Wie Journalisten scheitern

Die Faktensuche zum Coronavirus in der Filterblase der Medienanstalt.


Die Kritik an der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien — keinesfalls beschränkt auf das Coronavirus — greift zu kurz, ja daneben, wenn man sie an moralischen Kategorien festmacht. Andererseits kann ein Journalist auch dann, wenn er sich Wertungen, inklusive Abwertungen anderer Akteure und derer Sichten enthält, durch das Kreisen in den Narrativen der Filterblase, die ihn umgibt, an der Aufgabe, echten Journalismus abzuliefern, scheitern.


„Was wir wissen — und was nicht” (1) beinhaltet ein Frage-Antwort-Modell — in neudeutsch auch bezeichnet als „Frequently Asked Question” (FAQ), in echtem deutsch „Regelmäßig Gestellte Fragen”. Für das Thema Coronavirus hat sich federführend Dominik Lauck vom Norddeutschen Rundfunk damit befasst (2). Der erste Eindruck seines an dieser Stelle untersuchten Artikels vermittelt den Anspruch, sachlich, wertfrei und somit unvoreingenommen zu sein. Es lohnt sich, die Inhalte zu untersuchen (alle Hervorhebungen in den Zitaten vom Autor).

Die Zeiten sind leider so geworden, dass die Spaltung innerhalb der Gesellschaft gefährliche Züge angenommen hat. Diese Spaltung zu vertiefen, möchte ich meinerseits unter allen Umständen vermeiden. Jeder Journalist, der in den öffentlich-rechtlichen Medien tätig ist und meine Kritik erfährt, wird daher von mir persönlich kontaktiert und achtungsvoll auf das Thema angesprochen, verbunden mit der Einladung zum Gedankenaustausch; so auch Dominik Lauck.

Vorab möchte ich noch betonen, dass ich aus der Sicht eines medizinischen Laien schreibe, mich da diesbezüglich aber auch nicht von Dominik Lauck unterscheide. Beide Sichten haben trotzdem das Recht, offengelegt wie auch fundiert hinterfragt, kritisiert und gern auch richtig gestellt zu werden. Das werde ich im Folgenden mit einigen Frage-Antwort-Kapiteln aus den maßgeblich von Dominik Lauck gestalteten FAQ zum Thema tun.

Frage 1: Wie wird das Coronavirus übertragen?

„Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen Menschen — beispielsweise im Gespräch — durch kleine Tröpfchen übertragen. Auch indirekt ist eine Übertragung möglich — wenn die Tröpfchen über die Hände an Mund- und Nasenschleimhaut oder die Augenbindehaut gelangen. Das Coronavirus ist nicht über Luft und weite Distanzen im Raum übertragbar. Nach dem Aushusten sinkt es schnell zu Boden.” (i)

Wenn jetzt der eine oder andere Leser meint, dass ein großer Teil von Viren und auch Bakterien doch prinzipiell auf solchen Wegen übertragen werden, dann hat er recht! Herr Lauck schreibt nichts Neues. So breiten sich Erreger nun einmal aus, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Daran ist nichts dramatisch.

Denn Übertragungen von Viren implizieren eben nicht zwangsweise Gefahr.

Doch ein paar Dinge müssen noch etwas sauberer herausgestellt werden. Die vom Journalisten angesprochenen Möglichkeiten müssen auch mit ihren Wahrscheinlichkeiten benannt werden. Weil erst dadurch eventuell erforderliche Maßnahmen angemessen getroffen werden können. Bei jeder Situation, deren Auswirkungen unscharf sind, geht es um Verhältnismäßigkeit.

Eine indirekte Übertragung per Schmierinfektion ist sehr unwahrscheinlich. Denn außerhalb der Schleimhäute trocknet die strahlenartig geformte Hülle (Corona) des Virus innerhalb weniger Sekunden ab und das Virus selbst liegt ohne Replikationsfähigkeit quasi „nackt” als Gensequenz vor. Weiterhin bedeutet „Übertragung durch Tröpfchen”, dass das Virus nicht über Aerosole — wozu die Atemluft zu zählen ist — verbreitet werden kann. Es bedarf Tröpfchen von Speichel. Diese sind schwerer und werden in der Regel auch keine zwei Meter weit getragen, wenn Menschen miteinander sprechen. Um größere Entfernungen zurücklegen zu können, müssen diese ausgehustet oder geniest werden (3,a1).

