Die personifizierte Unfähigkeit fährt alles in die Grütze, wofür das bessere Nachkriegs-Deutschland einmal stand.


Frauenpower, erinnern Sie sich noch? Angela Merkel fand nichts dabei, Josef Ackermann, dem Chef der Deutschen Bank, im Kanzleramt eine Saus-und-Braus-Fete zum 60. Geburtstag auszurichten (1). Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen fand, dass sie bei 300 Millionen Euro für Beraterverträge auch einen ihrer Söhne bedenken könne (2). Die Olivgrüne Annalena Baerbock fand, ein Sonder-Honorar aus der Parteikasse brauche nicht in ihrer Einkommensteuererklärung aufzutauchen, und Nebeneinnahmen zu melden könne jeder mal vergessen (3).


Eine bissige Kritik von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam, erstveröffentlicht auf Publikumskonferenz

Patricia Schlesinger fand, Promis aus Wirtschaft und Politik zu opulenten Fressabenden einzuladen und den Rundfunkbeitragszahler dafür blechen zu lassen, stehe einer RBB-Intendantin zu (4). Der Tagesschau ist der Aspekt „korrupte Politik von Frauen“ bisher allerdings nicht aufgefallen. Die schnallt aber sowieso nie, was Sache ist.

Mag sein, man meint bei ARD-aktuell, Frauen seien per se vertrauenswürdiger, da brauche man nicht so genau hinzuschauen. Aber Frauen haben in der Weltgeschichte schon immer ihren Mann gestanden: Sie korrumpieren sich und ihre Ämter ebenso effektiv, der hochgeschätzten Alice Schwarzer sei’s geklagt. Kalenderblatt-Weisheit: In der repräsentativen Demokratie ist Korruption systemisch bedingt, die Weiße Weste gehört nicht zum Geschäftsanzug, auch wenn Frauen ihn tragen.

Merkel ist inzwischen politische Vergangenheit und soll uns hier nicht weiter beschäftigen. Von der Leyen ebenfalls nicht, denn im Unterschied zu Baerbock hat sie einen Doktortitel (sie promovierte mit einer Plagiats-verdächtigen Dissertation von dünnen 65-Seiten(5) ) und spricht etwas besser Englisch. Baerbock hingegen

… we are thinking in old boxes(6)

(das peinliche Gestammel mag sich im O-Ton anhören, wer mit seiner Zeit nichts anzufangen weiß)

hat nur ein Master-Studium an der London-School of Economics (für Kinder begüterter Eltern) absolviert und macht den Eindruck, ihr Diplom aus einem Münz-Automaten auf dem Flughafen Heathrow gezogen zu haben. Ihr „… ich komm‘ eher aus‘m Völkerrecht“-Niveau(7) könnte uns egal sein, wäre sie nicht grade Deutschlands katastrophale Außenministerin, die alle ihre Vorgänger intellektuell weit unterbietet.

Aus dem Nähkästchen NDR

Gucken wir aber zunächst kurz ins eigene Nähkästchen, den NDR. Aus dem können wir plaudern, schließlich haben wir beide dort Jahrzehnte unseres Berufslebens verbracht. Wir kennen Patricia Schlesinger schon, seit sie eine karrieregeile Jungredakteurin der Fernseh-Programmdirektion in Hamburg-Lokstedt war und einen angetragenen Gewerkschaftsbeitritt brüsk abwies. Dass sich diese Kollegin im Dunstkreis des NDR mit dem Korruptionsvirus infiziert haben könnte, wunderte uns nicht. Der Sender war längst bekannt für Eigennutz und Machtmissbrauch einiger seiner Führungskräfte und Mitglieder der Aufsichtsgremien.

Wir erinnern uns, dass ein ehemaliger stellvertretender Intendant seiner Ehefrau einen hoch dotierten Schein-Arbeitsvertrag bei der NDR-Werbe-Tochter verschaffte, ohne dass sie dafür irgendetwas zu tun hatte(8)[9). Die Nummer bewirkte erhebliche Unruhe im Betrieb und führte schließlich zum nicht ganz freiwilligen Abgang des Mannes. Allerdings kam er beruflich gut versorgt bei seinen Parteifreunden unter: in der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Ein weiterer NDR-Intendant ließ sich zu seinem 60. Geburtstag mit pompösem Aufwand in der eigens dafür angemieteten Hamburger Musikhalle feiern und die Kosten des delikaten Events – mehr als 100 000 Euro – dem Gebührenzahler aufs Auge drücken, mit Einwilligung der Verwaltungsrats-Vorsitzenden(10)[11). Er schied ein halbes Jahr vor Vertragsablauf aus, bezog aber bis zum formellen Ende weiter sein volles Gehalt(12). Derlei Schamlosigkeit hat Tradition im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, und die zur Kontrolle bestellten Gremienmitglieder stecken dabei nur allzu oft mit dem zu beaufsichtigenden Spitzenpersonal unter einer Decke.

