Aufforderung zur Stellungnahme an Dresdner Morgenpost

Die kriminelle Energie zur Angsterzeugung in der Bevölkerung hat jedes Maß überschritten.


In einem offenen Brief wird auf einen skandalösen Beitrag des Boulevard-Blattes Dresdner Morgenpost hingewiesen und eine Stellungnahme der Verantwortlichen eingefordert. Das Medium brachte eine reißerische Meldung von “sich stapelnden Leichen” fast blattfüllend auf seiner Titelseite.


Sehr geehrte Damen und Herren,

zuvor: Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass es sich hiermit um einen offenen Brief handelt.

Als ich zufällig die gedruckte Samstagsausgabe der Dresdner Morgenpost vom 19. Dezember zu Gesicht bekam, glaubte ich, meinen Augen nicht zu trauen. Ganz im Stile der Berichterstattung, wie wir sie im Frühjahr des Jahres aus dem italienischen Bergamo erleben mussten, haben Sie in unverantwortlicher Art und Weise zur Angstpsychose in der Bevölkerung beigetragen. Sensationsheischend, tendenziös und undifferenziert erweckten beziehungsweise stützten Sie den Eindruck, dass erwiesenermaßen, massenweise und unkontrollierbar Menschen an Covid-19 versterben würden.

Ihr rein auf die Überlebensinstinkte der Menschen ausgerichtete Meldung ist auch bildhaft in einer Weise unterlegt, die aus meiner Sicht — gerade in den aktuellen Zeiten — von strafrechtlicher Relevanz ist. Führt doch eine solchermaßen praktizierte Verbreitung von Angst und Panik unvermeidbar zu Opfern in der Bevölkerung. Das gälte erst recht, so wir tatsächlich von einer Pandemie betroffen wären (b1).

Carolina Staude ist Jene, die den reißerischen Aufmacher mit einem ebenso gearteten Beitrag “bereicherte” (1). Die Autorin unterlegte ihren Beitrag mit unbelegten Behauptungen, die sie zudem noch völlig willkürlich in vermeintlich kausale Zusammenhänge brachte. Dass damit die derzeitige, maßlose “Corona-Politik” der Sächsischen Landesregierung gestützt wird, ist offensichtlich. Ob das so gewollt ist, ist an dieser Stelle nicht von Belang. Dass journalistische Standards in einem Boulevardblatt wie dem Ihrigen scheinbar keine bedeutende Rolle spielen, ist mit dem Titelblatt schon hinreichend bewiesen. Doch geht es um mehr.

So Sie, die Redaktion der Dresdner Morgenpost und ganz speziell Frau Staude nicht in der Lage sind, die im betreffenden Beitrag aufgestellten Behauptungen durch Quellen und prüfbare Fakten zu unterlegen, unterstelle ich Ihnen bewusste Falschinformation und die vorsätzliche Verbreitung von Angst und Panik in der Bevölkerung, um politische Agenden zu stützen. In diesem Falle behalte ich mir juristische Schritte vor.

Im weiteren erwarte ich von Ihnen begründete und durch nachprüfbare Quellen unterlegte Belege für die von Ihnen, speziell von Caroline Staude aufgestellten Behauptungen. Die Überschrift des Artikel, auf den die Titelseite Bezug nimmt, lautet:

“Doppelt so viele Tote wie normal, Kühlhallen voll! Kein Platz mehr für Corona-Leichen”

  • Begründen Sie, warum Sie Ihre Behauptung der “doppelt so vielen Toten” ohne den notwendigen Kontext, dafür in einen von “Corona-Leichen” reißerisch in eine Überschrift packen.
  • Weisen Sie mit Quellen nach, woher Sie die Information besitzen, dass es sich um “Corona-Leichen” handelt.
  • Tendenziös vermitteln Sie in der Überschrift den Eindruck, Corona wäre ursächlich dafür verantwortlich, dass “kein Platz mehr für Corona-Leichen” vorhanden gewesen sei. Erläutern Sie, was Sie unter “Corona-Leichen” verstehen.
  • Ich weise Sie darauf hin, dass ein mittels RT-PCR erbrachter Positivtest auf eine oder mehrere RNA-Sequenzen des Virus SARS-CoV-2 in keiner Weise geeignet ist, Corona-Infektionen, Krankheiten oder gar den Tod aufgrund des “neuartigen Virus” oder auch jedes anderen Virus nachzuweisen. So Ihnen das neu ist, rate ich Ihnen, die entsprechenden Hinweise der Hersteller von PCR-Testkits zu studieren.

