Wie man bei der ARD-Tagesschau eine Intervention kaschiert.


In Syrien eskaliert das Geschehen. Nachdem die türkische Führung Anfang Februar des Jahres der Syrischen Arabischen Armee (SAA) verboten hat, Terroristen auf dem eigenen syrischem Territorium zu bekämpfen, hat sie sich gleichzeitig das Recht herausgenommen, tausende türkische Soldaten und massenweise Kampftechnik in das Nachbarland zu entsenden. In den westlichen, politischen Führungen empört man sich vorsichtig — aber natürlich nicht über den Aggressor.


Niemand kann übersehen, um was es sich hier handelt: eine ausgewachsene Intervention, vorbei an jedem Völkerrecht. Desweiteren wird nun überdeutlich, was seit knapp neun Jahren die Rolle der Türkei in Bezug auf Syrien ausmachte und das war niemals die eines uneigennützigen Nothelfers für unschuldige Flüchtlinge, sondern die eines handfesten Handlangers wertewestlicher Umgestaltungsfantasien und außerdem operativen Managers des Krieges vor Ort beim syrischen Nachbarn.

Die Desinformation

Was für den — mit Verlaub — unbedarften Medienkonsumenten noch immer nicht deutlich zum Vorschein kommt, ist die Rückendeckung und Unterstützung des Aggressors durch die westliche Wertegemeinschaft. Dafür sorgt die Berichterstattung solch reichweitenstarker Nachrichtenformate wie der ARD-Tagesschau. Die vergangenen Tage könnten aber weiteren Tausenden Menschen — auch hier in Deutschland — die Augen geöffnet haben, wie hoch der Grad an Desinformation ist, welche uns hindert die Realität in Syrien tatsächlich ansatzweise zu erfassen.

Am 27. Februar 2020 sind auf syrischem Boden zwischen 33 und 50 türkische Soldaten ums Leben gekommen. Wie konnte das geschehen — 50 Kilometer entfernt von den eigenen Staatsgrenzen? Kann uns diese Information von der ARD-Tagesschau gereicht werden? Schauen wir uns dafür die Nachrichten des Senders in den beiden vergangenen Tagen an. Erleben wir, wie ganz bestimmte Werkzeuge einzeln und kombiniert zur Beeinflussung des Konsumenten eingesetzt werden:

  • Dekontextuierung und Neukontextuierung [i]
  • Selektion [ii]
  • Opfer — Täter — Umkehrung [iii]
  • Emotionalisierung [iv]
  • mittels obigem Vertauschen von Aktion und Reaktion [v]

Für die Leser habe ich die Methoden indiziert und die Indizes — ohne Anspruch auf Vollständigkeit — an den jeweils passenden Stellen der Tagesschau-Berichte hinten angefügt (1):


27.02.2020 23:05 Uhr,

Appell im UN-Sicherheitsrat — Maas prangert Kriegsverbrechen an [iv]

Die Lage in Idlib in Syrien wird immer dramatischer [i]. Fast eine Million Menschen sind auf der Flucht [i]. Bundesaußenminister Maas hat Syrien und Russland im UN-Sicherheitsrat Kriegsverbrechen vorgeworfen. [iv] Von Antje Passenheim. | mehr [Anmerkung von Peds Ansichten: Dieser Artikel ist der propagandistisch Beste in der knappen Auswahl — Danke, Frau Passenheim!]


28.02.2020 01:00 Uhr

Syrien — Luftangriff tötet 33 türkische Soldaten [iii]

Bei einem Luftangriff im syrischen Idlib sind 33 türkische Soldaten getötet worden [iii]. Die Türkei griff daraufhin syrische Regierungstruppen an und forderte die Unterstützung der NATO [ii,v]. Andernfalls werde man Flüchtlingen die Grenze öffnen [i]. | mehr


28.02.2020 07:08 Uhr

Angriff auf türkische Soldaten — Türkei fordert NATO-Hilfe — und droht [iii]

