Die angeblich verrückten Mullahs in Teheran: Darauf hat man in der Vergangenheit die iranische Führung reduziert. Aber weder sind „die Mullahs“ verrrückt, noch stehen sie exklusiv für die iranische Politik der vergangenen Jahrzehnte.


Wir treffen also ein weiteres Mal auf ein Narrativ, eine Erzählung. Solche einfach gestrickten Erzählungen verfolgen stets konkrete Ziele, sind Teil psychologischer Operationen. Aber die heutige Radikalität des iranischen Widerstands auf die israelische, US-unterstützte Aggression hat tiefere Wurzeln. Eine davon liegt sicher in der psychopathischen Note seiner Feinde. Feinde, denen jedes Mittel recht wie legitim ist, um dem Gegner kalkuliert zu schaden. Doch dürfen wir gleichermaßen anerkennen, dass gerade die iranische Außenpolitik der vergangenen Jahrzehnte eine Reihe von Fragen aufwirft. Und es geht um noch viel mehr: um die Kontrolle von Märkten und Ressourcen.


Dieser Text versucht viel, vielleicht zu viel abzudecken. Andererseits möchte gerade dies die Komplexität der Strukturen und Prozesse aufzeigen, welche in den seit Jahrzehnten verwalteten Iran-Konflikt hineinspielen. Wer verwaltet was, wer bespielt wen? Und je stärker man sich auf diese Komplexität einlässt, desto klarer wird einem, dass das Narrativ eines primären Problems von systematischen Menschenrechtsverletzungen im Iran und einer iranischen Bedrohung des Staates Israel an den Haaren herbeigezogen ist. Es ist billiges Futter für den Konsumenten, der es sich in der von den Medien bereitgestellten Welt von gut und böse bequem gemacht hat.

Morde mit Kalkül

Es ist keineswegs ein neuartiges Phänomen, wenn in Reihe und auf heimtückische Art und Weise iranische Wissenschaftler und Politiker umgebracht werden. Das geht schon seit Jahrzehnten so. Dass es gleichartigen Funktionsträgern in Israel nicht genauso ergeht, hat offensichtlich etwas mit der unterschiedlichen Mentalität auf den jeweiligen Seiten zu tun. Nicht „die verrückten Mullahs“ führen seit Langem und ganz offen Todeslisten, es sind Dienste des angeblichen Bollwerks der Demokratie im Nahen Osten, israelische Dienste also (1).

Und so wird in Medien gefragt, wer da Jagd auf iranische Unterhändler macht. Eine Frage, die eine schnelle Antwort herausfordert, angesichts der unheilvollen Rolle, welche der israelische Geheimdienst Mossad seit Jahrzehnten auch im Iran ausfüllt. Die Anschlagserie gegen iranische Atomwissenschaftler spricht Bände (2). Aber lässt sich damit alles erklären?

Es ist auffällig, dass selbst in Friedenszeiten iranische Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft im Iran ermordet wurden, nicht außerhalb des Landes. Das deutet auf eine Systematik bei der Begehung der Verbrechen hin. Aber mehr noch sind das Hinweise, dass im Land ein weitläufig ausgebautes Netzwerk ausländischer Agenten existiert, wie auch inländischer Agenten, die für externe Machtgruppen aktiv sind. Und über diese Netzwerke werden nicht etwa „Hardliner“ ermordet, sondern „Moderate“ und völlig Unbeteiligte. Die doch eigentlich zumindest indirekt stille Verbündete des Westens sein müssten. „Die Moderaten“ werden umgebracht, was „die Hardliner“ in ihren Konzepten nur bestärkt. Ist das ein nicht beachteter Nebeneffekt oder ist das gewollt?

Am 1. April des Jahres wurde der 81-jährige iranische Diplomat Kamal Charazzi bei einem Raketenangriff auf sein Haus so schwer verletzt, dass er Tage später daran verstarb. Von 1997 bis 2005 war Charazzi iranischer Außenminister und bis zu dessen Tod Berater des obersten politischen Führers Ajatollah Ali Chamenei (3).

Charazzi war offensichtlich ein Vermittler zur Herbeiführung eines Waffenstillstandes im aktuellen Krieg gegen sein Land. Es liegt auf der Hand, dass der Angriff auf ihn eine Torpedierung eben dieser Verhandlungen zum Ziel hatte. Was den Autor stutzig machte: Chamal Charazzi hatte offenbar enge Verbindungen zur Londoner Denkfabrik Chatham House (4, b1).

Kamal Charazzi während eines Symposiums im Chatham House, 2017 (Quelle: Chatham House)

Wer Verbindungen zu Chatham House pflegt, pflegt nicht nur diese, sondern ist eng in die informellen Londoner Netzwerke eingebunden. Was den Autor umtreibt, ist die Frage, was wirklich den Berater eines obersten religiösen Führers des Iran nach Großbritannien zog (5). Dort, wo sich die vom Westen gepamperte politische Opposition des Iran gut eingerichtet hat (6 bis 8).

Das ist aber nicht alles. Im Westen wusste man um die Rolle und das Wesen von Charazzi. Schlicht deshalb, weil man über viele Jahre hinweg intensive Kontakte mit ihm pflegte. Er war ein Vermittler, ein „Gemäßigter“. Wenn wir das eingangs erwähnte Narrativ vom „Mullah-Regime“ betrachten, sollten wir bereits hier stutzig werden. „Die Mullahs“ wären also durchgedreht, strebten nach der Atombombe und wollten Israel vernichten. Aber ihre Außenpolitiker zeigen nicht nur gute Sitten, sind umgänglich und redegewandt. Sie sind auch „moderat“, streben keine Maximalforderungen an und versuchen die Position der Gegenseite zu verstehen.

Die Einen morden aus Überzeugung, die anderen mit Kalkül. „Die Überzeugten“ sind in diesem Sinne wahnhaft, und die Anderen? Nun, das sind die Psychopathen. Jetzt dürfen wir uns noch der Frage zuwenden, wer im Endeffekt wen benutzt. Und natürlich, wer „die Anderen“ eigentlich sind.

Iranische Politiker und westliche Denkfabriken

Noch jemand war bei Chatham House eingeladen: Abbas Araghtschi, seit 2024 iranischer Außenminister (9). Auch Araghtschi war Berater des Ajatollah und auch Araghtschi ist augenscheinlich in den Londoner Netzwerken integriert. Er promovierte in den 1990er-Jahren in Großbritannien (10).

Abbas Araghtschi während eines Symposiums im Chatham House, 2018 (Quelle: Chatham House)

Das muss nicht bedeuten, dass Politiker wie Charazzi oder Araghtschi ausgemachte Agenten für (vereinfacht) britische Großmachtpolitik gewesen wären. Dass sie gar zeitlebens oder auch nur vorübergehend ihr Land verraten hätten. Es bedeutet lediglich, aber eben auch nicht weniger, dass diese Menschen in die politischen, informellen Netzwerke des Westens fest integriert waren beziehungsweise sind.

Araghtschi spielte eine große wie transparente Rolle im Verhandlungsprozess, der zum Atomabkommen mit dem Iran, dem Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) führte (11). Ausführlich trug er bei Chatham House die iranische Position vor. Eine Position, die sich streng an das Völkerrecht und die Verbindlichkeit von Vereinbarungen hält (12). Noch Anfang Februar des Jahres betonte Araghtschi — nicht in Kenntnis darüber, dass eine weitere Aggression gegen den Iran bereits beschlossen worden war (a1): „Wir sind bereit, eine vielversprechende Vereinbarung über die Anreicherung zu erzielen“ (13).

