als „Covidioten“ oder ähnlich geartet beschimpft, ja gar energisch gebeten die Berufsgruppe zu wechseln. Dagegen werden für geimpfte Personen Privilegien in Aussicht gestellt. Ist dies ethisch vertretbar oder sozial?

Es wird auch nicht ehrlich darüber gesprochen, wie unsere Kinder unter den Maßnahmen zur Bekämpfung der ausgerufenen Corona-Pandemie leiden! Kleinkinder wachsen ohne das, für deren soziale Entwicklung so wichtige Lächeln ihres Gegenübers auf. Sie haben kaum die Möglichkeit, nonverbale Kommunikation zu erlernen. Kindern werden soziale Kontakte verboten – und das, obwohl niemals nachgewiesen wurde, dass sie das „neuartige Virus“ verbreiten. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis!

Kinder müssen stundenlang, entgegen der medizinischen und gesetzlichen Vorschriften, in Klassenräumen und im öffentlichen Verkehr Maske tragen; vom Tragen der Masken beim Einkaufen ganz zu schweigen. Dazu kommen noch die ständigen Schnelltests und die tägliche Angst der Kinder, infolgedessen isoliert und/oder gemobbt zu werden.

Es gibt Studien welche belegen, dass das Tragen von Atemschutzmasken sich negativ im Blutbild der Kinder widerspiegelt. Gesundheitliche und psychische Spätfolgen einer ganzen Generation, wie Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vieles mehr werden in Kauf genommen. Ärzte und selbst die WHO warnen vor Schäden wie unter anderem Hypoxamie und raten vom Tragen der Atemschutzmasken ab.

Es ist allgemein bekannt, dass man mit gesunder Lebensweise ganz allgemein das Risiko von Infektionen (also Erkrankungen durch Erreger) stark minimieren kann. Warum also sollen Menschen im täglichen Leben durch jegliche Art von Masken auf Frischluft verzichten? Frische Atemluft ist für ein starkes Immunsystem und gesunde Lungen so wichtig, erst recht jedoch für Heranwachsende und alte Menschen.

Promovierte, renommierte Ärzte, Professoren und Wissenschaftler warnen eindringlich vor den Folgen der jetzigen Maßnahmen. Diese Menschen, deren wissenschaftliche Kompetenz man vor zwei Jahren noch ohne Wenn und Aber anerkannt hat, werden jetzt von öffentlichen Plattformen verbannt, verleumdet, beschimpft, denunziert und bedroht!

Menschen jeden Alters und jeder sozialen Stellung leiden unter den sogenannten Corona-Schutzmaßnahmen. Häusliche Gewalt und Missbrauch haben drastisch zugenommen. Familien verlieren ihr Einkommen, ihre Existenz und Kinder ihr Zuhause. Eltern verzweifeln, weil sie nicht wissen, wie sie Homeschooling und Arbeit unter einen Hut bekommen sollen. Die Menschen bekommen Depressionen, die Selbstmordraten sind angestiegen. Und man könnte noch so viel mehr aufzählen.

Und jetzt komme ich auf das Gespräch am Anfang meines Briefes zurück. Bitte sagen Sie mir:

Sind all diese Menschenleben nichts wert?

Ich bitte Sie eindringlich, sich dafür einzusetzen, dass die Kollateralschäden, traurigen Schicksale und Kindertränen nicht weiter in Kauf genommen werden müssen! Ich bitte Sie, als Ethikrat, schnellstens dafür zu sorgen, dass die Menschen in diesem Land wieder in Würde leben und auch sterben können.

Mit freundlichen Grüßen,

besorgte Menschen aus Bayern und Sachsen

Liebe Leser, bitte bleiben Sie achtsam und seien Sie mutig.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Interessant ist, dass die regierungsseitig vorangetriebene Propaganda seit einigen Wochen zunehmend wieder ihr Augenmerk auf einen angeblichen Notstand im Bereich der Intensivbetten legt. Dabei kalkuliert sie die Vergesslichkeit der Menschen mit ein. Denn die gleiche Politik hat dafür gesorgt, dass im vergangenen Jahr mehrere Tausend Betten in den deutschen Kliniken abgebaut wurden. Zudem hat diese Politik künstlich einen bereits zuvor bestehenden Notstand im Personalbereich — sowohl bei der Pflege als auch im Klinikbereich — nochmals verschärft. So man doch mit pausenlosem Testen die Menschen in Arbeitsverbote und den Status von “Infizierten” brachte. Das hat bis zum heutigen Tage nicht aufgehört.

Zudem muss man für Pflegende und Pfleger inzwischen von unzumutbaren Arbeitsverhältnissen sprechen, in dem man Personal dauerhaft zum Arbeiten unter Vollschutz und weiteren völlig überzogenen “Hygiene-Maßnahmen” zwingt. Der Stress, die Untragbarkeit dieser Bedingungen hat viele Tausend Beschäftigte im Klinik- und Pflegebereich zur Aufgabe gezwungen.

Auch hat man mit dem Hochstilisieren von Covid-19 zu einer angeblich besonders gefährlichen Erkrankung künstlich den Personalaufwand für die vorgeblich so Erkrankten nach oben getrieben. Ganz klar ist die Politik dabei, einen Notstand im Klinikbereich zu erschaffen, mit dem sie gleichzeitig einen alten wie neuen Vorwand zur Weiterführung der “Corona-Maßnahmen” zu bekommen glaubt. Diese Strategie hat man bislang bei jeder “Welle” angewandt (3). Bezeichnenderweise hat man am Jahresanfang den Pflegeschlüssel im Intensivbettenbereich nochmals verschärft und somit den Personalbedarf erhöht (4).

(1) Deutscher Ethikrat; https://www.ethikrat.org; abgerufen: 17.04.2021

(2 bis 2ii) 20.02.2021; BR; Entlassenes Ethikrat-Mitglied: “Sie machen viel mehr kaputt”; https://www.br.de/nachrichten/bayern/entlassenes-ethikrat-mitglied-sie-machen-viel-mehr-kaputt,SPY3EUl

(3) 06.11.2021; Ärzteblatt; Frank Osterloh; Intensivbetten: Die Kapazitäten schwinden; https://www.aerzteblatt.de/archiv/216577/Intensivbetten-Die-Kapazitaeten-schwinden; Dtsch Arztebl 2020; 117(45): A-2151 / B-1829

(4) 08.04.2021; Focus; Warum in elf Monaten 7000 deutsche Intensivbetten verschwunden sind; https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/von-31-000-auf-24-000-warum-in-elf-monaten-7000-deutsche-intensivbetten-verschwunden-sind_id_13167403.html

(Titelbild) Teddybär, Kind; Autor: Pezibear (Pixabay); 30.11.2014; https://pixabay.com/de/freunde-kind-m%C3%A4dchen-teddy-551903/; Lizenz: CC0 Creative Commons

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