Die “Coronakrise” und eine Menge Fragen – an uns

… und durch uns selbst zu stellen, so wir uns nicht irgendwann den Stecker zur Freiheit ziehen wollen.


Wir sind es gewohnt, vorgefertigte Frage-Antwortmuster und darauf basierende Handlungsmuster zu übernehmen, gern auch zwangsweise. Ein Beispiel: “Wollen sie, dass alte Menschen an dem Virus sterben? Nein? Dann müssen sie sich von diesen und anderen Menschen isolieren.” So aber stellt sich für uns nicht mehr die äußerst brisante Frage, ob die Betagten nicht eher durch die Isolation als durch das Virus sterben, und außerdem noch ihre Lieben psychischen und dann körperlichen Schaden nehmen. Wir lassen uns durch unsere wesenseigene Bequemlichkeit, aber vor allem Schuldgefühle wie auch unsere Angst vor sozialer Ausgrenzung ausnutzen. Fremdbestimmtes Handeln resultiert aus einem von außen angenommenen Frage-Antwort-System, einer von anderen absichtsvoll an uns durchgeführten Manipulation an uns selbst. Das muss nicht sein.


Steffen Duck — der Autor des folgenden Beitrags — bringt etwas in das Thema Coronavirus hinein, was Politik und Medien strikt vermeiden: Komplexität. Und er sucht den Perspektivwechsel. Nicht der durch die (noch) existierende Meinungshoheit vorgegebene, angeblich alternativlose “Kampf gegen das Virus” steht für ihn im Fokus, sondern unser eigenes Fühlen, Verhalten, Denken in einer Krise die — das sollten wir uns stets vor Augen führen — durch Machtgruppen ausgerufen und erst dadurch in unseren Köpfen existent wurde.

In jeder Krise steckt eine Chance, sie weist uns auf Widersprüche und Konflikte hin. Die von “oben” ausgerufene “Coronakrise” scheint reale Krisen zu verdecken. Krisen die schon viel länger schwelen, Krisen die aber auch unsere eigenen persönlichen Krisen — nicht zuletzt gespeist durch die gesellschaftlichen Strukturen und gelebten Normen — wiederspiegeln. Wenn wir Menschen uns auch weiterhin nicht an die eigenen dunklen Flecken wagen, dann werden wir mit diesen ureigenen, ungelösten, persönlichen Krisen die großen, real existierenden Krisen dieser Welt auch weiter füttern.


Liebe Leserin, lieber Leser,

wohl wir alle haben uns in der aktuellen Krise nach Tagen und Wochen der Irritationen einen Standpunkt erarbeitet, doch selten war die Gesellschaft dabei so sehr polarisiert, wie sie es jetzt ist. Hieß es früher zumeist, die Wahrheit müsse doch irgendwo dazwischen liegen – so scheinen dieses Prinzip, diese Volksweisheit derzeit überhaupt nicht anwendbar zu sein.

Ist der Abgrund, der Riss mitten durch unsere Gesellschaft unüberbrückbar? Falls ja, wodurch wird er unablässig vertieft? Wer müsste sich ändern und auf welche Weise, damit die Gesellschaft wieder zusammenfinden kann? Die anderen? Ich selbst? Wer sollte den ersten Schritt wagen und auf welche Weise?

Die nun folgenden Fragen sind an alle Menschen gerichtet, an diejenigen, die die Politik der Regierung unterstützen und an diejenigen, die sie ablehnen, an diejenigen, die Angst haben und an diejenigen, die furchtlos sind, an diejenigen, die verzweifelt wie an diejenigen, die voller Hoffnung sind, an diejenigen, deren wirtschaftliche Existenz bedroht oder bereits vernichtet ist wie an diejenigen, die in der Krise wirtschaftliche Gewinne machen, aber auch an diejenigen, die sich in sozial abgesicherter Position befinden.

Die persönlich gegebenen Antworten sind hierbei weder als richtig noch falsch zu werten, und natürlich werden auch keine Punkte vergeben, die man am Ende des Tests addieren könnte.

1. Beginn der Krise

Erinnerst Du Dich noch an die ersten Informationen in den Nachrichten über ein neues Virus, welches in China zu schweren Atemwegserkrankungen geführt haben soll?

Konntest Du Dich, sofern Du etwas älter bist, in diesem Zusammenhang an die Nachrichten des Jahres 2003 im Zusammenhang mit der SARS-Epidemie erinnern?

Falls ja, hast Du noch die Bilder aus den TV-Nachrichten vor Augen, wie an den Flughäfen Temperaturmessungen stattfanden?

Kannst Du Dich noch erinnern, wie die [Weltgesundheitsorganisation] WHO seinerzeit das Ende dieser Epidemie öffentlichwirksam zelebrierte?

Falls ja, haben diese Erinnerungen Dir dazu gedient, die aktuelle Viruserkrankung für Dich vorläufig einzuordnen?

Hattest Du zu diesem Zeitpunkt bereits Angst, diesmal könntest Du selbst erkranken, womöglich daran sterben?

Hast Du Dich je gefragt, warum der Name der aktuellen Erkrankung Covid-19 erst Wochen später festgelegt wurde, im Gegensatz zur recht rasch feststehenden Bezeichnung SARS 2003 oder auch AIDS 1983?

Hattest Du die Befürchtung, die in den Nachrichten berichteten Einschränkungen für die Einwohner Wuhans könnten auch in Europa nötig werden?

Warst Du wütend auf die chinesische Lokalpolitik, als bekannt wurde, dass man den Entdecker des Virus, einen chinesischen Augenarzt, behördlicherseits zum Schweigen gebracht hatte, was zur zunächst unkontrollierten Ausbreitung des Virus führte?