Viel ist seit dem schmählichen Abgang der RBB-Intendantin Schlesinger nun von „Reformen“ die Rede, von „Schadensbegrenzung“, von „mehr Transparenz“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Aber wir werden es erleben: Schon zum Jahresende geht alles bei den Gebührensendern wieder im gewohnten Trott.

Der Treppenwitz: Übergangsweise hat WDR-Intendant Tom Buhrow von Schlesinger den ARD-Vorsitz übernommen und gibt jetzt den Saubermann. Ausgerechnet Buhrow, der sich vom Verwaltungsrat fürstliche 413 000 Euro Jahresgehalt anweisen lässt(13) — von Aufwandsentschädigungen, Spesenkonto und amtsbedingten Nebeneinnahmen gar nicht erst zu reden. Er weiß, wie man zwecks Erhalt der Freundschaft mit wichtigen Volksvertretern umgeht: Man schafft das nach Seriosität duftende Institut eines „Parlamentarischen Abends“(14)[15)[16), auf dem sich Landtagsabgeordnete, Rundfunkräte und ihre Entourage auf Kosten des Rundfunkbeitragszahlers gütlich tun. Danach werden den WDR betreffende Gesetze ganz bestimmt so formuliert, dass sie Buhrow und den Herrschenden ein Wohlgefallen sind.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist gegen jede revolutionäre Veränderung hin zum „Kontrollorgan des Volkes“ gefeit. Er muss bleiben, was er immer war: Herrschaftsinstrument der Regierenden, das die sich keinesfalls mehr aus der Hand nehmen lassen werden. Ob Männer oder Frauen am Ruder sind, bleibt sich dabei selbstverständlich gleich.

Ignoranz, die Wurzel allen politischen Übels

Doch zurück zur sogenannten „feministischen Politik“ (die ja nur eine feministische Personalpolitik ist nach dem Prinzip Quote statt Qualität): Annalena Baerbock! Sie bringt insofern Neues auf die Bühne, als sie vollkommen hemmungslos ihren Kenntnismangel, Blickverengung, Geschwätzigkeit, Geltungssucht und kriegslüsterne Aggressivität auslebt:

„Für mich ist klar: Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit, unsere Friedensordnung und wir unterstützen sie finanziell und militärisch — und zwar so lange es nötig ist. Punkt.“(17)

Auf einem Treffen der Nicht-Regierungsorganisation „Forum 2000“ am 31. August in Prag erklärte sie, sie stehe zur Ukraine:

„… egal, was meine deutschen Wähler denken … “(18)

Dabei bleibe sie selbst dann,

„wenn die Menschen in großer Zahl wegen der hohen Energiekosten auf die Straße gehen.“(19)

Kontext: Ist mir doch scheißegal, wie schlecht es den deutschen Bürgern geht. Das hätten die allerdings vor der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag wissen sollen / können.

Es wäre Baerbocks Amtes, auf Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über einen Friedensschluss zu drängen sowie auf direkte eigene Gespräche mit der russischen Regierung hinzuarbeiten. Stattdessen setzt sie unverhohlen auf Waffenlieferungen an Kiew, auf Deutschlands Rolle als Kriegspartei gegen Russland und auf Verlängerung des Entsetzens in der Ukraine:

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass dieser Krieg noch Jahre dauern könnte.“(20)

Zu solch bösartiger Perspektivenwahl und sprachlicher Schwäche passt das typische Nachplappern einer Grünen Göre: „Die Ukraine verteidigt auch unsere Freiheit, unsere Friedensordnung“. Baerbock quasselt garantiert kenntnisfrei und ohne zu bedenken, über was: Über das mit Abstand korrupteste Staatsgebilde Europas, die Ukraine. Geführt von einer ersichtlich koksenden US-Marionette, einem schamlosen Neonazi-Förderer und Steuerhinterzieher mit millionenschweren Auslandskonten.[21).

Die olivgrüne Camouflage dieses hemmungslosen Antidemokraten erspart uns die Tagesschau seit Monaten an kaum einem Tag. Die Ukraine ist ein „failed state“ am Tropf des Westens. Dem Selenskyj verboten Großbritannien und die USA im Mai weitere Friedensverhandlungen in der Türkei, um Russland in einem langwierigen Krieg „schwächen“ zu können. In beispielloser Verantwortungslosigkeit ließ sich die Marionette Selenskyj von den USA und der EU als machtgieriger Kriegsherr aufbauen, der seine Landsleute zu Zigtausenden als Kanonenfutter opfert. Im geostrategischen Interesse der USA. Sein Motto: Ihr liefert die Waffen, wir die Leichen.

