Der Iran im Fadenkreuz

Der Krieg des Westens gegen Syrien zielt auf dessen treuesten Verbündeten – den Iran.


Israel und weite Kreise des US-Establishments sind fortwährend dabei, den Iran als monströse Gefahr für den jüdischen Staat an die Bevölkerungen zu verkaufen, um diese für den nächsten Krieg weichzuklopfen. Wer die Wirtschaftskraft und das militärische Potenzial des Iran nur ein wenig kennt, ist sich rasch über die Absurdität der Vorwürfe gegen dieses Land im Klaren. Doch Rationalität ist nicht notwendig, wenn man Kriege gegen ungeliebte, vor allem ungehorsame Gesellschaften loszubrechen gedenkt. Jochen Mitschka hat in einem Rubikon-Artikel Nachforschungen betrieben.


Vorwort

Der Iran ist allenfalls eine Regionalmacht. Die personelle Größe seiner Armee und Paramilitärs täuscht darüber hinweg, dass der Iran einem konventionellen Krieg gegen Israel kaum gewachsen wäre. Die Ausrüstung ist zum großen Teil verschlissen und technologisch veraltet und die Ressourcen zur Modernisierung limitiert. Zumal dem zionistisch geführten Israel nahezu die komplette militärische und logistische Infrastruktur der Weltmacht USA in einem Krieg zur Verfügung stände. Die Wirtschaftskraft des Iran ist, gemessen am Brutto-Inlandsprodukt (BIP), ein Achtel so groß wie die Deutschlands.

Der Iran ist also sehr wohl angreifbar und weil das so ist, sieht das ziokonservative Klientel in Jerusalem und Washington reelle Möglichkeiten, den Iran zu destabiliseren. Das Sanktionsregime gehört dabei zum „Vorkrieg“ und hat dem Iran sichtbar geschadet. Parallelen zur Geschichte der jüngeren Kriege des Westens gegen den Irak sind unübersehbar. Doch das westliche Publikum wird seit Jahrzehnten mit der vermeintlichen Gefahr durch „radikal-religiöse Mullahs in Teheran“ konfrontiert.

Dass es eine recht starke Phalanx europäischer Wirtschaftsinteressen im Iran gibt, darf dabei als Glücksfall bewertet werden. Echter achtungsvoller Friedenspolitik ist das natürlich nicht gleichzusetzen, doch der Chor der Kriegstreiber ist damit deutlich gestört.

Seit wann konkrete Planungen für eine Aggression der USA gegen den Iran vorangetrieben werden und wie weit sie schon gediehen sind, hat Jochen Mitschka in einem spannenden Rubikon-Artikel erläutert, der hier in zwei Teilen weiterverbreitet wird. Dabei hat der Autor die Ereignisse der vergangenen Nacht (10./11. Mai 2018) bereits schlüssig vorhergesagt. Die schrittweise Eskalation des Krieges – seit Monaten vor allem seitens Israel vorangetrieben – hat gegen Syrien eine neue Stufe erreicht.

Doch stetig steigt auch der Preis für den Aggressor Israel. Syrien kann sich – mit Unterstützung der Verbündeten Iran und Russland – immer besser verteidigen.


Der nächste Krieg – Teil 1

5. Mai 2018, von Jochen Mitschka; Originalquelle: https://www.rubikon.news/artikel/der-nachste-krieg


Bei aller Aufregung über den angekündigten Angriff gegen Syrien ist der Iran das eigentliche Ziel der Aggression der USA. Der Iran ist weit weg und scheint für Deutsche keine so wichtige Rolle zu spielen. Das zeigt die geringe Anzahl von Kommentaren zu Artikeln, welche die Situation im Iran beschreiben. Dabei könnte sich in der Region der nächste große Krieg entwickeln, ausgelöst durch die üblichen Kriegslügen und begleitet durch das mediale Propagandagetöse gegen das Böse in der Welt.

Wenn am 12. Mai Präsident Trump den Atom-Deal mit dem Iran endgültig platzen lässt, und den unbeschränkten Wirtschaftskrieg auslöst, könnte eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt werden, die bereits in verschiedenen Manöver-Szenarien der USA beschrieben wurde, und in einem Atomkrieg enden. Passend dazu hört man die Nachrichten über die größten gemeinsamen Manöver der USA und Israels in der Geschichte, mit denen scheinbar ein Angriff gegen Syrien und den Libanon geübt wird, und über die Ernennung eines neuen Außenministers der USA, der schon länger fordert, Bomben auf den Iran zu werfen, sowie die Neubesetzung der CIA-Führung mit einer treibenden Kraft in den Folterprojekten der Bush-Ära.

Wie die Zeitung Independent schon im April 2017 berichtete, bereitet sich Israel auf einen neuen Angriffskrieg gegen den Libanon vor (1). Nun verlegen die USA für gemeinsame Übungen mit den Streitkräften Israels große Truppeneinheiten auf von Israel kontrolliertes Gebiet (2). Und um den Krieg medial vorzubereiten, erklärten die USA den militärischen Arm der wichtigsten Partei des Libanon, die Hisbollah, zur Terrororganisation, obwohl sie in Syrien genau das Gegenteil bewies, als sie erfolgreich gegen ISIS und Al-Kaida kämpfte. Und so folgt dieser Logik, dass der Generalsekretär der Hisbollah, Hasan Nasrallah, zum vorrangigen Tötungsziel Israels im nächsten Krieg erklärt wurde (3).

Da die Revolutionsgarden des Iran sich des gleichen „Vergehens“ schuldig gemacht haben, wurden sie auch gleich entsprechend bestraft, und der im Iran mit Abstand beliebteste General Qasem Soleimani (4) zum Chef einer Terrororganisation ernannt. Während die USA den Osten Syriens angegriffen und besetzt halten, die Türkei dabei ist, den Westen zu erobern, bereiten sich USA und Israel anscheinend darauf vor, Syrien in einen Dreifrontenkrieg zu verwickeln. Im Süden wird eine „Pufferzone“ eingerichtet, um außer den Golanhöhen weiteres Gebiet Syriens besetzen zu können und dabei auch im Libanon die Hisbollah zu bekämpfen.


