Ein Plädoyer für die ARD-Tagesschau?

Warum nicht? Hinter der Fassade der ARD finden sich heterogene Kollektive von Menschen aus Fleisch und Blut, die subjektiven Handlungszwängen unterliegen – wie Sie und ich. Diese Menschen kann man kritisieren, man kann sie aber auch – und das vergessen viele – unterstützen. Das Verteufeln fällt den meisten leicht, bedient aber doch nur Feindbilder und ist so in keiner Weise konstruktiv. Hier der Mutmacher der Tagesschau, für dessen Fortsetzung wir den Machern Mut machen sollten.  

Tagesschau und die Nachricht hinter der Nachricht (5)

Kontinuität in der Art und Weise von Berichterstattung ist ein starkes Zeichen für feste, unveränderte Strukturen, für beständige Abhängigkeitsverhältnisse. Damit verbunden ist die immer gleiche Wahl von Themen sowie ihre einseitige, parteiische Behandlung. Die ARD-Tagesschau zelebriert ihre immanenten Abhängigkeiten ungewollt eindrucksvoll. Doch die Muster sind durchschaut.

Die langen Schatten des Greater Middle East

Die Hegemonial-Stellung der Vereinigten Staaten von Amerika bröckelt an allen Ecken und Enden. Auch wenn es die Sprache der seit Januar 2017 amtierenden US-Regierung nicht unbedingt vermuten lässt, berücksichtigt diese in ihrem praktischen Tun durchaus die geänderten Kräfteverhältnisse. Das zeigt auch deren offizielle Politik in Syrien. Damit jedoch ist die Maschine des Projekts für das neue (US-)amerikanische Jahrhundert mitnichten stillgelegt. Die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten zeigen es auf.

Kenneth Roth, die NGOs und der US-Machtkampf in Syrien

Die Medienmaschine des neokonservativen Establishments macht Pause im Falle Syriens. Die Informationsmaschine aber welche den Mainstream bedient, läuft auch im September 2017 unverdrossen weiter und kann natürlich, wenn es in aktuelle politische Vorhaben passt, unverzüglich wieder in Anspruch genommen werden. Die sogenannte Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch (HRW) hat in diesem System seit vielen Jahren einen festen Platz.

Deir-ez-Zor und die Einheit Syriens

Während in den Massenmedien Schweigen das Geschehen im Osten Syriens begleitet, überschlagen sich in den alternativen Medien die Spekulationen. Nämlich dahingehend, dass die Teilung Syriens, angestrebt durch die USA und unter Missbrauch kurdischer Autonomiebestrebungen nun doch in die Tat umgesetzt wird. Doch so kristallklar sind die Dinge nicht.

Syrien – Bemerkenswerte Veränderungen

Nach sechs Jahren eines aus dem Ausland über Syrien gebrachten Krieges – eines Krieges, der inzwischen länger andauert als der große Völkermord des Zweiten Weltkrieges – gibt es nun endlich hoffnungsvolle Signale auf ein Ende des Blutvergießens. Das leidgeprüfte Land gewinnt Schritt für Schritt seine Souveränität zurück und das hat verschiedene Ursachen.

Sigmar Gabriel und die Ethik der Macht

Der deutsche Außenminister hat dicke Tränen vergossen, ob der Boshaftigkeiten türkischer Politik gegenüber harmlosen deutschen demokratischen Freiheitskämpfern, die doch nur das Gute in alle Welt tragen und den ach so hehren wie von moralisch getragener Reinheit erfüllten Geist der deutschen Gutmenschenpolitik den demokratietechnisch etwas zurück gebliebenen Türken verkünden wollen. Doch was ist die Nachricht hinter der Nachricht?

Die Rattenlinie und ein Inside Job

Im Jahre 2012 zog der damalige US-amerikanische Präsident Barack Obama eine „Red Line“ (Rote Linie), deren Überschreiten er mit einer erforderlichen US-amerikanischen Intervention in Syrien gleich setzte. Der investigative Journalist Seymour Hersh nahm das zum Anlass, eine weitere Linie sehr ähnlichen Namens offenzulegen, die „Rat Line“ (Rattenlinie). Doch was hat das mit der 2012 erfolgten Ermordung des US-Botschafters in Libyen zu tun?

Hausgemachte Probleme auch in Syrien: Korruption und Machtmissbrauch

So sehr auch die Verantwortung für den nicht enden wollenden Krieg in Syrien bei den jihadistischen Terrormilizen und ihren Ziehvätern aus den arabischen Ölmonarchien sowie den großen westlichen Demokratien festgemacht werden kann, so sehr sind es auch die jahrzehntelangen inneren Probleme der Gesellschaft dort, die das Land verletzlich machten. Dass diese Probleme bis heute nicht gelöst wurden, hat vielfältige Ursachen. Wie dem auch sei: Syrien bezahlt dafür einen extrem hohen Preis.

Humanitäre Interventionen – Neusprech für Angriffskriege

Als sich im Jahre 1990 die Auflösung des Militärbündnisses unter sowjetischer Führung, des Warschauer Vertrages abzeichnete, mehr noch sogar die Auflösung der Sowjetunion selbst, war das für viele gleichbedeutend mit dem Meilenstein als Start in eine neue friedliche globale Welt. Die alten Feindbilder hatten sich aufgelöst, die kommunistische Gefahr als Begründung zur Hochrüstung ausgedient. Man müsste meinen, dass allerorts der Aufbrauch in das friedliche Zeitalter gefeiert würde. Doch dem war nicht so.

Syrien – Niederlage für die verdeckten Krieger

Es ist verdächtig ruhig um die Berichterstattung über Syrien geworden. Dabei tobt dort nach wie vor ein Krieg gegen salafistische Terroristen und diese werden von den westlichen Nationen nach wie vor aktiv unterstützt. Der vorgetäuschte Kampf des Westens gegen den IS ist dabei das Narrativ für den Kampf gegen die syrische Regierung, das syrische Volk. Denn insbesondere die USA streben nach wie vor die Teilung Syriens an!

Tagesschau und UN – Geplagt von Amnesie im Falle Khan Sheikhoun

Das fortwährende sich Drücken vor einer vollständigen Untersuchung der Umstände durch welche es möglicherweise zum Einsatz von Nervengas kam, lässt Zweifel an der Unabhängigkeit der Organisation zur Verhinderung des Einsatzes Chemischer Waffen (OPCW) aufkommen, verlautbarte das russische Außenministerium in einem Kommentar Ende Mai 2017. Das passt zur Rolle als Instrument der westlichen Mächte, welche die OPCW von Anfang an im Syrien-Krieg einnahm. Und wie berichteten in dieser Zeit unsere Öffentlich-Rechtlichen Sender?

Graue Wölfe in Syrien

Als im Herbst 2015 – mit der Aufnahme eines starken militärischen Engagements Russlands an der Seite der legitimen syrischen Regierung – die Russland-Hetze in den westlichen Massenmedien neue Gipfel erklomm, wurde ein russischer Bomber durch eine türkische F-16 abgeschossen. Lauthals und in Solidarität mit der Erdogan-Regierung wurde damals verkündet, die Türkei habe sich gegen einen aggressiven Akt der Russen verteidigt. Heute ist es still darum geworden – und dahinter steckt Sinn. Denn Narrative zementiert man auch durch NICHT berichten.