Den US-Amis zu Diensten

„Feministische Außenpolitik“? Baerbocks Kriegskurs(22) ist nicht feministisch, schon gar nicht feminin (im Sinne von fraulich-mütterlich). Nicht ein einziges bewegendes Wort des Gedenkens und der Trauer hat Baerbock den ukrainischen und den russischen Kriegstoten gewidmet. Die Tagesschau verschweigt eh gewohnheitsmäßig, was sich auf dem „Schlachtfeld“ ereignet: Jeden Tag meldet das russische Verteidigungsministerium zwischen 200 und 500 „vernichtete“ ukrainische Soldaten(23). Hunderte Tote, Tag um Tag, in einem Krieg, der zugunsten von Freiheit und Demokratie von jetzt auf gleich beendet sein könnte — wenn Washington, London und Berlin es nur wollten.

Seit Kriegsbeginn haben mehr als 50 000 Ukrainer ihr Leben verloren. Zehn Millionen Menschen sind geflohen. Sich darüber halbwegs gesichert und aus unterschiedlichen Quellen zu informieren, ist dem deutschen Zeitgenossen normalerweise verwehrt: Alle „Feindmedien“ unterliegen hierzulande der Zensur(24), die laut Grundgesetz aber gar nicht stattfindet und die es demnach auch nicht ausnahmsweise geben darf(25). Doch Rechtsnihilismus ist neuerdings deutsche Staatsräson.

Dem bundesdeutschen Erzählerjournalismus andererseits geht es um Verdummung der Bürger, um das Einlullen der Sofabesatzung: Sie soll nicht merken, dass sie für die Fortsetzung eines längst verlorenen Krieges gemolken wird. Deshalb auch meint Baerbock, zum wiederholten Male vor „Kriegsmüdigkeit“ warnen zu müssen, vor dem Schreckgespenst des Friedens(26).

Regierungs-Sprachrohr

Die Tagesschau widmet sich hingebungsvoll der Aufgabe, den Widerstand des Westens gegen Friedensverhandlungen und die fortgesetzten massenhaften Waffenlieferungen an Kiew als Politik zur Kriegsverkürzung auszugeben. Damit verlädt die Hauptabteilung ARD-aktuell ihr Publikum vollends:

„Waffenlieferungen jeder Art sind die wahrscheinlich beste Möglichkeit, den Krieg zu verkürzen, um die Balance klar in eine Richtung zu drehen.“(27)

Das hat schon Baerbock‘sches Format.

Ach, was waren das noch dumm-glückliche Zeiten, als die TAZ (Hermann Gremliza: „Kinder-FAZ“) sich kaum einkriegen konnte vor Freude über die erste Frau im deutschen Außenamt:

„Wichtiger noch als eine Frau ist aber eine feministisch denkende Person. Dass wir das nun in einem haben – eine feministische, kompetente Person und dann auch noch eine Frau – das ist schon ein Glücksfall.“(28)

Zu diesem Zeitpunkt wussten kompetente und überzeugende Feministinnen längst, was von einer Annalena Baerbock zu erwarten war. Alice Schwarzer im Frühjahr 2021:

„Aber setzt diese Frau überhaupt auf die Frauenkarte? Ist sie sich eigentlich dessen bewusst, dass sie zwar jetzt eine Frau an der Spitze ist, aber doch in einer weiterhin männerbeherrschten Welt? … Doch die F-Frage schien sie nicht zu verstehen oder nicht verstehen zu wollen. Sie plauderte kurz und munter über ihre eigene Familie und dass die immer wisse, wo sie, die Mutter, ‚hingehöre‘. Aber weiß Annalena Baerbock auch, wo sie politisch hingehört?“(29)

Im Januar 2022 ließ Ministerin Annalena Baerbock die Leitlinien ihrer zukünftigen Arbeit skizzieren: im Kern eine menschenrechtsorientierte Klimapolitik und eine „feministische Außenpolitik“. Expertendefinition: Unter feministischer Außenpolitik sei die Militarisierung von Sicherheitsstrukturen aufzugeben und gegen die Überzeugung aufzutreten, dass „mehr Waffen gleich mehr Sicherheit bedeuten …“(30)

Schon zwei Monate später galt das nicht mehr. Baerbock machte die Volte rückwärts und bewies mit überschäumendem Engagement für Waffenlieferungen an die Ukraine, dass ihr jegliche Grundsatztreue fehlt. Sie lebt seither mannhaft ihre Machtbefugnis aus. Dass sie sich noch zu Jahresbeginn gegen Waffenlieferungen in Krisengebiete ausgesprochen hatte, war vergessen(31).

Im Zivilleben nennt man solche Leute auf Rheinisch „‘ne fiese Möpp“. Auf Alltagsdeutsch charakterlos.