Aber Ziel dieser Aggression ist nicht nur Syrien, sondern insbesondere der Iran, der durch seinen effektiven Kampf gegen den Terrorismus im Irak und in Syrien dort einen immer größeren Einfluss erhält.


Nun zum Iran selbst. Wie bereits in meinem letzten Artikel (4) erklärt, läuft am 12. Mai ein Ultimatum aus, mit dem die USA die europäischen Partner des Atomabkommens mit dem Iran zwingen wollen, den Vertrag dahingehend zu ändern, dass auch die Raketenentwicklung des Iran beschränkt wird. Was nicht nur für die Führung, sondern auch für die große Mehrheit der Bevölkerung des Landes (4) nicht akzeptabel ist. In der Folge, so erklärte Präsident Trump, werden die USA einen unbeschränkten Wirtschaftskrieg gegen den Iran verkünden, was erfahrungsgemäß schnell in einen heißen Krieg ausgeweitet werden kann.

Die Planungen

Das Szenario, welches sich hier manifestiert, wurde 2012 in einem Buch von Michael Chossudovsky (5) bereits angekündigt. Chossodovsky wurde von Wikipedia als „Verschwörungstheoretiker“ gebrandmarkt. Neben teilweise unbewiesenen Thesen stellt er jedoch nachweislich korrekte, quellenbasierte Informationen zur Verfügung; er weist auf einige Punkte hin, denen ich nachging, um sie zu überprüfen.

Das Buch beschreibt, wie der Aufbau von fortschrittlichen Waffensystemen zur Bedrohung des Iran seit dem Bombardieren und der Invasion des Iraks im Jahr 2003 vorgenommen wurde. Dies, so der Autor, wäre von Anfang an in Kooperation der USA mit der NATO und Israel vorgeplant gewesen.

„Nach der Invasion des Iraks identifizierte die Bush-Regierung den Iran und Syrien als die nächste Stufe auf der ‚Straße zum Krieg‘. US-Militärquellen machten bekannt, dass ein Luftangriff auf den Iran vergleichbar mit dem Luftkrieg sein könnte, mit dem die USA im März 2003 den Irak überfallen hatten. (…) Amerikanische Luftschläge gegen den Iran würden weit über den Umfang des Angriffs Israels auf den Atom-Reaktor im Irak im Jahr 1981 hinaus gehen. Der Angriff würde eher den ersten Tagen des Luftkrieges gegen den Irak ähneln“ (6).

Vorwände für präventiven Krieg

Chossudovsky stellt die Behauptung auf, dass die USA einen Atomschlag mit taktischen Nuklearwaffen planen und dafür zwei Rechtfertigungsgründe vorbereiten:

„1. Irans angeblicher Besitz von ,Massenvernichtungswaffen‘ (…) beziehungsweise spezifischer, sein angebliches Atomwaffenprogramm. 2. Irans angebliche Unterstützung eines ‚Islamistischen Terrorismus‘.“

Wie wir wissen, ist die nukleare Bedrohung seit dem Abschluss und der bestätigten Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus dem Atomvertrag kein ausreichender Grund für einen Präventivschlag. Dieser wurde durch Trump ersetzt durch die angebliche Bedrohung, die durch die Entwicklung der Raketentechnologie des Iran entsteht. Allerdings ist der Vorwurf zu schwach, um darauf einen Angriffskrieg zu begründen.

Nachdem nun aber die Kündigung des Vertrages von Seiten der USA als ausgemacht gilt, gehen immer mehr Analysten davon aus, dass der Iran wieder beginnen könnte, Urananreicherung zu betreiben, die potentiell die Möglichkeit des Bombenbaus beinhaltet. Was wiederum für die USA den ersehnten Kriegsgrund darstellt. Diese Entwicklung könnten die europäischen Länder verhindern, indem sie auf der Einhaltung des Vertrages bestehen, die Frage ist, ob sie genug Rückgrat gegenüber den USA haben werden.

Chossudovsky schreibt, dass es zwei miteinander verbundene Erklärungen geben würde, die integraler Teil der Propaganda- und Desinformationskampagne der Medien wären.

„Die ‚Massenvernichtungswaffen‘-Erklärung wird genutzt, um einen Präventivkrieg gegen einen Staat zu führen, der ‚Terrorismus unterstützt‘. Das heißt Länder wie Iran und Nord-Korea, die Massenvernichtungswaffen besitzen sollen. Iran wird als staatlicher Sponsor so genannter ‚nicht staatlicher Terror-Organisationen‘ identifiziert. Und diese würden angeblich auch Massenvernichtungswaffen besitzen und ein potentielles Atombombenrisiko in sich bergen. Terrororganisationen, die keine staatlichen Organisationen sind, werden als ‚Atommächte‘ dargestellt.“

Chossudovsky verweist auf offizielle Papiere der US-Regierung zum Vorgehen in der Region:

„Der Feind in diesem (langen) Krieg ist nicht eine traditionelle konventionelle Militärmacht, sondern ein verteiltes, globales terroristisches Netzwerk, das den Islam ausbeutet, um radikale politische Forderungen durchzusetzen. Diese Feinde haben die erklärte Absicht, Atomwaffen und biologische Waffen zu erlangen um hunderttausende Amerikaner und andere Menschen auf der ganzen Welt zu töten“ (7).

Im Gegensatz dazu werden übrigens Deutschland und Israel, die beide Atomsprengköpfe produzieren und/oder besitzen, nicht als „Atommächte“ angesehen (8).

