Die heutige Psychologie der Massen

Im Banne des Coronavirus. Der Blick auf eine hysteriesierte Gesellschaft.


Das Selbstverständnis hysterisierter Gesellschaften ist gefangen in Hypnosen. Dort ist das Fenster der Wahrnehmung extrem eingeengt und einzig auf das augenscheinlich greifbar Angstmachende gerichtet. Der Augenschein ist – als Schein – natürlich nicht die Widerspiegelung der Realität, sondern eher eine Illusion. Diese Illusion kann man unbewusst und gegenseitig stärken. Sie kann aber auch gezielt gefüttert werden, um den Menschen bestimmte Handlungen aufzuzwingen.


Hysterie spiegelt Urängste, die aus unserem tiefsten Inneren an die Oberfläche geholt wurden.

Dabei wird immer auf ein ganz bestimmtes Risiko gezeigt, dieses Risiko überhöht und andere Aspekte des Phänomens unterbewertet oder völlig vernachlässigt.

Hysterie ist eindimensional.

Zudem ist Hysterie gefährlich. Denn sie läuft nach einem Eskalationsprogramm, das sich selbst nur durch völlige Erschöpfung beenden kann. Ansonsten sind zwingend äußere Trigger erforderlich, die in der Lage sind zu deeskalieren.

Dabei kann bereits das Nichtmittragen der Hysterie für uns sehr unangenehm werden. Das Subjekt wird ausgegrenzt, stigmatisiert und unter Umständen bekämpft.

Wenn Menschen außerhalb der Hysterie eine Deeskalation in hysteriesierten Menschen, ja gar Gruppen einzuleiten versuchen, kann das böse ausgehen. Denn nun werden diese Menschen ihrerseits als Gefahr angesehen. Mitarbeiter von Notdiensten und Einsatzkräfte benötigen daher geschulte Fähigkeiten, um das Risiko zu vermindern, ihrerseits in die Eskalation gezogen zu werden.

Eine Gruppe, eine Gesellschaft Hysteriesierter ist unentwegt dabei, sich gegenseitig selbst zu bestätigen und so das Ego in der Gruppe zu stärken. Die nicht in der Situation Gefangenen werden als „nicht normal” angesehen.

Hysterie ist das immer wieder nach außen dringende Wesen einer Psychologie der Massen, wie sie Gustave Le Bon schon im 19. Jahrhundert beschrieben hat (1) und die von den Medien immer wieder angefeuert wird (2). Wohin das führt, da nimmt der Psychologe Harald Haas kein Blatt vor den Mund:

Massen müssen sich nach außen hin abschotten, um ihre Massenidentität zu bewahren. Jede Art von Abweichlertum wird daher aus einer inneren Logik heraus sanktioniert. Die Masse sucht sich dafür Sündenböcke, die sie an den Pranger stellen kann, um Einheit zu gewährleisten. Auch im Fall der aktuellen Pandemie lässt sich das beobachten. Ein zutiefst gehässiges Denunziantentum hat begonnen, sich zu zeigen und ungeniert jene zu verfolgen, die aus irgendwelchen Gründen heraus die behördlich verfügten Zwangsmaßnahmen nicht befolgen. Sie zeigen, dass die Schicht unserer Kultur nur eine verhältnismäßig dünne ist. Ich nenne diese Aufpasser „Corona-Blockwarte“. (3)

Bestimmte Menschen mit pathologischen Charakteren wissen, dass Hysterie ein äußerst leistungsfähiges Instrument der Manipulation ist und sind skrupellos genug, Menschen in Hysterie zu versetzen. In dem man die so Benutzten in der jeweiligen Hysterie konsequent stärkt, befähigt man diese, Handlungen im Interesse des Manipulators zu begehen.

Solche Leute achten gut darauf, dass der Angstfokus nicht verloren geht. Damit werden sowohl deren eigentlichen Ziele unsichtbar, als auch all jene Aspekte, die für die Realität der Menschen nach wie vor wichtig, ja lebensnotwendig sind.

Menschen in Macht sind allerdings keineswegs grundsätzlich so berechnend, wie gerade angezeigt. Der Großteil ist seinerseits in Ängsten gefangen und überträgt diese nun – aufgrund seiner Position im hierarchisch strukturierten Machtgefüge – auf große Gruppen von Menschen. Hier wird auf fatale Weise offensichtlich, wie machtgläubig die Mehrheit der Menschen ist, wie blind sie „denen da oben” oft vertraut.