Selbst auf relativ engem Raum — hier eignet sich immer wieder hervorragend das Infektionsereignis auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess (Anfang Februar 2020) — hielt sich deshalb auch die per Test mehr oder weniger nachgewiesene Ansteckungsrate in Grenzen (4). Bereits dies lässt eine außerordentlich wichtige Schlussfolgerung zu, die völlig im Widerspruch zu politischen Diskussionen — sind es überhaupt solche? — und der sonstigen Berichterstattung in der ARD-Tagesschau stehen.

Den Menschen Masken vorzuschreiben, die sie im Alltag, beim Einkaufen, beim Benutzen von Verkehrsmitteln tragen sollen, ist Unsinn (5). Ich werde mich als Mensch mit aller Kraft diesem Zwang widersetzen, auch mit dem Blick auf die von den Entscheidungsträgern angedrohten Konsequenzen. Verantwortungsvolles Handeln bei Infektionswellen bedeutet, beim Niesen oder Husten die Armbeuge zu benutzen. Diese Regel ist uralt, simpel und muss nicht per Dekret verordnet werden.

Dominik Lauck hat Frage 1 korrekt und durchaus präzise beantwortet. Was in seiner Antwort fehlt, sind eine — zumindest grobe — Qantifizierung der verschiedenen Übertragungsarten auf ihre Wahrscheinlichkeit.

Frage 2: Kann man sich über Lebensmittel oder Oberflächen anstecken?

Die Antwort auf Frage 1 ist auch die Antwort auf Frage 2 und natürlich kann man sich über alles und jeden anstecken. Es ist jedoch eine Frage der Wahrscheinlichkeiten. Herr Lauck sagt es hier auch:

„Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.” (ii)

Daher lässt sich sagen, dass diese Art von Ansteckung praktisch ausgeschlossen werden kann. Die Frage selbst kommt auch eher aus dem Hysteriemodus, welcher in der Bevölkerung entfacht wurde und in dem argwöhnisch das gesamte Leben auf das „gefährliche Virus” umgebaut wird, dem man sich nun praktisch an jeder Ecke aufgelauert sieht.

Genauso kritisch muss man daher das erzwungene und teils manisch betriebene Reinigen mit Desinfektionsmitteln ansehen. Im Klinikbereich haben sie ihren Sinn aber doch nicht im Alltagsleben. Den Menschen ist völlig das Bewusstsein dafür abhanden gekommen, dass unsere Haut, samt ihres Säureschutzmantels, ein leistungsfähiges Biotop ist, dass sich wirkungsvoll den Alltagserregern annimmt. Der übermäßige Einsatz von Desinfektionsmitteln fördert zudem die Entwicklung resistenter Keime.

Andere Virenarten, wie zum Beispiel solche, die sich in unserem Kot befinden, sind da bedeutend infektiöser. Aber auch dort lassen sich durch das selbstverantwortete Einhalten simpler Hygieneregeln toxische Infektionen weitestgehend vermeiden. Welche Regel ist sinnvoller: Ich wasche mir die Hände NICHT nach dem Toilettengang, weil ich ja weiß, dass mir zum Beispiel im Supermarkt alle Handläufe desinfiziert werden? Oder ich wasche mir — so wie meine Mitmenschen — die Hände und wir alle können uns den irrsinnigen Aktionismus der Desinfektion in öffentlich zugänglichen Einrichtungen ersparen.

Auch Frage 2 hat Dominik Lauck zur Zufriedenheit beantworten können. Was mich dabei aber beunruhigt: Letztlich führt er uns mit den Antworten auf normale Alltagsregeln zurück. Wozu brauchen wir dafür eine Anleitung? Sind Grundregeln der Hygiene eine neue — erst in den letzen Wochen — entdeckte Wissenschaft?

