Mit Visionen aus der Angst

Angst lähmt und Angst vor der Zukunft lähmt unser Handeln in der Gegenwart. Suchen wir also andere Wege.


Macht macht Angst. In der Angst denken wir schmalspurig und sind manipulierbar. Und wir sind in keiner Weise kreativ. Der Alarmmodus in dem wir uns gefangen halten lassen, ist zur akuten Gefahrenabwehr geeignet, nicht jedoch um kooperativ planen und gestalten zu können. Auch die Angst vor der Zukunft lähmt unseren Gestaltungswillen.


Angst ist also auf Dauer kein guter Begleiter. Leute mit Herrschaftsanspruch brauchen natürlich Ängste zur Unterwerfung — zuerst und entscheidend der geistig-seelischen Unterwerfung — anderer Menschen. Interessanterweise gibt es auch bei einer großen Anzahl von Kritikern der zunehmend diktatorischen Politik unserer Regierung die Tendenz, Ängste zu befördern. Zwar sind das keine Ängste vor einem „tödlichen Virus“, dafür aber vor einer dunklen Ära in der Zukunft. Maximal befördert das ein „nein, das will ich nicht“, einen Verhinderungskampf gegen die drohende Dystopie.

Eine attraktive Perspektive kann so kaum entstehen, höchstens die Verlockung zum zurück des „wie bisher“. Das ist eine Illusion, gerade auch, weil das „wie bisher“ ja verantwortlich für die gegenwärtige Krise ist. Eine Krise, die antisozial aufgestellte Eliten nun auf ihre Weise zu lösen gedenken. Wir alle sind aufgerufen, unsere eigenen Visionen ins Spiel zu bringen und damit das uns zugedachte Spiel durch Nichtteilnahme aufzulösen.

Das negiert nicht den unschätzbaren Wert der Aufklärung, die inzwischen von einer zunehmenden Anzahl alternativer Plattformen, Journalisten, Lehrern, Ärzten, Polizisten, Eltern, Anwälten und Richtern, Wissenschaftlern, Politikern, Künstlern und weiteren Menschen betrieben wird. Doch ist es eben so wichtig, die Frage, wie wir in der Zukunft leben möchten, aufzuwerfen und zu diskutieren. Dabei geht es nicht nur um praktische Dinge, wie unser Wirtschafts- und Sozialsystem, das Politik- und Rechtssystem, sondern auch fundamentale Grundlagen unseres menschlichen Miteinanders. Wir sind aufgerufen, Wege aus der verhängnisvollen Spaltung der Gesellschaft zu suchen.

Geben wir also einer lebensbejahenden Kreativität mehr Raum und tun dabei etwas für unser persönliches Glück, denn in diesem Bereich sind wir nicht in Angst. So möchte auch das folgende Manifest — dessen Verfasser nicht öffentlich genannt werden möchten — verstanden werden: als ein Angebot über die Zukunft nachzudenken, ja von einer guten Zukunft zu träumen.


Regional Governance – Manifest für eine menschenwürdige Gesellschaft

Regional Governance umschreibt die Idee, Angelegenheiten auf der gesellschaftlich möglichst untersten, menschennahesten Ebene zu regeln. Dies ist als Alternativentwurf zur Global Governance zu sehen, also diejenige Agenda, die aktuell mit Hilfe der Corona-Plandemie versucht wird von oben bis in einzelne Lebensbereiche, ja, bis in die Empfindungen, Gedanken und Körper der Menschen hinein durchzudrücken.

So wie diese Global Governance auf bestimmten Grundideen beruht (totale Kontrolle, Funktionalität, Entmenschlichung (Transhumanismus), Entprivatisierung, Gleichschaltung), so beruht auch der Alternativentwurf der Regional Governance auf Prämissen, die für jeden zu konzipierenden und gleichzeitig zu realisierenden Sachbereich, ja sogar für jede konkrete Einzelentscheidung, angewendet werden können und im Prinzip das Gegenteil der globalistischen Ideen verkörpern. Dies ist aber nicht im Sinne eines „Gegen“ zu verstehen, sondern als kreative Alternative im Sinne eines „Für“. Insofern ist dies auch ein methodischer Baukasten, der in gemeinsamer Anwendung aller Interessierten in der Gesamtheit einen neuen gesellschaftlichen Vertrag realisiert.

