Die dystopische Darstellung dessen, was möglich ist, möge weitere Menschen ins Handeln bringen.


In diesem Artikel geht es weder um Politik, den Klimawandel, die Ukraine und Russland, noch um Corona oder um ein anderes Thema, mit dem wir täglich in den Medien konfrontiert werden. Es geht um jemanden, der in den vergangenen Jahren in der Berichterstattung ins Hintertreffen geraten ist: Sie, Sie selbst, Ihre Kinder, Ihre Enkelkinder und die Menschen, die Sie lieben.


Vielleicht werden Sie beim Lesen sogar ein wenig lachen können, auch wenn das nicht meine Intention war. Sie ist eine andere: Ich möchte, dass wir alle zusammen lachen können, weil wir alle zur Menschenfamilie gehören, heute und auch in der Zukunft. Und weil ich mir das aus tiefstem Herzen wünsche, musste ich diesen Artikel schreiben. Er beansprucht keine wissenschaftliche Exaktheit für sich, auch wenn alle genannten Zahlen und Fakten genauestens recherchiert wurden. Es ist eine Erzählung dessen, was nach dem gegenwärtigen Stand der Technik möglich, vielleicht sogar in Planung ist.

Teil I: Kernphysik für Dummies oder warum wir statt Naturwissenschaften mehr Genderprofessuren an den Universitäten brauchen.

Am Anfang war die Dunkelheit. Dann gab es einen Knall, den so genannten Urknall. Er gebar das Licht und Äonen später wurden daraus Sterne, Planeten und schließlich: das Leben. Nein, das ist kein Bibelzitat, sondern in leichter Sprache formulierte Astrophysik. Halt, bitte laufen Sie nicht gleich davon. Es wird einfach, ganz einfach und wird mit der Beschreibung der vollkommensten Maschinen enden, die die Menschen je geschaffen haben und nebenbei einige Hollywood-Märchen entzaubern.

Vor Milliarden Jahren war alles, was existierte, Energie. Durch astrophysikalische Prozesse bildete sich aus einem Teil der Energie Materie in den Formen, wie wir sie heute kennen: Planeten, Sterne, Gasnebel, Meteore, Asteroiden, die wiederum alle aus einzelnen Elementen und ihren Verbindungen bestehen, aus denen wir dann Kühlschränke, Elektroautos, Kondome, Vibratoren und das Grundgesetz erschaffen haben. Es war der Mann mit dem wüsten Haarschnitt, Albert Einstein, der im Jahr 1905 die wohl bekannteste Formel aller Zeiten dafür fand: E = m * c2.

Er beschrieb damit den universellen Zusammenhang von Energie und Materie, oder, um es anders zu formulieren, dass beide zwei Seiten nur einer Medaille sind und dass Energie in Materie umgewandelt werden kann – und nein, ein 3D-Drucker ist etwas anderes – und Materie in Energie.

Dieses Letztere machten sich bereits unsere Vorfahren zu Nutze, als sie das erste Feuer entzündeten und alles, was wir danach entwickelt haben bis hin zum Elektroauto, ist nichts anderes als eine dieser beiden Medaillenseiten: Umwandlung von Materie in Energie und Umwandlung von einer Energieform in eine andere. Denn tatsächlich kann Energie umgewandelt werden und verschiedene Formen annehmen: Wärme, Licht, Strahlung, Elektroenergie, Bewegungsenergie und viele andere Formen. Allerdings kann Energie nach dem ersten Hauptsatz der Wärmelehre nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden, sie kann nicht geschaffen oder vernichtet werden. Sie kann übrigens auch nicht gewendet werden wie ein Hals oder eine Fahne nach dem Wind. Aber das wäre Politik für Dummies.

Stellen Sie sich ein Streichholz vor. Es wiegt ca. ein Gramm. Sie zünden es an und initiieren damit einen chemischen Prozess, bei dem ein winziger Bruchteil der im Holz gespeicherten Energie in Form von Wärme und Strahlung (sichtbares Licht) freigegeben wird. Es brennt einige Sekunden, die Wärme, die erzeugt wird, ist eher bescheiden, von der Strahlung gar nicht zu reden, und das, was übrig bleibt, ist ein verkohltes Stäbchen. Nicht sehr beeindruckend, oder?

Das liegt daran, weil das nur ein chemischer Prozess war, der nach atomaren Maßstäben extrem langsam abgelaufen ist. Seien Sie froh darüber, denn dieses Streichholz ist in Wirklichkeit ein Killer, der eine ganze Stadt zerstören kann. Würden Sie dieses eine Gramm Masse in einem einzigen Augenblick vollständig in Energie umwandeln, so würde dabei so viel Energie frei werden, wie bei der Explosion von fünfhundert mit TNT (herkömmlicher chemischer Sprengstoff) voll beladenen Sattelschleppern. Damit können Sie locker eine Kleinstadt einäschern. Mit einem einzigen Streichholz …

Es war besagtes Genie Einstein, das den Menschen diese Büchse der Pandora mit seiner Formel geöffnet hat, und es waren Niels Bohr, Enrico Fermi und Robert Oppenheimer, die aus ihr im Auftrag der amerikanischen Regierung den ultimativen Feuerball schufen: Die Atombombe, die am weitesten fortgeschrittene Umwandlung von Materie in Energie, die die Menschheit bis heute beherrscht. Es war ein Glücksfall, dass in den damaligen Bomben „Little Boy“ und „Fat Man“, die über Hiroshima und Nagasaki zum Einsatz kamen, nur ein Bruchteil der tatsächlich gespeicherten Energie freigesetzt wurde. Little Boy wog vier Tonnen und die in dieser Masse gespeicherte Energie hat das Äquivalent von 86 Milliarden Tonnen TNT. Dass diese Energie nicht freigesetzt wurde, liegt am begrenzten technischen Wissen der Menschen. Die durch die USA in Hiroshima und Nagasaki eingesetzten Kernwaffen machten sich das Prinzip der Kernspaltung zu Nutze, bei der die unterschiedliche Bindungsenergie der Atomkerne genutzt wird. Das ist noch keine Materie-Energie-Umwandlung nach Einstein. Zu der ist nach unserem Wissen nur eine Materie-Antimaterie-Reaktion in der Lage. Hätte diese stattgefunden, würden wir heute nicht mehr über Japan, Teile von China und Ostrussland sprechen: Sie wären einfach nur verdampft …

Aber die Menschheit entwickelte sich weiter. Wurde die Explosionskraft von Atombomben, die nach dem Kernspaltungsprinzip funktionierten, in den vierziger Jahren noch mit dem Äquivalent von Kilotonnen TNT (KT) gemessen, musste nach der Erfindung der Kernfusionsbombe 1952 eine Dimension höher gegriffen werden: Millionen Tonnen TNT (MT), da diese Waffen ein, grob geschätzt, tausendmal höheres Vernichtungspotenzial besaßen als Kernspaltungsbomben.

Doch auch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Erinnern Sie sich noch an „Illuminati“ von Dan Brown? Den Verrückten, der ein „Gotteilchen“ aus dem CERN stahl, um den Vatikan zu erpressen? Es war nur ein einziges Atom Antimaterie und was war das doch für ein wunderbares Leuchten, als dieses eine Atom Antimaterie einem Atom Sauerstoff begegnete und den Himmel in Brand setzte …

An dieser letzten Fackel wird geforscht, natürlich nur aus den lautersten Gründen. Aber wir wären nicht Menschen, wenn wir nicht versuchen würden, die Möglichkeiten unserer eigenen Vernichtung zu perfektionieren. In verschiedenen Laboratorien auf dem gesamten Erdball wird versucht, eine solche Materie-Antimaterie-Reaktion in den Griff zu bekommen, denn beim Aufeinandertreffen von Materie und Antimaterie werden einhundert Prozent Masse in Energie umgewandelt. Das Ergebnis würde in etwa dem entsprechen, was zwischen Amber Heard und Johnny Depp vor Gericht geschah: Nichts danach ist noch so, wie es einmal war.

Oder anders gesagt: Die Masse einer mit Antimaterie gefüllten Streichholzschachtel würde genügen, Japan für immer im Pazifik zu versenken. Das scheint mir ein wirklich guter Grund, sich das Rauchen abzugewöhnen.

Sie sehen, die Naturwissenschaften bergen ein erhebliches Vernichtungspotenzial. Vielleicht ist deshalb die Idee, naturwissenschaftliche Fächer an den Universitäten nach und nach durch Genderlehre zu ersetzen, doch gar nicht so schlecht. Oder wie in einigen amerikanischen Schulen für die Addition von eins und eins auch ein anderes Ergebnis als 2 zuzulassen. Schließlich können Menschen, die nicht eins plus eins korrekt zusammenzählen können, auch keine Atombomben mehr bauen, oder? Und in der Steinzeit lebte es sich doch gar nicht so schlecht …

Teil II: Hollywood-Legenden

„Terminator“, „Bladerunner“, „Oblivion“ – die Zahl der Filme über ein Leben nach einem Atomschlag auf der Erde ist Legion. Sie alle zeigen, dass es irgendwie ein Weiter gibt: Die Überlebenden rücken näher zusammen, Mutationen können auch durchaus etwas Positives haben und überhaupt hat diese „Säuberung“ den Menschen doch nur gutgetan. In jedem Fall ist das Ganze ja wohl nicht so schlimm wie Corona, der überzogene Dispo, Frieren im Winter und der Klimawandel. Außerdem ist ein Atomkrieg gewinnbar, natürlich durch die Guten. Ohnehin sind wir sicher, da dem amerikanischen Präsidenten Tag und Nacht jemand mit dem Laptop mit den Atomcodes hinterherläuft, für dessen Aktivierung man immer eine zweite Person – vorzugsweise einen General – benötigt. Die Codes wurden zwar schon einige Male gestohlen, aber immer rechtzeitig wiederbeschafft. Bei den Russen wird das nicht anders sein.

Botschaft der Filme angekommen? Wirklich? Können Sie sich tatsächlich vorstellen, dass Joe Biden sagt: „Wir haben ein ernsthaftes Problem mit der nationalen Sicherheit. Holt mir mal meinen Laptop, wir machen jetzt die Russen platt!“ Oder etwas ähnliches bei Wladimir Putin? Oder in Großbritannien? Da weiß ich gerade nicht, wer da zurzeit das Sagen hat, die wechseln ja schneller als ich die Streu im Katzenklo.

Klappen wir also einmal die Motorhaube auf und schauen nach, was sich darunter verbirgt. Falls Sie einen schwachen Magen haben, sollten Sie jetzt vielleicht nicht weiterlesen.