Hysterie baut Armeen auf. Das sind soziale Gruppen die sich in dem einzigen Ziel verbunden fühlen, die vermeintlichen „objektiven” Ursachen der „notwendigen Handlungen”, die in die Hysterie gepackt werden, zu bekämpfen. In solch einer extremen Befangenheit handeln diese aktionistisch und affektiv.

Die natürlichen sozialen Bindungen dagegen, werden in solchen Situationen gekappt. Das über lange Zeit und organisch gewachsene Verbundensein mit anderen Menschen, spielt plötzlich eine untergeordnete Rolle.

Der Aktionismus in der Hysterie ist auch ohne Konzept, reagiert augenblicklich, und folgt in der Regel einer von außen zugespielten Lösungsvorgabe. In der Hysterie wird aber überhaupt nicht darüber nachgedacht, wie viel Sinn in dieser Vorgabe steckt. Man vertraut blind deren – oft irrationalen – Logik und den sie vertretenden Protagonisten. Man hat sich von Letzteren emotional abhängig gemacht.

Hysterie ist die beste Voraussetzung, die Betreffenden in jede Art Krieg zu führen, die sich vorstellen lässt. In Hysterie sind die Menschen bereit, absurde Dinge zu tun, ja sogar freiwillig ihre Freiheit aufzugeben.

Nicht zuletzt zeigt Hysterie, dass die Psyche der Betroffenen aus der Balance geraten ist. Diese Menschen sind permanent gestresst. Permanenter Stress wirkt sich auf die Physis aus und macht letztlich auch im klassischen Sinne krank. Eine ganze Reihe von Menschen wird an deren Ende nicht ursächlich durch die Coronavirus-Welle gestorben sein, sondern durch die mit ihr befeuerte Welle der Hysterie und den damit verbundenen, krankmachenden Stress.

Die letzte Welle von Hysterie, die – wie die jetzige zum Coronavirus – um den Planeten schwappte und Monate gepflegt wurde, war der Greta-Kult mit „von oben” gelenkter „Klimadebatte”.

Sie können da absolut sicher sein: Wenn die Hysterie um das Coronavirus verebbt ist, wird umgehend eine neue Hysterie unter die Leute gebracht werden. Mit jeder weiteren Hysterie können wir dann neue „Angebote” zur Problemlösung erfahren, die wir gern schlucken sollen. Es liegt an uns, aus dem Spiel auszusteigen – und darüber zu reden.

Nun dürfen wir uns weitere Fragen stellen: Wem nützt es? Wem nützt die gerade beschriebene, gegenwärtige Hysterie? In wessen Sinne sind die vorgegebenen Lösungen tatsächlich?

Es gibt sie, die Profiteure der Hysterie. Dafür bringen diese die Gesellschaft in das gewünschte Fühlen, Denken und Handeln. Wem es letztendlich nichts bringt, das sind die Kollektive im Alltagsleben. Die mit der Hysterie hervorgerufenen Prozesse provozieren extreme soziale Zerreißproben, gefährden den inneren und äußeren Frieden und zerstören unzählige bislang intakte, soziale Gemeinschaften.

Ein sehr persönlicher Zusatz:

Es gibt auch in meinen Umfeld Menschen, die ich sehr liebe und deren Nähe ich brauche. Gerade deren empathische Gefühle werden auf das Schäbigste missbraucht, in dem man ihnen Schuldgefühle einimpft, die sie dann wider ihrem Herzen handeln lassen, die sie zwingen, sich zu isolieren. Man missbraucht ihre ehrliche Sorge um Alte und Gebrechliche.

Aber sie wagen es in dieser Not nicht zu hinterfragen, wie eben diese Alten und Gebrechlichen – um die sie sich so sorgen – das selbst sehen könnten. Sie sind so in Angst, dass sie es auch nicht mehr wagen, die Perspektive zu wechseln. Letztlich entmündigen sie die Alten und glauben für diese entscheiden zu müssen. Deshalb möchte ich diese Menschen berühren und einen – er möge es mir nachsehen – “Alten” nochmals sprechen lassen:

