Die Spieletheorie und der Siegeszug des Neoliberalismus (2)

Vorwort

Im Jahre 2012 wurde die folgende hier im Prinzip unverändert wiedergegebene Artikelreihe von Daniel Neun auf seiner sehr zu empfehlenden Web-Seite https://www.radio-utopie.de veröffentlicht . Sie beruht auf einer 2007 veröffentlichten BBC-Dokumentation von Adam Curtis und ist auch Jahre später, mit dem Blick auf das Weltgeschehen von ungebrochener Aktualität. Der Film selbst ist leider über Youtube nicht mehr direkt zugänglich (mit Urheberrechten seitens BBC begründet), bei Disclose.tv wurde ich noch fündig. Für Leute, die hinter die Kulissen gesellschaftlicher Prozesse, mit Fokus auf den beängstigenden Triumphzug des Neoliberalismus schauen wollen, sind die Beiträge geradezu ein Muss. Bringen sie doch Ideologien, psychologische Aspekte einerseits; sowie Verfilzungen von Think Tanks mit Politik, Militär und Wirtschaft und das Leben der Menschen in ihrem Alltag andererseits; in einen schonungslosen wie erhellenden Zusammenhang und helfen so, zu verstehen, was derzeit um uns passiert. Danke nochmal an das Team von Radio-Utopie, dass die Artikelreihe hier veröffentlicht werden kann.


BBC-Filmreihe „The Trap (II)“: Der einsame Roboter – der genetisch programmierte Homo oeconomicus

29.10.2012, von Daniel Neun

„Diese Episode erzählt die Geschichte, wie in den 90ern Politiker sowohl von der Rechten, als auch der Linken, versuchten eine Idee von Freiheit nach dem Vorbild der Freiheit des Marktes in alle anderen Bereiche der Gesellschaft auszudehnen. Dies war etwas das zuvor keiner, nicht einmal der Hohepriester des Kapitalismus Adam Smith, für möglich oder angemessen gehalten hatte. Doch nun wurde es als unvermeidlich angesehen, unterstrichen von einem wissenschaftlichen Modell von uns selbst – als vereinfachte Roboter, rationale, kalkulierende Wesen, deren Verhalten, sogar Gefühle, gemanaged werden könnte durch Zahlen.

Doch was sich ergab, war das genaue Gegenteil von Freiheit. Die Zahlen selbst ergriffen die Macht, was neue Arten von Kontrolle schuf, größere Ungleichheit und die Rückkehr einer starren Klassen-Struktur, basierend auf der Macht des Geldes.“ [1]

I

In 1991 waren der britische Premierminister John Major und seine Berater auf der Suche nach „der Sache mit der Vision“ („the Vision Thing“) um darzustellen, wohin ihre Politik eigentlich führen sollte. Im Juli erklärte Major dann, in Großbritannien eine „mehr faire und ausgeglichene (´equal´) Gesellschaft“ schaffen zu wollen, durch „nichts weniger als eine Revolution in der Art wie öffentlicher Dienst umgesetzt wird“.

Diese „Revolution“ in Großbritannien wurde nach der gleichen Theorie umgesetzt, nach der bereits Majors 1979 ins Amt gekommene Vorgängerin Margaret Thatcher gehandelt hatte: der „public choice“-Theorie. In Deutschland kennt man diese Theorie unter anderem Namen: „Neue politische Ökonomie“. Im Mittelpunkt des Geschehens: der „Homo Oeconomicus“.

Die bis heute von vielen weltweit immer noch als gültig, logisch und nachhaltig betrachtete „public choice“-Theorie basiert auf der „game theory“ („Spieltheorie“), deren mathematische Modelle während der 50er Jahre des Kalten Krieges von Mathematikern und Statistikern wie John Nash nach deren düsterer Psychologie und Menschenbild als von Natur aus auf den eigenen Vorteil bedachte „selbstsüchtige, fast roboterhafte Kreaturen“ im Auftrage der R.A.N.D. Corporation und des Pentagon zuerst für die Berechnung atomarer Kriegführung entwickelt und dann als zunehmend als gesamtgesellschaftliche Analysemethoden verwendet worden waren.

Endpunkt und Vollendung dieser Kriegs-, Wirtschafts- und Gesellschaftspiel-Modelle war das „Nash Equilibrium“ – der Zustand des harmonischen Gleichgewichts einer Gesellschaft aus Spielern, letztlich Kriegsgegnern, die nur deshalb funktionierte, weil alle Spieler ausschließlich selbstsüchtige Zwecke verfolgten und konsequent nicht nur ihre Gegner, sondern auch alle vermeintlichen Partner betrogen. (s. Teil I)

Auf den „game theory“-Modellen bauen nacheinander auf bzw interagieren, neben der Theorie der „Neuen Politischen Ökonomie“ / „public choice“, u.a. Gesellschaftsmodelle und Wirtschaftstheorien wie die „Social Choice“-Theorie („Sozialwahltheorie“), die „positive political theory“ („positive politische Theorie“), die „rational choice theory“ („Theorie der rationalen Handlung„), die „Systemtheorie“ (erfunden vom „theoretischen Biologen“ Ludwig von Bertalanffy) und damit die gesamte heute an den Universitäten gelehrte Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft.