Hast Du Dich gefragt, unter welchen Umständen er schließlich starb? An Covid-19? Hättest Du gern für einen Moment das St.–Florians – Prinzip in Anspruch für Dich nehmen wollen – soll man die Chinesen in ihren Häusern einsperren, damit wir gesund und frei bleiben können?

Empfandest Du Mitleid mit den Chinesen, unabhängig davon, ob die Erkrankung Europa ereilen würde und Du selbst betroffen sein würdest oder nicht?

Hattest Du zu diesem Zeitpunkt bereits versucht, Dir vorzustellen, wie es wäre, wenn man Dich unter Hausarrest stellte, weil Du krank bist und es bisher in Deutschland ja üblich war, bei Krankheit die besondere Fürsorge der Mitmenschen wie des Gesundheitswesens beanspruchen zu können?

Falls Du aber nicht krank wärest, hättest Du zu diesem Zeitpunkt schon Verständnis dafür gehabt, wenn Du aufgrund von behördlichen Anordnungen das Haus nicht verlassen dürftest? Hattest Du Verständnis, als die deutschen Chinarückkehrer in Quarantäne zunächst in Vierergruppen isoliert voneinander untergebracht waren, diese aber die Isolation im Quarantänecamp untereinander rasch beendeten, auch auf die Gefahr hin, die Quarantäne damit zu verlängern?

Welche Schlußfolgerungen zogst Du daraus?

Hast Du aus den anfangs vorliegenden Statistikdaten aus China für Dich selbst berechnet, wie hoch Deine persönlichen Überlebenschancen im Falle einer Ansteckung wären? Wenn ja, warum tatest Du das?

Hast Du selbiges immer schon auch früher bei den alljährlichen Influenzaepidemien getan? Wenn nein, warum nicht früher bei der Influenza, aber wenn zugleich ja bei Covid-19, was genau war dann der Unterschied in Deiner eigenen Bewertung, welche Dich zur weiteren geistigen Auseinandersetzung damit veranlaßt hat?

Hast Du Dich gewundert, als es aus China hieß, es gebe nun keine Neuinfektionen und keine Toten mehr, „die Situation in Wuhan sei jetzt wesentlich besser“, wie befragte Passanten im Interview den Journalisten sagten, ohne genau zu beschreiben, was eigentlich nun besser sei?

Hast Du Dich gewundert, wie schnell das Behelfshospital in Wuhan wieder aufgelöst werden konnte, wenn doch eine exponentielle Ausbreitung des Virus erfolgen würde, so dass ein einzelner Infizierter letztlich circa 60.000 weitere Personen anstecken würde?

Warum sagte der chinesische Staatspräsident Xi, man habe nun im wesentlichen Sorge vor Neuinfektionen, die aus dem Ausland eingeschleppt würden?

Oder hast Du diese Nachrichten konsumiert in der Annahme, es werde grundsätzlich schon alles korrekt wiedergegeben, sich widersprechende Meldungen kämen immer wieder einmal vor, ohne dass dadurch das Gesamtbild korrigiert werden müßte?

2. Die Krankheit erreicht Europa

Hast Du Dich gefragt, warum der Flugverkehr von und nach China (außer nach Wuhan) zunächst nicht eingeschränkt wurde?

Bekanntlich gaben die Politiker zunächst Entwarnung. Hast Du ihnen vorbehaltlos geglaubt, als sie behaupteten, unser Gesundheitswesen wäre gut aufgestellt, nicht zu vergleichen mit den Verhältnissen in China?

Im Dezember des Jahres 1979 marschierte Breshnew in Afghanistan ein. In der Aktuellen Kamera des DDR-Fernsehens hieß es damals, die afghanische Regierung hätte die Sowjetunion um „umfassende Hilfe gebeten, politische, wirtschaftliche, darunter auch militärische“. Als DDR-Bürger, der es gewohnt war, die Nachrichten dialektisch zu werten, war einem sofort klar, dass man wohl jemanden aus der Sowjetunion nach Afghanistan entsandt hatte, der dann von dort um Hilfe rief.

Als der chinesische Arzt mit Maske in Bergamo auftrat und vor laufender Kamera die Regionalregierung der Untätigkeit schalt mit den (übersetzten) Worten: „Was denken Sie sich eigentlich“?, was dachtest Du in diesem Moment? Hatte Deiner Meinung nach der Arzt recht, mußte erst ein kompetenter Ausländer den Behörden vor Ort die Leviten lesen, damit sie tätig würden? Oder war dieser Auftritt für Dich eher ein Deja vu – Erlebnis, eines von der Art, wie von 1979?

Falls Du die zweite Frage bejahen kannst, hattest Du diese Überlegung sofort, oder erst einige Zeit später? Warst Du in diesem Fall zunächst der Meinung gewesen, er habe  recht, revidiertest Du dann aber Deine Ansicht? Wenn ja, wann und durch welche weiteren Informationen?

Bekamst Du Angst um Dein Leben bei den Fernsehbildern aus Bergamo? Wie lange hielt diese Angst an? Hast Du Dir in diesem Zusammenhang grundsätzliche Gedanken über die suggestive Kraft von Bildern gemacht? Wenn ja, warum und zu welchem Zeitpunkt? Hast Du infolge dieser Bilder vor der Regierung verlangt, sie möge alles nur erdenkliche tun, um uns in Deutschland dergleichen zu ersparen?

Falls ja, auf welche Weise hast Du dieses Anliegen kundgetan?

