Die Bundesrepublik Deutschland strebt nach einem Sitz im UN-Menschenrechtsrat.


Das wirkt ehrenwert und das ist auch die Absicht: die emotionale Wirkung der Ehrenhaftigkeit. Schließlich wird seit jeher mit Emotionen handfeste Politik gestaltet. Und das ist oft keine Politik, welche die Interessen Jener vertritt, die man mit Emotionen vereinnahmt hat. Wenn Moral in den Mittelpunkt gestellt wird, dann ist der Weg zur täuschenden, auch sich selbst täuschenden Doppelmoral nicht weit. Warum die deutsche Regierung auf dieses Mandat schielt, hat natürlich handfeste Gründe. Es geht um politischen Einfluss.


Wie das Auswärtige Amt jüngst verlauten ließ, bewirbt sich die Bundesrepublik ein weiteres Mal um einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat:

„Wenn im Oktober der Menschenrechtsrat 2027 bis 2029 gewählt wird, strebt Deutschland bereits zum 6. Mal einen Sitz in diesem Gremium an. Der Rat setzt sich auf einzigartige Weise für die Menschenrechte ein, dafür, dass Journalistinnen und Journalisten ihrer wichtigen Arbeit nachgehen können, Gläubige ohne Gefahr ihre Religion ausüben dürfen und Minderheiten nicht um ihre Rechte fürchten müssen.“ (1)

Der UN-Menschenrechtsrat wurde im Jahre 2006 als Nachfolgeorganisation der UN-Menschenrechtskommission mit Sitz im Schweizerischen Genf ins Leben gerufen. Jeder Staat kann sich um einen der 47 Sitze bewerben. Seine Aufgabe definiert der Menschenrechtsrat in der weltweiten Einhaltung der Menschenrechte. Seine Empfehlungen sind formal kooperativ und für die Staaten nicht verbindlich (2, 3).

Trotzdem nimmt der UN-Menschenrechtsrat gewichtigen Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess, weil seine Stellungnahmen im allgemeinen Informationsraum verbreitet werden. Er ist ein Machtinstrument. Seine Aktivitäten sind politisch, nicht ethisch motiviert. Macht trägt im Allgemeinen ein passenden Feigenblatt zur Kaschierung der wahren Ziele unter Vortäuschung vermeintlicher Ziele. Ist diese Rolle des Menschenrechtsrates nur eine substanzlose Behauptung des Autors? Erinnern wir uns an den Volksaufstand in Libyen — der keiner war:

„Mehr als zwei Drittel der 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen stimmten am Dienstag bei einer Plenarsitzung der UN-Vollversammlung für den Ausschluss Libyens aus dem Menschenrechtsrat. Nie zuvor war die Weltorganisation in dieser Form gegen ein aktives Mitglied vorgegangen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte die Entscheidung. »Wer die Menschenrechte in so schrecklicher Weise verletzt, hat keinen Platz im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen«, teilte er mit.“ (4)

Der deutsche Außenminister hatte übrigens gelogen, denn auch er konnte nie belegen in welcher Art und Weise denn die damalige libysche Regierung „die Menschenrechte in so schrecklicher Weise verletzt“ hätte. Aber eine UN-Körperschaft ließ sich benutzen, um gegen einen UN-Mitgliedsstaat Krieg zu führen (5) — um hier einmal Neusprech zu benutzen: einen unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.

In der Pressemeldung des Außenamtes fiel dem Autor folgender Abschnitt auf:

„Außenminister Wadephul wird in Genf überdies auf weitere Partner treffen, mit denen Deutschland eng zusammenarbeitet, darunter auf den Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric Egger und den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.“ (1i)

Der Autor verwies gerade auf Libyen. Wir könnten die gleichen Mechanismen auch im Falle des Krieges gegen Syrien aufzeigen, aber allein Libyen genügt. In der obigen Pressemeldung wurde ein Treffen mit der Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erwähnt. Wie stellte sich das IKRK bei der Aggression gegen Libyen auf? Blieb es unparteiisch, einzig verpflichtet, Menschen in Not zu helfen? Nein:

„Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beobachtet die Lage mit Sorge. »Es ist höchste Zeit, dass wir den Menschen bei ihren dringendsten Bedürfnissen helfen können und die Hilfsorganisationen in den Rest des Landes hineinkommen«, sagte IKRK-Sprecherin Anna Nelson. Vor allem die Entwicklung in dem noch vom Gaddafi-Regime beherrschten Westen Libyens mit der Hauptstadt Tripolis sei alarmierend.“ (4i)

Zu Tedros Adhanom Ghebreyesus, mit dem der deutsche Außenminister Wadephul „eng zusammenarbeitet“, muss nicht viel erklärt werden. Ghebreyesus war und ist (!) einer der Großmeister der PLandemie, ein demokratieferner, skrupelloser Umsetzer der Operationen, welche im Rahmen einer PLandemie notwendig sind (6 bis 9). Dieser Mann steht einer UN-Organisation vor, der Weltgesundheitsorganisation (WHO), einer UN-Organisation, welche die Pandemie-Inszenierung verwaltete. So, wie der Deutsche Volker Türk als Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte formal die zweithöchste Führungsebene bei den Vereinten Nationen einnimmt — direkt ernannt vom UN-Generalsekretär Antonio Gutterres. Auch aus dieser Position wurde im Jahre 2011 Krieg gegen Libyen geführt (5i). Auf beide, Volker Türk wie Antonio Gutteres, kommen wir noch zurück.

Wir schlagen nun einen Bogen, aber die Dinge gehören sehr wohl zusammen.

Weiter oben wurde der unprovozierte, völkerrechtswidrige Angriffskrieg herausgestellt. Im Falle Libyen wurde dieser Begriff freilich nicht in den Systemmedien benutzt, nicht einmal im Falle des Krieges gegen den Irak. Bis zum Erbrechen wiedergekäut wurde er allerdings in Bezug auf die russische Intervention in der Ukraine. Unprovoziert kann diese Intervention nur so lange genannt werden, wie man wichtige Zusammenhänge ausblendet. Zum Beispiel, dass die Ukraine im Februar 2022 zwar nicht formal, dafür sehr wohl praktisch bereits ein NATO-Staat war. Was eine nachvollziehbare Bedrohung russischer Sicherheitsinteressen darstellt. Wir reden also nicht nur von einer russischen Intervention, sondern eben auch von einem Krieg der NATO gegen Russland.

NATO-Kriege wurden stets mittels traumatisierender Inszenierungen in den eigenen Gesellschaften überhaupt erst akzeptabel gemacht. Als die NATO den Krieg gegen Jugoslawien führte, hatte sie zuvor im Bündnis mit den Systemmedien den Informationskrieg gegen die eigenen Bürger gewonnen, indem sie diesen einen „Hufeisenplan“, eine angeblich geplante ethnische Säuberung seitens der jugoslawischen Führung unterschob. Dass es sich um eine Inszenierung handelte, wurde erst publik, als die Aggression gegen Jugoslawien vollzogen worden war (10).

Als die NATO begann, Krieg gegen Libyen zu führen, wurde die Traumatisierung der Bevölkerung, wohlgemerkt der in den NATO-Staaten, auf diese Art und Weise durchgeführt (b1):

Später stellten sich diese Behauptungen als völlig substanzlos heraus (11). Und wie wurde der NATO-Krieg gegen Russland eskaliert? Richtig, mit dem Ereignis Butscha. Butscha ist bis heute die sozusagen Generalvollmacht, um Krieg gegen Russland führen zu können. Mittels Butscha möchte alles erklärt werden: der angebliche Größenwahn des „Kreml-Herrschers“, der angebliche Sadismus russischer Truppen, die angebliche Unberechenbarkeit russischer Politik, eben einfach alles.

So etwas nennt man eine erfolgreiche psychologische Operation (PsyOp), eine unverzichtbare Methode der Kriegsführung, die dem großangelegten Waffengang stets vorausgeht. Das Ereignis Butscha ist eine Inszenierung, entwickelt für den Informationsraum der westlichen Gesellschaften. Eine Inszenierung, die bis heute wirkt. Der „Hufeisenplan“, der „Viagra-Totalitarismus“, „Assads Fassbomben und Giftgas“ und das „Massaker von Butscha“ nutz(t)en sämtlich die gleichen Methoden und beruhen auf den gleichen strategischen Ansätzen.