Der ideologische und zugleich perfide Kern an all dieser „empirisch-analytischen“ Modellen: ihre Erfinder hatten ihnen das Attribut zugesprochen solange gültig zu sein, bis sie widerlegt waren. Darin versteckt, wie in einem Enigma, war der selbsterzeugte (fiktive) Initiativbeweis dass sie gültig waren, weil sie (noch) nicht widerlegt waren.

Das heißt, die meisten, mithin die einflussreichsten Politik- und Wirtschafts-Wissenschaften der heutigen Zeit bauen nicht etwa auf balastbaren Beweisen und Fakten auf, sondern auf Modellen, letztlich Behauptungen, die bis zum Beweis des Gegenteils von allen akzeptiert werden. Der einzige Weg innerhalb des akzeptierten Systems der Behauptungen diese loszuwerden ist sie gegen die Wand fahren zu lassen, mit allen verheerenden Konsequenzen.

Praktisch besagt dieser aus der „game theory“ stammende „empirisch-analytische“ Ansatz – der bis weit in die Politik, Spionage, Militär und sonstige exekutive Macht, sowie Biologie und Medizin reicht und die Grenzen des jeweiligen Denkens verschwimmen ließ – folgendes:

„Wir machen mit Euch was vernünftig ist und wenn sich dann heraus gestellt hat dass das nicht zu Eurem, sondern zu unserem Besten war sagen wir ´oooops´. Und dann geht alles von vorne los. … Weil das vernünftig ist. [2]

II

Wie vernünftig es ist, das Wohl der Gesellschaft nicht etwa parlamentarischer Demokratie, sondern dem freien Willen freier Märkte für freie Bürger zu überlassen, wurde den vom renitenten (Wahl-)Pöbel geplagten Leistungsträgern schon 1951 als „Unmöglichkeitstheorem“ (im Film als „impossibility theorem“ erwähnt) auf den Schreibtisch gelegt. Dieses bewies – bis zum Beweis des Gegenteils, natürlich – dass parlamentarische Entscheidungen nie das optimale Ergebnis für das Gemeinwohl zur Folge haben könnten, sondern im Gegenteil ein allgemeiner Wohlfahrtsstaat nur durch eine Diktatur zustande kommen könne (viel Spaß bei der Berechnung, sie sind jetzt A, B, C, vier oder fünf).

Der Ökonom Kenneth Arrow, der das Unmöglichkeitsheorem möglich gemacht hatte, bekam dafür später 1972 den gleichen hochdotierten Preis, wie die in den 50er Jahre für das Pentagon und die R.A.N.D. Corporation arbeitenden Mathematiker John Nash („game theory“, „Nash Equilibrium“) und Herman Kahn (der einen gewinnbaren Atomkrieg errechnet hatte, bis zum Beweis des Gegenteils): den „in Erinnerung an Alfred Nobel gestifteten Preis für Wirtschaftswissenschaften“ der schwedischen Zentralbank (einen „Wirtschaftsnobelpreis“ gibt es nicht.)

Erfinder eben jener „public choice“-Theorie Mitte der 70er Jahre, nach der später Margaret Thatcher und deren Nachfolger Großbritannien umgestalten ließen, war James McGill Buchanan jr., Mitglied der vom österreichischen Adligen Friedrich von Hayek 1947 gegründeten “Mont Pelerin Society”, der wesentlich die Politik der „konservativen Revolution“ in den U.S.A. und dem Vereinigten Königreich beeinflusste. Buchanan schwang das empirisch-analytische Unmöglichkeitstheorem wie ein Marktschwert vor sich her und vertrat vehement die Auffassung, eine Gesellschaft sei nur dann im Gleichgewicht und frei von Tyrannei, wenn der rationale Drang zum Eigennutz des Individuums befreit würde von jeglicher emotionalen oder subjektiv-moralischen Ablenkung. Und vor allem von (staatlichen) Regeln.

Buchanan ist heute übrigens Ehrenpräsident des gemeinnützigen…  (Stille)  …Vereins „Walter Eucken Institut e.V.“. Dessen Leiter ist Lars Feld, gemeinnützig-selbstsüchtiger „Wirtschaftsweiser“ von Angela Merkel und Kurator von Mehr Demokratie e.V..