3. Die Einschränkungen werden verkündet

Bekanntlich begannen die Einschränkungen mit der Absage von Großveranstaltungen, um dann immer strenger zu werden, bis schließlich am 22.3.2020 der Lockdown verkündet wurde; mit den Abstandsregeln bei Androhung der Verhängung von Bußgeldern.

Bist Du zu diesem Zeitpunkt der Ansicht gewesen, der Mensch als soziales Wesen würde sich nur eine sehr begrenzte Zeit von anderen Menschen fernhalten lassen?

Warst Du der Ansicht, die Bundeskanzlerin wäre nachsichtig und freundlich mit den Deutschen und würde ihnen im Gegensatz zu den Spaniern Hausarrest ersparen?

Wann, rechnetest Du, würden die Einschränkungen wieder aufgehoben werden?

Gingst Du davon aus, dass nach einer kurzen Zeit der strikten Einschränkungen man zur „Umkehrisolation“ übergehen würde, der Isolierung nur noch von Risikogruppen, wie in einigen Zeitungsmeldungen spekuliert wurde?

Gingst Du davon aus, dass nach wenigen Wochen eine Bewertung der Folgeschäden des Lockdowns öffentlich vorgenommen werden würde, so dass Kompromißlösungen gefunden würden zwischen Infektionsschutz und gesellschaftlichen Schäden?

Hast Du Dich gefragt, inwiefern die unbegrenzte Aussetzung von Grundrechten mit dem Infektionsschutz begründet werden kann?

Die Aussetzung welcher Grundrechte spielt Deiner Meinung nach eine wesentliche Rolle bei der Verlangsamung der Ausbreitung der Erkrankung, die Aussetzung welcher weniger oder gar nicht?

Bist Du der Ansicht, nach überstandener Pandemie, egal auf welche Weise, ob durch eine Impfung oder durch natürliches Erlöschen durch Unterbrechung der Infektionsketten werden uns die Grundrechte und Freiheiten ohne Einschränkungen zurückgegeben von der Regierung?

Kann Freiheit gewährt werden oder muß man sich Freiheit nehmen? Auch wenn Du nicht vor die Tür gehen willst: Ist es Dir dann egal, ob es verboten, unerwünscht oder erlaubt ist?

Leidest Du unter einem Verbot, andere Menschen zu treffen, zu feiern, das brausende Leben zu genießen, wenn Du gar nicht vorhast, das in absehbarer Zeit zu tun?

Wovor hast Du jetzt Angst in dieser neuen Situation? Vor Covid-19? Vor Bestrafung durch die Behörden? Vor beidem?

Wenn Du Symptome einer Erkältung verspürst: Wie groß ist dann Dein Wunsch, zu wissen, ob es Covid-19 ist? Wie groß ist Dein Wunsch nach einem Test, auch auf die Gefahr hin, ins Visier der Gesundheitsämter zu geraten, dass dort Deine Daten erfaßt werden, dass sie in die Statistik einfließen, dass Du Quarantäne auferlegt bekommst?

Hältst Du Dich immer an alle auferlegten Regeln, auch wenn Du Dich gesund fühlst? Wenn ja, warum?

Siehst Du in Dir selbst eine Gefahr für andere Menschen, auch wenn Du Dich gesund fühlst?

Welche Gefühle löst der von Merkel im Mai 2020 geprägte Begriff „Öffnungsdiskussionsorgien“ in Dir aus?

4. Quarantäne

Erzeugt eine für Dich unnötige Anordnung in Dir Groll? Falls ja, welche Empfindungen hast Du dabei? Ohnmächtige Wut? Ärger über die Dummheit der Behördenmitarbeiter? Fühlst Du Dich schikaniert, Dich persönlich angegriffen, hat man es speziell auf Dich abgesehen?

Falls nein, was empfindest Du dann? Resignation? Freudiges Mitmachen im Bewusstsein, der Gemeinschaft einen Dienst zu erweisen? Innere Freiräume? Kannst Du in dieser Zeit entspannen, Dinge tun, zu denen Du sonst nicht kommst, lesen, meditieren, baden, lange schlafen, nicht arbeiten müssen? Oder machst Du Dir schlichtweg darüber überhaupt keine Gedanken?

Übertrittst Du dennoch gelegentlich die Verbote? Falls ja, hast Du dabei ein schlechtes Gewissen? Falls Du ein schlechtes Gewissen hast, weswegen? Angst vor Entdeckung und Strafe? Angst, im Ungehorsam der Gesellschaft zu schaden?

Oder hast Du das Gefühl, es denen da oben mal zeigen zu können, sie auszutricksen? Oder erzeugt das Übertreten von Verboten in Dir weiteren Groll – nach dem Prinzip: Ich empfinde keine diebische Freude daran, ich will es vielmehr nicht nötig haben, tricksen zu müssen?

5. Freiheit und Gesundheit

Sei ehrlich mit Dir selbst: Bist Du so inkonsequent, Dinge von anderen Menschen zu verlangen, denen Du selbst gelegentlich nicht nachkommen kannst oder willst?

Sollen die anderen die Einschränkungen radikal akzeptieren, wie Hirschhausen sich ausdrückte, gegebenenfalls Bußgelder entrichten, damit Du möglichst bald wieder Deine Freiheiten genießen, in die Oper gehen, Party feiern, Freunde treffen kannst?

Wenn Du versuchst, Dich durchzumogeln: Tust Du das aus Bequemlichkeit, so inkonsequent, wie Menschen nun mal sind, oder folgst Du dabei Deinem eigenen Wertesystem, welches die Sinnhaftigkeit der Regeln nicht erkennen kann oder will und daher ablehnt?