Frage 3: Wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

Sie werden jetzt — Ironie ein — sensationelle Dinge erfahren, liebe Leser:

„Beim Aufenthalt in öffentlichen Räumen sollte man das Berühren der Nasenschleimhäute und das Reiben der Augen vermeiden. Zu Hause angekommen sollte man als erstes unbedingt die Hände gründlich waschen. Beim Husten oder Niesen sollte man folgende Regeln beachten: sich von anderen Personen wegdrehen, am besten in ein Einwegtaschentuch niesen oder die Armbeuge vor Mund und Nase halten.” (iii)

Die Regeln für Husten und Niesen sind auch eine Frage des Anstands, des Respekts vor anderen Menschen. Was hat sich da verändert zu „Vorcoronazeiten”: Nichts. Es handelt sich um ganz selbstverständliche, allgemeine Hygienregeln, die jeder — Corona hin oder her — aus innerem Antrieb einhält. Um die zu erlernen, benötigen wir „Experten” — tatsächlich? Oder lernen wir das nicht im Zuge der Sozialisierung bereits als Kinder? Publikationen der WHO stellen auch nichts anderes fest (6).

Was — die selbstredend wieder einmal nicht genannten — „Experten” aber sonst noch empfehlen, sind keine gewöhnlichen Hygienemaßnahmen mehr und an dieser Stelle beginnt Herr Lauck zu schwächeln:

„Zum Schutz empfehlen Experten gewöhnliche Hygienemaßnahmen: regelmäßiges Händewaschen, Desinfektionsmittel und mindestens 1,5 Meter Abstand halten”. (iv)

Da kann ich nur sagen: Haltet uns die „Experten” vom Halse, vor allem die anonymen „Experten”.

Distanz ist eine hochsoziale Komponente und hat etwas mit unseren Gefühlen, mit Vertrauen, Zuneigung, Sympathie, Antipathie und Misstrauen zu tun. Distanz vorzuschreiben, ist ein brutaler Disziplinierungs- und Konditionierungsakt, der uns zwingt unser natürliches Sozialverhalten abzulegen. Dazu kommt nun noch das übermäßige Reinigen und Desinfizieren, was den Säureschutzmantel unserer Haut angreift und Keimresistenzen fördert. In gestörten psychologischen Verhaltensmustern ist so etwas auch als Manie bekannt.

Frage 4: Ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sinnvoll?

Mit der Antwort beleidigt sich Herr Lauck selbst. Hat er doch in Frage 1 selbst fesgestellt, dass die Ausbreitung des Virus durch kleine Tröpfchen erfolgt — also nicht durch Aerosole. Wir haben festgestellt, dass durch Einhaltung einfachster Regeln des Miteinander die Ansteckung durch Husten oder Niesen deutlich reduziert werden kann. Es geht dabei vor allem um die Menge an Erregern, die uns da besucht, um die Verhinderung einer toxischen Quantität. Eine vollständige Verhinderung der Ansteckung aber ist schlicht nicht möglich und sie ist auch mitnichten notwendig. Ansteckung bedeutet nicht Krankheit! Aber was lesen wir:

„Ja, dadurch können infektiöse Tröpfchen abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person anzustecken, kann so verringert werden. Es gibt jedoch keine Hinweise dafür, dass man sich durch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung selbst vor einer Ansteckung schützen kann. Politiker von Bund und Ländern empfehlen „dringend” das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum.” (v)

Ist das jetzt ein Argument, dass es Politiker von Bund und Ländern dringend empfehlen? Oder ist es nicht eher ein Offenbarungseid dieser Leute, welcher aber in diese sich mit dem Coronavirus befassende Untersuchung überhaupt nicht hineingehört? Was die Politiker da empfehlen, ist nicht nur inkompetent, es ist sogar kriminell. Denn deren Empfehlungen sind zu Befehlen geworden und die Befolgung dieser Befehle macht krank (7-9)!

