Ein Appell an Jene, die sich zu Tätern machen lassen.


Sie exekutieren die Order des Systems. Sie prügeln, quälen, erfassen, erniedrigen und verfolgen friedfertige Menschen. Sie kesseln ein, sie stören genehmigte Demonstrationen. Ja, zahllose Videos belegen die Exzesse. Aber sie sind in großer Zahl auch Opfer in Uniform.


von Wolfgang Jeschke

Es stockt einem der Atem, wenn man auf den friedlichen Demonstrationen die Gewalttaten von Uniformierten miterleben muss. Es sind in großer Zahl Gewaltexzesse gegen Menschen, die nichts anderes fordern, als die Gewährung der unveräußerlichen Menschenrechte.

Großmütter – mit dem Grundgesetz in der Hand – werden mit dem Wasserwerfer in den Rinnstein gespült, Menschen geschubst, zu Boden gerissen, zusammengetreten, zusammengeschlagen, mit Knüppeln, Fäusten und Ellenbogen traktiert. Es fließt viel Blut. Eine Kollegin wurde im November in Berlin von einem Uniformierten von hinten niedergeschlagen und getreten. Sie ist 1,60 klein und wiegt 55 Kilo. Sie dokumentierte eine Demonstration für die Freiheit und gegen die Gewalt. Sie stand nur da und filmte.

Die in zahllosen Videos dokumentierten Gewaltexzesse gegen die bürgerliche Freiheitsbewegung belegen eindrucksvoll die Unverhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel in ganz Europa und der Welt. Dabei scheinen auch in Deutschland immer wieder dieselben Einheiten der Uniformierten besonders häufig durch ein Übermaß an Gewalt aufzufallen. Es scheint, als seien sie beauftragt, mit besonderer Härte vorzugehen, um eine Gegengewalt ihrer Opfer in der Notwehr zu provozieren – womit sich dann wiederum der nächste Exzess „rechtfertigen“ ließe. Aber die Bewegung ist friedlich. Es ist dem System bislang nicht gelungen, eine Gewaltspirale zu provozieren. Die Eskalation kommt fast immer von den Uniformierten.

Jeder Faschismus hat seine willigen Schläger in Uniform. So auch der aktuelle Transformationsfaschismus. Es gibt diese Menschen, die nur zu gerne die Macht der Uniform ausnutzen, und sich an ihren Gewalttaten befriedigen. Und es gibt die Tätergruppen, die quasi einen Wettbewerb der Grausamkeiten veranstalten, indem sie sich ihrer Taten rühmen. Besonders grotesk ist dabei die immer wieder zu beobachtende und dokumentierte Tatsache, dass Polizisten sich zur Stärkung in ihren Arbeitspausen zwischen ihre Einsatzwagen zurückziehen und dann ohne Maske und Abstand dicht bei einander stehen – was natürlich begrüßenswert ist, aber die Frage aufwirft, wie sich das mit ihrer Maßnahmendurchsetzung verträgt.

Jeder Faschismus hat seine Mitläufer. Viele Uniformierte machen ihren Job und werden sich in der Aufarbeitung der Ereignisse auf einen Befehlsnotstand berufen – die Geschichte wiederholt sich immer und immer wieder. Sie vermeiden es, Teil der Gewaltextremisten ihrer Zunft zu werden. Aber sie machen mit und stützen dabei das rechtswidrige Verhalten ihrer Kollegen, das seit März 2020 das Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung massiv verändert hat. Und sie stützen damit das System. Jeder Mitläufer hat seine persönlichen Gründe: Gleichgültigkeit, Kadavergehorsam, aber auch Angst vor Ausgrenzung, Jobverlust, schiere Existenzängste.

Dabei wären Polizisten berechtigt und verpflichtet, die Ausführung rechtswidriger Befehle zu verweigern. Einige tun es bereits. Sie remonstrieren. Ihre Zahl wächst. Andere Polizisten machen Dienst nach demokratischer Vorschrift und unterlassen oder unterbinden unverhältnismäßige Gewalt und halten ihre Kollegen zu verhältnismäßigem Handeln an. § 36 BeamtStG regelt, wann ein Beamter die Ausführung von Befehlen verweigern muss und welches Verfahren anzuwenden ist.

Gesetz zur Regelung des Statusrechts der Beamtinnen und Beamten in den Ländern (Beamtenstatusgesetz – BeamtStG)
§ 36 Verantwortung für die Rechtmäßigkeit

(1) Beamtinnen und Beamte tragen für die Rechtmäßigkeit ihrer dienstlichen Handlungen die volle persönliche Verantwortung.

(2) Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit dienstlicher Anordnungen haben Beamtinnen und Beamte unverzüglich auf dem Dienstweg geltend zu machen. Wird die Anordnung aufrechterhalten, haben sie sich, wenn die Bedenken fortbestehen, an die nächst höhere Vorgesetzte oder den nächst höheren Vorgesetzten zu wenden. Wird die Anordnung bestätigt, müssen die Beamtinnen und Beamten sie ausführen und sind von der eigenen Verantwortung befreit. Dies gilt nicht, wenn das aufgetragene Verhalten die Würde des Menschen verletzt oder strafbar oder ordnungswidrig ist und die Strafbarkeit oder Ordnungswidrigkeit für die Beamtinnen oder Beamten erkennbar ist. Die Bestätigung hat auf Verlangen schriftlich zu erfolgen.

(3) Wird von den Beamtinnen oder Beamten die sofortige Ausführung der Anordnung verlangt, weil Gefahr im Verzug besteht und die Entscheidung der oder des höheren Vorgesetzten nicht rechtzeitig herbeigeführt werden kann, gilt Absatz 2 Satz 3 und 4 entsprechend. Die Anordnung ist durch die anordnende oder den anordnenden Vorgesetzten schriftlich zu bestätigen, wenn die Beamtin oder der Beamte dies unverzüglich nach Ausführung der Anordnung verlangt.

https://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__36.html sowie https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__63.html

Beamte sind für die Rechtmäßigkeit ihres Handels vollumfänglich persönlich verantwortlich. Daraus resultiert auch ein Haftungsanspruch von Opfern gesetzwidriger polizeilicher Handlungen (https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__839.html). Jede polizeiliche Handlung, die das Verhältnismäßigkeitsgebot verletzt, ist per se rechtswidrig – auch wenn die gerichtliche Verfolgung der polizeilichen Vergehen und Straftaten nicht einfach ist, weil die Opfer sich hier einer geschlossenen Wand von Staatsbediensteten – Polizisten, Staatsanwälten und Staatsgerichten – gegenübersehen.

Wenn ein Polizist einen Demokraten überwältigt hat und dieser sich nicht mehr wehren kann, der Polizist aber weiter Gewalt ausübt, müssen seine Kollegen eingreifen, sie müssen die Gefahr vom Opfer abwenden und diese Tat als Straftat bewerten und entsprechend verfolgen – wenn sie sich an Recht und Gesetz halten. Die meisten aber dulden den Gewaltexzess ihrer Gruppenmitglieder und sind somit Teil der Gewalt und nach gängiger Auffassung auch Mittäter durch Unterlassen. Denn: Sollte ein Polizist einem Opfer von Gewalt nicht zur Seite stehen? Ist das nicht eine wesentliche Aufgabe der Gefahrenabwehr?

Es trifft den Polizeibeamten eine Garantenpflicht. (Garantenstellung Polizei: https://www.iurastudent.de/content/bb-strafverfolgungsbeamte-staatliches-aufsichtspersonal-und-umweltbeamte-als-garanten).

Damit trifft ihn auch § 13 StGB: „Begehen durch Unterlassen“. (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__13.html;.

Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
(1) Von mehreren möglichen und geeigneten Maßnahmen haben die Ordnungsbehörden und die Polizei diejenige zu treffen, die den einzelnen und die Allgemeinheit voraussichtlich am wenigsten beeinträchtigt.
(2) Eine Maßnahme darf nicht zu einem Nachteil führen, der zu dem erstrebten Erfolg erkennbar außer Verhältnis steht.
(3) Eine Maßnahme ist nur solange zulässig, bis ihr Zweck erreicht ist oder sich zeigt, daß er nicht erreicht werden kann.

Quelle: ASIG Berlin: https://cdn.website-editor.net/a93630c009e74167a379c8e8b643de10/files/uploaded/asog_stand_sept_2004.pdf

Jeder polizeiliche Gewaltexzess verstößt gegen das Gebot der Verhältnismäßigkeit. Die meisten Gewalttaten sind bereits in ihrer Grundanlage rechtswidrig, weil sie nicht geeignet sind, ihren vermeintlichen Zweck zu erreichen oder gar keinen legalen Zweck verfolgen. Was erreicht die Polizei, wenn sie sich während einer Demonstration eine kleine Gruppe Demokraten aussucht, diese zusammenprügelt und erkennungsdienstlich behandelt? Was ist der Zweck? Was ist die Folge?

Es ist völlig sinnlos und willkürlich. Denn es werden hier nicht etwa gewalttätige Demonstrationsteilnehmer wegen strafbarer Handlungen oder einer Gefährdungslage ergriffen, sondern Exempel an friedfertigen Menschen statuiert. Es geht offenbar darum, die demokratische Bewegung durch Angst und Verfolgungsdruck zu stören und die Bürgerinnen und Bürger von einer Teilnahme an friedlichen Protesten abzuhalten. Ohne Zweck und Sinn ist die polizeiliche Handlung rechtswidrig – weil unverhältnismäßig. Die ausführenden Beamten sind persönlich für Schäden haftbar, die als Folge der unrechtmäßigen Polizeihandlung entstanden sind

Im Namen der antiviralen Volksgesundheit wird seit 20 Monaten täglich Gewalt ausgeübt, die nicht selten zu Körperverletzungen führt, fast immer aber zu seelischen Schäden, psychischen Belastungen und Freiheitsberaubungen. Um angeblich einen imaginären Gesundheitsvorteil (mittels Durchsetzung der Corona-Verordnungen und ihrer widersprüchlichen und nicht evidenzbasierten Regelungsinhalte) zu erreichen, wird die Gesundheit gefährdet und beschädigt.

Dass eine „Ansteckungsgefahr“ im Außenbereich nicht gegeben ist, wurde hinreichend belegt. Insofern sind auch Abstandsregelungen und Maskenzwang hier reine Schikane und Verfolgungsanlass. Und selbst wenn nicht, wäre deren gewaltsame Durchsetzung mit Gefahr für Leib und Leben der Menschen, die sich nach der Demonstration wieder ohne Maske bewegen dürfen, völlig sinn- und zwecklos. Aber es geht ja nicht um Gefahrenabwehr. Es geht um Unterwerfung.

