Bemerkenswertes vom Tagesspiegel

Von der Handschrift des Imperial Colleges in den Massenmedien.


Die Massenmedien haben uns in den vergangenen zwölf Monaten nur so mit Studien geflutet, die Eines belegen sollten: Dass unter uns ein hochinfektiöses wie gefährliches Virus grassiert. Man darf sich schon einmal fragen, warum bei solch propagierter Infektiösität nicht längst die gesamte Bevölkerung durchseucht ist. Aber klar: Das darf nicht sein, weil damit der ganze Zirkus angsteinflößender Fallzahlen ein Ende hätte. Was dabei so gut wie alle diese Studien auszeichnet, ist, dass diese lediglich auf in Modellen eingeflossenen Annahmen basieren. Im nun behandelten Tagesspiegel-Artikel wird das einmal mehr deutlich.


Nicht, dass Modelle untauglich wären, um seriöse wissenschaftliche Forschung zu betreiben. Nur, muss uns immer bewusst sein, dass Modelle mehr oder weniger stark vereinfachte Abbilder eine komplexen Welt beschreiben — oder sogar nur Vorstellungen von einer angestrebten Welt. In Studien wird dann untersucht, wie die Prozesse im gedachten Modell ablaufen könnten, wobei mehr oder weniger willkürlich die Rahmenparameter definiert werden. Das ist alles durchaus legitim.

Bedenklich wird es allerdings, wenn die Ergebnisse von Studien, die auf wirklichkeitsfremden Modellannahmen beruhen, als wissenschaftliche Erkenntnisse verkauft werden. Und zwar solcher Art, dass diese uns suggerieren, hier wären neue, unumstößliche und nicht mehr zu hinterfragende Naturgesetze entdeckt und wissenschaftlich nachgewiesen worden (1).

Von institutionellen Abhängigkeiten

Die sogenannte Corona-Pandemie hat Pandemien ganz anderer Art mit sich gebracht. Neben einer seit Monaten grassierenden, im Sinne von Gesundheitsschutz völlig sinnlosen Testpandemie erleben wir auch eine Pandemie der Studien. Studien mittels derer uns erzählt wird, wie infektiös und gefährlich “das Virus” sei. Doch wer Berichte über diese Arbeiten sorgfältig liest, stößt irgendwann immer wieder auf die Tatsache, dass diese Studien auf Modellen basieren (2, 3). Er erfährt, dass die oft reißerische Überschrift über neu entdecktes Gefahrenpotenzial des “Killervirus” eben keine wissenschaftliche Erkenntnis sondern eine absichtsvoll gesetzte, Angst erzeugende Botschaft darstellt.

Studien, die evidente wissenschaftliche Erkenntnisse lediglich vortäuschen, werden seit Beginn der ausgerufenen Pandemie (a1) reihenweise über die Massenmedien verbreitet. Zwischenzeitlich sind dem Kenner der Materie zwei Namen als regelrechte Symbole von Auftragsstudien bekannt, die als Verbreiter von angeblichen wissenschaftlichen Arbeiten gelten, solche aber gar nicht sind: Das Imperial College of London und Neil Ferguson (4 bis 6).

In einer Mischung von fehlender nachfragender Kritikfähigkeit, Auftragshörigkeit und in die allgemeine Corona-Hysterie eingespannter, den Blick verengender Angst, haben die Massenmedien es bis heute nicht für erforderlich gehalten, zu thematisieren, wie weit weg die Ergebnisse von Studien, wie solcher aus dem Imperial College von der Realität entfernt waren, die sie angeblich zu voraussagen in der Lage waren. Doch wurde mit diesen scheinwissenschaftlichen Publikationen knallharte Politik gemacht — und zwar gegen, keineswegs für das Wohl der Menschen.

Wem es nützte, lässt sich bereits nach kurzer Recherche herausfinden. Es nützte unter anderem Jenen, die ein enormes wirtschaftliches Interesse an der Vermarktung neuer zu spritzender Mittelchen hegen. Diese haben über ihre Interessenverbände, wie zum Beispiel die Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) reichlich Geld, nämlich Dutzende Millionen US-Dollar in das Imperial College fließen lassen, um unter anderem auch die gewünschten Studien mit den ebenso gewünschten Scheinergebnissen unters Volk zu bringen (7 bis 7x, 8). Für Big Pharma haben sich diese Investitionen bis zum heutigen Tag in hervorragender Weise ausgezahlt.