Vor allem wird hier der fatale Sicherheitsgedanke, der in Angst gefangenen Menschen innewohnt, weiter gepflegt. Wenn wir nicht vom Auto überfahren werden wollen, wenn wir das also rigoros ausschließen wollen, dann dürfen wir nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen. So kann man nicht leben, dass ist ein gehetztes Warten auf den Tod, der hinter jeder Ecke lauert. Es ist auch völlig einseitig auf die implizit im Hinterkopf als potenziell gefährlich betrachtete Infektion gerichtet. Es weist nicht auf die Gefährdungen hin, die durch den massenweisen Einsatz solcher Masken ihrerseits entstehen. Das sind Gefährdungen im Bereich der Hygiene, Gesundheit, soziale-, politische- und wirtschaftliche Herausforderungen und nicht zuletzt eine massive Beeinflussung unseres Sozialverhaltens.

So funktioniert Angst, sie lässt uns nur noch wie das Kaninchen auf die Schlange schauen und so mit auch nur noch den einen, einzigen, bedrohlich erscheinenden Aspekt erfassen. An dieser Stelle sehen wir auch die Befangenheit des ARD-Journalisten.

Wir werden es erleben: Wenn es den politisch Verantwortlichen tatsächlich gelingen sollte, die allgemeine Maskenpflicht über einen längeren Zeitraum durchzusetzen, dann können wir uns mittelfristig auf ein Anwachsen von Atemwegserkrankungen gefasst machen. Dann aber wird man nicht das Offensichtliche als Ursache ausmachen, sondern man wird testen und wird etwas finden. Sie ahnen, was? Richtig, Viren — Bekannte oder auch „Neuartige”. Zynischer geht es kaum.

Frage 5: Was sind die Krankheitsanzeichen?

Nehmen wir erst einmal hin, was Herr Lauck dazu schreibt:

„Die meisten Menschen haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Hinzukommen können Fieber, Husten und Atemprobleme, wie sie auch bei einer Grippe auftreten. Auch Kopfschmerzen oder Durchfall sind möglich. In den meisten Fällen bleibt es bei milden Infektionsverläufen. Bei ungefähr fünf Prozent kommt es zu lebensbedrohlichen Auswirkungen wie Atemstillstand, septischem Schock oder Multiorganversagen.” (vi)

Das ist ein sehr indifferentes Krankheitsbild, finden Sie nicht auch? Es ist das, was wir erfahren, wenn die Grippewellen in der kalten Jahreszeit durchs Land rollen. Es zeigt, dass wir aus Mangel an Sonne, frischer Luft, Vitaminen und weniger Bewegung, wie auch engem Zusammensein in schlecht gelüfteten Räumen, Probleme mit unserem Immunsystem bekommen. Allein schon durch die trockenere Luft werden unsere Schleimhäute stärker gestresst. Die Erreger könnten, ja werden wohl auch im Sommer da sein. Aber im Winter sind wir anfälliger.

Wir sind im Winter allgemein anfälliger für Erreger, egal ob wir sie bereits in unserem Körper haben oder sie uns heimsuchen. Und wir reagieren mit typischen Symptomen. Nun ist aber das dem Covid-19 zugeschriebene Krankheitsbild — gelinde ausgedrückt — unbestimmt. Das widerspricht den Kochschen Postulaten. Außerdem stellt sich eine interessante Herausforderung: Nämlich zu erkennen, dass Krankheiten selbst erst einmal gar nicht ansteckend sind, wir aber bei geschwächten Immunsystem stärker durch Erreger getriggert werden und so mit ähnlichen Symptomen erkranken — erkranken als Ausdruck einer Reaktion unseres Körpers, um wieder gesund zu werden, um wieder in das Gleichgewicht zu kommen.

Frage 6: Kann man für andere ansteckend sein, ohne selbst krank zu werden?