Generell wird davon ausgegangen, dass derjenige, der seine Raketen als Erster abfeuert, als zweiter stirbt. Der Grund ist recht einfach: Der Orbit um unsere blaue Kugel ist mittlerweile so vollgeparkt mit Überwachungssatelliten, dass Sie – natürlich im Raumanzug – da oben zu Fuß einmal rund um die Erde gehen können, indem sie von einem Spionagesatelliten zum nächsten springen. Bei einigen sollten Sie nicht zu fest auftreten, weil es nicht ausgeschlossen sein könnte, dass einer davon ein paar kinetische Geschosse abfeuert. Aber das ist eine andere Geschichte, leider auch über moderne Waffentechnologie.

Jedenfalls wird jedes, wirklich jedes Abfeuern einer Rakete auf der Erde erfasst und an die strategischen Kommandozentralen weitergeleitet. Da es dann aber um Sekunden gehen kann, entscheiden nicht mehr Menschen, sondern spezielle Computerprogramme, die genau zu diesem Zweck entwickelt wurden. Ein Gegenschlag erfolgt in jedem Fall, selbst, wenn kein Mensch mehr da ist, einen ominösen roten Knopf zu drücken. Diese Kommandozentralen sind so gut geschützt, dass sie auch nach einem ersten Angriff noch handlungsfähig sind. Das ist insofern wichtig, als Russland und wahrscheinlich auch die USA über kernwaffentragende Torpedos mit extremer Reichweite verfügen, die durch Satelliten nicht geortet werden können und ein Gegenschlag erst nach der Detonation der Kernwaffe eines solchen Torpedos möglich ist. Das ist keine Utopie, sondern etwas, was Sie durchaus als Fakt werten können. So viel zum ersten Teil der Hollywoodlegende: den Atom-Computercodes.

Kommen wir zum Zweiten, dem Überleben danach. Kernwaffen existieren in vielen Größen, vom Westentaschen- über Artillerieformat bis hin zur interkontinentalen strategischen Rakete mit Mehrfachsprengköpfen, die unabhängig voneinander mehrere Städte gleichzeitig angreifen kann. Sie können aus unterirdischen Bunkern, von mobilen Startrampen, von Flugzeugen und von getauchten strategischen Unterseebooten abgefeuert werden. Es gehört übrigens nicht viel Phantasie dazu, sich auszumalen, wo sich im Moment die russischen und amerikanischen kernwaffentragenden U-Boote befinden, oder? Dass sie gegenwärtig in ihren Heimathäfen herumdümpeln und die Besatzungen es sich bei ihren Familien gemütlich machen, glaube ich eher nicht.

Um das einmal einzuordnen: Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden über Deutschland rund zwei Millionen Tonnen Bomben abgeworfen. Sie erinnern sich an das brennende Dresden? Und nein, die Frauenkirche wurde nicht von den Nazis zerstört, Frau Göring-Eckhardt. Nun, in heutige Maßstäbe umgerechnet, entspricht das insgesamt drei Millionen Tonnen (Megatonnen, MT) TNT. Nur ein einziges moderne US-Atom-U-Boot, bestückt mit 48 Trident-Raketen, kann alleine mehr als das Zehnfache an Zerstörung anrichten wie alle Bomben im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland zusammen angerichtet haben, eine russische SS-18 mehr als das Zweifache. Die Sprengkraft des Arsenals aller neun Atomwaffenmächte (13.400 Atomwaffen) beträgt aktuell mehr als das Zweitausendfünfhundertfache aller im Zweiten Weltkrieg abgeworfenen Bomben. Gut 4.000 davon sind sofort einsatzfähig, geschätzte 1.800 davon in ständiger Armbereitschaft, können binnen Sekunden starten und ihr Ziel innerhalb weniger Minuten erreichen.

Die größte von Menschen je gezündete thermonukleare Bombe trug den Namen „Tsar“ und hatte eine geschätzte Sprengkraft von fünfzig Millionen Tonnen TNT. Sie wurde am 30. Oktober 1961 auf der Insel Nowaja Semlja zur Detonation gebracht. Die Explosion fand in einer Höhe von etwa 4000 m statt. Trotz bewölkten Himmels war die Wärmestrahlung in 270 km Entfernung spürbar und der Blitz war in 1000 km Entfernung sichtbar. Selbst in Norwegen und Finnland zerbarsten noch Fensterscheiben. Der Atompilz erreichte eine Höhe von 64 km und die durch die Explosion ausgelöste Druckwelle umrundete etwa zweieinhalb mal den Globus. Obwohl die Bombe in relativ großer Höhe gezündet wurde, regte die Explosion auch mehrere Arten seismischer Wellen an, die noch auf der dem Testgebiet entgegengesetzten Erdseite messbar waren.

Schauen wir uns einmal an, was geschieht, wenn ein solcher Kernsprengkopf im oder über dem Ziel detoniert und da wir nicht kleckern wollen, sondern klotzen, nehmen wir einen dicken Brummer im Megatonnenbereich. Zum Beispiel die W-53 „Titan“, die größte bekannte von den USA an ihre Streitkräfte ausgelieferte Kernwaffe. Die Letzte davon wurde 2011 ausgemustert und zerlegt, aber es ist davon auszugehen, dass sie mindestens gleichwertig ersetzt wurde. Sie verfügte über eine Sprengkraft von neun Millionen Tonnen TNT, also ein Fünftel der Vernichtungskraft der Tsar-Bombe.

Detoniert eine solche Waffe über dem Zentrum von Berlin, sterben in den ersten Minuten bereits mehr als ein- und eine halbe Million Menschen. Das ist mehr als ein Drittel der Einwohner. Sie sterben durch:

  • den Feuerball, der im Radius von zwei Kilometern (siebzehn Quadratkilometer) mit seinen Sternentemperaturen alles und jeden einfach verdampft.

  • Die Druckwelle, die in einem Radius von fünf Kilometern (sechshundertsiebzig Quadratkilometer) Stahlbetonpfeiler wie Streichhölzer knickt, meterdicke Wände zertrümmert und die meisten Gebäude zum Einsturz bringt. Menschen werden durch die Luft geschleudert, ihre Trommelfelle platzen und sie werden von den einstürzenden Gebäuden erschlagen.

  • Die Wärmestrahlung, die mit einem Radius von über dreißig Kilometern (mehr als dreitausend Quadratkilometer) weit über Potsdam hinausreicht und selbst noch an der Wirkungsperipherie zu Verbrennungen dritten Grades führt.

  • Selbst in über vierzig Kilometer Entfernung (Beelitz, Storkow, Eberswalde) splittern Fenster, gibt es Brände und erblinden Menschen durch die Lichtstrahlung, wenn sie im Moment der Detonation in Richtung Berlin geblickt haben. Und über das ganze Gebiet rast dann noch ein sich durch die gewaltigen Turbulenzen selbst verstärkender Feuersturm …

Diese ersten mehr als eine Million toten Menschen werden die Glücklichen sein, denn das Leid, das die Überlebenden treffen wird, wird ungleich schlimmer sein. Weitere Millionen Menschen werden mehr oder weniger langsam, in jedem Fall aber qualvoll an der Strahlenkrankheit verrecken, die durch den Niederfall der radioaktiven Spaltprodukte (Fallout) hervorgerufen werden. Selbst in Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern werden die Menschen nicht sicher sein, je nach Windrichtung. Aber damit endet es nicht. Erinnern Sie sich noch an Tschernobyl und die radioaktive Wolke über Europa? Das war ein Kindergeburtstag dagegen. Ein Teil der Spaltprodukte der Detonation steigt in die höheren Schichten der Atmosphäre auf und wird hunderte, wenn nicht sogar tausende von Kilometern weiter getragen. Erde, alles Wasser und alle Nahrungsmittel werden kontaminiert und damit zu Gift, dass jeden langsam umbringt, der damit in Kontakt kommt. Das ist die Wirkung einer einzigen modernen Kernwaffe. Einer einzigen …

Detonieren hunderte, sorgen die in die Atmosphäre aufsteigenden und sich dort verteilenden Spaltprodukte für eine Verdunklung des Sonnenlichts. Schlagartig wird es kälter auf der gesamten Erde, Nahrungsmittel können nicht mehr angebaut werden, Tiere verenden … diese Kette hat Folgen, die ins Unendliche und letztendlich zur Auslöschung der Menschheit führen.

Und in Bunkern, tief unter der Erde? Nun ja, die sog. Halbwertszeit, also die Zeit, nach der die Strahlung um die Hälfte abgeklungen ist, beträgt bei vielen Spaltprodukten mehrere tausend Jahre. Wovon wollen sie leben? Wovon ihre Kinder, wenn alles vergiftet ist? Nein, ein Leben nach einem Atomkrieg wird es auf der Erde nicht geben und die erste Kernwaffe, die irgendwo auf unserer blauen Kugel detoniert, wird eine Spirale von Aktion und Gegenaktion in Gang setzen, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Trotzdem gibt es tatsächlich Menschen – leider sehr mächtige – die einen Atomkrieg für gewinnbar halten und ihn in ihren strategischen Doktrinen planen. Ich maße mir kein Urteil über sie und ihren Geisteszustand an, doch ich möchte an Folgendes erinnern: Wir leben seit vielen Jahren in einem Gleichgewicht des Schreckens. Es fundiert auf dem Wissen, dass der Einsatz von Kernwaffen die Menschheit vernichtet, und es war bisher die Klugheit der Mitglieder der Regierungen der Atommächte, die ob dieses Wissens den Einsatz von Atomwaffen und damit den Untergang der Menschheit nie als eine mögliche Handlungsoption betrachteten.

Schaue ich mich in der Welt um, komme ich nicht umhin, mir die Frage zu stellen, ob diese Klugheit der Mitglieder unserer Regierungen noch immer die eines John. F. Kennedy und eines Nikita Chrustchov ist. Oder um es etwas konkreter zu machen: Die Ukraine hat Atomwaffen für sich gefordert, ebenso haben die Grünen, die SPD und Teile der AfD Atomwaffen und die Verfügungsgewalt darüber für Deutschland gefordert.

Bitte schließen Sie einen Moment die Augen und denken Sie über Folgendes nach: Atomwaffen und damit die Verantwortung für die Weiterexistenz der Menschheit, für Ihr Leben, das Ihrer Kinder und Kindeskinder in den Händen von Karl Lauterbach, Robert Habeck, Christine Lambrecht und Annalena Baerbock, Andrej Melnyck und Wladimir Selensky…

Eine Dystopie? Nein, die Realität, in der wir (noch) leben.