Ein weiterer iranischer Politiker als mehrfacher Gast bei Chatham House ist der Harvard-Absolvent Seyed M. Kazem Sajjadpour, der über Jahre hinweg in hohen Funktionen im iranischen Außenministerium arbeitete (14, 15).

Wenn ein Politiker bei Chatham House eingeladen wird, dann keinesfalls nur deshalb, weil man neugierig ist zu hören, was der Mann zu sagen hat. Schließlich ist das in der Regel bereits zuvor bekannt. Hier geht es vielmehr um Einbindung. Das ist typisch für solche Organisationen und gilt genau so für die Bilderberg-Konferenz, die Atlantik-Brücke und andere.

Chatham House ist eine mächtige Denkfabrik. Sie gilt als britisches Pendant zum US-amerikanischen Council on Foreign Relations. In Einrichtungen wie diesen werden weitreichende, ideologisch eingefärbte, strategische Konzepte entwickelt. Entwickelt nicht vorrangig von demokratisch gewählten Politikern sondern einflussreichen Akteuren aus dem Wirtschafts-, Wissenschafts-, Finanz- und Militärsektor.

„Die [bei Chatham House] erstellten Expertisen und Lösungsempfehlungen können durch die international tätigen Mitglieder weltweit gezielt verbreitet werden. Einzelne Schlüsselprojekte werden von der Rockefeller-Stiftung, der Bill & Melinda Gates Foundation, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der NATO oder der EU finanziert und gesponsert.“ (16)

Chatham House ist transatlantisch (im Sinne der US-amerikanischen Neokonservativen), zionistisch (im Sinne des Projekts Israel) und globalistisch (im Sinne des WEF) aufgestellt. Und entsprechend vertrat und vertritt es stets Konzerninteressen, Interessen global agierender Körperschaften:

„Zu den Major Corporate Members zählen sich u. a. die drei weltgrößten Rohstoffabbaukonzerne Rio Tinto Group, BHP Billiton und Anglo American, die staatlichen Erdölunternehmen aus Kuwait und Saudi-Arabien, die US-Botschaft, die Investmentbanken Goldman Sachs, HSBC und Morgan Stanley, die Großbanken Deutsche Bank, Barclays und die Royal Bank of Scotland, AIG (einer der weltgrößten Versicherungskonzerne), die Rüstungskonzerne BAE Systems und Lockheed Martin, die weltgrößten Anwaltskanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer und Linklaters, die weltgrößten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG und PricewaterhouseCoopers, der weltgrößte Managementberatungsdienstleister Accenture, die weltgrößte Nachrichtenagentur Thomson Reuters, die Medienkonzerne BBC und Bloomberg, der weltgrößte Tabakkonzern British American Tobacco, die City of London, Glaxo Smith Kline sowie Vodafone.“ (16i)

Zu diesen Mitgliedern gesellen sich Konzerne wie BASF, Boeing, EADS (Airbus), De Beers (Diamantenproduzent und -händler), Google, Amazon und Pfizer. Dazu kommen Finanzkonzerne wie BlackRock, Citigroup, UBS-Bank, die Warburg-Bank und die Weltbank. Die Liste ist nicht vollständig.

Aber einige Organisationen seien doch noch herausgestellt: die Europäische Kommission (siehe auch PLandemie), der Wellcome Trust (siehe auch PLandemie), die Gates Foundation (siehe auch PLandemie und Farbrevolutionen) und die Open Society Foundations (siehe Farbrevolutionen) (17). In diesem Gespinst privater Interessen glaubten iranische Spitzenpolitiker nationale Interessen ihres Landes vertreten und gar durchsetzen zu können?

Beziehungsgeflechte

Im öffentlichen Informationsraum wird ein erbitterter Konflikt zwischen dem Iran und der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft dargestellt. Diese Erzählung ist widersprüchlich, und das allein schon durch die informellen Netzwerke im Westen, in die iranische Politiker eng eingebunden sind. Dazu gehört der weiter oben erwähnte Abbas Araghtschi, jetziger iranischer Außenminister und einer der Chefunterhändler bei der Ausarbeitung des Atomabkommens (JCPOA) mit dem Iran.

Ein Neffe von Abbas Araghtschi heißt Ahmad Araghtschi. Dieser war bis zum Jahre 2018 als stellvertretender Gouverneur der Zentralbank für den Devisenhandel zuständig (18), bis er, laut westlichen Medien, zusammen mit mehreren anderen Personen, darunter einem Regierungsbeamten und vier Währungsspekulanten, festgenommen wurde (19). Sanktionen auf dem Finanzmarkt waren über Jahrzehnte hinweg die Hauptwaffe, um den Iran in seiner Politik gefügig zu machen. Doch führen Sanktionen (nicht nur) dieser Art stets zu einem Effekt, einem gewollten Effekt? Dieser Effekt lautet schlicht und einfach: versuchte Umgehung der Sanktionen. Das kann aber kaum der Grund für die Festnahme von Ahmad gewesen sein.

Der Handel mit der sanktionierten Währung wird nämlich in einen Schattenmarkt verschoben, in dem der Spekulation Tür und Tor geöffnet wird. Ahmad Araghtschi saß in Schlüsselpositionen, um an „harte Währung“ zu gelangen. Neben seiner hochrangigen Funktion bei der iranischen Zentralbank war er zudem Vorsitzender der Handels- und Entwicklungsbank der ECO, der ECO Trade and Development Bank (ETDB) (20). Die ECO ist die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Economic Cooperation Organization) und wurde bereits im Jahre 1985 in Teheran gegründet. Sie ist als Unterorganisation der Vereinten Nationen registriert. Ihr gehören die mittelasiatischen Staaten Iran, Pakistan, die Türkei, Afghanistan, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan an. Die ETDB finanziert diverse Projekte in den Mitgliedsländern. Das half auch dem Iran, westliche Sanktionen „ganz legal“ zu umgehen, in dem er die Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten forcierte.

Ahmad Araghtschi füllte also eine Doppelrolle aus, die wir weiter unten noch besprechen. Er stand zudem der in Teheran ansässigen Tadbir IT Group Ltd. (Tadbir Pardaz IT Group) vor (21), einem Unternehmen, dass sich mit der Entwicklung von Software-Lösungen für Finanzsysteme befasst (22). Doch nach seiner Festnahme fiel Ahmad sozusagen nach oben. Denn bereits im Folgejahr weilte er in den USA, als offizieller Beamter der iranischen Botschaft (23). Da hatte wohl sein Onkel die schützende Hand über ihn gehalten, denn zu jener Zeit war der jetzige iranische Außenminister Abbas Araghtschi bereits Staatssekretär im iranischen Außenministerium (24).

Moderiert jemand von außen die gesellschaftliche Spaltung im Iran zwischen „Reformern“ und „Hardlinern“? Und wie gestaltet sich das im Iran selbst? Vor und während der Implementierung des JCPOA könnten einige Dinge geschehen sein, die sich der gemeine Konsument nicht vorzustellen vermag.