Verhältnismäßigkeit: Um einen Demokraten zu befragen, ist es nicht erforderlich, ihn mit drei Mann zusammenzuschlagen. Das gewaltsame Aufzwingen einer nachweislich nutzlosen Maske kann – außer der Demütigung und Durchsetzung von Gewalt – gar keinen Nutzen entfalten. Denn selbst, wenn man an die „Ansteckung“ im Freien mangels besseren Wissens glauben sollte, wäre ein Abstand sicherer als eine brutale Auseinandersetzung mit körperlichem Kontakt. Aber es geht ja nicht um Gesundheit. Es geht um Unterwerfung.

Wenn ein Demokrat bäuchlings und blutend auf dem Gehsteig liegt und längst keine Abwehr- oder Notwehrwehrhandlungen mehr zeigt – ist es dann verhältnismäßig, ihm mit dem Knie ins Kreuz zu springen oder ihm gegen den Kopf zu treten? Kann es hier zwei „Meinungen“ geben?

Was ist das Ziel, was ist der Zweck einer Handlung, bei der Uniformierte friedliche Demokraten im Vorbeigehen einfach umrempeln und niederschlagen?  Was soll damit erreicht werden? Strafe? Nein – die darf nur ein Gericht verhängen, wenn eine entsprechende Tat vorliegt und Schuld bewiesen wurde. Gefahrenabwehr? Gesundheitsförderung? Eher nicht. Was also ist das Ziel dieser polizeilichen Gewalt? Es geht um Unterwerfung.



Dies ist ein Standbild eines Videodokumentes. Ein Demonstrant wird abtransportiert. Er ist durch mehrere Beamte fixiert. Ein Beamter reißt ihn an den Haaren. Ein weiterer Polizist rammt dem wehrlosen Mann sein Knie von vorne in das Gesicht. Diese Handlung war unter jedem Gesichtspunkt völlig überflüssig, rechtswidrig und hochgradig gefährlich für das Opfer. Wir verzichten bewusst auf die Darstellung vieler solcher Gewalttaten, denn es geht hier nicht darum, Personen anzuklagen und die Stimmung aufzuheizen, sondern darum, das Gewaltphänomen zu verdeutlichen und Beteiligte zu sensibilisieren. Ein Bild sollte hierzu exemplarisch genügen.


Die Uniformierten sind Teil eines Krieges gegen etwa ein Viertel der Bevölkerung. Sind aber alle Polizisten Gewalttäter? Nein, natürlich bei weitem nicht. In großer Zahl bemühen sich Uniformierte im ganzen Land darum, Eskalationen zu vermeiden. Und in sehr großer Zahl sind Uniformierte aufgeklärt und leben in einem extremen Dilemma. Sie müssen Maßnahmen durchsetzen, deren Sinnlosigkeit sie längst erkannt haben. Sie müssen Kindern ohne Maske an Bushaltstellen auflauern und in Restaurants den „Impfstatus“ der Gäste überprüfen, sie stürmen Garagenpartys von Jugendlichen und verfolgen Spaziergänger in der Innenstadt, messen mit Zollstöcken den Abstand von Personen im öffentlichen Raum. Und im schlimmsten Fall sollen sie Demokraten verprügeln. Sie sollen sich zudem – wie alle anderen auch – mit einer Flüssigkeit gentherapeutisch behandeln lassen, deren Risiken sie kennen und deren Wirkungslosigkeit sie mittlerweile verstanden haben.

Are Cops All Bastards? Sind Polizisten schlechte Menschen?

Die schwarzweiße Sichtweise im Sinne eines ACAB („All Cops Are Bastards“) ist völlig unangemessen und beinhaltet eine radikale, undifferenzierte sprachliche Gewalt. Auch wenn die Freiheitsbewegung sehr unter den Gewalttaten der Uniformierten zu leiden hat und die Uniformen die damit bekleideten Individuen unkenntlich machen, muss sie erkennen, dass in zunehmender Zahl unter vielen Uniformen bei Polizei, Bundeswehr, Bundesgrenzschutz die Herzen von verzweifelten Opfern schlagen. Wenn die Freiheitsbewegung das versäumt, bedient sie die gewollte Spaltung der Gesellschaft an dieser Stelle.

Polizisten sind einerseits Maßnahmenopfer wie alle anderen Menschen auch (die verantwortlichen Pseudoeliten mit ihren Privilegien einmal ausgenommen). Sie sind aber auch Opfer des Dilemmas, Befehle ausführen zu sollen, die gegen ihren Eid, gegen Recht und Gesetz und gegen ihre innersten Überzeugungen sind.

Zusätzlich erleben sie in ihren Einheiten bisweilen einen besonders hohen Anpassungs- und „Impf“-Druck. Und natürlich stehen auch tausende Polizisten unter einer hohen wirtschaftlichen Belastung. Denn auch sie haben nicht abgezahlte Kredite, Kinder in Ausbildung oder Eltern, die Unterstützung brauchen. Das System hat auch sie in Abhängigkeiten verführt, die ihnen jetzt zum Verhängnis werden.

Das engt den emotionalen Spielraum für eine Befreiung ein. Wehrlos sind sie jedoch nicht. Sie können sich zu erkennen geben, sich zusammenschließen, sich existierenden demokratischen Gruppierungen anschließen und die ihnen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel ausschöpfen. Und die Freiheitsbewegung kann sich bemühen, die vielen guten Menschen in Uniform zu erkennen, in den Kontakt zu ihnen gehen und die Spaltung vermeiden. In einigen Ländern haben bereits Hundertschaften den Krieg gegen das Volk verweigert. Sie haben erkannt, was sie sind: Opfer in Uniform.

Nachtrag von Peds Ansichten und passend zum Thema: http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2021/an-die-bundespolizeiinspektion-hannover/comment-page-1/#comment-21511


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Wolfgang Jeschke wurde unter dem gleichen Titel (https://laufpass.com/corona/opfer-in-uniform/) original auf der Online-Plattform Laufpass – Das Magazin für Nachdenkliche in bewegten Zeiten veröffentlicht. Die Republizierung auf Peds Ansichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung des Autors; vielen Dank, Herr Jeschke! Alle Rechte bleiben beim Autor.

(Titelbild) Polizei, Streife, Kontrolle; Autor: useche70 (Pixabay); 16.02.2019; https://pixabay.com/photos/security-europe-policeman-4004236/; Lizenz: Pixabay License

43 Gedanken zu „Opfer in Uniform“
  1. Ich möchte bezüglich dieses wichtigen und seit längerem überfälligen Artikels auf die unangebrachte Verwendung des Begriffs „gentherapeutisch“ hinweisen. Ich beobachte das in letzter Zeit vermehrt auch bei vielen alternativen Medien, wie z.B. beim Blauen Boten. Die Bedeutung von „Therapie“: Von gr. Therapeia, was so viel wie Heilung oder Behandlung bedeutet – siehe Wikiblödia – aber vor allem mit Heilung assoziiert wird, also der Verbesserung eines, das gesundheitliche Wohlbefinden betreffenden Zustandes.
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    Bei der Genspritze haben wir es aber weder beabsichtigt noch im Resultat, auch nicht im weiteren Sinne, mit einer Heilung zu tun. Es handelt sich um ein Experiment mit weitgehend ungetesteten, die genetische Erbinformation verändernden Substanzen, also um ein „Gentechnisches Experiment“ und eben nicht um eine Gentherapie. Bei einem Experiment weiß man nicht, wie das Ergebnis aussehen wird, was bezüglich des Genexperiments auch die Inkaufnahme von schweren Verletzungen und Toten beinhaltet. Bei der Therapie weiß man in Voraus, dass zumindest keine Verschlechterung durch die Therapie eintreten wird, sonst würde man sie nicht anwenden. Die Bezeichnung Gentherapie oder gentherapeutische Behandlung ist hier irreführend und verharmlosend, was von Seiten des Autors sicher nicht beabsichtigt war. Ich würde das als einen Mangel an Achtsamkeit betrachten.
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    Was die Gewaltexzesse der Polizei angeht, ist es eigentlich die übliche, die eigene Machtposition schützende Vorgehensweise eines jeden Unrechtsystems. Gandhi hat immer davon gesprochen, dass es wichtig ist, das Unrecht durch sein eigenes Verhalten sichtbar zu machen, also die Gewalt, die in unterschiedlichsten Formen daherkommen kann, in gewisser Weise auch herauszufordern, um die Gegenseite immer wieder zu Rechtsverstößen zu provozieren, ohne sich dabei selbst ins Unrecht zu setzen. Diese PLandemie lässt sich nämlich nur mit Rechtsverstößen aufrecht erhalten. Das diese Rechtsverstöße nicht unbemerkt bleiben, sondern sichtbar werden, dazu können wir alle beitragen.

      1. Danke Manuela, für den Hinweis auf die Ausführungen von Katy Pracher-Hilander!
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        Was nützt dem Widerstand von einer psychologischen Perspektive aus gesehen? Wie können Menschen motiviert werden, ins Handeln zu kommen? Wie erreiche ich die „andere Seite“ unserer gespaltenen Gesellschaft? Welche Denkmuster sollten bei allen durchbrochen werden? Auf diese und weitere Fragen antwortet die Wirtschafts- und Sozialpsychologin Katy Pracher-Hilander in gewohnter Klarheit. Damit liefert sie wieder neue Ideen und Ansätze, die im Kampf für Freiheit und Demokratie von nutzen sein könnten. Ebenso ruft Pracher-Hilander klar dazu auf, JETZT Widerstand gegen diese Willkürherrschaft zu leisten und möchte alle zu echter Solidarität motivieren.