Tirannt

Chossudovsky erklärt, dass der Codename der Kriegsplaner für einen Angriff auf den Iran im Mai 2003 TIRANNT war, Abkürzung für „Theater Iran Near Term“. Damals hätten Geheimdienstspezialisten und Strategen des Militärs ein großflächiges Szenario entworfen und analysiert, wie es sich in einem Irankrieg entwickeln könnte (9). Diese Szenarien identifizierten mehrere tausend Ziele innerhalb des Iran als Teil des „Blitzkrieges“:

„Die Analyse, genannt TIRANNT, für ‚Theater Iran Near Term‘ wurde mit einem Invasions-Manöver der Marine verknüpft, und einer Simulation der iranischen Raketenstreitkräfte. US und britische Planer führten etwa zur gleichen Zeit ein Manöver im Kaspischen Meer durch. Und Bush befahl dem US Strategic Command einen globalen Schlachtplan für einen Angriff gegen die iranischen Massenvernichtungswaffen zu entwickeln. All dies floss letztendlich in den neuen Kriegsplan für ‚wichtige Schlachtpläne‘ gegen den Iran ein, die Militärquellen jetzt (Anmerkung des Übersetzers: April 2006) als im Entwurf befindlich bestätigen.

Unter TIRANNT, haben die Armee und die Planer des US Central Command sowohl die kurzzeitigen als auch die langjährigen Auswirkungen eines Kriegsszenarios gegen den Iran untersucht. Darunter waren alle wichtigen Kampfeinsatzpläne, die Einzelheiten von Mobilisierung und Stationierung von militärischen Kräften, bis hin zu Nachkriegs-Operationen, die nach dem Regimewechsel für Stabilität sorgen sollen“ (9).

Chossudovsky erklärt, dass verschiedene Szenarien für einen Angriff auf den Iran durchgespielt wurden.

„Die US Armee, Marine, Luftwaffe haben vorbereitete Kampfeinsatzpläne und verbrachten vier Jahre damit Basen aufzubauen und für die „Operation Iranische Freiheit“ zu üben. Admiral Fallon, der neue Kopf des US Central Command, hat Computerplanungen geerbt, die unter dem Namen TIRRANT verwaltet werden“ (10).

Im Jahr 2004, so berichtet Chossudovsky, hätte beim Beginn der Pläne zu TIRRANT, Vizepräsident Dick Cheney USSTRATCOM den Befehl erteilt, einen ‚Notfallplan‘ auszuarbeiten, der eine großflächige Militäroperation gegen den Iran vorsieht, der im Falle eines weiteren Terroranschlages vom Typ 9/11 zum Zuge kommen soll. Womit die Regierung die Vorstellung darlegte, dass nur Teheran hinter einem solchen Komplott stehen könnte. Der Plan beinhaltete auch den Einsatz von Kernwaffen gegen einen Nichtatomstaat:

„Der Plan beinhaltet großflächige Luftangriffe gegen den Iran, und die Anwendung sowohl konventioneller, als auch Atom-Waffen. Innerhalb des Iran gibt es über 450 strategische Ziele, darunter viele vermutete Atomwaffenprogramm-Entwicklungs-Anlagen. Viele sind in Bunkern oder tief im Untergrund und könnten nicht mit konventionellen Waffen zerstört werden, woraus sich die Atomoption erklärt. Wie im Fall des Irak ist die Antwort nicht davon abhängig, dass der Iran tatsächlich in einen Akt des Terrorismus involviert ist, der gegen die Vereinigten Staaten von Amerika gerichtet ist.

Verschiedene höhere Luftwaffenoffiziere, die an den Planungen teilgenommen hatten, waren dem Vernehmen nach erschrocken über die Auswirkungen dessen, was sie taten. Dass man einen nicht provozierten Atomkrieg gegen einen Nicht-Atom-Staat plante. Aber niemand war bereit, seine Karriere Einwänden zu opfern“ (11).

Die militärische Road Map

Chossudovsky stellt die These auf, dass der Angriffsplan TIRRANT Teil eines größeren Prozesses wäre, der militärische Planungen und die Aufeinanderfolge von Militäroperationen vorsieht. Schon unter der Clinton-Regierung hatte es vom US Central Command (USCENTCOM) Kriegsszenarien gegeben, die vorsahen, zunächst den Irak, dann den Iran zu bekriegen. Der Zugang zum Öl des Mittleren Ostens war damals das erklärte strategische Ziel:

„Die weiter gefassten nationalen Sicherheitsinteressen und Ziele, die durch die Nationale Sicherheitsstrategie des Präsidenten (NSS) vorgesehen sind, so wie in der ‚Chairman’s National Military Strategy‘ (NMS), bilden das Fundament für die Kriegsszenarien des ‚United States Central Command‘. Die NSS enthält Voraussetzungen für eine Strategie der Dualkriegsführung gegen die bösartigen Staaten Irak und Iran, so lange diese Staaten eine Bedrohung für US-Interessen oder andere Staaten der Region, oder die eigenen Bürger, darstellen.

Die Dualeinsatzstrategie ist dazu geeignet, die Machtbalance in der Region aufrecht zu erhalten, ohne auf den Irak oder den Iran angewiesen zu sein. Die Kriegs-Szenarien von USCENTCOM basieren auf Interessen und fokussieren sich auf Bedrohungen. Der Zweck des US-Engagements wie in der NSS ausgedrückt, ist der Schutz der vitalen Interessen der USA in der Region, das heißt ununterbrochene, gesicherte Öl-Lieferungen aus der Golfregion an die USA und ihre Verbündeten“ (12).

Chossudovsky erklärt, dass der Irankrieg als eine logische Folge von Militäroperationen zu sehen ist. Der ehemalige NATO Kommandeur General Wesley Clark hatte über die Planungen dieser militärischen „Road Map“ erklärt, dass sie eine Abfolge von Ländern betreffen würde: ‚(Die) Planung der fünfjährigen Kampagne (beinhaltet) insgesamt sieben Länder‘. Beginnend mit dem Irak, dann Syrien, dem Libanon, Libyen, Somalia und dem Sudan:

„Als ich (Anmerkung des Übersetzers: Wesley Clark) im November 2001 zurück ins Pentagon ging, hatte einer der höheren Offiziere Zeit für einen Schwatz. Ja, wir waren noch dabei, den Irak zu erobern, sagte er. Aber da steckt mehr dahinter. Das wird als Teil eines Fünfjahresplanes diskutiert, sagte er, und da gibt es insgesamt sieben Länder, beginnend mit dem Irak, dann Syrien, der Libanon, Libyen, Iran, Somalia und Sudan“ (13).