Krankhafte Realitätsverweigerung

Statt grundgesetzkonform friedensbemühter Außenpolitik liefert Baerbock kriegerische und völkerrechtswidrige Sanktionsbeschlüsse vom Band, ganz im Sinne ihrer Washingtoner Vorturner:

„Wir treffen das System Putin dort, wo es getroffen werden muss, eben nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern in seinem Machtkern“,

schwadronierte Baerbock und ließ ihrem Publikum damit die Wahl, ob es über soviel Unverstand lachen oder weinen sollte. Putin und Lawrow seien, behauptete Baerbock, verantwortlich dafür,

„dass das internationale System mit Füßen getreten wird. Und das nehmen wir als Europäerinnen und Europäer nicht hin.“(32)

Mit diesem Dummgeschwätz aber nicht genug. Baerbock-Schnellsprech, ohne Punkt und Komma, am Rande des NATO-Sommergipfels in Madrid:

„ … wir wollten weiter mit Russland äh leben, es war nie Ziel der NATO in Konfrontation mit Russland zu gehen ganz im Gegenteil man hat ja im Rahmen der NATO gemeinsam mit Russland vor einiger Zeit, vor längerer Zeit, die NATO-Russland-Grundakte auch beschlossen das war genau das Instrument wie man in Frieden, in Vertrauen miteinander lebt aber dieses Vertrauen hat Russland im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft gesprengt und jetzt gilt es gerade, diese Länder zu unterstützen, die in direkter Nachbarschaft an der Grenze zu Russland, äh, liegen, weil die sich fürchten, äh, wenn sie angegriffen werden wir machen hier deutlich wir stehen in voller Solidarität mit den baltischen Staaten, mit Finnland und Schweden und werden jeden Winkel unseres gemeinsamen Bündnisgebietes verteidigen wenn es denn so sein sollte aber wir tun alles, dass es dazu nicht kommt …“(33)

An dieser Stelle des Interviews haben wir kapituliert. In Anlehnung an Karl Kraus gestehen wir der Baerbock zu: Man muss nicht nur keine Ahnung haben, wovon man eigentlich spricht, man muss es auch noch schlecht ausdrücken können. Dann kann man deutsche Außenministerin.

Endsieg-Besoffenheit

Hochmut kommt vor dem Fall, weiß der Volksmund. Die Sanktionen der USA und der EU in Verbindung mit deutscher Endsieg-Besoffenheit und dem Berliner Wohlwollen für Ukronazis treffen bekanntlich nicht die Russen, sondern schlagen auf die sanktionierenden Staaten zurück: Unerträgliche Preiserhöhungen, Konkurse, zunehmende Schwäche und Kostenexplosion bei der Energieversorgung, Reallohn- und Arbeitsplatzverluste. Schwächelnder Dollar und Euro, zerlegender Rubel. All das begleitet von machttrunkenen Normierungsappellen (Heizung abdrehen, Pullover anziehen, Waschlappen statt Dusche … Fehlt nur noch: Klopapier sparen, die Zeitung dafür vierteln – oder gleich Gras nehmen, wie früher der Soldat im Felde).

Das ist die Darbietung Grüner Dilettanten, deren Russenhass sie längst auch persönlich disqualifiziert: Baerbock (und gleich nach ihr Habeck) sind Versager, denen man zumindest Untreue, Amtsmissbrauch und letztlich Friedens- und Landesverrat vorwerfen kann. Und die trotzdem nicht im Traum daran denken, sich endlich vom Acker zu machen. Hinter Baerbocks öffentlicher Warnung vor Volksaufständen(34) steckt keine Spur von Bewusstsein ihrer Inkompetenz.

Es ficht sie nicht an, dass viele ihrer Mitbürger in objektiv begründeten Existenzängsten leben und sich an den schon leeren Tafeln immer noch lange Warteschlangen bilden. Ihr und ihren Grünen Ministerkollegen geht es ja prächtig, sie sind dicke versorgt, ihr Alltag bleibt von den Folgen ihrer Politik weitestgehend unberührt. Der Elitenforscher Michael Hartmann bündig:

„Die Eliten sind in ihrer großen Mehrheit inzwischen so weit von der breiten Bevölkerung entfernt, dass sie zunehmend Schwierigkeiten haben, deren Probleme zu erkennen und die Folgen ihrer Entscheidungen für die Bevölkerung zu verstehen.“(35)

Das Einst und das Jetzt

Otto Graf Bismarck reiste 1859 als preußischer Gesandter nach St. Petersburg, lernte in kürzester Zeit Russisch und bezeichnete den Außenminister Fürst Gortschakow als seinen Lehrmeister in Diplomatie. Er warnte vor jedem Gedanken an Krieg gegen Russland:

„Selbst der günstigste Ausgang … würde niemals die Zersetzung der Hauptmacht Russlands zur Folge haben … (und Russland würde) nach einer Niederlage unser geborener und revanchebedürftiger Gegner bleiben.“(36)

Noch auf seinem Sterbebett warnte Bismarck: „Niemals gegen Russland!“ Außenministerin Baerbock („… ich komm‘ ja mehr aus‘m Völkerrecht“) weiß aber auch von Bismarck wahrscheinlich nicht viel mehr, als dass er mit Nachnamen Hering hieß und von ihm der Rollmops kommt. So ist das eben, wenn eine Außenministerin aus unserer Geschichte nichts gelernt und von Diplomatie sowieso keinen Schimmer hat.