Schon im 18. Jahrhundert war der bereits erwähnte (und bis heute nicht nur von allen kapitalistisch ideologisierten Akademikern, sondern offensichtlich auch einigen Wikipedia-Fritzen) angebetete „Hohepriester des Kapitalismus“ Adam Smith  – ein schottischer Akademiker, der bis der Tod sie schied bei seiner Mutter lebte und dort die Welt sah wie sie wirklich ist – zu folgenden und sicherlich äußerst rationalen Erkenntnisse gekommen:
1. alle Menschen seien ausschließlich von Selbstsucht getrieben
2. Menschen, die aus Selbstsucht handelten, dienten dem Gemeinwohl mehr als Menschen die dem Gemeinwohl nützen wollten. Oder anders formuliert: Menschen, die nichts Gutes für andere wollten, würden für alle dazu beitragen.

Die Management-Berater, die nun über 200 Jahre nach Adam Smith im britischen Königreich die Mutter aller Reformen des Öffentlichen Dienstes entwarfen und die Theorien des heutigen Ehrenpräsidenten vom „Walter Eucken Institut e.V.“ auf die Menschheit in Großbritannien losließen, sprachen von einer „Befreiung“ der (selbstsüchtigen) Menschen von den (selbstsüchtigen) Bürokraten. Die Management-Berater selbst nannten ihre Pläne entsprechend „liberation management“ („Befreiungsmanagement“) und sich selbst „Befreiungsmanager“.

Immer vorne weg: „Befreiungsmanager“ Tom Peters, von dem die Zeitschrift „Fortune“ (Glück) später sagen würde, dass wir heute in einer Tom Peters-Welt des Managements leben (man beachte auch diesen entzückenden Wikipedia-Eintrag). Zitat eines Filmausschnitts vom engagierten Tom Peters, wie er eine befreiungsmanagende Rede schwingt:

„Die Zauberformel ´für Gutes´ sind Begriffe von bürokratischer Ineffizienz und Selbstzufriedenheit...Die Bürokratie-Bashing-Revolution ist auf dem Weg. Es gibt nicht länger Management nach Vorschrift (´by the book`) und in Wirklichkeit ist das Buch umgeschrieben und in einigen Fällen buchstäblich rausgeworfen worden.“ [3]

Den Angestellten des Öffentlichen Dienstes wurden nun „performance targets“ („Leistungsziele“) vorgegeben. Diese Leistungsziele sollten die staatlichen Angestellten auf jede Weise erreichen können, die ihnen einfiel. So sollte die „Kreativität“ der Staatsdiener und -angestellten quasi wachgekitzelt werden. In gewisser Weise wurde sie das auch, wie wir noch sehen werden.

III

Zu Beginn der 90er Jahre wurde die Denke, dass Märkte vermeintliche bessere „Informations-Verarbeiter“ („information processor“) des tatsächlichen Willens und der tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen waren als parlamentarische Entscheidungen der Menschen selbst, durch Leitschriften wie „Das Zwielicht der Souveränität“ (The Twilight of Sovereignty“) verbreitet. Autor von „Das Zwielicht der Souveränität“ war der ehemalige Leiter des wirtschaftlichen Beraterstabes von U.S.-Präsident Ronald Reagan von 1982 bis 1989, Walter Wriston, der in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzende der damals größten Bank der Welt Citi Corporation (heute Citigroup) von 1967 bis 1984 als mächtigster Banker der Welt galt.

Wriston prognostizierte den Aufstieg einer weltweiten  „Marktdemokratie“ (sic!).

„Märkte, sagte er, seien die einzig wahren Wahlmaschinen. Wenn diese unberührt blieben von Politikern und Regulierungen würden sie wahrhaft den wahren Volkswillen ausspielen (´act out`), zum ersten Mal in der modernen Geschichte. Und die Banker waren dabei einen Weg zu finden das geschehen zu lassen.“ [4]

In Januar 1993, zwei Wochen vor der Vereidigung von Bill Clinton, besuchten zwei Männer den gerade gewählten neuen U.S.-Präsidenten. Der eine war der Präsident der U.S.-Zentralbank, Alan Greenspan, der andere sein neuer oberster Finanzberater und spätere langjährige U.S.-Finanzminister, Goldman Sachs-Chef Ronald Rubin. Beide erklärten dem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, was er zu tun habe – nichts von dem, weshalb und wozu er gewählt worden war, sondern genau das Gegenteil. Denn seine versprochene Politik sei unmöglich. Man könne kein Geld aufwenden für Sozial- oder Konjunkturprogramme. Alles werde zusammenbrechen, wenn er, der Präsident, das täte.

Also tat der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wie ihm geheißen. Bill Clinton kürzte die Wohlfahrtsprogramme die wegen dem Zusammenbruch des kapitalistischen Geldsystems in den U.S.A. … die wegen der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren geschaffen worden waren und an die sich sogar sein Vorgänger George Bush Sen. nicht heran getraut hatte, er kürzte staatliche Leistungen auf allen Ebenen und nahm dafür weniger Steuern von denen die sie zahlen konnten, er vergaß das mit der ersten allgemeinen Krankenversicherung in der Geschichte der U.S.A. und deregulierte die Geldmärkte noch mehr.

