Von einem der auszog, von Keimen zu lernen

Wenn wir keine Erreger mehr austauschen, laufen wir Gefahr, ernsthaft unser Immunsystem zu schwächen.


Die Hysterie um ein angeblich tödliches Virus hat es fertig gebracht, dass Menschen sich in ihrer Angst nun freiwillig voneinander isolieren. Allerdings bringt die asoziale Distanzierung — gekrönt von der uniformen Mund-Nasen-Bedeckung — uns Menschen, die nur in funktionierenden, echten (statt virtuellen) sozialen Gemeinschaften überleben können, in mehr als psychische Nöte.


Dass uns diese asozialen, mit überwältigender Propaganda und verschiedenen Ausprägungen von Zwang „empfohlenen“ Regeln vor irgendwelchen Erregern schützen könnten, hält der Autor dieser Plattform für eine Illusion. Allein schon der Umgang mit einer vorgeblich schützenden Maske konterkariert das. Sie verhindert, im Alltag getragen eben nicht den Austausch von Erregern und ist dazu noch eine geeignete Brutstätte für Keime, die Wärme und Feuchtigkeit bedürfen, um sich vermehren zu können.

Angst frisst eben nicht nur Seele, sondern auch unsere Gesundheit.

Aber stellen wir uns einmal vor, die Regeln der asozialen Distanzierung, samt Maskenzwang – schönfärberisch als „AHA-Regeln“ beworben – würden tatsächlich wirken. Was hätte das für Folgen, außer denen, dass wir uns vielleicht nicht mehr mit „dem neuartigen Virus infizieren“ könnten? Dem Einen oder Anderen ist vielleicht bekannt, welch hohen Preis die indigene Bevölkerung des amerikanischen Kontinents zahlen musste, als sie mit der Invasion der europäischen Eroberer mit bis dahin völlig unbekannten Erregern konfrontiert wurde.

„Völlig unbekannt“ bedeutet auch, dass Kreuzimmunität nicht greifen konnte und auch keine spezifischen Immunreaktionen auf der ersten Ebene unseres Immunsystem, unserer Haut und vor allem den Schleimhäuten möglich waren. In einem kostspieligen, energieaufwändigen Prozess musste der Organismus lernen, mit den für ihn tatsächlich neuartigen Erregern umzugehen. Das kostete viele Todesopfer, zumal in jener Zeit die allgemeine Gesundheit der ansässigen Bevölkerung durch Unterernährung, katastrophale hygienische Zustände und Stress bereits nachhaltig geschwächt war (1).

Mehr noch sollte endlich ernsthaft erforscht werden, ob nicht vorrangig desaströse soziale Verhältnisse sowie der Mangel an Lebensnotwendigem erst dazu führten, dass bestimmte Erreger, zuvor in Balance mit dem Wirtsorganismus existierend, sich in Massen vermehrten, und damit toxisch und so zur tödlichen Gefahr erwuchsen (2).

Aus dieser Perspektive möchte wohl die Denkschrift betrachtet werden, die ich hiermit zur Diskussion stelle.


Seit bald eineinhalb Jahre lebe ich in sterilen Verhältnissen. Bis dato stand ich im intensiven sozialen Kontakt mit meinen Mitmenschen und folglich auch mit Keimen aller Art. Ich bin beispielsweise aus beruflichen Gründen jede Woche zehn Stunden mit der Bahn gefahren und war dabei stundenlang hohen Keimbelastungen ausgesetzt. Bis dato hatte ich immer mal wieder ein bisschen Halskratzen, ein bisschen Husten, eine Triefnase, irgendwas mit Magen oder Darm, leicht erhöhte Temperatur und so weiter – was halt zum Leben dazu gehört. Nach ein oder zwei Tagen war alles wieder vorbei, nur um ein paar Tage später den nächsten Infekt zu spüren. Wirklich eingeschränkt war ich dadurch nie. Richtig krank war ich schon seit bald zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Seit bald eineinhalb Jahre lebe ich in sterilen Verhältnissen. Seither hatte ich nicht mehr die geringsten Symptome. Das bereitet mir zunehmend Sorge. So wie ich meinen Körper durch Sport und Bewegung fit halte, so will ich auch mein Immunsystem fit halten. Dafür braucht mein Immunsystem die richtigen Sparringpartner. Die bleiben aber nun schon lange aus. Ich befürchte, dass mein Immunsystem langsam abbaut und immer größere Schwierigkeiten hat, sollte es irgendwann wieder mit unbekannten Keimen konfrontiert werden. Ich habe Angst davor, dass sich mein Immunsystem auf dem Weg in die erlernte Hilflosigkeit befindet, dass es irgendwann auf die Für- und Vorsorge durch die Pharmaindustrie angewiesen ist, dass es seine Autonomie verliert und ich damit auch meine.

Seit bald eineinhalb Jahren lebe ich in sterilen Verhältnissen. Das will ich meiner Autonomie willen nun ändern. Ich suche daher Menschen in München und Umgebung, die sich akut mit irgendeiner Infektion herumschlagen und froh sind, wenn sie jemand besucht und ihnen ein bisschen zur Hand geht oder auch nur Gesellschaft leistet. Der Handel ist: Zuwendung und Hilfe gegen die Chance auf frische Keime für mein Immunsystem! Dabei weise ich darauf hin, dass ich weder medizinisch noch pflegerisch vorbelastet bin. Selbstverständlich soll bei meinem Besuch alles konform zum Infektionsschutzgesetz und zur jeweils aktuell gültigen Infektionsschutzverordnung ablaufen, selbstverständlich werde ich nur kommen, wenn ich mich mindestens drei Tage symptomlos gefühlt habe und keinen besonderen Infektionsrisiken ausgesetzt war und selbstverständlich übernehme ich die volle Verantwortung für mein Leben.

Kurt Kopf (Pseudonym)

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Anmerkungen und Quellen

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(1) 02.01.2002; FU Berlin; Ursula Thiemer-Sachse; Das große Leiden; https://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/fundiert/archiv/2002_01/02_01_thiemer_sachse/index.html

(2) Antoinette Stettler; Die Vorstellung von Ansteckung und Abwehr; https://brill.com/downloadpdf/journals/ges/29/3-4/article-p225_8.pdf; S. 261

(Titelbild) Virus, Maske, Angst; Autor: The DigitalArtist (Pixabay); 09.02.2020; https://pixabay.com/illustrations/coronavirus-corona-virus-covid-19-4833645/; Lizenz: Pixabay License