Es ist gerade jetzt, zu diesem Zeitpunkt existentiell wichtig, eine konzeptionell unterfütterte Idee und Vision eines alternativen Gesellschaftsentwurfes zu entwickeln und kundzutun, weil die aktuelle Krise mehr ist als nur eine gesundheitliche oder ein Krise des Wirtschaftssystems und der Zeitpunkt ein ganz besonderer. Die gesamte Art unseres Zusammenlebens ist aktuell in Frage gestellt, und das weltweit. Es bietet aber auch die Chance, erstmalig in der Geschichte der Menschheit, dieses Zusammenleben menschenwürdig, verantwortungsvoll und friedlich zu gestalten, regional begründet und doch global in der Wirkung.

  1. Ausgangspunkt Chaostheorie

Wer in der Kybernetik beziehungsweise Chaostheorie zu Hause ist, wird erkannt haben, dass wir uns mit dem globalen Gesellschaftssystem aktuell in einem instabilen Zustand befinden, dem sogenannten Chaos. Laut der Theorie schwingen sich chaotische Systeme auf einer höheren Energieebene wieder in einen stabilen Zustand ein. Dieser Übergang steht uns noch bevor. Dieser Einschwingungsvorgang wird Bifurkation genannt, wobei der Wortteil „Bi“ schon andeutet, dass es eine Entscheidung zwischen zwei möglichen Zuständen geben kann. Prinzipiell ist nicht vorhersehbar und nicht steuerbar, in welchen Zustand sich das System einschwingen wird (vergleiche „Schmetterlingseffekt“). Allerdings sollte die Option (vergleiche „Attraktor“) schon angelegt sein. Unser Anliegen sollte sein, die Vision einer Regional Governance als zweite Entscheidungsmöglichkeit für den kommenden stabilen Zustand des menschlichen Zusammenlebens bereitzustellen.

Diese kybernetischen Zusammenhänge sind auch Grundlage der (langfristigen) Planung der globalistischen Eliten. Auf dieser Ebene befindet sich das Schachbrett, auf dem die Schlacht geschlagen wird. Lasst uns wenigstens einen Bauern auf das Schachbrett setzen, in der Hoffnung, dass er sich bis zur Grundlinie durchschleicht und zur Dame wird, die das Spiel entscheidet. Deswegen dieses Konzept und der Aufruf, hier auch mittels Aktionen und Zukunftswerkstätten praktisch und ideell das Feld für die Zukunft zu bereiten.

  1. Grundgedanken

Natürlich wird man die Erscheinungen (Phänomene) einer Regional Governance, also wie das „Pflänzchen“ dann konkret aussehen wird, niemals im vorweg genau beschreiben können und sollen. Dies wird sich naturgemäß auch regional verschieden ausprägen. Aber man kann schon sagen, welche Grundeigenschaften es haben wird, von welcher Art es ist und wie es in einen großen Kontext passen kann.

Die Idee einer neuen (alten) regionalen Selbstverantwortlichkeit fußt auf vier grundlegenden Gedanken:

  1. Innere Entwicklung und Haltung

Verantwortlichkeit beginnt bei jeder einzelnen Persönlichkeit. Selbst-Verantwortlichkeit bedeutet, für die Fragen und Herausforderungen, die das Leben stellt, selbst eine Antwort zu entwickeln. Es ist eine (ebenfalls zu entwickelnde) Grundhaltung, diese Selbstverantwortung wahr-nehmen zu können. In diesem Ein-lassen und Zu-lassen steckt die Gelassenheit, in die Welt eingehen und diese auf einen zugehen zu lassen. Aus diesem Wechsel- und Wachstumsspiel speist sich die innere Entwicklung einer Persönlichkeit vom Werden ins Sein.