Die 1992 von Citi-Banker Walter Wriston prophezeite „Marktdemokratie“ triumphierte.

„Was geschah am Ende des 20. Jahrhunderts, war etwas das noch nie zuvor versucht worden war. Die Idee der Demokratie war vereinnahmt worden von einem vereinfachten, ökonomischen Bild des Menschen. Und in diesem Prozess wurde Freiheit neu definiert, als nichts weiter als die Fähigkeit von Individuen sich alles zu holen was immer sie wollten.“ [5]

IV

„Hinter diesen neuen Ideen wie die Gesellschaft gemanaged werden wollte, war das Modell des Individuums als eine rationale, kalkulierende Maschine, dessen eigennütziges Verhalten kalkuliert werden konnte durch Zahlen. Diese vereinfachte Version von uns war während der zurückliegenden Tage des Kalten Krieges von Spieltheoretikern entworfen worden. Diese hatten eine Vermutung aufgestellt dass wir so seien, schlicht um ihre Modelle zum Funktionieren zu bringen.

Doch was nun aufstieg, war ein mächtiger wissenschaftlicher Beweis, dass dies nicht nur eine Vermutung war. Es beschrieb wirklich die Wurzeln unserer Natur: dass alles, was menschliche Wesen taten und fühlten in uns hinein programmiert worden waren durch unsere Gene und all unsere Handlungen das Ergebnis rationaler Kalkulationen durch unser genetisches Programm – dass wir tatsächlich Rechenmaschinen („computing machines“) waren, geleitet von Zahlen.“ [6]

Anfang der 70er Jahre übernahmen Genoisten und Eugeniker … übernahmen Anthropologen und Genetiker wie John Maynard Smith (Erfinder der auf der „game theory“ basierenden „theoretischen Evolutionsbiologie“ bzw „Biomathematik“ und „evolutionär stabilen Strategie“) die mathematischen Modelle der „game theory“ und konstruierten daraus das genetisch-maschinelle Bild von Mensch und Tier als genetisch programmierte Wesen. Den unleugbaren Beweis für diese zielgerichtet und mit viel Geld geförderten Thesen und Forschungen sollte ein Experiment des Anthropologen Napoleon Chagnon erbringen.

Chagnon hatte über Jahre hindurch Dörfer des amazonischen Volkes der Yanomami (in ihrer eigenen Sprache: „Menschen“) besucht und in diesen versucht Namen, Abstammung und Verwandtschaftsverhältnisse von Tausenden Yanomami herauszufinden. Dies gestaltete sich schwierig, da, wie Chagnon im Interview mit Adam Curtis für „The Trap“ selbst schilderte, die einzelnen Yanomami permanent falsche Namen, Fantasiewörter oder schlicht obszöne Begriffe angaben. Trotzdem, so Chagnon, sei es ihm gelungen – gegen einen kleinen Obulus, hi und da – die korrekten Daten von 6000 Yanomami zu ermitteln. Diese wurden zuhause an der Universität von Michigan in einen Computer eingegeben.

Am 28. Februar 1971 wurde dann zur Tat geschritten. An diesem Tage, dem zweiten des Besuchs einer Filmcrew von Napoleon Chagnon in einem Dorf der Yanomami im Amazonas Urwald, brach dort ein brutaler, u.a. mit Macheten und Äxten ausgetragener Kampf zwischen den Bewohnern des Dorfes aus. Die Filmcrew von Chagnon filmte die Ereignisse.

In 1975 erschien der Film „Der Axtkampf“ („The Ax Fight“). In diesem wurden in einem Abschnitt die chaotischen Kampfszenen aus 1971 gezeigt. In einem weiteren, in Zeitlupe abgespielten und mit vielen Diagrammen und Hinweisen unterlegten Abschnitt, wurde eine sensationelle Entdeckung bekannt gemacht: genetisch miteinander näher Verwandte hatten sich, ohne es zu wissen, inmitten des Chaos scheinbar automatisch gegen eine andere genetisch näher verwandte Gruppe von Besuchern des Dorfes verbündet. Wie war dieser sensationelle Beweis für die genetisch bedingte Steuerung menschlichen Verhaltens zustande gekommen?

Anthropologe Napoleon Chagnon hatte sich zuhause in Michigan hingesetzt und die Filmaufnahmen der Kämpfe immer wieder angesehen, Bild für Bild. Monatelang. Jahrelang. Zuerst sah es für ihn wie ein wilder Kampf aus. Dann begann er die Namen jedes einzelnen Beteiligten des Dorfkampfes auf den Filmaufnahmen heraus zu finden. Dazu benutzte er die Daten, die im Computer gespeichert waren und die er zuvor mühsam zusammengetragen hatte. Als Napoleon Chagnon dies geschafft hatte, sah er sich an, mit wem nun welcher während des wilden Gefechts im Dorf gekämpft und wer wen unterstützt hatte. Wieder erschien es so, als hätten alle auf alle – darunter auch mal nächste Verwandte – aufeinander eingeschlagen.

