Fragen an Michael Kretschmer (2)

Auf wessen Rat hin handelt der Sächsische Ministerpräsident beim Thema Corona?


Sollten es beratende Experten sein, dann sind diese sicher nicht geeignet, ihn im Falle einer Pandemie zu unterstützen. Sie hantieren mit Inzidenzen und suggerieren den Politikern, aber auch und vor allem der Bevölkerung, diese Inzidenzen hätten Aussagekraft in Bezug auf die Ausbreitung eines möglichen Virus. Dafür haben die gleichen Leute das ihrige getan, um Baseline-Studien zu verhindern, die uns über die Durchseuchung mit einem Erreger Aufschluss geben könnten. Das Versagen in deren, beziehungsweise der Missbrauch selbiger Funktion geht allerdings viel weiter.


Das katastrophale Versagen der Politik zu Lasten von Millionen Menschen im Land ist mit dem absichtsvollen Unterlassen repräsentativer Studien (Baseline-Studien, Kohortenstudien), die Aufschluss über das Vorhandensein oder eben auch das Ausbleiben einer sogenannten epidemiologischen Notlage geben könnten, in keiner Weise vollständig erfasst.

Denn es ist doch so, dass die technischen Mittel zur Erfassung von Daten, also der Feststellung möglicher Infektionen, überhaupt nicht vorhanden waren und es auch bis heute nicht sind. Schließlich ist das, auf was man vorgibt zu testen, nun einmal das eben nicht.

Wissen dies die beratenden Experten des Michael Kretschmer nicht? Geht deren Inkompetenz noch über das Versagen bei der Erstellung von Baseline-Studien hinaus? Entweder das oder aber diese Leute verschweigen ihm und uns bewusst die Wahrheit. Allerdings enthebt das einen Ministerpräsidenten nicht von der Verantwortung, angemessene, wohlüberlegte und weitgehend unbeeinflusst von Emotionen getragene Entscheidungen für sein Land zu treffen.


Ministerpräsident Michael Kretschmer
Sächsische Staatskanzlei
Archivstraße 1
01097 Dresden
Telefon: 0351 564-10080
E-Mail: buergerbuero’at’sk.sachsen.de

Sehr geehrter Herr Kretschmer,

eingangs bitte ich Sie, Herr Kretschmer, um Beachtung, dass es sich im oben verfassten Schreiben um einen weiteren, offenen Brief handelt, der im Rahmen einer Creative Commons – Lizenz zur allgemeinen Verbreitung freigegeben ist.

Am 4. Januar diesen Jahres wandte ich mich mit einem offenen Brief an Sie, um von profunder Stelle zu erfahren, warum bis zum heutigen Tage weder deutschland- noch sachsenweit repräsentative Studien durchgeführt wurden, die uns Auskunft darüber geben könnten, wie es tatsächlich um die Ausbreitung eines als von der Meinungshoheit sehr gefährlich eingestuften Erregers steht. Nur so ließe sich schließlich feststellen, ob in unserem Lande tatsächlich eine “epidemische Lage nationaler Tragweite” gegeben ist.

In diesem Zusammenhang wies ich Sie darauf hin, dass das Hantieren mit sogenannten 7-Tage-Inzidenzen — vor allem in der aktuell praktizierten Weise — weder hilfreich noch wissenschaftlich tragbar ist. Mehr noch erscheint es als willkürlich gewähltes Werkzeug, um Maßnahmen zu verordnen, die unseren Rechtsstaat aushebeln und die Gesundheit unzähliger Menschen gefährden und beeinträchtigen, statt diese zu schützen.

Es überrascht mich nicht, dass weder Sie noch Ihr Büro auf meinen Brief reagiert haben. Ganz sicher stehe ich damit nicht allein. Das Bild, das Sie und die Medien zeichnen, entspricht nicht der Wirklichkeit. Die Menschen teilen es in ihrer Mehrheit nicht mehr, sind zunehmend verständnislos gegenüber Ihrer Politik, ja sie sind gleichermaßen zunehmend erzürnt. Es nützt Ihnen nichts, das auszublenden.