Szenarien eines globalen Krieges

Im September 2006, so erklärt uns Chossudovsky, führten die USA ein Manöver durch, das einen Krieg gegen den Iran simulieren sollte. Im Gegensatz zu TIRRANT, war das Szenario von Vigilant Shield nicht auf den Iran beschränkt, sondern umfasste den gesamten Mittleren Osten. Sowie auch Russland, China und Nord-Korea. Nachdem der Iran immer näher an China und Russland rückte, um seine Selbständigkeit zu behalten, und in immer mehr regionale Organisationen eingebunden wurde, ist dieses Szenario noch wahrscheinlicher geworden als das von TIRRANT.

Diese Manöver, so Chossudovsky, die während der zweiten Amtszeit von Präsident Bush durchgeführt worden waren, wurden zur Grundlage der Iran-Politik der Obama Regierung. Diese Politik ist charakterisiert durch Bedrohung des Irans in Hinsicht auf seine Atom-Anreicherungsanlagen und neuerdings seiner Raketenentwicklungsprojekte, sowie eine Drohung gegen China, Russland und Nord Korea. Diese Simulationen eines Angriffs auf den Iran waren entscheidend für die Vorbereitungen der USA-NATO für den Krieg.

Die Details von Vigilant Shield 07 stammen aus einem Briefing im US Northern Command (NORTHCOM) vom August 2006 und waren der Washington Post zugespielt worden (14). Die Feinde in dieser Simulation waren Irmingham (Iran), Nemazee (Nord Korea) Ruebek (Russia), Churya (China). Chossudovsky zitiert dann aus dem Dokument:

„Die Manöver Vigilant Shield 07. Details und Abfolgen: Simulation eines Krieges mit Irmingham, Ruebeck, Churya, Nemazee (Iran, Russia, China, North Korea) # Weg zum Konflikt (RTC): 11. September – 15. Oktober 2006.“

Der Text enthält die Beschreibung, wie in der Region eine Spannung aufgebaut wird, die schließlich sogar zu Interkontinentalraketenabschüssen mit Atomsprengkörpern gegen die USA führt. In der Welle 2 wird von mehreren Raketen gesprochen. Ziel könnten auch Lager von strategischen Atomwaffen in Deutschland sein. Dies ist wie gesagt ein Manöver der USA, keine Verschwörungstheorie. Das Manöver erweckt den Eindruck, dass ein Atomkrieg beschränkt und beherrschbar bleiben konnte. Durch die neue Nukleardoktrin der USA erhält diese Einschätzung neue Aktualität.

Die neuen Falken der Trump-Regierung

War das Szenario unter Obama nur von Falken in Washington verfolgt und am Leben erhalten worden, wird es durch die erneute Verschärfung der Nukleardoktrin durch die Regierung Trump und die kürzlich erfolgte Neubesetzung der Position des Außenministers und der CIA-Spitze als wahrscheinlichste Entwicklung der nächsten Monate erkennbar. Der neue Außenminister ist ein Freund Israels und ein erklärter Gegner des Iran. Er hatte sich schon in der Vergangenheit für eine Bombardierung des Iran (und eine Ermordung Snowdens) (15) ausgesprochen und wird dieses Ziel als Außenminister weiter verfolgen können.

„Den Iran verglich Pompeo mit dem IS und warnte vor einer möglichen Kooperation zwischen dem Iran und Nordkorea, welche er als ‚wahres Risiko‘ beschrieb. Der Iran, so Pompeo, stelle durch das Nuklearabkommen ein Risiko für Israel dar. Das Abkommen ‚werde den Iran nicht davon abhalten, eine Atombombe zu bekommen‘. Israel und Netanjahu hingegen seien nach Pompeo der wahre Freund der Amerikaner. (…) Pompeo verteidigte frühere Fälle von Folter durch die CIA während der Präsidentschaft George W. Bushs und sprach sich für den Weiterbetrieb von Guantánamo aus, denn dieses sei ‚wichtig für die nationale Sicherheit‘. Snowden, so Pompeo, verdiene für seine Handlungen die Todesstrafe. Manning bezeichnete er als Verräterin“ (15).

Trump ist ein eifriger Verfechter der Wiedereinführung der Foltermethoden aus der Bush-Ära. Auf einer Pressekonferenz mit der britischen Premierministerin Theresa May erklärte er, dass nur der Widerstand von Mattis zwischen ihm und der Wiedereinführung des Folterprogramms stehen würde (16). Er sagte:

„Ich meine, Folter ist echte Folter, OK? Waterboarding ist – ich bin sicher, es ist nicht angenehm, aber Waterboarding ist kurz vor Folter.“

Die designierte neue CIA-Chefin Gina Haspel (auch „Bloody Gina“ genannt) wiederum ist ebenfalls eine Hardlinerin und war maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung des CIA-Folterprogramms beteiligt. Ihr Name ist mit den dunkelsten Momenten der schmutzigen Kriege der USA verbunden. Dexter Filkins hatte anlässlich ihrer Ernennung zur stellvertretenden Leiterin der CIA eine nette Liste von ihr zuzurechnenden Verbrechen veröffentlicht (17).

Sie war eine der leitenden Offiziere der CIA, die die Foltermethoden wie Schlafentzug, Einsperren in Särgen, Waterboarding und so weiter verbreiteten. Sie war zum Beispiel auch anwesend während der Verhöre von Abu Zubaydah, einem Al-Kaida Verdächtigen, der so brutal gefoltert wurde, dass er an einem Punkt klinisch tot erschien (18). Der Verdächtige wurde 83 Male mit Waterboarding „behandelt“. Er verlor zwar ein Auge in der Gefangenschaft, konnte aber keinerlei sachdienliche Hinweise für die Terrorabwehr liefern. Einzelheiten seiner „Behandlung“ unterliegen natürlich der Geheimhaltung wegen der „Nationalen Sicherheit“.

