Der Exodus aus dem Kosovo – Eine Recherche

Ein Problem – Tausende Europäische Flüchtlinge

2014-12-15_KFOR_im_Kosovo_BundeswehrJeden Monat veröffentlicht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Zahlen der nach Deutschland kommenden und registrierten Flüchtlinge.

Wer sich die Mühe macht, dass in typischem Bürokraten-Deutsch mit Asylgeschäftsstatistik titulierte Dokument zu studieren, kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen. Nicht die Kriegsgebiete des Nahen und Mittleren Ostens sowie des nördlichen Afrikas sind der insgesamte Hauptverursacher der immer weiter anschwellenden Flüchtlingswelle. Im Februar 2015 suchten bereits über 50000 Menschen Asyl in Deutschland, doppelt soviel wie noch vor einem Jahr.

Was erschreckt ist, dass fast die Hälfte davon aus dem zerfallenen Jugoslawien und Albanien kommen – und über 20 Prozent, 11000 Menschen aus dem Kosovo! Wie kann das sein? Der Kosovo, ein Mini-Staat mit gerade einmal zwei Millionen Einwohnern und kaum mehr als der halben Fläche des deutschen Bundeslandes Sachsen verliert in einem Monat 0,5 Prozent seiner Bevölkerung! 6000 Menschen flüchteten außerdem aus Serbien, weitere aus Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Albanien. Was also ist auf dem Balkan los und warum wird diese mit unzähligen Schicksalen verbundene Tatsache nicht in unseren Medien thematisiert? [1]

Der Kosovo ist also der Staat aus dem die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kommen, mehr noch als aus Syrien, welches von einem furchtbaren Bürgerkrieg gepeinigt wird. Es ist naheliegend, die junge Geschichte und Vorgeschichte des Kosovo als eigenständigen Staat (ein Terminus der kaum belastbar ist) zu untersuchen, um vielleicht so die Ursachen des Exodus zu ergründen, welcher dieses kleine Land heimsucht. Dazu muss man wissen, dass der Kosovo als Staat ein Kind des Krieges ist, eines Krieges der NATO (welches behauptet, ein Verteidigungsbündnis zu sein) gegen einen souveränen europäischen Staat – Serbien.

Allgemeines zum Kosovo

Mit etwa 11000 km2 ist dieses Land eines der kleinsten in Europa (zum Vergleich: Sachsen mit 18000 km2).  Das Land hat knapp zwei Millionen Einwohner bei einer der höchsten Geburtenraten in Europa (23 pro 1000 Einw.). Das Durchschnittsalter liegt folgerichtig mit 25 Jahren auf sehr niedrigem Niveau. Nach dem Krieg wurde ein großer Teil der serbischen Minderheit aus dem Kosovo vertrieben. Durch diese ethnische Säuberung beträgt der Anteil der Serben an der Gesamtbevölkerung nur noch sieben Prozent. Diese Serben leben nun fast geschlossen im Norden des Kosovo an der Grenze zu Serbien. Die meisten Bewohner sind Muslime und zählen sich zur größten Glaubensrichtung des Islam, dem der Sunniten.

Wirtschaftlich hängt das Land am Tropf von Weltbank und IWF. Der Außenhandel ist stark defizitär, Importen von etwa 1,8 Milliarden Euro stehen Ausfuhren von nur 50 Millionen Euro entgegen, entsprechend nimmt das Land ständig Schulden auf. Die Arbeitslosigkeit grassiert mit einer Rate von über 40 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit beträgt gar 70 Prozent. Nur 20 Prozent der Wirtschaftsleistung erbringt die Industrie, das ist sogar weniger als der der Schattenwirtschaft, die sich vor allem aus dem Drogenhandel finanziert (hierzu weiter unten mehr). Das Land muss Nahrungsmittel importieren. Es gibt kein funktionierendes Steuersystem und die Korruption ist allgegenwärtig  [2]

Es ist nicht auch nicht solange her, dass schon einmal eine Massenflucht aus dem Kosovo in Richtung Deutschland einsetzte, das war im Jahre 1999. Und was waren die Gründe damals? Der Kosovo als Teil Jugoslawiens und später Serbiens wurde mehrheitlich von der Ethnie der Albaner bewohnt, den Kosovo-Albanern. Für die nationale Identität der Serben spielt aber die Historie in Form der beiden Schlachten auf dem Amselfeld (1389 und 1444) eine wichtige Rolle (Kosovo bedeutet übersetzt Amsel). Wirtschaftlich war der Kosovo schon zu Tito´s Zeiten Schlusslicht, wobei die Ursachen vielfältig sind. Ebenso gab es seit längerer Zeit das Streben der albanischen Bevölkerungsmehrheit sich als eigenständigen Staat von Jugoslawien abzuspalten. Dass aber die Spannungen letztlich in einen Krieg mündeten, hat andere Gründe und die liegen außerhalb des Kosovo.

 Die UCK und die Rolle Deutschlands

Um die Gegenwart des Kosovo zu verstehen, ist eine Betrachtung zur Rolle der nicht mehr existenten UCK (Befreiungsarmee des Kosovo) unerlässlich. Die UCK ist ein Import – aus Deutschland. Sie wurde als eine albanische paramilitärische Organisation im Jahre 1992 gegründet (Mitbegründer u.a. ein Hashim Thaci – dieser Name wird uns wieder begegnen)  und ihr erklärtes Ziel war von Anfang an der bewaffnete Kampf gegen die serbisch-jugoslawischen Streitkräfte.[3] Sie operierte neben der Demokratischen Liga des Kosovo, welche sich für eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen Serben und Kosovo-Albanern einsetzte.

U.a. aus der ebenfalls in Deutschland operierenden Volksbewegung von Kosovo (LPK) erhielt die UCK finanzielle Unterstützung [4]. Wie ist es möglich, dass sich in Deutschland eine bewaffnete Organisation gründen und betätigen konnte, die ganz eindeutig Gewalt gegen einen souveränen europäischen Staat fest in ihrem Programm fixiert hatte? Wäre für diese Organisation nicht der Begriff terroristische Vereinigung treffender gewesen? Dem Verfassungsschutz war der terroristische Hintergrund der UCK wohl bekannt, was sich im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 1998 auch wiederfindet:

„Die in ihrer Heimat terroristisch operierende „Befreiungsarmee von Kosovo“ (UCK) wird auch von in Deutschland lebenden Anhängern der „Volksbewegung von Kosovo“ (LPK) finanziell unterstützt.“ [5]

Man könnte meinen, dass diese Erkenntnisse erst sechs Jahre nach der Gründung der UCK gewonnen wurden, dem ist aber nicht so:

„Diese Entwicklung ist unter dem Gesichtspunkt zu bewerten, daß den westlichen Regierungen und ihren Geheimdiensten seit Mitte der 90er Jahre die Verstrickung der UCK mit kriminellen Syndikaten in Albanien, der Türkei und der EU bekannt ist. Dazu liegen sehr präzise Erkenntnisse über die albanische Führungsrolle im Drogenhandel und über die Finanzierung der UCK, ihre Bewaffnung und Ausrüstung mit Drogengeldern vor. Die beiden deutschen Geheimdienste MAD (Militärischer Abschirmdienst) und BND (Bundesnachrichtendienst) haben den Konflikt im Kosovo durch Lieferungen von Rüstungsmaterial angeheizt. “ [6]

Ab dem Jahre 1996 führte die UCK Mordanschläge im Kosovo durch. Bis 1998 starben bei 21 Mordanschlägen mindestens ebenso viele Menschen – Polizisten, Zivilisten und (aus Sicht der UCK) sogenannte Kollaborateure. [7] Parallel dazu führte die Terrororganisation Bombenanschläge auf serbische Flüchtlingslager durch. [8] Während dieser Zeit konnte die Organisation ungehindert in Deutschland tätig bleiben. Im Laufe des Jahres 1998 begann die UCK, systematisch Polizeistationen anzugreifen, die bewaffneten Auseinandersetzungen wuchsen sich zu einem Krieg aus, bei dem die militärisch überlegenen serbischen Streitkräfte schnell die Oberhand gewannen.