Eben weil ich mir der Ignoranz von Politikern bewusst bin — vielleicht ist das ja auch ein Mittel von Menschen in dieser Rolle, um sich den offensichtlichen Konflikten zu entziehen —, sind solche Schreiben als offene Briefe verfasst und erreichen viele Menschen. Meine Fragen treffen auf die Fragen dieser Menschen, finden Schnittmengen und setzen weitere Denk- und Handlungsprozesse in Gang.

Natürlich hat Ihre Regierung auch weiterhin keinen Finger krumm gemacht, um nun endlich rasch Baseline-Studien — wenigstens in Sachsen — in Angriff zu nehmen und unverzüglich die Ergebnisse zu veröffentlichen, richtig? Statt dessen bemühen Sie sich darum, zukünftig sogenannte Quarantäne-Verweigerer zwangsweise in gefängnisähnliche Einrichtungen zu stecken (1). Dazu zählen — auch nach Ihrem Gustus — Menschen die Kontakt mit “Infizierten” hatten. Die Anführungszeichen sind aus gutem Grund gesetzt.

Denn woher, Herr Kretschmer, wissen Sie eigentlich um die “Infizierten”? Diese Frage ist sehr ernst gemeint, weil Sie nämlich leichterhand den Begriff Fake News verwenden, um Kritiker zu verunglimpfen. Aber könnte es sein, dass Sie, Herr Kretschmer, tatkräftig an der Verbreitung von Fake News beteiligt sind?

Ihre publikumswirksamen Besuche in überlasteten Kliniken, Herr Kretschmar — auch das möchte ich an dieser Stelle wiederholen — sind nicht geeignet, eine Pandemie, eine solche mal als gegeben vorausgesetzt, wirksam zu bewältigen. Vielmehr handelt es sich hier um Öffentlichkeitsarbeit, Public Relation, mit der emotionale Stimmungen geschürt werden. Vor allem schüren Sie Ängste: Ängste vor einer Krankheit, vor Erregern, aber auch Ängste vor Repressionen, sozialer Ausgrenzung und wirtschaftlichem Ruin. Kritik an Ihrer Politik stellen Sie sich eben nicht sachlich, sondern werten Sie ab, zum Beispiel so:

“Wir müssen mit diesen Fake News aufräumen. Ich will unser Regierungshandeln erklären. Um den Jahreswechsel hatten wir in Sachsen dramatische Lagen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Gleichzeitig behaupten Leute, es gäbe keine Toten, Corona sei erfunden oder nicht schlimmer als eine Grippe. Diese Menschen wollen die Realitäten nicht zur Kenntnis nehmen. Das ist bitter. Dagegen hilft nur Aufklärung.” (2)

Was verstehen Sie unter Aufklärung? Ich warte auf Aufklärung: Beginnend bei den wirklichen Motiven zu einer an den Haaren herbeigezogenen 7-Tage-Inzidenz, die zu rein gar nichts taugt, weil ihre Datenbasis schlicht ein Witz ist. Und das gilt beileibe nicht nur für die Art und Weise der statistischen Ermittlung. Ich warte auf Aufklärung, warum Baseline-Studien, welche die notwendige Datenbasis liefern würden, nach wie vor ihrer Umsetzung harren.

Ihr Problem ist nicht der Inhalt der anderen Meinung, sondern dass es überhaupt andere Meinungen gibt. Sehr wohl ernstzunehmende Sichten, die Ihr Handeln, Ihr Durchregieren grundsätzlich in Frage stellen. Wie sieht es denn mit Inhalten aus, Herr Kretschmer? Zum Beispiel zu solchen, wie der fragwürdigen 7-Tage-Inzidenz und den ausbleibenden Baseline-Studien? Diese beiden Punkte zeigen ein massives Fehlverhalten, so es auf die ernsthafte Bekämpfung einer realen Pandemie zielt. Nein, Herr Kretschmer, da schweigen Sie und Ihre Regierung. Sie tun einfach so, als ob diese Fragen nicht schon seit Monaten unzählige Male aufgeworfen worden wären. Dafür moralisieren Sie und werten Kritiker ab; auch hierfür seien Sie zitiert:

“Ich war oft in Krankenhäusern und habe dort mit Ärzten und Pflegepersonal gesprochen. Was die erleben, ist furchtbar. Und ein paar Meter weiter wird diese Tragödie schon gar nicht mehr wahrgenommen oder gar geleugnet. Damit können wir uns nicht abfinden.” (2i)

Was das Krankenhauspersonal zur Winterzeit oft erlebt, war schon immer furchtbar, wenn Sie es so nennen wollen. Nichts ist diesbezüglich anders als in den vergangenen Jahren. Überlastete Kliniken sind in der Grippesaison leider eine Normalität. Studieren Sie dazu einmal Medienberichte aus dem Jahre 2018 (3, 4). Haben Sie in früheren Jahren auch so vehement auf die “furchtbaren Erlebnisse” von Ärzten und Pflegepersonal hingewiesen?

Ganz im Gegenteil gehören Sie zu jener Politikergilde, welche einem weiteren Abbau von Krankenhauskapazitäten das Wort redet. Und das sogar zur gleichen Zeit, in der Sie einen Notstand durch ein “neuartiges Virus” beschwören. Wie passt das zusammen, Herr Kretschmer (5)? Die von Ihnen mitgetragenen Schließungspläne — zum Beispiel die einer großen Klinik in der Sächsischen Landeshauptstadt — sind den Bürgern wohl bekannt (6) und eben auch deshalb wirken ihre moralisch aufgeladenen Stellungnahmen unglaubwürdig.

Außerdem: Warum verschweigen Sie, dass die Situation in den Kliniken drastisch verschärft wurde, weil man, in der Regel gesunde Menschen, die man mit dem Kainsmal “asymptomatisch Infizierter” versah, mit Berufsverbot belegte und diesen “häusliche Quarantäne” verordnete? Das Thema dieser “Infizierten” werde ich im weiteren erneut aufgreifen. Aber es waren die von Ihnen maßgeblich vorangetriebenen Maßnahmen, welche zu chaotischen Situationen in bestimmten Kliniken führten, während sich andere dieser Einrichtungen mit Leerstand konfrontiert sahen.

Hinzu kommt der dringende Verdacht, dass bei der Berichterstattung zur Lage in den Intensivbettenbereichen der Kliniken politisch-medial seit Wochen kräftig nachgeholfen wurde (7). Denn schließlich zeigt uns das Intensivbettenregister (DIVI) eindeutig, dass ein Notstand, so wie Sie ihn den Menschen verkaufen möchten, einfach nicht existiert. Darauf hatte ich Sie bereits im vorigen Brief hingewiesen. Es sollte doch eine Grundübung Ihrerseits sein, jeden Tag die Daten aus dem DIVI abzurufen. Oder überlassen Sie das tatsächlich ausschließlich ihren beratenden Experten (b1)?

Was allerdings in der Grafik unübersehbar ist, das ist der Rückgang der zur Verfügung stehenden Intensivbettenkapazitäten. Mit diesen Informationen kann man natürlich nicht hausieren gehen. Damit lässt sich auch schlecht gegen “Coronaleugner” wettern. Können Sie das aufklären, Herr Ministerpräsident? Oder möchten Sie diesbezüglich von mir informiert werden? Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass in der Sächsischen Staatsregierung, diesen Fakt betreffend Unwissenheit herrscht.

An dieser Stelle sei ein Experte zitiert, der sich mit statistischen Daten, mit “Ihren” statistischen Daten (hinter denen die 7-Tage-Inzidenz steckt) auseinandergesetzt hat. Es ist Göran Kauermann, geschäftsführender Direktor des Instituts für Statistik an der Universität München (8):

Für uns [Statistiker] ist es erschreckend zu sehen, dass die Datenqualität in Deutschland noch immer eine einzige Katastrophe ist. Auch das versäumen die Manager dieser Pandemie. (9)

Womit er exakt auf das hier thematisierte Problem hinweist: das Unterlassen repräsentativer Studien. Kann es sein, dass eine Umsetzung dieser gar hintertrieben wird?