  1. Wertekanon und Rechtsverständnis

So umwelt- und traditionsspezifisch konkrete Wertesysteme und Umgangsformen verschiedener menschlicher Gemeinschaften sein mögen, so ist ihnen doch der soziale Grundcharakter des Menschseins gemeinsam. Kriegsführung und gegenseitige Übervorteilung sind hier ein Nebenaspekt, ursprünglich aus Notwendigkeiten des Überlebens entstanden. Eher dominiert natürlicherweise das Interesse an Austausch, geistig wie materiell, und eine daraus resultierende Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft. In sozialen Großsystemen wären Kriege überflüssig, wenn sie nicht von Gruppen psychisch kranker Menschen als Machtinstrument gebraucht würden.

Eine globale Menschengemeinschaft bestände aus einer Vielzahl unterschiedlicher regionaler Kulturen mit ebenso vielfältigen regionalen Rechtsverständnissen, jedes gleichwertig neben- und zueinander legitim und in gegenseitigem fruchtbaren Austausch. Die gesellschaftlichen Normen und Regeln mögen sich hierbei regional ebenfalls unterschiedlich gestalten, doch bildet sich in dieser Freiheit der gesellschaftlichen Entwicklung über alle Regionalgruppen hinweg das menschlich gemeinsame, Verbindende eher heraus als durch ein entwicklungshemmendes Aufoktroyieren nur gesagter Werte durch eine jede Menschlichkeit verleugnende sogenannte globale Wertegemeinschaft.

  1. Sachgerechtigkeit (Alles dort organisieren, wo es hingehört)

Die Welt ist ver-rückt. In dem Sinne, dass deren Einrichtung an falscher Stelle gerückt wurde. Sachverhalte, Erträge und Lasten wurden so hingerückt, dass die Erträge den Herrschenden und die Lasten den Dienenden überantwortet wurden, unabhängig vom sachlichen Verhalten der Angelegenheit an sich.

Eine künftige Gesellschaftsform muss sich an den Notwendigkeiten und Stellen-werten der Sachverhalte selbst orientieren mit der Maßgabe, dass Verantwortlichkeit, Aufwände und Erträge zunächst auf der kleinsten Organisationsebene anzusiedeln sind. Erst wenn Aufgaben zu groß, zu komplex, zu bedeutend oder zu interessant für die jeweils feingranulare Einheit werden, sind diese in einen Verbund höherer Organisation zu entwickeln.

Insofern werden sich die Gegebenheiten der täglichen Be- und Versorgungen auf der kleinstmöglichen regionalen Ebene befinden. Ebenso Fragen des gesellschaftlichen Miteinander, wozu insbesondere die Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und der Respekt für und die Erfahrungsaufnahme von älteren Menschen zählen. Auch die Entscheidung über Regeln und deren Durchsetzung ist auf der jeweiligen Sachebene anzusiedeln.

Übergreifende Fragestellungen sind im Verbund mit den weiteren betroffenen Regionaleinheiten in sachlicher Notwendigkeit zu bearbeiten. Dies können größere Projekte (beispielsweise gemeinsame Energieversorgung oder Wasserversorgung) oder Modalitäten gegenseitigen Austausches sein.

Globale Fragestellungen sowie wissenschaftliche und technische Grund- und Großentwicklungen können durch Expertenteams, die sich aus hervorragenden Geistern der Regionalgemeinschaften speisen, beraten und empfohlen werden. Eine Umsetzung soll in Form von Kooperativen erfolgen, die dem Gemeinwohl verpflichtet sind. Umgekehrt steht dieser Wissen- und Kenntnisschatz den Regionalgemeinschaften für deren Bildung und Verwendung kostenfrei zur Verfügung.

  1. Netzwerke statt Hierarchien

Ein wesentlicher Aspekt der individuellen, aber auch gesellschaftlichen Entwicklung ist die Ablösung einer hierarchischen Grundhaltung durch eine kooperative. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass jeder Mensch (und jede Regionalgemeinschaft) einzigartige Fähigkeiten und Charakterzüge besitzt, die in einem passenden Kontext fruchtbringend für Individuum und Umgebung entwickelt und integriert werden können. Dieser fruchtbare Boden, in dem eine solche Selbstorganisation möglich wird, ist eine Grundhaltung, die solche Entwicklungs-Freiräume aufmacht und gleichzeitig vielfältige Anschlussmöglichkeiten für die jeweilige Entwicklung bietet.