Ja, und auch für die Gates Foundation war deren vermeintlich philanthropisches Wirken vor allem ein erfolgreiches Geschäftsmodell (9), wie auch deren führender Heilsbringer, namens Bill Gates in seinem vorgeblich aufopfernden Tun immer reicher und reicher wurde (10). Das alles ist in einer Zeit geschehen, in der weltweit viele Millionen von Existenzen wirtschaftlich wie gesundheitlich ruiniert wurden. Viele verschließen in der ihnen eingeimpften Angst vor Corona noch immer die Augen davor, dass seit dem Frühjahr des Jahres 2020 eine gigantische Umverteilung von Vermögen stattfindet.

Studien in den Massenmedien

Der Berliner Tagesspiegel ist ein Flaggschiff, wenn es um die Verkündung des Narrativs vom hoch ansteckenden wie gefährlichen Coronavirus geht. Da wird Meinungsäußerung und Nachricht gern vermischt und jede Information zu Corona in einer Weise konnotiert, dass dem Konsumenten auch ja nicht die Angsttrigger ausgehen. Der am 16. Februar vom Blatt veröffentlichte Beitrag über eine der weiter oben angedeuteten Art von Studien kann als Paradebeispiel bewertet werden, wie man mit Mitteln der Propaganda Stimmungen in der Bevölkerung erzeugt beziehungsweise aufrecht erhält (11).

Wie es sich für knackige Propaganda gehört, ist die entscheidende Botschaft ganz an den Anfang des Artikels in Titel und Untertitel gesetzt:

Studie liefert Hinweise

So hoch ist das Infektionsrisiko in Supermarkt, Schule und Friseur

Sollten Schulen, Friseure und Co. wieder öffnen? Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Risiko einer Ansteckung. Eine Studie zeigt, wo es besonders hoch ist. (11i)

Dass man sich der betriebenen Propaganda sehr bewusst ist, zeigt die dezent und unscheinbar gehaltene Einleitung mit “Studie liefert Hinweise”. Damit stiehlt sich Verfasser und Redaktion aus der Verantwortung, nämlich darauf hinzuweisen, dass die Studie eben KEINE Belege für Infektionsrisiken liefert, sondern lediglich “Hinweise” gibt. Das aber bekommt kein Konsument des Artikels mit. Er nimmt die dort verfasste Botschaft für bare Münze und in seinem emotionalen Bewusstsein wird einmal mehr das vermeintlich sichere Gefühl gestärkt, dass Infektionen mit dem Virus ja eh schon nachgewiesen seien und es nur noch um den Grad der Infektiösität gänge. Das genau aber ist nicht der Fall — die Infektiösität des “neuartigen Virus” ist nicht belegt!

So erfährt dann auch der aufmerksame Leser im Text selbst, dass die besprochene Studie einfach Infektiösität als Prämisse voraussetzt — wohlgemerkt eine, die überhaupt noch nicht nachgewiesen worden ist — doch lediglich mit nicht weiter qualifizierten Aerosolen arbeitet: “Für das Infektionsrisiko entscheidend sei die eingeatmete Dosis an Aerosolpartikeln.” Dieser eine Satz weist darauf hin, dass hier mit einem extrem verkürzten Modell gearbeitet wurde, das eines Lüftungsexperten: “Lüftungsexperte Martin Kriegel hat für die Untersuchung mithilfe des Infektionsrisikomodells, das die TU zusammen mit dem Robert Koch-Institut und der Berliner Charité entwickelt hat, einen sogenannten situationsbedingten R-Wert abgeleitet.”