Was aber hat das mit dem Ansinnen der Bundesrepublik Deutschland zu tun, einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat zu erhalten?

Erinnern wir uns an die These des Autors, dass die Vereinten Nationen und ihre Unter- und Partnerorganisationen zwar hehre Ziele proklamieren, letztlich jedoch Machtverhältnisse spiegeln. Machtverhältnisse, nach denen sich die Arbeit dieser Organisationen zu richten hat. Genau das ist der Grund, warum sich die Vereinten Nationen weder entschieden der Aggression der NATO gegen Jugoslawien, noch der gegen Libyen und auch nicht der gegen den Irak und Syrien (Liste unvollständig) widersetzten. Schließlich hätten die ethisch geprägten Ziele der Organisation(en) das geboten, sie geradewegs dazu verpflichtet. Abhängigkeiten setzen allerdings andere Prioritäten.

Mit Wadephul und seinem persönlich vertretenen Ansinnen, Deutschland zu einem Sitz im Menschenrechtsrat zu verhelfen, begann der Artikel. Jetzt sind wir bei der Inszenierung von Butscha angelangt. Was hat nun Wadephul mit Butscha zu tun?

„Am vierten Jahrestag der Befreiung der ukrainischen Kleinstadt Butscha haben Bundesaußenminister Johann Wadephul und weitere EU-Vertreter der Opfer des Massakers gedacht. Butscha sei unter der Besatzung Russlands »zur Hölle auf Erden« geworden, sagte Wadephul. Der Ort stehe »für die Unmenschlichkeit und Brutalität, für die unsagbaren gezielten Verbrechen gegen Zivilisten, die fester Bestandteil der russischen Kriegsführung sind«. Der CDU-Politiker fügte hinzu: »Wohin auch immer Putins Russland geht, dahin kommen Mord und Barbarei.« Sicherheit sei weiterhin »nicht mit, sondern nur gegen Putins Russland möglich«.“ (12)

Wir können unaufgeregt festhalten, dass Wadephul politisch motivierte Volksverhetzung betrieb, dabei dreist mehrfach log und unmissverständlich auf einen Krieg gegen Russland drängte. Das durfte er nicht nur in der Gewissheit tun, dabei strafrechtlich nichts befürchten zu müssen. In seiner Blase, der sich gegenseitig Bestätigung Gebenden, dürfte er nicht einmal auf den Gedanken gekommen sein.

Viel schwerwiegender schlägt jedoch zu Buche, mit welcher Selbstverständlichkeit ein öffentlich-rechtlicher, mit Zwangsgebühren finanzierter Sender diese Kriegstreiberei und Volksverhetzung mitträgt. Denn das Zitat ist der ARD-Tagesschau entnommen. Und die Kontinuität bundesdeutscher Außenpolitik ist frappierend. Vor 27 Jahren log ein deutscher Außenminister den Krieg gegen Jugoslawien (mit) herbei und nun tut es ein deutscher Außenminister in Bezug auf Russland.

Kommen wir zu zwei bereits weiter oben erwähnten Personalien zurück. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul trifft sich also mit dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk (siehe ebenfalls weiter oben), einem Österreicher. Volker Türk handelt im Auftrag des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres. Das wiederum führt uns zu einer Russin, der Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa, die uns ihrerseits etwas zu Butscha erzählen kann.

Im Rahmen eines Pressebriefings am 9. September kam Sacharowa einmal mehr auf das Ereignis Butscha, und dabei insbesondere auf die Rolle von UN-Körperschaften im Zuge der Instrumentalisierung dieses Ereignisses zu sprechen (13). Dabei warf sie persönlich dem UN-Hochkommissar Volker Türk, und mit ihm dem beauftragenden UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor, „absurde Anschuldigungen“ gegen Russland in einem im Dezember 2022 veröffentlichten Bericht aufgestellt zu haben. Dieser Bericht verletzte grundlegende Neutralitätsprinzipien und basiere auf Doppelstandards.