Ich wünsche mir, dass auch in einhundert Jahren auf unserer Erde noch Kinder lachen, Menschen sich lieben und unser wunderschöner, unwiederbringlicher Planet genau das ist: ein Ort, der Leben spendet, es erhält und dass er nicht so endet, wie Eberhardt del Antonio es 1958 in seinem Roman „Titanus“ beschrieben hat:

„Auch Stafford starrte auf das Bild des sterbenden Planeten. Er kannte die Wirkung der Atomkräfte genau. In siebzig Kilometer Umkreis fegte die Druckwelle einer einzigen Detonation alles hinweg, entflammte die Glutwelle alles Brennbare, vernichtete die Strahlung alles Lebende. In einhundertvierzig Kilometer Umkreis wirbelten entwurzelte Bäume durch die Luft, zerbarsten die Bauten, brachen Masten. Über dieses Chaos der Trümmer und zerfetzten Leiber raste dann die mörderische Glut, und die Strahlung versengte alles, was noch atmete. Bis zweihundertachtzig Kilometer im Umkreis blieb Todesgefahr durch die Strahlung, gab es Brände durch die Glut, Zerstörungen durch den Druck.

Stafford schloß die Augen, doch die Bilder verfolgten ihn. Er sah Lebewesen in Menschengestalt, die zu Staub vergingen, die wie Fackeln aufflammten oder denen das Fleisch bei lebendigem Leibe vom Skelett fiel. Er hörte Stahl zerreißen, Beton brechen, meterdicke Stämme splittern. Keiner war sicher, keiner blieb verschont, denn der strahlende Staub drang in alle Ritzen, vergiftete die Luft und das Wasser und würde den letzten Titanen finden, wohin er sich auch flüchtete.

Stafford war fast wahnsinnig. Die Erde! Wenn die Erde das gleiche Schicksal träfe — er hatte sie nicht gewarnt!

Um seinen Visionen zu entgehen, öffnete er die Augen. Auf dem Bildschirm wuchsen hutförmige Gebilde aus der Wasserfläche des titanischen Meeres. Sie sahen zierlich aus, mußten aber Hunderte von Kilometern hoch sein. Er zitterte am ganzen Körper. Nahm denn das Grauen kein Ende? Wenn Sprengköpfe mit Zeitzünder darunter waren, die erst auf dem Meeresboden zündeten, dort, wo der Druck kilometerhoher Wassermassen die Materie verdichtete. Der Wasserstoff des Meeres mußte sich entzünden. Unermeßliche Wassermassen würden sich in Helium umwandeln, wobei je Gramm neuentstandenen Heliums eine Wärmemenge frei würde, wie man sie durch das Verbrennen von eineinhalb Eisenbahnwagen hochwertiger Kohle gewinnt. Atombrand sagte man dazu, und das hieß: sich selbsttätig fortsetzende, unkontrollierbare und unaufhaltsame Kettenreaktion, anwachsend wie eine Lawine.

Auf dem Bildschirm wuchsen noch immer die hutförmigen Gebilde aus dem titanischen Meer. Plötzlich schoß eine flammende Wassersäule zwischen ihnen empor, dehnte sich aus, verschlang die andern Gebilde, wuchs und wuchs. Das Meer bäumte sich auf und begann zu brennen. Das Feuer trat über die Ufer und raste über den Kontinent. Der Bildschirm zeigte eine glühende Kugel.“

[aus: Eberhardt del‘ ANTONIO: Titanus . Zukunftsroman, Verlag: Das Neue Berlin, 1959]

Ich wünsche mir nichts so sehr, als dass die Menschen, die ich liebe, ruhig schlafen können. Deshalb musste ich diesen Artikel schreiben. Ich bin mir sicher, dass es nicht nur mir so geht, und vielleicht hilft seine Verbreitung ein klein wenig dabei, das Undenkbare nicht eintreten zu lassen. Bitte …

Danke für Ihre Zeit.

Rainer Sonnberg

Bitte bleiben Sie achtsam und werden Sie mutig, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel des Autors Rainer Sonnberg ist bei Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er – einschließlich der Primärquelle – gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Die Erstversion dieses Artikels hat der Autor auf seinen Blog rsonnberg.de unter dem Titel „Wenn es Winter wird“ veröffentlicht.

(Titelbild) Kind, Atombombe, Bombe; Autor: Ofjd125gk87 (Pixabay); 01.10.2015; https://pixabay.com/de/illustrations/atombombe-verlassen-allein-angst-966008/; Lizenz: Pixabay License

36 Gedanken zu „Perspektiven des Nichtstuns“
  1. Wissen ist Macht! Und wenn es einer Gruppe von Menschen gelingt, das absolute Wissen von der Zerstörung zu erlangen, während es dem Rest der Menschheit verborgen bleibt, dann wird diese Gruppe die Welt beherrschen.
    .
    Wenn ich das mit meinem Halbwissen noch richtig zusammenbringe, dann war es so, dass die USA in den 1940er Jahren, unter maßgeblicher Hilfe deutscher Physiker, als erstes eine funktionsfähige Atombombe gebaut hatten. Allerdings gab es im Team der Entwickler der ersten Atombombe Menschen, die sofort die damit verbundene Gefahr erkannt hatten, wenn nur eine einzige Nation über solch ein Machtmittel verfügt. Deshalb hatten sie den Russen die Pläne zum Bau der Atombombe zugespielt.
    .
    Das verrückte dabei war aber, dass die russischen Wissenschaftler trotz der Pläne zum Bau der Bombe, nicht in der Lage waren diese zu bauen, weil sie die Pläne nicht verstanden bzw. lesen konnten. Erst mit Hilfe eines norwegischen Physikers und Nobelpreisträgers gelang es schließlich, die Pläne zum Bau der Bombe zu lesen und diese fertig zu bauen. Damit war die für einen gewissen Zeitraum existente Gefahr, dass die USA die Welt beherrschen könnten, und diese Möglichkeit mit Sicherheit auch genutzt hätten, gebannt.
    .
    Russland wurde damit sozusagen zum natürlichen Gegengewicht zu den USA, die die Welt sonst wahrscheinlich in den atomaren Abgrund geführt hätten. Russland hatte damit eine Rolle, die sie bis heute innehaben, ob sie wollen oder nicht.
    .
    Im Artikel wird recht eindrucksvoll beschrieben, was geschieht, wenn es zum Einsatz von Atombomben käme. Dabei sollte eigentlich jedem Menschen klar werden, dass kein „NORMALER MENSCH“ sich jemals dazu entschließen könnte, Atomwaffen einzusetzen. Aber sind wir deshalb außer Gefahr? Natürlich nicht! Das wird sofort klar, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele Verrückte in entscheidenden Positionen tätig sind. Dabei ist das nicht mal die größte Gefahr. Die GRÖSSTE GEFAHR geht m.E. davon aus, dass der EINSATZ von Atomwaffen AUS VERSEHEN ausgelöst werden könnte. Da reicht schon ein technischer Defekt, z.B. in den Überwachungssystemen, die die Starts von Raketen melden. Oder ein Fehler in der Software eines zur Überwachung eingesetzten Computersystems, das fälschlich einen Angriff mit Atomraketen meldet.
    .
    Wer das nicht glaubt, sollte sich an einen Vorfall erinnern, der im Herbst 1983 stattfand. Dabei hatte auf russischer Seite eine Computermeldung über anfliegende Interkontinentalraketen binnen Minuten eine Entscheidung über einen Gegenschlag erforderlich gemacht. Der diensthabende Offizier Stanislaw Petrow behielt die Nerven und bewertete die plausible Information des als zuverlässig geltenden Systems aus einem Bauchgefühl heraus als Fehlalarm. Für diese Entscheidung, die uns allen das Leben gerettet hat, wurde der Offizier später sogar bestraft…
    https://www.heise.de/tp/features/Stanislaw-Petrow-und-das-Geheimnis-des-roten-Knopfs-3381498.html
    .
    Wer den Artikel gelesen hat, versteht, wie knapp es damals schon war. Dabei hatte Stanislaw Petrow derzeit noch einige Minuten Zeit, zu überlegen. Und zu diesen Überlegungen gehörte u.a., dass sie Stanislaw Petrow gedacht hat, dass die USA niemals mit nur einer Rakete angreifen würden, sondern mit Hunderten. Heute, im Zeitalter der Hyperschallwaffen hätte er diese Zeit nicht gehabt, sondern sofort reagieren müssen. Ganz abgesehen davon, dass auch diese letzte Entscheidung, wie Ped hier geschrieben hat, inzwischen vollständig automatisiert ist.
    .
    Dazu noch ein Wort: Wenn ich das richtig verstanden habe, wird die Entscheidung zum Gegenschlag von Überwachungssystemen getroffen. Der Präsident und der Mann mit dem Laptop im Koffer, können diesen Gegenschlag dann innerhalb eines gewissen Zeitrahmens noch verhindern, aber sie lösen ihn nicht aus.
    Bitte korrigieren Sie mich, wenn das falsch ist.
    .
    Passend zum Thema…
    https://www.paulcraigroberts.org/2014/05/30/lethality-nuclear-weapons/
    deutsch übersetzt…
    https://www-paulcraigroberts-org.translate.goog/2014/05/30/lethality-nuclear-weapons/?_x_tr_sl=auto&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de

    1. Korrektur: „Ganz abgesehen davon, dass auch diese letzte Entscheidung, wie RAINER SONNENBERG hier geschrieben hat, inzwischen vollständig automatisiert ist.“
      .
      Ich bitte diesen Mangel an Aufmerksamkeit zu entschuldigen.
      .
      Interessant finde ich die hier im Kommentarbereich aufgeworfene Frage, ob es richtig ist, auf die Gefahr aufmerksam zu machen, auch wenn damit Angst erzeugt wird.
      .
      Ich denke, wenn man sich bewust macht, wer eigentlich wirklich hinter (allen?) Kriegen steckt, die Gefahr eines Atomkrieges doch eher gering sein dürfte. Oder anders ausgedrückt: Mit der Entwicklung der A-Bombe, müsste die Gefahr eines Krieges schlechthin sinken, aber nur, wenn alle über diese Waffe verfügen oder wenigstens unter dem Schutzschirm eines Landes stehen, das über die A-Bombe und entsprechende Trägersysteme verfügt. Ich hatte mal vor längerer Zeit einen Kommentar dazu geschrieben, der heute sicher noch genau so gültig ist…
      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2018/03/17/massenflucht-aus-der-suedlichen-ost-ghouta-tasche/#comment-42800
      .
      Der Unterschied zu heute ist wohl der, dass sich die Gefahr eines Atomschlages aus Versehen, mit der Realisierung von Hyperschallraketen, eher noch gestiegen ist. So wie ich das sehe, ist das die größte Gefahr.