Die irreführende Berichterstattung mittels der “7-Tage-Inzidenzen” impliziert eine weitere Irreführung, nämlich dass diese Inzidenzen auf “Infizierten” beruhen. So wie in den Medien hört man auch in Ihrer Argumentation des öfteren die Furcht einflößende Floskel von den “Infizierten”:

“Wenn es zu viele Infizierte gibt, dann werden wir auch eine ganze Reihe von Menschen verlieren — und zwar nicht nur Ältere, sondern auch Jüngere.” (10)

Das kann ich nicht leugnen, aber nicht etwa weil es wahr wäre, sondern weil es überhaupt nicht belegt ist.

So lange, Sie, Herr Kretschmer, mir — und nicht nur mir — den Nachweis schuldig bleiben; und zwar sowohl den für “Infizierte”, als auch dafür, dass wir “eine ganze Reihe von Menschen verlieren — und zwar nicht nur Ältere, sondern auch Jüngere”, kann ich es schlecht leugnen. Mit Verlaub: Solange Sie dazu nicht in der Lage sind, werfe ich Ihnen hiermit ganz offen vor, Fake News zu verbreiten — also das, was Sie selbst ungeniert wie diffamierend den Kritikern Ihrer, die Grundrechte einschränkenden Maßnahmen anheften.

So Sie das widerlegen können, werde ich mir nicht zu schade sein, diese Aussage ebenso öffentlich zurückzunehmen. Aber Eines bitte ich Sie, zu beachten: Allgemeine Zitate aus dem RKI oder dem Bundeskanzleramt, “dass es so wäre”, sind keine Belege für “Infektionen”.

Wissen Sie das zu den “Infizierten” von Ihren beratenden Experten? Oder haben Sie die Information direkt vom Robert-Koch-Institut (RKI)? Das RKI veröffentlicht ja täglich “Fallzahlen”. Sind das Fallzahlen von “Infizierten”, was denken Sie, Herr Ministerpräsident? Damit wir eine gemeinsame Sicht bekommen, hier nun eine aktuelle Grafik aus dem Hause des RKI (b2):

Es geht mir nicht darum, an dieser Stelle Zahlen zu diskutieren. Das ist bereits deshalb nicht zielführend, weil die Durchführung und Auswertung der in der Tabelle quantifizierten Tests keinerlei wissenschaftlichen Standards genügt. Sie und ich wissen nicht, wie und wo wer wie oft getestet wird. Oder wissen Sie es doch? Sie und ich wissen nicht, auf was genau in welcher Art und Weise getestet wird, welche Testkits zur Anwendung kommen und nach welchen Kriterien die Resultate ermittelt und bewertet werden. Zu all dem sind die Labore und Gesundheitsämter Ihnen gegenüber nicht rechenschaftspflichtig.

Herr Kretschmer, finden Sie das normal? Interessiert es Sie nicht — angesichts der auch von Ihnen beschworenen dramatischen Lage — genau zu wissen, wie diese Tests ablaufen und ausgewertet werden? Schließlich sind es diese Zahlen, auf deren Basis Sie, Herr Ministerpräsident, “Infizierte” in Zwangsquarantäne stecken wollen. Können Sie sich die Naivität leisten, dass das schon alles seine Richtigkeit haben wird? Bei den Handlungen, welche Sie auf eben dieser Grundlage anordnen oder anordnen lassen?

Bitte schauen Sie sich noch einmal gründlich die Tabelle an. Weniger wegen der Zahlen sondern mehr wegen der Parameter, die diese vorgeben zu bemessen. Lesen wir in der Tabelle irgend etwas von “Infizierten”? Nein, dort lesen wir “Positiv getestet”.

Es geht hier nicht um Wortklauberei. Es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen “Infizierten” und “positiv Getesteten”. Welcher könnte das sein?

Was sind Merkmale von Infizierten? Das Mindeste ist doch wohl, dass der Erreger zweifelsfrei festgestellt und das Immunsystem des Betroffenen über das normale Maß hinaus gefordert wurde. Was sich dann in Symptomen niederschlägt, die subjektiv erfahrbar sind. Aber außerdem, dass ärztlicherseits mittels Anamnese aus den mehr oder weniger vagen Indizien, eine Diagnose erarbeitet wird (11). Nun, meine Frage: Sagt die obige Tabelle in irgendeiner Weise etwas über nachgewiesenermaßen Infizierte aus?