Borniertheit gedeiht auf grünem Nährboden bestens. Da verspricht sie reiche Ernte: Faschistoides Denken und Verhalten — deutsche Blockwartmentalität! — werden folglich bei uns abermals zur Normalität. Sie zeigen sich deutlich im neuerlichen Diskurs über Deutschlands Mitwirkung am Krieg gegen Russland. Oskar Lafontaine:

„Die Äußerung von Annalena Baerbock, wir sollten ‚Russland ruinieren‘, muss man schon faschistoid nennen.“(37)

Stimmt.

Vielen Dank an Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(Anmerkung von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam) Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung, nichtkommerzielle Zwecke der Veröffentlichung vorausgesetzt. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog: Direktlink zur Erstveröffentlichung am 1. September: https://publikumskonferenz.de/blog/2022/09/01/baerbock-der-schicksalsschlag-unserer-nation/

(1) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/party-im-kanzleramt-ackermann-feierte-auf-staatskosten-a-644659.html

(2) https://www.zaronews.world/zaronews-presseberichte/profitiert-ursula-von-der-leyens-sohn-von-zugeschusterten-beratervertraegen-der-mutter/

(3) https://de.quora.com/Ist-die-Aussage-von-Annalena-Baebock-die-nicht-fristgemäße-Anzeige-von-Nebeneinkünften-beim-Bundestag-sei-lediglich-ein-blödes-Versäumnis-gewesen-glaubhaft?share=1

(4) https://www.businessinsider.de/wirtschaft/abendessen-auf-rbb-kosten-staatsanwaltschaft-interessiert-sich-fuer-belastende-aussagen-der-gaeste-von-patricia-schlesinger/

(5) https://www.welt.de/politik/deutschland/article153127144/Von-der-Leyen-darf-ihren-Doktor-behalten.html

(6) https://twitter.com/libra08101/status/1542265122332282880

(7) https://www.youtube.com/watch?v=nOMW8Kn4OLw

(8) https://www.focus.de/kultur/medien/plogs-problem-norddeutscher-rundfunk_id_1848591.html

(9) https://www.spiegel.de/kultur/stehlings-schwarze-stunde-a-5a6a188e-0002-0001-0000-000009199998

(10) https://www.welt.de/wams_print/article1522352/Fast-ein-Staatsakt-Ein-Sendefuerst-nimmt-Abschied.html

(11) https://www.ossietzky.net/laden/krieg-und-frieden-in-den-medien-ialana-hrsg/ (s.S. 231 ff)

(12) https://www.digitalfernsehen.de/news/medien-news/maerkte/ndr-intendant-jobst-plog-bekommt-nach-ausscheiden-weiter-gehalt-375398/

(13) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/785812/umfrage/jahresgehaelter-der-ard-intendanten-derlandesrundfunkanstalten/

(14) https://www.youtube.com/watch?v=HjfrnpfJhQE

(15) https://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/unternehmen/parlamentarischer_abend-102.html

(16) https://www.wz.de/kultur/wdr-bewirtet-nrw-abgeordnete-vor-lesung-des-wdr-gesetzes_aid-26016769

(17) https://www.berliner-zeitung.de/news/annalena-baerbock-unterstuetzen-die-ukraine-so-lange-es-noetig-ist-li.261034

(18) https://www.infowars.com/posts/german-foreign-minister-says-support-for-ukraine-will-continue-no-matter-what-voters-think/

(19) https://ussanews.com/2022/09/01/german-foreign-minister-says-support-for-ukraine-will-continue-no-matter-what-voters-think/

(20) https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-52933.html

(21) https://www.welt.de/kultur/plus240130237/Selenskyj-Offshore-Konten-und-Wagnergate-geheime-Geschaefte-des-Praesidenten.html

(22) https://lostineu.eu/baerbock-wuenscht-russland-ein-strategisches-scheitern/

(23) https://eng.mil.ru/en/news_page/country.htm

(24) https://www.wsws.org/de/articles/2022/03/04/cens-m04.html

(25) https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_5.html

(26) https://www.rnd.de/politik/akw-saporischschja-lage-angespannt-berichte-ueber-folter-des-akw-personals-baerbock-warnt-vor-VYRGGJCMPGN3LQJGYCD5KP537U.html