Dieser Krieg, den die UCK vom Zaum brach, machte mindestens fünfzigtausend Bewohner des Kosovo zu Flüchtlingen. Ein Teil der Bewaffnung dieser Organisation stammte interessanterweise aus NATO-Beständen – wie das? Warum lies Deutschland diese ganz offensichtlich terroristische Organisation von seinem Territorium aus so frei operieren? Vielleicht deshalb?:

„Seit Anfang der neunziger  Jahre kooperieren und konkurrieren Bonn und Washington bei der  Etablierung ihrer jeweiligen Einflußzonen im Balkan. Ihre Geheimdienste  haben dabei sowohl zusammen – als auch gegeneinander gearbeitet. Nach  Angaben des amerikanischen Geheimdienstexperten John Whitley wurde die  verdeckte Unterstützung der Kosovarischen Rebellenarmee als gemeinsame  Operation der CIA und des Bundesnachrichtendienstes geleitet. Die  Aufgabe, die UCK zu erschaffen und zu finanzieren, sei ursprünglich Deutschland zugefallen. [9]

Und schon Monate vor Beginn des NATO-Krieges gegen Serbien schrieb der französische Geheimdienstexperte Roger Faligot in der  in Brüssel erscheinenden Zeitschrift European:

„Sowohl der deutsche zivile als auch der militärische Geheimdienst sind damit befaßt, albanische Terroristen auszubilden mit dem Ziel, den deutschen Einfluß auf dem Balkan zu zementieren. [10]

Die militärische Unterstützung der UCK aus Deutschland aber begann Jahre früher:

“Nach diplomatischen und geheimdienstlichen Quellen in Paris habedas Engagement der deutschen Geheimdienste im Kosovo-Konflikt im Februar 1996 begonnen.[…] mit dem Amtsantritt von Hans Jörg Geiger als BND-Präsident. Eine seiner ersten Entscheidungen war, eines der größten regionalen BND-Zentren in Tirana zu errichten. Die dortigen BND-Mitarbeiter arbeiten eng mit der Führung des albanischen Geheimdienstes SIKH zusammen [und …] sollen an der Rekrutierung für die UCK beteiligt gewesen sein, die BND-Residentur in Rom war verantwortlich für die Informationsbeschaffung unter den albanischen Flüchtlingen, die über Triest und Bari flohen, [D]er BND beschaffte weitgehend die Kommunikationstechnik der UCK und bildete UCK-Kämpfer daran aus. Auch der MAD und das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr lieferten Ausrüstungen und Waffen und organisierten die Ausbildung.”  [11]

Warum genau mischten sich deutsche Geheimdienste so unverblümt in Jugoslawien ein? Weil es schlicht darum ging, den deutschen (politischen und damit verbundenen wirtschaftlichen) Einfluss auf dem Balkan auszudehnen. Dem stand entgegen, dass sich die jugoslawische Bundesrepublik dem Versuch einer Einbindung in das westliche Wirtschafts- und Finanzsystem und der damit verbundenen Öffnung gegenüber westlichen Investoren sowie dem Engagement von IWF und Weltbank vehement entgegenstellte. Das widersprach den Wirtschaftsinteressen des durch den Anschluss der DDR noch mächtiger gewordenen Deutschlands. Und so sagt Roger Faligot in seinem Artikel auch weiter:

„Nach Aussagen des französischen Generals a. D. Pierre-Marie Gallois will Deutschland Jugoslawien destabilisieren: »Die Kosovo-Krise führte zu einem Gegensatz zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Washington wußte, daß die Ausrichtung der Kosovaren auf eine militärische Konfrontation mit Milosevic, wie die Deutschen sie haben wollten, einen Bumerang-Effekt auf den gesamten Balkan haben würde.“  [12]

Das ist ein interessanter (wenn auch nicht sonderlich überraschender) Fakt und zeigt, dass die westlichen Staaten durchaus nicht nur ein Herz und eine Seele sind, wenn es um die Gewinnung wirtschaftlicher – und politischer Einflusssphären geht. Und welches hinterhältige Spiel die deutsche Politik trieb, dass wusste die jugoslawische Regierung ganz genau:

“Zur Duldung und Unterstützung kosovarischer Kriegsvorbereitungen in der Bundesrepublik hat das Belgrader Außenministerium am 8. März 1999 dem deutschen Außenminister Joseph Fischer ein Memorandum überreicht, dass diese Aktivitäten von der Rekrutierung über die Geldwäsche bis zu illegalen Waffenlieferungen detailliert beschreibt, aber unbeantwortet blieb.” [13]

Wenig überraschend, dass es dazu aus Deutschland nie eine Antwort gab. Was aber nach dem Beschriebenen schon anklingt, ist die Tatsache, dass der deutschen Wühltätigkeit in Jugoslawien zunehmend die Führungsrolle entzogen wurde – durch den US-amerikanischen Geheimdienst CIA. Und das hing damit zusammen, dass die Vereinigten Staaten den Zeitpunkt für gekommen hielten, ihre von jeher vorhandenen geostrategischen Machtinteressen auf dem Balkan nun umzusetzen.

Mit der Führungsübernahme der UCK durch US-Institutionen bekam die Kampfkraft der Rebellenarmee eine neue Qualität. Für die Zuführung des kriegstreibenden Personals leistete die Bundesrepublik aber weiter Unterstützung:

„Im Sommer 1998 rief die UÇK alle Albaner, auch die im Ausland, zum bewaffneten Kampf auf. Unter den Augen der deutschen Geheimdienste und der Öffentlichkeit nahm in der Solinger Diskothek »Casanova« das zentrale Rekrutierungsbüro der UÇK in Deutschland seine Arbeit auf. Zahlreiche Kosovo-Albaner und auch freiwillige Deutsche drängten sich vor dem Eingang, um ihre Verpflichtungserklärung zu unterschreiben und den Eid zu leisten« [14] Anschließend flanierten die neu eingetretenen UÇK-Rekruten in Kampfanzügen durch Solingen. Danach wurden die Rekruten mit regelmäßig verkehrenden Bussen nach Albanien gebracht. Niemand hielt diese Busse auf, obwohl sich die Bundesrepublik dadurch der indirekten Unterstützung einer militärisch operierenden Sezessionsbewegung schuldig machte.“ [15]

Auch sonst fielen alle Schranken, um den Krieg gegen die jugoslawische Zentralregierung zu forcieren, so berichtete die Washington Times von Ausbildungslagern in Albanien, welche UCK und al-Kaida gemeinsam nutzten:

„Verbindungen gab es auch zwischen Osama bin Ladens Organisation »al-Qaeda« und der UÇK, »die ein gemeinsames Lager, ein Zentrum für islamische Terroristen, in Tropoje in Albanien betrieben«. [16][17]

Und so waren auch die hunderttausenden Flüchtlinge aus dem Kosovo des Jahres 1999 nicht Symptom einer durch den innerjugoslawischen Konflikt initiierten Katastrophe. Nein, es handelte sich um eine humanitäre Katastrophe, welche direkt und unzweifelhaft durch den offenen Krieg der NATO gegen Jugoslawien ausgelöst wurde. Und so benannte auch der französische Philosoph und Schriftsteller Regis Debray in einem offenen Brief an den damaligen französischen Staatspräsidenten Chirac die Gründe für den Exodus:

„Es war rundweg der Angriff der NATO, der wie eine Lawine die humanitäre Katastrophe auslöste. Tatsache ist, daß bis dahin keine Auffanglager an den Grenzen nötig waren.« In den ersten Tagen, räumen dabei alle ein, sah man eine Entfesselung von Repressalien von seiten sogenannter »unkontrollierter« Elemente in möglicher Komplizenschaft mit der örtlichen Polizei. Herr Vuk Draskovic, der inzwischen zurückgetretene Vize-Premier, und andere haben mir gesagt, daß seither dreihundert Personen im Kosovo wegen erwiesener Gelderpressungen verhaftet und verurteilt worden sind. Täuschung? Alibi? Schlechtes Gewissen? […] Das ist nicht auszuschließen. Danach hat sich der Exodus fortgesetzt, aber auf kleinerer Stufenleiter. Er ging weiter auf ausdrücklichen Befehl der UCK, geschah aus dem Wunsch heraus, mit den seinigen wieder vereint zu sein, aus Angst, für einen Kollaborateur gehalten zu werden, aus Furcht vor den Bombardements – die aus 6000 Metern Höhe nicht zwischen Albanern, Serben und anderen unterscheiden; er ging weiter, um sich mit bereits ausgereisten Verwandten zu vereinigen, weil das Vieh getötet wurde, weil Amerika gewinnen wird, weil es die Gelegenheit ist, in die Schweiz, nach Deutschland oder woanders hin zu emigrieren … Motive, die ich vor Ort gehört habe. Ich erwähne Sie Ihnen gegenüber ohne Haftung.“ [18]

Die Ziele der US-Geostrategen auf dem Balkan

Es ist kein Zufall, dass am 14.März 1999, nur fünf Tage vor Beginn der NATO-Luftangriffe auf Serbien der US-Kongress das sogenannte Seidenstraßengesetz (Silk Road Strategy Act) verabschiedete. In einem Artikel auf Anderwelt-Online hat Wolfgang Effenberger, die zugrunde liegenden Ziele knapp wie treffend beschrieben:

„Mit ihm [dem Silk Road Strategy Act] definierten die USA ihre umfassenden wirtschaftlichen und strategischen Interessen in einer riesigen Region, die sich vom Mittelmeer bis nach Zentralasien erstreckt. Das Gesetz zielte in voller Übereinstimmung mit dem von Brzezinski entwickelten geostrategischen Konzept darauf ab, die Wettbewerber der USA im Ölgeschäft, darunter Russland, Iran und China, zu schwächen und die gesamte Region vom Balkan und dem Schwarzen Meer bis an die chinesische Grenze in einen Flickenteppich amerikanischer Protektorate zu verwandeln.“ [19][20]

Was der Weltmacht USA von jeher aufstieß, war deren fehlende militärische Präsenz auf dem Balkan. Den Konflikt in Jugoslawien galt es daher auszunutzen, um dieses „Manko“ zu beseitigen. Eine Drohkulisse, ein „Pfahl im Fleische“ der Balkanstaaten, eine Sphäre ungehinderten Auslebens von Machtinteressen, ein weiterer Ausbau des Sanitaire Cordon um die großen Flächenstaaten Russland und China, das waren die eigentlichen Ziele des völkerrechtswidrigen Militäreinsatzes den die USA und ihre NATO-Verbündeten gegen Jugoslawien los traten!

Und deshalb begannen schon während des Krieges die Vorbereitungen für den Aufbau eines der größten Militärstützpunkte der Welt, geplant auf dem Territorium des Kosovo.

Camp Bondsteel

Der Bombenkrieg gegen Serbien war kaum zu Ende als das Pentagon ein über 400 Hektar großes Gelände bei der Stadt Uresevic nahe der Grenze des Kosovo zu Mazedonien für 99 Jahre pachtete (von wem?). Den Zuschlag für den Milliarden schweren Auftrag zum Bau des Stützpunktes bekam der Technologie-Konzern Halliburton, vertreten durch sein Tochterunternehmen Kellog, Brown & Root. Halliburton-Vorstandsvorsitzender war zu jener Zeit Dick Cheney. Cheney sollte später unter G.W.Bush US-Vizepräsident werden, hatte aber bereits unter dessem Vater (Bush Senior) das Amt des US-Verteidigungsministers inne, was eben für Halliburton äußerst positive Auswirkungen haben sollte:

„Cheney etablierte eine entscheidende Änderung im Logistics Civil Augmentation Program (LOGCAP), in dessen Rahmen die US Army seit Mitte der 1980er Jahre zivile Firmen mit – vor allem – Infrastrukturprojekten (Bau von Flughäfen, Gefängnissen und Verpflegung der Soldaten weltweit) beauftragte. Bisher waren diese Aufträge an unterschiedliche Auftragnehmer vergeben worden. Cheney beauftragte die Firma Kellogg Brown & Root, eine Halliburton-Tochter, mit einem Gutachten, das klären sollte, ob in Zukunft nur noch eine einzige Firma alle LOGCAP-Aufträge bekommen könne. Das Gutachten beantwortete diese Frage positiv und es fand eine Ausschreibung für milliardenschwere Projekte für die nächsten fünf Jahre statt. Von den 37 teilnehmenden Firmen erhielt Kellogg Brown & Root den Zuschlag. 1995 wurde Cheney CEO von Halliburton/ Kellogg Brown & Root. Diese nicht ganz unproblematische Konstellation führte auch dazu, dass seine Kritiker bemängelten, er verknüpfe private Interessen mit politischen Interessen, was Cheney stets energisch verneinte. “ [21]

Das brachte Halliburton u.a. den 2,2 Milliarden Dollar schweren Auftrag zum Bau von Camp Bondsteel und der Konzern sollte auch DER Kriegsgewinner des späteren Irak-Krieges werden. Der ganze oben beschriebene Vorgang ist bezeichnend für die Verflechtung der Wirtschafts-, Finanz- und Polit-Eliten in den USA, die auch noch je nach Bedarf ihre Rollen wechseln.

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Camp Bondsteel (Quelle: Wikipedia)

Camp Bondsteel wurde innerhalb von zwei Jahren hochgezogen und mit einer pompösen Einweihungsfeier am 24.Juli 2001 durch den US-Präsidenten George W. Bush in Betrieb genommen, wobei er u.a. dies sagte:

„Wir streben eine Welt der Toleranz und der Freiheit an. Von Kosovo nach Kaschmir, vom Mittleren Osten nach Nordirland, ist Freiheit und Toleranz das definierte Ziel für unsere Welt. Und Ihr Dienst setzt hier ein Beispiel für die ganze Welt.“

und weiter sagte er, dass es darum ging:

„… eine Fehlentscheidung von General Eisenhower aus dem 2. Weltkrieg zu revidieren. Eine Stationierung von US-Soldaten habe aus strategischen Gründen dort nachgeholt werden müssen.“ [23]

Worte, die nicht wenigen Völkern der Welt wie Hohn in den Ohren klingen müssen. Wie es mit Toleranz und Freiheit in unmittelbarer Umgebung von Camp Bondsteel aussieht, das soll noch näher betrachtet werden.

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Camp Bondsteel im Kosovo (Quelle: Google Maps)

Mit Camp Bondsteel entstand eine Weitere in der Kette vorgeschobener US-Basen, die Bushs Verteidigungsminister Ronald Rumsfeld zu „Lily Pads“ (Seerosen) taufte. Der Stützpunkt liegt in mitten kleiner geschwächter wie abhängiger Staaten, welche völlig unter Kontrolle der USA und ihrer Verbündeten stehen, wobei neben dem Kosovo auch Serbien durch die Kriege völlig ruiniert ist und nun zu den ärmsten Staaten Europas zählt. Und mit der faktischen Einnahme des Kosovo kontrollieren die USA außer den Ölströmen die aus Mittelasien kommen noch etwas ganz anderes – Rauschgift!