Sacharowa führte zudem aus, dass die UN-Mitarbeiter für die Erstellung des Berichts im Prinzip statistische Angaben aus einer einzigen und zudem offenkundig voreingenommenen Quelle — einer Facebook-Präsenz der Hauptverwaltung der Nationalpolizei im Gebiet Kiew, auf deren Links nicht mehr zugegriffen werden könne und sich damit jedweder Prüfung entziehen — verwendet hatten. Eine Prüfung des Berichts ergibt, dass die russische Außenamtssprecherin dies völlig zurecht moniert (14).

Seite 3 des detaillierten Berichts klärt über die Methodik der Untersuchungen auf. Seit 2014 hat die UN eine Human Rights Monitoring Mission in Ukraine (HRMMU) in der Ukraine betrieben, innerhalb derer, wie der Name es schon sagt, ein „Remote-Monitoring“ durchgeführt wird (15). Weiteres Kernelement sind anonyme Interviews mit tatsächlichen oder vermeintlichen Opfern des Krieges in der Ukraine (14i). Diese Art von Datensammlung erinnert den Autor in verblüffender Weise an die Untersuchungen von UN-Körperschaften oder mit denen zusammenarbeitenden Organisationen beim „Nachweis“ des angeblichen Einsatzes von Giftgas durch das syrische Militär gegen die Zivilbevölkerung (Stichwort Fact Finding Missions).

Im Grunde genommen sind die Facebook-Quelle der Kiewer Nationalpolizei (nicht mehr verfügbar und also nicht mehr prüfbar) sowie die „Interviews“ innerhalb der HRMM (unabhängig nicht prüfbar) die einzigen Belege, welche im Bericht verwendet werden. Sie sollen „hinreichende Gründe zu der Annahme“ taugen — einem juristisch nichtssagenden Begriff —, dass russische Soldaten (unter anderem) in Butscha Kriegsverbrechen begangen hätten. Abgesehen davon, dass bis heute keine offizielle Namensliste der Opfer vorliegt. Russland hat diesbezüglich stets die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden angeboten.

Das alles ist eine Farce und alle sind sich dessen bewusst. Sacharowa weiß es, Türk und Gutteres wissen es, und auch Wadephul weiß es. Übrigens hat der Autor in den Massenmedien nirgends einen direkten Verweis auf den oben thematisierten UN-Bericht gefunden. Interessierte müssen hohe Hürden überwinden, um diesen zu finden. Was in den Medien geschah, war einzig und allein dessen Instrumentalisierung für den Krieg gegen Russland. Es sind nun einmal Systemmedien.

Am 6. Mai des Jahres übermittelte Russlands Außenminister Sergej Lawrow über seinen UN-Botschafter Wassili Nebenzia dem UN-Generalsekretär eine Botschaft mit 12 unmissverständlichen Fragen. Sie sind es wert, an dieser Stelle vollständig wiedergegeben zu werden:

„1. Im Dezember 2022 veröffentlichte das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) einen Bericht über die Misshandlung von Zivilisten in der Ukraine, unter anderem in Butscha. Die in diesem Bericht des Sekretariats gezogenen Schlussfolgerungen bezüglich angeblicher ‚Kriegsverbrechen‘ sind äußerst schwerwiegend und gehen über dessen Mandat hinaus. Sind Sie [UN-Generalsekretär Gutteres] als Leiter des Sekretariats bereit, die politische Verantwortung für diese Schlussfolgerungen zu übernehmen, vor dem Hintergrund umfangreicher Beweise dafür, dass der Vorfall inszeniert wurde?

2. Inwiefern steht die Tatsache, dass das Sekretariat in dieser Angelegenheit aktiv mit der Ukraine zusammenarbeitet, sich aber weigert, mit der Russischen Föderation in Kontakt zu treten, im Einklang mit Ihren Verpflichtungen gemäß Artikel 100 der Charta der Vereinten Nationen, der vom Generalsekretär und den Mitarbeitern des Sekretariats die Einhaltung des Grundsatzes der Unparteilichkeit verlangt?