Das JCPOA

Das JCPOA könnte nämlich, so der Verdacht des Autors, missbraucht worden sein, um die Installation einer mächtigen Fünften Kolonne im Iran voranzutreiben, sozusagen ein Trojanisches Pferd einzuschleusen. Folgende Meldung aus dem Vorjahr brachte mich ein weiteres Mal auf diesen Gedanken:

„Außerdem hat die Justiz der Islamischen Republik Iran Roozbeh Wadi hingerichtet. Er ist ein iranischer Nuklearwissenschaftler, der mit Israel zusammengearbeitet und Informationen über seine Kollegen weitergegeben haben soll, die dann durch israelische Angriffe ermordet wurden. Berichten zufolge hat Roozbeh Wadi in der Vergangenheit in einer der wichtigsten Nuklearanlagen des Iran gearbeitet hat.“ (1i)

Dem Iran werden seit jeher Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Ironischerweise werden Israel keine Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen, wenn es mit seinen Agenten im Iran auf Menschenjagd geht. Man muss das nicht begrüßen, aber nachvollziehbar ist es allemal, dass die iranischen Sicherheits- und Justizbehörden radikal mit Agenten und Terroristen umgehen (25).

Das JCPOA räumte der Internationalen Atomenergiebehörde weitreichende Befugnisse zur Kontrolle der Einhaltung iranischer Verpflichtungen bei der Anreicherung und Anwendung spaltbaren Materials ein. Es bedarf keiner großen Fantasie, um sich auszumalen, wie diese Privilegien für fremde Mächte ausgenutzt werden können. Dazu gehört auch das Korrumpieren oder auch geschickte Ausforschen iranischer Wissenschaftler, die in der iranischen Atomforschung tätig sind.

Während dieser Aspekt für den Leser eingängig sein dürfte, gilt das für einen weiteren wohl nicht. Wie dem auch sei, dürfte das gerade skizzierte Trojanische Pferd (JCPOA) aber eine operative Doppelfunktion ausgeübt haben. Um das zu verstehen, müssen wir uns aber nochmals der Personalie des Neffen des aktuellen iranischen Außenministers zuwenden, was gleich erfolgt.

Das JCPOA wird allgemein als Errungenschaft der Diplomatie, als Paradebeispiel für das erfolgreiche Suchen nach einer friedlichen Konfliktlösung bewertet. Aber genau das ist in Frage zu stellen. Denn worum es immer im Iran ging, war die Öffnung seines Marktes für westliche Investoren. Das klingt im ersten Augenschein recht harmlos, gar positiv. Doch steckt dahinter etwas anderes: die Inbesitznahme von Ressourcen des Iran und lukrative, politisch abgesicherte Kapitalanlagen für westliche Finanzkonzerne. Und dafür gibt es starke Indizien.

Ist Ahmad Araghtschi ein Agent?

Der schon erwähnte Ahmad Araghtschi könnte dabei eine gewichtige Rolle gespielt haben. Der Autor ist sogar der Annahme, dass Ahmad Araghtschi ein Agent ausländischer Mächte ist. Und das weiß sein Onkel, der nun als Außenminister des Iran fungiert, er muss es wissen. Weil das, was der Neffe in der Vergangenheit betrieb, als Information allgemein zugänglich ist.

Am 20. April 2015 wurde ein ausführlicher Beitrag von Ahmad Araghtschi auf der Webseite der hierzulande kaum bekannten, in London residierenden Stiftung Bourse & Bazaar Foundation veröffentlicht. Einige Passagen seien daraus zitiert:

„Die ungewöhnlichen Hindernisse, denen unsere Wirtschaft ausgesetzt ist, haben zu einer bedauerlichen wirtschaftlichen Stagnation geführt. Diese Situation hat sich negativ auf ein Land mit enormem Potenzial ausgewirkt, das ansonsten für internationale Investoren äußerst attraktiv wäre.“ (26)

Ahmad Araghtschi beklagte also ein schlechtes Investitionsklima im Iran, vor allem für ausländische Investoren, und er begründete das mit „ungewöhnlichen Hindernissen, denen unsere Wirtschaft ausgesetzt ist“. Diese „ungewöhnlichen Hindernisse“ beruh(t)en auf Sanktionen der „westlichen Wertegemeinschaft“ und diese Sanktionen wurden stets politisch begründet, nicht wirtschaftlich (27). Das heißt aber noch lange nicht, dass reale oder fiktive Menschenrechtsverletzungen die wahren Motive für die Verhängung von Sanktionen sein müssen. Das war nicht so in Syrien, es war es nicht in Libyen und in Venezuela war es das auch nicht. Auch war es das nicht im Irak, in Afghanistan oder in der Koreanischen Volksrepublik usw. Die wahren Gründe lagen und liegen stets in der versuchten „Öffnung des Marktes“ dieser Nationalstaaten für internationale Kapitalanleger, eingebunden die profitträchtige Ausbeutung aller denkbaren Ressourcen des jeweiligen Landes.

Und genau darauf kam Ahmad Araghtschi umgehend zu sprechen. Statt die Lösung für die Probleme primär in der Aufhebung der Sanktionen zu thematisieren, sprach er offen das aus, was seine (westliche) Umgebung tatsächlich von iranischen Politikern erwartete. Und das findet sich nicht etwa unter der schwülstigen Formel „Einhaltung der Menschenrechte“, sondern schlicht und einfach im Wort Liberalisierung. Ahmad Araghtschi sprach der Liberalisierung und Finanzialisierung der iranischen Wirtschaft das Wort:

„Die führenden Akteure des iranischen Finanzsektors müssen im Bereich des Financial Engineering flexibel und innovativ sein und Investoren — ob aus dem In- oder Ausland — eine breite Palette an Finanzinstrumenten anbieten. Dies führt zu der Schlussfolgerung, dass es für uns in der Branche keine wichtigere oder wirksamere Strategie gibt als die Verbriefung.“ (26i)

Der Leser weiß, um was es bei Verbriefungen geht? Araghtschi wurde noch deutlicher. Er warb ganz offen für Banken, Investmentgesellschaften und Vermögensverwalter — jenen aus dem Ausland wohlgemerkt. Er, damals Vizegouverneur der iranischen Zentralbank, warb ungeniert für die Freigabe der nationalen Wirtschaft des Iran für westliches Kapital und viel spekulatives Spielzeug für Finanzkonzerne (Hervorhebung durch Autor):

„Verbriefung ist die Finanzpraxis, verschiedene Arten von Verbindlichkeiten, illiquiden Vermögenswerten und/oder Gruppen von Vermögenswerten zu liquideren Finanzinstrumenten zu bündeln, um diese an Drittinvestoren zu verkaufen. Verbriefung fördert die Liquidität auf den Kapitalmärkten, indem sie es Investoren erleichtert, Anlagen branchenübergreifend zu kaufen und zu verkaufen (einzusteigen und auszusteigen). Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurden verschiedene neue Arten von Projektfinanzierungsmethoden für Infrastrukturinvestitionen im Iran entwickelt. Entschädigungsvereinbarungen, verschiedene Formen von Build-Operate-Transfer-Modellen (BOTs) und in jüngster Zeit öffentlich-private Partnerschaften (PPPs) sowie die Emission von Partizipationsanleihen, Unternehmensanleihen und Sukuks sind Beispiele für unsere Bemühungen zur Projektfinanzierung.“ (26ii)

Also, wenn das kein Agent ist…

Schauen wir noch einmal, auf welcher Plattform Ahmad Araghtschi seine Ideen bewarb, schauen wir uns etwas genauer die Bourse & Bazaar Foundation an. In ihrer Eigendarstellung erfahren wir:

„Die Stiftung wurde im Oktober 2020 als gemeinnützige Einrichtung im Vereinigten Königreich gegründet und begann ihre Tätigkeit im Jahr 2015 als gleichnamiger digitaler Verlag.“ (26iii)

Gerade rechtzeitig, möchte man meinen, wurde eine Plattform erschaffen, auf der (unter anderen) Ahmad Araghtschi seine Ideen veröffentlichen konnte — Zufall? Wer diesen „digitalen Verlag“ finanzierte, wird nicht preisgegeben. Wir können es aber erahnen, wenn wir uns weitere Informationen zu dieser Stiftung einholen. Gründer und Direktor ist Esfandyar Batmanghelidj, eingebunden in die Netzwerke des World Economic Forum (WEF), des European Council on Foreign Relations (ECFR) und der Systemmedien (Bloomberg) (28).