Lassen wir in diesem Zusammenhang den serbischen Militäranalytiker Milovan Drecun zu Wort kommen:

„Offiziell unternehmen die USA alle Bemühungen zur Verhinderung der Heroin-Produktion in Afghanistan. Allerdings sieht das reale Bild ganz anders aus. In den amerikanischen Massenmedien war seinerzeit eine Meldung über die Beteiligung der CIA am Drogenschmuggel aufgetaucht, was es der CIA erlaubt haben soll, ihre ‚schwarze Kasse‘ aufzufüllen. Es geht insbesondere um den Drogenschmuggel aus Afghanistan nach Kosovo. Zu diesem Zweck wird vor allem die US-Militärbasis ‚Camp Bondsteal‘ genutzt. In einem anderen Dokument figuriert ein Mitglied der terroristischen „Befreiungsarmee des Kosovo“ – der beste Freund des heutigen Premierministers Hashim Thaci. Über bewährte Kanäle wird da bei einem Transport bis zu 150 Kilogramm Heroin und Kokain angeliefert. Diese Kriminellen arbeiteten mit dem Besitzer eines Cafés nahe des ‚Camp Bondstael‘ zusammen, und sie haben auch nahe Partnerschaftskontakte zu amerikanischen Offizieren angeknüpft.“ [24]

Die Gründung des Kosovo-Staates

Gerade in Anbetracht der durch Leitmedien und Politiker künstlich geschürten Erregung über den angeblichen Völkerrechtsbruch, der mit dem Anschluss der Krim an Russland im Jahre 2014 begangen sein soll, lohnt es sich, auf das Jahr 2008 zurück zu schauen. Völkerrechtlich betrachtet handelte es sich um eine Sezession, die grundsätzlich in beiden Fällen, dem sei vor gegriffen, prinzipiell nicht zu verurteilen ist. Hier die Definition:

“Sezession bezeichnet im Politischen die Loslösung einzelner Landesteile aus einem bestehenden Staat mit dem Ziel, einen neuen souveränen Staat zu bilden. Im Zuge einer Sezession entstehen in der Regel ein oder mehrere staatliche Subjekte, und gleichzeitig existiert weiterhin der verkleinerte Altstaat.” [25]

Die Ausrufung der Republik beschloss das Parlament des Kosovo am 17.Februar 2008 einstimmig (wobei 11 Abgeordnete der Sitzung demonstrativ fernblieben). Ein Referendum in dem die Bevölkerung über die endgültige Loslösung von Serbien hätte mitsprechen können, gab es jedoch nicht. Dieser Fakt ist nach dem Völkerrecht zu beanstanden, ebenso wie die in den Jahren zuvor systematisch betriebenen ethnischen Säuberungen im Kosovo, welche zehntausende Angehörige der serbischen Minderheit zwangen, ihre Heimat zu verlassen.

Gerade das ist kennzeichnend für das völlige Versagen der 16000 Mann starken Schutztruppe KFOR, welche nach dem Kosovo-Krieg in dieser Region stationiert wurde. Und zeigt gleichermaßen die Ignoranz der US-Besatzung im Land, die ihre mehrere tausend Mann starke Militärpräsenz nicht willens zeigte, zum Schutz vor Übergriffen auf die Bevölkerung einzusetzen.

Worüber sich der Mainstream gerade bei Russland außerdem so ereiferte, nämlich die Anerkennung des Beitritts der Krim zu Russland (nach Loslösung von der Ukraine) innerhalb von zwei Tagen, das war für ihn im Falle Kosovo selbstverständlich. Innerhalb von 24 Stunden hatten die USA den neuen Staat anerkannt, am gleichen Tag auch Frankreich und Großbritannien, drei Tage später dann Deutschland. Ach ja, noch ein Staat zeichnete sich als Pionier der Kosovo-Anerkennung aus: Afghanistan, was bei der „besonderen“ Verflechtung der beiden Staaten eine geradezu pikante Note hat. [26]

Was nichts daran ändert: Staatsrecht bricht nicht Völkerrecht, deshalb griffen die staatsrechtlichen (in der Verfassung verankerten) Argumente sowohl für Serbien als auch die Ukraine nicht. Gleichermaßen gab es in beiden Fällen vorherige jahrzentelange Bestrebungen zur Abtrennung, sodass man auch von einem legitimen durchgesetzten Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung ausgehen kann.

Aber – wie gesagt – vor der Ausrufung der Republik Kosovo gab es massenhaft ethnische Vertreibungen, das setzt das Ganze in ein schlechtes Licht. Noch problematischer ist aber die Biografie und das Wirken der den Kosovo-Staat beherrschenden Politiker und so ganz langsam kommen wir auf den eingangs erwähnten Hashim Thaci zurück.

Der Kosovo und Afghanistan

Der erwähnte Krieg der NATO gegen Serbien fand im Jahre 1999 statt – unter dem Schlagwort humanitäre Intervention zur Verhinderung einer humanitären Katastrophe. Dieser scheinheilige Vorwand verdeckte die tatsächlichen Ziele, die da waren:

  1. Maximale Schwächung Rest-Jugoslawiens, welches sich permanent einer vollständigen Einbindung in das westliche Wirtschafts- und Finanzsystem widersetzte.
  2. Herstellung einer dauerhaften militärischen Präsenz der USA auf dem Balkan, zur Kontrolle der Region und dem weiteren Ausbau des Sanitaire Cordon um die großen asiatischen Nationen.
  3. Schaffung und Kontrolle eines Staatswesens, welches den USA vollständige Freiheit bei ihren vielfältigen geostrategischen Aktivitäten sicherte – und für diesen Zweck schien den USA der Kosovo bestens geeignet.

Der Kosovo war aus strategischer Sicht für die USA ideal, nicht nur aus den gerade genannten Gründen, sondern auch weil sich hier die Möglichkeit ergab, die mafiosen Strukturen der die Region beherrschenden Familien-Clans in das neue vasallenhafte Staatsgebilde zu integrieren. Dieses Konzept wurde langfristig entwickelt und schon seit Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geplant und umgesetzt. Denn eines wussten natürlich auch die USA: Über den Kosovo verlief seit jeher eine der Rauschgiftrouten aus Asien und der Drogenhandel war das Hauptgeschäft der albanischen- und Kosovo-Mafia. Wobei der Stoff in Mengen aus Afghanistan kam, nicht mehr aber im Jahre 2000. Denn ab jenem Jahr sank der Opiumanbau in Afghanistan bis auf ein Rekord-Niedrigniveau 2001 und „schuld“ an diesem damit verbundenen Geschäftseinbruch auch in Albanien/Kosovo waren – die Taliban.

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US-Soldaten patroullieren durch ein Mohnfeld in Afghanistan (Quelle: Blogspot Alles Schall und Rauch)

Die Taliban waren es auch, welche US-Konzernen die Konzessionen zum Bau einer Gas-Pipeline durch Afghanistan verwehrten, einer Pipeline welche von  Turkmenistan durch die Türkei nach Europa und an das Mittelmeer gebaut werden sollte. Die Kontrolle über die Rohstoffquellen und deren Vertriebswege haben für die USA gleichermaßen Bedeutung wie die Kontrolle über den Drogenanbau und dessen Vertrieb. Alle diese Kriterien waren durch das Wirken der Taliban empfindlich gestört. Weniger störten die rabiaten Methoden der sunnitisch geprägten religiösen Fundamentalisten. Und mehr als zweifelhaft waren die Gründe, die den militärischen Einsatz der westlichen Staaten in Afghanistan – unter Führung der USA – rechtfertigen sollten (ein Nachweis für die Verantwortung von al-Kaida an 9/11 ist bis heute nicht erbracht!). Was aber unmittelbar mit dem Rückzug der Taliban einher ging, war ein dramatischer, nie da gewesener Anstieg des Schlafmohn-Anbaus in Afghanistan – unter den Augen, ja unter dem Schutz der Besatzungstruppen!