Im Artikel selbst behaupten Sie gleich zu Beginn:

“DRESDEN — Mit den Corona-Infektionen steigt auch die Zahl der Todesfälle dramatisch an. Schon Mitte November sind deutschlandweit etwa neun Prozent mehr Menschen gestorben als im Schnitt der Vorjahre.” (1i)

  • Sie vermitteln den Eindruck, dass “Corona-Infektionen” ursächlich und nachweisbar für einen “dramatischen Anstieg der Todesfälle” wären und bringen in gleicher Weise Vergleichszahlen aus den Vorjahren ins Spiel (a1). Begründen Sie das und unterlegen dies mit Quellen. Erneut weise ich Sie darauf hin, dass PCR-Tests nicht für diagnostische Zwecke geeignet sind und also keine Infektionen — auch nicht auf das Coronavirus — nachweisen können.
  • Sie bedienen zudem unreflektiert das wissenschaftlich in keiner Weise haltbare Narrativ, dass jeder Verstorbene, der positiv auf eine extrem kurze Gensequenz von SARS-CoV-2 getestet wurde, automatisch aufgrund einer Krankheit namens Covid-19 zu Tode gekommen sein müsste. Damit verbreiten Sie emotionale, auf Ängste zielende Falschinformationen.

Nachfolgend erzählt der Artikel emotionsstark die Geschichte von Kapazitätsproblemen in einem der größten Krematorien Dresdens und verbindet dies unterschwellig aber wirkmächtig mit einer angeblich als Ursache feststehenden, erhöhten Todesrate durch Covid-19. Belegen Sie, wo Sie die dafür erforderlichen Daten bezogen und geben die entsprechenden Quellen an.

Sie wiederholen den nicht nachgewiesenen Zusammenhang von Testpositiven auf SARS-CoV-2, die Sie als “Corona-Fälle” titulieren, in dem Sie die derzeit erhöhten Sterbezahlen im Dresdner Raum ins Spiel bringen. Belegen Sie, über die Korrelation hinaus, eine möglicherweise vorhandene Kausalität. Auf welcher Datenbasis behaupten Sie, dass an diesen Testpositiven, über den Test hinaus, diagnostische Untersuchungen durchgeführt wurden, die eindeutig Covid-19 als Todesursache nachwiesen. Geben Sie die prüfbaren Quellen an.

Im zu hinterfragenden Artikel zitiert die Morgenpost-Autorin die zuständige Dresdner Bürgermeisterin Eva Jähnigen mit den Worten:

“Mit Beginn dieser Woche haben sich die Anlieferungen [in das oben erwähnte, überlastete Krematorium] durch Bestatter aus Dresden und den umliegenden Landkreisen jedoch auf mehr als hundert Verstorbene täglich vermehrt. Das sind etwa doppelt so viele Verstorbene täglich wie normalerweise üblich” (1ii)

  • Was meint die Bürgermeisterin mit “doppelt so viele Verstorbene täglich wie normalerweise üblich”? Das besagte Krematorium äschert im Jahr etwa 9.000 Tote ein (2). So an Wochenenden und Feiertagen nicht gearbeitet wird, ergibt das etwa 35, ansonsten 25 Feuerbestattungen pro Tag.
  • Nimmt man die Daten des Statistischen Bundesamtes zu Rate, dann sterben derzeit täglich zwischen 180 und 250 Menschen (Daten verfügbar bis in die letzte November-Dekade) in Sachsen (3). Das würde bedeuten, dass allein im besagten Krematorium derzeit täglich ein Drittel bis die Hälfte all der in Sachsen Verstorbenen eingeliefert würden. Woher hat also die Kommunalpolitikerin diese exorbitant hohe, unglaubwürdige Zahl?