3. Aus welchen Gründen haben Sie die Veröffentlichung des OHCHR-Berichts genehmigt, angesichts der Tatsache, dass das Hauptinstrument seiner ‚Methodik‘ die Behauptung ist, es gebe »begründete Anhaltspunkte für die Annahme«, dass die beschriebenen Ereignisse stattgefunden haben? Halten Sie eine solche Methodik aus rechtlicher Sicht für ausreichend, um zu dem Schluss zu gelangen, dass ‚Kriegsverbrechen‘ begangen wurden?

4. Was ist der Grund dafür, dass bei der Erstellung des Berichts Statistiken aus einer einzigen Quelle herangezogen wurden, nämlich der Facebook-Seite der Generaldirektion der Nationalpolizei im Gebiet Kiew, zumal die im Bericht angegebenen Weblinks nicht mehr funktionieren, da deren Inhalte gesperrt oder gelöscht wurden? Halten Sie ein solches Vorgehen — die Verwendung nicht überprüfbarer Informationen einer der betroffenen Parteien durch das Sekretariat — für angemessen?

5. Wie erklären Sie die Diskrepanz bei der Zahl der Todesopfer, die in dem vorgenannten Bericht genannt wird und zwischen 1.365 und 21 Personen schwankt, was einer ‚Fehlermarge‘ von über 1.000 Personen entspricht?

6. Warum haben Ihre Untergebenen bei der Arbeit an dem Bericht grundlegende Prinzipien der Beweiskette nicht beachtet und als primäre Informationsquelle anonyme ‚Interviews‘ angeführt, die nicht zuverlässig überprüft werden können? Haben Sie im Sekretariat eine Überprüfung der »gewonnenen Erkenntnisse« durchgeführt, nachdem zahlreiche Beweise aufgetaucht sind, die die im Bericht dargestellte Version der Ereignisse widerlegen?

7. Verfügt das Sekretariat über personenbezogene Daten von Zeugen und Opfern, Aufzeichnungen, in denen deren Aussagen dokumentiert sind, oder medizinische Daten zu Obduktionen und Tatortuntersuchungen? Falls nicht, auf welcher Grundlage hat das OHCHR seine Schlussfolgerungen bezüglich ‚Kriegsverbrechen‘ in dem Bericht gezogen? Falls das Sekretariat über diese Daten verfügt, warum weigert sich das OHCHR, diese für eine objektive Bewertung zur Verfügung zu stellen? Warum weigern Sie sich als Generalsekretär, Maßnahmen zu ergreifen, um die ordnungsgemäße Rechtspflege im Einklang mit dem Übereinkommen von 1946 über die Vorrechte und Immunitäten der Vereinten Nationen (Abschnitt 21: »Die Vereinten Nationen arbeiten jederzeit mit den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten zusammen, um die ordnungsgemäße Rechtspflege zu erleichtern«) zu erleichtern?

8. Die Generalstaatsanwaltschaft und der Untersuchungsausschuss der Russischen Föderation haben dem Sekretariat offiziell ein Ersuchen um Zusammenarbeit in dem Strafverfahren im Zusammenhang mit den Ereignissen in Butscha am 9. September 2024 übermittelt. Offizielle Mahnungen wurden im November 2024 sowie im Januar, April und Juni 2025 versandt. Erst fast ein Jahr später, im Juli 2025, antwortete das Sekretariat und lehnte die Offenlegung von Informationen mit der Begründung ab, diese seien angeblich ‚vertraulich‘. Worauf ist die Verzögerung des Sekretariats bei der Beantwortung unserer Anfrage zurückzuführen?

9. Warum wendet das Sekretariat in Bezug auf die Zusammenarbeit doppelte Maßstäbe an, indem es die Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation scheut, aber im Jahr 2021 umgehend einem Antrag Italiens auf Unterstützung bei der Organisation einer gerichtlichen Untersuchung stattgab und im Jahr 2017 einem Antrag aus Kiew auf Bereitstellung einer Kopie eines Schreibens vom 1. März 2014 von V. F. Janukowitsch, der zu dieser Zeit Präsident der Ukraine war, an V. V. Putin, den Präsidenten der Russischen Föderation, einem Schreiben, das anschließend in einem Gerichtsverfahren gegen Herrn Janukowitsch verwendet wurde?

