Maskenfall

Handeln statt Heulen, Mut statt Verzagtheit: Das ist das Gebot der Stunde.


Aktives Handeln befreit uns aus dem Gefühl von Machtlosigkeit, der Agonie, tatenlos dem was wir befürchten entgegenzusehen. So können wir eine dystopische, unterwerfende Haltung eintauschen gegen Positives, Konstruktives, Gestaltendes und so Verbindendes. Vorgelebtes Handeln möchte hier auch weiterhin einem größeren Kreis von Menschen bekannt gemacht werden und sei so ausdrücklich zur kreativen Nachahmung empfohlen.


Offener Brief an die Einzelhändler Dresdens (vom 4. Juli 2020) zur Maskenpflicht

Der Brief wurde von der Dresdner Initiative Bürgerforum e.V. im Namen einer Reihe von Dresdner Bürgern an die Einzelhändler gesendet.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr geehrte Einzelhändler in Dresden,

bereits seit Mitte April gilt in Sachsen, und damit auch in Dresden, im Einzelhandel eine Maskenpflicht. Die Regierung möchte von Ihnen, dass Sie diese gegen den Willen vieler Ihrer Kunden und Mitarbeiter durchsetzen. Auch für den öffentlichen- und den Reisebusverkehr gilt sie. Jedoch für Veranstaltungen drinnen wie draußen und auch in der Gastronomie nicht.

[…]

Ist Ihnen bekannt, dass die sogenannte Alltagsmaske bzw. Mund-Nasen-Bedeckung die Gesundheit Ihrer Kunden und Ihrer Mitarbeiter nachhaltig schädigt?

Haben Sie sich mit der CO2-Rückatmung, der Keimbelastung in den feuchten, permanent zu tragenden Masken und den psychischen Auswirkungen dieser “Alltagsmasken” schon beschäftigt? Können Sie sich vorstellen, dass es vor allem bei Menschen mit Kurzatmigkeit und Herz-Kreislaufproblemen, älteren Menschen und Schwangeren, durch das Tragen zu Schwindel, Atemnot und sogar Kreislaufkollaps kommen kann?

Ist Ihr Personal darüber informiert und darauf vorbereitet? Das Risiko einer bedrohlichen gesundheitlichen Situation ist hier um ein Vielfaches höher als an Covid-19 zu erkranken.

Können und wollen Sie das verantworten?

Hier finden Sie seriöse Quellen dazu:

Und auch Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer hält die Maskenpflicht für problematisch:

Diese Masken sind gesundheitsschädlich und sogar, was Keime betrifft kontraproduktiv.

[…]

Daher bitten wir Sie: Schließen Sie sich als Einzelhändler in Dresden zusammen und machen Sie sich stark für Ihre Mitarbeiter und Kunden. Lassen Sie Kunden wie Mitarbeiter ohne Mund-Nasen-Bedeckung in Ihre Läden. Klären Sie Ihre Mitarbeiter und Kunden auf. […]


Der vollständige Brief kann hier eingesehen werden: Offener Brief einer Bürgerinitiative an die Einzelhändler Dresdens

Der Brief blieb nicht ohne Reaktionen. Eine Reihe von Händlern forderte die sofortige Streichung ihrer Adressen aus dem Verteiler. Aber auch positiv gestimmte Antworten auf die Initiative wurden registriert. Unabhängig davon schrieben Dresdner Bürger auch direkt Händler in persönlichen Schreiben an und bekamen Antworten, die eine generelle Einstellung der Gesellschaft aufzeigen, was Unterordnung und Gehorsam betrifft. Aufgefallen war mir dies bereits, als ich mit einer Referentin im Amt des Dresdner Oberbürgermeisters kommunizierte. Diese verzichtete auf einen Austausch zu Sache und schob dafür Pflichtbewusstsein vor.

Hier die Antwort eines größeren Einzelhändlers aus dem Dresdner Umland, auf die Frage, welche Hintergründe dazu führten, dass auch in seinen Geschäften seit Kurzem erhöhter Wert auf das Tragen von Masken gelegt wird:


“[…]

ob wir die Masken nun gut oder schlecht finden stellt sich mir garnicht. Es ist schlicht und ergreifend eine gesetzliche Auflage, um seinen Laden öffnen zu dürfen. Sicher gibt es schönere Dinge wie mit der nervigen Maske herumzulaufen und für unsere Verkäufer ist es wahrlich nicht angenehm, den ganzen Tag mit Stoff im Gesicht herumzulaufen. Alternativ haben wir auch Gesichtsvisiere im Einsatz und bei garantiertem Abstand oder Folie zwischen Kunden und Verkäufer lassen wir auch die Masken weg.