Die Antwort von Herrn Lauck zeugt vom allgemeinen — so meine ich — gestörten Verständnis zu unserem Körper und dem was in ihm ist, ihn verlässt und besucht:

„Es ist möglich, dass man sich angesteckt hat, dies aber nicht bemerkt, weil die Krankheitsanzeichen sehr schwach sind oder fehlen. Es sind Fälle bekannt, in denen sich Personen möglicherweise bei Menschen angesteckt haben, die nur leichte oder keine Symptome gezeigt haben. Es gibt bisher jedoch nur wenige wissenschaftliche Daten dazu. Untersuchungen zeigen, dass infizierte Menschen andere bereits ein bis zweieinhalb Tage, bevor sie selbst Symptome entwickeln, anstecken können.” (vii)

Es gibt viele Tausend verschiedene Viren- und Bakterienarten mit denen wir permanent andere infizieren und uns wiederum infizieren lassen — und zwar ohne, dass wir das mitbekommen. Dass wir also dabei nicht krank werden, ist der Normalfall, nicht die Ausnahme! Offensichtlich kommt unser Körper ganz gut mit Erregern zurecht. Hier zeigt sich auch, dass das so eine Sache ist, mit der aktuellen Pandemie. Wir haben ständig Pandemien. Die meisten bleiben aber unentdeckt, besser gesagt, nicht untersucht. Es gibt im Bereich der Säuger mehrere Hunderttausend Erreger, die allesamt noch nie untersucht wurden.

Die sind aber trotzdem da. Die sind auch da, wenn wir uns nicht mit ihnen befassen.

Aus dieser Sicht heraus ist es leicht zu verstehen, dass wir andere Menschen auch infizieren, sprich an diese Erreger übertragen können, wenn wir keine Symptome einer Krankheit zeigen. Eine Infektion ist ja auch nicht gleichzusetzen mit einer Krankheit, sondern sie beschreibt den Wechsel eines Erregers von einem Wirt zum Anderen, mehr nicht (a1). Das findet übrigens bei jedem von uns jeden Tag statt. Auch bei der aktuellen Coronapandemie ist die Symptomlosigkeit ganz offensichtlich der Normalfall. Noch interessanter wird es, wenn wir begreifen, dass wir überhaupt nicht ausschließen können, dass dieses Virus (oder der Erreger, der dem Virus zugeschrieben wird) schon viel länger in uns Menschen nistet.

Nur weil wir auf etwas zuvor nicht getestet haben, heißt das eben nicht — ich wiederhole es — dass es davor nicht auch schon da war.

Die Verengung in der Betrachtung, die nur auf das SARS-Virus schaut, lässt außer acht, dass, wenn wir uns radikal vor diesem einen Virus schützen, in dem wir uns diesem nicht aussetzen, wir uns auch vor allen anderen Viren schützen. Sich mit Viren und Bakterien auseinanderzusetzen, ist doch aber das Tagwerk, das notwendige Training für unser Immunsystem (10). Was wir aber nicht benutzen, das verkümmert. Ist es das — provokativ gefragt —, was gewollt ist, um schließlich Impfungen als die Lösung anzubieten?

Frage 7: Wie lange beträgt die Inkubationszeit?

Diese Frage ist völlig irreführend. Denn sie impliziert, dass man durch die Infektion krank wird. Dabei hat Dominik Lauck selbst bereits festgestellt, dass viele Menschen überhaupt keine Symptome aufzeigen, auch nach 14 Tagen nicht.

„Die Inkubationszeit — der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen — beträgt meist ein bis 14 Tage. Im Durchschnitt sind es fünf bis sechs Tage. Das ist auch der Grund dafür, dass Verdachtsfälle zwei Wochen isoliert werden.” (viii)

Als Laie irritiert mich einerseits die große Spannbreite der Inkubationszeit — ein bis 14 Tage. Wie hat man diesen Wert ermittelt? Hat man den Positivtest und seine Korrelation auf die indifferenten Krankheitssymptome, wie sie bei vielen anderen Grippe- oder grippeähnlichen Erkrankungen auftreten, in Kausalität gesetzt? Das fände ich höchst fragwürdig. Hat man bei Positivtests auf den SARS-CoV-2 Virus überhaupt auf andere Viren oder Bakterien getestet, die ja ähnliche Krankheitsbilder hervorrufen?