Hauptsponsor des ECFR sind übrigens die Open Society Foundations des Alexander Soros (zuvor George Soros), weitere Sponsoren die Stiftung Mercator, Microsoft, die Gates Foundation, die Rockefeller Foundation sowie die Daimler AG, und zusätzlich werden öffentliche Gelder von europäischen Regierungen und der NATO in die Stiftung gepumpt (29). Die Namen sind Programm und sagen uns deutlich, dass der ECFR private Interessen vertritt, aber kaum nationale Interessen.

Kommen wir zurück zur Bourse & Bazaar Foundation. Die Mitglieder des Vorstands haben allesamt an westlichen Bildungseinrichtungen studiert. Sie sind ebenfalls mit dem ECFR liiert, oder mit der Weltbank oder der Brookings Institution. Da kann es nicht wundern, wenn man unter anderen diese Finanziers der Stiftung erfährt: Open Society Foundations, Rockefeller Brothers Fund, ECFR (30).

Die Europa-Iran-Foren

Die Europa-Iran-Foren, auch und präziser benannt als EU-Iran-Foren, wurden im Jahre 2014 unter anderem vom Magazin European Voice ins Leben gerufen. European Voice gehörte zu einem der weltgrößten Medienverlage: The Economist Group. Einer der Direktoren dieses Konzerns war unter anderem Alex Karp, der Chef von Palantir, des weltweit operierenden Konzerns für Schnüffel-Software (31). The Economist Group ist eng vernetzt mit der Bilderberg-Konferenz, dem Rockefeller-Imperium und der einflussreichen US-amerikanischen Denkfabrik Council on Foreign Relations.

Das erste Forum fand in Wien statt (32), das zweite 2015 in Genf. Das zweite Forum ist deutlich informativer und damit aussagekräftiger. Von den 44 Teilnehmern kamen 21 als Vertreter von Finanzkonzernen (Banken, Investmentgesellschaften), davon sieben aus dem Iran. Neun Teilnehmer vertraten Beratungsgesellschaften (zum Beispiel große Anwaltskanzleien), davon waren drei aus dem Iran. Drei Teilnehmer kamen von großen Medienkonzernen (The Economist, Financial Times, Bloomberg), bleiben noch 12 Teilnehmer. Das waren fünf aktive oder ehemalige hohe Politiker (einer aus dem Iran) und vier von „echten“ Wirtschaftsunternehmen (Alstom, RWE, Cargill, Tadbir) (33).

Fehlen noch zwei Teilnehmer, und die vertraten sogenannte Nichtregierungsorganisationen. Einmal die Londoner Denkfabrik British Council und dann die Search for Common Ground. Letztere ist augenscheinlich in die Netzwerke der Open Society Foundations eingebunden und erhielt in jener Zeit auch Geld von diesen Stiftungen (34). Doch eine Personalie unter den Teilnehmern stach für den Autor heraus, eine Personalie, die bereits mehrfach in dieser Abhandlung zur Sprache kam: Ahmad Aragthschi. Wie schon erwähnt, war Ahmad damals einer der Vizegoverneure der iranischen Zentralbank. Aber bei diesem Treffen vertrat nicht er sondern Gholamali Kamyab die Zentralbank. Und in seiner Vita zum Treffen in Genf wird seine Rolle bei der Zentralbank auch nicht zur Sprache gebracht. Stattdessen liest man:

„Seyed Ahmad Araghchi ist Geschäftsführer der Tadbir Pardaz IT Group, einem in Privatbesitz befindlichen Finanztechnologieunternehmen. Tadbir ist einer der führenden Anbieter von Finanztechnologie- und IT-Lösungen im Iran und im Nahen Osten und betreut große Banken und Finanzinstitute. Die Lösungen des Unternehmens umfassen Portfoliomanagement, die Verwaltung von Investmentfonds, Brokerage-Lösungen mit elektronischem Handel, Marktinfrastruktur sowie Research- und Informationsverbreitungsdienste.“ (35)

Der Interessenkonflikt ist kaum zu übersehen. Für Ahmad Araghtschis Tadbir Pardaz bot sich da ein potenziell lukratives Geschäft, denn das Unternehmen verkauft Leistungen im IT-Bereich, die genau auf solche Instrumente wie die oben beworbenen Verbriefungen — eben mittels solcher Verbriefungen (Zertifikate) betreibt man Spekulationsgeschäfte — zugeschnitten sind. Und einer der weltweit größten Spekulanten war George Soros. George Soros, dessen „Nichtregierungsorganisationen“ der Open Society Foundation schlicht und einfach dafür geschaffen wurden, nationale Märkte für Spekulationsgeschäfte nutzbar zu machen.

Das andere Schlagwort, das Ahmad Araghtschi in den Mund nahm (siehe Zitat weiter oben), war Public Private Partnership (PPP). Ein äußerst beliebtes Instrument, um öffentliche Kassen als Kredithebel zu benutzen, ein Instrument, dessen Anreiz darin besteht, Kosten zu sozialisieren und Gewinne zu privatisieren. Ein weiteres Instrument, aus dem auch Leute wie Soros mit ihren Hedfefonds so enorme Gewinne erzielen. Der Agent Araghtschi bewarb ein Geschäftsmodell, das der Iran mitnichten benötigt:

„Mit Vertrauen meine ich, dass Investoren transparente und verlässliche Informationen sowie zuverlässige Plattformen für den Handel mit verbrieften Projekten und Investitionen zur Verfügung gestellt werden. Investoren müssen darauf vertrauen können, dass sie ihre Anlage jederzeit zu einem fairen Preis verkaufen können, wann immer sie sich dazu entschließen. Daher bin ich der Ansicht, dass die Verbriefung, auch wenn sie nicht der einzige Weg, aber dennoch eine unverzichtbare Voraussetzung zur Verbesserung des Investitionsklimas ist, von entscheidender Bedeutung ist. Die Verbriefung bietet die besten und effizientesten Methoden, um die Projekte des Landes in der Zeit nach den Sanktionen in kürzester Zeit zu finanzieren.“ (26iii)

Und warum braucht der Iran so etwas nicht? Weil er seine Investitionen ohne weiteres selbst schultern kann — nun ja, könnte. Nach Finanzialisierung lechzen ganz andere Akteure. Das Problem war, dass dem Iran die Einnahme von US-Dollar erschwert und verwehrt wurde, ein Mangel wurde künstlich erschaffen. Und stattdessen der Iran im Dollar schwamm, fühlte sich die Regierung gezwungen, was zu tun? Sie gab Schuldscheine aus, sogenannte Gerechtigkeitsaktien, und sie animierte die Bevölkerung dazu, in den Aktienhandel einzusteigen. Schließlich pumpte sie auch noch einen Teil der knapp gewordenen Devisen in den heimischen Aktienmarkt (36). Das passt genau in die JCPOA-Agenda.