10. Warum wurden die folgenden objektiven und weithin bekannten Unstimmigkeiten in der Darstellung der Ereignisse, die von den ukrainischen Behörden mit Unterstützung westlicher Länder, einschließlich westlicher Medien, verbreitet wurde, all die Jahre lang vom OHCHR, von Ihnen persönlich und von anderen Vertretern des Sekretariats ignoriert, auch in öffentlichen Stellungnahmen zum Thema Butscha?

  • Die Streitkräfte der Russischen Föderation waren vom 3. bis zum 30. März 2022 in Butscha präsent und wurden nach einer weiteren Verhandlungsrunde in Istanbul als Geste des guten Willens abgezogen. Während die Stadt unter ihrer Kontrolle stand, konnten sich die Einwohner frei bewegen und Mobiltelefone nutzen; die Ausfahrten aus der Stadt waren nicht blockiert. Während dieses gesamten Zeitraums wurde die Stadt von der Raketenartillerie der ukrainischen Streitkräfte beschossen, was zu Opfern unter der lokalen Zivilbevölkerung führte. Am 31. März veröffentlichte Anatoly Fedoruk, der Bürgermeister von Butscha, eine Videoansprache, in der er die »Befreiung von Butscha« verkündete und bestätigte, dass sich keine russischen Truppen in der Stadt befänden, erwähnte jedoch mit keinem Wort Leichen auf den Straßen, Tötungen von Zivilisten durch russisches Militärpersonal oder Bestattungen.
  • Am 1. April veröffentlichte Katerina Ukraintseva, Mitglied des Stadtrats von Butscha, ein Video, in dem sie warnte, dass Angehörige des Sicherheitsdienstes der Ukraine in die Stadt eingedrungen seien und eine ‚Säuberungsaktion‘ durchführten; sie forderte ihre Mitbürger auf, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Am 1. und 2. April ’säuberten‘ ukrainische Sicherheitskräfte die Stadt. Diese Operation wurde in einem Video angekündigt, das die Nationale Polizei der Ukraine am 2. April veröffentlichte. In den Aufnahmen dieses Videos sind keine Leichen auf den Straßen zu sehen, und auch in den Interviews, die die Nationale Garde der Ukraine mit Anwohnern führte, werden keine erwähnt.
  • In den vier Tagen nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Stadt gab es keinerlei Anzeichen für irgendwelche ‚Gräueltaten‘. Fotos von Leichen in Zivilkleidung tauchten erst auf, nachdem die ukrainischen Sicherheitskräfte, nationalistische Bataillone und Territorialverteidigungseinheiten sowie die westlichen Medien in die Stadt eingedrungen waren.
  • Die Leichen auf den von den westlichen Medien verbreiteten Fotos und Videos wurden aus denselben Blickwinkeln aufgenommen. Es wird behauptet, die Leichen hätten seit Mitte März auf den Straßen von Butscha gelegen, doch weisen sie keine Anzeichen einer fortgeschrittenen Verwesung auf, die unter solchen Bedingungen unvermeidlich wäre. Darüber hinaus variiert in einer Reihe von Fällen das Ausmaß der postmortalen Veränderungen von einem Teil derselben Leiche zum anderen, was unmöglich wäre, wenn die Leiche im Freien in einer homogenen Umgebung gelegen hätte.
  • Die Leichen auf den Aufnahmen sind deutlich verschmutzt, da es seit einigen Tagen stark geregnet hatte, während der Stoff, mit dem ihre Hände gefesselt wurden, makellos sauber ist, was die Darstellung der Ereignisse stützt, wonach ihre Hände unmittelbar vor der Aufnahme gefesselt worden waren. Darüber hinaus stimmt in einer Reihe von Fällen der Schmutz, der in großen Mengen auf der Kleidung und an unbedeckten Körperteilen zu finden ist, nicht mit der Schmutzzusammensetzung und -verteilung an dem Ort überein, an dem die Leichen gefunden wurden; es gibt Anzeichen dafür, dass die Leichen herumgeschleift worden waren.
  • Viele der Verstorbenen hatten weißen Stoff um einen Arm oder ein Bein gebunden. Weißer Stoff wurde von den russischen Streitkräften verwendet, um ihnen freundlich gesinnte Personen zu kennzeichnen. Im Gegensatz zu den Streifen, mit denen die Hände der Verstorbenen gefesselt waren, waren diese Stücke weißen Stoffes stark verschmutzt, was darauf hindeutet, dass sie sich zum Zeitpunkt ihres Todes an den Verstorbenen befanden. Es ist zudem bekannt, dass die ukrainischen Streitkräfte blauen Stoff zur Kennzeichnung ihrer Anhänger verwendeten.
  • Sergei Korotkikh, ein ukrainischer Neonazi, der die ukrainischen Territorialverteidigungseinheiten befehligte, die nach dem Abzug der russischen Truppen in Butscha einmarschierten, hat ein Video veröffentlicht, in dem Mitglieder seiner Einheit darüber diskutieren, ob sie Menschen ohne blaue Armbinden erschießen sollen. In dem Video erhalten sie den Befehl, zu schießen.