Diese neue Wahl des Außenministers und der Geheimdienstchefin deutet auf weitere Verschärfung der Aggressivität der USA hin, nachdem Trump nach Meinung einiger Analysten bereits die Außenpolitik in Krisengebieten weitgehend drei ehemaligen hohen Generälen überließ, was schon zu Vermutungen eines Militärputsches in den USA führte (20).

„Seine Generäle – der Chief of Staff John Kelly, der seinen Kopf hängen ließ, als Trump zweideutig über Nazis und Anti-Nazis redete, James „Verrückter Hund“ (Mad dog) Mattis, der Verteidigungsminister, und H.R. McMaster, der Nationale Sicherheitsberater – halten ihn als Geisel.“

Ich beschreibe das so ausführlich um klar zu machen, was uns die nächsten Monate bringen werden. Und keiner der europäischen „Partner“, oder sollten wir besser „Vasallen“ sagen, wird den Mut aufbringen, ernsthaft zu versuchen, die USA von ihrem Kriegskurs abzubringen. Wie erklärte noch Prof. Werner Weidenfeld, von 1987 bis 1999 Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, in einer Talk-Runde bei Beckmann:


„In zweitrangigen Fragen, nicht wahr, bei der wir nicht einer Meinung sind, da sagt die amerikanische Regierung regelmäßig ‚ und das passiert mit uns, wo bleibt die Dankbarkeit in der Geschichte? Wir haben die Freiheit und die Sicherheit der Deutschen erobert und behalten‘(sic), und so weiter. Wenn wir in einer ernsten Frage anderer Auffassung sind, dann kommt Geheimdienstmaterial auf den Tisch, das Deutschland belastet und entweder ihr macht mit, oder ihr seid…“ (19).


Die heiße Kriegsphase hat begonnen

Israel führte bis zum größten Luftschlag am 30. April 2018 immer wieder kleine Bombardierungen in Syrien gegen behauptete iranische Militäreinheiten, die man als Bedrohung für das Land ansah. Im Jahr 2018 waren das die Angriffe am 7., 9. und 10. Februar und am 9. April. Alle Angriffe hatte der Iran zähneknirschend über sich ergehen lassen. Aus mehreren Gründen.

Erstens wollte man nicht aus der Verteidigungsunion mit Russland ausbrechen, andererseits wusste man, dass Israel diese Provokationen mit inzwischen über 100 Toten bewusst eskalierte, um im Fall eines Zurückschlagens des Irans den USA einen weiteren Grund zu liefern, aus dem Nuklearvertrag – zu dem am 12. Mai die Entscheidung von Trump ansteht – auszusteigen und den unbeschränkten Wirtschaftskrieg zu beginnen.

Der Angriff am 30. April war so dramatisch, dass im Internet darüber spekuliert wurde, ob eine Kernwaffe eingesetzt worden war, oder ein so genannter Bunker-Brecher, eine Bombe, die zu den größten konventionellen Waffen gehört, die in den Arsenalen des Westens auf Einsatz wartet. Trümmerteile scheinen darauf hin zu weisen, dass eine der modernsten und stärksten US-Gleitbomben zum Einsatz gekommen ist.

Die Erschütterungen waren so heftig, dass Erdbebenmessgeräte noch in Nachbarländern anschlugen. Spätere Analysen des Angriffs wiesen darauf hin, dass Israel über den Irak und das von den USA besetzte Gebiet Syriens mit gefälschten Transponderangaben angeflogen waren, und dabei vortäuschten, US-Kampfflugzeuge zu sein. Was nun in der Zukunft Zusammenstöße mit US-Kräften sehr viel wahrscheinlicher erscheinen lässt.

Die offizielle Erklärung der israelischen Analysten und Journalisten für die wiederholten Luft-Angriffe (insgesamt fünf seit September 2017 und über 100 in den letzten Jahren) ist, dass Israel die Anwesenheit iranischer Streitkräfte in Syrien nicht akzeptieren könne.

Wir erinnern uns: Syrien wurde von durch den Westen, die Golfdiktaturen und Israel unterstützte Terrorbanden angegriffen und hat die Hisbollah des Libanon, den Iran und Russland um Hilfe gebeten, worauf diese Einheiten zur Terrorbekämpfung zur Verfügung stellten. Selbst israelische Kommentatoren stellten nun die Frage, ob es sinnvoll ist, einen so heftigen Krieg gegen Syrien zu führen, um auch den letzten iranischen Soldaten aus dem Land zu drängen.

„Ist das erklärte Ziel, alle iranischen Streitkräfte aus Syrien zu verbannen, überhaupt erreichbar, wie der Premierminister, der Verteidigungsminister und die Militärführung zu denken scheinen? Stellen sie überhaupt in Rechnung, dass Dinge schief gehen können, bis zu dem Punkt eines größeren Konfliktes, das einen weit höheren Preis kosten wird? Es hat keine wirkliche öffentliche Diskussion bisher darüber gegeben, und auch sind noch keine Streitigkeiten über die Politik, die sich im Norden abzeichnet, aufgetreten, nicht in der Regierung und nicht innerhalb der Sicherheitskräfte“ (21).

In einer Serie von Tweets äußerte sich der Al-Ackbar Journalist Firas al-Shoufi wesentlich kritischer. Er wies darauf hin, dass durch die gewählte äußerst starke Bombe gezielt Munitionsbunker angegriffen worden waren. Es gab Todesopfer sowohl unter den Syrern als auch den Iranern und zahlreiche Verletzte. Er schrieb dann weiter:

„Durch diese und frühere Luftschläge versucht Israel den Iran zu einer Reaktion zu provozieren, damit dadurch eine direkte Konfrontation mit den USA entsteht, kurz vor der Entscheidung der Vereinigten Staaten, eine formale Entscheidung über die Kündigung des Nuklear-Deals zu verkünden. (…) Israel versucht den Iran in Verlegenheit zu bringen. Wenn er zurück schlägt, wird er die Unterstützung der europäischen Staaten verlieren, was den Nuklear-Deal angeht, aber wenn der Iran nicht auf Israel antwortet, ist die Führung Israels in der Lage, die Regeln des Spiels auf dem syrischen Schlachtfeld zu bestimmen, und die Basen des Iran und seine militärische Stärke frei zu legen und abzutragen“ (22).


