Treibhauseffekt – Aufhellungen

Treibhauseffekt und Treibhausgase – Fortführung eines aufgeheizten Themas.


Das Echo auf den Artikel “Betrachtungen zum Treibhauseffekt” war gewünscht und hat mir so einige neue Erkenntnisse gebracht, die es wert sind, an dieser Stelle verarbeitet zu werden.


Doch bevor ich gewissermaßen “loslege”, möchte ich an dieser Stelle den Lesern des Blogs und des Rubikon (wo der Artikel ebenfalls veröffentlicht wurde) herzlich danken. Denn Sie haben ein – insgesamt gesellschaftlich doch ziemlich aufgeheiztes – Thema achtungsvoll und mit der gebotenen Zurückhaltung angenommen und mit mir wirklich sehr konstruktiv diskutiert – und das trotz der unüberlesbaren Dissonanz, die da gelegentlich mitschwang. So möge es bleiben – nochmals danke dafür!

Eine große Herausforderung stellte sich für einige allerdings darin, diszipliniert im Rahmen des Themas zu bleiben. Der Hang, fundamental das Klima zu diskutieren war unverkennbar – allerdings von mir nicht gewollt. Die Gefahr ist groß, sich auf diese Art und Weise in einer Fülle von Nebenkriegsschauplätzen aufzureiben und den Fokus auf das Thema zu verlieren. Vielleicht bekommen wir das ja bei der Diskussion zum vorliegenden Text besser hin.

Der genannte Artikel behandelte grundsätzlich die folgenden Fragen:

  1. Welche Ursachen hat das Phänomen Treibhauseffekt?
  2. Welche Ursachen hat die Verwendung des Begriffs Treibhauseffekt?

So wie die Fragen formuliert sind, so sind sie auch gemeint. Sie, liebe Leser, müssen nichts “irgendwie” übersetzen, ich spreche tatsächlich von einem Phänomen wie es in jedem Treibhaus, das seinen Namen auch verdient, zu finden ist. An die erste Frage ging ich sehr unvorbelastet heran. Mit dem physikalischen Phänomen hatte ich mich zuvor nicht mit der gebotenen Gründlichkeit beschäftigt und konnte so aus einer angenehm naiv-neugierigen Sicht forschen.

Für die zweite Frage lässt sich das so nicht behaupten. Seit einigen Jahren untersuche ich intensiv, wie mit Sprache umgegangen wird und mir sind einfach zu viele Beispiele aufgefallen, in der sie propagandistisch missbraucht wird. Für Macht und Herrschaft ist Sprache das Werkzeug schlechthin und gerade deshalb ist Machtbewussten die Kontrolle über die Medien ja auch so wichtig.

Meine Schlüsse auf Frage zwei beruhten somit auf der selbst aufgestellten Hypothese, dass es so ist, wie ich es befürchte und auch hier Schindluder getrieben wird, um große Menschengruppen wirksam auf der emotionalen Schiene für Interessenvertretung einzufangen. Trotzdem betrachte ich die Beantwortung dieser Frage als weiterhin offen.

Umso gestärkter fühle ich mich in der Überzeugung, dass wir angehalten sind, grundsätzlich sorgsamer mit Sprache umzugehen. Das ist nicht so einfach, denn es gibt da einen mächtigen Widerpart: unsere Bequemlichkeit. Doch hängt davon auch ab, inwieweit wir uns ausnutzen lassen – gegen unsere tatsächlichen gemeinsamen Interessen – oder auch unsererseits andere in einer Sprache der Macht manipulieren. Unser Gehirn als lernendes System speichert sehr gut Bilder ab, die wir bei Gelegenheit abrufen können und durch die dann Prozesse für uns verständlich, mehr noch selbstverständlich werden. Beachten wir, dass wir uns die Gelegenheit sehr, sehr oft nicht aussuchen, sondern zu ihr geführt werden!

Dieses Selbstverständnis äußerten auch einige Foristen. Selbstverständnis heißt, dass man im Glashaus (nicht im Treibhaus, a1) sitzt und aufgrund der darin liegenden emotionalen Sicherheit nicht hinterfragt. Da dies etwas mit unserem psychologischen Räderwerk und nicht mit Wissen zu tun hat, können davon auch ohne weiteres Wissenschaftler betroffen sein.