        Katy Pracher-Hilander, einer der Publikumslieblinge bei AUF1, gibt hier für den Widerstand und für die Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins, wichtige psychologische Tips, die jeder von uns sofort nutzen bzw. umsetzen kann.
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        Sie warnt aber auch unmissverständlich davor, sich einlullen zu lassen und zu glauben, dass sich alles irgendwie von selbst auflösen wird. Das Zeitfenster ist eng begrenzt, sagt sie – hier bezogen auf Österreich, aber so ähnlich wohl auch für Deutschland gültig -, und es blieben lediglich noch zwölf Wochen, bis zum 1. Februar 2022. Das wäre die Zeit, innerhalb der noch eine Veränderung möglich wäre. Danach sei es zu spät. Dann hätten wir soviel zugelassen, dass kein zurück mehr möglich sei…
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        https://auf1.gegenstimme.tv/w/nc74p1D5FcHnn2nujxJWcC

  2. Wir werden immer stärker:
    https://corona-blog.net/2021/12/19/bundesweite-proteste-gegen-die-impfpflicht/
    „Bundesweite Proteste gegen die Impfpflicht
    Wir haben euch heute in einem Beitrag, die uns bekannten Versammlungen vom 18.12.2021 zusammengefasst. Orte wie Regensburg, Reutlingen, Pforzheim, Neumarkt i.d.Opf., Plauen, Bamberg, Freiburg, Chemnitz, Biberach, Ansbach, Aachen, Bielefeld, Flensburg, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Karlsruhe, Schwerin, Cottbus und Nürnberg waren auf der Straße. #Impfpflichtohneuns“

    Jedes unmenschliche System schafft sich skrupellose, brutale Hilfstruppen. Das fängt damit an, dass man die Büttel von weiter herholt, um mögliche Verbundenheit mit den zu schikanierenden Gruppen auszuschließen. Dann werden diese Truppen aufgepeitscht und angeheizt. Das fängt mit dem normalen Kasernernhof-Aufpeitschen an – und endet nicht mit dem verbreiten von Lügen, die Empörung und Hass schüren sollen. Dann kommt als nächstes der Einsatz von Agents provocatuers und False Flag, so dass sich die Büttel selbst bedroht fühlen müssen, und aus eingebildeten Selbstschutzgründen prügelnd ihre Bahn brechen. Aber auch die ganz normalen Einsatz-Taktiken zielen schon darauf ab, Fronten zwischen den Demonstranten und der Polizei zu verhärten. Schikanen, grenzwertig bis zum offenen Verfassungsbruch und Unrecht, sollen die Protester zu Handlungen verleiten, die die Büttel als bedrohlich wahrnehmen sollen und insgesamt dann zu Eskalationen führen.

    Und merke: DIE können immer stärker und weiter eskalieren als wir! Darum: keine Gewalt! Gewalt auf unserer Seite führt direkt in die Niederlage!

    Unserer stärkste Macht: die Gegenkräfte in die Selbst-Zersplitterung treiben. Unberechenbar sein. ZB sich nicht an dem über Telegram und Co. verkündeten Treffpunkt treffen – sondern knapp dabei …viele Gruppen bilden, pulsieren, in Bewegung bleiben, zerstreuen und neu strukturieren, dynamisch sein wie das echte Leben, … und ganz besonders wichtig: Antifazken nicht einmal ignorieren. Die wollen Aufmerksamkeit. Schenken sie wir denen nicht. Die wollen provozieren. Sollen sie sich doch die Hälse wundschreien. Da sehen andere Bürger am besten, wer krank im Kopf ist, und wer auf der gesunden Seite steht.

    1. Danke für den Link, Albrecht!
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      Es gibt 25 Videos von 22 Demonstrationen aus folgenden 22 Städten:
      Regensburg
      Reutlingen
      Pforzheim
      Neumarkt i.d. Oberpfalz
      Plauen
      Bamberg
      Freiburg
      Chemnitz
      Biberach
      Ansbach
      Aachen
      Bielefeld
      Flensburg
      Frankfurt
      Hamburg
      Düsseldorf
      Augsburg
      Karlsruhe
      Schwerin
      Cottbus
      Wien
      Malmö (da es in Schweden keine Maßnahmen gibt, ist das wohl eine Soli-Demo?)
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      Dabei auch Berichte von der Tages(propaganda)schau, die die Demonstranten ausnahmsweise mal als Impfgegner und -kritiker bezeichnet hat, und nicht als Coronaleugner, Covidioten, Rechtsradikale, Volksgefährder, Seuchenherde oder Terroristen.
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      Das Ansehen dieser Videos gibt Mut und Kraft…

      1. Auf diesem Link wird auch (wohl bevorzugt Ostdeutschland) immer weiter gesammelt:
        https://t.me/s/DEMOBILDERDEUTSCHLAND

        zum Beispiel:
        „Teilnehmerzahl 20.12.

        Greifswald – ca. 500
        Neubrandenburg – ca. 3300
        Rostock – ca. 10.000
        Wismar – ca. 300
        Güstrow – ca. 350
        Schwerin – ca. 3600
        Neustrelitz – ca. 500
        Waren – ca. 800
        Malchow – ca. 320
        Röbel – ca. 300
        Bergen – ca. 350
        Ribnitz – ca. 250
        Plau – 133
        Stralsund – ca. 400
        Boizenburg – ca. 130
        Gadebusch – ca. 50
        Torgelow – ca. 150
        Anklam – ca. 300
        Teterow – 62
        Schwaan – ca. 100
        Parchim – fehlt bisher
        Löcknitz – ca. 20
        Ludwigslust – ca. 100
        Pasewalk – ca. 600

        Bisheriges Ergebnis: mind. 22.615 Teilnehmer
        Ergebnis vom 13.12 – 9230 Teilnehmer
        Die Teilnehmerzahl wurde mehr als verdoppelt.
        Ihr seid spitze „

        1. Hallo Albrecht,
          Jüterbog – ca. 600
          Trebbin – ca.100
          Luckenwalde – ca 150
          Ein Spruch von Dieter Hallervorden aus dem Film „Sein letztes Rennen“:
          Weiter, immer weiter, niemals stehenbleiben, wer stehen bleibt hat schon verloren.

          1. Diesmal mehr bei Reitschuster (Multipolar ist im wohlverdienten Urlaub):

            https://reitschuster.de/post/demonstrationen-auch-ueber-weihnachten/
            „Die Demos gegen die Corona-Politik rissen auch über Weihnachten nicht ab. Europaweit sind am 25. und 26.12. tausende Menschen aus Protest auf die Straße gegangen. Demonstrationen an Weihnachten sind eine absolute Seltenheit.“
            und wie immer hier nachsehen, was bei einem in der nähe abgeht:

            https://demo.terminkalender.top/pc.php
            https://demokratischer-kalender.de/de/

  3. Die Polizei ist immer so gut, wie der Staat, den sie verteidigen muss. Im Moment ist die Polizei so richtig schlecht. Allerdings passiert zur Zeit (noch) nichts, was ich nicht schon in anderen Kontexte (Fußball, linke Demos) nicht schon erlebt oder berichtet bekommen habe.
    Leider kann ich in der Geschichte keine gewaltfreie Bewegung finden, die sich jemals durchgesetzt hätte (Indien nein, DDR nein). Dennoch sehe ich keine Alternative derzeit zur Gewaltfreiheit.

    1. @ Kakapo3
      Ihrem letzten Satz kann ich nur zustimmen!
      Die Büttel der sogenannten Eliten sehnen sich eine Eskalation mit Maßnahmengegnern geradezu herbei, und in einem solchen Szenario würden die Maßnahmengegner gnadenlos untergehen.
      Zielführender Widerstand kann hier nur auf friedlichem Wege erfolgen, auch wenn wir dabei über eine Sisyphosaufgabe als Langstreckendisziplin sprechen müssen. Der aktuell wachsende Widerstand macht mir Hoffnung und gibt der Sache auf jeden Fall recht.

    2. „Leider kann ich in der Geschichte keine gewaltfreie Bewegung finden, die sich jemals durchgesetzt hätte“ Das weiß ich nicht. Was ich aber sicher weiß ist, dass sich jede gewaltsame Bewegung nur durchgesetzt hat, weil ihre Anfangs-Beweggründe verraten und pervertiert wurden, und die Gewalt sich in Form verfälschter Ziele und falscher Exponenten niederschlugen. Nach gewaltsam agierenden Bewegungs-„Erfolgen“ waren grundsätzlich die falschen ans Ruder gekommen, wurden an die freigemachten Plätze gespült, oft genug die alten Kader und Bürokratien übernommen, und waren oft genug schlimmer als ihre Vorgänger, die Verhältnisse nicht besser sondern schlechter, unfreier, als vorher.

      Es gibt keine Alternative zur Gewaltfreiheit!

      Und ich weiß nicht, was Sie mit „derzeit“ meinen, denn der Staat und die übergeordneten Machtstrukturen werden auch später die Gewalt-Übermacht besitzen und über ein praktisch unendlich steigerbares Eskalationspotential verfügen (von mit chemischen Zusätzen versetzten Wasserwerfer-Ladungen, Blendgranaten, Gummigeschossen,.über Mikrowellen- oder Infraschall-Strahler bis hin zu europäischen Einsatztruppen mit der „Lizenz zu töten“ bei angeblicher Aufstandsbekämpfung).

      Was veranlasst Sie dazu, eine völlig sinnlose, da völlig aussichtslose Gewaltoption ins Spiel zu bringen (die Rede von „derzeit keine Alternative“ ist die klare Vorbereitung für „zu einer anderen Zeit die Alternative“)?

      Ich bin der Meinung dass nur ein Provokateur Gewalt von Seiten des Widerstandes nicht vollständig ausschließen mag. Gewalt ist die direkte Eintrittskarte für den Staat zu völlig überwältigenden Maßnahmen. Und das Mittel, um bei den „braven Bürger“ (also bei der Mehrheit) vollstes Verständnis für gewaltsamste Staatsaktionen zu schaffen.

      Die von oben gewünschte, perfekte, vollständige Spaltung ist genau dann erreicht, wenn gewaltsame Aktionen des Widerstandes vorzuweisen sind. Es gibt ganz gewiss schon so genug Planungen für Gewaltaktionen – von V-Leuten und klandestinen Operationsgruppen. Was bisher diesen Agents Provocateurs fehlte, war eine ausreichende Basis und entsprechende Stimmung in der Widerstandsbewegung, in deren Rahmen sie ihre Operationen ausführen können.

      Die Behauptung, dass Gewaltfreiheit noch nie zum Ziel geführt hätte, ist eine dieser Vorbereitungsmaßnahmen.