Abschließend mache ich Sie darauf aufmerksam, dass in dieser Saison offenbar, “wegen Covid-19?”, die alljährliche Influenza-Welle ausfällt. Außerdem wurden in Kalenderwoche 50 mehr als doppelt so viele “Rhinoviren-Fälle” wie “SARS-CoV-2-Fälle” aus den Sentinelpraxen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet (b1):

Das System der Sentinelpraxen ist eines der wichtigsten Werkzeuge für das RKI, um die Gesamtlage respiratorischer Erkrankungen — in die Covid-19 eingeschlossen ist — in Deutschland erfassen zu können (4). Das unter anderem vom Blatt Dresdner Morgenpost vermittelte Bild einer aus dem Ruder laufenden Pandemie findet mitnichten ein Bestätigung in den vom RKI veröffentlichten Dokumenten (b3):

Das RKI veröffentlicht allerdings praktisch keine Details dazu, wie getestet wird und inwiefern die Getesteten symptomatisch, also tatsächlich krank sind. Das gilt auch für Sachsen (5). Auffällig ist, dass permanent und intensiv im Klinikbereich Testungen an Patienten stattfinden. Patienten heißen so, weil sie bereits an einer Erkrankung oder Verletzung leiden.

Es sollte Ihnen bekannt sein, dass jeder Patient — egal an was er bis zu diesem Zeitpunkt laborierte — durch ein positives Testergebnis auf Genschnipsel von SARS-Cov-2 automatisch zu einem “laborbestätigten Fall” auf Covid-19 mutiert und entsprechend in die Statistiken eingeht. Möglicherweise hilft Ihnen das zum Verständnis der folgenden Grafik, welche das DIVI-Intensivregister in Zusammenarbeit mit dem RKI herausgegeben hat (b4):

Eine völlig eindimensionale Betrachtung von gesellschaftlichen Ereignissen hat noch nie dem Anspruch an eine realitätsnahe Berichterstattung genügt. Dass es derzeit in Deutschland eine Übersterblichkeit gibt, ist — zumindest für mich und auf einen relativ kurzen Zeitraum von vier Jahren gesehen — offensichtlich  (6 bis 8,a2).

Es ist Zeit, offen und unvoreingenommen auf die Suche nach dem Warum dieser Tatsache zu gehen. All die in den vergangenen Monaten bevölkerungsweit verhängten Maßnahmen waren medizinisch fragwürdig, ja sinnlos. Statt dessen haben diese dazu beigetragen, Menschen krank zu machen und die Gesellschaft tief zu spalten.

Dort wo die Maßnahmen am drakonischsten durchgesetzt wurden — in Pflegeheimen und im Klinikbereich — wurde von den höchsten Opferzahlen berichtet. Helle Geister, die nicht vom Virus der Angst vor einem Virus durchdrungen sind, haben das längst erkannt. Sie, als Teil der Mainstream-Medien züchten dagegen diese Angst in unverantwortlicher Art und Weise. Verantwortung, sie ist es, die Sie endlich wahrnehmen und in veränderter Berichterstattung umsetzen sollten.

Auf die Veröffentlichung von belastbaren Quellen, auf deren Grundlage Sie im kritisierten Artikel Ihre Behauptungen aufstellten, bin ich gespannt. Aussagen wie in etwa “laut Robert Koch-Institut” oder “Experten zufolge” — das sollte Ihnen klar sein — zählen mit Sicherheit nicht dazu.

Liebe Leser, bleiben Sie bitte auch weiterhin schön aufmerksam.

Nachtrag: Just zur eben gleichen Zeit, in der die Propagadameldung auf den Seiten der Dresdner Morgenpost das Licht der Welt erblickte, erfährt man ähnliche Geschichten aus anderen Regionen Deutschlands. Eine Steuerung um durch die Medien diesbezüglich konzertiert wie latent Todesangst unter der Bevölkerung zu entfachen, muss da als Verdacht einfach aufkommen. Siehe auch: https://www.corodok.de/das-leichencontainer-hanau/


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Letzte Bearbeitung: 22.12.2020, was zu kleineren Abweichungen im Hinblick auf den Inhalt des Originals, welches an das Blatt gesendet wurde, führt.