Hierarchien haben prinzipienbedingt immer einen bestimmenden Charakter, auch wohlwollende Anweisungen und Maßnahmen können den Eigenheiten der Untergebenen nie entsprechen. In dieser Denkart ist es sachnotwendig, dass die beherrschten Elemente einer Hierarchie kategorisiert und in der Kategorie gleichgestaltet werden müssen, um die Funktionsfähigkeit einer hierarchischen Struktur zu gewährleisten (dies trifft übrigens auch auf die befehlenden Elemente zu).

Netzwerke bezeichnen hingegen ein sachgerechtes Zusammenwirken von Akteuren. Die Kommunikation zwischen den Akteuren ist keine bestimmende, sondern eine sachlogische. Das heißt, es geht darum qualitative Beiträge für eine gemeinsam angestrebte Entwicklung oder Problemlösung bereitzustellen und umgekehrt qualitative Erträge für die eigenen Bedürfnisse zu generieren. Es ist ein Austausch- und kein Kontrollgeschehen.

  1. Denken und Handeln

Die vier Grundideen lassen sich auf alle Lebensbereiche anwenden. Sie können dazu dienen, Fachkonzepte entlang dieser Leitlinien zu entwickeln und zu prüfen, genauso wie konkrete Umsetzung und Handlungen zu unterstützen, bis in den persönlichen und privaten Bereich hinein.

Hier gilt die Prämisse: Jeder Einzelne kann etwas, das für die Gemeinschaft wichtig ist, und die Gemeinschaft braucht jeden Einzelnen in seiner Individualität, seiner Entwicklung und seinem Mensch-Sein. Das Wichtigste ist aber, dass wir mit unseren Wünschen, Talenten und Fähigkeiten ins Handeln kommen. Lassen wir uns von Chancen leiten und nicht von Ängsten.

In diesem Sinne gilt es, sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens entlang der Grundideen einer Regional Governance zu durchdenken, neu zu gestalten und gleich auch praktisch umzusetzen und zu leben. Denken und Handeln gehen dabei gleichzeitig Hand in Hand.

Im Sinne von Zukunftswerkstätten können Gesellschaftsbereiche neu gedacht und gleichzeitig auch in persönlichem und regionalem Rahmen gelebt werden. Einige der Bereiche und erste Ideen sind im Folgenden skizziert, bedürfen aber der weiteren Detailausarbeitung und der jeweils regionalen Umsetzung.

  1. Bildung

Bildung als Unterstützung des Werdens von Menschen, und das ein Leben lang. Ziel muss es sein, das, was im Menschen angelegt ist, zur Blüte bringen zu lassen und für die dazu nötigen gedeihlichen Umstände zu sorgen. Das Gedeihen der Menschen ist hierbei eng mit der Region, der Landschaft und der Kultur verbunden. Nur so kann ein Mensch Wurzeln ausbilden, die ihn bodenständig und offen zugleich werden lassen. Ein reflektierender, kritischer Geist ist Grundlage für die spezifische Aneignung von Fachwissen, alles auf der Grundlage einer ausgeprägten Herzensbildung. Hervorragende Geister sind natürlich auch überregional oder global zu vernetzen, dies ist kein Widerspruch zur Regionalität.

  1. Gesellschaftliches Miteinander und Regionalentwicklung

Inhalte und Art des Miteinanders entspringen den sozialen Bedürfnissen der Menschen. Die Menschen müssen dafür aber erst einmal in der Lage sein, ihre eigentlichen Bedürfnisse zu erkennen und von denjenigen zu unterscheiden, die ihnen von vielfältigen Interessenträgern von außen oktroyiert wurden. Aus dieser Eigentlichkeit heraus sind Menschen erst in der Lage, ihre eigenen Bedürfnisse in ein gesellschaftliches Miteinander einzubringen und diejenigen anderer Menschen zu berücksichtigen. So ist eine Regionalgesellschaft auf der einen Seite ein ständiges Handeln und Verhandeln, eine ständige Entwicklung und Veränderung, und auf der anderen Seite verwurzelt in der Geschichte einer Gemeinschaft und gelenkt in den Bahnen einer regionalen Kultur und Tradition.