Doch Anthropologe Napoleon Chagnon gab nicht auf. Er gab die Namen (die er von den Ureinwohnern gegen kleine Geschenke bekommen hatte) der Beteiligten an den Kämpfen und deren Verhalten während der Dorfschlägerei im Amazonas in seinen Computer ein und ließ diesen eine Analyse im Zusammenwirken mit den Daten der Ureinwohnern (die er von diesen gegen kleine Geschenke bekommen hatte) erstellen. Und siehe da, da ward sie – die Entdeckung.

Laut der Computeranalyse hatten sich in der scheinbar wilden Prügelei die sehr engen Verwandten gegen die weniger eng Verwandten gewandt. Oder anders ausgedrückt: die Gene schienen unsichtbar zu dirigieren, wer gegen wen kämpfte. Die genetisch am engsten verwandte Gruppe schien sich, wie von unsichtbarer Hand geführt, stets miteinander gegen die anderen zu verbünden. Der Computer hatte gesiegt. Nein, der Anthropologe Napoleon Chagnon hatte gesiegt. Einfach alle hatten gesiegt. Die Akademiker weltweit waren begeistert. Nun wussten sie endlich, warum sie welche geworden waren. Und was sie noch werden wollten.

1975, im Jahr der Veröffentlichung des Filmklassikers „Der Axtkampf“, erfand der bis dahin unbekannte Ameisenforscher Edward O. Wilson (den 1996 das „Time“-Magazin zu den 25 einflussreichsten Personen Nordamerikas zählte und der zweimal den Pulitzer-Preis für „Non-Fiction“ bekam) die „Soziobiologie“. Diese Theorie kam im Kern zum axtscharfen Schluss, dass man kluge Gedanken nicht entwickeln müsse, wenn dies schon der Vater oder Großvater erledigt hatte und es umgekehrt für einen natürlich ganz, ganz finster aussah, wenn Papa als Fabrikdrohne dafür keine Zeit gefunden hatte.

Zoologe Wilson, selbst aus armen Verhältnissen und endlich berühmt, legte später mit dem „Kulturgen“ noch einen oben drauf. Konsequenterweise engagierte er sich im (streng rationalen) New Yorker „Rat für Demokratie und säkularen Humanismus“ (Slogan: „Happy Human“), sowie im „Komitee für skeptische Untersuchungen“ gegen unwissenschaftliche Behauptungen.

1976 veröffentlichte der bis dahin ebenfalls unbekannte Zoologe Richard Dawkins „Das egoistische Gen“ und kam zu der Erkenntnis, die Evolution sei das Ergebnis eines sehr inneren Wettstreits der Gene von ein- und derselben Person. Des Weiteren erfand er die, grob erklärt, vererbbaren Bewusstseinszustände („Meme„) und wurde entsprechend Meinungsgenführer in der Bewegung der „Hellen“ („Brights“), sowie des „Neuen Atheismus“. 2001 hatte es der ex-Zoologe Dawkins (Publikum ist dankbar) zum Oxford-Professor und in die „Royal Society“ gebracht und schrieb, offenbar gut informiert, solche Werke wie „Der Gotteswahn“ und „Die Schöpfungslüge“.

Andere aus armen Verhältnissen stammende Persönlichkeiten und Freunde der genetisch bedingten Religion bzw. des „Kulturgens“ wanderten in Deutschland seinerzeit erst in Berlin an die (genetisch bedingt?) geistig-moralisch tot-tote Stadtregierung, dann in die Bundesbank und dann in die Talkshows, aber blieben dabei immer in einem exquisiten Politikgen-Pool mit drei Buchstaben, den mutmaßliche Evolutionsopfer immer noch wählen müssen weil sie dafür offensichtlich schon vor der Geburt präventiv programmiert wurden.

Es dauerte bis zum Jahre 2007 (dieser Abschnitt wird in „The Trap“ am Ende des zweiten Teils ab ab 53.10 min gebracht) bis endlich der legendäre „Axtkampf“ aus 1975 hinterfragt wurde, der eine ganze Renaissance des Abstammungsfetischismus produziert hatte. In einem Interview konfrontierte Adam Curtis den Anthropologen Napoleon Chagnon mit Recherchen des Anthropologen Brian Ferguso. Dieser hatte berichtet, dass sich auch Dörfler im Amazonas-Dschungel bisweilen um wertvolle Güter kloppen; in diesem Falle aber nicht um Frauen, Strandkörbe oder Caipirinha wie in anderen Sphären der Hochzivilisation, sondern um die im Dschungel sehr wertvollen Macheten, die Chagnon im Dorf vor der Prügelei an ein paar Yanomami verschenkt hatte. Eine Gruppe von anderen Yanomami, die gerade das Dorf besuchte, hatte sich geweigert dieses wieder zu verlassen, weil sie auch ein paar Macheten wollte.