(27) https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-russland-sechs-monate-krieg-101.html

(28) https://taz.de/Feministische-Aussenpolitik/!5822730/

(29) https://www.emma.de/artikel/die-kandidatin-und-der-feminismus-338553

(30)  https://www.boell.de/en/2019/01/30/feminist-foreign-policy-imperative-more-secure-and-just-world

(31)  https://www.n-tv.de/politik/Baerbock-verweigert-Waffen-fuer-die-Ukraine-article23064810.html

(32) https://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-baerbock-ueber-sanktionen-das-wird-russland-ruinieren-RZDYS2DEPRK5OST7ZGGRZ6UN4I.html

(33) https://www.welt.de/politik/ausland/video239630381/Nato-Gipfel-Aussenministerin-Baerbock-erklaert-wie-die-Nato-der-Ukraine-hilft.html

(34) https://www.nachdenkseiten.de/?p=86150

(35) https://hpd.de/artikel/abgehobenheit-eliten-soziologischer-sicht-15899

(36) https://de.rbth.com/kultur/2015/04/03/otto_von_bismarcks_russische_spuren_33309

(37) https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/oskar-lafontaine-deutschland-handelt-im-ukraine-krieg-als-vasall-der-usa-li.261471

(Titelbild) Secretary of State Antony J. Blinken holds a virtual joint press availability with German Foreign Minister Annalena Baerbock, at the U.S. Department of State in Washington, D.C; 05.01.2022; Autor: Ron Przysucha (US State Department);  https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Secretary_Blinken_Holds_a_Virtual_Press_Conference_with_German_Foreign_Minister_Baerbock_(51801055622).jpg; Lizenz: Public Domain; Bildausschnitt

10 Gedanken zu „Baerbock, der Schicksalschlag unserer Nation“
  1. Alice Weidel spricht Klartext an der Generaldebatte des Bundestages am 07.09.2022. Die direkt Angesprochenen ergehen sich dabei in dämlichem Laschet-Grinsen, „wichtigen“ Diskussionen mit den Sitznachbarn, geschäftigem Blättern in irgendwelchem Papierkram oder im chatten in professioneller Zwei-Daumen-Technik auf ihren Handys. Vermutlich hat die Baerbock im Chat eben mal ihr nächstes „Meeting“ mit Kuleba vereinbart…
    Bloss demonstrativ auf keinen Fall zuhören, was diese „staatsgefährdende AfD-Repräsentantin“ von sich gibt. Jedes Wort von ihr trifft ins Schwarze und als normal denkender und fühlender Mensch – das nehme ich für mich einfach mal in Anspruch – fragt man sich, wie diese angesprochenen „Minister“ solche Schelte mit ihren ausdruckslosen Fratzen ertragen können. Lernt man das auch in Workshops beim Schwab?

    Die Schelte der ehrenwerten Alice Weidel wird ebenso wenig bewirken wie die inzwischen unzähligen, mahnenden Wortmeldungen und offenen Briefe von engagierten Personen, von Gewerblern, Unternehmern und deren Gruppierungen. Dabei warte ich schon längst und offensichtlich vergeblich auf wirklich gewichtige Wortmeldungen zu den aktuellen, Deutschland ruinierenden Themen. Oder hat irgend jemand eine Stellungnahme zum bevorstehenden Begräbnis der deutschen Wirtschaft vernommen von Oliver Blume, Ola Källenius, Oliver Zispe, Dr. Roland Busch, Dr.-Ing. Stefan Hartung, Uwe Kohler oder Dr. Martin Brudermüller? Das sind direkt Betroffene, könnte man meinen, vertreten sie doch als Vorstandsvorsitzende der grössten deutschen? Unternehmen und Arbeitgeber nicht nur Unternehmer-Interessen, sondern haben eine immense Verantwortung gegenüber ihren hunderttausenden von Arbeitnehmern, könnte man meinen. In dieser Reihenfolge: Volkswagen AG, Daimler AG, BMW AG, Siemens AG, Robert Bosch GmbH, EDEKA Zentrale AG & Co. KG, BASF SE. Aber von dort kommt nichts, dröhnende Stille…., warum?
    Dass Timotheus Höttges von der Deutschen Telekom AG oder Dr. Frank Appel von der Deutschen Post AG oder Leonhard Birnbaum von E.ON SE zum Thema schweigen versteht sich von selbst, „verdienen“ doch diese Unternehmen seit Corona und jetzt erst recht eine zusätzliche goldene Nase und mehr.
    Die US – und Great Reset – dienliche Zerstörung der deutschen und im Anhang der europäischen Wirtschaft scheint beschlossene Sache. Die erwähnten Unternehmen und viele andere haben ihre Schäfchen im Trockenen. Mit 50, 100, 200 und mehr Standorten weltweit und unzähligen Beteiligungen lässt sich ob dem veranstalteten Verbrechen ruhig schlafen in den Teppichetagen Deutschlands und BlackRock-Merz reibt sich freudig die Hände. Seine Stunde wird kommen und der wird den Scherbenhaufen nicht dankbar aber genüsslich zusammenkehren.
    Für die deutschen und europäischen Arbeitnehmer und Steuerzahler interessiert sich niemand, die stehen höchstens als spazierendes Hindernis im Weg und beschäftigen Polizei, Verfassungsschutz und bald auch die spezielle Eingreiftruppe der Armee „zum Schutz der Bevölkerung“ vor ihr selbst im eigenen Land.
    Dabei wäre es so einfach: Ein gemeinsames Wort von diesen gewichtigen Herren könnte augenblicklich einiges zurechtrücken. Dass (auch) von dort nichts dergleichen kommt, zeigt wie der Hase läuft.