  2. Kleiner Witz am Rande: Der Grund warum ich lieber intensiv mit Leuten diskutiere, die an eine flache Erde glauben, als mit den Intellektuellen, die erstere auslachen, ist der, das erstere mir niemals ballistische Raketen um die Ohren hauen können. Die Treffen einfach nicht. Die ballistischen Raketen der letzteren aber möglicherweise schon.

  3. Lieber Herr Sonnberg,
    bedingte Zustimmung meinerseits!
    An dem von Ihnen beschriebenen Punkt waren wir als Menschheit schon mehrfach – und et hätt noch immer jot jejange?! Nein – natürlich bin ich nicht dieser Ansicht, vielmehr leuchtet es auch jedem in Statistik nicht bewanderten ein, daß, wenn man oft genug mit dem Feuer spielt, es irgendwann richtig brennen wird.
    Seneca sagte einst: „Der Mensch stirbt nicht, er bringt sich um!“ Für Seneca traf das zu, für die vielen Gewaltopfer in der Menschheitsgeschichte gleichermaßen. (Seneca zählte zu den Stoikern, war daher sein Suizid eine Ausgeburt seiner Weisheit? Darüber ließe sich trefflich streiten.)
    Ist das also auch das unserer Spezies vorbestimmte Schicksal? Würde das auch das von Fermi 1945 benannte „Schweigen des Universums“ erklären?
    (Ich warte jedenfalls noch immer auf die erste TV- Serie mit echten außerirdischen Darstellern; dafür würde ich sogar wieder den Fernseher einschalten. Wie weit draußen sind derzeit eigentlich die Waltons?)
    Zu Ihrem Beitrag möchte ich folgende Thesen formulieren:
    – Der von Ihnen beschriebene, von menschlichen Entscheidungen weitgehend unabhängige Automatismus der Auslösung von Atomwaffen kann beim Leser letztlich nur Fatalismus erzeugen, ein Gefühl der Unausweichlichkeit, welchem man vornehmlich mit Verdrängung begegnet, etwas, das der Mensch hervorragend kann:
    https://speerspitzedeswiderstands.wordpress.com/2022/03/13/gibt-es-gar-keine-atombomben/
    – Gaia wird auch die Zündung sämtlicher Atomwaffen überleben (der Mensch eher nicht, allenfalls etwa die Sentinelesen auf ihrer Insel im Indischen Ozean, die konsequent als Jäger und Sammler leben); nach allem, was wir wissen, stirbt sie in ca. 500 Millionen Jahren, dann, wenn durch die Aufblähung unserer Sonne zum Roten Riesen die Umlaufbahn der Erde nicht mehr in der habitablen Zone sein wird. Ob es dann wohl noch Menschen gibt, die in der Lage sein werden, auf den Saturnmond Titan umzuziehen, der dadurch so langsam auftaut? Sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig unmöglich.
    – Was ist demzufolge unsere Aufgabe, wenn gegen den Automatismus der Auslösung von Atomwaffen Widerstand reichlich sinnlos erscheint?
    Beim Widerstand gegen die Coronamaßnahmen hoffte man zwar vergeblich auf einen 1989- Moment, dennoch gäbe es ohne diesen vermutlich weiter Maulkorb in allen Bereichen, Testpflichten und auch allgemeine Zwangsspritzung. Fazit: Der Widerstand wirkt(e) durchaus, aber allenfalls indirekt (und die Aufarbeitung wird nicht juristisch erfolgen, sondern den Historikern vorbehalten sein, sofern es diese dann noch gibt).
    Wo setzen wir also an? Zunächst einmal pflanzen wir für die Psyche Luthers Apfelbaum – klar! Danach engagieren wir uns gegen den Ukrainekrieg (und alle anderen militärischen Konflikte auf der Erde, z. B. auch den nahezu vergessenen Krieg im Jemen), treten für die Aussöhnung mit Rußland ein (wieder einmal!), werden entgegen Steinmeiers Worten nicht konflikt- sondern friedensfähig (wieder einmal!) und verringern somit das Risiko der Auslösung des atomaren Automatismus (wieder einmal!). Was dazu im einzelnen erforderlich sein wird – da seien der Kreativität keine Grenzen gesetzt (hoffentlich wieder einmal!).
    Herzlich, Steffen Duck!

  4. OFF TOPIC – Pepe Escobar: Scholz in Peking – darum geht es wirklich
    .
    Die Scholz-Karawane pilgerte nach Peking, um im Wesentlichen die vorbereitenden Schritte für die Ausarbeitung eines Friedensabkommens mit Russland einzuleiten – mit China als privilegiertem Vermittler.
    .
    Mit seinem unnachahmlichen Gespür für Wirtschaftsanalysen mit historischem Tiefgang zeigt die neuste Abhandlung von Professor Michael Hudson…
    https://thesaker.is/germanys-position-in-americas-new-world-order/
    deutsch übersetzt…
    https://thesaker-is.translate.goog/germanys-position-in-americas-new-world-order/?_x_tr_sl=auto&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de
    .
    … die ursprünglich für ein deutsches Publikum geschrieben wurde, eine erstaunliche Parallele zwischen den Kreuzzügen des Mittelalters und der gegenwärtigen „regelbasierten internationalen Ordnung“ auf, die vom Hegemon auf der anderen Seite des Atlantiks auferlegt wurde.
    .
    (…)
    .
    Berlin – Moskau – Peking
    Solide deutsche Wirtschaftskreise widersprechen der „Botschaft“ der DGAP an Scholz zur China-Reise. Der Gesellschaft zufolge pilgerte die Scholz-Karawane nach Peking, um im Wesentlichen die vorbereitenden Schritte für die Ausarbeitung eines Friedensabkommens mit Russland einzuleiten, mit China als privilegiertem Vermittler. Dies ist geopolitisch und geoökonomisch so brisant, wie man es sich nur vorstellen kann. Wie ich in einer meiner früheren Kolumnen betont habe, unterhielten Berlin und Moskau einen diskreten Kommunikationskanal aufrecht – über Gesprächspartner aus der Wirtschaft –, bis die üblichen Verdächtigen in ihrer Verzweiflung beschlossen, die Nord Stream-Pipelines in die Luft zu sprengen. Bühne frei für die mittlerweile berüchtigte SMS von Liz Truss an Tony Blinken, eine Minute nach den Explosionen: „Es ist erledigt.“
    .
    Aber da ist noch mehr: Die Scholz-Karawane versucht möglicherweise, einen langen und komplizierten Prozess einzuleiten, um die USA schließlich durch China als Hauptverbündeten zu ersetzen. Man sollte nie vergessen, dass Deutschland – genauer gesagt das Ruhrgebiet – der wichtigste Handels- und Konnektivitäts-Terminal für die chinesische Belt & Road-Initiative in der EU ist….
    .
    ganzen Artikel lesen…
    https://de.rt.com/meinung/153578-von-berlin-nach-peking-wahre/

  5. an Rainer Sonnberg und Steffen Duck
    sowie natürlich and Peter Frey

    ich bin grundsätzlich ein hoffugsvoller Mensch — A B E R – ja, hier ist wohl doch eher die düstere Vorstellung wahrscheinliche Zukunft
    trotzdem, laßt uns (die aufmerksamen Geister) alle zusammenhalten und uns N I C H T spalten…………….
    ob und Das gelingen wird???????????????
    esw sgibt so viele gute Bewegungen – aber jede kocht ihr eigenes Süppchen —- SCHADE!!!!!!!!!!!!!!!!
    also nun noch Dank an die oben genannten Menschen und viele gute Wünsche mit recht freundlichen Grüßen
    Helmut Weber
    .
    .
    Lieber Helmut Weber, Ihre personenbezogenen Daten habe ich aus Datenschutzgründen mal aus dem Kommentar herausgenommen. So es Ihnen um Vernetzung geht, kann ich das für Interessenten gern vermitteln.
    Herzlich, Ped

  6. „die erste Kernwaffe, die irgendwo auf unserer blauen Kugel detoniert, wird eine Spirale von Aktion und Gegenaktion in Gang setzen, die nicht mehr aufzuhalten ist.“
    Diese Todes-Spirale ist wahrscheinlich, aber es gab schon während des Kalten Krieges Gerüchte/Szenarien über eine (abgesprochene) Begrenzung der Explosionsorte, etwa in Richtung: sowohl UdSSR als auch USA ein gewisses (Kern-)Überleben zu ermöglichen. Deutschland war allerdings in allen Szenarien am Ende „platt“.
    Übrigens gibt es kein Naturgesetz, demzufolge hierzulande nur russische Atombomben explodieren könnten. Manche glauben, US-Bomben würden sich weigern, in Good Old Germany oder gar Heidelberg zu zünden, aber das stimmt nicht.

    „ob diese Klugheit der Mitglieder unserer Regierungen noch immer die eines John. F. Kennedy und eines Nikita Chrustchov ist.“
    Die waren, wenn man das so sagen darf, durch ihre Kriegserlebnisse ‚geimpft‘ gegen blinde Rot-Knopf-Drückerei; Unter den heutigen Politikern gibt es viele, die Krieg nur vom (Computer-)Bildschirm her kennen. In einigen Schmalspur-Gehirnen hat sich daher „eingeschliffen“: Blut und Gedärme spritzen nur hinterm Bildschirm und ein Neues Leben ist immer nur einen Tastendruck/Mausklick entfernt.

    Insgesamt ein gelungener Artikel, aber im Moment kommt leider noch so gute Qualität nicht gegen die Quantität der Kriegshetzer-Medien an.