Falls das letztere zutrifft: Kannst Du Deine eigenen Werte, denen Du folgst, sofort auf Nachfrage hin zum Ausdruck bringen, oder zeigen sie sich mehr auf nonverbale Weise, als nicht sehr einfach zu beschreibendes Gefühl?

Oder gibt es für Dich eine höhere Instanz, vor der allein Du Dich verantworten wirst?

Ist Nächstenliebe für Dich ein Begriff mit realem Inhalt? Worin besteht dieser Inhalt für Dich? Kann man zusammenrücken, indem man auf Abstand geht?

Was ist Freiheit für Dich? Einsicht in die Notwendigkeit (nach Friedrich Engels, eigentlich: „Einsicht plus Trieb geteilt durch zwei“), Herrschaft des Menschen über die äußeren Umstände und über sich selbst (Karl Marx)? Oder hast Du die Freiheit bereits dann nicht (mehr), wenn Du über den Begriff überhaupt erst nachdenken mußt? Ist Freiheit möglicherweise für Dich etwas ganz anderes, etwas weniger abstraktes? Menschliche Nähe und Wertschätzung der eigenen Person, Geborgenheit, Optimismus und Zukunftsperspektive?

Ist Gesundheit Bestandteil der Freiheit, gehört sie zu ihren Voraussetzungen, oder ist sie beides?

Was wiegt mehr für Dich, die Würde des Menschen oder die Gesundheit des einzelnen oder aller? Steht derzeit das Deiner Meinung nach wichtigere Gut an erster Stelle?

Wann bist Du gesund? Ist die WHO-Definition für Dich eine erschöpfende Antwort – „Nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein Zustand völligen gesellschaftlichen und psychischen wie sozialen Wohlbefindens“?

Hältst Du die sogenannten Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen für zweckmäßig? Oder ziehst Du es vor, möglichst wenig Zeit in Arztpraxen zu verbringen? Gilt für Dich der Grundsatz: Ich werde schon merken, wenn ich krank bin, dann kann ich immer noch zum Arzt gehen?

Lebst Du gesund? Bist Du Nichtraucher, Abstinenzler, hältst Du Dein Idealgewicht?

Wie wichtig ist Dir die uneingeschränkte Nähe fremder Menschen? Fühlst Du Dich wohl, wenn Du im Mittelpunkt stehst? Oder hältst Du Dich bei Großveranstaltungen lieber am Rande auf – sicher ist sicher?

Ist es Dir unangenehm, wenn fremde Menschen Deinen Individualabstand unterschreiten (damit ist nicht der politisch verordnete Abstand gemeint), zum Beispiel im Gedränge, in öffentlichen Verkehrsmitteln? Hast Du Angst vor Taschendieben, vor Übergriffigkeiten, vor der Übertragung von Krankheiten? Ist der Körper- und Mundgeruch anderer Menschen für Dich ein Problem?

Vermeidest Du die Berührung von Türgriffen mit der Hand, insbesondere auf Toiletten? Desinfizierst Du Dir die Hände auf den Toiletten der Autobahnraststätten? Hast Du aus aktuellem Anlaß damit angefangen? Wie verhältst Du Dich auf einer offensichtlich verschmutzten Toilette? Hast Du Probleme damit, Geländer, Einkaufswagen, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln anzufassen?

Bist Du froh darüber, daß es nicht mehr unhöflich sein soll, einen Handschlag zu verweigern?

Isst Du ungewaschenes Obst direkt vom Baum? Begutachtest Du Dein Essen mit allen Sinnen, bevor Du hineinbeißt?

Kann man zu Hause bei Dir vom Fußboden essen? Tust Du es manchmal, wenn Dir Essen herunterfällt?

6. Epidemiologie

Wie erklärst Du Dir die unterschiedlichen Verläufe der Pandemie in den einzelnen Ländern? Gibt es überhaupt eine offizielle Erklärung, die Dir als Laie einleuchtet und Dich deshalb zufriedenstellt? Könnten Unterschiede in der statistischen Erhebung eine Rolle spielen?

Es wird behauptet, Deutschland sei bisher gut durch die Pandemie gekommen im Vergleich zu anderen Ländern. Worauf führst Du das zurück? Zeigen die verordneten Einschränkungen Deiner Meinung nach Wirksamkeit?

Wurde die Wirkung jeder einzelnen Maßnahme Deiner Meinung nach von der Regierung ausreichend bewertet?

Warum wurden die strengen Einschränkungen im März beschlossen, ohne die Wirksamkeit der bis dahin erfolgten Absagen von Großveranstaltungen zu bewerten? Ist das Deiner Meinung nach auf die Gefährlichkeit des Virus zurückzuführen?

Wenn Du die Pandemie mit anderen Pandemien vergleichst, zum Beispiel Influenza, um wieviel gefährlicher würdest Du Covid-19 einschätzen?

Vertrittst Du folgende Auffassungen: Da derart drastische Maßnahmen beschlossen wurden, muss es sich um eine sehr gefährliche, hochkontagiöse Erkrankung handeln. Da die meisten Länder der Welt ähnliche Maßnahmen ergriffen haben, kann man nicht davon ausgehen, dass sie alle gemeinsam mit den Einschränkungen sich irren würden?

Hältst Du es für möglich, daß die Empfehlungen der weltweiten Handhabung der Pandemie alle auf ein kleines Gremium von Experten zurückgehen, angesiedelt bei der WHO? Was hätten diese Leute für Absichten? Könnten sie sich schlichtweg irren?

Gesetzt den Fall, Du hättest durch den [sogenannten] Lockdown Deine wirtschaftliche Existenz verloren und wärest fortan auf die Grundsicherung angewiesen; nun aber würde sich herausstellen, daß der “Lockdown” unnötig gewesen wäre und Du offensichtlich völlig umsonst ruiniert worden wärst. Wie würdest Du mit dieser Nachricht umgehen? Könntest Du eine solche Nachricht überhaupt ertragen?