  2. Das Problem mit solchen Figuren wie Bärbock, Habeck, Hofreiter und wie sie noch alle heißen, dürfte sein, dass sie den Mist den sie verzapfen wirklich glauben. Und da grundsätzlich immer alle Anderen an dem schuld sind, was schiefläuft, so what ? Ist doch alles paletti in der grünen Traumwelt !
    MfG

    1. Wenn jemand Zweifel am Peter Prinzip (siehe www:/…) hatte, Bärbock beweist, dass es voll zutrifft. Leute machen solange Karriere, bis sie den Grad ihrer höchsten Inkompetenz erreicht haben.

      1. werden sie dann einfach nur wertlos oder fast schon wieder zum Ballast des Brötchengebers ?

        Weil sich Inkompetez ja in allen Graduierungen recht simpel nachahmen lässt und unsere Firma ( Erdgas-Großverbraucher ) gerade die Produktion eingestellt hat.
        Ich suche quasi nach neuen Herausforderungen, um der Kurzarbeit zu entgehen.
        Und Politik wollte ich schon immer mal machen.

  3. Die von der „deutschen Politik“ geschundenen Konsumenten können sich wehren, ganz legal:
    .
    „Wenn man eine Preiserhöhungsmitteilung (von seinem Gaslieferanten) erhalten hat, steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu. Betroffene sollen nun ihren Vertrag kündigen und sich keinen neuen Versorger suchen. Dann fallen Kunden nämlich automatisch in die Gas-Grundversorgung der GASAG. 15 Cent pro Kilowattstunde müssten Kunden hier ab Oktober zahlen. Dann würde sich der Preis „nur“ verdoppeln, nicht verzehnfachen.“
    .
    Hier der ganze Artikel: https://de.rt.com/inland/149217-berlin-rentnerin-gasrechnung/
    .
    Und wenn das Zehn- oder Hunderttausende tun, was dann, Habeck, Scholz und Co.?

  4. Interessante Rede der Alice Weidel. Insbesondere der letzte Satz. Daß ausgerechnet die AfD im Sinne der Bevölkerung zumindest sprachlich oppositioniert, wundert mich nicht, wenn ich die jüngsten Verfehlungen der restlichen Parteien betrachte. Doch manche Äußerungen widersprechen selbst dem Programm ihrer Partei.
    Heute habe ich einen wegweisenden Artikel von Egon W. Kreuzer entdeckt. Dort wird zumindest angedeutet, wo die Reise hingehen wird;
    https://egon-w-kreutzer.de/wo-bleibt-die-revolution-2

    @Heiri+Kugler
    Guter Tipp für Gaskunden. 😉

  5. Übrigens steht die Bundeswehr ab 1.Oktober bei Fuß, um die „Demokratie“ vor dem demonstrierenden Fußvolk zu schützen;
    „Tagesbefehl zur Aufstellung des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr“
    https://www.bundeswehr.de/de/aktuelles/meldungen/tagesbefehl-aufstellung-des-territorialen-fuehrungskommandos-5447044
    „Das TerrFüKdoBw ist verantwortlich für die operative Führung nationaler Kräfte im Rahmen des Heimatschutzes, einschließlich der Amts- und Katastrophenhilfe sowie der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit.“
    Heimatschutz und Amtshilfe sind sehr dehnbare Begriffe.

    1. Man sieht hier in der Stadt das Anziehen für den Herbst: die Montagsspaziergänge werden jetzt plötzlich von Mannschaftswagen der Polizei begleitet. Die Montagsspaziergänger haben sich nicht geändert. Aber plötzlich scheinen sie eine Bedrohung zu sein. Fürchtet man, es könnten mehr Bürger aufwachen und sich anzuschließen getrauen? Polizeimacht, bald auch Soldaten, als Abschreckungsmittel? Erstmal noch …

      So etwas noch als Demokratie anzusehen ud zu bezeichnen ist unwürdig.