  7. Lieber Steffen Duck,
    es gäbe viel, was ich zu dem Thema „Auslösung von Fatalismus“ sagen könnte. Hier nur sovo viel: Ich denke, dass man Menschen auch – neben vielem anderen -in zwei Kategorien einteilen kann: Die, die im Angesicht des Todes schicksalsergeben zur Schlachtbank schreiten (erleben wir das nicht seit zwei Jahren gerade?) und diejenigen, die sich aufrichten und kämpfen. Letzteren Stoff zum Nachdenken zu geben, sie ein bisschen aufzurütteln, ist der Sinn meines Artikels. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. Übrigens – Erstere sind ohnehin verloren. Das waren sie schon immer …
    Kant hat das schon perfekt auf den Punkt gebracht:
    „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.“

  8. Ich muss ehrlich sagen, mich hinterlässt ein solcher Artikel eher ratlos.
    Das in der Einleitung angekündigte Versprechen, es ginge in dem Artikel v.a. um ‚uns‘ (bzw. den Menschen), wird nur bedingt eingelöst. Für mich liest sich der Text eher wie eine Art Angstporno, den ich in der bzw. einer ähnlichen Form im Grunde schon seit Jahrzehnten kenne. Das Gesagte ist nicht neu und wurde ja schon in vielen Filmen thematisiert (die bekanntesten Beispiele dürften wohl u.a. „The day after“ oder „Terminator 2 – Judgement day“ sein).
    Ich bin weit davon entfernt, die Augen vor etwas zu verschließen, die aktuelle Situation zu verharmlosen oder mich irgendwelchen Illusionen bezüglich der Dummheit, Skrupellosigkeit, des Opportunismus uvm. so einiger ‚Verantwortlicher‘ hinzugeben. Aber wozu dient dieser Text ?
    Wir wurden (nicht nur) in den letzten 2,5 Jahren politisch und medial mit ausreichend Angst ‚gefüttert‘. Braucht es das in dieser Form auch noch von der ‚kritischen‘ Seite ? Viele der alternativen Seiten haben sehr viel zur Aufklärung so einiger Dinge beigetragen, und dafür bin ich sehr dankbar. Was m.M.n. allerdings immer wieder etwas ins Hintertreffen gerät, sind Artikel, die auch mal Perspektiven und wirkliche Alternativen zu unserer jetzigen Lebenswelt aufzeigen.
    Man möge mich nicht mißverstehen : mir geht es nicht darum, irgendwelche Handlungsanleitungen serviert zu bekommen. Aber vielleicht auch ab und an ein Fünkchen Hoffnung (das ist bei einem ausgemachten Pessimisten wie mir auch ein gewisses Paradox…) vermittelt zu bekommen, jenseits aller rosaroten Brillen.
    Der obige Artikel ist m.E. eher weniger dafür geeignet. Die intendierte (?) Wirkung, es nicht zu diesem „Undenkbaren kommen zu lassen“, wird durch das beschriebene Albtraum-Szenario konterkariert und ist eher dafür geeignet, Hoffnungslosigkeit aufkommen zu lassen. Und die lähmt bekanntlich.

    1. Ja, Scarum, ich kann Ihre Gedanken nachvollziehen. Der Autor hat im vorherigen Post, versucht, diesen Widerspruch aufzulösen. Mir war dieser auch bewusst und deshalb zögerte ich, den Text zu veröffentlichen. Der Vortext ist auch von mir. Aber ich teile die Meinung des Autors, dass ein solcher Text auch ein Aufwecker für die eher Bequemen sein kann.
      Herzlich, Ped

    2. Ich habe seit Beginn des Maßnahmenmassakers vor 2 1/2 Jahren Alpträume von Lichtblitzen, die alles auslöschen. Ich habe diesen Bezug damals von Anfang an hergestellt, weil ich mit der antirussischen Propaganda genauso vertraut war wie mit der Antijüdischen: „Juden verbreiten Krankheiten“ und über Dresden die Bewegung von Militärmaschinen(!) beobachte – sowohl Flugzeuge (bemerkt man selten) als auch Hubschrauber (sollte man nicht für möglich halten wie oft die da sind – vor 2 Wochen flog einer 100m über Strießen). Und weißt du, seit 5 (FÜNF!!) Jahren fliegen die praktisch alle nach Osten. Also der in 100m Höhe nicht. Der hatte sicher nen anderen Auftrag.
      Seit einem halben Jahr suche ich verzweifelt nach Gelegenheiten mal etwas lachen zu können. Ich finde einfach nichts mehr. Selbst auf dem Rummel mit meinen Kindern muss ich schauspielern.

      Der erste Teil des Textes hier hat mich mal wieder lachen lassen. Obwohl ich gar nicht so genau sagen kann, wo das herkam.
      Der zweite Teil gibt meinen Ängsten ein zu Hause. Einen Ort wo sie sein dürfen und nicht ausgelacht werden.

      Beides empfinde ich als hilfreich. Ich möchte allerdings daraus keinen Anspruch ableiten, dass der Text dir auch helfen möge – nur aufzeigen, dass er vielleicht in unterschiedliche Leben unterschiedlich rein passt.

    3. Mich hat der Artikel dazu gebracht zu googlen wieviele eigentlich zwischen den Interessen der Eliten und den Interessen des Volkes stehen in Deutschlad: Ca. 200.000 Polizisten und 200.000 Soldatinnen. ‚Lach*

      Das kann kaum reichen um eine Bevölkerung unter Kontrolle zu halten im Fall der Fälle, nicht mal der Raum Berlin könnte kontrolliert werden vermutlich, wenn die Masse beginnen würde bei politischen Theater nicht mehr weiter mitzumachen, weil es mittelfristig nicht mehr sieht, wie Gehorsam und Konformimsus den Status quo (noch) sichert.

      Und ich denke man muss sich immer klar machen wie groß die Verlustangst bei den Eliten momentan ist, nie größer war und dass die Drohung mit Atomkrieg zwar eine allerletzte Trumpfkarte ist, diese aber nur einmal ausgespielt werden könnte. Danach hätte Sie gegenüber den verfeindeten Staaten und auch der Bevölkerung als Gehorsamsfessel ihre Wirkung verloren. Denn jemand der mit totaler Vernichtung droht, kann weder Augenhöhe, Glaubwürdigkeit noch moralische Überlegenheit selbst gegenüber einfachsten Gemütern mehr behaupten geschweige denn gegenüber Staatslenkern wie Putin oder Xi Jinping.

      Ich hatte hier https://peds-ansichten.de/2022/10/die-strategien-der-einzigartigen/#comment-40652 kommentiert, dass das Auspielen dieser Trumpfkarte für die USA einem Offenbarungseid gleichkäme, dass ihre Massenmedien- und Hollywood-Propaganda im Grunde medientechnisch weltweit ein zahnloser Tiger geworden ist. Der Westen kämpft nur noch alleine und für sich und gegenüber seinem Wahlvolk um Deutungshoheit, auch wenn 80% der restlichen Welt es im Grunde schon nicht mehr interessiert.

      Wirklich spannend ist eigentlich nur noch wie lange diese Deutungshoheit und Angstpropaganda gegenüber der eigenen westlichen Bevölkerung perpetuiert werden kann, wann dieser ganze Kuchen in sich zusammenfällt, weil die Menschen größere eigene Probleme bekommen werden als für die Ukraine zu frieren. Das die USA einen Atomkrieg in Europa induzieren, auch der Artikel im Rubikon https://www.rubikon.news/artikel/nord-stream-und-die-zeitenwende wie mein verlinkter Kommentar kommt zu dem Schluss, dass die USA sich das nicht leisten kann. Danach wären sie völlig isoliert und Europa müsste sich gen Eurasien orientieren um nicht zu einem Dritte Welt Land zu verkommen und wirtschaftlich irgendwie noch überlebensfähig zu bleiben.

      Von daher spendet der Artikel hier, wenn man ihn als Leser zu Ende denkt eigentlich Hoffnung, mir zumindest, dass dieses Horrorszenario eigentlich völlig abwegig ist, besonders aus US-Sicht. Man könnte einwenden, dass die USA schon 2x Atombomben eingesetzt haben, das war aber eher eine historische Möglichkeit und Singularität m. M. zu dem Zeitpunkt, die Sie nicht auslassen konnten und da Sie auch keine negativen Effekte für sich befürchten mussten. Einen Atomkrieg in Europa dagegen induzieren käme einer Selbstkapitulation der US-Hegemonie gleich bin ich mir sicher. Der Einstellung und Aufgabe des US-Geschäftsmodells Unterjochung und Angsthypnose der westl. Bevölkerungen.

  9. Etwas OT (aber auch nur ein bißchen) :
    Was übrigens die scheinbar so in Stein gemeißelten ‚wissenschaftlichen‘ und (astro-) physikalischen Erkenntnisse betrifft : dazu hat m.M.n. Jochen Kirchhoff ein paar denkwürdige kritische Anmerkungen gemacht.
    Ich kann seine entsprechenden Bücher diesbezüglich nur empfehlen. In diesem Zusammenhang natürlich v.a. „Räume, Dimensionen, Weltmodelle“, aber ebenso „Was die Erde will“, „Die Anderswelt“ und „Die Erlösung der Natur“.

  10. Moin und vielen Dank.
    Mit vielk Aufmerksamkeit habe ich die erfrischend sachlichen Kommentare hier gelesen, vor allem die kritischen. Sie haben mich zum Nachdenken angeregt. Ich werde heute an alle Kollegen meiner Firma einen Link zu dem Artikel schicken, zusammen mit einem Anschreiben. Das konnte ich nur so formulieren, weil ich Ihre Kommentare gelesen und hoffentlich begriffen habe.

    Ein herzliches Danke dafür!

    „Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Vor mehr als dreihundert Jahren sagte das Emanuel Kant und läutete damit das Ende des Mittelalters und den Beginn der Aufklärung ein. Heute würde er wahrscheinlich nur sagen: „Mach die Glotze aus!“
    Seit zweieinhalb Jahren erzählt man uns da die Geschichte von Corona und es war, als läge neben jedem Politiker, neben jedem Moderator im Fernsehen, neben jedem Schreiberling und jedem angeblichen „Experten“ eine Spritze, die mit der Spitze auf uns zeigte. Und ihre Geschichte lautete: Sie ist gut für uns. Unsere Nachfahren werden das vermutlich anders sehen, aber das ist nur meine Meinung. Geschichten kann man glauben oder auch nicht, da hat jeder seine Entscheidung für sich getroffen.
    Doch jetzt liegt eine Pistole auf dem Tisch, gespannt, geladen und eine Patrone ist bereits in der Kammer. Die geringste Erschütterung, die Kugel rast aus dem Lauf und allein der Glaube an Geschichten wird sie nicht aufhalten. Das kann nur Wissen, aus dem Handeln wächst.
    Denn niemand will die Pistole sehen. Niemand will darüber reden, dass die Existenz der gesamten Menschheit auf der Kippe steht. Und nein, ich meine nicht die Klimakatastrophe, die ja nach den Modellen von angeblichen „Experten“ hätte schon vor zehn Jahren eintreten sollen. Alle Politiker und Journalisten, die bei Corona nicht genug reden konnten, sind auf einmal so still. Wie Kinder, die mit Streichhölzern spielen und wir lassen sie gewähren.