Ein Angriff auf türkische Soldaten in Syrien hat den Konflikt zwischen Ankara und dem Assad-Regime verschärft [iii,v]. Auf Drängen der Türkei berief die NATO eine Sondersitzung ein. Ankara droht mit einer Grenzöffnung für Flüchtlinge [i]. | mehr


28.02.2020 11:24 Uhr

Syrien-Konflikt — Türkei alarmiert die NATO [iii,iv]

Nach dem tödlichen Angriff auf türkische Soldaten in Syrien kommt die NATO zu einer Sondersitzung zusammen [iii]. Die Türkei hatte das Treffen gefordert. Das Militärbündnis und auch die EU warnen vor einer weiteren Eskalation [i,ii]. | mehr


28.02.2020 11:27 Uhr

Türkei — Flüchtlinge Richtung EU-Grenze unterwegs [i]

In der Türkei haben sich offenbar Hunderte Menschen auf den Weg Richtung europäischer Grenze aufgemacht — wohl auch, weil es Gerüchte über deren Öffnung gibt [iv]. Ein führender AKP-Politiker heizt die Situation laut Medien weiter an. | mehr


Wer sich darauf einlässt, diese Nachrichten als im Dienste der Wahrheit vermittelt aufzunehmen, glaubt nie und nimmer, dass Syrien sich einer Aggression erwehren muss — früher  einer Verdeckten, heute einer Unverhüllten. Es geht nicht darum, ob der syrische Präsident diktatorisch regiert oder nicht. Es geht auch nicht um Menschenrechte. Primär geht es — auch und gerade westlicher Politprominenz — ganz und gar nicht um Flüchtlinge! Es geht schlicht um die — neudeutsch „Transformation“ genannte — gewaltsame Umgestaltung des syrischen Staates, dessen Lage im Nahen Osten geostrategisch von großer Bedeutung ist.

Es ist dem Konsumenten mittels obiger Nachrichten unmöglich, ausreichend zu erfassen, dass da in Syrien al-Qaida-Terroristen durch NATO-Staaten ausgerüstet und unterstützt werden. Was ihm — ganz speziell auf die aktuellen Ereignisse bezogen — außerdem verwehrt wird, ist, zu begreifen, WARUM nun ganz konkret mindestens 33 türkische Soldaten einen sinnlosen Tod in Syrien sterben mussten.

Nach den Tagesschau-Berichten soll der Medienkonsument zu dem Schluss kommen, dass türkische Soldaten im Nachbarland ganz selbstverständlich gemeinsam mit „Oppositionellen“ operieren dürfen. Er muss weiterhin mit der Empfindung leben, dass doch tatsächlich — einfach so und unverschämterweise — unschuldige türkische Soldaten, wahrscheinlich beim Brunnenbauen, von „Assads Schergen“ umgebracht wurden. Nur glaubt das eine wachsende Zahl von Tagesschau-Konsumenten ganz und gar nicht mehr (2).

Immer wieder auffällig ist die ins Spiel gebrachte emotionale Komponente. Die macht sich auch und vor allem dadurch bemerkbar, dass in einer ganz bestimmten Richtung emotional eingefärbte Stellungnahmen von Politikern verbreitet werden, was seine Wirkung beim Rezipienten nicht verfehlt. Liefern wir deshalb im Folgenden den fehlenden Part, begeben wir uns in die Realität.

Was geschah in Saraqib?

Angriffe syrischer Truppen auf „Rebellen“ fanden regelmäßig den Weg in die Nachrichtenredaktionen der großen Medienhäuser. Die Verwendung des „Rebellen“-Begriffs ist keine Bagatelle, sondern der erste Baustein zur Lüge, welche die Menschen glauben lässt, Syriens Armee hätte kein „moralisches Recht“, diese „Rebellen“ — sprich Terroristen — zu bekämpfen. Selbst der Wissende muss sein Unterbewusstes immer wieder überstimmen, wenn er mit „Rebellen“ konfrontiert wird. Solch Orwellsche Sprache löst in unseren Köpfen permanent Konflikte aus, die nur mit Aufwand lösbar sind.