      1. @Albrecht
        .
        Um zu diese Erkenntnis zu gelangen, die du hier schilderst, hat es auch bei mir ein wenig gedauert. Aus meiner heutigen Überzeugung, kann ich dir da nur uneingeschränkt zustimmen.
        .
        @Kakapo3
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        Zitat: „Leider kann ich in der Geschichte keine gewaltfreie Bewegung finden, die sich jemals durchgesetzt hätte (Indien nein, DDR nein).“
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        Hallo?! Indien nein???
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        Vielleicht haben Sie nie etwas von Mahatma Gandhis gewaltlosem Kampf gegen das britische Empire und der Befreiung Indiens gehört? Dann schauen Sie mal hier…
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        Satyagraha – Aufruf zum friedlichen Ungehorsam
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        „Das Wort ist eine Wortschöpfung Gandhis. Unter Satyagraha verstand Gandhi die Kraft, die aus der Suche nach Wahrheit, Liebe und Gewaltfreiheit geboren wird. Gandhi selbst schrieb über Satyagraha:
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        „(…) auf politischer Ebene besteht der Kampf im Namen des Volkes vorwiegend darin, dem Irrtum in Form ungerechter Gesetze entgegenzutreten. Wenn es misslungen ist, dem Gesetzgeber den Irrtum durch Petitionen (Bitten oder Beschwerden) und dergleichen eindringlich vor Augen zu führen, bleibt einem als einziges Gegenmittel – wenn man sich nicht unterwerfen will -, ihn zu zwingen, die Gesetze aufzuheben, indem man durch Verletzung des Gesetzes eine Bestrafung herausfordert und dadurch selbst Leiden auf sich nimmt (womit letztlich aber das Unrecht sichtbar wird, Anm. leo).“
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        Die Satyagraha ist eine Art ziviler Ungehorsam oder ziviler Widerstand. Gandhi selbst musste immer wieder Zeiten im Gefängnis verbringen, wenn er ungerechte Gesetze gebrochen hatte. Da er aber gewaltfrei blieb, seine Strafe akzeptierte und im Licht der Öffentlichkeit stand, blieb den Herrschenden nichts anderes übrig, als ihn immer wieder frei zu lassen. Immer mehr Menschen waren von dem Prinzip überzeugt und schlossen sich Gandhi an.“ …
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        Teil 1: https://www.helles-koepfchen.de/mahatma-gandhi.html
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        Teil 2: https://www.helles-koepfchen.de/artikel/2312.html

        1. Um Gandhis Lehre und den Begriff Satyagraha noch deutlicher werden zu lassen, hier die Erklärung von Wikiblödia, die den Kern dieser Lehre sehr gut beschreibt:
          .
          Satyagraha (Sanskrit सत्याग्रह satyāgraha) ist eine von Mohandas Gandhi ab seinem Lebensabschnitt in Südafrika entwickelte Grundhaltung, die (als politische Strategie) im Kern darauf beruht, die Vernunft und das Gewissen des Gegners anzusprechen durch
          .
          die eigene Gewaltlosigkeit (non-violence, Ahimsa) und
          die Bereitschaft, Schmerz und Leiden auf sich zu nehmen (soul force).
          .
          Hintergedanke ist, den Gegner „umzudrehen“, ihn als Verbündeten und Freund für die eigene Sache zu gewinnen. Diese Strategie gründet sich auf die Idee, dass der Appell an Herz und Gewissen des Gegners effektiver ist als ein Appell, der sich auf Drohungen oder Gewalt stützt. Gewalt führt nach Gandhi – gegebenenfalls mit zeitlicher Verzögerung – nur zu Gegengewalt. Gewaltlosigkeit dagegen unterbricht die Gewaltspirale und ist in der Lage, den Gegner auf die eigene Seite zu ziehen.[1]
          .
          Gandhi sieht Satyagraha nicht als eine Waffe der Schwachen, sondern als eine Waffe der geistig und moralisch Stärksten.
          .
          https://de.wikipedia.org/wiki/Satyagraha

        2. Mein Indien NEIN bezieht sich auf zwei Gründe (und stellen Sie sich vor, ich habe von Gandhi schon gehört, ich habe sogar seine Schriften gelesen, ich halte ihn aber nicht für ein großes Vorbild)
          1. Gandhi war nicht gewaltfrei, wer die Kriege des Imperiums (damals britisch) sei es gegen die Zulus oder gegen die Deutschen personell und ideell unterstützt, übt indirekt Gewalt aus. Diese Form von „Gewaltlosigkeit“ bedeutet also nichts anderes, als das man es anderen überlässt, sich die Hände blutig zu machen.
          2. Gandhis Wirken hatte nur einen geringen Einfluss auf die indische Unabhängigkeit. Alle großen britischen Kolonien wurde spätestens nach dem zweiten Weltkrieg unabhängig, weil das Vereinigte Königreich einfach nicht mehr die Mittel hatte, ihr (relativ uneffektives) Kolonialsystem aufrecht zu erhalten und weil andere Weltmächte auftauchten. Aber selbst wenn man sich nur die indischen Ereignisse anschaut, stellt man recht schnell fest, dass hier deutlich mehr passierte als das schöne Narrativ vom gewaltlosen Widerstand des Mahatmas, das die westliche Sichtweise durchzieht (es reicht hier den Film von Richard Attenborough zu sehen). Ich empfehle als Gegenstück auf jeden Fall die Biographie von Nehru zu lesen.
          Soviel zum Exkurs.
          Die Gandhische Maxime von „ich bin bereit für meine Sache zu sterben aber nicht für sie zu töten“ scheint mir hier aber nicht dominant zu sein.
          Hier in der Diskussion scheint mir Gewalt als Mittel vor allem deswegen abgelehnt zu werden, weil Angst vor einer gewalttätigen Reaktion der Herrschenden besteht. Dies ist relativ kurz gedacht. Die Herrschenden werden so bald ein Widerstand droht erfolgreich zu sein, alle Mittel einsetzen, um ihre Macht zu erhalten. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob der Widerstand gewalttätig war oder nicht.
          Gewaltlosigkeit halte ich in zwei Fällen für unabdingbar:
          1. Ich habe noch die Hoffnung zu überzeugen, sei es die Herrschenden, sei es die Mehrheit der Bevölkerung. In dieses Phase ist jede Gewaltanwendung kontraproduktiv, da sie immer ungerecht ist und Leid erzeugt.
          2. Ich bin so schwach, dass ich keine Chance habe, die Herrschenden mit Gewalt zu überwinden. Hier wird jede Gewaltanwendung nur meine Ohnmacht zementieren und mich gleichzeitig in ein schlechtes Licht rücken. Hier ist die Satyagraha eine deutlich erfolgversprechendere Strategie, der vegane und selbstwebende Teil kann ja optional sein.

          1. Zitat1: „Hier in der Diskussion scheint mir Gewalt als Mittel vor allem deswegen abgelehnt zu werden, weil Angst vor einer gewalttätigen Reaktion der Herrschenden besteht.“(…)
            .
            Zitat2: „Ich bin so schwach, dass ich keine Chance habe, die Herrschenden mit Gewalt zu überwinden. Hier wird jede Gewaltanwendung nur meine Ohnmacht zementieren und mich gleichzeitig in ein schlechtes Licht rücken. Hier ist die Satyagraha eine deutlich erfolgversprechendere Strategie“
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            Dass Sie Gandhi für kein großes Vorbild halten, ist ihre Angelegenheit. Immerhin haben Sie noch die zitierten Sätze geschrieben, was darauf hindeutet, dass Sie verstanden haben, worum es eigentlich geht. Das ist genau das, was Albrecht ebenso wie ich klarzumachen versuchen.
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            Wie Sie sicher auch wissen, enthalten die EU-Verträge etliche Klauseln, die der Niederschlagung von Volksaufständen dienen. Dazu gehört u.a. auch die Einführung der Todesstrafe und der Einsatz irgendwelcher Special Forces des Militärs. Man kann also davon ausgehen, dass jeder gewalttätige Volksaufstand, egal wie groß er auch sein mag, militärisch oder mit subtileren Mitteln (Mikrowellen, Ultraschall etc.) niedergeschlagen werden kann. Gehen Sie also davon aus, dass Sie recht haben, wenn Sie schreiben: „2. Ich bin so schwach, dass ich keine Chance habe“
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            Dann bleibt eben nur der gewaltfreie Widerstand unter Beibehaltung der Sympathien der Bevölkerung. Ich kenne ihr Alter nicht, weshalb ich nicht weiß, ob Sie die RAF bereits bewusst wahrgenommen hatten. Helmut Schmidt hat einmal in einem Interview gesagt, dass es damals kurz davor war, dass die Stimmung in der Bevölkerung zugunsten der RAF gekippt wäre. Ich hatte das selbst in der Form miterlebt, dass z.B. auch ältere sehr konservative Menschen aus meinem Bekanntenkreis Sympathien für die RAF geäußert hatten. Im Prinzip zog sich diese Sympathie durch alle Bevölkerungsschichten. Das ging solange, bis es zu den Gewalt-Exzessen kam. Danach hatte sich das Volk wieder von der RAF abgewendet. Es gab und gibt nicht wenige Stimmen, die davon ausgehen, dass die schlimmen Gewalttaten gar nicht von der RAF ausgeführt wurden, sondern vom Tiefen Staat (Geheimdienste etc.), um die Stimmung in der Bevölkerung wieder zurückzudrehen.
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            Hier wird neben der militärischen Unterlegenheit des Volkes ein weiterer wichtiger Punkt im Widerstandskampf deutlich. Wer die Sympathien des Volkes hat und halten kann, wird den Kampf gewinnen. Wer Gewalt anwendet, verliert die Sympathie des Volkes und damit den Kampf.
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            Anders wäre es, wenn das Volk bewaffnet wäre, auch mit schweren Waffen, ähnlich wie in den USA. Aber selbst dann könnten Aufständische nicht auf die Sympathie großer Teile des Volkes verzichten, wenn sie siegen wollen.

  4. Es ist genau wie zu Beginn anderer faschistischer Regime, es ist die Phase der Anarchisierung. Es werden schwarze BePo-Einheiten ähnlich dem SA-Sturm eingesetzt. Für die gelten keine Regeln, haben alle die gleiche Nummer auf dem Rücken und sind weitestgehend anonymisiert. Da werden die seelenlosen Automaten eingesetzt, die sich auch in der Wirtschaft und Bundeswehr durchgesetzt haben! Es sind mindetens Sozio- eher Psychopathen. Das System ist aber durch die Menge der Demokraten am Kipppunkt angekommen, in Mgdeburg und Bautzen werden die Schergen einfach überlaufen und jetzt bleibt der Verräter-Einheitspartei noch die offene Militärdiktatur, ansonsten sind die verloren. Mit der nächsten Lockdown-Ausrufung gehts in den Bürgerkrieg und die Verbrecher müssen nicht die Demokraten fürhetn, sondern die, die merken, dass sie komplett verarscht wurden!

    1. Auch Reutlingen (man findet glaube ich leicht Infos dazu) zeigt, dass tatsächlich die ganz brutalen Schergen aus den „Verliesen“ und „Gladiatorenschulen“ geholt wurden. Oder Beispiele wie ein offensichtlich harmloser, älterer Mann, der in Speyer brutal von hinten umgerissen wurde, oder wie in Heidelberg, wo eine hilflose Frau nichts anderes als von der Polizei vergewaltigt wurde (Gewalt ausüben gegen Wehrlose ist nichts anderes als wortwörtliche Vergewaltigung!).
      Schon allein die völlig unverhältnismäßigen Maßnahmen gegen offensichtlich völlig friedliche Spaziergänger. Man kann davon ausgehen, dass jeder verletzte Polizist entweder sich selbst oder durch Kollegen verletzt wurde (etwa durch Pfefferspray), oder möglichen tatsächlichen Angriffe auf Polizisten massive Provokationen und Zumutungen vorausgegangen waren.