Adam Curtis fragte also in 2007 Napoleon Chagnon vor laufender Kamera, ob er den ganzen dokumentierten Kampf des Amazonasvolkes an jenem 28. Februar 1971 mit seiner Filmcrew nicht nur selbst ausgelöst hatte, sondern ob er nicht auch fehlinterpretiert hatte warum und worum da wer gegen wen überhaupt kämpfte. Was dann geschieht, ist [in Minute 53 des Filmes] zu sehen:

Chagnon: „Nein, tue ich nicht. Das war´s.“

Sprach´s und ging aus dem Zimmer.

V

Wie in Teil I von „The Trap“, „F..k you, Buddy“ umschrieben, hatte ein 1973 bekannt gewordenes dramatisches Experiment in den U.S.A. dazu geführt, dass das in der 1892 gegründeten “American Psychological Association” und 1921 gegründeten “American Psychiatric Association” organisierte Establishment der psychiatrischen Medizin in den U.S.A. die von Mathematikern und Statistikern des Kalten Krieges entwickelten Modelle der „game theorie“ für eigene, statistisch aus Computermodellen entworfene Diagnose-Checklisten und an Hunderttausende Personen ausgesandte Fragebögen eingesetzt hatte, um Personen – ohne Berücksichtigung der jeweiligen individuellen Lebensumstände – nach ihrem Verhalten und nach deren eigener Einschätzung als krank oder oder gesund zu beurteilen.

Die Folge war während der 80er eine massenhafte Selbstdiagnose von Millionen von Menschen, die sich nach den Checklisten des psychiatrischen Establishments richtete und einen Run auf Psychiater auslöste. Diese neue Kultur des Idealbildes einer statischen, gleichförmigen Psyche völlig unterschiedlicher Menschen verband sich nun mit den aus der „game theorie“ abgeleiteten, neu aufgestiegenen genoistischen und biologistischen Thesen der vermeintlichen genetischen Verhaltens-Programmierung und Selbstsucht aller Menschen zu einem völlig neuen Bild des Menschen – nämlich dem einer Maschine.

„Und mit dem Aufstieg dieses Maschinen ähnlichen Bildes von Menschen, begann eine neue Idee hervorzutreten die Gesellschaft zu verändern: nicht länger durch Politik, sondern durch Justieren wie gut diese individuellen Maschinen funktionierten. Die Techniker dieser neuen Idee würden die Psychiater und die Pharmakonzerne seien, die die Menschen befreien würden von den fürchterlichen Ängsten in ihnen selbst. Aber wozu sie führte, würde eine neue Form von Ordnung und Kontrolle sein; nicht definiert von den alten politischen Eliten, sondern durch die objektive Macht von Zahlen.“ [7]

Anfang der 90er Jahre überschwemmte erneut eine „Epidemie“ von vermeldeten seelischen und geistigen Störungen die Bevölkerung in den U.S.A und Großbritannien. […] Die Pharmakonzerne hatten bereits eine neue Allzweckwaffe gegen diese Formen von „anxiety disorders“ („Angststörungen“) benannt: „SSRI“. Hinter diesen vier Buchstaben verbargen sich psychoaktive, auf die Gehirnfunktionen wirkende Medikamente unter dem Label „Selective serotonin reuptake inhibitor“. Eines davon: das 1988 in den U.S.A. und 1990 in Deutschland zugelassene Prozac. Das „Antidepressivum“ wurde bei Millionen Menschen eingesetzt, die zu einem großen Teil selbst darum baten.

Es dauerte, wie im Falle des angeblich genetisch geleiteten „Axtkampfes“ im Amazonasgebiet anno 1971, abermals bis 2007, bis die Frage, ob die Ende der 70er entwickelten und seitdem weltweit eingesetzten Checklisten für eine Reihe vermeintlicher neuer Krankheiten tatsächlich wissenschaftlich fundiert waren, öffentlich gestellt wurde.

Für „The Trap“ interviewte BBC-Dokumentarfilmer Adam Curtis den Mann, der 1979 die Checklisten und das neue Diagnosesystem entwickelt hatte: Dr. Robert Spitzer, der bis heute als der einflussreichste Psychiater des 20. Jahrhunderts und als „Hauptarchitekt“ der  „modernen Klassifikation von geistigen Störungen“ gilt, die 1980 durch das dritte, grundlegend neue „Handbuch“ namens „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ der „American Psychiatric Association“ definiert wurde, das Spitzer als Leiter der Arbeitsgruppe wesentlich mitgestaltet hatte und dessen Klassifikation im Jahre 1990 die „Weltgesundheitsorganisation“ W.H.O. in ihrer „International Classification of Diseases“ zum weltweiten Kriterium machte.