So etwas kann man gern machen, um die Verbreitung von Aerosolen nachzustellen, aber es ist unzulässig, daraus “Infektionsgefahren” als wissenschaftliche Erkenntnis abzuleiten. Zumindest eine Erwähnung wert ist die Tatsache, dass die Charité und das Robert-Koch-Institut (RKI) Wochen vor dem vorgeblichen Ausbruch der Pandemie mit insgesamt über 330.000 US-Dollar erstmalig durch die Gates Foundation beschenkt wurden (12, 13). Immerhin handelt es sich bei diesen Institutionen um Landes- und Bundesbehörden. Das RKI ist gar direkt dem Bundesgesundheitsministerium beziehungsweise der Bundesregierung unterstellt (14).

Deutsche Landes- und Bundesbehörden nehmen Geld von privaten ausländischen Stiftungen an, die sich durch Investments in global operierende Konzerne finanzieren, einschließlich solcher aus der Pharmabranche und der Finanzindustrie (15, 16). Finden Sie das normal, liebe Leser?

Im weiteren werden die aus dem Modell errechneten (!) Daten groß und breit ausgewalzt, was dem ungeübten Leser eine Illusion von Wissenschaftlichkeit, von hinreichend bewiesenen Erkenntnissen vorgaukelt. Das ist genau der Stil, den das “große Vorbild”, das Imperial College of London mit Neil Ferguson, dem englischen Pendant zum deutschen Coronavirus-Guru Christian Drosten, im Vorjahr praktizierte.

Es ist nicht Anliegen des Autors selbst, diesen Tagesspiegel-Artikel im Detail auseinander zu nehmen. Was das Ganze interessant für ihn machte, waren drei Aspekte, die nun im Folgenden behandelt werden.

Qualitätskontrolle und Zensur

Die Kommentarteile von Artikeln wie dem gerade Skizzierten, sind gewohntermaßen nicht davon geprägt, grundsätzliche Kritik an der der deutschen Coronapolitik und dem Umgang mit dieser seitens der Massenmedien zu üben. Um so bemerkenswerter erscheint das, was das Forum im Falle des obigen Artikels zu bieten hatte. Die nun zitierten Ausführungen eines Foristen zeigen in vorbildlicher Art und Weise, wie ein sachliche, präzise Kritik wiedergegeben werden kann:

“IljaMetschnikow: Bei der zitierten “Untersuchung” handelt es sich um ein Positionspapier von Prof.Kriegel+Frau Dipl.Ing.Hartmann, welches auf einem PrePrint-Artikel beider Autoren vom 5.11.2020 beruht, der nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet wurde (https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/12578 und https://depositonce.tu-berlin.de/handle/11303/11824; Danke @trashschick!).

Die zu Grunde liegende Studie war zum Zeitpunkt des vom TSp [Tagesspiegel] zitierten Positionspapiers also nicht “peer reviewed”. Damit sind grundlegende wissenschaftliche Qualitätsstandards nicht gewährleistet. Pre-Prints erfüllen in der Regel nicht die Qualitäts und Quantitätsanforderungen die an vollwertige wissenschaftliche Arbeiten gestellt werden, dienen dem schnellen Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse innerhalb eines Fachpublikums und müssen mit entsprechender Vorsicht beurteilt werden. Zitat-Koautorin Hartman: “Problematisch ist allerdings, dass Preprints kritisch beurteilt werden müssen, wofür notwendige Fachkenntnisse vorhanden sein müssen …. (https://blogs.ub.tu-berlin.de/publizieren/2020/10/open-access-ermoeglicht-eine-schnelle-und-kostenfreie-verfuegbarkeit-aktueller-forschungsergebnisse/).

Insofern wäre es wichtig gewesen, die Arbeit als Pre-Print zu kennzeichnen und dem Leser nicht den Eindruck einer vollwertigen Studie zu vermitteln. Die computergestützte Simulation betrachtet ausschließlich die technischen Aspekten der Aeroslausbreitung und deren Stabilität, nicht jedoch die biologischen Aspekte. Es ist jedoch falsch anzunehmen, dass der längerfristige Kontakt zu Aerosolen Infizierter automatisch zu einer Infektion führt. Das Modell berücksichtigt weder den “Beladungsgrad” der Aerosole mit Virusmaterial noch die Virulenz des potentiell in den Aerosolen befindlichen Virusmaterials. Es berücksichtigt auch nicht die Empfänglichkeit von Personen, die dem Aerosol ausgesetzt sind (Schleimhäute wirken als biologische Barrieren, IgA +T-zellvermittelte (Kreuz)immunität verhindern eine Infekt.” (11ii)