Aufgrund des Selbstverständnisses – lapidar: “Darüber brauchen wir uns nun wirklich nicht mehr unterhalten.” – müssen wir den Prozess nicht immer wieder neu durchdenken. Dieser Mechanismus ist sehr wichtig und Teil unserer Effizienz im Alltag, denn so haben wir praktisch Ressourcen in unserem Kopf frei. Doch hat auch diese Medaille zwei Seiten, denn wir können uns auf solche Art und Weise auch falsch “programmieren” oder – noch schlimmer – “programmieren” lassen. Das geht ziemlich schnell, weil es eben so schön bequem ist.

Einige Foristen ließen den Vergleich von “Treibhauseffekt” und “Treibhausgasen” zu “Verteidigungsministerium” oder “humanitären Einsätzen” nicht gelten. Die Argumente – zum Beispiel: “Wir wissen doch was gemeint ist. Das ist halt sprachlich so gewachsen.” – haben mich nicht überzeugt. Wodurch oder durch wen ist es denn sprachlich so gewachsen?

Vor allem – so meine Sicht – verkennen viele die emotionale Kraft von Sprache. Wenn ich im Kopf das Falsche in das Richtige übersetze, dann handelt es sich um einen bewusst herbeigeführten Prozess. Doch jene, die meinen, sie würden zum Beispiel “Treibhausgas” im Kopf automatisch korrigieren, betrügen sich selbst. Wir haben gar nicht die Energie, ständig das abgerufene Bild durch kognitive Prozesse zu überzeichnen. Denn so funktioniert unser Gehirn nicht. Täte es das, wären wir nicht überlebensfähig. Wir müssen uns schon von dem bequemen Bild trennen – und das ist mitnichten einfach.

Daher:


Völlig egal, wie nun eine offensichtlich falsche, ihrem eigenen Wesen widersprechende Begrifflichkeit Platz im allgemeinen Sprachgebrauch gefunden hat, liegt die Herausforderung darin, die richtigen Begriffe entweder zu definieren oder sie wieder zu benutzen – auf jeden Fall aber, sie konsequent anzuwenden.


Vor Jahren habe ich einen sehr ausführlichen Artikel über den Begriff “Verschwörungstheorie” (kurz VT) verfasst. Obwohl die deutsche Sprache präzise ausdrückt, was VT semantisch-hermeneutisch beinhaltet, wird der Begriff – flächendeckend und seines eigentlichen Sinnes komplett entleert – inzwischen in einem völlig falschen Kontext benutzt. Flächendeckend heißt, dass die Opfer das gleiche, so auch beabsichtigte, stigmatisierende Verständnis von VT haben, wie die Täter.

Liebe Leser, das “übersetzt” keiner mehr.

Genau so aber stellt sich eine vollständige, geistige Unterwerfung in der Praxis dar. Denn für uns offensichtlich darf damit werden, dass der Begriff ja genau deshalb so hervorragend als Waffe zu gebrauchen ist. Der “Witz” ist also, dass das Erste die Voraussetzung für das Zweite ist!


Zum Phänomen

Der Treibhauseffekt ist die beabsichtigte Erwärmung eines Treibhauses, um bessere Bedingungen für das Pflanzenwachstum zu schaffen. Die Konstruktion des Treibhauses beruht auf den damit erkannten physikalischen Prinzipien. Schon die alten Römer wussten das und wandten diese Prinzipien an. 

Zur Begrifflichkeit zitiere ich an dieser Stelle die deutsche Wikipedia:

“Ein Gewächshaus, Glashaus oder Treibhaus ist eine lichtdurchlässige Konstruktion, welche das geschützte und kontrollierte Kultivieren von Pflanzen ermöglicht”. (1)

Es ist für mich durchaus kein sprachliches Problem, dass hier zwei weitere Begriffe synonym für die Begrifflichkeit des Treibhauses aufgeführt werden. Um so mehr ist es aber für mich problematisch, dass dann die Effekte für die Synonyme unterschiedliche physikalische Prozesse erklären sollen – Treibhauseffekt ist da nämlich etwas anderes als Glashauseffekt.