Ein Mohnfeld ganz in der Nähe eines Militärstützpunktes

Ein Mohnfeld ganz in der Nähe eines Militärstützpunktes (Quelle: Blogspot Alles Schall und Rauch)

Wo nun aber ist die Verbindung zum Kosovo? Eine Fundstelle für Informationen ist Wikileaks, welches auf den Journalisten Peter Klebnikov verweist. Der hatte schon im Jahr 2000 brisante Kenntnisse über das Ausmaß der organisierten Kriminalität in dieser Region. Er spricht von einem geradezu industriellen Drogenhandel, organisiertem Autodiebstahl und Hehlerringen, Menschenhandel, erzwungener Prostitution, den gepflegten Verbindungen zu al-Kaida und wie groß die Verstrickungen der Kosovo-Administration in diese Geschäfte sind. Und er weist auf die Verbindungen zu den Tätigkeiten der US-amerikanischen Geheimdienste hin, welche seit Jahrzehnten mit Drogen geheime Operationen finanzieren. [27] Peter Klebnikow schrieb im Mother Jones Magazin:

„Die kosovarischen Drogenhändler beziehen das Heroin ausschließlich aus dem Gebiet des sogenannten asiatischen Goldenen Halbmonds und es ist eine scheinbar unerschöpfliche Quelle. An einem Ende des Halbmonds liegt Afghanistan, welches im Jahr 1999 Burma als den weltweit größten Produzenten von Opium ablösten.Von dort gelangt das Heroin-Rohmaterial durch den Iran in die Türkei, wo es raffiniert, und dann in die Hände der 15 [albano-kosovarischen] Familien gelangt , die den illegalen Transfer über die Grenzen Mazedoniens, Albaniens und Serbiens tätigen. Nicht überraschend, profitierte auch die UCK reichlich davon. Nach Angaben des Außenministeriums bewegen sich monatlich[!] vier bis sechs Tonnen Heroin durch die Türkei. „Es wird nicht sehr viel angehalten“, sagt ein Beamter. „Wir beschlagnahmen nur einen Bruchteil der Gesamtmenge[28]

Tonnenweise Heroin? Jeden Monat? Das unter den Augen einer vieltausendköpfigen internationalen Schutztruppe? Damals, im Jahre 2000 waren knapp 50000 Soldaten aus NATO-Mitgliedsstaaten in diesem defacto Ministaat im Einsatz. [29]

Die Organisierte Kriminalität der albanisch-kosovarischen Kartelle

Der Journalist und Publizist Jürgen Roth schrieb 2011 in seinem Blog:

„Seit Anfang der neunziger Jahre wanderten Mitglieder ethnisch albanischer Clans, oftmals Angehörige der organisierten Kriminalität (OK), und Kriminelle ins westliche Ausland ab und bauten dort Stützpunkte auf. Währen albanische Gruppen der organisierten Kriminalität früher eher unorganisiert agierten oder für Kreise der organisierten Kriminalität anderer Nationalität (zum Beispiel italienische und türkische Gruppen) tätig waren, gelang es ihnen durch straffe Organisation, Disziplin und konspirative Arbeitsweise ein eigenes umfassendes Netzwerk zu errichten. Durch die gezielte Nutzung ihrer Verbindungen zu anderen ethnisch albanischen Emigranten waren sie in der Lage, ihre kriminellen Aktivitäten insbesondere in Europa, aber auch in den USA zu koordinieren und zu festigen. [30]

Und spätestens jetzt sollte der Letzte hellhörig werden, denn Jürgen Roth sagt außerdem:

„Nach der Wende und im Rahmen der verschiedenen Konflikte auf dem Balkan, primär des Kosovo-Konflikts, wurden bevorzugt legale Flüchtlinge und illegale Migranten als Kuriere für Schmuggelgut eingesetzt. Insbesondere die Asyl suchenden ethnischen Albaner sind ein ideales Rekrutierungsreservoir. Die Nutzung familiärer Strukturen bietet den ethnisch albanischen Gruppen zudem weitere Vorteile. So erleichtert sie die dauerhafte Zusammenarbeit, sie ermöglicht eine große Verschwiegenheit und die totale Abschottung gegen außen, was den staatlichen Bekämpfungsorganen ein Eindringen in diese Strukturen außerordentlich erschwert. Ein weiteres besonderes Kennzeichen ethnischer albanischer Tätergruppierungen ist eine historisch bedingte hohe Gewaltbereitschaft. Die heute im Ausland agierende ethnisch albanische organisierte Kriminalität operiert zunehmend professionell mit hochmoderner Ausrüstung.“ [31]

Das alles war den politisch Verantwortlichen in Deutschland natürlich bekannt – von Anfang an! Erich Schmidt-Eenboom und Klaus Eichner verfassten bereits im Jahr 2000 eine Expertise (betitelt: „Wem gehört die UCK“), in der u.a. zu lesen ist:

„Der BND nahm zur militanten kosovarischen Opposition in der Bundesrepublik etwa 1992 erste Kontakte auf und entwickelte schnell gute Beziehungen zu ihr. Sein Startvorteil gegenüber den anderen westeuropäischen Nachrichtendiensten lag darin, daß ein zahlenmäßig und politisch gewichtiger Teil der UCK-Führer in Deutschland agierte und sich die Bundesrepublik zur europäischen Drehscheibe erkoren. Als Partner der UCK war der BND von Anfang an über die Entwicklungen im Kosovo gut unterrichtet. “ [32]

und aus dieser Expertise sei noch einmal zitiert:

„Diese Entwicklung ist unter dem Gesichtspunkt zu bewerten, daß den westlichen Regierungen und ihren Geheimdiensten seit Mitte der 90er Jahre die Verstrickung der UCK mit kriminellen Syndikaten in Albanien, der Türkei und der EU bekannt ist. Dazu liegen sehr präzise Erkenntnisse über die albanische Führungsrolle im Drogenhandel und über die Finanzierung der UCK, ihre Bewaffnung und Ausrüstung mit Drogengeldern vor.“ [33]

Daran hat sich auch danach nichts geändert, was ein geheimer Bericht des BND (welcher durch WikiLeaks öffentlich gemacht wurde) aus dem Jahre 2005 belegt. [34] Und das Ungeheuerliche wird auch durch das im Folgenden Zitierte nicht vollständig:

„Laut 2008 an die Öffentlichkeit gelangter Ergebnisse der Anklagebehörde des Haager Tribunals (ICTY) soll die UÇK nach dem Ende des Kosovo-Krieges (Juni 1999) bis zu 300 Gefangene aus der teilweise von der UÇK kontrollierten serbischen Provinz Kosovo in nordalbanische Orte wie Kukës und Tropoja (auch: Tropojë) verschleppt und in Lagerhäusern und Baracken festgehalten haben. Von dort aus seien ausgesuchte Gefangene, die laut Zeugenaussagen jünger und gesünder waren und „im Gegensatz zu anderen Gefangenen Nahrung erhielten, von Ärzten untersucht und nicht geschlagen wurden“ (Human Rights Watch), in das „Gelbe Haus“ gebracht worden. Dieses gelbe Haus befinde sich in einem Dorf bei Burrel oder in der Nähe dieser Kleinstadt. Dort sollen bis zu 50 Gefangenen Organe entnommen und dann über den Flughafen Tirana ins Ausland transportiert worden sein, wo wohlhabende Käufer bereits auf eine Transplantation der Organe gewartet haben sollen. Die mutmaßlichen Opfer seien mehrheitlich ethnische Serben gewesen, die seit der Ankunft der UN- und NATO-Truppen im Kosovo als vermisst galten. Unter den Gefangenen sollten sich jedoch auch Frauen aus dem Kosovo sowie aus Albanien, Russland und anderen slawischen Ländern befunden haben.“ [35]