Die Kritik ist unaufgeregt, betont sachlich gehalten und mit Quellen unterlegt. In ihr wird darauf hingewiesen, dass selbst die Ansprüche einer vollwertigen Studie nicht erfüllt werden, die Tagesspiegel-Journalistin aber versäumt, dies sichtbar zu vermerken. Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, dass es sich lediglich um eine Untersuchung zum allgemeinen, strömungstechnischen Verhalten von Aerosolen handelt. Doch Julia Bernewasser erweckt in ihrem Bericht den Eindruck, dass man dies mit der Übertragung, ja gar Infektion mit Viren einfach gleichsetzen könnte, was ganz schlechtes journalistisches Handwerk verrät.

Wie nun wurde auf diesen bereichernden Kommentar reagiert? In dem man sich überhaupt nicht mit der Kritik auseinandersetzte und statt dessen, Interpretationen, Unterstellungen und Wertungen einwob:

“ohmanwiekannmansowasglauben (Antwort auf den Beitrag von IljaMetschnikow): Zitat: “Es ist jedoch falsch anzunehmen, dass der längerfristige Kontakt zu Aerosolen Infizierter automatisch zu einer Infektion führt. Wer hat das gesagt? Niemand außer Ihnen! Sie setzen diese Behauptung in die Welt und beschweren sich dann darüber, dass das behauptet wird. Klassisches Argumentationsmuster.

Ihre Argumente sind alle irgendwie komisch. Ich habe es so verstanden, dass die Studie die verschiedenen Szenarien miteinander vergleicht. Keines Ihrer Argumente richtet sich aber gegen diesen Vergleich der unterschiedlichen Szenarien. Ich verstehe also nicht, warum Sie auf die “biologischen Aspekte” hinweisen, die ja in diesem Fall irrelevant sind. Also ich verstehe es schon (s.u.). Man erkennt an all Ihren Kommentaren, dass Sie einfach grundsätzlich gegen Einschränkungen argumentieren, da es ja alles nicht so schlimm ist.” (11iii)

Mit solch einer Strategie kann man sehr gut den Anderen in Rechtfertigungsdruck bringen, sofern dieser das Spiel nicht durchschaut. Doch im konkreten Fall schlug der Versuch fehl:

“IljaMetschnikow, Antwort auf den Beitrag von ohmanwiekannmansowasglauben: Haben Sie ein Problem damit, wenn auf die in der Wissenschaft geltenden Qualitätssicherungskriterien hingewiesen wird? Haben Sie ein Problem damit, wenn man auf die Schwachpunkte einer Studie hinweist? Übrigens wird in einem PeerReview genau das gemacht — auf die Schwachpunkte einer Studie hingewiesen und Nachbesserung gefordert. Lese ich in Ihrem Schlusssatz etwa den Versuch eines “Argumentum ad hominem” heraus? Offensichtlich haben Sie nicht den Kriegel-PrePrint “PREDICTED INFECTION RISK FOR AEROSOL TRANSMISSION OF SARS-COV-2” studiert, ansonsten könnten Sie nachvollziehen, was gemeint war.

Das grundsätzliche Problem derartiger Computersimulationen ist, dass sie nur das simulieren können, was an Eingangsparametern/Annahmen in die Modelle gesteckt wird und die Größe dieser Parameter oft geschätzt wird. Das ist einer der Gründe, warum das Modell von Neil Ferguson bei der Vorhersage der Infektionszahlen und Todeszahlen im Frühjahr so sehr daneben lag. Das Kriegel-Modell berücksichtigt explizit nur die technischen Aspekte einer “Airborne Infection”, betrachtet das InfektionsRISIKO also nur von der Aerosolseite her. Dies greift zu kurz, da die biologischen Aspekte, die eine “Airborne Infection” beeinflussen, unberücksichtigt bleiben.