Natürlich ist davon in der Tabelle keine Rede. Die Leute welche diese erstellt haben, maßen sich nicht an, Erreger und Krankheit gleichzusetzen. Das wäre falsch, irreführend und Angst machend. Aber Sie, Herr Kretschmer tun dies! Für Sie sind SARS-CoV-2 – Testungen das Gleiche wie Covid-19 – Testungen und ein positiver Test auf das Virus das gleiche wie eine schwere Krankheit durch die “wir auch eine ganze Reihe von Menschen verlieren [werden] — und zwar nicht nur Ältere, sondern auch Jüngere.” Das sind Fake News.

Immerhin schreiben die Verantwortlichen — zumindest an dieser Stelle — nicht von Infizierten. Allerdings ist auch die Aussage, dass es sich um SARS-CoV-2 — Positive handeln würde, falsch — warum?

Weil es eben ein gewaltiger Unterschied ist, ob ich auf ein vorgeblich 30.000 Basen langes Virus prüfe, oder nur auf ein 76 Basen langes, angebliches Fragment desselben, von dem man nicht einmal weiß, ob es überhaupt reproduktionsfähig ist. Nicht auf die Existenz des Genoms eines Virus wird getestet, sondern auf ein Gen, eine Sequenz. Diese Sequenz, die sogenannte E2-Gensequenz macht — so diese tatsächlich Teil des Genoms sein sollte — sage und schreibe 0,25 Prozent desselben aus. Auf dieses winzige Fragment wird nicht einmal nach standardisierten, transparenten Verfahren gesucht, wie auch keine ärztliche Diagnose vonnöten ist, um den “laborbestätigten Fall” in das Zahlenwerk der “Corona-Infizierten” aus dem Hause RKI eingehen zu lassen. Das grenzt an Scharlatanerei (12, 13).

Das ist die offensichtliche, traurige Normalität zur Erzeugung von angstmachenden “Fallzahlen”, mit denen Sie und Ihre Regierung, Herr Kretschmer, eine Pandemie herbei reden und eine der Bevölkerung unseres Landes schadende Politik betreiben (14). Ja, vielleicht gibt es eine Pandemie, aber wenn Ihre Regierung das nur behauptet, ist das nicht genug! Belegen Sie die Pandemie!

Dass Menschen sterben, bestreiten auch Jene nicht, die Sie als “Coronaleugner” beschimpfen. Auch, dass zum Jahresende in Sachsen die Todeszahlen bei den Betagten über denen der Vorjahre lagen, muss nicht diskutiert werden. Diese Zahlen aber ohne jede wissenschaftliche Grundlage einem “neuartigen Virus” unterzuschieben, ist eine Anmaßung sondersgleichen.

Die bisher von mir Ihnen gegenüber monierten fehlenden wissenschaftlichen Grundlagen sind:

  • Es existieren nach wie vor keinerlei Ergebnisse aus kontinuierlich durchgeführten Baseline-Studien, welche belastbare Zahlen zur Durchseuchung (a1) in der Bevölkerung liefern könnten, die wiederum eine eventuelle “epidemische Lage nationaler Tragweite” nachweisen würden (15).
  • Die technische Umsetzung von Tests auf das “neuartige Virus” basiert auf Methoden, die völlig unzulänglich sind, um Viren nachzuweisen. Die Tests können nicht auf SARS-CoV-2 prüfen und schon gar nicht können diese “Infizierte” feststellen, sie weisen allenfalls kurze, sehr kurze Gensequenzen nach.
  • Es gibt keine Vorgaben, Positivtests auf Genfragmente mit klinischen Diagnosen zu verbinden. “Testpositive” werden von Politik und Medien einfach als “Infizierte”, “Covid-19 – Kranke” und “Covid-19 – Tote” geführt — letztere sogar post mortem (16).