Wir hoffen alle, das diese Phase doch bald vorbei ist, sind aber als Unternehmen dankbar, daß wir nicht schließen mußten. Wenn bei Rot an der Ampel kein Fußgänger zu sehen ist halten wir ja trotzdem an, auch ohne direkten Sinn. Wir sind als Ladner schlicht und ergreifend in der Pflicht, die Verordnung durchzusetzen und machen dies mit Augenmaß im Sinne unserer Verkäufer und Kunden.

[…]”


Diese Antwort zeigt – so meine ich – sehr deutlich, wo anzusetzen ist. Der Händler bekräftigt ausdrücklich, dass er den Druck “von oben” weitergeben müsste. Einfach deshalb, weil es so verordnet ist. Wider seinen gesunden Menschenverstand findet er sich mit der Idiotie einer Verordnung ab. Dieses “keine Wahl haben” argumentiert er mit einem bezeichnenden “Ampelverhalten”: “Wenn bei Rot an der Ampel kein Fußgänger zu sehen ist, halten wir ja trotzdem an.” Um es etwas auffälliger zu machen, um was es hier geht, stelle ich das Zitat mal um: “Wenn bei Rot für den Fußgänger kein Auto zu sehen ist, bleiben wir ja trotzdem stehen.” Auch nachts um drei? Es ist dieses bedingungslose Hinnehmen und Befolgen von Weisungen und Verordnungen, die uns schon einmal in eine Diktatur geführt haben. DAS war damals das Problem, nicht etwa, dass Deutschlands Bevölkerung nur aus “Nazis” bestand.

Dem Händler kam auch nach der Anfrage nicht in den Sinn, gegen “die Befehle von oben” vorzugehen, Beschwerden einzulegen, mögliche Rechtswege auszuschöpfen, aktiv zu werden, um Rat zu fragen. Wie schrieb er doch? “Wir sind als Ladner schlicht und ergreifend in der Pflicht, die Verordnung durchzusetzen […].” Seine Methode heißt Aussitzen, eine gefährliche Methode. Erinnern wir uns, wie das Bildungsbürgertum 1933 dem österreichischem Gefreiten eine äußerst kurze Karriere an der Spitze des Deutschen Reiches vorhersagte, was ein fataler Irrtum war – geboren auch aus Bequemlichkeit.

Dabei handhaben die Bundesländer ihre Corona-Regelungen durchaus flexibel, was darauf hindeutet, dass deren Sichten beileibe nicht umfänglich mit der Agenda der Regierungsspitze in Berlin übereinstimmen. Das gibt Kommunen ihrerseits Freiheitsgrade zur Anwendung des Corona-Regelwerkes. Der Autor hat sehr wohl Verständnis für die Zwänge, denen Menschen in ihrer jeweiligen Rolle und Funktion unterworfen sind, für den Grad an Mut, der aufzubringen ist, um aus dem Gehorsamsmuster auszubrechen. Dieses Verständnis gilt auch den Behörden und Regierungen.

So handhabt Sachsen die “Coronakrise” vergleichsweise moderat, und die Bürger sind bei weitem nicht den Schikanen ausgesetzt, die man aus Bayern, aber auch anderen Bundesländern erfuhr. Verantwortliches Handeln ist kein leichtes Ding, weshalb ich die Politiker des Freistaates Sachsen weiter ermutige, aus dem Berliner Irrsinn auszubrechen. Den Maskenzwang, als zentralen Bestandteil der sogenannten Coronamaßnahmen aktiv auszuhebeln, ist um so wichtiger, weil über Ländergrenzen hinweg ganz offensichtlich eine verstörende Agenda verfolgt wird, diesen Zwang zum Alltag zu machen (1 bis 3).

Das wird allerdings konterkariert durch den Gehorsam der Menschen, der gar – wider ihre Überzeugung zur Sache – vorauseilend ist! Denn, was den Maskenzwang in Sachsen angeht, wurde eine entsprechende Anfrage aus dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt folgendermaßen beantwortet:


Ihre Fragen betreffen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und die dazu geltenden Rechtsvorschriften in Sachsen.

zu 1. Die Nichteinhaltung von § 2 Absatz 5 Satz 1 Nr. 1 und 2 [ist] weder Straftat noch Ordnungswidrigkeit gemäß § 8 Absatz 2 der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 25. Juni 2020 (SächsCoronaSchVO) und demzufolge auch nicht bußgeldbewehrt.

zu 2. Nein, eine solche bußgeldbewehrte Pflicht für Geschäftsinhaber besteht ebenfalls nicht (4).