Die SAA hat jedes Recht, diese aus dem Ausland Bewaffneten und Versorgten auf dem eigenen Territorium zu bekämpfen. Das wagt man inzwischen auch in unseren Medien nicht mehr wirklich in Frage zu stellen. Deshalb ja, bringt man immer wieder die Zivilisten ins Spiel und vermittelt den Eindruck, Syriens Armee hätte nichts Besseres zu tun, als Tag für Tag die eigene Bevölkerung zu bombardieren. Das ist absurd, denn wäre es so, hätte Syriens Volk längst und ganz ohne Hilfe von außen, seine eigene Regierung hinweg gefegt.

Aber wie sieht es mit der Umkehrung aus: den Angriffen von islamistischen Verbänden auf die syrische Armee? Wie oft sieht/liest der Tagesschau-Konsument etwas von Angriffen durch terroristische Milizen? Terroristische Milizen sind dabei kein Kampfbegriff des Autors, sondern ganz nach ihrer Einordnung durch die Vereinten Nationen so benannt. Wie ist das, wenn türkische Truppen diese terroristischen Milizen direkt unterstützen? Was, wenn türkische Soldaten getötet wurden, weil sie sich in den Reihen der Islamisten befanden?

Schauen wir uns das folgende Bild an, dann sehen wir eine Aufnahme aus der Gegend von Saraqib, mit neuester türkischer Kampftechnik und frisch eingekleideten Islamisten. Wer kann sagen, ob der Soldat mit dem türkischen Helm nicht nur so aussieht wie ein türkischer Soldat, sondern auch ein solcher ist (b1)?

Seit mehreren Tagen hatten die Islamisten immer wieder Angriffe auf die strategisch wichtige Stadt Saraqib gestartet, durch welche die eminent wichtige Transitstraße M5 das südliche Syrien und die Hauptstadt Damaskus mit der Millionenstadt Aleppo im Norden des Landes verbindet. Diese Trasse war erst vor wenigen Tagen wieder für den Verkehr freigegeben worden. Eine Aufgabe, deren Erfüllung sich eigentlich die Türkei verpflichtet hatte, als sie im September 2018 die Vereinbarung von Sotschi unterschrieb.

Obiges Foto zeigt, dass die Islamisten überhaupt keine Bauchschmerzen haben, sich mit der militärischen Unterstützung durch die Türkei zu brüsten. Auch die Nachrichtenagentur der al-Qaida Organisation Jabhat al-Nusra — umbenannt in Hayat Tahrir al-Sham (HTS) — zeigte ihre neuen Errungenschaften und beweist damit, von wo aus der Krieg in Syrien wirklich geführt wird (b2).

Das bedeutet: Wenn die SAA ihr unveräußerliches Recht, ja die Pflicht auf die Verteidigung Syriens auf dem eigenen Territorium wahrnimmt, ist es im Grunde irrelevant, ob ihre militärischen Gegner Islamisten oder türkische Soldaten sind. Die Grenzen zwischen beiden Letzteren sind eh fließend und nicht klar auszumachen, wie es auch eine ideologische Verbundenheit zwischen ihnen zu konstatieren gibt. Schließlich hatte die Türkei auch keine Probleme, eng mit dem Islamischen Staat (IS) zu kooperieren.

Was den Vorfall von Balyun — in der Nähe von al-Bara — betrifft, gibt es aber noch mehr und das hat wieder mit Russland zu tun. Was uns die russische Seite vom Tod der türkischen Soldaten erzählt, passt genau in die obigen Fotos — in die Selbstdarstellung der dortigen Militanten.

Es gibt einen heißen Draht zwischen den Stäben der russischen und türkischen Militärs in Syrien. Dieser wurde eingerichtet, die jeweiligen Angehörigen zu schützen. Die Seiten informieren sich gegenseitig, wo und warum eigene Kräfte unterwegs sind. Entsprechend sind sie dafür verantwortlich, militärische Kräfte auf die sie Einfluss nehmen können, entsprechend zu lenken und unter Umständen von Kampfhandlungen abzuhalten. Wie gesagt, funktioniert der Kanal in beiden Richtungen. Korrekterweise muss gesagt werden, dass er einmal leidlich funktioniert hat.