Lothar Wieler vom RKI [Robert Koch-Institut] sagte in einem Interview, die Maskenpflicht und die Abstandsregel seien Regeln, die überhaupt nie hinterfragt werden dürften. Stimmst Du mit dieser Aussage überein? Warum tat er Deiner Meinung nach eine solche Aussage?

Hast Du die Corona-App auf deinem mobilen Endgerät installiert? Ist sie in Funktion? Was tust Du, wenn die Applikation eine Warnung sendet? Hast Du dann Angst, zu erkranken?

Derzeit, Ende Oktober 2020 steigen die offiziell verkündeten Infektionszahlen wieder erheblich, die Zahl der Toten aber bleibt gering, auch die Zahl der belegten Intensivbetten in den Krankenhäusern ist niedrig. Worauf führst Du all dies zurück? Hat die Disziplin in der Bevölkerung nachgelassen? Wieso bleibt die Zahl der an oder mit Corona Gestorbenen niedrig?

Stecken in diesen Werten für Dich Widersprüche oder machst Du Dir darüber schlichtweg überhaupt keine Gedanken? Stehst Du auf dem Standpunkt: Da blicke ich nicht durch, das muss ich den Experten überlassen?

Kann ein Laie Deiner Meinung nach medizinische und epidemiologische Statistiken adäquat einschätzen und selbständig ohne Anleitung zu Schlüssen gelangen?

7. Masken

Die Diskussion darüber wird geführt, auch wenn Lothar Wieler anderes gefordert hat. Die CO2-Rückatmung soll den CO2-Spiegel im Blut erhöhen, zu Kopfschmerzen, Stressreaktion und Leistungsminderung führen. Spürst Du diese Effekte unter der Maske, oder hältst Du derlei Warnungen für schlichtweg übertrieben, da Du Dich in keiner Weise beeinträchtigt fühlst?

Falls Du Dich aber beeinträchtigt fühlst: Trägst Du die Maske, wo immer es vorgeschrieben ist, um andere vor Dir zu schützen, wie es vom RKI verkündet ist?

Obwohl zugleich gesagt wurde, die Maske würde nicht den Träger selbst, nur andere schützen: Hoffst Du dennoch auch auf eine Schutzwirkung für Dich selbst? Trägst Du die Maske auch dann, wenn es gar nicht vorgeschrieben ist? Warum?

Was hältst Du von der Forderung, dass auch Ehepaare im Freien gemeinsam die Maske tragen sollen? Auch im Privaten? Ist Dir bekannt, daß es Empfehlungen kanadischer Gesundheitspolitiker gibt, sogar beim Sex Masken zu tragen? Würdest Du das tun?

Kennst Du Studien, die die Wirksamkeit von Masken belegen?

Kennst Du Studien, die das Gegenteil belegen?

Fragst Du Dich, warum die Maskenpflicht in Deutschland erst eingeführt wurde, als die Infektionszahlen schon wieder rückläufig waren?

Hast Du den Verdacht, daß die Maskenpflicht erst dann eingeführt wurde, als genügend davon vorrätig waren? Oder sind Dir diese Fragen schlichtweg egal?

Widersetzt Du Dich dem Maskenzwang, wo immer es Dir möglich erscheint? Warum? Warum nicht?

Hast Du Angst vor behördlichen Bußgeldern, Angst vor üblen Ermahnungen der Mitmenschen, oder doch nur vor Ausgrenzung?

Trägst Du die Maske, weil sie für Dich ein Symbol des Mitmachens beim Infektionsschutz ist, ein Symbol, dass Gefahren abgewehrt werden müssen, obwohl Du von der Sinnhaftigkeit gar
nicht überzeugt bist?

Ist frei atmen zu können, für Dich ein hoher Wert? Warum?

Wenn Du ein Maskengegner aus Überzeugung bist: Vermeidest Du, nach Möglichkeit an Orte zu gehen, wo Maskenpflicht besteht?

Hast Du ein Attest für eine Maskenbefreiung? Falls nein, hast Du versucht, eines zu bekommen? War es schwierig?

Unter welchen Umständen versuchst Du, Dich durchzumogeln, und wann gehst Du in offene Opposition?

Wenn Du ein Maskenbefürworter bist: Hast Du Verständnis für die Leute, die Masken ablehnen, oder siehst Du in ihnen lediglich egoistische Typen, die sich der gemeinschaftlichen Aufgabe der Unterbrechung der Infektionsketten entziehen?

Kannst Du Dir vorstellen, daß Kinder unter der Maske wesentlich stärker beeinträchtigt sind als Erwachsene aufgrund geringeren Atemzugvolumens im Verhältnis zum größeren Totraum?

Sollten Kinder, Jugendliche und Schwangere generell von der Maskenpflicht befreit sein, da sie stärker darunter leiden als Erwachsene, zum anderen aber nachweislich zur Ausbreitung der Infektion kaum beitragen? Falls nein, warum nicht?

In Deutschland sollen drei Kinder im Zusammenhang mit Masken gestorben sein, weitere in China beim Sport mit Masken. Hältst Du diese Berichte für glaubwürdig?

Würdest Du eigene gesundheitliche Nachteile oder gesundheitliche und psychische Folgen für Deine Kinder in Kauf nehmen und sie dennoch weiter Masken tragen lassen?