Es hat etwas von Satire, dass ausgerechnet die US-Regierung durch ihr Sanktionsregime über Jahre hinweg die iranische Wirtschaft vor dem Zugriff von Investoren des Schlages Soros schützte (37), und ab 2018 den Iran zur Abkehr von jenen Praktiken zwang, die Agenten wie Ahmad Araghtschi im Land populär gemacht hatten. Die sicher teilweise auch schmerzhaften Sanktionen für den Iran sorgten auf der politischen Ebene für den Erhalt nationaler Souveränität. Wer also profitierte wirklich vom JCPOA und den damit verbundenen Sanktionslockerungen und wessen Interessen wurden gefährdet?

Kampf um strategische Ressourcen

Ein Aspekt der westlichen Erzählung über die Probleme des Iran liegt in seiner angeblichen Misswirtschaft. Das würde soziale Unruhen fördern, die das Regime mit Gewalt unterdrückte. Mit Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran könnten westliche Konzerne und Banken die iranische Wirtschaft aufbauen und modernisieren. Diese Erzählung hält der Realität nicht stand.

Mit Misswirtschaft — die gibt es schließlich überall, vor allem politisch verantwortet auch hierzulande genügend — sind die in den letzten Jahrzehnten geschehenen wirtschaftlichen Verwerfungen des Iran nicht zu erklären. Zwischen 1995 und 2007 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Iran jährlich um durchschnittlich vier Prozent, und das trotz seitens der USA verhängter Sanktionen. Als dieses Sanktionsregime ab 2006 von der UNO und der EU weitergetrieben und verschärft wurde, eingeschlossen ein Ölembargo, führte dies 2011 zu einem Einbruch des BIP um 7,7 Prozent. Nach der Aufhebung vieler Sanktionen im Zuge des JCPOA stieg das BIP sofort rasant an. Um nach Wiedereinführung des US-Sanktionsregimes erneut in die Knie zu gehen. Der Zusammenhang ist sonnenklar (38).

Nun hat der Autor wiederholt festgestellt, dass die Motive für die westlichen Sanktionen gegen den Iran vorgeschoben sind. Es geht nicht um Menschenrechte und es geht auch nicht um eine iranische Gefahr für Israel. Es geht schlicht und einfach um strategische Autonomie, um Souveränität. Was jedoch vielfach übersehen wird: Es geht keineswegs nur um die Souveränität des Iran!

Die vierte Ausgabe des Europa-Iran-Forums wurde 2017 unter einer bemerkenswerten Losung einberufen: „Davos of Iran“ (39). Man ist geneigt zu sagen: Der Name ist Programm. Denn aus gutem Grund taugt Davos als Schlagwort für die seit den 1970er-Jahren vorangetriebene Globalisierung, die mit exzessiver Finanzialisierung und der einhergehenden Herstellung von finanziellen Abhängigkeiten für ganze Volkswirtschaften einherging. Das WEF-Gespinst, also Davos, braucht (auch) den Iran, aber der Iran braucht Davos mitnichten.

Es ist ganz einfach: Der Iran verfügt über die drittgrößten derzeit bekannten Ölreserven der Welt — mehr als doppelt so hoch wie die der USA (40). Seine Vorräte an Erdgas sind die zweitgrößten weltweit — und mehr als das Dreifache jener der USA (41). Öl und Gas sind strategische Rohstoffe, mehr als je zuvor. Und keine wieder und wieder propagierte Geschichte von einer Energiewende, von „grüner Energie“ und ähnlichen kann diese knallharte Tatsache aus der Welt schaffen. Ein souveräner Staat achtet auf seine strategischen Ressourcen, entscheidet, an wen und für was er diese verkauft, und wie er die Gewinne langfristig investiert.

Strategisches Denken schaut weit voraus. Der Iran nutzt seine Erlöse aus fossilen Rohstoffen, um eine Energieinfrastruktur aufzubauen, die auch noch trägt, wenn Öl und Gas einmal zur Neige gehen oder den gestiegenen Energiebedarf nicht decken können. Die friedliche Nutzung der Kernenergie sieht er als geeignete Komponente. Zumal diese mit Technologietransfer und branchenübergreifender Weiterentwicklung diverser Wirtschaftsbereiche einhergeht. Das nennt man Souveränität. Eine Wirtschaft ohne zuverlässige energetische Grundlage ist reines Wunschdenken, Phantasterei. Der Iran denkt strategisch und er denkt souverän. Und während er das tut, intensivieren sich folgerichtig seine Beziehungen zu China und Russland.

Fragen wir noch einmal: Wem nützte das JCPOA?

Das JCPOA zum Zweiten

Die Frage, ob das JCPOA dem Iran nutzte, dürfte soweit geklärt sein. Der politischen Führung des Iran wurde eine Möhre hingehalten. Die sah so aus, dass, wenn er „kooperieren“ und teilweise die Souveränität über sein Atomprogramm — und nicht nur das! — aufgäbe, ihm die Sanktionsschlinge gelockert würde. Er also „ganz normal“ wieder sein Öl und Gas verkaufen könnte, was die wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen im Land sofort glätten würde. Und eine politische Kaste des Iran, deren Mitglieder allesamt ihre höhere Ausbildung im Wertewesten genießen durften, wurde infiltriert, um den iranischen Markt zu öffnen, aber für was zu öffnen?

Das Modell der Finanzialisierung ist eines der Kontrolle über den Kapitalmarkt. Die europäischen Globalisten haben nichts davon, wenn der Iran seine eigenen Projekte auch selbst finanziert. Was er könnte. Denn seine Einnahmeseite, gesichert durch seine strategischen Ressourcen, erlauben ihm das. Nur wenn künstlich ein Mangel an Devisen erzeugt wird, dann braucht er plötzlich externe Finanziers. Genau das hat man mit dem Iran gemacht.

Man hat den Iran mit Technologietransfer gelockt, mit der Modernisierung seiner Infrastruktur für die Öl- und Gasförderung. Abgesichert mit Krediten, am besten westlichen und die verbrieft (siehe weiter oben Ahmad Araghtschi). Praktisch stellte sich das folgendermaßen dar:

„Das JCPOA hob im Januar 2016 einen Großteil der westlichen Energiesanktionen gegen Iran auf und erlaubte internationalen Energiekonzernen, Projekte in der Islamischen Republik zu sondieren. Europäische Unternehmen wie Total, Shell und OMV entsandten Delegationen nach Teheran. Iran sollte erstmals seit Jahrzehnten in den globalen Energiemarkt zurückkehren.“ (42)

Hier vermischen sich Wahrheit und Unlogik. Denn, um auf den globalen Energiemarkt zurückzukehren, bedurfte der Iran weder des Zutuns von Total, noch dem von Shell und auch nicht dem von OMV. Das sind alles europäische Energiekonzerne, beachten wir das.