Teil 2 folgt in Kürze.


Quellen und Anmerkungen

Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

(1) Nicholas Noe, Why Israel and Hezbollah are heading for a new, devastating war in the Middle East, online: http://www.independent.co.uk/voices/new-war-middle-east-israel-hezbollah-lebanon-iran-syria-donald-trump-us-administration-conflict-a7670126.html Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(2) PressTV, US deploys troops to occupied territories for joint war games with Israel, online: http://www.presstv.com/Detail/2018/02/02/550985/Israel-United-States-war-games-Lebanon-Hezbollah-Syria Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(3) Cain Külbel, Israelischer Staatsterrorismus: Nasrallah ist Tel Avivs vorrangiges Tötungsziel im nächsten Krieg, online: https://deutsch.rt.com/meinung/61613-israelischer-staatsterrorismus-nasrallah-ist-tel-avivs-toetungsziel/ Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2014

(4) Jochen Mitschka, Die Iran-Manipulation, online: https://www.rubikon.news/artikel/die-iran-manipulation Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(5) Towards A World War III Scenario, Michael Chossudovsky, Global Research 2012, ISBN 978-0-9737147-5-3, online: https://store.globalresearch.ca/store/towards-a-world-war-iii-scenario-the-dangers-of-nuclear-war/ Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(6) Globalsecurity.org “Target Iran: Air Strikes”, online: http://www.globalsecurity.org/military/ops/iran-strikes.htm Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018. Nicht verifizierbar, ca. 6000 zitiert. Wikipedia schreibt zur Glaubwürdigkeit: „GlobalSecurity.org ist ein nichtkommerzieller Think Tank, dessen Team Analysen und Berichte zu sicherheitspolitischen Themen anbietet, insbesondere zu Streitkräften, Massenvernichtungswaffen, Nachrichtendiensten, zur inneren Sicherheit und zur Raumfahrt. Sie entstand im Dezember 2000 als Ableger der Internetpräsenz der Federation of American Scientists.(…) Gründer und Direktor des Instituts ist der Politikwissenschaftler John E. Pike. Nach Auffassung von Forbes zählt GlobalSecurity.org wegen seiner weitreichenden Analysen und der zur Verfügung gestellten Satellitenaufnahmen zu den besten Internetseiten.“

(7) US Department of Defense, 2006 Quadrennial Defense Review, Washington DC, 2006, http://www.defense.gov/qdr/report/Report20060203.pdf Nach dem Zitat heisst es weiter: „This war requires the U.S. military to adopt unconventional and indirect approaches. Currently, Iraq and Afghanistan are crucial battlegrounds, but the struggle extends far beyond their borders.“

(8) Deutschland produziert nicht für eigene Nutzung Kernwaffen, sondern deutsche Firmenkonsortien produzieren z.B. für Frankreich. Deutschland besitzt Atomwaffen (die aber nicht ihr Eigentum sind, sondern von den USA überlassen) im Rahmen der „atomaren Teilhabe“. Kritiker sehen das als (weiteren) Verstoß der USA und Deutschlands gegen den Atomsperrvertrag.

(9) William Arkin, Washington Post, 16.04.2006, The Pentagon Preps for Iran – Online: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2006/04/14/AR2006041401907.html Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018. Ergibt die Bestätigung der Aussage. Es ist ein längerer Artikel, der weitere Details enthält. Er bestätigt, dass bei Manövern in dem Zusammenhang kein Zweifel bestehen kann, dass der Iran gemeint war.

(10) The New Statesman, 19.02.2007, Americas Hottest Video Game TIRRANT ( Theater Iran Near Term ), online: http://afterthefuneral.blogspot.de/2007/02/americas-hottest-video-game-tirrant.html Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018, deutschsprachige Quelle: online: http://fluglaerm-kl.de/dl/luftpost_info-2007-02-24.pdf Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(11) Philip Giraldi, “Deep Background”, The American Conservative, August 2005, online: http://www.theamericanconservative.com/articles/deep-background/ Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(12) United States Central Command (USCENTCOM), Die beiden angegebenen Links waren nicht mehr aktiv. Eigene Recherchen: Ergaben über 3000 Nennungen der Kernaussagen. http://www.scribd.com/Ambassador%20Syed%20Ahsani/d/29241402-Untitled http://socioecohistory.wordpress.com/2010/08/19/Da die Originalquelle nicht mehr verfügbar ist, kann die Aussage nicht mehr überprüft werden. Praktisch alle Zitierungen scheinen sich auf den Artikel von Chossudovsky zu beziehen.

(13) Wesley Clark, Winning Modern Wars: Iraq, Terrorism, and the American Empire, New York, PublicAffairs, 2004 Seite 130. Sydney H. Schanberg “The Secrets Clark Kept What the General Never Told Us About the Bush Plan for Serial War”, The Village Voice, 30.09.2003. Eigene Recherchen: Online: http://www.youtube.com/watch?v=SXS3vW47mOE&list=FLbqbS-6Qz5HxXypmFVPEf8w&index=75&feature=plpp_video Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(14) William M. Arkin, „The Vigilant Shield 07 War Games: Scenario opposing the US to Russia, China, Iran and North Korea“, Washington Post, Blog, 06.10.2006. Online: http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=4730Eigene Recherche: In der Washington Post ist der Artikel verschwunden, http://blog.washingtonpost.com/earlywarning/war_games/  war aber vorhanden. Nachgedruckt in Chossodovskys Blog.