    Jeder wird für sich eine Entscheidung treffen müssen, nachdem er diesen Artikel gelesen hat und ja, seinen Inhalt zu ignorieren, ist auch eine: Ob er sich weiter mit gesenktem Kopf in einen möglichen Abgrund steuern lassen will oder ob er nicht doch vielleicht etwas tun sollte, und sei es auch nur, aufzuhören, Menschen zu vertrauen, nur weil sie im Fernsehen auftreten, in der Zeitung schreiben oder in der Regierung sitzen.

    ARD, ZDF und weitere große Medien haben den Artikel abgelehnt. Natürlich, was hätten sie sonst tun sollen? Sie sind es doch, die den Elefanten im Raum weglügen, gemeinsam mit denen, die sie genau dafür bezahlen. Zu denen sagte Paul Sethe, Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 1965: „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“
    Ich finde, es wird Zeit, dass das aufhört. Es wird Zeit, dass wir unseren Kopf zum Denken benutzen und nicht mehr andere für uns denken lassen. Es wird Zeit, dass wir gegen die Lüge aufstehen und das, was in diesem Artikel beschrieben wird, verhindern. Denn es ist möglich, noch immer, daran glaube ich nicht nur, ich weiß es!
    Also: Machen wir die Glotze aus und schlagen ein Buch auf. Welches? Tja, da geht es schon los mit dem selbst Denken …

    1. „Niemand will darüber reden, dass die Existenz der gesamten Menschheit auf der Kippe steht.“
      Um den etwas älteren Begriff der Apokalypse-Blindheit (Günther Anders) aufzugreifen: Sie können es nicht sehen, da gibt es wohl bei den meisten eine „festverdrahtete Abschaltvorrichtung“ im Gehirn. Ein bisschen in diese Richtung geht auch das obige „et hätt noch immer jot jejange?!“ (Steffen Duck) – ein Spruch, der meines Wissens sogar in Köln auf keinem Grabstein steht.
      Seit Corona denke ich mir selber Sprüche bzw. Slogans aus, manchmal mit einem Hauch von Zen:
      Das Ende ist nah! Kauft 10-jährige Staatsanleihen!

    1. Es ist immer schön, wenn zu einem Link noch Hintergrundinfos wie etwa Autor(en), Titel, Veröffentlichungs-Daten oder Inhaltliches angegeben werden. Vor allem für abgehängte Leute wie mich, die die Finger von „Du-Rohr“ lassen wollen. Oder ein paar Stichwörtern mittels denen man vielleicht eine andere Veröffentlichung etwa auf Odysse oder Wikitube findet.

      Sonst ist da so wie mit einer Schachtel Pralinen auf dem Schrank ganz hinten oben: macht man sich die Mühe da ran zukommen und stellt erst nach dem Aufmachen der Schachtel fest, dass die Pralinen alt und madig sind, dann ist das schon ärgerlich.

  11. Ich möchte vorausschicken, dass ich mich – biografisch gesehen – eher auf der Zielgeraden befinde. Ich habe genug gelesen und studiert, um mich im allgemeinen in meinem Urteil, meinen Bewertungen einigermaßen sicher zu fühlen.

    Und dennoch, zur Gefahr eines nuklearen Armageddons finde ich keine Einstellung. Allein die Meldung, dass die USS Rhode Island (das größte nuklear bewaffnete Unterseeboot der US- Marine), wie heute von einem grün-schwarz gelabelten östlichen Medienoutlet berichtet, mit dem mutmaßlichen Ziel Schwarzes Meer in Gibraltar gesichtet wurde, kann mir komplett den Tag versauen (außer dass ich einmal mehr an Ernst Busch erinnert werde: Go home, Ami, Ami go home; spalte für den Frieden dein Atom).

    Wie viele Atomwaffen hat dieser Dreckskahn an Bord? Ausgelegt ist er für 24 ballistische Raketen und 200 (!) atomare (!) Sprengköpfe. Sind weitere dieser “Reiter der Apokalypse” – so werden sie im Schurkenstaat Nr.1 anerkennend bis stolz bezeichnet – in Lauerstellung? Immerhin haben die USA davon achtzehn Stück. Und – nicht zu vergessen – wurde eben von der Biden-Administration eine neue Nuklearstrategie eingeführt, die “einen atomaren Erstschlag explizit nicht ausschließt. Vielmehr hält sie sich einen nuklearen Angriff für den Fall offen, dass ‘vitale Interessen’ der USA oder verbündeter Staaten bedroht sind – ‘unter extremen Bedingungen’, wie es heißt; das kann auch ein konventioneller Angriff sein.” (German Foreign Policy).

    Ist das nicht erfrischend? Hauptsache die Nazimedien von ARD bis Zeit bellen sich jeden Tag mit der angeblichen atomaren Drohung Putins in den Schlaf.

    Insofern bin ich mit Sacrums Kommentar d’accord. Die von Rainer Sonnberg beschriebenen Auswirkungen einer atomaren Explosion sind mir seit vielen Jahren bekannt; Hoimar von Ditfurth hat darüber geschrieben (So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – Es ist soweit. | Kapitel: Eine Atomexplosion in Zeitlupe). Man könnte auch Günther Anders zitieren.

    Dazwischen mischen sich Gedanken zu den stummen Spannern vom sogenannten Verfassungsschutz. Juckt es sie in den Fingern, diesen “verfassungsschutzrelevanten Delegitimierern” des kriegsgeilen Scholzregimes hier das Handwerks zu legen? Für eine Prämie, einen Orden oder die nächste Sprosse auf der Karriereleiter? Kapieren die wirklich nicht, wessen Geschäft sie betreiben? Und dass sie und ihre Familien mit verrecken werden, wenn, um nur mal ein Beispiel des Neuen Entarteten Deutschlands zu nennen, Marie-Agly Strack-Sensenmann reüssiert?

    Noch einmal @ Sacrum:
    “Was m.M.n. allerdings immer wieder etwas ins Hintertreffen gerät, sind Artikel, die auch mal Perspektiven und wirkliche Alternativen zu unserer jetzigen Lebenswelt aufzeigen.”

    Das ist wohl die schwierigste Frage. Albrecht Müller hat sie so beantwortet: Die Revolution ist fällig, aber sie ist verboten. Die Russische Föderation zahlt für ihre Zukunft und ihre Perspektiven derzeit mit dem Blut ihrer Soldaten. Davon sind wir noch weit entfernt. Imho (als Robert-Kurz-Adepten) kann es im Rahmen des derzeit herrschenden neokonservativen Regimes allerdings keine lebenswerte Zukunft geben.

    Deshalb gilt meine ungeteilte Sympathie (fast) jeder Form von Widerstand. Und deshalb möchte ich abschließend mit einigen Links an die gegen den internationalen Coronaterror gerichteten Flashmobs vom Frühjahr 2021 erinnern, initiiert vom großartigen HK & les Saltimbanques.

    Bei allem Ungemach empfinde ich große Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber. Es beinhaltet auch nach wie vor eine Hoffnung, dass Dinge vielleicht geändert werden können.

    () https://www.youtube.com/watch?v=T9o8UfIqS0U

    () https://www.youtube.com/watch?v=wIuEh-cm6J0

    () https://www.youtube.com/watch?v=iWXp69-C8IQ

    1. @MSC
      Kann Ihnen da in vielem nur beipflichten.
      Was allerdings die Geschichte mit der USS Rhode Island betrifft, bin ich mir nicht so sicher, ob das nicht auch wieder zu irgendeiner kranken Strategie gehört. Denn wenn die Amis eins können, dann ist es : Show.
      Daß es politisch und medial (wahrscheinlich nicht nur) in den letzten Jahren v.a. darum ging, Angst zu verbreiten, darüber dürfte wohl allgemeiner Konsens bestehen. Man bindet damit Aufmerksamkeit, kann hübsch ablenken von den Sauereien, die im Hintergrund ablaufen und versucht, mit der erwünschten Schockstarre so viele Menschen wie möglich zu lähmen, Verzweiflung/Hoffnungslosigkeit zu streuen und somit jegliche unerwünschten Aktivitäten zu unterbinden. Das dürfte allerdings trotz aller sorgfältigen Planung und Professionalität nur bedingt bzw. für einen bedingten Zeitraum funktionieren (auch wenn dieser Zustand schon viel zu lange anhält und im Zweifelsfalle auch noch ein paar Jahre dauern wird); denn entgegen der offensichtlichen Meinung vieler Technokraten lässt sich das Leben eben nicht in allen Einzelheiten berechnen (allein eine solche Vorstellung halte ich schon für völlig gestört und absurd).
      Und wenn man sich dann mal die Entwicklung vieler Hollywood-Filme (und da v.a. z.B. das Superhelden-Genre)
      anguckt, ging es doch immer wieder v.a. um eins : das übliche ‚bigger, better, faster, more‘. Warum sollte es bei der politischen und medialen PR-Show anders laufen ?
      Das schließt die Möglichkeit einer realen Katastrophe natürlich nicht aus (warum muss ich ausgerechnet jetzt an Dr. Strangelove denken ?), aber wenn es wirklich so käme, was könnte ich schon dagegen ausrichten ?
      Richtig, gar nichts. Und insofern habe ich nicht die geringste Lust, mir auszumalen, was alles passieren könnte und mein Leben in ständiger Angst zu verbringen. Denn dann hätten gewisse Strategen ihr Ziel erreicht.
      Und eine meiner vorherrschenden Emotionen in den letzten 2,5 Jahren war sowieso viel eher die Wut. Und Ekel.
      Vor dem, was Menschen anderen Menschen (bzw. Wesen) immer wieder bereit sind, anzutun. Und wieviel sich andere immer wieder gefallen lassen.