11. Warum hat, während Sie sich bei Ihren Recherchen auf voreingenommene Berichte der westlichen Medien stützen, kein Vertreter des Sekretariats den Tod von Gonzalo Lira, einem amerikanischen Journalisten, der sich in Gewahrsam des ukrainischen Sicherheitsdienstes befand und die Ereignisse in Butscha gründlich untersuchte sowie aufdeckte, dass dieser Vorfall inszeniert war, verurteilt? Hat das Sekretariat die von ihm und anderen unparteiischen Journalisten veröffentlichten Informationen geprüft, einschließlich derer, die die Vorbereitungen für diese Provokation aus erster Hand miterlebt haben?

12. Die Kiewer Behörden haben in Butscha ein Denkmal errichtet, auf dem 501 Namen von Personen stehen, die angeblich von russischen Militärangehörigen getötet wurden. Diese Informationen sind daher öffentlich und nicht vertraulich, wie von Ihren Untergebenen im OHCHR und im Büro für Rechtsangelegenheiten behauptet wird. Stimmen diese Namen mit denen auf der Liste überein, die sich im Besitz des Sekretariats befindet, wie aus den Erklärungen Ihres offiziellen Sprechers hervorgeht? Warum weigern Sie sich, diese Liste der Russischen Föderation zur Verfügung zu stellen, wodurch es unmöglich wird, die Wahrheit festzustellen, und der Kampf gegen die Straflosigkeit behindert wird, den Sie selbst für notwendig erklärt haben? (a1, 16)

Für den UN-Hochkommissar Volker Türk wäre das eine interessante Lektüre, doch müssen wir leider davon ausgehen, dass Türk diese Lektüre ignorieren wird — so wie auch der deutsche Außenminister. Das von ihnen vertretene Narrativ ist nämlich systemrelevant. Doch gilt auch in diesem Falle: Wer den Mut, auch den Mut zur Überwindung der eigenen kognitiven Dissonanz aufbringt, hat genug Möglichkeiten, hinter die Erzählung zu schauen.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er — einschließlich der Primärquelle — gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Die Übersetzung erfolgte unter Zuhilfenahme von DeepL.com.

(1) 15.09.2026; Auswärtiges Amt; Mensch im Mittelpunkt. Außenminister Wadephul wirbt in Genf für Deutschlands Sitz im Menschrechtsrat und in München für ein ambitioniertes Deutschlandbild im Ausland; https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/menschenrechte/2802212-2802212

(2) United Nations; 15.03.2006; Resolution adopted by the General Assembly 60/251. Human Rights Council; http://un-documents.net/a60r251.htm

(3) 14.03.2016; Bundeszentrale für politische Bildung; 10 Jahre UN-Menschenrechtsrat; https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/223004/10-jahre-un-menschenrechtsrat/