(15) Eric Thayer, ‚Bomb Iran & execute Snowden‘: Brief history of Pompe3o’s foreign policy rhetoric, online: https://www.rt.com/usa/421176-pompeo-iran-russia-snowden/Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(16) C-span.org, U.S.-British Relations President Trump hel a conference with British Prime Minister Theresa May, his first as president (…), online: https://www.c-span.org/video/?423004-1/president-trump-british-prime-minister-theresa-hold-news-conference&start=596 Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(17) Dexter Filkins, The new CIA Deputy Chief’s Black-Site past, online: https://www.newyorker.com/news/news-desk/the-new-c-i-a-deputy-chiefs-black-site-past Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(18) Dexter Filkins, How did abu Zubaydah lose his eye? Online: https://www.newyorker.com/news/news-desk/how-did-abu-zubaydah-lose-his-eye Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(19) YouTube, Jo Menschenfreund, Laengst keine Verschwoerungstheorie mehr, online: https://youtu.be/gpDlGRuybwY Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(20) Matthew Norman, Trump has been subject tot a military coup behind the scenes – this ist he beginning of the end for his presidency, online: http://www.independent.co.uk/voices/donald-trump-afghanistan-speech-military-troops-taliban-isis-president-military-coup-a7906741.html Seite zuletzt aufgerufen am 15.03.2018.

(21) Amos Harel, Analysis Syria Strike: Winds of War in Jerusalem – With Backing From Washington, 2018, online: https://www.haaretz.com/middle-east-news/syria/.premium-syria-strike-may-be-attempt-to-preempt-iranian-revenge-1.6036140 Seite zuletzt aufgerufen am 30.04.2018.

(22) Firas al-Shoufi, Details of the Israeli aggression against Iran in Syria, 2018, online: https://www.fort-russ.com/2018/04/details-of-the-israeli-aggression-against-iran-in-syria-video/ Seite zuletzt aufgerufen am 30.04.3018.

(Titelbild) F-22 Raptor; Kampfflugzeug; Autor: Tech. Sgt. Ben Bloker, United States Air Force; Datum: 1.12.2008; Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:F-22_flares.jpg; Lizenz: Public Domain

6 Kommentare

  1. @Ped sagt 15. Mai 2018 um 10:32 Uhr:

    Ja, dann!
    Scheint ja alles in bester Ordnung zu sein!

    Sie haben offensichtlich Recht. Nicht die Kapitalisten, die Politiker, die Journalisten sind die Bösen. Nein, wir alle sind die Bösen. Bisweilen sehe ich es ähnlich.

    Solange man den Menschen nach dem Mund redet ist alles wunderbar. Wehe man wagt es, seine eigene Meinung zu präsentieren, oder gar die Meinung des anderen in Teilen anzuzweifeln.

    Was sagt mir das? Lassen wir es, wie es ist. Es könnte schlimmer kommen!

    Herzliche Grüße und viel Glück,
    Thomas

    1. @Thomas H.

      Sie haben offensichtlich Recht. Nicht die Kapitalisten, die Politiker, die Journalisten sind die Bösen. Nein, wir alle sind die Bösen. Bisweilen sehe ich es ähnlich.

      Wenn ich sage 2+2=4, dann geben Sie mir Recht, dass 2+2=5 ist. Ich meine, dass Feindbilder (BÖSE), mit denen wir letztlich auf uns selbst zeigen, kaum hilfreich sind, um in Kooperation zu gehen und Sie geben mir Recht, dass ich meine, alle sind die Bösen. Warum tun Sie das? Sarkasmus Ihrerseits, sicher. Aber eben nicht nur. Ihre Argumentationsmuster – sie bringen mich etwas ins Grübeln.

      Grüße, Ped

  2. Das alles ist seit langem bekannt. Viele namhafte Politik- und Nahost-Experten haben die genannten Szenarien ebenfalls beschrieben. Warum lässt man es trotzdem zu? Ist die Macht des Friedens so dermaßen beschränkt? Wer hält die US-Machteliten auf? Ist das alles nur ein Abschnitt des großen Spiels einiger Psychopathen?

    1. Das alles ist seit langem bekannt.

      Wem ist es bekannt? Der Mehrheit in der deutschen Bevölkerung ist das überhaupt nicht bekannt.

      Warum lässt man es trotzdem zu?

      Wer ist „man“? Wenn Ihnen ersteres klar ist, dann können Sie auch die zweite Frage selbst beantworten.

      Ist die Macht des Friedens so dermaßen beschränkt?

      Erneut unbestimmt. Welchen Frieden meinen Sie? Und ja, natürlich ist Frieden immer beschränkt.

      Wer hält die US-Machteliten auf?

      Ist das Ihr Handlungsproblem? Dann weiterhin viel Spaß in der Reality Show.

      Ist das alles nur ein Abschnitt des großen Spiels einiger Psychopathen?

      Es ist unser aller Spiel (siehe oben).

      LG, Ped

      1. Guten Morgen Ped!

        Dass die Angloamerikanischen Eliten den Iran und damit die im Iran vorhandenen Rohstoffe als ihr Eigentum betrachten, ist seit Beginn der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts bekannt (vielleicht auch viel früher). Mossadegh konnte ein Lied davon singen!

        Außerdem hat Zbigniew Brzezinski dieses Szenario in seinen Interviews und Büchern mehrfach beschrieben.

        „Man“ ist die Völkergemeinschaft, und hier vor allem die UN. Auch wenn die UN durch die USA offensichtlich manipuliert wird, bleibt sie immer noch die einzige globale Organisation der Weltbevölkerung. Oder kennen Sie noch eine andere?

        Welchen Frieden? Gibt es mehrere? Allein das infrage zu stellen, ist der Beweis der erbärmlichen Beschränktheit von uns Menschen! Zu Frieden darf es keine Alternative geben. Allein die Akzeptanz von Krieg, die Einsicht in die vermeintliche Notwendigkeit macht diesen erst möglich. Wenn wir Menschen den Machteliten eine klare Absage an ihre Kriege erteilen würden, gäbe es keine Kriege. Aber dazu sind wir nicht in der Lage.
        Und wenn wir das schon infrage stellen, wie sollen wir jemals irgendwelche von Menschen gemachte Systeme ändern, oder wenigstens positiv beeinflussen?

        Sie haben Recht! Es sind nicht nur die US-Machteliten, sondern die Machteliten aller Nationen.

        Und nein, es ist nicht unser aller Spiel. Unsere Mittel sind viel zu beschränkt. Es ist das Spiel der Mächtigen. Derjenigen, die die Parlamente beherrschen, die das Volksvermögen unter sich aufteilen, die über ihre Medien ihre Meinung verbreiten. Und denen aufgrund ihres Reichtums Polizei und Militär unterstehen.