Das Kriegel-Modell geht z.B. von einer homogenen “Suszeptibilität” aller Personen und von einer homogenen Emission des Virus durch Infizierte im Raum aus. Davon kann aber nicht ausgegangen werden. Allein die ACE2 Expression ist alters-, geschlechts- und ethnienabhängig (in “Pubmed” leicht zu recherchieren), macht Menschen also verschieden empfänglich für eine Infektion. “Immunosenescence” macht alte Menschen für Virenmengen empfänglich, die bei jungen Menschen zu keiner Infektion führen. Ob eine Infektion letztlich stattfindet, hängt von den individuellen biologischen Bedingungen jedes Einzelnen ab. Für eine verlässliche Simulation müssten viel mehr Parameter in die Modelle einfließen, die vorher experimentell genau bestimmt werden müssten.

Meine Kritik richtet sich gegen die Unzulänglichkeiten des Kriegel-Modells. Daher kritisiere ich nicht noch die einzelnen Szenarien, wenn das zugrunde liegende Modell schon fragwürdig ist. Detaillierte Kritik würde ich üben, wenn ich den PrePrint von Professor Kriegel & Frau Hartmann zur Begutachtung bekommen würde.” (11iv)

In beeindruckender Weise holt der Forist das nach, was der Tagesspiegel in seinem Beitrag versäumt hat. Er lässt sich dabei auch nicht durch den anderen Kommentator auf einen Nebenkriegsschauplatz locken, in dem mit Wertungen und moralischen Deutungen gearbeitet wird, um den Argumentierenden über angebliche persönliche Defizite zu entwerten. Es lohnt sich, diesen Austausch weiter zu verfolgen. Denn ohmanwiekannmansowasglauben unternimmt einen neuen Versuch, die Sachebene zu sprengen:

“ohmanwiekannmansowasglauben, IljaMetschnikow: Zitat: “Haben Sie ein Problem damit, wenn auf die in der Wissenschaft geltenden Qualitätssicherungskriterien hingewiesen wird? Haben Sie ein Problem damit, wenn man auf die Schwachpunkte einer Studie hinweist?” Was für dumme Fragen. Es geht darum wie Sie das machen, und nicht dass Sie das machen. Sie schreiben so etwas und fragen dann: “Lese ich in Ihrem Schlusssatz etwa den Versuch eines “Argumentum ad hominem” heraus?” Warum fragen Sie mich was Sie da herauslesen? Tatsächlich handelt es sich bei dieser Frage Ihrerseits um ein Argumentum ad hominem, da Sie mir damit unterstellen, auf diese Art und Weise zu argumentieren. Es ist offensichtlich, dass ich wegen Ihrer Argumentationsweise nichts Positives über Sie sagen kann. Mein letzter Satz ist eine Einschätzung verschiedener Kommentare, die Sie abgegeben haben. Die gehen alle in die gleiche Richtung. Deshalb ist es durchaus berechtigt Ihre Motive zu hinterfragen, die meiner Meinung nach nicht im Streben nach der Reinheit der Wissenschaft zu finden sind.

Sie sollten sich klar und ehrlich positionieren. Mache ich auch: Es sollte alles geschlossen bleiben, was nicht unbedingt notwendig ist. Lieber zu viel schließen, als zu wenig. Man erkennt das Level Ihrer Argumentation ganz gut an diesem Satz: “Allein die ACE2 Expression ist alters-, geschlechts- und ethnienabhängig (in “Pubmed” leicht zu recherchieren), macht Menschen also verschieden empfänglich für eine Infektion. “Immunosenescence” macht alte Menschen für Virenmengen empfänglich, die bei jungen Menschen …” Weil Empfänglichkeit für eine Infektion nicht an einem im Amazonas beheimateten Stamm ohne Kontakt zur Außenwelt untersucht wurde, müssen mehr Parameter experimentell bestimmt werden. Und da ja: “Ob eine Infektion letzlich stattfindet, hängt von den individuellen biologischen Bedingungen jedes Einzelnen ab.” gibt es noch 7,5 Milliarden weiterer Parameter. Werden Sie jemals genug Parameter haben, um eine Einschränkung als sinnvoll anzusehen? (11v)

Der Versuch, die Argumentation des anderen ins Lächerliche zu ziehen, ja sie innerhalb des Kommentarfadens quasi aus dem Rennen zu nehmen ist unübersehbar. Und die persönlichen Befindlichkeiten werden deutlich. Es wird die eigene Haltung verteidigt, “Einschränkungen als sinnvoll anzusehen”. Doch um Einschränkungen ging es nicht, es ging um die Art und Weise der Vermittlung einer Studie und inwieweit diese überhaupt die wissenschaftlichen Ansprüche an eine Studie erfüllt.