Wenn dies alles nicht geschieht, dann ist das ganze Krankheitsbild, die Wirkung des Virus selbst, überhaupt nicht belegt. Dann können wir auch nicht den Grad der Gefährlichkeit dieses Virus bemessen.

Zu sagen, wir wissen es nicht, und müssen deshalb das Schlimmste annehmen, ist abenteuerlich. Es ist unverhältnismäßig und verantwortungslos und führt zu blindem Aktionismus.

Dazu weise ich nochmals auf das obige Beispiel mit der Teilnahme am Straßenverkehr hin.

Hier stellen sich noch weitere Fragen. Man hat die Gefährdung daran festgemacht, dass es sich um ein „neuartiges Virus” handelt, gegen das Menschen erst eine Immunabwehr aufbauen müssten — oder man impft sie. Das ist der Traum des Imphomanen Bill Gates. Nun eröffnet uns aber der Virologe Christian Drosten — und das überrascht mich ganz und gar nicht —, dass viele Menschen ja doch eine Art Vorimmunisierung durch den Kontakt mit anderen Viren erworben hätten und deshalb durch das „neuartige” SARS-Virus nicht erkranken würden (11).

Ja, natürlich: Es könnte sogar so sein, dass es gar nicht um das Virus an sich geht — ausgenommen die zu beachtenden toxischen Mengen — sondern um das funktionierende Immunsystem. Wenn ein Immunsystem aber nicht funktioniert, dann kann man es auch nicht gesund spritzen. Im Gegenteil kann man dem Menschen dann mit der Spritze sogar den Rest geben.

Gerade die extremen Maßnahmen der Isolation zur Verhinderung der Infektion mit unzähligen Arten von Viren oft als Durchseuchung benannt , was doch ein völlig normaler, alltäglicher Vorgang ist, sind deshalb sogar gefährlich, weil sie auf Dauer unser Immunsystem schwächen. Das ist etwas anderes, als Menschen vor Kranken mit den sie in sich tragenden, hohen, toxischen Mengen von Bakterien oder Viren zu schützen.

Der Erfinder des PCR-Tests heißt Karry Mullis. Dieser hat ausdrücklich davon abgeraten, diesen Test zur Feststellung von Krankheiten zu verwenden. Denn der Test hat eine entscheidende Schwäche und die weist auf das oben erwähnte Problem der Toxität hin. Denn was der PCR-Test — und das auch noch äußerst unzuverlässig — feststellen kann, ist lediglich das bloße Vorhandensein einer oder mehrerer Gensequenzen, die dem Virus zugeschrieben werden. Er weist also keinen isolierten Erreger nach. Er züchtet Gensequenzen nämlich aus einem entnommenen Abstrich im Reagenz und bringt keine ausreichend genauen Informationen, WIE VIELE der vorgeblichen Erreger im Körper des Probanten weilen. Das ist aber mitentscheidend dafür, ob eine Krankheit ausbricht oder nicht (12 bis 15).

Was bleibt also, wenn die ARD-Tagesschau in Ansätzen die Wahrheit schreibt — der Dominik Lauck in seinem Artikel durchaus verpflichtet war? Nun, der Sender gibt damit seine eigene, sonst laufende, in sich widersprüchliche, hörige Propaganda preis. Auch wenn Laucks Ergebnisse nicht der Weisheit letzter Schluss sein müssen, so stehen sie doch trotzdem im krassen Gegensatz zur laut schreienden, undifferenziert eine Todeszahl nach der Anderen und damit Todesangst verbreitenden Berichterstattung des Senders.

Ist Ihnen  etwas aufgefallen, liebe Leser?

Der besprochene Artikel des Dominik Lauck wurde vor über einem halben Jahr, am 18. April veröffentlicht, die Replik darauf ist kaum jünger (a1).