Selbst dann, Herr Kretschmer, wenn Sie es tatsächlich ernst mit Ihrer Pandemiebekämpfung meinten und umgehend Baseline-Studien in Auftrag geben würden, würden diese uns allen zwar ein aussagekräftigeres Bild über die tatsächliche Entwicklung der Durchseuchung in der Bevölkerung liefern, es wäre damit ein Anfang, aber auch nicht mehr. Denn das Bild wäre trotzdem schräg. Erhielten wir doch lediglich den Durchseuchungsgrad mit minimalistischen Gensequenzen (a1i), also keinesfalls die mit dem Coronavirus.

Außerdem wäre damit immer noch nicht die dringend notwendige Transparenz und Standardisierung von Tests gesichert. Die Regierung kann tatsächlich nicht die Gesundheitsämter zwingen, das umzusetzen? Aber gleichzeitig kann die Regierung nach Gutdünken demokratische Grundrechte aushebeln und die Würde der Menschen verletzen?

Somit fordere ich Sie und Ihre Regierung, Herr Kretschmar auf, umgehend folgende Maßnahmen einzuleiten, eine Aufforderung, die längst von den Sie im Falle Corona beratenden Experten hätte kommen müssen:

  1. Geben Sie unverzüglich professionelle und kontinuierlich weiterzuführende Baseline-Studien in Auftrag, mit dem sich aussagekräftige Daten über den Grad und die Entwicklung der Durchseuchung der Bevölkerung (a1iii) mit — was auch immer — feststellen lassen.
  2. Zwingen Sie umgehend die Gesundheitsämter zur Herausgabe der Informationen, auf welche Art und Weise diese Tests auf Genfragmente durchführen und auswerten (für PCR-Tests zum Beispiel: welche Gensequenzen, Konzentration der Kulturen, Anzahl der Zyklen).
  3. Sorgen Sie dafür, dass endlich und zwingend jeder Positivtest — auf was auch immer — einhergeht mit gründlichen Untersuchungen und seriösen Diagnosen zum Krankheitsbild des Betroffenen (11i). Beenden Sie den Wahnsinn, gesunde Menschen zu testen, um diese dann als “asymptomatisch Infizierte” nach Belieben wegzusperren. Es gibt keinerlei wissenschaftlich hinreichend belegte Nachweise für eine “Ansteckung” mit dem Coronavirus durch “Asymptomatische”.

Ein Zusatz:

In meinem näheren, persönlichen Bekannten- und Verwandtenkreis sind inzwischen zwei betagte Menschen, beide weit über 80 Jahre alt, im Rahmen der Maßnahmen zur “Bekämpfung der Pandemie” gestorben. Die Dame hatte in der verordneten Einsamkeit und Isolation des Pflegeheimes binnen Wochen jeden Lebensmut verloren und verweigerte die Nahrung. Der Herr, dement und mit Vorerkrankungen belastet, wurde nach einem Positivtest auf Genfragmente in eine Intensivabteilung verfrachtet und nach einer Reihe weiterer PCR-Tests und ohne irgendeine spezielle Behandlung, dafür mit neuen, massiven Komplikationen, die sich in keinem Fall auf ein “neuartiges Virus” zurückführen lassen, wieder “entlassen”. Er starb wenige Tage später, in der Weihnachtszeit und ist in “Ihre”, Herr Kretschmer, “Ihre” Statistik der “Coronaopfer” eingegangen. Die Angehörigen empfinden ihre medienwirksamen Auftritte zum “Schutz der Risikogruppen” nur noch als Hohn. Und ich bin mir sicher, dass es sich hier nicht um Einzelfälle handelt.

Ein weiterer offener Brief wird folgen, der sich unter anderem mit der zweifelhaften Rolle der Gesundheitsämter in der ausgerufenen Pandemie, den intransparenten Weisungsstrukturen zu und von diesen, schließlich auch den Verantwortlichen einer massenhaft betriebenen Testorgie auf ein zu hinterfragendes Genschnipsel, sowie der Einflussnahme der Politik befasst, was aus meiner Sicht kein einziges Menschenleben gerettet, dafür aber unzählige gekostet hat.