      Tatsache bleibt aber auch, dass normale Polizisten auch Bürger sind, auch im Volk verwurzelt sind, auch an der Härter und der völligen Unverhältnismäßigkeit zweifeln können, ihren Job auch vielleicht eher ungern ausführen, aber eben Weisungsgebunden sind.

      Nun, die enthemmten Schergen können wir nicht ändern. Aber die Mehrzahl der vernünftigen, menschlichen Polizisten werden eher als Bremser und Sand im Getriebe wirken, als dass sie aus eigenem Antrieb eskalieren und Befehle übererfüllen würden. Tatsächlich sollten wir uns diese menschliche Potential auf Polizistenseite nicht verscherzen, auch wenn es situativ schwer fallen mag.

      Klar ist: die Provokation und Unverhältnismäßigkeit kommt von der politisch willfährigen Führung und einigen brutalisierten und entmenschlichten Sondereinheiten.

      Es gibt aber einen relativ einfachen Trick, die zu umgehen, weil das relativ überschaubare Anzahlen sind: die Stellen, wo die sind, meiden. Übrigens auch die Stellen, wo die Antifazken sind. Die stehen nämlich auch nur zur Provokation da, und ohne Publikum fühlen die so lächerlich und klein wie sie ja auch sind. Also das Motto ist: ausweichen, pulsieren, leben, fliesen, nicht gegen die Härte anrennen sondern umströmen, weichen, sammeln, ausschwärmen, andernorts wieder konzentrieren, unerwartete Kristallisationskerne bilden.

      Und immer im Kopf behalten: wie muss sich ein aufgerüsteter, gepanzerter, schwer armierter und bewaffneter Polizist in einer totalen Übermacht fühlen angesichts einer Menge friedlicher Normalbürger, die nichts anderes machen als da sein? Diesen Prozess im einen oder anderen Kopf in Gang zu setzen ist schon eine revolutionäre Tat, finde ich.

  5. Gewaltfreiheit Ja/Nein, die Frage geht am Ziel vorbei, weil sie nur situativ beantwortet werden kann.
    Gewalt kann jedoch nie ein Mittel des Volkes sein, da es im Regelfall gar nicht das Monopol / Equipment dazu hat. Wenn es dennoch zur Gewalt greift, ist es schon unterwandert / korrumpiert, hat sich das Spiel und Werkzeug des Gegners aufzwingen lassen, und kann damit nur verlieren.
    Die Kraft und damit die Macht des Volkes liegt im Glauben, in den Soft Skills, dass hört sich zwar hier und heute etwas komisch an, weil wir doch – so modern – alle meinen zu „wissen“, dass ändert jedoch nichts daran, dass es die Kraft des Glaubens an letzte und unbedingte menschliche Wahrheit (wir nennen es Werte) ist, welche verbindet und ggf. aller Gewalt und Waffen trotzt.
    .
    Das ist auch ganz logisch, denn Glaube kommt von „unten“, aus der Volksseele und ist nicht angewiesen auf künstliche Hierarchie. So war z.B. die Kraft des christlichen Glaubens (aus den untersten Schichten) ,damals durch das römische Imperium nicht aufzuhalten, nach dem sie ihn zunächst mit brutalster Gewalt bekämpft hatten, haben sie letztlich das einzig noch verbleibende Mittel (wenn du einen Feind nicht besiegen kannst, mach ihn zu deinem Freund) angewand, und es (ich meine im Jahre 46) zur Staatsreligion gemacht. Die daraus entstandene Kirche ist ein Phänomen, welches eine unabhängige Betrachtung erfordert und in der Geschichte einzigartig ist, da das Wachsen einer (wenn auch geistigen) Hierarchie, dem Wesen des Glaubens grundsätzlich entgegensteht. In den folgenden Jahrhunderten kam es daher zu den bekannten Macht -Eskalationen und Grausamkeiten (Inquisition / Hexenverbrennung usf) und zu den Spaltungsprozessen (Ostkirche, Prostestanten usw.) Dies alles waren jedoch nicht Probleme des Glaubens, sondern der Macht und seiner destruktiven Wirkung in der Kirche.
    Hier ist hervorzuheben, das jede Herrschaft Instrumente zur Spaltung (Kritiker ausschalten) wie auch zum Einen (um eigene Interessen durchzusetzen) benötigt. Was liegt also näher als eine Bewegung zu Instrumentalisieren, die im Volk gewachsen und vorhanden ist, um sie für Macht- Interessen einzuspannen.
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    In unserer Situation nun, ist die Gewaltfreiheit oberstes Gebot. Denn unser „Gegner“ ist die verzerrte veröffentlichte Meinung in den Köpfen, und die lässt sich mit Gewalt nicht wandeln sondern nur durch Aktionen, Kreativität und Kommunikation. Die Herzen gewinnen ist angesagt !
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    Der Kirchenkritiker Tolstoi war schon vor 120 Jahren dort, wo die Mehrheit auch heute noch nicht hindenken kann:
    „Man könnte die Unterordnung eines ganzen Volkes unter wenige Leute noch rechtfertigen, wenn die Regierenden die besten Menschen wären; aber das ist nicht der Fall, war niemals der Fall und kann es nie sein. Es herrschen häufig die schlechtesten, unbedeutendsten, grausamsten, sittenlosesten und besonders die verlogensten Menschen.
    Und daß dem so ist, ist kein Zufall.“
    .

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    1. „Gewaltfreiheit Ja/Nein, die Frage geht am Ziel vorbei, weil sie nur situativ beantwortet werden kann.“

      Genau so etwas habe ich von Ihnen erwartet. Ich sage dazu nichts mehr.

      Gewalt würde den „Ketttenhunden“ (damals Noske, heute …) genau die gewünschte Steilvorlage liefern. Es ist genau das, worauf die warten und hinarbeiten. Und Gewalt ist das Argument, mit dem sie die Mehrheit einhegen und befrieden: „Wir müssen Euch und den Staat vor den Gewalttätern schützen!“.

      1. Kommen Sie mal von Ihrem hohen Roß herunter Herr Storz. Es mach den Eindruck als wenn Sie glauben im Besitz der allmächtigen Wahrheit zu sein. Dabei scheinen Sie meinen Kommentar nicht im geringsten verstanden zu haben. – dass zeigt ihre Antwort.
        Wenn sie die Äußerungen anderer Foristen nicht verstehen, dann denken Sie einfach daran, dass dieses Unverständnis das Ergebnis eines anderen – vielleicht auch weiteren – Blickwinkels sein kann und mehr nicht. Es besteht auch die Möglichkeit nochmal nachzufragen. Sie haben jetzt die Möglichkeit diesen anderen Blickwinkel als persönlichen Anstoß befruchtend wahrzunehmen, oder auch ihn als „falsch“ zu stigmatisieren. Wobei letzteres, das sei angemerkt, das Wesensmerkmal des Totalitarismus ist. Der Totalitarismus ist nichts äußeres, sondern er schlummert in jedem von uns nennt sich Ego – das wird mir in Ihren Kommentaren leider gelegentlich besonders sichtbar – deshalb, ein jeder von uns bekämpft ihn am besten in sich selbst.
        Und wenn Sie zitieren, dann bitte vollständig und nicht einzelne Sätze aus dem Kontext reißen und diese dann als absolut darstellen. Ihnen mangelt es offenbar stark an der Fähigkeit zu differenzierter Betrachtung und Selbstreflektion.
        Zur Sache, ich Schieb: Zitat:
        „Gewaltfreiheit Ja/Nein, die Frage geht am Ziel vorbei, weil sie nur situativ beantwortet werden kann. Gewalt kann jedoch NIE EIN MITTEL DES VOLKES SEIN,…..“
        Was heißt das ?
        Insgesamt kann es Situationen geben in denen Gewalt – zwischen gleichrangigen Entitäten, z.B. Staaten – als das letzte Mittel des Konfliktes unausweichlich scheint. Die bloße Existenz eines Kriegsrechtes, um eben solche gewaltsamen Konflikte dennoch in gewissen „Regeln der Menschlichkeit“ zu ordnen, ist mehr als ein deutlicher Beleg. Man kann die Realität in selbstgerechtem Gutmenschentum natürlich ignorieren…ändern tun sie sich deshalb aber nicht.
        Oder glauben Sie daran, um ein Beispiel zu nennen, das es der Sowjetarmee gelungen wäre den kapitalgetriebenen Hitler-Faschismus mit friedlichen Mitteln zurückzudrängen ??

        1. @Anarchist, @Heiri+Kugler

          „Gewaltfreiheit Ja/Nein, die Frage geht am Ziel vorbei, weil sie nur situativ beantwortet werden kann.“
          .
          „Gewalt kann jedoch nie ein Mittel des Volkes sein, da es im Regelfall gar nicht das Monopol / Equipment dazu hat.“
          .
          Ist Ihnen eigentlich klar, lieber @Anarchist, wie sehr sich die beiden Zitate von Ihnen widersprechen?
          .
          Wenn Sie sagen, dass Gewalt kein Mittel des Volkes sein kann, warum sollte dann die Frage „Gewaltfreiheit Ja/Nein“ am Ziel vorbeigehen???
          .
          Es geht hier doch um das Volk, oder etwa nicht? Es ist doch das Volk, dass von den Maßnahmen betroffen ist, und deshalb geht es hier auch um das Volk.
          .
          Vielleicht denken Sie nochmal in Ruhe darüber nach, was Sie da geschrieben haben.
          .
          Und Sie, @Heiri+Kugler, würde ich fragen, ob Ihnen eigentlich bewusst ist, was Sie da unterschreiben.
          .
          Ich meine, dass es uns möglich sein sollte, die Frage, ob „Gewaltfreiheit Ja/Nein“ am Ziel vorbeigeht oder nicht, eindeutig zu beantworten. Ich bitte um Stellungnahme.

        2. @Anarchist
          .
          Beschreiben Sie doch bitte mal eine Situation, wo es nicht um die Frage „Gewaltfreiheit Ja/Nein“ geht. Sie meinen ja, dass die Frage nur situativ beantwortet werden kann.