Die Synonyme für Treibhaus brechen nicht mit der Semantik und Hermeneutik. Die beiden Effekte, die sich auf die Synonyme beziehen, tun es dafür sehr wohl. Und es ist kein Wunder, dass die Verfasser des Wikipedia-Artikels sich auf diese Weise in ihrer eigenen deformierten Sprache verstricken:

“Bei Sonneneinstrahlung kommt es im Gewächshaus zu einer raschen und stärkeren Erhöhung der Innentemperatur im Vergleich zur Luft- und Bodentemperatur außerhalb des Gewächshauses. Der Grund hierfür ist eine Art Wärmestau: Die Energie der Sonnenstrahlung erwärmt zunächst den Boden, die Pflanzen und Teile des Gewächshauses, doch die von ihnen wieder abgegebene Wärmestrahlung (Infrarot) wird von der für diese weitgehend undurchlässigen Eindeckung des Gewächshauses zurückgehalten.” (2)

Das ist – nach dem, was ich im letzten halben Jahr gelernt habe – schlicht falsch. Die Wikipedia setzt – munter die Begrifflichkeiten mischend, das Zitat folgt obigem unmittelbar – fort:

“Dieser Glashauseffekt (Benennung von J. Fourier) wird auch bei Wohnhäusern (Wintergärten) und Dachflächen (z. B. Ateliers) genutzt, aber auch im Großen bei Orangerien und Schlössern. Die vom aufgeheizten Innenraum erwärmte Luft wird bei geschlossenen Glasflächen von außen aufgrund des geringen Luftaustausches nur wenig abgekühlt. Hingegen wird fast alle Infrarotstrahlung vom Glas und dem Bau selbst in den Raum zurück reflektiert („selektive Transparenz“).” (3)

Auch hier wird geschlampt, weil das Phänomen des Wärmeübergangs an der Grenzschicht (hier des Bodens) – auch Wärmeleitung oder Konduktion genannt, das eine große Rolle beim Wärmetransport spielt, auf dem Altar der Infrarotstrahlung geopfert wird.

An dieser Stelle wird auf Joseph Fourier verwiesen. Fourier stellte damals eine Hypothese auf, in der er für atmosphärische Erwärmung Strahlungseffekten eine dominierende Rolle zuschrieb und Konvektionseffekten eine untergeordnete. Womit er, zumindest was die Analyse seiner Experimente betrifft, eindeutig falsch lag. Er erkannte in diesen zwar auch die Rolle von Konvektion auf die Temperatur in der experimentellen Anordnung, wies dieser aber nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Ja, und Fourier taufte es als Glashauseffekt (effet de serre) (4), was nicht heißt, dass er das Wort erfand!

Warum er es so nannte, hängt mit seinem Versuchsaufbau, dem Modell zusammen. Warum sollte er es auch nicht tun? Es war ja schließlich sein Experiment. Doch ändert das doch rein gar nichts an der Tatsache, dass er damit implizit den Treibhauseffekt, so wie er seit Jahrhunderten ausgenutzt wurde, beschrieb.

Aufgrund der gesellschaftlichen Stellung, die Fourier in seinen letzten Lebensjahren inne hatte, waren ihm die damals noch exklusiven Treibhäuser wie auch deren Funktion wohl bekannt. Als er sich für die Bezeichnung GLASHAUSeffekt entschied, meinte er daher sehr wohl das, was wir hier unter TREIBHAUSeffekt verstehen. Um Ihnen zu verdeutlichen, um was es mir hier geht, zeige ich Ihnen nun ein Bild aus der französisch-sprachigen Wikipedia, einschließlich – und das ist besonders wichtig – der originalen Bildbeschreibung. Fällt Ihnen etwas auf (b1)?



Sie können unschwer erfassen, dass Serre im französischen synonym für Glashaus wie auch Treibhaus verwendet wird. Voila, das hatten wir doch auch schon weiter oben bei Betrachtung der deutschen Entsprechungen! Effet de serre lässt sich adäquat in Glashauseffekt wie auch Treibhauseffekt übersetzen. 

Fourier wusste also genau, wovon er sprach und natürlich wusste er auch, warum ein Treibhaus warm wurde. Genau deshalb auch nannte er ja den ihm in seiner experimentellen Anordnung aufgefallenen Effekt eben so: Glashauseffekt, was im französischen gleichbedeutend wie Treibhauseffekt zu verstehen ist (a2). 