“IljaMetschnikow, Antwort auf den Beitrag von ohmanwiekannmansowasglauben: Hallo Wiekannmanso… […] Ihnen sei […] soviel Empathie und menschliche Größe gewünscht, dass Sie anderen Menschen zugestehen können, dass diese aufgrund der ökonomischen/psychologischen/gesundheitlichen/Bildungs-Nachteile, die diese durch den Lockdown erleiden, eine evidenzbasierte Gestaltung der Maßnahmen fordern und das nun seit einem Jahr anhaltende Verwenden von Computersimulationen, die nicht den wissenschaftlichen Qualitätsstandards entsprechen, als Argumentationsgrundlage von Politik und Medien (zur Aufrechterhaltung und Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen) ablehnen. Und unterlassen Sie es doch bitte im Zusammenhang mit einer Kritik am überhandnehmenden Pre-Print-System von einem Streben nach der “Reinheit der Wissenschaft” zu sprechen. Wir leben nicht mehr in der düsteren Welt der Physiker Philipp Lenard und Johannes Stark!” (11vi)

Wer hier wem nicht gewachsen war, ist offensichtlich. Auch hatte ich eine solch qualifizierte Kritik in den Kommentarspalten des Tagesspiegel bislang nicht entdecken können. Immerhin nimmt — zumindest gefühlt — auch in diesem Blatt der Anteil kritischer Berichte und Kommentare zur deutschen Notstandspolitik unter dem Banner von Corona merklich zu (17).

Die Bevölkerung bettelt um die rettende Impfung? 

Eingebettet in den Artikel des Tagesspiegel war die folgende Umfrage, und deren Ergebnisse — immerhin generiert aus dem Klientel der Massenmedien — konterkarieren die massenmediale Behauptung, ein Volk würde danach lechzen, sich ein “Heilmittel” in die Venen spritzen zu lassen (b1).

Das fügt sich schlüssig ein in die massive Kritik aller Berliner Amtsärzte (!) am Umgang des Senats mit der ausgerufenen Pandemie (17i). Eher ist es inzwischen so, dass nur eine Minderheit der Bevölkerung im Land tatsächlich auf Impfungen setzt oder sie gar für sich fordert. Die meisten Impfungen erfolgen unter mehr oder minder massiven Druck, was die massenmediale Landschaft in ihrer nach Art von Werbeagenturen gestalteten, mehr als wohlwollenden Berichterstattung zur Impfproblematik jedoch verschweigt.

Zum Abschluss noch eine Fundstelle aus dem Internet:

Wenn Du in allem von der Regierung abhängig bist, dann gehörst Du auch der Regierung.

Vertrauen wir also nicht gläubig und unmündig unseren Regierungen, betteln wir auch nicht um “Erleichterungen”, sondern nehmen unsere Geschicke — wann und wo immer es auch geht — in die eigenen Hände.

Bitte bleiben Sie schön achtsam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. 

(a1) Tatsächlich ist es mittlerweile so, dass der Begriff Pandemie seines ursprünglichen Inhalts weitgehend entleert wurde. Die Meinungsführerschaft hat es durch ihr Instrument Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen fertig gebracht, dass weltweit durchgeführte Tests mit der Folge von Positivresultaten auf bestimmte Gene oder Gensequenzen die Ausrufung einer Pandemie rechtfertigen. Es zählt nicht mehr die genaue Spezifizierung der Symptome, die nachgewiesene Todesrate und auch nicht, die repräsentativen, kontinuierlich durchgeführten aber ausgebliebenen Kohortentests zum Nachweis der Ausbreitung eines vermeintlichen Erregers.