Achtungsvoll,

Peter Frey

Bitte bleiben Sie schön achtsam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1 bis a1iii) Wenn wir von Durchseuchung sprechen, auch der mit einem Genschnipsel, ist dies selbstredend eine Annahme, die ebenfalls der Beweise bedarf. Diese Beweise stehen aus! Der Nachweis eines Minigens in verschiedenen Teilen der Bevölkerung ist keinesfalls der gleichzeitige Nachweis, dass dieses über “Ansteckung” verbreitet wurde. Von den Symptomen, die diesem Erreger-Fragment zugeschrieben werden, einmal ganz zu schweigen.

(1) 18.01.2021; MDR; Sachsen plant Zwangsunterbringung für Quarantäne-Verweigerer; https://www.mdr.de/sachsen/dresden/dresden-radebeul/corona-quarantaene-verweigerer-absonderung-zwang-asylunterkunft-100.html

(2, 2ii) 22.01.2021; Welt; Claus Christian Malzahn im Interview mit Michael Kretschmer; „Restriktive Maßnahmen dienen vor allem auch dem Schutz der Wirtschaft“; https://www.welt.de/politik/deutschland/article224860183/Michael-Kretschmer-Massnahmen-dienen-vor-allem-Schutz-der-Wirtschaft.html

(3) 14.03.2018; Kieler Nachrichten; Bastian Modrow; Erste Klinik versorgt nur noch Notfälle; https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Influenza-erste-Klinik-versorgt-nur-noch-Notfaelle

(4) 16.02.2018; SZ; Dietrich Mittler; Bayerische Krankenhäuser stoßen wegen Grippewelle an ihre Grenzen; https://www.sueddeutsche.de/bayern/influenza-bayerische-krankenhaeuser-stossen-wegen-grippewelle-an-ihre-grenzen-1.3869508

(5) 17.06.2020; Ärztezeitung; Sven Eichstädt; Kretschmer geht von Bettenabbau in Kliniken aus, Sachsens Ministerpräsident will trotz der Erfahrungen mit der Corona-Pandemie an einer Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft festhalten.; https://www.aerztezeitung.de/Politik/Kretschmer-geht-von-Bettenabbau-in-Kliniken-aus-410388.html; zum Thema siehe auch: https://www.gemeingut.org/wp-content/uploads/2020/12/Pressegespraech-Krankenhaeuser-Dezember-2020_1-5.pdf; sowie: https://www.nutze-deinen-kopf.de/krankenhausschliessungen/#

(6) 20.11.2020; Pieschen-Aktuell; Winfried Schenk; Onlinepetition zum Erhalt des Standortes Trachau des Städtischen Klinikums; https://pieschen-aktuell.de/2020/onlinepetition-zum-erhalt-des-standortes-trachau-des-staedtischen-klinikums/

(7) 16.12.2020; Blick.de; Update: Wirbel um Triage-Situation in sächsischer Klinik; https://www.blick.de/sachsen/update-wirbel-um-triage-situation-in-saechsischer-klinik-artikel11254211; “Update: Von Seiten der Klinik-Leitung wurde eine derartige Situation nicht bestätigt. Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach von einem ‘Hilferuf’ des ärztlichen Direktors aufgrund der extrem angespannten Situation in der Klinik.” Aus meinem Umfeld erhielt ich Informationen, dass in jener Klinik vor dem Eintreffen des Sächsischen Ministerpräsidenten der Intensivbettenbereich “künstlich” mit Patienten aufgestockt wurde, um nach dessen Besuch diese Betten zügig wieder freizuräumen.

(8) Göran Kauermann; https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6ran_Kauermann#Leben; abgerufen: 30.01.2021

(9) 30.01.2021; Welt; “Dann wäre klar gewesen, was wirklich in Deutschland geschieht”; Elke Bodderas; https://www.welt.de/politik/deutschland/plus225323039/Uebersterblichkeit-Dann-waere-klar-gewesen-was-wirklich-hier-geschieht.html

(10) 02.12.2020; ZDF; Kretschmer: “Haben dieses Virus unterschätzt.”; https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-sachsen-kretschmer-100.html

(11, 11i) 20.01.2021; WHO; WHO Information Notice for IVD Users 2020/05; https://www.who.int/news/item/20-01-2021-who-information-notice-for-ivd-users-2020-05