2015-04-07_Kosovo_Organhandel_Wikipedia

Der Organhandel im Kosovo und Albanien 1999 – 2008 (Quelle: Wikipedia)

Was nicht weiter ausgeführt, aber hinreichend belegt werden kann, das sind die anderen Spielarten der organisierten Kriminalität, welche von den albanisch-kosovarischen Clans europaweit betrieben werden, wie Zwangsprostitution, Menschenhandel, organisierter Autodiebstahl sowie Waffenhandel.[36] Wie die UCK mit ethnischen Minderheiten umging (die Repression gegen Ethnien war genau der scheinheilige Vorwand des Westens, die UCK zu unterstützen), auch dazu noch ein Zitat, welches das zuvor Gesagte nur unterstreicht:

„Seit 2011 laufen Ermittlungen der EULEX Kosovo, die die Stichhaltigkeit dieser Vorwürfe überprüfen sollten. Ergebnisse dieser Ermittlungen wurden Ende Juli 2014 erstmals vom Chefermittler John Clint Williamson der EU Special Investigative Task Force (SITF) vorgestellt. Die Ergebnisse der SITF bestätigten den Marty-Bericht weitgehend sowie frühere Berichte der OSZE und von Human Rights Watch aus dem Jahr 1999. Nach den SITF-Ermittlungsergebnissen wurden von Seiten der UÇK und mit Unterstützung aus deren höchsten Führungsebenen gezielte und organisierte Verbrechen wie „ungesetzliche Tötungen, Entführungen, Vertreibungen, illegales Festhalten in Lagern im Kosovo und in Albanien, sexuelle Gewalt und andere Formen unmenschlicher Behandlung“ an Angehörigen der ethnischen Minderheiten und der ethnisch-albanischen Opposition verübt und „ethnische Säuberungen“ von großen Teilen der Bevölkerung der Serben und Roma aus den Gebieten südlich des Flusses Ibar durchgeführt. Auf Grundlage dessen fordert die SITF Anklagen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.“ [37]

Der Kosovo und Hashim Thaci

Hashim Thaci ist geachtet in der US-amerikanischen und deutschen Politik. Der Ministerpräsident eines Landes, in dessen Realität Demokratie ein Nichts ist, wird entsprechend hofiert und war z.B. Gast bei der 50.Münchner Sicherheitskonferenz 2014 . Thaci ist beispielgebend für die politischen Strukturen des Kosovo und entlarvt auf seine Art die verlogene Doppelmoral des Westens, die seit Jahren Demokratie in Russland einklagt, aber die gravierenden Defizite des Kosovo, welche fatale Auswirkungen, auch und gerade auf Deutschland haben können, einfach in den Leitmedien ausblendet.

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Hashim Thaci als Ministerpräsident des Kosovo 2010 (Quelle: Wikipedia)

Hashim Thaci (geb. 1968) war 1992 Mitbegründer und später Chef der terroristischen UCK. Aufgrund seiner persönlichen Grausamkeit gegen Feinde wird er in Verbrecherkreisen des Kosovo bis heute „Die Schlange“ genannt. Über seine Betätigung waren deutsche Geheimdienste und die CIA von Anfang an im Bilde und sie förderten seine Karriere. Über wen er das Stipendium erhielt, mit dem er als Flüchtling in der Schweiz ein Studium der Geschichtswissenschaften absolvieren konnte, ist nicht ermittelbar. Als die USA Mitte der 1990er Jahre Kontakt zu Thaci aufnahmen, führte er die Drenica-Gruppe, eine im Kosovo agierende kriminelle Vereinigung, die Kontakte zu albanischen, mazedonischen und italienischen Mafia-Kreisen unterhielt. Mit großer Rücksichtslosigkeit gelang es ihm die Drenica-Gruppe zum bestimmenden Clan der UCK zu küren. Trotzdem dies den USA bekannt war, wurde er  ein persönlicher Protegé von Clintons Außenministerin Madeleine Albright.

„Auf einen Schlag berühmt wurde er 1999, als er bei den serbisch-albanischen Friedensverhandlungen von Rambouillet als Delegationsleiter der kosovo-albanischen Seite auftrat – und damit als Politiker von der internationalen Gemeinschaft anerkannt wurde. Thaci habe zu dieser Zeit einen «Sicherheitsdienst» kontrolliert, «ein im gesamten Kosovo aktives kriminelles Netzwerk», schreibt der deutsche Bundesnachrichtendienst: «Mit Stand 2001 sollen direkte Kontakte zur tschechischen und albanischen Mafia bestanden haben.» Und im Oktober 2003 soll Thaci, so der BND, «im Zusammenhang mit umfangreichen Drogen- und Waffenhandelsgeschäften in engem Kontakt» zu einem Clan gestanden haben, dem auch Geldwäsche und Erpressung vorgeworfen werden. Thacis Verwicklungen in die organisierte Kriminalität, das sei betont, beruhen auf nachrichtendienstlichen Quellen und mussten juristisch bislang nicht bewiesen werden.“ [38]

„In einem im Dezember 2010 – einen Tag, nachdem die Wahlkommission erklärt hatte, die Thaci-Partei habe die erste Wahl im unabhängigen Kosovo gewonnen – vom Europa-Rat veröffentlichten Bericht, wird den Westmächten Komplizenschaft vorgeworfen, weil sie die Verbrechen der kriminellen Vereinigung Thacis ignoriert hätten. Darin heißt es: „Thaci und andere Mitglieder der ‚Drenica-Gruppe‘ werden in Geheimdienst-Dossiers durchweg als ‚Schlüsselfiguren‘ des organisierten Verbrechens im Kosovo bezeichnet. Wir fanden heraus, dass Hashim Thaci, der jetzt als Politiker agiert, Chef, oder wie es in Kreisen des organisierten Verbrechens heißt, Boss der Drenica-Gruppe war. In dem Bericht wird außerdem festgestellt, dass Thaci „den Heroin-Handel gewaltsam unter seine Kontrolle gebracht hat“. Dick Marty, der Ermittler der Europäischen Union, legte seinen Bericht den Diplomaten aller EU-Mitgliedstaaten vor. Weil Washington Thaci stützte, reagierten diese aber nur mit Schweigen.“ [39]

In einem im Januar 2007 für die EU-Kommision erstellten Geheimbericht mit dem Vermerk „VS – Nur für den Dienstgebrauch“, der in den Medien durchgesickert war, wurden die organisierten Verbrechen der UCK und ihrer Nachfolgeorganisation, der Demokratischer Partei Thacis, detailliert untersucht. Die NATO war so und so immer gut informiert und Anfang 2011 wurde diese Informiertheit auch öffentlich bekannt:

„Im Januar 2011 gelangte auch ein NATO-Dokument an einige westliche Medien, nach dem der frühere UÇK-Führer Hashim Thaçi in Militärdepeschen als einer [der]„größten Fische“ der organisierten Kriminalität im Kosovo bezeichnet wird. Sein enger Vertrauter Xhavit Haliti, der PDK-Spitzenpolitiker und frühere Logistikchef der UÇK, solle zudem Verbindungen zur albanischen Mafia gehabt haben und an Waffen- und Drogenhandel beteiligt gewesen sein. In den vom Guardian veröffentlichten, geheimen NATO-Dokumenten heißt es, die USA und andere westliche Länder, die die kosovarische Regierung unterstützten, hätten seit Jahren umfangreiche Kenntnisse über die kriminelle Verbindungen Thaçis und anderer Mitgliedern der UÇK. Die NATO teilte mit, bei den an die Medien durchgesickerten Dokumenten handle es sich um Geheimdiensterkenntnisse, die um das Jahr 2004 gewonnen worden seien.