  12. Ich bin Rainer Sonnberg sehr dankbar für seinen Artikel. Was mich bislang davon abhielt, ihn weiterzuleiten – und zwar an Bekannte, die immer noch viel auf die Mainstreammedien geben – ist das für meinen Geschmack zu lange Vorgeplänkel über Urknall usw. Das würde viele abschrecken oder langweilen. Der eigentliche Punkt des Artikels ist doch klarzumachen, was ein Atomkrieg tatsächlich bedeuten würde und wie dümmlich-unverantwortlich das Gerede der Politiker ist. Das ist gut gelungen. Ich finde den Artikel aber nicht entmutigend. Für seine Hoffnungslosigkeit ist jeder selbst verantwortlich. Wir müssen uns gerade auch in diesen Zeiten ein wenig der kindlichen Unbeschwertheit bewahren. Ja, ich kann immer noch über totalen Unsinn herzlich lachen, auch angesichts der bedrückenden Weltlage. Vielleicht weil ich glaube, nicht nur verletzlicher und vergänglicher Körper zu sein, sondern vor allem und in erster Linie unverletzbarer und unvergänglicher Geist. Möglicherweise…

    1. “ Für seine Hoffnungslosigkeit ist jeder selbst verantwortlich. “
      Sorry, aber einen solch dummen Satz habe ich seit langem nicht mehr gelesen. Wenn einem – wie vielen in den letzten 2,5 Jahren – die berufliche Existenz durch pure Willkür ruiniert wird und es finanziell schwierig wird, über den
      Monat zu kommen, müssen wir uns nur ‚die kindliche Unbeschwertheit bewahren‘ ? Wenn Menschen irgendwo auf der Welt in einem Kriegsgebiet leben, unterdrückt oder auf vielfältigste Weise drangsaliert werden, ist jeder davon
      für seinen seelischen Zustand selbst zuständig ? Wäre ein Julian Assange für seine Hoffnungslosigkeit (und die wird er mit Sicherheit haben) selbst verantwortlich ?
      Für mich sind solche Aussagen einfach nur gedanken- und empathielos. Und fernab jeglicher Realität.

      1. Sie gehen davon aus, dass Julian Assange in Hoffnungslosigkeit gefangen ist? Was hält ihn dann noch am Leben?

        Eben das ist die Frage und eben so verstehe ich die Aussage, dass jeder, wirklich jeder von uns für seine Hoffnungslosigkeit selbst verantwortlich ist. Was denken Sie, wie die Geschwister Scholl hofften, als sie das Undenkbare wagten und dafür den höchsten Preis bezahlten? Was denken Sie, wie die Menschen in Syrien nach zehn Jahren imperialistischer Intervention (mitgetragen von Deutschland) dem Leben, statt dem Untergang zugewandt sind?

        Darum geht es eben: Aus der Hoffnungslosigkeit (= Paralyse, Ergebenheit, Passivität, Abgabe von Verantwortung) herauszukommen, aus der Krise, ja auch der existenziellen Krise Chancen zu kreieren.
        Das heißt noch lange nicht, die Misere, in die so viele Menschen in den vergangenen (mehr als zweieinhalb) Jahren gerutscht sind, klein zu reden.
        Es ist nun aber einmal so, dass diese Misere aufgehalten, ja verhindert hätte werden können, wenn viel mehr Menschen die Politik dieser Regierung(en) nicht passiv hingenommen hätten.

        Das wiederum bedeutet, dass die Aufgaben, vor denen jeder Einzelne von uns steht, sich in den Jahren nicht verändert haben und zusammengefasst benannt werden können mit: Verantwortung (selbstredend und nur darum geht es) für sich selbst zu übernehmen.

        Herzlich, Ped

        1. Juristisch bzw. moralisch gesehen hat Sacrum natürlich recht!
          Wenn mir jemand durch ebenso niederträchtige wie kriminelle Handlungen meine Lebensgrundlage entzieht, bin ich natürlich nicht selbst dafür verantwortlich, sondern derjenige, der durch seine Handlungen die Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass das geschehen konnte. Da fällt mir auf Anhieb z.B. ein sogenannter pest-grüner Habeck ein, der m.E., wenn DE noch ein Rechtsstaat wäre, wegen Landesverrats angeklagt werden müsste.
          .
          Auf der anderen Seite plädiert @Alfred dafür, mit dem Jammern aufzuhören und sich nicht durch die aktuell praktizierte verbrecherische Politik einvernehmen zu lassen. Es geht ihm, wenn ich das richtig verstehe, darum, sich nicht von der Angst vor dem was vielleicht kommen könnte oder schon gekommen ist, den Schneid abkaufen zu lassen und in Passivität zu verfallen.
          .
          Ich gehe davon aus, dass das, was wir jetzt sehen, erst der Anfang ist. Schließt euch zusammen, bildet Selbsthilfegruppen, legt euch Vorräte an, GEHT AUF DIE STRASSE, nur gemeinsam wird man die kommenden Herausforderungen bewältigen können.

          1. @leo
            Ich finde es gut, wie Sie versuchen, beide Seiten zu verstehen und sich Gedanken darüber machen, wie der jeweilige Kommentar zu verstehen sein könnte.
            Es ist nicht so, daß ich Alfred völlig widersprechen würde, mir ist schon klar, was er wohl mit der
            ‚kindlichen Unbeschwertheit‘ ausdrücken will. Ich bin genausowenig ein Fan des ewigen Jammerns und dafür, daß mehr Menschen Verantwortung (v.a. für ihr eigenes Leben) übernehmen. Ich mag es nur nicht, wenn etwas so undifferenziert zusammengewürfelt wird, pauschale Urteile gefällt werden und manche Leute offensichtlich zu wissen meinen, wie es in anderen aussieht.
            Das wirkt auf mich dann manchmal genauso arrogant und ignorant (ausdrücklich, ohne dies irgendjemand hier vorzuwerfen) wie das, was wir schon seit mindestens 2,5 Jahren vom MS um die Ohren gehauen bekommen. Vielleicht nur etwas subtiler. Wobei mir natürlich völlig klar ist, daß die Kommunikation in 2D zwangsläufig mangelhaft (und oft auch mißverständlich) bleiben muss.

        2. @Ped
          Ich habe nicht geschrieben, daß Julian Assange in seiner Hoffnungslosigkeit gefangen ist, sondern daß er diese mit Sicherheit (und wahrscheinlich auch nicht zu knapp; wenn auch vielleicht nicht die ganze Zeit) verspüren wird. Was denken Sie denn, wie man sich fühlt, wenn man über 10 Jahre mehr oder weniger ein Gefangener ist ? Dessen Menschenrechte aus purer Willkür und durchschaubarer Taktik permanent mit Füßen getreten werden ? Und der nicht mal ansatzweise vorhersehen kann, wie es mit ihm weitergeht ?
          Allerdings hat er eine Frau und sicherlich noch einige andere Menschen, die ihm bedingungslos zur Seite stehen. Dies wird ihm sicher auch einiges an (Widerstands-) Kraft geben.
          Was ist mit den Menschen, die dieses soziale Netz nicht besitzen ? Die wer weiß wieviel innere Kraft aufwenden müssen, um überhaupt über den Tag zu kommen ? Kennen Sie wirkliche Depressionen aus eigener Erfahrung ? Was ist, wenn man – wie Sie so schön schreiben – Verantwortung übernommen hat, sich dem ganzen Mist der letzten 2,5 Jahre widersetzt hat und als Dankeschön die berufliche Existenz ruiniert wurde und z.Zt. (in vielfacher Hinsicht) ohne jegliche Perspektive dasteht und im näheren Umfeld im Grunde kein Mensch zu finden ist, mit dem man sich über die eigenen Sorgen austauschen kann, weil i.d.R. das meiste relativiert, belächelt, abgeblockt oder auf irgendein oberflächliches anderes Thema übergegangen wird.
          Und dann Hoffnungslosigkeit mit Ergebenheit, Passivität und Abgabe von Verantwortung gleichzusetzen, halte ich für mehr als unpassend. Was ist mit denen, die Suizid begehen ? Stehlen die sich auch einfach nur aus der Verantwortung ? Oder könnte es vielleicht sein, daß manche trotz aller Bemühungen keinen Schritt weiterkommen, völlig verzweifelt sind und für sich keine Perspektive mehr sehen ? Ganz ehrlich, es entsteht bei mir ein bißchen der Eindruck, als ob Sie manchmal nicht die geringste Ahnung davon haben, wie es IN vielen Menschen aussieht. Da ist mir in einigen Fällen das Gerede von Verantwortung zu theoretisch. Auch wenn ich Ihnen bezüglich dieses Themas in vielen Punkten durchaus beipflichten würde.

          1. Niemandem mache ich einen Vorwurf. Das ist Ihre Interpretation. Allerdings bin ich Eines: unbequem. Ich mache es mir allerdings selbst auch nicht bequem. Das Gefühl von Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit, des ausgelaugt und deprimiert seins kennt auch der Autor dieses Blogs ganz persönlich und nicht zu knapp. Wie sich das im Extremfall darstellt, haben Sie gut beschrieben.

            Ich habe Ihre Worte zu deuten versucht und mit einer Frage verbunden:
            „Sie gehen davon aus, dass Julian Assange in Hoffnungslosigkeit gefangen ist? Was hält ihn dann noch am Leben?“

            Dann habe ich, um den persönlichen Rahmen auf einen gesellschaftlichen zu erweitern, auf das millionenfache Leid in Syrien hingewiesen, wo sich die Frage genauso stellt. Dort geht es um mehr als „nur“ die berufliche Existenz (das betreffend war ich schon einmal ganz, ganz weit unten). Dort ist seit zehn Jahren Krieg, Hunderttausende Menschen hungern und unsere Gesellschaft war über all die Jahre unempathisch und passiv diesem Leid gegenüber, obwohl aus diesem unseren Land, die Katastrophe dort mit herbeigeführt und aufrecht erhalten wurde, bis heute.

            Sie haben diese Frage zumindest ansatzweise versucht zu beantworten. Aus meiner Sicht wäre es gut gewesen, wenn Sie es dabei belassen hätten.

            Was tun wir in Extremsituationen, in denen man versucht uns zu brechen? Wir sagen Ja zum leben oder gehen unter und natürlich hoffen wir, dass uns Menschen zur Seite stehen. Etwas trockener ausgedrückt: Wir übernehmen bis zum letzten Atemzug Verantwortung für unser eigenes Tun und Handeln. Dass wir trotzdem scheitern können, liegt im Menschsein.

            Gerne wiederhole ich es:
            Wenn wir nicht tun, wird mit uns getan. Und das mit allen dramatischen Konsequenzen. Wenn Sie eine andere Möglichkeit sehen, bitte, teilen Sie diese mit.

            Es ist für jeden von uns, mich eingeschlossen, eine tägliche Herausforderung, die Opferrolle, welche uns in die Passivität drängt, abzulegen. Passivität führt zu Isolation, Vereinsamung, Hilflosigkeit. Aktivität führt zu Vernetzung, zu Empathie und echter Solidarität.

            Herzlich, Ped

            Nachträglich und als Korrektur: Verantwortung zu übernehmen trifft es eigentlich nicht. Denn wir können uns unserer eigenen Verantwortung nicht entledigen, wie eines abgetragenen Kleidungsstückes. Es geht eher darum, dass wir unsere Verantwortung wahrnehmen und uns auf diese Weise eigene (oft schlummernde) Potenziale erschließen. Das ist ein sehr positiver, ein befreiender Prozess. Nach dem was ich über die Geschwister Scholl gelesen habe, hatten diese jungen Menschen sich durch Wahrnehmung und Entdeckung ihrer Verantwortung selbst befreit – obwohl im Gefängnis sitzend und den Tod vor Augen.