„Die wirtschaftliche Logik war zwingend. South Pars enthält nach offiziellen Angaben rund 14 Billionen Kubikmeter Erdgas und etwa 18 Milliarden Barrel Kondensate, mehr als die gesamten nachgewiesenen Reserven Russlands. Total schloss im Juli 2017 einen vorläufigen Vertrag über die Entwicklung der South-Pars-Phase 11 ab, gemeinsam mit der chinesischen CNPC und der iranischen Petropars. Das Projekt hätte iranisches Gas in Exportqualität mobilisiert und den Weg zu einer späteren Anbindung an den europäischen Markt geebnet.“ (42i)

Fassen wir das zusammen. Der Iran gestattete weitreichende Kontrollen seines Atomprogramms durch Inspektoren der (nur formal neutralen) Internationalen Atomenergiebehörde und gab damit einen Teil seiner Souveränität auf. „Zur Belohnung“ durfte er wieder Öl und Gas auf dem Weltmarkt verkaufen. Und westliche, präziser westeuropäische Energiekonzerne würden, im Wesentlichen gestützt durch westliche Kredite (Geldschöpfung, Verbriefung), auf dem iranischen Energiemarkt Fuß fassen dürfen und später Gewinne abschöpfen. Dafür wiederum erschuf der Iran (seit 2005) einen privaten, mit dem westlichen Bankensystem verbundenen Sektor von Kredit- und Investmentbanken. Nicht nebenbei gänge das alles einher mit einer Infiltrierung der iranischen Gesellschaft, der „Stärkung der Zivilgesellschaft“, einem permanenten Druck auf die Entscheidungen der iranischen Regierung.

Nützte das JCPOA tatsächlich dem Iran? Klare Antwort aus Sicht des Autors: Nein. Gut, aber wir haben bei all dem gar nicht mehr von den USA gesprochen. Was denken Sie: Nutzte das JCPOA den USA?

Souveränität und Macht

Mir scheint, dass das globalistische Modell an allen Ecken und Enden knirscht und kracht. Was für die kurzfristige Perspektive im EU-Raum nichts Gutes bedeuten muss. Denn die im letzten Kapitel erzählte wahre Geschichte ging anders aus, als es sich die Architekten erträumt hatten.

„Der Ausstieg von Präsident Donald Trump aus dem JCPOA im Mai 2018 und die Wiedereinführung der Sekundärsanktionen zwangen Total, Shell, OMV und weitere europäische Akteure zum sofortigen Rückzug aus iranischen Energieprojekten. Wer in den USA Kapitalmarktzugang und Bankbeziehungen unterhält, konnte das Risiko einer amerikanischen Strafmaßnahme wirtschaftlich nicht tragen.“ (42ii)

Auf diese Art und Weise europäische Vasallen in ihren strategischen Vorstellungen einzuhegen, war keinesfalls eine revolutionäre Idee von Donald Trump und seiner Regierung. Der Vorgänger, Barack Obama, verantwortete dies:

„Das Referenzurteil lag bereits vor. BNP Paribas hatte 2014 eine Strafe von 8,9 Milliarden US-Dollar akzeptiert, weil sie Transaktionen mit sanktionierten Ländern über das US-Finanzsystem geleitet hatte.“ (42iii)

BNP Paribas ist ein französischer Finanzkonzern. So groß er auch sein mag, darf er doch nicht alles, auch nicht in der ach so freien westlichen Welt. Dass er Geschäfte mit einem „Unrechtsregime“ betrieb, ist reines, vorgespieltes Theater. BNP Paribas wurde „bestraft“, weil der Konzern strategische Interessen des Lehnsherrn verletzte. Praktisch funktioniert das so:

„Der Zugang zum Dollarsystem, zum SWIFT-Netz und zum US-Kapitalmarkt ist für jeden international operierenden Energiekonzern überlebensnotwendig. Die nominelle Legalität eines Iran-Geschäfts nach europäischem Recht ändert nichts daran, dass es faktisch durch amerikanisches Recht dominiert wird.“ (42iv)

Das im Hinterkopf zogen sich Shell, OMV, Total und Siemens umgehend aus dem Iran-Geschäft zurück, womit natürlich auch alle dahinterstehenden Finanzgeschäfte platzten.

Zwei Monate nachdem Trump das JCPOA aufgekündigt hatte, begann man dieses auch im Iran aufzukündigen. Der Chef der iranischen Zentralbank, Valiollah Seif, wurde nämlich aus seinem Amt entlassen, später verhaftet und 2021 zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde illegaler Devisenschmuggel, die Unterschlagung von 30 Milliarden US-Dollar und 60 Tonnen Goldreserven vorgeworfen (43). Nun wurde hier bereits berichtet, dass Ahmad Araghtschi sich der Protektion durch seinen Onkel Abbas Araghtschi erfreuen durfte, allerdings nicht für lange:

„Am Samstag [, dem 16. Oktober 2021,] wurde auch Ahmad Araghtschi, Neffe des ehemaligen Spitzenunterhändlers in Atomfragen Abbas Araghtschi, der bis zu seiner plötzlichen Verhaftung im Jahr 2018 als Stellvertreter für Devisenangelegenheiten bei der Zentralbank tätig war, zu acht Jahren Haft verurteilt.“ (43i)

Der Autor stuft das JCPOA als eine strategische Täuschung gegenüber dem Iran ein, um diesen quasi mit Softpower, sozusagen durch die Hintertür, zu übernehmen und dann systematisch ausweiden zu können. Aber das Konzept ging nicht auf. Und in verblüffender Weise haben die politischen Manöver der US-Regierung unter Donald Trump daran einen gewichtigen Anteil, und zwar bis zum heutigen Tag. So wir beim Begriff bleiben, erfährt das, gerade auch in Europa verankerte globalistische Konzept eine strategische Niederlage nach der anderen. Und die zeigt sich ganz handfest in der Zerstörung seiner energetischen Basis.

Der Iran wendet sich inzwischen China und Russland zu, verlagert seine Öl- und Gasexporte, geht neue strategische Partnerschaften ein (44). Das alles, ohne seine strategische Autonomie aufzugeben. Der noch immer schwelende Konflikt mit Israel und den USA wird das nur noch forcieren, denn die Weichen sind gestellt.

Zum Abschluss möchte Ihnen der Autor Einblicke in ein gewöhnlich nicht vermitteltes Bild des Iran gewähren.

Eine revolutionäre Situation im Iran?

Das ist es schließlich, was westliche Medien über die gesellschaftliche Situation in diesem Staat verbreiten. Nun, eine (weitere) Farbrevolution hat es im Januar gegeben. Bei allen inhärenten Problemen des Iran kann aber von einer Massenbewegung, einer von der Gesellschaft geforderten und unterstützten Revolution ihres Staatswesens keine Rede sein.

Im Mai des Jahres reiste eine Delegation unabhängiger Journalisten und Medienkommentatoren aus dem Westen und der Region in den Iran, um von vor Ort zu berichten — und bot damit einen seltenen Gegenpol zur vorherrschenden westlichen Darstellung des Konflikts. Zu ihnen gehörte Bushra Shaikh, eine britisch-pakistanische Moderatorin und politische Kommentatorin. Die Delegation reiste quer durch das Land — von Teheran nach Isfahan, Bandar Abbas und darüber hinaus —, besuchte angegriffene Orte, nahm an nächtlichen Kundgebungen teil und dokumentierte eine Gesellschaft, die kaum Ähnlichkeit mit dem Bild hatte, das die Mainstream-Medien zeichneten. Die iranische Nachrichtenagentur MEHR interviewte Shaikh zu ihrer Reise:

MEHR: Was hat Sie dazu bewogen, in dieser kritischen Situation in den Iran zu reisen — und was hat Sie während Ihres Besuchs am meisten überrascht oder beeindruckt?