Mit der Präsentation des Berichts durch Dick Marty vor dem Europarat am 25. Januar 2011 wurden zahlreiche neue und alte Vorwürfe gegen Hashim Thaçi in den Medien vorgetragen, die bis in die Zeit der Gespräche zum Vertrag von Rambouillet reichen. Es wurde daran erinnert, dass Thaçi laut BND „Verbindungsmann zwischen organisierter Kriminalität und Politszene“ (n-tv) gewesen sein soll, dass der „einstige Stalinist“ (n-tv) Thaçi laut New York Times Kontrahenten aus dem eigenen Lager der Separatisten ermordet haben soll und dass die jüngeren Anschuldigungen von Del Ponte und dem Europarat-Bericht Martys die älteren Vorwürfe von Verbindungen des inzwischen liberalen Europaabgeordneten Thaçi zum organisierten Verbrechen bekräftigen würden. Auch Human Rights Watch erhob die Forderung, die Ermittlungen müssten nun von einem unabhängigen Ankläger durchgeführt werden. Die „internationale Gemeinschaft“ sei außerdem dazu verpflichtet die Zeugen zu schützen.“ [40][41][42][43][44]

„In einem geheimen Bericht des deutschen Bundesnachrichtendienstes / BND vom 22. Februar 2005, der durchsickerte, wurde festgestellt: “Über die Key-Player (wie z. B. Haliti, Thaci, Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke fördern dort die politische Instabilität. Sie haben kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Geschäfte beeinträchtigt werden können.“ (OK=organisierte Kriminalität)“ [45][46]

„Im gleichen Bericht für den Europa-Rat über das organisierte Verbrechen im Kosovo wird Thacis Mafia-Organisation vorgeworfen, mit menschlichen Organen gehandelt zu haben. Figuren aus Thacis innerem Kreis werden beschuldigt, im Krieg serbische Gefangene über die Grenze nach Albanien verschleppt zu haben, wo mehrere Serben wegen ihrer Nieren, die auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden, ermordet worden seien. In einem Prozess, der 2008 vor dem Landgericht in Pristina stattfand, ging es um verarmte Opfer, die im Jahr 2000 von der UCK zur Organentnahme in eine mit ihr zusammenarbeitende Klinik mit Namen Medicus verbracht worden waren.“ [47]

So viel zum höchsten kosovarischen Politiker und seiner unmittelbaren Umgebung, was aber bedeutet das für die Gesellschaft des Kosovo, für die Menschen?

Ein Fazit und die Folgen

Das Land ist bettelarm mit unterentwickelter Industrie, maroder Infrastruktur, instabiler Energieversorgung. Stundenlange Stromausfälle sind Alltag, das alles durchwoben von Korruption, dabei bis in die Regierung gesteuert von den Clans. Einziges Exportgut (neben den Einnahmen aus der organisierten Kriminalität) ist Metallschrott. Das Staatswesen wie das Rechtssystems ist von den kriminellen Banden unterminiert und im Sinne einer Demokratie faktisch nicht handlungsfähig. Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag im Jahr 2011 bei etwa 3500 US-Dollar). Ein Arzt verdient 300 Euro monatlich, ein Lehrer weniger, ein Rentner muss von 40 Euro im Monat leben. Über ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut (weniger als 1,50 Euro am Tag), jeder achte Kosovare sogar in extremer Armut.

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Bettlerin in Pristina 2010 (Quelle: Wikipedia)

Es gibt kaum Arbeit, etwa die Hälfte der Bevölkerung ist beschäftigungslos, die Jugendarbeitslosigkeit beträgt gar 70 Prozent. Dabei hat das Land die höchste Geburtenrate ganz Europas. Das Gesundheitssystem liegt darnieder, dafür bereitgestellte Hilfsgelder werden für private Zwecke abgezweigt, Arztbesuche und Medikamente müssen selbst bezahlt werden, ein soziales Sicherungssystem gibt es nicht. Eintausend Tankstellen in dem winzigen Staat, mit angeschlossenen Motels und gastronomischen Einrichtungen dienen vorrangig der Wäsche von Drogengeld. Einfache Leute können sich ihres Grundbesitzes nie sicher sein, Raub und Erpressung sind an der Tagesordnung, weil die Banden bestrebt sind, die Erlöse aus den kriminellen Geschäften in Immobilien zu investieren.

Es gibt keine Rechtssicherheit, Gerichtsverfahren gegen Täter aus dem organisiertem Bandenmilieu laufen ins Leere, weil Zeugen verschwinden, ermordet werden, trotz von der EU organisierter Zeugenschutzprogramme und trotz der Präsenz von 2000 Beamten aus Justiz und Polizei anderer EU-Staaten. Das Steuersystem ist eine Farce, im Jahre 2012 wurden etwa 15 Millionen US-Dollar an Steuern eingezogen. Die Menschen leben maßgeblich von den Geldtransfers der im Ausland arbeitenden Kosovaren (dies übrigens seit Jahrzehnten). Insgesamt lässt sich sagen, dass der Kosovo ein Land ohne funktionierende Demokratie ist, in dem die einfachen Menschen tagtäglich um das Überleben kämpfen. Und das Land hängt am Tropf von IWF und Weltbank und nimmt Jahr für Jahr Milliarden an Schulden auf. [48][49][50]

Was wird wohl ein junger Kosovare angesichts der fehlenden Arbeitsmöglichkeiten, der Armut, der Gewalt und Rechtlosigkeit, der latenten Drohung von den mächtigen kriminellen Kartellen rekrutiert zu werden, und vor allem im Angesicht des Elends seiner Familie tun? Ist es so schwer einen Einwanderer, der dieser Zwangslage sucht zu entfliehen, zu verstehen? Ja, für viele Deutsche ist das schwer – und auch das muss man ernst nehmen!

Einwanderung aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien hat es schon seit Jahrzehnten gegeben, die Masse an Menschen die derzeit jedoch aus diesen Gegenden flüchtet, birgt gewaltigen sozialen Sprengstoff! Im Angesicht der auch in Deutschland anhaltenden Umverteilung von unten nach oben, der zunehmenden Aushöhlung der Sozialsysteme, der Verarmung von Teilen der Bevölkerung und ihrer gleichzeitigen permanenten Indoktrination durch eine Propaganda, welche ablenkt von den wahren Ursachen und Verursachern der sozialen Probleme, steigt der Hass und die Gewaltbereitschaft gegen die Menschen, welche doch eben Opfer einer Politik geworden sind, die durch Deutschland maßgeblich vorangetrieben wurde und wird. Sehr geschickt lancieren die Meinungsmacher seit Jahren Ängste in den Menschen, was diesen nicht bewusst ist, sie aber „befähigt“, ihre Emphatie zu lähmen und Einwanderer als Fremde, Wirtschaftsflüchtlinge oder Sozialschmarotzer abzuwerten, ihnen Faulheit und Geldgier zu unterstellen.

Politik und Behörden verschweigen außerdem die Gefahr die durch importierte organisierte Kriminalität auch unserer Gesellschaft droht. Unter den Flüchtlingen sind (meist dazu gezwungene) Drogenkuriere und Dealer. Die Kosovo-Mafia ist in Deutschland schon seit mindestens 25 Jahren präsent und hat die Macht, die Notlage der nach Deutschland flüchtenden Kosovaren auszunutzen. Auch auf diesem Wege wird über faktisch offene Grenzen jeden Monat tonnenweise Rauschgift in Europa verteilt, verkauft. Zielpersonen als Konsumenten sind junge Menschen, weil leicht beeinflussbar und wenn sie erst einmal abhängig sind, beliebig missbrauchbar. Das Problem geht also über die rein finanzielle Herausforderung, die mit der Versorgung und Integration der Flüchtlinge erwächst, hinaus.