      Eine „Demokratie“ in der nur noch eine Meinung, eine Sichtweise, die der Regierung, vertreten werden darf, ist so etwas offensichtlich schon lange nicht mehr. Fehlt nur noch die „Antifa“, die polizeigeschützt demokratisch, antitotalitär gesinnte Menschen anpöbelt, beschimpft und gar überfällt.

      1. In dem Fall, lieber Albrecht, geht Quantität vor Qualität. Die Regierung wird nicht von noch so schlauen Reden und Plakaten beeindruckt, sondern von der schlichten Anzahl der Demonstranten. Je mehr auf die Straße gehen, desto besser. Wenn hunderttausende oder gar Millionen auf die Straße gehen, sind auch Polizei und Bundeswehr machtlos, außer sie würden brutalste Gewalt anwenden. So oder so aber wäre dann die Regierung am Ende, das hält keine Regierung aus.

  6. … und noch eine Beobachtung zu den öffentlich-rechtlichen Sendern: der SWR, der mir regelmäßig seine Drohbriefe schickt, ich solle gefälligst meine Schutzgeld bezahlen, sonst …., hat sein Hauptgebäude in Stuttgart, Neckarstraße 230. Jeder der dort in der Nähe ist, sollte sich diese Burg einmal anschauen. Der Architekt hat dort eine wehrhafte Festung konzipiert, wie sie für jeden Raubritter des Mittelalters eine Pracht gewesen wäre. Es ist eine wahre Trutzburg, mit massiven Betonmauern und massivsten Eisengittern armiert. Der Eindruck, der durch dieses Gebäude vermittel wird ist klar, die Botschaft eindeutig: „hier kommt keiner rein, den wir nicht einladen“. „Wir hier drin sind sicher und geschützt – vor dem Pöbel und jedem Ungemach draußen“. „Uns kann niemand etwas wollen“. „Wir hier drin sind in einer andere Welt als ihr da draußen, und machen was wir wollen.“
    Haben der Architekt und die Auftraggeber schon damals, als der Bau geplant wurde, eine Zeit kommen sehen, in der die Sender sich gegen aufgebrachte Bürger verteidigen muss? Warum wurde ein Gebäude mit so einer abwehrenden Signalwirkung konzipiert? Ist das immer größer werdende Auseinenderklaffen von Gesellschaft und ÖRR gewollt und geplant und vorhergesehen worden?
    Kennt jemand andere, neuere (70er-Jahre) ÖR-Funkhäuser? Wie sehen die denn aus?

    „Die Stärken: Von außen zeigt das Kulturdenkmal an jedem Standort eine veränderte Perspektive, weil sich die drei Bauteile zueinander verschieben. Der Komplex ist in drei Bereiche aufgeteilt: Kommunikation, Redaktion und Verwaltung sowie die Produktion. Im Kontrast zur kühl anmutenden Fassade gibt es auch einzigartige, teils spielerische bauliche Details. So zum Beispiel die mosaiken Gartenterrassen oder das so genannte „Auge Gottes“, ein dreieckiges Glasfenster, das den untersten Funkhausebenen Tageslicht zuführt. Zu den Besonderheiten zählt auch die Symbolhaftigkeit der Gutbrodschen Zeichensprache, der Einsatz von Farbe als Informationsträger, die Materialvielfalt im Innenraum und das Fehlen von Symmetrieachsen und rechten Winkeln. Die Fernsehstudios im Park der Villa Berg wurden durch einen unterirdischen Tunnelbau [Fluchtwege wie bei einer Burg!] angebunden. Die Schwächen des Bauwerks: Die lichtarmen Studios, dunkle Büros in den unteren Stockwerken, der großflächige Einsatz von Kupfer vor allem in der unteren Ebene oder die nicht nutzbare Freitreppe entlang der Terrassenebene.
    Im Jahr 2000 wurde das Stuttgarter Funkhaus vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in die Liste der Kulturdenkmale aufgenommen. Der dreigliedrige Gebäudekomplex in blau-silberner Fassadenverkleidung gilt noch immer als ein einzigartiges Bauwerk in der Rundfunklandschaft.“
    ()https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgarter_Funkhaus

    Dies noch zum Architekten:
    „Was [Waldorfschüler ] ihn nicht hinderte, im „Dritten Reich“ Karriere als „unpolitischer“ Fachmann zu machen. Als Bauleiter bei der Wehrmacht knüpfte er Kontakte, die beim Übergang in den bundesdeutschen Wiederaufbau halfen.
    In den sechziger Jahren gab er die Leichtigkeit zugunsten eines Beton-Brutalismus auf, der hierzulande kaum Anhänger fand, … .“

    Ja, Beton-Brutalismus, der sich heute im Öffentlich-rechtliche-Medien-Brutalismus wiederfindet. Passt!

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