Fourier hat da keinen Treibhauseffekt begrifflich erfunden oder als Phänomen entdeckt, sondern er hat vielmehr das wohlbekannte Phänomen innerhalb seiner Versuchsanordnung wiedererkannt. Der Glashauseffekt nach Fourier beruht logischerweise auf den gleichen Mechanismen wie der Treibhauseffekt und ist also ein Synonym.


Der Glashauseffekt – gleichbedeutend mit Treibhauseffekt, die Aufheizung durch “Einsperren” der erwärmten Luft: Gerade diesen Effekt, sah Fourier bei seinen Strahlungsbetrachtungen und Experimenten als eher unerwünschte Nebenläufigkeit.

Achtung, liebe Leser, es geht primär um den Effekt und sekundär um dessen Ursachen. Der Effekt war immer bekannt, benamt und wurde entsprechend ausgenutzt. Diskutiert wurden und werden die Ursachen. Das Zurechtbiegen beginnt in dem Augenblick, in dem Meinungshoheit anweist, dass man den Treibhauseffekt – eine bekannte und wohl formulierte Auswirkung – nicht mehr so benennen darf! Das hat weder Fourier noch Arrhenius (siehe weiter unten) jemals auch nur im Ansatz versucht!

Außerdem wichtig: Fourier stellte damals ein Konzept – keine Theorie – vor, nachdem sich die Atmosphäre durch Strahlungseffekte aufheizen könnte. Ein Konzept oder eine Hypothese sind auf einer ganz anderen Ebene der wissenschaftlichen Erkenntnis und Arbeitsstand angesiedelt, als eine Theorie. Ob er mit seinem Konzept richtig lag, brauchen wir hier gar nicht zu diskutieren. Niemals – und das aus gutem Grund – hat Fourier bei der Betrachtung von atmosphärischen Strahlungsphänomenen einen Treibhauseffekt als dafür geeignete Benamung in Betracht gezogen, auch nicht gedanklich.

Beachten wir weiter und sehr sorgfältig die angewendeten Begrifflichkeiten. Was also hatte Fourier wirklich getan? Wieder die Wikipedia (Hervorhebung durch Autor):

“In einem Artikel von 1824 beschrieb er zum ersten Mal die wesentlichen Mechanismen eines hypothetisch modellhaften Treibhauseffekts, dessen Vergleichskriterien zur Atmosphäre er herausarbeitete (ohne jedoch den Begriff zu verwenden).” (5)

Der Franzose untersuchte schlicht Strahlungseffekte und zog Schlussfolgerungen. Weder formulierte er daraus eine These und schon gar keine Theorie. Er war ganz offensichtlich mit wissenschaftlichem Anspruch gesegnet. Seine Gedanken fanden auf zwei Seiten Papier Platz.


Doch wir sehen hier sehr deutlich, dass man Fouriers wissenschaftliche Untersuchungen benutzt, um Politik mit ihm zu machen. Denn er selbst hat den Begriff Treibhauseffekt – im Sinne von Strahlungseffekten – niemals in den Mund genommen.


Doch Wikipedia kann, wie wir im Zitat sehen konnten, gern nachhelfen. Denn sie legt den Treibhauseffekt Fourier praktisch post mortem in den Mund. Faszinierend ist, wie diese Unterstellung – Fourier hat den Treibhauseffekt entdeckt – flächendeckend breit gestreut wird (6,7). Achten wir auf Ursache und Wirkung: Das, was Fourier postulierte, wurde NACHTRÄGLICH zum Treibhauseffekt getauft!

Wir können Wissenschaft und Sprache nicht voneinander trennen. Wenn wir Sprache nicht präzise anwenden, wird auch die dahinter stehende Wissenschaft unpräzise. Mehr noch verliert Wissenschaft dann ihren inhärenten Anspruch und wird zur Ideologie.