(1) 21.02.2021; Focus; Jan Fleischhauer; Was taugen die Horror-Kurven? Ihre Entscheidungen stützt die Regierung auf erstaunlich unzuverlässige Rechnungen; https://www.focus.de/politik/deutschland/schwarzer-kanal/die-focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-was-taugen-die-horror-kurven-ihre-entscheidungen-stuetzt-die-regierung-auf-erstaunlich-unzuverlaessige-rechnungen_id_13001140.html

(2) 30.08.2005; PLOS MEDICINE; John P. A. Ioannidis; Why Most Published Research Findings Are False; https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124

(3) 19.03.2020; Coronavirus disease 2019: The harms of exaggerated information and non‐evidence‐based measures; John P. A. Ioannidis; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/eci.13222

(4) 23.06.2020; Rubikon; Betram Burian; Propagandistische Selbstbeweihräucherung; https://www.rubikon.news/artikel/propagandistische-selbstbeweihraucherung

(5) 26.06.2020; Rubikon; Rainer Johannes Klement; die Fehlprognosen; https://www.rubikon.news/artikel/die-fehlprognosen

(6) 08.06.2020; nature; Seth Flaxman, Swapniel Mishra, Axel Gandy und weitere (Imperial College of London); Estimating the effects of non-pharmaceutical interventions on COVID-19 in Europe; https://www.nature.com/articles/s41586-020-2405-7_reference.pdf; beziehungsweise: https://www.nature.com/articles/s41586-020-2405-7

(7 bis 7x) Spenden der BMGF an das Imperial College of London seit November 2019:

i) Date: November 2020
Purpose: to facilitate optimization of direct detection methods for poliovirus surveillance
Amount: $1,791,531
Topic: Polio
Program: Global Development; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/11/INV-024477

ii) Date: November 2020
Purpose: to model impact of TB Control in India and South Africa
Amount: $771,894
Topic: Tuberculosis
Regions Served: GLOBAL|ASIA
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/11/INV-025664

iii) Date: October 2020
Purpose: to model the potential impact of rapid diagnostics for COVID-19
Amount: $71,644
Topic: Support Innovative Technology Solutions
Regions Served: GLOBAL|AFRICA|ASIA
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/10/INV-023013

iv) Date: October 2020
Purpose: to optimize methods for tracking patterns of malaria transmission using data from antenatal care visits
Amount: $1,089,658
Topic: Malaria
Regions Served: GLOBAL|AFRICA
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/10/INV-005289

v) Date: June 2020
Purpose: to design and test population replacement integral gene drives in containment
Amount: $3,375,098
Topic: Malaria
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/06/INV-002657

vi) Date: May 2020
Purpose: to develop a biodegradable contraceptive implant
Amount: $2,699,443
Topic: Family Planning
Program: Global Development; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/05/INV-004356

vii) Date: May 2020
Purpose: to develop and test integral gene drives in laboratory containment
Amount: $52,180
Topic: Malaria
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/05/INV-017756

viii) Date: March 2020
Purpose: to develop a new tool for malaria control and elimination in sub-Saharan Africa
Amount: $79,006,570
Topic: Malaria
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2020/03/OPP1210755

ix) Date: November 2019
Purpose: to optimize the development and deployment of typhoid environmental surveillance methods such that they most effectively inform country decision-making on Typhoid Conjugate Vaccine introduction
Amount: $959,389
Topic: Enteric and Diarrheal Diseases
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2019/11/INV-002381

x) Date: November 2019
Purpose: to develop new technologies that will enable vaccination in low resource settings
Amount: $803,755
Topic: Support Innovative Technology Solutions
Program: Global Health; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2019/11/INV-003863

(8) 26.06.2020; Canuck Law; CV #24: Gates Financing Of Imperial College London, And Their Modelling, 3. Gates Grants To Imperial College of London; https://canucklaw.ca/cv-24-gates-financing-of-imperial-college-london-and-their-modelling/