Hat Dominik Lauck im nachfolgenden halben Jahr seinen Horizont zum Thema Coronavirus und Immunsystem erweitert? Vor allem aber: Hat er dieses neu erworbene Wissen in seinen Artikeln und Berichten preisgegeben? Weiterführend: Wenn dem nicht der Fall ist, wollte er es und durfte es nicht? Hat er aus Opportunismus nach dem Mund geredet und geschrieben — aus Angst? Schauen Sie selbst:

Der NDR-Journalist ist letztlich bis zum heutigen Tage unfähig geblieben, sich und darauf basierend andere über die komplexen Umstände und Ursachen der aktuellen “Coronakrise” objektiv aufzuklären. Insofern ist für mich Dominik Lauck wohl eher kein Propagandist, dafür ein tragischer Fall vom journalistischen Scheitern in der Filterblase der ARD.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen — insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors — kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Die Argumentation des Autors basiert auf dem Stand seiner Erkenntnisse im April 2020. Einige Sachverhalte sieht er heute — wenn auch nicht grundlegend — anders, hat dies aber nicht (nachträglich) in den Artikel eingearbeitet, um die Authentizität der dort wiedergegebenen Gedanken nicht zu verletzen.

(1,i-viii) 18.04.2020; Dominik Lauck; https://www.tagesschau.de/faktenfinder/hintergrund/coronavirus-faq-101.html

(2) 19.04.2020; https://twitter.com/HerrLauck

(3) 02.04.2020; https://www.bz-berlin.de/deutschland/virologe-bei-lanz-es-gibt-keine-gefahr-jemanden-beim-einkaufen-zu-infizieren

(4) 17.03.2020; John P.A. Ioanndis; https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/

(5) 05.04.2020; Pietro Vernazza; https://infekt.ch/2020/04/atemschutzmasken-fuer-alle-medienhype-oder-unverzichtbar/

(6) 04.03.2020; Sean Wei Xiang Ong; https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2762692

(7) 19.04.2020; Konstantinos Mitsis; https://www.chip.de/news/Schutzmasken-Uni-Studie-zeigt-deutlich-was-wirklich-hilft_182577562.html

(8) 19.04.2020; Experten halten das Tragen eines Mundschutzes, um eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 zu vermeiden, derzeit für unnötig. Dem Robert-Koch-Institut liegen keinerlei Belege vor, dass sie das Ansteckungsrisiko für eine gesunde Person signifikant verringern. Die WHO warnt sogar vor dem Tragen der “schützenden” Masken. Sie würden den Trägern ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. https://www.mdr.de/brisant/ratgeber/corona-virus-atemschutzmasken-helfen-100.html

(9) 05.04.2020; https://infekt.ch/2020/04/atemschutzmasken-fuer-alle-medienhype-oder-unverzichtbar/

(10) 08.04.2020; IQWiG; Das angeborene und das erworbene Immunsystem; https://www.gesundheitsinformation.de/das-angeborene-und-das-erworbene-immunsystem.2255.de.html

(11) 17.04.2020; Carolin Berscheid; https://www.fitbook.de/health/corona-sind-viele-menschen-durch-erkaeltungen-vielleicht-schon-immun

(12) 21.04.2020; https://orbisnjus.com/2020/04/21/wachen-sie-endlich-auf-auch-ihre-regierung-hat-laengst-zugegeben-das-covid-19-todeszahlen-nach-gutduenken-aufgebauscht-werden-op-ed/

(13) 05.04.2020; Kit Knightly; https://off-guardian.org/2020/04/05/covid19-death-figures-a-substantial-over-estimate/

(14) 02.02.2019; Frankfurter Rundschau; Anke Brodmerkel; Piks mit ungewissem Ausgang; https://www.fr.de/wissen/piks-ungewissem-ausgang-11669192.html

(15) 01.09.2020; NCBI; Adrian Gillissen; Übersicht zu Sensitivität und Spezifität des SARS-CoV-2-Nachweises mittels PCR; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7445394/

(Titelbild) ARD-Tagesschau, Logo, Bildschirmausschnitt; 16.04.2020; https://tagesschau.de

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