Fourier war ein genialer Wissenschaftler und er besaß Fantasie – wieder die Wikipedia (Hervorhebung durch Autor):

“Während er letztlich vorschlug, dass interstellare Strahlung für einen großen Teil der zusätzlichen Wärme verantwortlich sein könnte, erwog Fourier die Möglichkeit, dass die Erdatmosphäre als ein Isolator zum extraterrestrischen Raum fungieren könnte.” (8)

Was Fourier auszeichnete, fehlt mir bei den politisierten “Klimaexperten” in Gänze. Fourier blieb immer für Schwarze Schwäne offen und deshalb hinterfragte er, ob das Gasgemisch der atmosphärischen Hülle möglicherweise eine auf Infrarotstrahlung beruhende Wärme puffernde Eigenschaft haben könnte. Etwas was auch ich – mit Stand heute – keineswegs ausschließe! Doch erhob er es nicht ansatzweise zur neuen einzigen Wahrheit. Ohne sich wehren zu können, wird jedoch heute Fourier wie eine Gallionsfigur als angeblicher Beweis für den Treibhauseffekt von den “Klimaexperten” vor sich her getragen. 

Was schon die alten Römer durch Beobachten herausgefunden hatten, bestand in dem Wissen, dass Pflanzen zum Gedeihen Licht und Wärme benötigen. Das Licht musste hinein, die Wärme durfte nicht hinaus. Man erkannte, dass die Sonne den Boden erwärmte und der dann die Luft – mehr nicht. Wurde es zu warm, wurde einfach gelüftet. Das heißt, die Luft wurde schlicht ausgetauscht, die zuvor unterbundene Konvektion herbeigeführt.

Unsere Alltagserfahrungen können uns täuschen, aber oft sind sie äußerst hilfreich. Wenn es in der Wohnung zu warm wird, dann hilft im Sommer das Öffnen von zwei Fenstern – und zwar nur einen kleinen Spalt. Sofort wird Konvektion beziehungsweise Advektion eingeleitet, die zu einem permanenten Austausch unterschiedlich temperierter Luftmassen führt und die Temperatur in der Wohnung senkt. Oder haben Sie schon einmal zu Hause ein Strahlungsfenster geöffnet, wenn es zu warm wurde? Wenn Sie eine Dachluke öffnen und dazu eine Tür, denken Sie tatsächlich, durch die Dachluke entfleucht jetzt die infrarote Strahlung wie durch einen Notausgang? Zieht es dann deshalb so?

Behalten wir bei der Betrachtung immer den Fokus auf dem Treibhaus. Aus diesem jetzt herauszugehen, würde uns unpräzise werden lassen. Achten wir außerdem immer auf den zeitlichen Kontext, auf Ursache und Wirkung. Diese Feststellungen möchte ich für die weitere Analyse ausdrücklich hervorheben, denn sie weisen auf die tatsächlichen Kausalitäten hin.


Ursache und Wirkung

Auch der Schwede Svante Arrhenius war ein großartiger Forscher. Er untersuchte ebenfalls die Ursachen der Wirkung für die energetischen Zustände im Treibhaus und handelte als Wissenschaftler vorbildlich. Denn – wie schon gesagt – können unsere Alltagserfahrungen auch täuschen. Mit dem im 19. Jahrhundert gewachsenen Wissen über die Physik von Elementarteilchen war es – das meine auch ich – geradezu geboten, Phänomene aus einer dadurch ermöglichten neuen Sicht zu untersuchen.

Da man herausgefunden hatte, dass Energie stofflich in Gasen gebunden sein konnte und Veränderungen derer Eigenschaften mit Energieübergängen gekoppelt waren, lag es nahe, auch für einen so offensichtlichen Wärmespeicher, wie es das Treibhaus darstellt, das damals Offensichtliche, das Selbstverständliche (siehe weiter oben) zu falsifizieren. Das Wissen über die absorbierenden und emittierenden Eigenschaften von Gasmolekülen stand Fourier seinerzeit noch nicht zur Verfügung.

Zum Verständnis:


Weder erfand Arrhenius den Treibhauseffekt, noch entdeckte er ihn. Nein, er untersuchte ihn! Er untersuchte ihn auf seine Ursachen und deshalb benutzte er auch den Begriff. Er wendete ihn – und das völlig korrekt – in seiner tatsächlichen sprachlichen Inhärenz an.