  1. Finanzwesen

Regionaler Austausch sollte mit regionalen Währungen erfolgen. Als Austauschmittel bietet sich die Zeit an, die für die Erledigung einer Arbeit aufgewendet wird, an. Dies hat den Vorteil, dass automatisierte Vorgänge, die ohne Zutun des Zuständigen ablaufen, entwertet und Arbeiten, in denen menschlicher Aufwand steckt, aufgewertet werden. Und Zeit ist eine stabile Währung, es gibt keine Zinsen, aber auch keinen Wertverlust. Es existieren bereits jede Menge Regionalwährungen und Tauschbörsen, auf die aufgebaut werden kann.

  1. Wirtschaft und Handel

Handel kann auf regionaler Ebene in Form von Sachwerten oder Aufwandswerten (beispielsweise Zeit) erfolgen. Natürlich sind nur bestimmte wirtschaftliche Aspekte regional beschränkt. Gerade mit steigender Exzellenz ist eine stufenweise Überregionalisierung notwendig. Aber auch hier sollte auf eine Werthaltigkeit und Fairness des Austausches geachtet werden, unter Berücksichtigung der regionalen Spezifika der Partner. Gewinnstreben hat hier nur zweitrangigen und Gewinnmaximierung keinen Stellenwert mehr.

  1. Landwirtschaft, Nahversorgung, Natur

Die regionale Wirtschaft und Landwirtschaft versorgt die regionale Bevölkerung. Zulieferung aus anderen Regionen sollte entfernungs- und aufwandsabhängig bepreist werden. Überschussproduktion für den Export oder zur Gewinnmaximierung ist zugunsten landschaftspflegerischer und naturerhaltender Aktivitäten zurückzustellen. Landwirtschaft und Naturerhaltung sind integral für und mit den Menschen der Region eingebunden. Umgekehrt ist jeder Einzelne für die Erhaltung und Stärkung dieser Belange und der regionalen Wirtschaft durch sein Konsum- und sonstiges Verhalten verantwortlich.

  1. Gesundheit

Gesundheit, körperliches und seelisches Wohlbefinden stehen in der alleinigen Verantwortung des Menschen. Eine natürliche Umgebung und naturverbundene Lebensweise stärken Immunsystem und körperliche und seelische Resilienz. Regional selbstorganisierte Angebote, die aber niemals verpflichtenden Charakter haben dürfen, fördern vielfältige körperliche Betätigung. Ein feinsinniges Gespür für die eigenen Bedürfnisse ermöglicht auch Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Nächsten und Nachbarn und somit ein entsprechend rücksichtsvolles Verhalten. Altes, regionales Heilwissen in Ergänzung mit schulwissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Basis für regionale Heilmittel und -weisen sowie für eine ganzheitliche Gesundwerdung.

  1. Sicherheit

Sicherheit sollte als Dienstleistung von Bürgern für Bürger zu organisiert werden. Es geht hier weniger um die obrigkeitsmäßige Durchsetzung von Regeln, sondern im Innenbereich um mediatorische Tätigkeiten zur Konfliktbeilegung, im Außenbereich natürlich um die Verteidigung der regionalen Angelegenheiten, wobei entsprechende externe Anspruchsträger in der Regel global getriggert sein werden. Denkbar sind rotierende, ehrenamtliche Engagements, wie schon bei freiwilligen Feuerwehren erfolgreich praktiziert. Immer aber sind die Sicherheitsbeauftragten auf Augenhöhe mit dem Bürger, niemals übergeordnet. Einmischungen extra-regionaler Sicherheitsorgane sind abzulehnen und abzuwehren. Im Falle eines großangelegten Okkupationsversuches fremder Anspruchsträger sind Konzepte der zivilen Selbstverteidigung anzuwenden.