          2. Vorweg ganz kurz – die Menschen in Deutschland gehen nicht unempathisch mit Syrien um. Ihre Mitmenschlichkeit wird vielmehr gezielt fehlgeleitet – also missbraucht – um sie ausbeuten zu können. Ich denke dieser Ansatz ist für uns viel zielführender als einfach Empathielosigkeit zu unterstellen.
            .
            Zum Kern: Ich rate ganz dringend an, den Begriff Verantwortung weitestgehend aus dem Vokabular zu streichen. Wir sollten den abschreiben, wie das Wort Querdenker. Eigentlich noch viel mehr, denn Querdenker ist ein sehr konkreter Begriff. Verantwortung nicht.
            Verantwortung wird ungefähr so sinnvoll benutzt wie „freiwillig“ in dem Satz „Wer rechnet das denn heute an der Tafel vor – freiwillig?“. Dazu kommt, dass die meisten Menschen Verantwortung und Schuld nicht mal dann auseinander halten könnten, wenn sie es wollten. Wenn du (Ped) von Verantwortung schreibst, dann weiß ich wie du es meinst. Weil wir uns persönlich kennen. Wenn Alfred das schreibt, dann ist das viel schwieriger für mich. Einfach nur, weil ich ihn nicht persönlich kenne (oder nicht zuordnen kann) nehme ich hier automatisch den Begriff Verantwortung so wahr, wie er allgemein gebräuchlich ist. Und da ist er von Schuld praktisch nicht zu unterscheiden – recht analog auch zu ‚westlichen Werten‘. Insofern kann ich dann Sacrum ganz gut verstehen, ohne Alfred meine Interpretation des Begriffs an dieser Stelle persönlich anhängen zu wollen.
            .
            Weil ich weiß, dass man Dinge nicht einfach aus seinem Leben streichen kann, wenn man auf sie angewiesen ist, möchte ich noch einen Vorschlag hinzufügen, den Begriff zu ersetzen.
            Für mich ist die ‚Würde‘ des Menschen die Gesamtheit aller Möglichkeiten die er ‚werden‘ kann, wenn er wollen würde. (wir können nicht alles wollen, müssen uns also entscheiden – und es bleibt davon unberührt immer die Möglichkeit des Scheiterns; berührt darum aber auch im Gegenzug die Würde nicht)
            Und ich glaube, was du (Ped) mit Verantwortung meinst, ist in diesem möglicherweise werden ganz gut aufgehoben. Das trägt auch die Hoffnung in sich, die es uns ermöglicht weiter zu machen, oder?
            .
            Die ‚Vernetzung‘ müssen wir allerdings noch anders machen. Ich wage zu behaupten, die geht über das Netz gar nicht. Weil UNSERE Gefühle wie Gedanken auf Körperlichkeit beruhen – immer – müssen unsere Netzwerke auf Berührung basieren. Ohne Berührungspunkte – körperliche Berührungspunkte – sind ‚Netzwerke‘ nichts als ein Schatten, eine Schauspiel – eine Farce.
            .
            Nur so ein paar Gedanken 😉

          3. @Ped
            Ihre argumentatorische Kausalkette (zumindest so, wie ich sie interpretiere) wirkt auf mich häufig zu stark vereinfachend (was mich auch ein wenig verwundert, wenn man z.B. Ihren Artikel über Elon Musk danebenstellt), Sie setzen m.M.n. Dinge gleich, die sicherlich eine Korrelation besitzen, aber nicht zwangsläufig in einem Kausalzusammenhang stehen. Zum Beispiel, wenn Sie den Begriff des ‚Opfers‘ (wobei ich mich persönlich nicht als Opfer sehen würde) mit einer zwangsläufigen Passivität in Verbindung bringen. Und weiter :
            “ Passivität führt zu Isolation, Vereinsamung, Hilflosigkeit. Aktivität führt zu Vernetzung, zu Empathie und echter Solidarität.“
            Glauben Sie das wirklich ? Ich könnte Ihnen zig Beispiele aus meinem Leben (und nicht nur der letzten 2,5 Jahre) nennen, in denen meine Aktivitäten rein gar nichts gebracht haben, denn das muss auch auf fruchtbaren Boden fallen, und wenn ich eins in den letzten Jahren immer wieder erfahren durfte, dann, daß die Empathie und ‚echte Solidarität‘ in unserer Gesellschaft immer weniger wurden. Kein Wunder, wenn das Allerwichtigste im Leben mittlerweile das Smartphone geworden ist. Und m.E. einer der Gründe, warum es überhaupt zu den letzten 2,5 Jahren kommen konnte. Vielleicht ist das bei Ihnen im Osten noch ein bißchen anders, bei uns ist der vielgepriesene Zusammenhalt häufig nur noch eine leere Worthülse.
            Zum Schluß :
            “ Aus meiner Sicht wäre es gut gewesen, wenn Sie es dabei belassen hätten.“
            Daß ein solcher Satz völlig überflüssig ist, brauche ich Ihnen wohl nicht näher zu erläutern.
            Oder wollen Sie sich vorschreiben lassen, was Sie äußern können und was nicht ?

  13. Auch wenn ich nicht auf Veröffentlichung hoffen kann will ich dennoch Anbieten, auf diesen wirklich erhellenden Artikel hinzuweisen:
    ()https://www.rubikon.news/artikel/land-der-angepassten
    „Mit anderen Worten: Die heutige kapitalistische Lohnarbeitsgesellschaft erfordert eine umfassende körperliche, geistige und psychische Unterwerfung des Individuums. Gehorsam ist zu einer Art Überlebensstrategie geworden. Er wird in bürgerlichen Demokratien nicht mehr mit offener Gewalt erzwungen, sondern mit existenzieller und sozialer Erpressung. Wer besonders gehorsam ist, gilt als „erfolgreich“ und „fleißig“ — eine lukrative Demagogie der Herrschenden ganz in ihrem Sinne.“
    „Land der Angepassten –
    Die Mitläufer des übergriffigen Maßnahmenstaats sind Produkt einer auf Gehorsam gedrillten Lohnarbeitsgesellschaft“.
    von Susan Bonath

    Über diese Wissenschaftsapotheosierung hier und dem lächerlichen Singen des Hohenlieds auf den ersten gescripteten Wissenschaftssuperstars (der angeblich sich nicht einmal selber die Schuhe zubinden konnte) und Drosten-Vorläufers schweige ich lieber stille.

  14. *** US-Midterm Elections ***
    .
    Anders als bei uns, wo die Ergebnisse einer Wahl bereits bei Schließung der Wahllokale (oder sogar lange davor… 🙂 ) feststehen, dauert es in den USA etwa eine Woche, bis das Ergebnis verkündet wird. Das hindert deutschen Konzern-Medien aber nicht daran, bereits jetzt die sogenannten „Demokraten“ als Wahlsieger der US-Zwischenwahlen zu feiern, wobei bereits gestern von unzähligen Unregelmäßigkeiten während der Wahl berichtet wurde…
    https://rtde.live/international/153823-us-wahlen-trump-prangert-angebliche/
    .
    Noch ist allerdings nichts entschieden. Einen empfehlenswerten Artikel zu den Wahlen gibt es beim Anti-Spiegel…
    https://www.anti-spiegel.ru/2022/die-naechste-skandalwahl-wie-in-russland-ueber-die-us-wahl-berichtet-wird/
    .
    Wer den Stand der Auszählung sozusagen live verfolgen will, kann das z.B. hier tun…
    https://www.foxnews.com/elections

  15. Ich danke Rainer Sonnberg für seinen interessanten, mich anregenden Artikel und Ped für seine Veröffentlichung, sein dahinter stehendes Abwägen des Für und Wider.

    Mit „Perspektiven des Nichtstuns“ ins „Handeln“ kommen, gar „weitere Menschen ins Handeln bringen“ wollen, ist für mich widersprüchlich, hat vielleicht etwas Provokantes, kann auch satirisch gemeint sein. Egal, allein die Zahl der sich hier – ausführlich – äußernden Kommentatoren spricht für den Artikel, der erhaben über kleinliche Kritik sein dürfte.

    Ein von mir erst heute zu dem Thema gelesener Artikel bei uncut-news soll meinerseits auch keine Kritik an dem hier vorliegenden leisten, sondern eher dazu verhelfen, selbst zu entscheiden, ob denn das Armageddon schlechthin, der finale Krieg ohne jeglichen „Sieger“ wirklich die Potenz zum Wachrütteln hat. Wie authentisch die im uncut-news-Artikel wiedergegebenen (vermeintlichen) Ansichten eines US-Militärs denn tatsächlich sind, vermag ich nicht zu ermessen. Selbst wenn sie Fiktion oder gar propagandistische Vernebelung darstellen, so betrachte ich sie als in hiesigem Zusammenhang für beachtlich: Nicht die – absolute – Größe von Bomben, Granaten und vor allem Raketen ist für das Gefechtsfeld entscheidend, sondern viel eher die Annäherungsgeschwindigkeit und die moderne Deckung der Annäherung, das „Verschwinden“ von schnellen Raketen unter Radar, Satellitenbeobachtung und ähnlich, sowie die Außergefechtsetzung der gegenerischen (diesbzgl.) Aufklärung.

    Inwieweit „der Amerikaner“ Angst vor Hyperschall oder auch „kalten“ Raketen hat ist unmaßgeblich, Krieg ist immer die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. In diesem Bonmot (wohl Clausewitz‘) ist Politik heute mehr denn je als Ausdruck ökonomischer Leistungsfähigkeit zu verstehen. Europa, die EU wird absichtlich durch die USA ökonomisch klein gehalten, womit sie sich selbst schadet in kriegerischen Optionen. Und Russland, China, gar Indien und weitere Erdregionen wechseln – vorerst ökonomisch – die „Seiten“.

    Aber all dies macht die NATO um so aggressiver, weil deren Optionen werden nicht besser, über kurz wie lang.

    Schwerter zu Pflugscharen, Sozialismus statt Barbarei!

    https://uncutnews.ch/leiter-der-us-atomstreitkraefte-ukraine-ist-nur-ein-aufwaermen-fuer-einen-sehr-langen-kampf-mit-russland-und-china-die-grosse-krise-kommt-erst-noch/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.