Shaikh: Was mich dazu motiviert hat, ein zweites Mal in den Iran zu kommen, war der Wunsch, die Stereotypen der etablierten Medien über den Iran in Frage zu stellen. Wir im Westen werden mit Berichten und Reportagen über den Iran überschüttet, die oft einseitig sind. Man bekommt also kein wirklich ausgewogenes Bild. Und für einen Journalisten wie mich ist die Berichterstattung vor Ort, besonders in Kriegszeiten, meiner Meinung nach unerlässlich für guten Journalismus. Die Möglichkeit, hierherzukommen und wirklich darüber zu berichten, was im Iran vor sich ging, mit Menschen zu sprechen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich der Krieg auswirken kann — das ist für jeden Journalisten eine riesige Chance. Und tief in meinem Herzen ging es mir persönlich auch darum, ein umfassenderes Bild davon zu vermitteln, wer das iranische Volk ist, wie seine Kultur aussieht, und eine echte Perspektive zu bieten.

Es fällt mir nicht schwer, diese Zeit im Iran als etwas Einzigartiges zu beschreiben, denn ich war an Orten wie Isfahan, in die ich mich verliebt habe. Es wird dem Ganzen wirklich nicht gerecht, wenn man sich das nur auf Google oder im Internet ansieht. Man muss Isfahan besuchen, um wirklich zu begreifen, wie beeindruckend diese historische Kunst, Kultur und Gemeinschaft ist, die seit so vielen Jahren in den Zivilisationen existiert. Und das ist nur ein winziger Tropfen im Ozean dessen, was der Iran ausmacht. Isfahan ist nur ein Ort. Es gibt diese Vielfalt an Kunst, Kultur, Glauben, Religion, Musik, Tanz, Poesie — und das findet man in jedem Teil des Iran, aber es gibt auch verschiedene Teile des Iran. Ich würde den Leuten sagen: Wenn man den Iran einmal besucht, reicht das nicht aus. Man müsste mehrmals kommen. Und man merkt erst, wie groß der Iran ist, wenn man hierherkommt.

MEHR: Inwiefern unterscheidet sich das, was Sie hier vor Ort erlebt haben, von der Darstellung, die von den westlichen Mainstream-Medien verbreitet wird?

Shaikh: Das ist eine so wichtige Frage — diese gängige Erzählung wirklich zu entlarven, denn ich halte sie für eine erfundene Geschichte. Oft verstehen die Menschen nicht, dass die politische Instrumentalisierung von Menschen dazu dient, Zustimmung zu erzeugen, sie zu entmenschlichen und Kriege gegen sie zu führen. Und genau das haben wir hier im Iran erlebt — die Entmenschlichung der Iraner, die Behauptung, sie seien vielleicht nicht so zivilisiert. Diese Vorstellung, dass eine Gruppe von Menschen – für mich ist das reine Unwissenheit seitens derer, die nicht genug wissen. Die Vorstellung, dass man, wenn man nicht im Westen lebt, wenn man in Westasien oder Südasien lebt, irgendwie nicht würdig oder als Mensch nicht gleichwertig ist — für mich ist das eines der wichtigsten Dinge, die ich als Journalist als Herausforderung betrachte. Und ein Besuch im Iran spricht Bände über das Niveau ihrer Intelligenz, ihr Verständnis und ihre tief verwurzelte Kultur.

Aber es gibt etwas sehr Wichtiges, das ich über den Iran gelernt habe — es ist eine Kultur, die inklusiv ist, das heißt, sie akzeptiert jeden. Es spielt keine Rolle, welcher Rasse man angehört oder welchen Hintergrund man hat. Iraner zu sein bedeutet, eine bestimmte Form von System und positive Ideale zu akzeptieren, die man gemeinsam teilt. Es hängt also nicht von deiner Hautfarbe ab. Es ist einfach eine Lebensweise und eine Geisteshaltung. Wenn man das, was wir über den Iran wissen — oder was uns im Westen über den Iran erzählt wird —, mit dem vergleicht, was man hier vor Ort als Wahrheit erlebt, gibt es eine riesige, riesige Diskrepanz, einen riesigen Unterschied. […]“  (a2, 45)

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Wenn man offen ist und nichts aus dem Bereich des Denkbaren ausschließt, dann ist es auch erlaubt, den Gedanken zu wälzen, dass Araghtschi die Verhandlungen mit dem Westen Ende Februar quasi „für die Galerie“ betrieb und in Kenntnis über den bevorstehenden Angriff war. Zu viel in der Politik ist inszeniert, als dass man die im Informationsraum insgesamt recht einfach erzählten Geschichten, auch der diversen Nahost-Konflikte, für bare Münze nehmen muss.

(a2) Die Übersetzungen aus dem Englischen erfolgten unter Zuhilfenahme von Deepl.com.

(1, 1i) 10.08.2025; Euronews, The Telegraph; Farhad Mirmohammadsadeghi; „100 Namen auf Israels Todesliste“: Wo sind Irans Atomwissenschaftler?; https://de.euronews.com/2025/08/10/israel-iran-atom-wissenschaftler-angriff

(2) 16.01.2012; The Guardian; Mehdi Hasan; Iran’s nuclear scientists are not being assassinated. They are being murdered; https://www.theguardian.com/commentisfree/2012/jan/16/iran-scientists-state-sponsored-murder

(3) 10.04.2026; ARD-Tagesschau; Irans Ex-Außenminister Charassi getötet; https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-freitag-108.html#Irans-Ex-Aussenminister-Charrasi-getoetet

(4) 05.04.2026; RT deutsch; Wer macht Jagd auf iranische Unterhändler? […]; https://freedert.online/der-nahe-osten/276117-wer-macht-jagd-auf-iranische/

(5) 31.12.2022; Merkur; Bedrettin Bölükbasi; Ausgerechnet Russland warnt Baerbock vor fremder Atomgefahr — droht eine neue, gefährliche Epoche?; https://www.merkur.de/politik/russland-iran-deutschland-atomwaffen-uljanow-esmaili-nuklear-putin-drohung-gefahr-news-92002326.html

(6) https://de.wikipedia.org/wiki/Iran_International; abgerufen: 23.04.2026

(7) 06.03.2026; taz; Ali Sadrzadeh; Alle wollen Freiheit; https://taz.de/Opposition-in-Iran/!6160096/

(8) 23.03.2026; TESAA; Iranische Oppositionskonferenz in London […]; https://www.tesaaworld.com/de/news/iranian-opposition-conference-in-london-a-new-beginning-towards-political-change

(9) 22.02.2018; Chatham House; Iran’s Foreign Policy Priorities; https://www.chathamhouse.org/events/all/members-event/irans-foreign-policy-priorities

(10) 26.03.2026; ARD-Tagesschau; Uwe Lueb; Das sind die derzeit Mächtigen im Iran; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-wer-sind-die-maechtigen-100.html

(11) Februar 2025; Arms Control Association; The Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) at a Glance; https://www.armscontrol.org/factsheets/joint-comprehensive-plan-action-jcpoa-glance

(12) 22.02.2018; Chatham House; Iran’s Foreign Policy Priorities, HE Abbas Araghchi outlines Iran’s foreign policy priorities in 2018 and beyond.; https://www.chathamhouse.org/events/all/members-event/irans-foreign-policy-priorities

(13) 07.02.2026; Telegraph; Iran says talks with US in Oman ‚a good start‘, more discussions expected; https://telegra.ph/Iranian-Foreign-Minister-Abbas-Araghchi-stated-in-an-interview-with-Al-Jazeera-that-Tehran-does-not-intend-to-stop-uranium-enric-02-07

(14) Islamic Republic of Iran; Seyyed Mohammad-Kazem Sajjadpour; https://en.mfa.gov.ir/portal/organizationpersoninfo/13761; abgerufen: 23.04.2026