(a1) Tatsächlich ist seit dem Herbst des Jahres eine Übersterblichkeit im gemittelten Vergleich zu den Jahren seit 2016 nachgewiesen (6i). Zum Einen ist das ein sehr kurzer, zu kurzer statistischer Vergleichszeitraum. Zum anderen nicht nachgewiesen ist damit Covid-19 als Todesursache bei positiv auf SARS-CoV-2 – Genschnipsel getesteten Verstorbenen.

(a2) Über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel die vergangenen 15 Jahre gesehen, kann von einer Übersterblichkeit in Deutschland im Jahre 2020 noch nicht gesprochen werden, obwohl diese aus mehreren Gründen fast unweigerlich kommen muss – mit oder ohne Coronavirus (9)!

(1,1i) 19.12.2020; Dresdner Morgenpost; Caroline Staude; Doppelt so viele Tote wie normal, Kühlhallen voll! Kein Platz mehr für Corona-Leichen; S. 10/11; Online: https://www.tag24.de/dresden/kuehlhallen-voll-kein-platz-mehr-fuer-corona-leichen-1767179; E-Mail unter https://www.tag24.de/content/impressum

(2) Krematorium Dresden-Tolkewitz; https://www.bestattungen-dresden.de/krematorium-tolkewitz.html; abgerufen: 19.12.2020

(3) 18.12.2020; Statistisches Bundesamt; Sterbefälle nach Tagen 2016 bis 2020; https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html?nn=209016; PDF zum Download: S. 95

(4) RKI; Arbeitsgemeinschaft Influenza; https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Sentinel/Influenza/Influenza_node.html; abgerufen: 19.12.2020

(5) RKI; Laborbasierte Surveillance von SARS-CoV-2; Wochenbericht vom 15.12.2020; https://ars.rki.de/Docs/SARS_CoV2/Wochenberichte/20201215_wochenbericht.pdf; Tab. 1, S. 3

(6, 6i) Statistisches Bundesamt; Wöchentliche Sterbefallzahlen in Deutschland; https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html; abgerufen: 19.12.2020

(7) 14.12.2020; Harald Walach; Mortalität in Deutschland 2020 und die letzten vier Jahre; https://harald-walach.de/2020/12/14/mortalitaet-in-deutschland-2020-und-die-letzten-vier-jahre/; Der klinische Psycho­loge, Philo­soph und Wissen­schafts­his­toriker Prof. Dr. Dr. Harald Walach ist Professor an der Medizinischen Universität Poznan, Polen und Gastprofessor an der Universität Witten-Herdecke (Philosophische Grundlagen der Psychologie). Ausserdem ist er Gründer und Leiter des “Change Health Science Instituts”. 

(8) 18.12.2020; Werner Müller; Recht auf Leben oder Pflicht zum Dahinvegetieren?; https://www.prof-mueller.net/corona/thema/

(9) 22.12.2020; reitschuster.de; A. Weber; Sterblichkeit 2020: “Mild bis statistisch unauffällig”; https://reitschuster.de/post/sterblichkeit-2020-mild-bis-statistisch-unauffaellig/

(b1) Dresdner Morgenpost, Titelbild; 19.12.2020

(b2) 12.12.2020; RKI; Influenza-Wochenbericht, Kalenderwoche 50; Buda S, Dürrwald R, Biere B und weitere; https://influenza.rki.de/Wochenberichte/2020_2021/2020-50.pdf; Tab.2, S. 4

(b3) RKI; Aktivität respiratorischer Erkrankungen in Deutschland, KW 50; 12.12.2020; https://influenza.rki.de/; abgerufen: 19.12.2020

(b4) DIVI-Intensivregister; Intensivbettenbelegung in Sachsen; RKI; 19.12.2020; https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen

(Titelbild) Grab, Kerze; Autor: Goran Horvat (Pixabay); 28.06.2019; https://pixabay.com/de/photos/rote-kerze-flamme-kondolenzschreiben-4328867/; Lizenz: Pixabay License

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