Wie Fourier, so betrieb auch Arrhenius das, was man von Wissenschaftlern erwartet. Er betrachtete skeptisch, forschte, experimentierte, stellte Thesen und Theorien auf, änderte und verwarf sie. Er machte – zumindest aus meiner Wahrnehmung heraus – nicht den Eindruck zu glauben, dass er den Stein der Weisen und damit die unverrückbare Wahrheit gefunden hätte. Aber natürlich war es sein gutes Recht, eine modellhafte Analogie des Treibhauses zur Erdatmosphäre herzustellen. Er hat auch nie eine Theorie dazu aufgestellt, sondern Hypothesen – als Schlussfolgerungen seiner Untersuchungen – und mit diesen Berechnungen  durchgeführt (Hervorhebung durch Autor):

“Kohlenstoffdioxid könnte die ultraroten Wärmestrahlen des von der Erde abgestrahlten Lichts absorbieren und durch viel Kohlenstoffdioxid könnte sich das Erdklima aufheizen.” (9)

Das war ein Angebot, das Phänomen weiter zu untersuchen, nicht die Verkündung der Heilslehre einer atmosphärischen Erwärmung durch CO2. Und so – als Angebot – wurde es von seinen Zeitgenossen auch verstanden.

Arrhenius – so meine Kenntnisse – berechnete auf Basis seiner Hypothese eine Erwärmung der Luft im Treibhaus durch Infrarotstrahlung und übertrug das hypothetisch auf die Atmosphäre der Erde. Das hatte Jahrzehnte zuvor auch Fourier getan. Beide haben es – weil sie es nicht konnten – experimentell nie ausreichend geprüft. Die Praxis als Kriterium der Wahrheit fehlte und wurde erst später nachgeholt von Robert Williams Wood (10,a3) – wohlgemerkt für das Modell eines Treibhauses, nicht für eines der Erdatmosphäre. Dem Schweden war die Unvollkommenheit des von ihm beschriebenen Szenarios mit Sicherheit auch bewusst. Er wurde auch nicht wegen seiner Untersuchungen zum Treibhauseffekt mit dem Nobel-Preis geehrt. Die Berechnungen selbst können sehr wohl richtig gewesen sein. Was aber, wenn die eingegebenen Parameter falsch waren? Oder andere, wichtige Parameter in den Berechnungen gar nicht erst berücksichtigt wurden?


Der große Mangel im heutigen Mantra einer globalen Erwärmung durch Kohlendioxid besteht für mich daher auch darin, dass nur gerechnet wird. Computer werden mit Daten gefüllt und die Ergebnisse als Beweis einer Theorie postuliert. Das ist einfach kein wissenschaftliches Arbeiten.


Mathematik ist – na klar, das meine auch ich – unverzichtbar, doch ist und bleibt sie eine Hilfswissenschaft. Wir können sie – um den ehrbaren Stand der Mathematiker nicht zu verletzen – vielleicht auch Metawissenschaft nennen. Doch ist sie keine Naturwissenschaft. Mathematik und Modelle sind äußerst wertvolle “Spielzeuge”, um aus Komplexität abstrahieren und Aspekte erkennen und erklären zu können. “Spielzeuge” heißt aber auch, dass man die Modelle mit beliebig angepassten Algorithmen versehen und auch beliebig mit Daten füttern kann. Modelle sind nicht die Realität und schon gar nicht taugen sie als Beweis.

Fakt ist:

Weder von Fourier noch von Arrhenius wurde jemals eine Theorie über die Ursachen des Treibhauseffekts entwickelt – und schon gar nicht deren Ausweitung auf globale atmosphärische Prozesse. Sie schufen mit ihren Hypothesen nicht mehr und nicht weniger als die notwendige Voraussetzung, um solch eine Theorie in Angriff zu nehmen. Oder ihre Kreierung – weil schlicht nicht belastbar – zu verwerfen.

Wo ist also die Theorie?

Wo ist denn nun der Beweis für den Treibhauseffekt, der auf Strahlung beruht? Achtung, ich erinnere an präzise Sprache und frage nur nach dem Effekt, den der Name exakt beschreibt: den wärmenden Effekt in einem Treibhaus, einem bedeutend weniger komplexen Gebilde als unsere Erdatmosphäre, aber als Modell ungleich näher an der Realität als jedes Computermodell. Das auf seine Ursachen zu untersuchen und das klar und präzise zu beschreiben: Wo ist das Problem?