  1. Infrastruktur (Verkehr, DSL, Funk, Wasser, Abwasser, Energie, Wärme, Strom)

Infrastrukturleistungen sind nach Möglichkeit mit regionalen Ressourcen kooperativ zu bewerkstelligen. Wo dies nicht möglich ist, können sich benachbarte Regionen zusammenschließen, immer nach dem Prinzip der niedrigst möglichen Lösungsebene. Eine Beeinträchtigung der eigenen wie auch anderer Regionen durch Expositionen (Wasserverbrauch, Abwasser, Abfall, Lärm) ist zu vermeiden, entsprechende Probleme in gutem Einverständnis mit den regionalen Nachbarn zu lösen. Ihrem Wesen nach überregionale Vorhaben, insbesondere Netzwerkinfrastruktur und Funkfrequenzen, sind in kooperativ organisierten überregionalen Projekten zu realisieren. Eine Teilnahmeverpflichtung für die jeweilige Region besteht hierbei nicht.

  1. Regionalverwaltung und Steuern/Abgaben

Steuern und Abgaben sind zur Deckung der für eine Region anfallenden Gemeinkosten nötig und zu erheben. Kostenausgleiche mit anderen Regionen oder überregionalen Anspruchsträgern können individuell vereinbart werden, keinesfalls über Standard-Besteuerungen pauschal abzudecken. Die regionale Verwaltung ist auf das Notwendigste zu beschränken. Anzustreben sind zur Erfüllung der Verwaltungsaufgaben Ehrenämter, zumindest aber (wählbare) rotierende Ämter. Die Etablierung einer beständigen, gesellschaftlichen Verwaltungsschicht ist unbedingt zu vermeiden.

  1. Recht und Regeln

Grundlage des Zusammenlebens müssen die unveräußerlichen Menschenrechte sein. Auf dieser Basis entwickeln sich regionaltypisch Umgangsregeln, die möglichst freiwillig auch von den Bürgern mitgetragen und umgesetzt werden. Eine Erstarrung in bloße Formalismen und Riten ist zu vermeiden, eine regelmäßige Prüfung aller Regeln und Rechtsgrundsätze ist anzustreben. Das Regelungssystem muss immer dahingehend entwickelt werden, dass es seinen Umfang stetig minimiert und immer nur das Notwendigste regelt. Eine Rechtsprechung soll im Sinne eines Schiedsgerichtes Streitigkeiten schlichten und Unrecht im Sinne einer Wiedergutmachung und persönlicher Einsicht regeln. Überregionale Rechtsgrundsätze sind nicht verpflichtend, als Empfehlung kritisch zu prüfen und gegebenenfalls (modifiziert) anzunehmen oder abzulehnen.

  1. Entscheidungsfindung und Politik

Die Entscheidungsfindung sollte unter Berücksichtigung traditioneller Gepflogenheiten das Meinungsbild der Regionalbevölkerung widerspiegeln. Die Methoden der Meinungs- und Entscheidungsfindung sind entsprechend regionalspezifisch zu gestalten. Äußere Einflüsse oder Einflüsse von Machtgruppen und Einzelinteressen sind wirksam zu verhindern. Für überregionale Angelegenheiten sind entsprechend dem regionalen System Repräsentanten zu bestimmen. Überregionale Entscheidungssysteme werden nicht übernommen, deren Entscheidungen als Empfehlungen regional bestätigt oder abgelehnt.

  1. Religion und Spiritualität

Zu den unveräußerlichen Menschenrechten gehört, dass jeder seine Gedanken und Einstellungen frei und eigenverantwortlich finden und formulieren kann. Dies gilt auch für Einstellungen bezüglich spiritueller Themen. Trotzdem werden sich regionalspezifisch spirituelle Traditionen bilden, gegebenenfalls auch bestimmte Erkenntniswege und -übungen ausprägen. In Offenheit und Toleranz zu anderen Haltungen prägen diese die regionale Kultur und Identität mit.

Die neue Zeit hat gerade jetzt begonnen. Ergreifen wird die Chance und machen uns die Welt so, wie sie uns gefällt.

Die Verfasser

Liebe Leser, bleiben Sie achtsam und werden Sie mutig.


Anmerkungen und Quellen

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(Titelbild) Kind, Seifenblase, Vision; Autor: Gerd Altmann (Pixabay); 11.04.2017; https://pixabay.com/de/photos/kind-seifenblase-globus-amerika-2217747/; Lizenz: Pixabay License