Ich bin selber nicht mehr der Jüngste. Die Vorstellung, dass mir in den letzten Tagen meines Lebens der Umgang mit meinen Enkelkindern vergrault werden würde, ich sozialen Kontakten entzogen werden würde – zu meinem angeblichen Schutz – ist so ziemlich das Schlimmste, was ich mir vorstellen könnte. Und genau dies ist gerade Politik: Die, die jetzt sterben, sterben alleine, abgeschnitten, vereinsamt, trostlos, verängstigt. Und mit welchem Argument? Weil man genau diesen Personenkreis angeblich schützen will. Vor was denn? Vor dem sowieso sicheren Tod – oder vielmehr vor der offensichtlichen Erkenntnis eines Totalversagens der Politik, zum Beispiel beim Aufbau und Erhalt eines GESUNDEN Gesundheitssystems, das auch eine “Stresssituation” wie eine Epidemie menschlich und verantwortungsvoll bewältigen könnte.” (4)

worauf ein weiterer Forist meinte:

Es ist entsetzlich wie Kinder manipuliert werden jeden sozialen Kontakt zu vermeiden. Die Vorstellung, dass mir jemand den Kontakt zu Kinder und Enkel untersagen könnte war für mich bisher unvorstellbar. Noch schlimmer ist für mich, dass dies sogar funktioniert. Die Menschen begeben sich freiwillig und ohne es zu hinterfragen in die Isolation, unfassbar.” (5)

Bitte seien Sie achtsam, achtsam zu sich und achtsam zu den Menschen. Achtsamkeit verlangt Nähe, statt Isolation. In diesen Tagen aus der auferlegten Isolation auszubrechen, verlangt viel Mut. Den wünsche ich Ihnen allen von Herzen.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Falldaten zu Infektionen mit COVID-19 und Todesfällen in Zusammenhang mit COVID-19 vom 24. März 2020 – herausgegeben vom Robert Koch Institut (RKI) (b1):

“Zusammenhang” ist die vom RKI verwendete Wortwahl, um aufzuzeigen, dass damit nicht geklärt ist, ob COVID-19 die Todesursache war. Es wird lediglich festgestellt, dass der jeweils Verstorbene den SARS CoV-2 Virus in sich trug. Es sagt nichts über die Schwere der Infektion und das Ausmaß der durch sie verursachten Symptome – was COVID-19 als Krankheit sichtbar machen würde – aus. Der Altersmedian liegt unverändert bei 83 Jahren (6).

Daher ist bereits die hier aufgezeigte Mortalität (Todesrate auf 100 Patienten) von 0,4 keine die Realität korrekt widerspiegelnde Angabe. Es bleibt dabei, dass die Schwere von COVID-19, respektive Gefährlichkeit des SARS CoV-2 Virus sich in keiner Weise von der “normaler” Corona- und Grippeviren abhebt. In einer Pressekonferenz am 20. März wurde durch Vertreter des RKI sogar ausdrücklich auf den oben erwähnten “Zusammenhang” hingewiesen (7).

Die ungeheuerlichen Eingriffe von Regierungen westlicher Staaten – welche sich selbst als demokratisch bezeichnen – in die Persönlichkeitsrechte ihrer Bürger lassen sich mit dem Coronavirus nicht plausibel erklären.

(1) 1922; Psychologie der Massen; Gustave Le Bon; Alfred Kröner Verlag, Stuttgart; entnommen bei: https://ia800304.us.archive.org/21/items/Le-Bon-Gustave-Psychologie-der-Massen/LeBonGustave-PsychologieDerMassen1922168S.Scan.pdf

(2) 02.09.2018; https://www.publicomag.com/2018/09/die-hysterisierungsmaschine/

(3) 23.03.2020; Andreas Wetz im Interview mit Harald Haas; https://www.addendum.org/coronavirus/harald-haas-interview/

(4) 23.03.2020; https://peds-ansichten.de/2020/03/verantwortung-offener-brief-coronavirus/#comment-14422

(5) 24.03.2020; https://peds-ansichten.de/2020/03/verantwortung-offener-brief-coronavirus/#comment-14430

(6) 23.03.2020; https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-03-23-de.pdf?__blob=publicationFile; S. 5

(7) 20.03.2020; Pressekonferenz des RKI; https://www.youtube.com/watch?v=tI5SnAirYLw&feature=youtu.be&t=985

(b1) Falldaten des Robert Koch Instituts zu COVID-19; 24.03.2020; https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4

(Titelbild) Frau, Stress, Psychologie: Ulrike Mai (Counselling, Pixabay); 25.10.2015; https://pixabay.com/de/photos/frau-verzweifelt-traurig-tr%C3%A4nen-1006100/; Lizenz: Pixabay License

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