Masken beeinträchtigen die nonverbale Kommunikation, die phylogenetisch älter und weit wichtiger als das gesprochene Wort ist. Nicht nur beim Empfänger der Botschaft kommt unter der Maske weniger an, auch der Sender bemüht sich weniger um mimisch ausdrucksstarke Kommunikation, da diese ja sowieso nicht gesehen wird. Wie belastend ist für Dich diese Einschränkung? Stark, wenig, gar nicht? Hast Du bereits an Dir selbst feststellen können, welche Wirkung Deine eigene reduzierte Mimik auf Dich hat?

Kindern soll durch die Masken das Lernen vom Lesen in Gesichtern deutlich erschwert werden, was zu dauerhaften psychischen Defiziten führen soll. Glaubst Du daran?

8. Aufeinander achtgeben

Ist diese Forderung von Bundespräsident Steinmeier berechtigt oder lediglich eine Umschreibung der Aufforderung zur Denunziation?

Angenommen, während des Lockdowns hätte eine Kindergeburtstagsfeier im Nachbargrundstück stattgefunden mit circa 10 bis 15 Kindern als Gäste. Hättest Du in Dir den Impuls verspürt, die bei den Behörden anzuzeigen? Hättest Du es getan? Ist es ungerecht, wenn andere tun, was Du Dir selbst versagt hast?

Du hast es nicht getan. Warum nicht?

9. Philosophie und Leben

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Stimmst Du dieser Aussage zu? Gilt diese auch für wichtige Ereignisse im Leben, insbesondere von Kindern?

Ist die Welt vor dem 22.3.2020 für Dich unwiederbringlich verloren, oder bist Du der festen Überzeugung, daß alles vorbeigehen wird wie ein böser Traum? Worauf gründest Du Deine Überzeugung?

Wenn Du meinst, daß alles vorbeigehen wird, wie lange denkst Du, müssen wir mit den Einschränkungen noch leben? Hast Du Deine zeitliche Prognose geändert? Mehrfach? Aufgrund welcher Informationen und Eindrücke?

Du warst anfangs ein Befürworter der Maßnahmen der Regierung. Dann aber hast Du die „Seiten gewechselt“. Wann war das? Was genau hat Dich dazu veranlaßt?

Du warst von Anfang an gegen jegliche Einschränkungen, nun aber befürwortest Du diese. Was hat Dich zu diesem „Seitenwechsel“ gebracht? Wann fand er statt? Aus Überzeugung, oder hast Du lediglich die „Seiten gewechselt“ weil Du resigniertest, zermürbt bist, nur noch Deine Ruhe haben willst?

Vermisst Du die Welt von vor dem 22.3.2020? Wenn ja, was vermisst Du am meisten? Warum?

10. Religion, Christentum

Wie hältst Du es mit der Religion?

Gegenfrage, genervt: „Mein schönes Fräulein, darf ichs wagen …?

Okay, andere Frage: Wie sicher ist für Dich noch das Amen in der Kirche? (Sicher im Sinne von a) sicher vor Infektionen, b) daß es überhaupt noch erfolgt?)

Wie hältst Du es mit der Amtskirche?

Gegenfrage, schwer genervt: „Bist Du Kirchensteuerfahnder?“

11. Medien und Macht

Als die Einschränkungen verkündet wurden: Änderte sich Deiner Meinung nach ab diesem Zeitpunkt die Art und Weise der Berichterstattung von ARD, ZDF, DLF, dem Spiegel, der FAZ?

Falls ja, woran genau glaubtest Du, dies zu erkennen? Oder konntest Du nichts in dieser Hinsicht bemerken?

Fühlst Du Dich derzeit ausgewogen informiert von diesen Medien oder nicht? Worauf gründet Deine Ansicht?

Es ist bekannt, daß ein Journalist des Spiegels, Claas Relotius, Reportagen erfunden hat. Der Spiegel selbst hat diese Affäre aufgearbeitet und in einem Grundsatzpapier Besserung gelobt. Ist dies für Dich glaubwürdig? Warum?

Es ist auch bekannt, daß der Spiegel 2,3 Millionen € an Spendengeldern von der Bill & Melinda Gates – Stiftung erhalten hat. In einer Erklärung des Spiegels wird festgehalten, dies hätte keinen Einfluß auf die Berichterstattung. Was hältst Du von dieser Aussage?

Ist es Deiner Meinung nach überhaupt möglich, unter solchen Bedingungen journalistisch unabhängig zu arbeiten? Wenn ja, wodurch kann dies sichergestellt werden?

Ist Deiner Meinung nach die Gebührenfinanzierung von ARD und ZDF Hindernis oder Voraussetzung für journalistische Unabhängigkeit?

Falls Du Dich selbst zu den Querdenkern zählst: Wie hast Du Deinen Standpunkt erreicht? Hast Du zunächst für Dich ganz allein Deine Position formuliert und kamst Du Dir dabei mitunter wie ein Geisterfahrer auf der Autobahn vor, der dennoch unbeirrt daran glaubt, er wäre der einzige, der richtig führe und hast erst danach Medien gefunden, die Deine Ansicht stützen (Rubikon, KenFM, Nachdenkseiten, Peds Ansichten etc.), oder hast Du aufgrund eines diffusen Unbehagens angefangen, nach Ansichten zu suchen, die den Fernsehnachrichten
widersprechen?

Egal, welche Seite Du aber vertrittst: Konntest Du sicherstellen, nicht in die Denkfalle zu tappen, fremde Ansichten als eigene Erkenntnis anzusehen? Auf welche Weise hast Du dies sichergestellt?