Dr. Robert Spitzer meldete nun – kein Jahrzehnt zu früh – 2007 im Interview mit Adam Curtis Zweifel an, ob die von ihm (mittels mathematischer Modelle und Statistikmethoden der „game theory“) erstellten Kriterien, Diagnosen, Handbücher, Checklisten, und so weiter, überhaupt medizinisch fundiert waren. Spitzer gab vor laufender Kamera zu, dass mittels dieser Checklisten und Diagnosesysteme „bis zu einem gewissen Umfang“ Personen „medizinisch behandelt“ wurden, die völlig gesund waren. Er schätzte den Umfang auf sage und schreibe 20 bis 30 Prozent. Und meinte damit offensichtlich nur die behandelten Personen in den U.S.A..

Was passierte war, dass große Teile normaler menschlicher Erfahrung – Kummer, Enttäuschung, Einsamkeit – alle reklassifiziert wurden als medizinische Störungen. Dabei kam ein neues System von Management zum Vorschein. Die Medikamente beseitigten diese komplexen und schwierigen Gefühle und machten die Individuen glücklicher. Aber sie machten sie auch zu simpleren Wesen – leichter vorauszusagen und zu managen. Und näher heran an die Maschinen ähnlichen Wesen im Herzen der ökonomischen Modelle.“ [8]

VI

Bei den britischen Parlamentswahlen von 1997 erreichte die „Labour Party“, unter Tony Blair zu „New Labour“ transformiert, die Mehrheit.

Die Blair-Regierung, die schon im Wahlkampf versprochen hatte sich an der Clinton-Regierung der „Demokraten“ in den U.S.A. zu orientieren, hielt Wort: auch sie deregulierte nach Amtsantritt Banken und Kapitalgesellschaften und übergab staatliche Macht an die Geldmärkte. Die Zentralbank wurde, nach deutschem Vorbild, in einer „Revolution“ von jeglicher lästigen demokratisch-staatlichen Kontrolle befreit. „Labour“ übernahm die Politik der konservativen „Tories“, nur schlimmer. (Ein Jahr später sollten sich daran in Deutschland Leute ein Beispiel nehmen, die auch für 2013 immer noch mit dem genetisch programmierten Wahlroboter rechnen.)

Exakt nach der bereits von Margaret Thatcher befolgten und von James Buchanan erfundenen „public choice“-Theorie (für Deutschland „Neue Politische Ökonomie“ getauft) des „Homo Oeconomicus“ wurden nun Hunderte von „Leistungsanreizen“ und „performance targets“ vom einfachen Angestellten des Öffentlichen Dienstes bis hinauf zum Minister aufgestellt. Das Finanzministerium stellte allerlei bizarre Berechnungen an, wie man die Konflikte weltweit um sechs Prozent reduzieren wolle (kein Kommentar) und den Hunger in der Sahara um 46 Prozent. Es entwickelte einen „Ländliche Gemeinde Lebendigkeits Index“ der die Lebensqualität auf dem Lande messen sollte und einen „Vogelsang Index“ zwecks mathematischer Erfassung des Wohlergehens normaler und seltsamer Vögel. Derweil fanden die öffentlichen Dienstuntertanen kreative Wege, mit den neuen „performance targets“ umzugehen.

Manager von Krankenhäusern, dazu genötigt Wartelisten für Operationen zu reduzieren, entzogen lebenswichtigen Operationen die Priorität und erhöhten so kurzfristig die Gesamtzahl von Operationen. Ein anderer Weg die Patienten von der Liste zu bekommen war, sie zu befragen wann sie denn in Urlaub fuhren, um die Operationstermine dann in genau diesen Zeitraum zu legen – im Bewusstsein dass diese nicht wahrgenommen würden. Um „performance targets“ für Wartelisten bei Notfällen zu erfüllen, wurden „Hallo“-Krankenschwestern eingestellt, die nichts weiter taten als neue Patienten zu begrüßen. In Folge galten diese als „gesehen“ und verschwanden von der Warteliste. Als die Regierung „performance targets“ für die Wartezeiten von Rollstuhlpatienten vorgab, entfernten die Krankenhaus-Manager die Räder unter den Rollstühlen und klassifizierten diese als Betten und Korridore als Wartesaal. So verschwanden auch diese Patienten von der Liste.

Die schottische Regionalpolizei verkündete den sensationellsten Rückgang von schwerer Kriminalität seit 25 Jahren. Später stellte sich heraus, dass Dutzende schwerer Straftaten zu „verdächtigen Ereignissen“ reklassifiziert worden waren, um die Zahlen zu fälschen. Die „Labour“-Regierung reagierte wild entschlossen: sie stritt alles ab und bezeichnete das Versagen ihrer Politik als „einzelne Vorfälle“. Als keiner mehr den Zahlen trauen wollte, die das Ergebnis einer von Zahlen vorgegebenen Politik waren, wurden noch mehr mathematische Modelle aufgestellt, um diejenigen zu kontrollieren, die ihre „performance targets“ erfüllen mussten.