    2. Z.Zt. gibt der Staat vor, die sogenannten „Geimpften“ vor den sogenannten „Ungeimpften“ schützen zu müssen. Bisher mit einer Ausgrenzung der „Ungeimpften“ vom öffentlichen Leben. Gerne hätte man hier aber Verhältnisse wie in Australien, wo „Ungeimpfte“ in speziell dafür hergerichteten Lagern interniert werden (hauptsächlich die Aborigines). Allerdings zieht das Argument, dass die „Ungeimpften“ so gefährlich sein sollen, wohl nicht so wie man es gerne hätte. Das ist vielleicht der einzige Grund, dass es solche Lager und die Internierung der „Ungeimpften“ hier in DE noch nicht gibt.
      .
      Wenn aber nun die „Ungeimpften“ auch noch gewalttätig werden, könnte das den Boden bereiten, australische Verhältnisse in DE zu schaffen, denn dann hätte man ein weiteres Argument gegen die „Ungeimpften“ in der Hand. Dann sind sie nicht nur wandelnde „Seuchenherde“, sondern auch noch gewalttätig, also eine doppelte Gefahr für den „gesunden Volkskörper“ und den Staat. Das könnte dann den Ausschlag geben, dass die Stimmung der Restbevölkerung vollends kippt und sich gegen die „Ungeimpften“ wendet, so dass das Regime auch von Seiten der Bevölkerung einen Freibrief erhält, mit den „Ungeimpften“ beliebig zu verfahren (juristisch ist das ja schon abgesegnet, siehe BVerfGer).
      .
      Also nein, Gewalt wäre eine Katastrophe und würde den endgültigen Sieg für das Regime ebnen.

    3. @Anarchist
      Ihren Beitrag habe ich mehrfach gelesen. Er trifft und ich unterschreibe jedes Wort. Sie zitieren Tolstoi und ich frage mich, warum sind Menschen (Nicht Alle und/oder nicht immer) derart grausam, sittenlos und verlogen? Niemand wird mit diesen Attributen geboren, aber jeder Mensch hat Vater und Mutter, von welchen er in Liebe gezeugt wurde (Ausnahmen bestätigen die Regel). Stellt sich also die Frage, warum werden Menschen so? Was widerfährt denen oder was wird ihnen angetan, das sie in der Folge so werden lässt? Warum lässt Mutter Natur solch destruktive, zerstörerische Charakterzüge überhaupt zu? Strebt nicht das Innerste jedes Menschen vordringlich nach Harmonie mit sich selbst, mit seinen Mitmenschen und seinem gesamten Umfeld?
      Demgegenüber finden wir in der Natur unzählige Beispiele für, nach unseren ethischen Massstäben, grausame Vorgänge. Warum töten Löwen die Babies ihrer unterlegenen Rivalen, um sich anschliessend mit deren Mutter zu paaren? So finden wir In unserer Welt ausschliesslich dualitäre Zustände, ohne die es schlicht keine Evolution gäbe. Liebe begegnet Hass, wo Licht ist existiert auch Dunkelheit usw..
      Zurück zu der Frage, warum sind Menschen grausam, sittenlos und verlogen: Finden wir hier nicht wieder diese Dualität? Tolstoi’s Regierenden stellen wir die andere Seite entgegen: Liebe, Achtung, Selbständigkeit, Toleranz. So gesehen sind unsere ausschliesslich friedlichen Aktivitäten gegen die aktuell ausufernde Drangsalierung seitens der „Machthaber“ das einzige Mittel. Wenn wir den Pfad des friedlichen Protestes verlassen, haben wir verloren. Positives Ergebnis könnte sein, dass wir Alle gemeinsam wachsen, ganz im Sinn der Evolution. Sich abzeichnende Alternativen im Sinn von Schwab + Co. will ich hier gar nicht ansprechen, denn es sind k e i n e Alternativen!
      Vielleicht tönen meine Gedanken etwas abgehoben. Ich möchte damit lediglich, gerade in der Weihnachtszeit, ein wenig zum Nachdenken anregen und schliesse mit einem weiteren Zitat Tolstoi’s: „Gleich wie Feuer nicht Feuer löscht, so kann Böses nicht Böses ersticken. Nur das Gute, wenn es auf das Böse stößt und von diesem nicht angesteckt wird, besiegt das Böse.“

  6. Hier reden also schon wenigstens vier Personen(?), besser gesagt Accounts, im Sinne einer Gewaltoption. Auch Reden wie „@Anarchist
    Ihren Beitrag habe ich mehrfach gelesen. Er trifft und ich unterschreibe jedes Wort.“ sind insofern eindeutig, auch wenn das Wort „Gewalt“ darin nicht vorkommt.

    Passen Sie auf Ped, in was für ein Fahrwasser sie da geraten.

    1. Hallo Albrecht Storz,
      Da Sie meinen Einleitungssatz zitieren fühle ich mich angesprochen. Wenn Sie Kritik anbringen möchten, werden Sie bitte konkret. Wie assoziieren Sie meinen Beitrag oder den von Anarchist mit „Gewalt“? Ich war bis jetzt der Meinung, eindeutiger als mit unseren Worten kann man sich kaum davon distanzieren. Aber bitte, belehren Sie mich eines Besseren. Und übrigens, welches „Fahrwasser“ sprechen Sie an?
      @leo: Ihre provokative Frage brauch‘ ich wohl nicht zu beantworten. Die Frage nach „Gewaltfreiheit Ja/Nein“ stellt sich nicht – „geht am Ziel vorbei“, weil Gewalt mit unseren Werten nicht vereinbar ist. Dem gegenüber wissen wir alle von Gebieten, Situationen, wo die Antwort – leider – eine andere ist. Aber das ist hier nicht meine Rede, schon gar nicht zu Weihnachten, wo das Thema ein völlig anderes ist – oder sein sollte!
      In diesem Sinn wünsche ich besinnliche Weihnachten.

      1. Soso, die Frage nach „Gewaltfreiheit Ja/Nein“ stellt sich nicht, weil Gewalt mit unseren Werten nicht vereinbar ist.
        .
        Na dann, Frohe Weihnachten!


        Lieber leo, liebe Foristen, nehmen wir unsere Egos aus dieser Diskussion, versteifen wir uns nicht im Missverstehen. Welcher Tag ist besser dafür geeignet, als der heutige?
        Herzlich, Ped

    2. @ Albrecht Storz
      Was Sie hier betreiben, ist Spaltung und Totalitarismus in Reinkultur. Was ist Ihre Intention – ist es Selbstdarstellung, ist es die Überzeugung, die Meinungshoheit gepachtet zu haben, oder haben Sie das manische Bedürfnis, sich selbst zu erheben, indem Sie Mitforisten durch Wortklaubereien erniedrigen zu müssen? So sehr ich Ihre politische und gesellschaftskritische Sichtweise, nicht zu schweigen von Ihrem wertvollen Engagement im Hinterfragen und Widerlegen von angeblicher Wissenschaft und Erarbeiten von wirklich wissenschaftlichen Erkenntnissen schätze, verärgert mich zunehmend Ihre Selbstgerechtigkeit.
      Nicht boshaft, sondern zum Nachdenken anregend, wünsche ich Ihnen besinnliche Weihnachten.
      Mit den besten Wünschen, HK

      1. @HK
        .
        Es ist nicht Spaltung und schon gar nicht Totalitarismus, und das wissen Sie auch!
        .
        Es sind unpräzise Formulierungen, Missverständnisse und Fehlinterpretationen, nichts weiter.
        .
        Es gibt hier im Kommentarbereich von Peds Ansichten z.Zt. nicht einen einzigen Menschen, der unlautere Absichten verfolgt, davon bin ich fest überzeugt.

  7. Zum Thema „Gewalt“: es ist bezeichnend, wenn jemand nicht bereit ist, hier Gewalt als Option vollständig auszuschließen. Das ist das „Fahrwasser“, von dem ich spreche. Wo führt dieses Fahrwasser hin?

    Und dann sollte wohl jedem auch bewusst sein, was das bedeutet, so etwas in aller Öffentlichkeit vorzuführen. Ein Forum oder Blog kann ja wohl kaum schneller und juristisch völlig abgesichert geschlossen werden als mit der Begründung und Belegen für „Aufruf zur Gewalt“.

    Und umso seltsamer ist, wenn Blogs und Foren eben dann nicht geschlossen werden, wo doch nun auch wirklich genug Denunzianten unterwegs sind und die „Neo-Stasi“ auch sicherlich alles genauestens beobachtet. Und wir wissen ja auch alle ganz genau, wie kreativ die dabei sind, alles mögliche und unmögliche in Worte hineinzulesen. („Antisemit“ ist man ja schon, wenn man das Finanzsystem kritisch untersucht, „Rassist“ ist man schon, wenn man völlig gängige, völlig neutrale Bezeichnungen etwa für einen Mauretanen benutzt, der sogar Städtenamen zugrunde liegt oder seit Jahrhunderten für Gaststätten oder Apotheken namensgebend ist, …)

    Ist schon mal jemand mal auf den Gedanken gekommen, dass Aufrufe zu Gewalt GEZIELT NICHT verfolgt werden könnten, da sie im Sinne des Systems sind, Gewalt genau das ist, worauf dort oben gewartet, gehofft, spekuliert wird? (Und zur „allerhöchsten Not“ dann halt inszeniert wird.)

    Ich frage mich also, gerade auch hier in diesem Blog der „Achtsamen“: warum keine eindeutigen und ohne Vorbehalte und Einschränkungen formulierten, eindeutigen Distanzierungen von Gewalt, sondern schwammige Formulierungen wie „weil sie nur situativ beantwortet werden kann.“? Wo ist das Problem? Also Gewalt wird nicht prinzipiell ausgeschlossen als Handlungsoption? Das ist die klare, unfrohe Botschaft, die ich das lese.

    Frohe Weihnachten


    Auch ich schließe Gewalt nicht aus. Sie ist situativ, wie @anarchist völlig richtig angemerkt hat. Das Situative ist jedoch nicht planbar und seine Dynamik füttert unser emotionales Wesen. Weil wir Menschen sind, können wir jederzeit in Situationen geraten, in denen Gewalt als letztes Mittel und dann für den Menschen selbst, legitimes Mittel zum Selbsterhalt zum Einsatz gebracht wird.
    Gewaltlosigkeit auf Dauer auch in Stresssituationen praktizieren zu können, setzt meines Erachtens diese Einsicht zwingend voraus.
    Grüße, Ped

    1. Vielleicht wären hier gute Anregungen für die „besinnlichen Tage“ zu finden:
      https://www.rowohlt.de/buch/rutger-bregman-im-grunde-gut-9783499004162
      „Der Historiker Rutger Bregman setzt sich in seinem Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch nicht böse, sondern, so Bregman, im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken.“

      Und zu Ped: es ist ein Unterschied, ob man von Vorne herein Gewalt als Option annimmt, oder ob man in einer Situation – trotz dem Willen zur Gewaltlosigkeit – nicht anders kann.
      Wer prinzipiell Gewalt als Handlungsoption einschließt wird eher zu Gewalt greifen, als jemand, der Gewalt prinzipiell ablehnt. Ich habe damals vor drei Instanzen den „Dienst an der Waffe“ verweigert. Die dritte Instanz, eine Verwaltungsgerichtskammer, war echt hart. Ich habe mich daher wirklich ausreichend und intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, grundlegend durchdacht. Und ich finde es erschreckend, wenn hier angebliche „Achtsame“ offensichtlich dem Militärdienst aufgeschlossen gegenüber stehen (das ist die logische Konsequenz: wenn man Gewalt nicht ausschließt, muss man auch auf den Einsatz von Gewalt gerüstet und vorbereitet sein)
      Ich kann diesen Eiertanz hier in keiner Weise nachvollziehen. Das Gerede von „Achtsamkeit“ hier kommt mir immer hohler vor, zumal diese disziplinarisch eingesetzte „Waffe“ immer nur gegen bestimmte Leute (wie mich) in Stellung gebracht wird, gegen andere nie, tut mir Leid, aber mir ist das einfach suspekt und unbegreiflich.