Wenn das geschehen ist. Wenn wir am Treibhaus – als einem möglichen, selbstredend sehr simplen Modell für die Atmosphäre – kristallklar herausgearbeitet haben, welchen Anteil Strahlung, vor allem die infrarote Strahlung, an dessen gewollter Aufheizung hat, dann – und nur dann – halte ich es für sinnvoll, eine Stufe an Komplexität nach oben zu steigen. Aber genau dort erlebe ich Funkstille – statt dessen beim hoch komplexen, dynamischen, chaotischen System der Atmosphäre die blanke Hysterie. Hallo? Hier stimmt doch was nicht!


Klimapolitik

Wenn ich die teilweise religiös, messianisch betriebene Eiferei der klimatösen Weltuntergangs-Propheten wahrnehme, fällt mir gelegentlich ein schlechter Witz ein:

Ein schwer beschäftigter “Klimaexperte” fährt nach einer anstrengenden Missionierung seines Publikums – einem finalen Vortrag, dem letzten von 20, vorgetragen auf drei Kontinenten, für den er viel Platz, Öffentlichkeit und Bonusmeilen bekam – relativ erschöpft beim Obst-Gemüse-Asiaten vorbei, um seine Bestände an frischem Obst aufzustocken. Nachdem er seinen SUV in zwei Meter Entfernung zum Obststand schräg in eine im Prinzip nicht vorhandene Parklücke gequetscht hat, fragt er den kleinen Verkäufer nach frischen Erdbeeren und erfährt, dass es neben den in doppelt Folie eingepackten – angereist von weit entfernten südlichen Gestaden – davon auch eine deutsche Variante im Angebot gibt. Eine, die sich unübersehbar frisch, wenn auch in einer unscheinbaren grauen Pappe dem Interessenten anbietet. Dankend lehnt er ab: “Ich nehme die spanischen, die deutschen kann ich mir nicht leisten.”.

Das ist auf die Spitze getrieben – sicher. Doch zeigt es das ganze Dilemma in dieser Gesellschaft, denn der Witz zeigt die Wahrheit, den seelenlosen, ideologisch durch konditionierten homo oeconomicus. Es ist die praktisch erlebbare, handfeste Klimapolitik, die halbherzig oder auch gar nicht diskutiert wird.

Wir alle können die zunehmend auf den Straßen walzenden SUV gar nicht übersehen. Und jeder “gute” Lebensmittel-Händler hat – sobald möglich – spanische Erdbeeren im Angebot. Er hat sie deshalb im Angebot, weil sie auch gekauft werden. Mindestens zweimal im Jahr fliegt dann der Erdbeer-Konsument auch zum Erdbeer-Produzenten. Wahrscheinlich, um persönlich nachzuschauen, wie weit der Grundwasserspiegel in Spanien dadurch gesunken ist? In der Zwischenzeit parkt er sein Monster – wegen der kurzen Wege, schon klar – in Parkdeck 17 eines jeden menschlichen Maßstab sprengenden Flughafengeländes. Genau das ist die aktuelle, alltägliche, unsere Klimapolitik.

Für die frischen Erdbeeren – auch hierzulande – wurden in Spanien Wälder gerodet und die kostbaren Grundwasser-Ressourcen angezapft. Das hat zu einer fortschreitenden Versteppung und Verwüstung der spanischen Landschaft geführt (12). Zur Verdunstung von Wasser ist Energie notwendig. Diese wird der Umgebungsluft entzogen. Wasser hat also eine enorme Bedeutung für die Verhältnisse vor Ort, denn es kühlt bei seiner Verdunstung.  Wenn Wasser zunehmend als “Kühler” entzogen wird, führt das folgerichtig zu einer Erwärmung im dort vorherrschenden regionalen Klima. Das ist jederzeit prüfbar und messbar. Dass sich regionale Klimata durch Misswirtschaft und grenzenlosen Konsum nachweisbar verändern, ist einer der Aspekte, der durch die CO2-Hysterie völlig zugedeckt wird.


Kein Mensch muss erst die Strahlungseffekte des sogenannten anthropogenen Treibhauseffekts verstehen, um zu begreifen, dass der konsumtechnische Alltag hierzulande völliger Irrsinn ist. Und alle reden davon, dass man etwas gegen den Klimawandel tun müsste.


Ja bitte, was hindert jene, Sie und mich denn daran!?