Wir weisen in diesem Zusammenhang allerdings auf § 1 (die Grundsätze) der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung vom 25. Juni 2020 (SächsCoronaSchVO) hin.

[…] Regierungsdirektor [Name ist dem Autor bekannt]


Das heißt noch lange nicht, dass wir hier in Sachsen einen auch nur annähernd akzeptablen Zustand gelebter Demokratie zum Einen und tatsächlich angemessener Maßnahmen in Bezug auf eine, wie auch immer geartete “Epidemiologische Lage von Nationaler Reichweite” hätten. Trotzdem gilt es, zu differenzieren.

Wenn nun aber Kommunen in Sachsen beginnen, Ordnungsstrafen wegen Nichteinhaltung der Maskenpflicht für Kunden oder Einzelhändler auszusprechen, können sie sich eben nicht hinter einer höheren Instanz verstecken – zumindest nicht in Sachsen –, sondern leben ganz eindeutig den dienernden Untertanengeist, den Thomas Mann bereits vor über einhundert Jahren so trefflich gezeichnet hat. Darauf können wir die Betreffenden – insbesondere Mitarbeiter von Ordnungsämtern, die scheinheilig Einzelhandelgeschäfte als vermeintliche Kunden austesten – sensibilisieren (5). 

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam.

Nachtrag:

Laut einem Artikel vom 14. Juli in der Sächsischen Zeitung wurde die Maskenpflicht in Sachsen bis zum 31. August des Jahres verlängert, wobei sich die weiter oben gegebenen Informationen zur Strafbewehrung sowohl auf Kunden- als auch auf Händlerseite bestätigten:

»Sowohl im Einzelhandel als auch in öffentlichen Verkehrsmitteln besteht in Sachsen weiterhin eine Maskenpflicht«, so eine Sprecherin des Sozialministeriums. Die Pflicht wurde kürzlich bis zum 31. August verlängert. Dem Ministerium zufolge sind Ladeninhaber und Fahrer von öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtet, ihr Hausrecht wahrzunehmen. Sie müssten Personen ohne Maske auf ihr Versäumnis hinweisen, dürften sie sogar des Ladens oder Fahrzeugs verweisen. Ein Attest müssten sie nicht anerkennen. Ordnungsämter prüften stichprobenartig die Einhaltung der sächsischen Coronaschutz-Verordnung. Bugeldbewehrt sei ein Verstoß gegen die Maskenpflicht nicht.” (6)


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden.

(1) 12.07.2020; RND; Johnson wirbt für Masken – und trägt erstmals selbst eine; https://www.rnd.de/politik/grossbritannien-premier-boris-johnson-tragt-erstmals-maske-J2WEPIECNZTAC6HS4VAOBX5IZY.html

(2) 09.07.2020; Rubikon; Thomas Grüninger; Die Gessler-Maske; https://www.rubikon.news/artikel/die-gessler-maske

(3) 12.07.2020; Sputnik News; https://de.sputniknews.com/ausland/20200710327482526-serbiens-proteste-chef-epidemiologe/; Auch in Serbien locken “Experten” mit der generellen Maskenpflicht als “Ausgleich” für Ausgangssperren und Quarantänemaßnahmen.

(4) 25.05.2020; Bußgeldkatalog zur Ahndung von Verstößen im Bereich des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) in Verbindung mit der SächsCoronaSchVO; Tatsächlich sind im Katalog keine Bußgelder wegen Unterlassung der Durchsetzung der Maskenpflicht bei Kunden für Einzelhändler gelistet; https://www.coronavirus.sachsen.de/amtliche-bekanntmachungen.html#a-7093

(5) Ein schon etwas älterer Beitrag bei BILD lässt die Annahme zu, dass zumindest das Dresdner Ordnungsamt auch hier zurückhaltend agiert; siehe dazu: https://www.bild.de/regional/dresden/dresden-aktuell/bussgeld-bilanz-so-machen-sachsens-kommunen-mit-corona-kasse-70360208.bild.html; So belegbare Handlungen des Amtes gegenüber Einzelhändlern vorliegen, können diese gern an Peds Ansichten kommuniziert werden. In anderen Kommunen sieht das leider anders aus.

(6) Laut einer Sprecherin des Sächsischen Sozialministeriums wurde die Maskenpflicht bis zum 31. August 2020 verlängert; 14.07.2020; Sächsische Zeitung; Stephanie Wesely; Maskenpflicht trotz Atemnot

(Titelbild) Emotionen, Blase; 11.2.2017; Autor: Lars_Nissen_Photoart (Pixabay); https://pixabay.com/de/liebe-wut-trauer-hass-entkommen-2055960/; Lizenz: Pixabay License

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