      1. Ich habe inzwischen den Eindruck dass es hier bezüglich des Gewaltbegriffes gewisse Definitions- bzw. Interpretationsprobleme gibt. Wenn man von Gewalt als letzte Option in einer Notwehrsituation redet, dann sollte man das auch ganz klar so sagen und nicht von „situativ“ reden. Die Bezeichnung „situativ“ ist viel zu schwammig und lässt viel zuviel Interpretationsspielraum zu. Wir sind doch erwachsene Menschen, die durchaus in der Lage sind, Sachverhalte unmissverständlich zu äussern.
        .
        Ich behaupte einfach mal, dass @Albrecht sich gar nicht eingemischt hätte, wenn @Anarchist seinen Kommentar unmissverständlicher formuliert hätte. Für mich selbst trifft das jedenfalls zu. Dem liegt aber sicher keine böse Absicht, weder von @Albrecht, von mir oder von @Anarchist zu Grunde, sondern einfach nur ein nicht sorgfältig genug ausformulierter Gedanke. Ich glaube, dass uns allen mal sowas passieren kann. Also entspannen wir und konzentrieren uns auf die Tatsache, dass wir eigentlich doch alle am gleichen Stang ziehen…
        In dem Sinne, noch ein Frohes Fest.

    2. Ich bin bereit, Gewalt als Option auszuschliessen, aus dem Grunde, weil gewaltsame Veränderungen im Prinzip nur alten Wein in neuen Schläuchen hervorbrächte.

      1. Strukturdenker, Danke, das ist ein gutes Wort zu Weihnachten, dem „Fest der Liebe“ wie manche sagen.
        Ich sehe das auch so.

        Es gibt ja offensichtlich sehr einflussreiche Denker wie Machiavelli, die unser Verständnis von Einflußnahme, Wirkkraft, Macht, Politik und Handlungspraxis bestimmen. So etwa die landläufige Anschauung: „Politiker müssen doch lügen.“ Das mündet dann dirtekt in „Politiker dürfen lügen!“ (weil sie ja angeblich mit diesem Lügen unsere Interessen durchsetzten würden – welch ein Schwachsinn, welch ein Hohn, welch ein Ammenmärchen, welch ein naiver Kinderglaube: die Politiker mit der „Lizenz zum Lügen“ würden das Lügen dann gewiss nicht gegen uns selbst einsetzen sondenr nur zu unsererm Wohle. SuperROFLLOL! ).

        Ich lese bei Ihnen heraus, dass sie verstehen, dass der Zweck nicht die Mittel heiligen kann, da die Mittel auf den Zweck zwangsläufig ein- ja rückwirken. Verstehe ich Sie da richtig?

        Ja, wer durch das Schwert Friede verbreiten will, scheitert doch ganz gewiss und klar schon im Ansatz. Was wäre das denn für ein Friede? Offensichtlich eine Befriedung. Gut, man mag durch das Schwert also Friede verbreiten können – aber nur zum Preis der Freiheit! In wessen Interesse wäre das dann also? Und was für ein bleierner Friede wäre das dann wohl?

        Ich will damit nicht der Wehrlosigkeit und dem sich freiwillig Ausliefern das Wort reden. Man muss ganz klar Alternativen entwickeln, Ideen, Konzepte, Möglichkeiten, wie Friedfertigkeit nicht zur Hilflosigkeit verkommt. Denn das kann nicht das Ziel sein. Damals, als die Wehrpflicht noch unter ganz andere Gesichtspunkten diskutiert wurde als heute, wurde zB das Konzept der „sozialen Verteidigung“ als Abschreckungskonzept für einen möglichen Angriff auf das BRD-Territorium entwickelt. Hintergrund davon war der Gedanke, dass ein Land wie Deutschland nicht wegen Landfläche oder Rohstoffen für einen Feind von Interesse sein könne, sondern nur Aufgrund von vorhandener Infrastruktur und Kompetenz-Ressourcen, so genanntes „Humankapital“ – alles Dinge, die dem Feind ohne Kooperation der Bevölkerung nichts oder nur wenig nützen würden. Das waren leider nur erste Ansätze von Überlegungen, rudimentäre Diskussionen, da typischer Weise in unserer Welt die Weiterentwicklung von menschlichen Ressourcen wie Charakter, Moral, Persönlichkeit und Geist nicht gefördert sondern wo möglich verhindert wird.

        Das nur als ein paar Anregungen und Gedankensplitter dazu … ich halte eine (durchaus offene!) Diskussion dieser Frage für sehr, sehr wichtig! (Wenn sich manche mögliche Diskutanten durch meinen Schreibduktus abgeschreckt fühlen – ja tut mir Leid – aber wer kann denn aus seiner Haut schlüpfen? Ich finde manche anderen auch schwierig …)

  8. Albrecht Storz, Ihr Schreibstil schreckt nicht ab, ganz im Gegenteil. ich empfinde ihn als direkt, bodenständig und fundiert in der Sache. Sie sind auch recht gut zu verstehen – wenn man denn will. Dagegen widerstrebt mir die in unserer ach sooo modernen neuen Zeit grassierende, weichgespülte Art der Meinungsäusserung: Viel lauwarme Luft und Zeitverschwendung. Wir kennen das bis zum Überdruss: Das so endlos wie nichtssagenden Gelaber von Politikern (ich würde meinen…) oder die Ansprachen von Vorgesetzten (Ich/ wir haben vollstes Verständnis…aber leider….). Dies zieht sich durch bis in den privaten Bereich. Spreche ich in einer Tafelrunde irgend ein aktuelles, kritisches Thema an, herrscht bestenfalls betretenes Schweigen. Man hat schlicht keine Meinung, will sich nicht den Mund verbrennen oder man greift mich direkt persönlich an.
    Ich suche nach den Gründen, warum sich unsere westliche Gesellschaft, ich sage mal in den letzten 50 Jahren, derart nachteilig verändert hat. Dem Fernsehen die Schuld zu geben wäre zu einfach. Aber es zeigt die Richtung auf. Der Ehrgeiz, selber etwas auf die Beine zu stellen ist dem reinen Konsum um jeden Preis gewichen.
    Ich meine, bei der 68er Generation einen deutlichen Knick zu sehen. Damals wurde vielschichtig unglaublich viel positiv bewegt, verändert, erneuert. Es war kulturell ein absoluter Höhepunkt auf allen Ebenen. Aber die Folgen der noch nie dagewesenen Freiheiten hatten in ihrer Euphorie fatale Auswirkungen auf die nächsten Generationen. Ich meine, z.B. das Ergebnis falsch verstandener und falsch praktizierter antiautoritärer Erziehung. Seitdem beobachten wir die unglaublichsten Auswüchse vor allem in Erziehung und Bildung. Frühere Selbstverständlichkeiten wie ein- und unterordnen, Leistung bringen, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kammeradschaft, aber auch negative Konsequenzen bis hin zu Strafen bei nicht einhalten der geltenden Regeln sind heute mindestens verpönt. Immer neue und stets noch dämlichere Schulmodelle folgen sich bald im Jahresturnus. Die Pisa-Studien sind diskutabel, aber sie zeigen den klaren, verheerenden Trend. Ein Blick nach Indien zeigt uns dagegen wie es geht: „Aber dort herrschen Zustände wie bei uns vor 40 Jahren…. Ach wie schrecklich, dieser Druck und Zwang….“ Und welcher namhafte Konzern lässt heute noch nicht in Indien forschen, entwickeln und auf höchstem Niveau produzieren? Und warum ist das so? Jaaa genau darum!
    „Vater Staat“ steuert einen wesentlich Teil zu dieser Fehlentwicklung bei. Seit 40 Jahren beobachte ich einen gezielt fahrlässigen Umgang mit dem Kern einer gesunden Gesellschaft, der Familie. Das Modell von Aufgabenteilung in Ernährer und Kinderbetreuung/Haushalt wird verachtet, gilt als ewiggestrig und wird finanziell benachteiligt. Um die finanzielle Belastung zu meistern – immerhin real über 50% Steuern!!! – sind beide Elternteile in der Regel zu 100% Erwerbstätigkeit gezwungen. Ja, dazu sind sie als Familie noch gut genug. Während dessen reisst der Staat immer mehr Rechte und Pflichten, die eigentlich ausschliesslich in die Zuständigkeit und Verantwortung der Eltern fallen, an sich, um ihnen anschliessend in keiner Weise gerecht zu werden. Was haben denn 3 bis 5jährige in obligatorischen(!) Spielgruppen und Kindergärten zu suchen? Die gehören ausschliesslich in die Obhut von Mutter und Vater, Oma und Opa und alles andere sollte zwar willkommen aber freiwillig sein. Und wenn dies in der heutigen Gesellschaft nicht mehr möglich ist, dann muss man diese Gesellschaft dringendst ändern! Es gibt sie noch, die funktionierenden Volksgemeinschaften, die meisten ausserhalb Europa’s. Wir könnten in unserer selbstgefälligen, dekadenten Art viel Vergessenes von denen wieder lernen, angefangen bei gegenseitiger Achtung, Respekt und Toleranz.
    Ich sehe die „westliche Wertegemeinschaft“ noch als einen grossen Saber- Laber- Debatierverein der sich möglichst die Hände nicht schmutzig macht, am liebsten delegiert, auslagert und niemand ist mehr zuständig oder gar verantwortlich. Probleme hat man mit Ausnahme der „deutschen Rechtschreibung“ und dem ganzen „Gender-Stuss“ keine mehr.
    So ist es nicht verwunderlich, dass wir in dieser verkommenen westlichen Welt die aktuellen Corona-Zustände haben und weiterhin akzeptieren. Weil wir es mit uns machen lassen. Weil Rückgrat zum Fremdwort verkommen ist. Man stelle sich die schamlosen Corona-Lügner und Betrüger vor 50 Jahren vor. Die wären kaum mehr einen Tag länger in Amt und Würden gewesen.
    Die heutige Aussage eines lieben Freundes aus Hamburg passt hier ganz gut: „Nach klarer Absage aller politischen Parteien an eine allgemeine Impfpflicht sind jetzt fast 90% dafür und würdigen Jene schamlos herab, die auf der Einhaltung des gegebenen Versprechens bestehen. Weiterhin müssen wir uns unseren kleinen Kreis von guten Leuten aussuchen“.
    Und noch dies: „Nie hatten wir in Deutschland geringeres Fachwissen in der Regierung, aber auch noch nie hat das so viele Wähler nicht gestört“.