(12) 23.01.2020; Eurosurveillance;  Victor M. Corman, Olfert Landt, Marco Kaiser, Christian Drosten und weitere; Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR; Kap. Real-time reverse-transcription PCR; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6988269/

(13) 25.01.2021; Peds Ansichten; Der Betrug mit dem PCR-Test; https://peds-ansichten.de/2021/01/pcr-methode-missbrauch-betrug/

(14) An die Empfehlungen seitens des RKI hielten sich auch die Labore. Sie begnügten sich ab April 2020 mit einem “Treffer”, dem des Suchtests (siehe auch dieser Artikel von Oliver Märtens). Beispielhaft das Labor in Augsburg (Hervorhebungen durch Autor): “Ab sofort geben wir auf unseren Befunden nur noch das Ergebnis positiv oder negativ aus. Bisher erhielten Sie in Abhängigkeit vom verwendeten Test zwei Ergebnisse. Falls die Probe mit dem Verfahren der Fa. Roche analysiert wurde, haben wir die Messergebnisse für beide Zielsequenzen der PCR (ORF1- und E-Gen) getrennt angegeben. Das ORF1-Gen ist dabei für SARS-CoV-2 spezifisch, während das E-Gen auch in anderen Coronaviren vorkommt.  Die Fälle, in denen nur das ORF-Gen amplifiziert wurde, haben wir auch bisher schon positiv bewertet. Wenige Fälle mit isoliert positivem E-Gen wurden als fraglich eingestuft und führten deshalb immer wieder zu Rückfragen und Problemen hinsichtlich des weiteren Managements betroffener Patienten. Unter Berücksichtigung der epidemiologischen Situation und der insgesamt gestiegenen Positivenrate folgen wir ab sofort der WHO-Empfehlung und geben ein Ergebnis bereits dann als „positiv“ heraus, wenn nur das E-Gen amplifiziert wurde. Um den Befund zu vereinfachen, erscheint deshalb zukünftig nur noch ein Gesamtergebnis (positiv oder negativ). Ein Ergebnis ist [nunmehr] positiv, wenn mindestens eine der beiden Zielsequenzen des SARS-CoV-2 im Abstrichmaterial nachgewiesen wurde. Falls die Probe mit Verfahren von rBiopharm oder TibMolbiol analysiert wurde, haben wir bisher getrennte Screening- und Bestätigungstests durchgeführt. Analog zum oben beschrieben Vorgehen beschränken wir uns aufgrund des hohen positiven Vorhersagewerts bei steigender COVID-19-Prävalenz auf  den bisherigen Screeningtest, der auf das [unspezifische] E-Gen zielt.” entnommen: 03.04.2020; http://www.labor-augsburg-mvz.de/de/aktuelles/coronavirus; Inzwischen wurde die Information von der Webseite entfernt, sie kann aber noch über Wayback gefunden werden: https://web.archive.org/web/20200504014525/http://www.labor-augsburg-mvz.de/de/aktuelles/coronavirus

(15) dejure.org; Infektionsschutzgesetz, 2. Abschnitt — Koordinierung und epidemische Lage von nationaler Tragweite (§§ 4 — 5a); § 5: Epidemische Lage von nationaler Tragweite, insbesondere Absatz 2; https://dejure.org/gesetze/IfSG/5.html; abgerufen: 30.01.2021

(16) Bundesregierung; Die aktuellen Fallzahlen in Deutschland und weltweit; https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/fallzahlen-coronavirus-1738210; abgerufen: 30.01.2021

(b1) RKI, DIVI, Intensivbettenbelegung in Sachsen, Stand: 29.01.2021; https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen

(b2) RKI; Lagebericht vom 27.01.2021; https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Jan_2021/2021-01-27-de.pdf?__blob=publicationFile; Seite 14, Tabelle 5: Anzahl von Testungen auf [angeblich] SARS-CoV-2 von KW 47/2020 bis 3/2021

(Titelbild) Dresden, Albertinum; Autor: Dieter_G (Pixabay); 09.09.2015; https://pixabay.com/de/photos/dresden-albertinum-kuppel-dach-956187/; Lizenz: Pixabay License

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