Von Regierungsseite wurde mit Inkrafttreten der Einschränkungen zugleich vor der Gefährlichkeit des Virus gewarnt – Fürchtet Euch! In der Bibel aber treten die Engel, die Boten Gottes immer mit der Formel auf – Fürchtet Euch nicht! Haben Diese beiden Feststellungen für Dich eine tiefere Bedeutung? Wenn ja, was vermeinst Du, darin zu lesen? Oder stellt dies lediglich eine unzulässige Verknüpfung dar und ist allein die Botschaft der Regierung maßgeblich und zu beachten?

Rechnest Du damit, dass Angela Merkel auch nach 2021 Kanzlerin bleibt? Würdest Du dies wünschen? Würdest Du Dir Jens Spahn als ihren Nachfolger wünschen?

Rechnest Du damit, daß die Bundestagswahlen 2021 verschoben werden könnten? Falls dies tatsächlich einträte, würdest Du dies als gerechtfertigt ansehen, wie immer die Begründung dafür auch aussehen möge? Oder darf dergleichen schlichtweg nicht vorkommen, egal, wie die Lage im Lande auch wäre?

Angenommen, Du bist Querdenker, und die Bundestagswahlen finden wie geplant im September 2021 statt. Der Kanzlerkandidat der Unionsparteien, Markus Söder, fährt einen haushohen Sieg ein, ist aber dennoch auf einen Koalitionspartner angewiesen. Um Kontinuität zu wahren, kommt es zu einer Neuauflage der „Großen Koalition“. Die Politik hat im Jahre 2021 ungeachtet aller Proteste der Bevölkerung weitermachen können wie zuvor. Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten unverändert, die Polizei ahndet Übertretungen sehr streng, die Digitalisierung und Überwachung der Gesellschaft schreiten in Riesenschritten voran, ein Impfstoff gegen Covid-19 steht nun auch in Deutschland kurz vor der Zulassung. Gesundheitsminister Spahn hat bereits am Wahlabend verkündet, eine de facto-Impfpflicht einzuführen, da ohne Impfung viele Menschen fortan ihren Beruf nicht mehr würden ausüben können, eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wäre ungeimpft praktisch unmöglich.

Du hattest inbrünstig auf einen Wechsel gehofft. Resignierst Du jetzt? Oder bleibst Du trotzig unverdrossen – jetzt erst recht, denn nichts dauert ewig? Was ist es im einzelnen, was Dich resignieren beziehungsweise weitermachen läßt? Gestattest Du Dir folgende Gedanken: Wer sich so nach Führung sehnt, ist der Freiheit nicht wert! Sollen sie doch sehen, wo sie bleiben?

Kannst Du dennoch Verständnis für die offensichtliche Bevölkerungsmehrheit aufbringen? Oder witterst Du statt dessen Wahlbetrug?

Angenommen, Du hast stets die Linie der Regierung vertreten, alle Regeln immer gewissenhaft befolgt, egal, welche Härten damit für Dich persönlich verbunden waren. Die Politik der Regierung scheint langsam Erfolge zu verzeichnen, ein Impfstoff ist seit kurzem verfügbar, die Rückkehr zur Normalität ist für Dich mit Händen zu greifen.

Am Wahlabend kommt es entgegen allen Umfragen zu einem Sieg des Wahlbündnisses der Querdenker, der Partei WIR 2020 und einigen anderen freien Wählergruppen. Der Angela Merkel im Amt ablösende Michael Ballweg verkündet noch am Wahlabend die sofortige Rücknahme aller Einschränkungen und die Wiederherstellung der Grundrechte. Auch die geplante Impfpflicht ist damit vom Tisch. Gesundheitsminister soll Dr. Bodo Schiffmann werden, soviel steht bereits fest.

Am darauffolgenden Tag müssen sich manche Fernsehzuschauer auch an ein neues Gesicht bei den ARD- Tagesthemen gewöhnen: Der neue Chefintendant Ken Jebsen hat persönlich die Moderation dieser Sendung übernommen und verkündet an deren Ende etliche Neuerungen in eigener Sache, von einer neuen Struktur der öffentlich-rechtlichen Sender bis hin zur geplanten Abschaffung der Zwangsgebührenabgabe.

Welche Gefühle bewegen Dich hierbei? Bist Du traurig, wütend, zornig? Gestattest Du Dir folgende Überlegungen: Wir waren doch so kurz davor! Warum machen diese Chaoten jetzt alles kaputt? Binnen kürzester Frist wird Covid-19 zurückkehren, schlimmer als zuvor?

Oder macht sich in Dir ganz langsam eine unendliche Erleichterung bemerkbar?

Oder ist Dir der offensichtlich eingeleitete gesellschaftliche Wandel egal, Hauptsache, die da oben lassen Dich in Ruhe?

Glaubst Du, mit einem Systemwechsel könnten auch all die anderen Probleme gelöst werden, die uns belasten? Wenn ja, wieso ist das im derzeitigen System nicht möglich?

12. Demonstrationen und Proteste

Auf den Demonstrationen am 1. – und 29. August 2020 in Berlin waren etliche Leute zu sehen, die sehr phantasievoll gestaltete Aluhüte trugen. Hältst Du es für zulässig, vom äußeren Erscheinungsbild auf das Innere eines Menschen zu schließen? Hast Du das schon öfter getan? Wie oft lagst Du dabei spektakulär daneben? Wie oft behieltest Du recht?

Sind Deiner Meinung nach die Aluhüte Ausdruck einer ins Groteske gesteigerten Überreibung, um das damit verbundene Vorurteil zu pulverisieren? Oder denkst Du, das sei kein Showelement, sondern vom Träger ernst gemeint?

Hat Deiner Ansicht nach Saskia Esken von der SPD recht, die all diese Menschen als Covidioten bezeichnet hat?