(15) 06.11.2018; Chatham House; Iran’s New Foreign Policy Challenges; https://www.chathamhouse.org/events/all/members-event/irans-new-foreign-policy-challenges

(16, 16i) 24.12.2023; Die Erben Salomos; Chatham House; https://dieerbensalomos.wordpress.com/2023/12/24/chatham-house/

(17) Mai 2026; Chatham House; Corporate membership: https://www.chathamhouse.org/become-member/corporate-membership/corporate-members

(18) 16.01.2018; Mehr News Agency; Turkish, Iranian central banks committed to expand ties; https://en.mehrnews.com/news/131308/Turkish-Iranian-central-banks-committed-to-expand-ties

(19) 08.05.2018; France 24, AFP; Iran central bank forex chief arrested: judiciary; https://www.france24.com/en/20180805-iran-central-bank-forex-chief-arrested-judiciary

(20) ECO Trade and Development Bank; Annual Report 2017; https://test1453.etdb.org/Content/AnnualReports/Annual_Report_2017.pdf; abgerufen: 02.06.2026

(21) 17.01.2020; Robert Lansing Institute; Education permission policy as for the students from enemy countries needs changed; https://lansinginstitute.org/2020/01/17/education-permission-policy-as-for-the-students-from-enemy-countries-needs-changed/

(22) IT Teams Global; Senior.NET Developer […]; https://it-teams-global.de/en/job/senior-net-developer-project-lead-financial-systems/; abgerufen: 03.06.2026

(23) 12.01.2019; Alarabiya, Ali Hajizade; While the Iranian regimes’s elite bash US, their children reap its benefits; https://english.alarabiya.net/features/2019/01/12/While-Iranian-regime-bash-the-West-elites-children-reap-its-benefits

(24) 11.05.2021; Vanshika Sharma; Who ist Sayyid Abbas Araghchi […]; https://thesportsgrail.com/who-is-sayyid-abbas-araghchi-iran-foreign-affairs-minister-biography-age-family-wife-children-religion-and-education/

(25) 21.04.2026; Top War; „To teach others a lesson“: A Mossad agent was identified and executed in Iran.; https://en.topwar.ru/281373-chtoby-drugim-nepovadno-bylo-v-irane-vyjavili-i-kaznili-agenta-mossad.html

(26 bis 26iii) 20.04.2015; Bourse & Bazaar Foundation; Seyed Ahmad Araghchi; Iran’s Capital Markets: Securitizing the Future; https://www.bourseandbazaar.org/articles/2015/4/20/irans-financial-market-securitizing-the-future

(27) Europäischer Rat; Zeitleiste — Iran: Restriktive Maßnahmen; https://www.consilium.europa.eu/de/policies/sanctions-against-iran/timeline-eu-sanctions-against-iran/; abgerufen: 03.06.2026

(28) Johns Hopkins School of Advanced International Studies; Esfandyar Batmanghelidj; https://bipr.jhu.edu/experts/469-Esfandyar-Batmanghelidj.cfm; abgerufen: 03.06.2026

(29) European Council on Foreign Relations; Our funding; https://ecfr.eu/donors/funding/; abgerufen: 03.06.2026

(30) Bourse & Bazaar Foundation; Our Board, Our Funding; https://www.bourseandbazaar.org/; abgerufen: 02.06.2026

(31) GOV.UK; Alexander Caedmon KARP; https://find-and-update.company-information.service.gov.uk/officers/yDpSGyLE31CjNVYL453OxgSb814/appointments; abgerufen: 08.06.2026

(32) 15.10.2014; The 1st Europe-Iran Forum; https://www.bourseandbazaar.org/s/Europe_Iran_Forum_Delegate_Book.pdf

(33) Bourse & Bazaar Foundation; 2nd Europe-Iran Forum; https://www.bourseandbazaar.org/eif2; abgerufen: 08.06.2026

(34) 23.07.2015; Open Society Foundations Announce New Executives Fund Recipients; https://www.opensocietyfoundations.org/newsroom/open-society-foundations-announce-new-executives-fund-recipients-2

(35) 24.09.2015; 2nd Europe-Iran Forum; https://static1.squarespace.com/static/54db7b69e4b00a5e4b11038c/t/59df63ade3df2822ee3d579e/1507812287527/Delegate%2Bbook%2B2nd%2BEurope%2BIran%2BForum.pdf; S. 14; siehe auch: https://www.ccig.ch/files/4/The%202nd%20Europe-Iran%20Forum_V5%20(2).pdf

(36) 27.01.2021; Aljazeera; Maziar Motamedi; What does Joe Biden’s presidency mean for Iran‘ stock market?; https://www.aljazeera.com/economy/2021/1/27/what-does-joe-bidens-presidency-mean-for-irans-stock-market

(37) 03.05.2016; watson; Europa-Iran: Handlungsbedarf für Europa in der Iran-Politik; https://www.watson.ch/903005291-europa-iran-handlungsbedarf-fuer-europa-in-der-iran-politik

(38) 24.01.2020; Bundeszentrale für politische Bildung; Cornelius Adebahr; Das internationale Atomabkommen: ein Erfolg mit Verfallsdatum; https://www.bpb.de/themen/naher-mittlerer-osten/iran/303542/das-internationale-atomabkommen-ein-erfolg-mit-verfallsdatum/

(39) 03.08.2017; Bourse & Bazaar Foundation; 4th Europe-Iran Forum; https://www.bourseandbazaar.org/articles/2017/8/2/davos-of-iran-to-convene-as-post-sanctions-trade-and-investment-reaches-critical-juncture; siehe auch:  https://www.bourseandbazaar.org/eif4; abgerufen: 02.06.2026

(40) worldometer; Ölreserven nach Ländern (2025); https://www.worldometers.info/de/oel/oelreserven-pro-land/#iran; abgerufen: 09.06.2026

(41) worldometer; Erdgasreserven nach Ländern; https://www.worldometers.info/de/gas/gasreserven-pro-land/#iran; abgerufen: 09.06.2026

(42 bis 42iv) Raphael Nagel; JCPOA und iranische Energieexporte: Lehren 2015 bis 2018; https://www.raphaelnagel.com/de/de-jcpoa-iran-atomabkommen-energie

(43, 43i) 16.10.2021; Aljazeera; Maziar Motamedi; Iran’s ex-central bank chief and officials sentenced to prison; https://www.aljazeera.com/news/2021/10/16/irans-ex-central-bank-chief-and-officials-sentenced-to-prison

(44) 08.10.2025; Deutsche Welle; shabnam von Hein; Iran: Versteckte lukrative Ölexporte trotz Sanktionen; https://www.dw.com/de/iran-versteckte-lukrative-ölexporte-trotz-sanktionen/a-74275769

(45) 07.05.2026; Mehr News Agency; Western narrative on Iran is a fabricated story; https://en.mehrnews.com/news/244290/Western-narrative-on-Iran-is-a-fabricated-story

(b1) Kamal Charrazi, Iran, Chatham House; 2017; Quelle: Chatham House; übernommen bei: https://freedert.online/der-nahe-osten/276117-wer-macht-jagd-auf-iranische/

(b2) Abbas Araghtschi, Iran, Chatham House; 22.02.2018; https://www.chathamhouse.org/events/all/members-event/irans-foreign-policy-priorities

(Titelbild) Flagge, Iran, USA, EU; Autor: Gerd Altmann (Pixabay); Heruntergeladen: 03.02.2026; https://pixabay.com/illustrations/iran-usa-europe-flags-politics-4743599/; Lizenz: Pixabay License

Von Ped

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