Daher ist mir zum Abschluss das hier sehr wichtig:


Skeptisch zu sein, unbequeme Fragen zur laufenden Klimadiskussion zu stellen, ist nicht gleichbedeutend mit einer Anti-Haltung gegenüber aktivem Tun. Es stellt keine Ablehnung dar, durch praktisches und kollektives Handeln uns und unseren Nachkommen eine für Menschen intakte Umwelt zu hinterlassen.


Sie bedingt es aus meiner Sicht sogar, weil wir uns dadurch von der Illusion befreien können, dass irgendwelche Experten, irgendwann für uns die Dinge schon in die Hand nehmen werden. Nie jemals haben es Eliten – Eliten, die das sind, weil wir es befördern – auch nur ansatzweise hinbekommen und das wird auch so bleiben. Auch Sie und ich wären in dieser Rolle dazu nicht befähigt. Doch können wir bereits jetzt, unverzüglich und jederzeit, jeder in seiner Rolle und nach seinen Möglichkeiten ins Handeln kommen – und darüber reden.

Zu beiden Aspekten gehört Überwindung und Mut. Wir werden rasch erkennen, dass wir viele Dinge erst einmal bei uns selbst hinterfragen dürfen und unsere Freiheit, die Natur und Menschen achtungsvoll zu behandeln viel größer ist, als uns suggeriert wird. Autonomes Handeln schließt gesellschaftliche Verantwortung ein. Es bedeutet, global zu denken und aber unbedingt auch selbst und aktiv zu handeln und zu kommunizieren.

Bleiben Sie daher auch weiterhin schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(a1) Diese für mich witzige Wortspielerei (Glashaus – Treibhaus) konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Eine Bitte um Verzeihung an eventuell “geleimte” Leser.

(a2) Da die Umdeutung sprachlicher Elemente im Sinne von Macht sicher kein exklusiv deutsches Phänomen ist, hat das vor unseren französischen Nachbarn natürlich keinen Halt gemacht. Auch dort wurde inzwischen der Treibhauseffekt – als Wort – seines natürlichen Inhalts beraubt (11).

(a3) Bezugnehmend auf die Experimente von Robert Williams Wood zu Arrhenius Hypothese, dass der Treibhauseffekt durch Treibhausgase verursacht wird, war ich ehrlich und positiv überrascht, dass dies von Wikipedia auch so gewürdigt wurde – einschließlich Woods Hinweis, dass sein Experiment einer präziseren Versuchsanordnung bedarf und nicht abschließend zu betrachten ist (Stand 2.5.2019, 22 Uhr). An dieser Stelle richte ich die erneute Bitte an die Leser, Quellen zu beschaffen, die auf solche eventuell stattgefundenen Folgeexperimente verweisen.

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Letzte Aktualisierung: 9.5.2019.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%A4chshaus; abgerufen: 2.5.2019, 19 Uhr

(2,3) https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%A4chshaus#Funktionsweise; abgerufen: 2.5.2019, 19:15 Uhr

(4) Georg Hoffmann; 25.6.2009; http://scienceblogs.de/primaklima/2009/06/25/geschichte-des-treibhauseffekts-von-herschel-zu-fourier/

(5,8) https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Fourier#Leben; abgerufen: 2.5.2019, 19:30 Uhr

(6) https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/526485; abgerufen: 2.5.2019

(7) Manfred Krieger; 28.11.2015; https://www.zeit.de/2015/48/treibhauseffekt-klimawandel-erderwaermung-klimagipfel

(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Svante_Arrhenius#Meteorologie_und_Geophysik; abgerufen: 3.5.2019, 12:15 Uhr

(10) https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt#Selektive_Transparenz; abgerufen: 2.5.2019, 22 Uhr

(11) https://fr.wikipedia.org/wiki/Effet_de_serre; abgerufen: 3.5.2019, 23:15 Uhr

(12) 22.6.2018; https://www.br.de/themen/wissen/wueste-ausbreitung-desertifikation-verwuestung-100.html

(b1) Bild eines Treibhauses mit französischem Untertext aus der französischsprachigen Wikipedia; https://fr.wikipedia.org/wiki/Serre; entnommen: 3.5.2019; Lizenz: Public Domain

(Allgemein) Treibhaus, Gewächshaus; Autor: thansi (Pixabay); August 2018; https://pixabay.com/de/photos/garten-sommer-natur-treibhaus-3558013/; Lizenz: Pixabay License

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