Als Schulen durch Leistungstabellen bewertet wurden, zogen reiche Eltern in die Gegend mit den bestbewertesten Schulen, was die Immobilienpreise dieser Gegenden explodieren ließ, was wiederum die ärmeren Familien vertrieb. Und fast alle Schulen unterrichteten nur noch das Material welches Gegenstand der Examen war, was zur Folge hatte dass der vermittelte allgemeine Bildungsgrad gerade der Schüler aus ärmeren Familien sank.

2006 schließlich kamen immer mehr Berichte an die Öffentlichkeit, die sich nicht mehr vernebeln oder verheimlichen ließen: die soziale Spaltung der britischen Gesellschaft war unter „New Labour“ schlimmer geworden als unter der erzkonservativen Margaret Thatcher. Die Sterblichkeitsrate von Kindern aus ärmeren Familien lag im ersten Lebensjahr in bestimmten Gegenden doppelt so hoch wie in den Vierteln der Reichen. Die Unterschiede in der Lebenszeit von Reichen und Armen wurden größer. Es gab immer weniger Chancen für Arme sozial aufzusteigen.

VII

Gegen Ende der Clinton-Regierung vor der Jahrtausendwende hatte das Ausmaß der Korruption in den U.S.A. nie gekannte Ausmaße angenommen. Im Interview für „The Trap“ sagte der damalige Leiter der Börsen-Aufsichtsbehörde S.E.C., Arthur Levitt, aus, dass der Betrug durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften „extrem weit verbreitet sei“, im aber damals die Hände gebunden gewesen seien. (Die damaligen „Big Five“ Price Waterhouse, Coopers & Lybrand (heute verschmolzen zu PricewaterhouseCoopers), KPMG, Deloitte Touche Tohmatsu Limited und Ernst & Young beherrschen weltweit übrigens immer noch das Geschäft.) Dabei ist die angebliche Aufgabe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ja Betrug zu verhindern.

Versuche Kontrollgesetze gegen die Kapitalgesellschaften im Kongress einzubringen scheiterten regelmäßig an den entscheidenden Schlüsselfiguren in den mächtigen Ausschüssen, die alle Millionen von Dollars für ihre Wahlkampagnen sowohl von den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, als auch deren Kunden bekamen. Während der Jahrzehnte von 1979 bis Ende der 90er sanken die Realeinkommen der Ärmsten („unteres Fünftel“) in den U.S.A. noch weiter, während die Einkommen der Mittelschicht leicht anstiegen und die Einkünfte der winzigen Oberschicht explodierten.

„Was tatsächlich geschehen war, war die Rückkehr von Ungleichheiten und sozialen Ungerechtigkeiten, die man seit hundert Jahren nicht gesehen hatte – genau das, was Politiker verhindern sollten. Politiker fanden sich selbst nun geschwächt und korrumpiert vor und ohne die Kraft die Gesellschaft zu verändern. Und Millionen von Menschen waren zurückgelassen ohne Repräsentanz und sogar noch weniger Kontrolle über ihr Leben.

Robert Reich, Arbeitsminister der U.S.A von 1993 to 1997: „Hier liegt die ultimative Ironie. Denn als die Menschen begannen zu glauben, sie seien nur selbstsüchtige (…) Individuen, dass die demokratischen Systeme fundamental nicht einmal ansatzweise so gut seien wie der Markt, um zu erfüllen was immer es ist was Du willst, erlaubten die Menschen Eliten die Politik zu übernehmen und dass Politik deformiert und korrumpiert wurde.““ [9]

Der zweite Teil von „The Trap“,  „The Lonely Robot“ endet mit den Worten:

„Dass was Adam Smith die ´unsichtbare Hand´nannte, ist unsichtbar, weil sie tatsächlich gar nicht da ist. Und Politiker haben eine starke Rolle darin zu spielen die Märkte zu kontrollieren. Und eine neue Disziplin, genannt „Verhaltensökonomie“ („behavioral economics“) ist dabei zu studieren, ob Menschen sich wirklich so benehmen wie das vereinfachte Modell sagt dass sie es tun. Deren Studien besagen, dass sich tatsächlich nur zwei gesellschaftliche Gruppen in allen experimentellen Situation rational und selbstsüchtig verhalten:

Die einen sind die Ökonomen selbst. Die anderen sind Psychopathen.“ [10]


zu Teil 1 der Artikelreihe: Die Spieletheorie und der Siegeszug des Neoliberalismus (1)

zu Teil 3 der Artikelreihe: Die Spieletheorie und der Siegeszug des Neoliberalismus (3)

Links

[1] The Trap (II); The Lonely Robot; Adam Curtis; 2007

[2 – 9] ebda

Dieser Beitrag wurde unter Analysen, Politik und Gesellschaft, Psychologie und Philosophie abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.