Unabhängig davon, ob sie nun recht hat oder nicht: Ist es für einen Politiker statthaft, eine nicht geringe Anzahl von Menschen mit solchen Bezeichnungen zu belegen, natürlich nur in bester Absicht?

Sofern Du Anhänger der Regierungspolitik bist, kannst Du dennoch Verständnis für die Anliegen der Demonstranten aufbringen, oder siehst Du — wie Karl Lauterbach — in den Demonstranten wohlstandsverwahrloste Egoisten?

Sofern Du Querdenker bist, hast Du Verständnis für die Gegendemonstranten, die Dich als Gefährder der öffentlichen Gesundheit sehen? Hast Du Angst, Rechtsradikale könnten sich der Proteste bemächtigen und diese als Ausgangspunkt der Errichtung einer faschistischen Diktatur benutzen? Oder siehst Du den neuen Faschismus im Gewand des Antifaschismus daherkommen? Oder sind vielleicht beide Gefahren nur eingebildet, Popanz?

Siehst Du in der Pandemie eine willkommene Gelegenheit für die Milliardäre dieser Welt, den schon vor einiger Zeit vom WEF-Gründer Claus Schwab verkündeten „Great Reset“ umzusetzen oder sind derartige Befürchtungen für Dich nur Hirngespinste, Verschwörungstheorien?

13. Impfungen

Impfbefürworter – Impfgegner – es kommt darauf an, welche Impfung es ist. Kannst Du Dich in einer dieser drei Positionen wiederfinden, oder vertrittst Du eine noch ganz andere, hier nicht aufgeführte Position? Wie fandest Du zu Deiner eigenen Haltung in dieser Frage?

Angenommen, Du läßt Dich jedes Jahr gegen Grippe impfen, obwohl Studien belegen, der Effekt auf die Gesamtbevölkerung wäre gering. Wie wichtig ist Dir Dein persönlicher Schutz?

14. Ende der Welt

… Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen …
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen …“ (Jakob van Hoddis, 1911)

Nimmst Du die aktuelle Situation zum Anlaß, frühere Essays, Bücher, Zeitungsartikel hervorzuholen und darin zu lesen? Falls ja, warum tust Du das?

Siehst Du in der nun wissenden Rückschau in der Entwicklung hin zur aktuellen Krise eine Zwangsläufigkeit, erkennst Du Menetekel, Zeichen an der Wand, oder kommst Du eher zur Ansicht, der Lauf der Welt wäre ein wirres Durcheinander, ein Chaos, welches sich konsequent jeder Vorhersagemöglichkeit entzieht? Könnte sogar beides richtig sein? Widerspräche dies jedoch nicht der Logik des Aristoteles?

Nicht nur die Offenbarung im Evangelium nach Johannes handelt von der Apokalypse. Auch im Alten Testament lassen sich apokalyptische Visionen finden; zunächst geht es aber hierbei nur um die Wunschvorstellung, einen ungeliebten Herrscher loszuwerden und Gerechtigkeit wiederzuerlangen.

Bist Du der Meinung, die Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt sei eine Verfeinerung früherer Vorstellungen von der Apokalypse? Oder ist für Dich die Offenbarung des Johannes eine Warnung, die eine frühere untergegangene Hochzivilisation uns hinterlassen hat und die wir erst nach und nach zu entschlüsseln vermögen? (Beispiel: „Nur wer das Malzeichen trägt, darf kaufen und verkaufen.“ – Könnte Deiner Meinung nach ein implantierter RFID- Chip gemeint sein?)

Oder bleibt die Offenbarung für Dich schlichtweg ein „Buch mit sieben Siegeln“, worüber es sich nicht lohnt, tiefer nachzusinnen? Wenn Du diese Meinung für Dich vertrittst, welche Gründe hast Du dafür? Zeitliche, praktische? Oder denkst Du grundsätzlich nur ungern über dergleichen nach? Warum?

Wenn man Dir alle materiellen Güter wegnähme, könntest Du dann noch persönliches Glück empfinden? Könntest Du Glück empfinden, wenn Du auf unabsehbare Zeit, möglicherweise sogar den Rest Deines Lebens in einem Lager verbringen müsstest?

Ist es Deiner Meinung nach zulässig, unter solchen Bedingungen dennoch auf Besserung zu hoffen? Gar Kinder in die Welt zu setzen?

15. Fazit

Wenn Du Deinen Standpunkt reflektierst, hast Du dann den Eindruck eines relativ geschlossenen Bildes?

Versuchst Du, Meldungen, die Deinem Bild, das Du von der Welt hast, nicht entsprechen, zu ignorieren, abzuwehren? Sei ehrlich mit Dir: Wie oft hast Du dies in der letzten Zeit getan?

Oder bist Du ein grundsätzlich aufgeschlossener Mensch, auch für Informationen, die das Potential haben, Dein Weltbild zu erschüttern?

Wie reagierst Du, wenn solches eintritt? Emotional erschüttert? Verwirrt? Oder hast Du es im Grunde Deines Herzens schon immer gewußt?

16. Liebe

Bist Du der Ansicht, sie sei bereits verboten? Wirst Du Dich über das Verbot hinwegsetzen?


Danke, Steffen Duck, für diese (mindestens) 230 Fragen! Fragen, zu denen sich weitere Fragen gesellen werden, wenn diese ernsthaft angenommen werden.

Liebe Leser, bitte bleiben Sie achtsam.


Anmerkungen und Quellen

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(Titelbild) Glühlampe, Licht, Stecker, Intelligenz; Autor: Colin Behrens (Pixabay); 25.01.2018; https://pixabay.com/de/photos/gl%C3%BChbirne-idee-kreativit%C3%A4t-sockel-3104355/; Lizenz: Pixabay License

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