    1. Also ich sehe Menschen nicht als Humankapitla des Staates an. Daher ist es mir eigentlich auch egal, was Pisa-Studien sagen, wie etwa unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit sein mag, ob andere Staaten mit ihrer Bildungspolitik erfolgreicher seien (wie immer das gemessen werden will).

      Problematisch halte ich bei uns, dass der zunehmend entgleisende Staat das Bildungssystem vollständig in der Hand hat – und missbraucht. Ich könnte mir durchaus auch dort eine Pluralität vorstellen. Ja jetzt, wo ich mir das überlege kommt die Pluralität von Bildung mindestens auf die gleiche Ebene der Prioritätenliste wie die Pluralität der Medien – wenn nicht sogar noch davor. Danke für den Denkanstoß.

      Und wenn man es mit Demokratie und Volkssouveränität wirklich ernst meint, muss man sogar Gender-Quatsch akzeptieren – wenn er nicht aufoktroyiert wurde wie es aber offensichtlich der Fall ist. Auch hier gilt der (jetzt erweiterte) Satz: erst wenn Bildung und Medien allgemein, multipolar und kartellfrei organisiert sind, kann sich überhaupt eine demokratische Kultur ausbilden. Vorher ist alles nur inszenierte, gezielt verengte Schein-Pluralität, Verführung, Irreführung und Vernebelung, Propaganda- und Agenda-geleitet, einzig den Interessen der geldmächtigsten Kreise verpflichtet.

      1. Ich will Missstände aufzeigen und suche die Gründe. Dabei erwähne ich Beispiele, an denen wir uns nicht im Detail aufhalten sollten. Die fortwährende Aufzählung und Vorhaltung aller Fehlentwicklungen – ganz im Stil von Alice Weidel, sorry – bringen uns letztendlich keinen Schritt weiter.
        Beim Blick in die Zukunft hilft der Blick zurück. Für die Gestaltung einer neuen, besseren? Gesellschaft müssen wir gar nichts neu erfinden. Es existieren sämtliche Einrichtungen und Strukturen, über viele Jahre entstanden und gediehen: Familie, Grossfamilie, Verwandtschaft, Quartiergemeinschaften, Ortsgruppen, Dorfgemeinschaften, Schulen, Schulpflegen, Elternräte, Vereine, Kirchen (ja!), Korporationen (ein beeindruckendes Modell!), Regionalverbände, Kantone, Länder, Staaten. Die Geschichten aus dem Herzen der Schweiz von Jeremias Gotthelf zeigen eindrücklich, wie dieses Zusammenleben früher, mit allen positiven und negativen Aspekten, im Grossen und Ganzen gesehen doch bestens funktionierte.
        Was meiner Meinung nach offensichtlich absolut nicht funktioniert, sind aufgepfropfte Institutionen wie EU, NATO usw.. Dort läuft nichts, aber auch nicht das Geringste im Dienste der Menschheit. Solche irren Konstrukte gehören weg – schnellstens und ersatzlos.
        Das Problem liegt in der Unterwanderung, Missbrauch und Ausnützung auf allen Ebenen durch Einzelne mit niedrigen und primitivsten Beweggründen. Diese sind Teil unserer Mentalität und da etwas umzubauen dauert Generationen. Also gilt es, Schranken einzubauen und konsequent einzusetzen. Diese Schranken existieren oder existierten, werden aber im Zuge vieler verfehlter Entwicklungen ab- oder umgebaut. Auch hier kann ein Blick zurück ungemein hilfreich sein. Bei Weitem nicht Alles, was althergebracht ist, ist schlecht oder „ewiggestrig“! Zusätzlich sollten wir unseren geistigen Horizont im Sinn von Pluralität auf allen Ebenen erweitern. Vielleicht sollten sich viele von uns auch endlich und echt emanzipieren oder darauf zurück besinnen (gilt nicht nur für Frauen). Rückgrat zeigen und Selbstverantwortung tragen sind Bestandteile davon. Und mein ganz persönlicher Tip für einen „Neuanfang“: Adolph Knigge als Pflichtlektüre in allen Grundschulen (auch der ist uralt).

  9. Werter Herr Storz,
    Ich bin 100%tig Ihrer Meinung. Es geht hier auch nicht um eine temporäre politische Krise, es handelt sich hier um einen historischen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte (klingt pathetisch, ist aber so). Dieser ist sicherlich gefahrvoll (Stichwort: Transhumanismus), bietet aber auch die Riesenchance, einen Schritt Richtung einer im Wesen menschlichen Gesellschaft zu machen.
    Dazu gehört aber grundlegend, dass bereits bei der „Geburt“ genau diejenigen Werte und Einstellungen gelebt werden müssen, für die die künftige Gesellschaft einsteht. Umgekehrt heisst dies, dass die Mittel, die eine künftige Gesellschaft ablehnen soll, schon jetzt nicht verwendet werden dürfen. Sonst wird es eine Totgeburt.
    Gerade für diese (alte) neue gesellschaftliche Realität versuchen viele regionale Netzwerkinitiativen den Keim zu legen, wohl wissend, dass dies nur der Beginn einer Entwicklung sein kann, welche sich über mehrere Generationen erstreckt. Trotzdem muss irgendjemand damit mal anfangen, und das machen wir dann auch.
    Die grundlegende Idee dafür ist das Regionalkonzept, das Sie vor einigen Monaten bedauerlicherweise ziemlich zerrissen haben, wohl eher aus persönlichen als aus sachlichen Gründen. Aber vielleicht können Sie ja einmal die Idee nur für sich betrachten, in ihrem Wesen und losgelöst vom Autor und ggf. unstimmigen Details. Ich denke, dass dies sehr gut mit Ihrer vorgenannten Gundeinstellung zusammenpasst und einen Realisierungsweg dafür aufzeigt.
    Mit bester Hochachtung
    Ihr Strukturdenker

    1. Hallo Strukturdenker, zu „Die grundlegende Idee dafür ist das Regionalkonzept, das Sie vor einigen Monaten bedauerlicherweise ziemlich zerrissen haben, wohl eher aus persönlichen als aus sachlichen Gründen.“
      nun, ich habe meine Meinung. Ich kann kein „Konzept zerreissen“, ich kann dazu nur meine Meinung sagen.

      Ich bin für Regionalität. Aber das heißt natürlich nicht etwa automatisch, dass ich jedes „Regionalkonzept“ gut finden müsste. Ihre Unterstellung irrtiert mich („wohl eher aus persönlichen als aus sachlichen Gründen“).

      Bitte schön: vertreten und verwirklichen Sie doch Ihr Regionalkonzept. Ich halte Sie doch gewiss nicht davon ab. Zumal ich ja für Regionaliät und ausgebautem, maximalen Förderalismus bin (eine oberste Überstruktur oberhalb der kleinsten,demokratischen Struktureinheiten halte ich durchaus für nötig und sinnvoll. Größenordnungen wie Österreich oder Schweiz scheinen mir dabei aber die Obergrenze zu sein. Diese Überstruktur („Staat, Nation“) dürfte aber keinerlei Rechte haben, selbstherrlich Souveränität in irgend einer Weise auszulagern, wie wir es gerade im Zuge der EUisierung zu unserem Leidwesen erleben müssen. Auch internationale vertragliche Bindungen („Freihandelsabkommen“, …), erst recht Bündnisverpflichtugen und die Unterordnung unter überstaatliche Organe müssten immer und unbedingt erst durch Volksabstimmungen mit 3/4-Mehrheit legitimiert werden. Und dazu allererste Voraussetzung: Information der Bürger durch ALLE gesellschaftlichen Tendenzen abdeckende Medien. Aber ich will damit keinesfalls eine meiner Meinung nach unergiebige Diskussion anstoßen. Bevor irgend etwas weiter gedacht werden kann (also eine allgemeine, demokratische Meinungsbildung erfolgen kann) muss meiner Meinung nach eine demokratische Grundvoraussetzung geschaffen werden: eben die multipolare, kartellfreie, milliardärsfreie, offene Medienlandschaft. Meine Vorstellung ist, dass tragfähige Konzepte nicht von Vordenkern erstellt werden, um dann „auf den Volkskörper aufgepfropft zu werden“, sondern dass gerade die Ausarbeitung schon ein demokratischer Prozess sein muss. Ein Fehler, der unserem Grundgesetz bekanntlich leider schon von Geburt an anlastet. Eine Gemeinschaft sollte frei sich seine eigene, selbstbestimmte Verfassung geben. Alles andere entspricht nicht einem wirklich demokratischen Gedanken und einer Volkssouveränität, und der Vorstellung, dass der Staat der Diener des Volkes zu sein hat – und nicht sein Herr wie es aber heute unübersehbar der Fall ist.)

  10. Die wesentliche Idee ist, dass die Entscheidung, welche Kompetenzen an die nächst höhere Organisationsebene abgegeben werden, die regionalste Organisationsform, also i.d.R. ein Dorf oder Kiez, selbst trifft. Dies ist das Gegenteil von Subsidiaritätsprinzip, bei dem von einem staatlichen Überbau bestimmte Kompetenzen den regionalen Einheiten gestattet werden.

    1. Richtig. In der Pyramide stützt das Untere das Obere. Ohne das Untere stürzt alles darüber liegende ein.. Das Untere ist wichtiger als das Obere. Die Spitze ist das Fragilste, Bedürftigste, Abhängigste, Unnötigste, Unwesentlichste an der ganzen Pyramide.

      Heute sind die Verhältnisse verkehrt: die Spitze spielt sich als Herr über seine tragende Basis auf. Der Schwanz wedelt den Hund. Der Krümel kommandiert den Kuchen. Die Unfähigsten, Unproduktivsten und Unnützesten kommandieren die, die trotzdem noch versuchen den Laden am Laufen zu halten.

      Es wird Zeit, die Pyramide wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

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