(9) “Einer der größten Kritikpunkte sind die ausgewählten Unternehmen, in welche die Bill und Melinda Gates Foundation investiert. Wie man auf der Webseite sowie in den Berichten der US-Börsenaufsicht nachlesen kann, gehören beispielsweise Investitionen in den Einzelhandels-Riesen Walmart zu den prominentesten. Dieser ist mit 11,6 Millionen Aktien und somit einem Marktwert von fast 1,4 Milliarden US-Dollar die fünftgrößte Beteiligung im Aktien-Portfolio der Stiftung. […] Auch große Tech-Firmen wie Google, Apple und Amazon sind im Portfolio der Gates-Stiftung zu finden. Hierbei wird vor allem kritisiert, dass diese Firmen sehr gewinnorientiert arbeiten und teilweise Steuern umgehen wollen. Außerdem wird Firmen wie Amazon aber auch Walmart vorgeworfen, dass sie ihre Mitarbeiter schlecht behandeln und beispielsweise im Krankheitsfall keinen Lohn weiterauszahlen.”; 20.05.2020; DLF nova; Kritik an Investitionen: Bill-and-Melinda-Gates-Foundation: Woher das Geld kommt und wohin es geht; https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/bill-und-melinda-gates-foundation-woher-das-geld-kommt-und-wohin-es-geht

(10) “Im Januar 2021 kommt es auch wegen Corona zu Veränderungen innerhalb der Top Ten. Trotz der Krise konnten einige der reichsten Menschen der Welt ihr Vermögen sogar noch steigern. […] Der Microsoft-Gründer Bill Gates kommt auf ein geschätztes Vermögen von 122,2 Milliarden US-Dollar. […] Gates’ Vermögenswerte steigen trotz der Coronakrise weiter an.”; 13.02.2021; Wirtschaftswoche; Joshua Kodzu; Das sind die reichsten Menschen der Welt; https://www.wiwo.de/erfolg/trends/forbes-liste-2021-das-sind-die-reichsten-menschen-der-welt/26281100.html

(11 bis 11vi) 16.02.2021; Tagesspiegel; Julia Bernewasser; Studie liefert Hinweise: So hoch ist das Infektionsrisiko in Supermarkt, Schule und Friseur; https://www.tagesspiegel.de/wissen/studie-liefert-hinweise-so-hoch-ist-das-infektionsrisiko-in-supermarkt-schule-und-friseur/26900620.html

(12) November 2019; BMGF; Spende von 253.000 US-Dollar an das Robert-Koch-Institut; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2019/11/OPP1216026; abgerufen: 22.02.2021

(13) Dezember 2019; BMGF; Spende von 86.000 US-Dollar an die Charité; https://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2019/12/INV-004308; abgerufen: 22.02.2021

(14) Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1994, Teil 1; https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl194s1416.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl194s1416.pdf%27%5D__1614014102406; abgerufen: 22.02.2021

(15) 22.06.2021; finanzen.net; Gates Stiftung: In diese Aktien investieren Bill und Melinda Gates im ersten Quartal 2020; https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/gates-depot-top-10-gates-stiftung-in-diese-aktien-investieren-bill-und-melinda-gates-im-ersten-quartal-2020-8917184

(16) 2017; DLF; Der verhängnisvolle Einfluss der Pharmakonzerne, Andreas Zumach im Gespräch mit Dieter Kassel; https://www.deutschlandfunkkultur.de/weltgesundheitsorganisation-der-verhaengnisvolle-einfluss.1008.de.html?dram:article_id=386282d

(17, 17i) 22.02.2021; Tagesspiegel; Julius Betschka; 20, 35 oder 50? Nicht zielführend! Amtsärzte fordern Abkehr von Lockerungen nach Inzidenzwert; https://www.tagesspiegel.de/berlin/20-35-oder-50-nicht-zielfuehrend-berliner-amtsaerzte-fordern-abkehr-von-lockerungen-nach-inzidenzwert/26937634.html

siehe auch: 17.11.2021; Peds Ansichten; Sebastian Domschke; Bill Gates und das Imperial College of London; https://peds-ansichten.de/2020/11/imperial-college-gates-foundation-coronavirus/

(b1) Umfrage, eingebettet in einen Artikel des Tagesspiegel, Stand vom 21.02.2021; Frage: Wie groß ist Ihre aktuelle Sorge sich mit dem Coronavirus zu infizieren?

(Titelbild) Luft, Aerosol, Atmen; Leandro De Carvalho (Pixabay); 08.06.2016; https://pixabay.com/de/photos/magie-luft-energie-mann-wolke-1442661/; Lizenz: Pixabay License

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