(4, 4i) 02.03.2011; ntv; Militärische Lösung wird Option; https://www.n-tv.de/politik/Militaerische-Loesung-wird-Option-article2738991.html; Artikel hinter Werbeschranke

(5) 25.02.2011; SWI; Olivier Pauchard; UNO zeigt Gaddafi die Zähne; https://www.swissinfo.ch/ger/schweizer-politik/uno-zeigt-gaddafi-die-zaehne/29588832

(6) 19.05.2026; ARD-Tagesschau; WHO „sehr besorgt“ über rasche Ebola-Ausbreitung; https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/ebola-ausbruch-who-100.html

(7) 16.03.2020; Reuters; Emma Farge, John Revill; ‚Test, test, test‘: WHO Chief’s coronavirus message to world; https://www.reuters.com/article/us-healthcare-coronavirus-who-idUSKBN2132S4

(8) 28.05.2024; WHO, Youtube; LIVE from #WHA77: Celebrating 50 years of immunization progress: honouring achievements, embracin… ; Rede von Tedros A. Ghebreyesus; im Video ab Min. 9:12; https://www.youtube.com/watch?v=aa6qo1bpwx8&t=1s&ab_channel=WorldHealthOrganization%28WHO%29; Verskriptung und Übersetzung: Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung; WHO-Chef: Aggressiver gegen Impfgegner vorgehen; https://individuelle-impfentscheidung.de/aktuelles/detail/ihr-aenderungen-beschlossen-pandemischer-notfall-schon-bei-blossem-verdacht.html

(9) 08.09.2023; Kla.TV, Fassadenkratzer; Die Akte Tedros — Wird der WHO-Chef zum mächtigsten Mann der Welt?; https://fassadenkratzer.de/2023/09/08/die-akte-tedros-wird-der-who-chef-zum-machtigsten-mann-der-welt/; Geskriptet aus: https://www.kla.tv/Tedros/16984

(10) 11.04.2019; Le Monde diplomatique; Serge Halimi, Pierre Rimbert; Das Märchen vom Hufeisenplan; https://monde-diplomatique.de/artikel/!5584546

(11) 06.07.2011; Der Standard; Interview von Berthold Eder; Es fand eine regelrechte Jagd auf Migranten statt; http://derstandard.at/1308680482845/Es-fand-eine-regelrechte-Jagd-auf-Migranten-statt

(12) 31.03.2026; ARD-Tagesschau; „Hölle auf Erden“; https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-gedenken-butscha-102.html

(13) 09.09.2026; Außenministerium der Russischen Föderation; Aus dem Pressebriefing der offiziellen Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa, Syktywkar; https://www.mid.ru/de/foreign_policy/news/2139641/; das Thema Butscha wird als vorletztes Thema (im Skript im unteren Teil) behandelt

(14, 14i) 07.12.2022; United Nations; United Nations Human Rights Office Of The High Commissioner; UN report details summary executions of civilians by Russian troops in northern Ukraine; https://www.ohchr.org/en/press-releases/2022/12/un-report-details-summary-executions-civilians-russian-troops-northern; detaillierter Bericht: https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/countries/ukraine/2022/2022-12-07-OHCHR-Thematic-Report-Killings-EN.pdf

(15) United Nations Human Rights; UN Human Rights Monitoring Mission in Ukraine, Monitoring The Human Rights Situation In The Country Since 2014; https://ukraine.ohchr.org/en; abgerufen: 18.09.2026

(16) 06.05.2026; United Nations, General Assembly Security Council; Letter dated 6 May 2026 from the Permanent Representative of the Russian Federation to the United Nations addressed to the Secretary-General, the President of the General Assembly and the President of the Security Council; https://documents.un.org/doc/undoc/gen/n26/108/35/pdf/n2610835.pdf

(b1) Ergebnisse einer Suche in Google zum Einsatz von Viagra bei libyschen Regierungstruppen; Bildschirmschnappschuss; 27.12.2015

(Titelbild) UN-Flagge; Autor: Chickenonline (Pixabay); Datum: 08.02.2016; Quelle: https://pixabay.com/de/vereinten-nationen-welt-flagge-un-1184119/; Lizenz: Pixabay License

Von Ped

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