        Wir alle können keine Politiker kaufen. Wir müssten dafür einen Fond einrichten, in dem alle Menschen einzahlen, damit wir Politiker gefügig machen können. Uns allen gehört nur ein Bruchteil des Weltvermögens. Der größte Teil ist im Besitz einer Handvoll Machteliten. Dadurch ist unser Handlungsspielraum „ein wenig“ begrenzt. Über Medien brauche ich hier nichts zu sagen. Und wen Militär und Polizei unterstützt können wir täglich im TV beobachten (wobei die Bundeswehr sich noch zurückhält, aber da arbeiten die Machteliten dran).
        Das sind die Fakten. Und deshalb finden wir die Welt so vor, wie sie sich gerade darstellt. Natürlich kann man sich alles euphemistisch umschreiben.

        Ich bin seit mehr als 20 Jahren oft im Iran unterwegs. Ich kenne eine Menge Iraner, die Iran gerne als 51. Staat der USA sähen. Ich weiß aber auch, dass es im Iran eine große Kraft gibt, die den Amerikanern die Stirn bieten werden, und alles daran setzen werden, den Status Quo zu halten.
        (So Ambivalent geht es nicht nur im Iran zu!)

        Herzliche Grüße und viel Glück,
        Thomas

      2. @Thomas H.

        Sie weichen meinen Fragen aus.
        Was Ihnen und mir bekannt ist, ist der Bevölkerungsmehrheit eben nicht bekannt. Das umgeht Ihre verallgemeinernde Aussage.
        Irgendjemandem ist Irgendetwas immer bekannt. Also, was soll das?

        „Man“ ist die Völkergemeinschaft, und hier vor allem die UN.

        Das ist – so sehe ich das zumindest – nichts weiter als Neusprech. Es ist die Sprache des Systems, in dessen Kosmos Sie sich bewegen und an dem Sie sich, zumindest lassen Ihre Stellungnahmen das schließen, regelrecht festkrallen.

        WER ist die Völkergemeinschaft, WER ist die UN? Sie, ich? Ihre Nachbarn, Kollegen, Freunde? Menschen in geschundenen Nationen und Menschen, die – ohne sich dessen bewusst zu sein – auf Kosten anderer leben? Politiker, Unternehmer, Manager? Nein, ‚UN‘ und ‚Völkergemeinschaft‘ sind reine Sprechblasen der Propaganda und als solche wurden sie auch ins Leben gerufen. Es sind Sprachkonstrukte im Dienste der Macht.

        Welchen Frieden? Gibt es mehrere? Allein das infrage zu stellen, ist der Beweis der erbärmlichen Beschränktheit von uns Menschen!

        Es gibt Ihr Verständnis von Frieden und es gibt mein Verständnis von Frieden. Und die unterscheiden sich deutlich. Ja, ich stelle in Frage, dass es DEN Frieden gibt. Woher nehmen Sie die Gewissheit des Absoluten?
        Warum ist Beschränktheit für Sie erbärmlich? Sie reden von anderen, zeigen aber auf sich, ist Ihnen das bewusst? Weil Menschen keine Götter sind, sind sie nunmal beschränkt. Die Beschränktheit und Fehlbarkeit ist auch der Reichtum des Menschen. Deshalb sind SIE reich und ich bin es auch, man darf sich dessen gern mal bewusst werden. Menschen scheitern an Ihren überzogenen, göttlichen Ansprüchen und Sie scheitern an den Ihren.

        Wenn wir Menschen den Machteliten eine klare Absage an ihre Kriege erteilen würden, gäbe es keine Kriege.

        Und wieder stehlen Sie sich heraus, so empfinde ich das zumindest. Wer geht denn in die Kriege? Die Eliten? Alle regen sich auf und alle machen mit, warum? Weil sie alle müssen? Sie sagen, dass Sie eh nichts gegen das System tun können und machen also mit. Sie sagen auch allen anderen, dass es keinen Sinn hat und Sie sich überhaupt nicht erst an Veränderungen wagen brauchen. Sie brechen dem Mut der Menschen die Spitze ab und führen sie damit zurück in die Ängste.

        Über was beschweren Sie sich dann?

        Wieviele Menschen sind dafür verantwortlich, dass deutsche Truppen im Baltikum, in Afrika, im Nahen Osten und sonstwo agieren und Deutschland einer der weltweit größten Rüstungsexporteure ist? Es sind Millionen! Nur in Deutschland. Und alle müssen. Wie auch alle schlüssig begründen, warum sie dazu gezwungen sind. Und alle zeigen auf die anderen; am besten auf die BÖSEN Kapitalisten, die BÖSEN Politiker, die BÖSEN Journalisten. Ganz toll.

        Frieden ja, aber unsere Feindbilder erhalten wir uns natürlich. Auch beim Frieden gibt es rote Linien, nicht wahr? Krieg um des Friedens Willen?

        Das Beschweren über Politiker sehe ich als Ausrede, es ist der eine Finger, der entgegengesetzt zu den drei anderen zeigt. Die drei anderen Finger sieht man nicht, aber sie sind vorhanden. Das ist Selbstbetrug.

        Natürlich kann man sich alles euphemistisch umschreiben.

        Euphemismus ist eine Bewertung und im Großen eine Lebensart. Sie, Thomas, lassen sich runter ziehen und ziehen damit andere herunter. Das ist daher kein Skeptizismus sondern fühlt sich eher an wie ein versteckter Ruf, nicht aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Es ist zwar Scheiße, aber wir haben uns halt dort einigermaßen eingerichtet.

        Und deshalb finden wir die Welt so vor, wie sie sich gerade darstellt.

        SIE finden die Welt so vor, wie sie sich IHNEN darstellt. Mir stellt sie sich anders dar.

        Ihrer Einschätzung zur Ambivalenz gesellschaftlicher Prozesse (am Beispiel des Iran) stimme ich zu.

        Freundliche Grüße, Ped

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