Türkisches Militär hat für Syrien weder in Astana noch in Sotschi ein Mandat bekommen, gegen die syrische Armee und ihre Verbündeten vorzugehen. Sein Einsatz ist mit dem Auftrag verbunden gewesen, die Militanten aus den Konfliktzonen zu entfernen und zu entwaffnen. Daher hatte die Türkei die Erlaubnis erhalten, reguläre bewaffnete, türkische Einheiten in Idlib zu unterhalten. Das aber auch nur an exakt 12 sogenannten Observationspunkten. Die inzwischen zusätzlich geschaffenen weiteren „Observationspunkte“ sind sämtlich illegal und bezeichnenderweise in der Nähe aktiv operierender islamistischer Milizen. Mehrfach wurden von diesen illegalen „Observationspunkten“ aus die syrischen Streitkräfte direkt angegriffen.

Bei den russischen, bewaffneten Kräften sieht das ganz anders aus. Ihr militärisches Mandat begründet sich im Auftrag der syrischen Regierung, beim Kampf gegen die Terroristen im Land zu unterstützen. Das ist vollständig durch das Völkerrecht gedeckt.

Schlagen wir uns den Gedanken aus dem Kopf, dass da in Idlib irgendwelche „Moderaten“ unterwegs sind. Was wir dort erleben, ist der Einsatz einer hochgerüsteten, ideologisch motivierten Söldnerarmee. Die Türkei war beauftragt, diese Armee aufzulösen und zurückzuführen. Gäbe es diese Söldner in Idlib nicht, würde dort in kürzester Zeit Frieden einkehren und der Großteil der „echten“ Zivilisten würde umgehend versuchen, in seine Heimat zurückzukehren.

Dort liegt auch das Problem für Erdogans Riege: Mit der Rückführung würden sie sich die selbst hochgezüchteten und kampferprobten Islamisten in das eigene Land holen. Die Gefahr, die sich die Türkei damit höchst selbst eingebrockt hat, und mit der sie sich nunmehr offen konfrontiert sieht, erklärt auch, warum sie so stur diese, ihre „Jungs“, weiter in Syrien Krieg führen lässt.

Das russische Kriegsministerium hat zu den Geschehnissen von Balyun eine Stellungnahme veröffentlicht:

Am 27. Februar 2020 versuchten Terroristen von Hayat Tahrir al-Sham (HTS) auf breiter Front eine groß angelegte Angriffsoperation gegen die Positionen der syrischen Regierungstruppen durchzuführen. Um jegliche Sicherheitsbedrohungen zu vermeiden, die sich aus dem Abwehrfeuer der syrischen Regierungstruppen ergeben, das wiederum von den türkischen Beobachtungsposten und Einheiten ausgeht, die in der Deeskalationszone von Idlib stationiert sind, steht das Russische Versöhnungszentrum im dauernden Kontakt mit dem Türkischen Idlib-Koordinierungszentrum.“

Weiter heißt es:

„Vertreter des Russischen Versöhnungszentrums haben, über die letzten 24 Stunden hinweg, fortwährend die Koordinaten der Standorte aller sich in der Nähe der terroristischen Kampfzonen befindlichen Einheiten der türkischen Streitkräfte angefordert und bestätigt bekommen. Zur selben Zeit, am 27. Februar, gerieten türkische Soldaten, die in Kampfformationen der terroristischen Gruppen eingebettet waren, unter das Feuer syrischer Truppen. In eben dieser Zeit wurde von türkischer Seite an das Russische Versöhnungszentrum übermittelt, dass sich im Gebiet von Behun [Balyun bei al-Bara, unten im Bild eingekreist] keine türkischen bewaffneten Kräfte aufhalten sollten.“

Und schließlich:

„Unmittelbar nach Kenntnisnahme der russischen Seite von verwundeten türkischen Militärs, wurden von den syrischen Streitkräften umfassende Maßnahmen eingeleitet, um eine komplette Waffenruhe durchzusetzen, um so die sichere Bergung der toten und verwundeten türkischen Soldaten in Richtung Türkei abzusichern. Die russischen Luftstreitkräfte waren zu jener Zeit in der Gegend von Balyun nicht eingesetzt. (3)

Die syrischen Streitkräfte hatten und haben das Recht, Angriffe dieser Extremisten abzuwehren, ja diese in Kampfhandlungen zu töten. Auf Drängen der russischen Seite stellten sie einen offenbar vernichtenden Gegenschlag gegen die Militanten ein, damit türkische Militärangehörige geborgen beziehungsweise gerettet werden konnten. Unter anderem auch dieser Abbruch einer äußerst wirkungsvollen Operation könnte sie kurzfristig Saraqib [oben im Bild eingekreist] gekostet haben. Denn das wurde unmittelbar danach vollständig von den Islamisten eingenommen.

Was deutlich aus dem Bild zu ersehen ist: Türkische Soldaten hatten bei al-Bara — den Vereinbarungen von Sotschi folgend — rein gar nichts zu suchen. Sie bewegten sich innerhalb eines großen Militärkonvois in Richtung der Frontlinie und wurden deshalb selbstverständlich von der SAA angegriffen.

Dass alles weiß die Türkei natürlich. Aber das behält sie für sich, denn umgehend hätte sich damit die Rolle der Märtyrer, die den toten türkischen Soldaten nun vor der „internationalen Gemeinschaft“ vorgespielt und von dieser gern aufgegriffen wird, in die reale Rolle gewandelt: Berater und Mitkämpfer von terroristischen Milizen.

Die Türkei verneint, dass türkische Soldaten in der Nähe von Islamisten bei Balyun gewesen wären, aber wer soll das glauben? Es gibt massenweise Bilder und Videos von neuester türkischer Militärtechnik, die mit Sicherheit nicht einfach so an die Islamisten übergeben wird und es ist dokumentiert, dass türkische Haubitzen vor Tagen auf Stellungen bei Saraqib feuerten, um die terroristischen Milizen in ihrem Treiben zu unterstützen. Der türkische, militärische Terroristen-Support hat in den Reihen der SAA große Verluste angerichtet, und die Moral der Terroristen selbstredend angehoben (4-8).

„Rein zufällig“ waren türkische Twitter-Benutzer des Providers Turk Telekom unmittelbar nach den Ereignissen von Saraqib und Balyun abgeklemmt und konnten so auch keine Informationen von Leuten vor Ort weiterleiten. Genauso erging es Nutzern von Facebook, Instagram und Messanger (6).

Kreml-Sprecher Dimitri Peskow stellte fest:

Keiner dieser türkischen Soldaten wurde an seinem Observationspunkt bedroht oder kam zu Schaden. Die tragischen Todesfälle türkischer Soldaten ereigneten sich im Zuge von Angriffen terroristischer Formationen, unter denen sich übrigens zahllose ausländische Söldner befinden, einschließlich Bürger der ehemaligen Sowjetunion.“ (9)

Vertrauensbruch

Die Türkei hat das Recht, eine militärische Präsenz in Idlib zu unterhalten, in grober Weise missbraucht und spielt sich inzwischen als Statthalter mit Sonderrechten für die syrische Provinz auf.

An ihrer Staatsgrenze haben die Türken inzwischen den Luftraum für den zivilen Luftverkehr gesperrt und patroullieren mit Kampfflugzeugen.

Das Wortgetöse türkischer Politiker ist zutiefst beunruhigend, da sie zunehmend in ihrer eigenen Filterblase versinken und inzwischen ehrlich glauben, als Kriegsmissionare für das Gute in Syrien unterwegs zu sein. Vom türkischen Vizepräsidenten Fuat Oktay war zu hören:

Der Kopf des Terrorstaates, Assad, der als Kriegsverbrecher in die Geschichte eingehen wird und seine Regimekräfte werden einen hohen Preis für diesen verräterischen Angriff zahlen. (10)

Das ist die Sprache der Verräter, die ablenkend auf Andere zeigt. Allein die Wortwahl zeugt von einer sichtbaren pathologischen Durchdringung des Politikers. Der Preis allerdings den die Türkei selbst zu zahlen hat, schnellt ebenfalls in die Höhe. Es darf außerdem bezweifelt werden, dass es der Türkei gelingen wird, die NATO-Allianz mit ins Syrien-Kriegsboot zu holen (11).

Auch wenn die türkische Armee selbst immer wieder beteuert, dass die russischen Militärs in Syrien nicht das Ziel ihrer Operationen sind, so ist es doch kaum strittig, dass bei weiterer Eskalation genau das geschehen wird. Inzwischen sind zwei russische Fregatten — ausgerüstet mit Marschflugkörpern — unterwegs in Richtung syrischer Mittelmeerküste (12).

Bitte, bleiben Sie schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Letzte Bearbeitung: 12. September 2023.

(1) https://www.tagesschau.de/ausland/; entnommen: 28.02.2020, 11:55 Uhr

(2) 28.02.2020; https://meta.tagesschau.de/id/145108/nach-angriff-in-idlib-tuerkei-fordert-nato-hilfe-und-droht

(3) 28.08.2020; https://southfront.org/turkish-soldiers-killed-in-idlib-were-embedded-with-terrorists-russian-military/

(4,10) 28.02.2020; https://www.trtworld.com/turkey/turkey-says-regime-positions-in-idlib-legitimate-targets-latest-updates-34168

(5) 28.02.2020; https://twitter.com/miladvisor/status/1233181926112006146

(6) 28.02.2020; https://southfront.org/turkish-drone-strikes-inflict-catastrophic-losses-on-syrian-army-videos/

(7) 28.02.2020; https://twitter.com/netblocks/status/1233130470667440128

(8) 28.02.2020; https://flutterbareer.wordpress.com/2020/02/28/alle-zeichen-auf-eskalation/

(9) 28.02.2020; https://tass.com/politics/1124917

(11) 28.02.2020; Thomas Gutschker; https://www.faz.net/2.1677/nach-angriff-auf-soldaten-nato-erteilt-der-tuerkei-eine-abfuhr-16656148.html

(12) 28.02.2020; Andrew Wilks; https://www.abqjournal.com/1425585/turkey-raises-death-toll-to-33-troops-in-syrian-airstrike.html

(b1) Islamistische Söldner mit neuer Militärtechnik aus der Türkei; 28.02.2020; https://southfront.org/wp-content/uploads/2020/02/photo_2020-02-26_19-02-02-768×512.jpg; Originalquelle: AlwataniaTahrer

(b2) Kampftechnik der Türkei bei Saraqib (Idlib/Syrien); 28.02.2020; Foto von ebaa.news (Nachrichtenagentur von HTS); https://southfront.org/wp-content/uploads/2020/02/photo_2020-02-26_18-19-01.jpg

(b3) Die südöstlichen Frontlinien in der syrischen Provinz Idlib; 28.02.2020; Southfront; https://southfront.org/wp-content/uploads/2020/02/1-138.jpg

(Titelbild) HTS (Jabhat al-Nusra) — Kämpfer; aus Video von HTS „The Battle to Liberate al-Mushirfa and Abu Dali Villages,“; Dezember 2017; entnommen aus: https://ctc.usma.edu/al-qaida-lost-control-syrian-affiliate-inside-story/; Lizenz: k.A.

Von Ped

Ein Gedanke zu „Des Täters Opfermine“
  1. Heute Abend und Früh ( 1.03.2020) hat die Türkei auch Aleppo angegriffen. Genauer gesagt die Stadt Neirab.
    Und in Idlib wurde noch einmal schwer angegriffen.

    Der Krieg verschärfst sich richtig. Allein, dass die Türkei Aleppo angreift, ist der beste Beweis, dass die Türkei Syrien vernichten möchte.

    Was macht jetzt Russland? Wie reagiert Russland (Putin) und Syrien (Assad) ?
    Das sieht absolut nicht gut aus.

    Freundliche Grüße

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