Bei alldem muss der schlimme und begründete Verdacht aufkommen, dass dies alles von bestimmten Personen an den Schalthebeln der Macht des Westens genauso gewollt ist! Wie systematisch bereits die Terrororganisation UCK und deren Führer aufgebaut, finanziert und politisch wie militärisch unterstützt wurde (auch und maßgeblich u.a. von Deutschland) wurde bereits weiter oben aufgeführt. Nur ein Beispiel, wie aktiv aber dieses System bis in die Gegenwart am Laufen gehalten wird, sei hier aus dem „Stern“ zitiert:

„Die internationalen Polizeichefs wie der hocherfahrene Stu Kellock aus Toronto haben die Erfahrung gemacht, dass die Gesetze im Kosovo nicht für alle gelten. Immer wieder blockten die UNMIK-Oberen, sobald ehemalige UCK-Kommandeure und Clanführer ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerieten. „Die Ermittlungen wurden von oben gestoppt, von KFOR und UNMIK“, erinnert sich auch Christer Karphammer, Schwede und erster internationaler Richter in Pristina: „Einige der früheren UCK-Führer genossen regelrechte Immunität.“ So entging auch der frühere UCK-Obere Sami Lushtaqi mindestens zweimal einer Festnahme. Er war verdächtig, einer der Hintermänner eines Bombenanschlags auf einen Bus serbischer Friedhofsbesucher im Februar 2001 zu sein. Während und kurz nach dem Krieg soll er in privaten Folterlagern der UCK albanische wie serbische Zivilisten getötet haben. Der US-Diplomat und damalige UNMIK-Vize Jock Covey verhinderte laut einem Bericht der Sunday Times persönlich Lushtaquis Verhaftung.“ [51]

Das Chaos im Kosovo, dass es vor dem Krieg gegen Serbien nicht gab, es ist gewollt! Nichts anderes haben die Koalitionen der Willigen in Libyen, in Syrien, im Irak, in Ägypten, in Afghanistan und anderswo angerichtet. Die praktisch offenen Grenzen des Kosovo, über die Umengen von Drogen in das Land schwappen und von dort ihren Weg nach ganz Europa nehmen, es ist gewollt! Die faktisch ungesicherten Grenzen in den Transitländern der Drogenrouten, sie sind gewollt! Das gilt für Rumänien, für Mazedonien, Bulgarien, die Türkei (vor allem dort wird das Rauschgift raffiniert), für Turkmenistan, für die Ukraine und natürlich Afghanistan.

Das heutige Elend des Kosovo wurde maßgeblich verursacht von Machteliten in Deutschland und den USA! Dass nicht umfassend, insbesondere in den Öffentlich Rechtlichen Sendern über diese Tatsache und weiterführend über die Ursachen berichtet wird, es ist kein bedauerliches Versäumnis. Und so lässt man auch ganz bewusst zu, dass die deutsche Bevölkerung in Angst gehalten wird und die Ursachen der sozialen Probleme bei den Falschen, den Migranten sucht – und auch das ist gewollt!

Was man tun kann? Zuallererst die Menschen aufklären, sie informieren, warum wirklich zehntausend Kosovaren im Monat ihre Heimat in Richtung Deutschland verlassen. Und versuchen, Mitgefühl zu wecken, für das Leid Anderer, für deren Leid die Politik Deutschlands in hohem Maße mitverantwortlich ist.

Anmerkung

Genannte Flüchtlingszahlen am Anfang des Artikels beziehen sich auf den Jahresbeginn 2015 (dem Erstellungsdatum des Artikels). Auch wenn der Flüchtlingsstrom aus dem Kosovo zwischenzeitlich rapide zurück gegangen ist, sind alle im Artikel aufgeworfenen Probleme nach wie vor ungelöst und damit aktuell.

Links zum Thema

  • http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2008/02/warum-ausgerechnet-kosovo.html
  • http://www.oelspuren.net/Kriege/DERKOS_1/derkos_1.HTM
  • https://www.vice.com/de/read/drogenhandel-und-ignoranz-laehmen-die-politik-im-kosovo

Quellen

[1] Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; Statistik Februar 2015; http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/201502-statistik-anlage-asyl-geschaeftsbericht.pdf?__blob=publicationFile

[2][46] Kosovo – Probleme; 6.4.2015; Wikipedia; de.wikipedia.org/wiki/Kosovo#Probleme

[3][7] Die UCK; http://de.wikipedia.org/wiki/U%C3%87K

[4][5] Verfassungsschutzbericht des BMI 1998, S.141; 1.4.1999; http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/nichtinListe/1999/Verfassungsschutzbericht_1998_Id_7295_de.html

[6][9][11][13][32][33] Die Rolle der Geheimdienste; S.159; Schmidt-Eenboom/Eichler; Veröffentl. in Junge Welt, 17.1.2000; https://groups.google.com/forum/#!topic/cl.europa.balkan/PAQw-jnoN_4

[8][36][39] Kosovo’s “Mafia State” and Camp Bondsteel; F.William Engdahl; 12.2.2012; http://www.globalresearch.ca/kosovo-s-mafia-state-and-camp-bondsteel-towards-a-permanent-us-military-presence-in-southeast-europe/30262

[10][12] Roger Faligot; 24.9.1998; European/Brüssel

[14] Erklärung Nr. 22, Befreiungsarmee Kosovas z.H. der Informationsmedien, Prishtina 31.12.1998

[15][16][20] Kosovo – Massenflucht aus dem EU/USA-Protektorat; Wolfgang Effenberger, 22.2.2015; AnderweltOnline; http://www.anderweltonline.com/politik/politik-2015/kosovo-massenflucht-aus-dem-euusa-protektorat/

[17] UÇK-Rebellen werden in terroristischen Lagern ausgebildet; Seper, Jerry: 5.5.1999; The Washington Times

[18] 1999-05-13_Offener Brief an Chirac; Regis Debray; 13.5.1999; LeMonde; http://www.infopartisan.net/archive/kosovo/ko27399.html

[19] Kolonialkriege für eine Neue Weltordnung. Dresdner Studiengemeinschaft SICHERHEITSPOLITIK e.V. (DSS); Woit, Ernst; 23.11.2002.

[21] Dick Cheney und seine Verbindungen zu Halliburton; 6.4.2015; http://de.wikipedia.org/wiki/Dick_Cheney#Kabinett

[22][23] US-Präsident George W.Bush am 24. Juli 2001 im Camp Bondsteel, unter http://www.whitehouse.gov/news/releases/2001/07/20010724-1.html vom 23. Juli 2008

[24][26] Kosovo: Drogen für Europa; Stimme Russlands; 5.6.2010; http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/2010/06/05/9155175/

[25] Wörterbuch deutsch; Online-Ausgabe; http://worterbuchdeutsch.com/de/sezession

[27][34][36][46] Wikileaks; BND, CIA und der Kosovo; 2008; https://wikileaks.org/wiki/The_End_of_the_Affair%3F_The_BND,_CIA_and_Kosovo%27s_Deep_State

[28][29] Heroin Heroes; Peter Klebnikow; Febr. 2000; Mother Jones Magazin; http://www.motherjones.com/politics/2000/01/heroin-heroes

[30][31] Die Struktur der albanischen Mafia; Jürgen Roth; Januar 2011; http://www.mafialand.de/Members/roth/die-struktur-der-albanischen-mafia

[35][37][44][47] Organhandel im Kosovo; 7.4.2015; Wikipedia; http://de.wikipedia.org/wiki/Organhandel_im_Kosovo

[38][45] Rechtsstaat? Lieber nicht!; Jürgen Roth; Weltwoche 43/2005; http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2005-43/artikel-2005-43-rechtsstaat-lieb.html

[40] Report identifies Hashim Thaci as ‚big fish‘ in organised crime – Kosovo’s prime minister accused of criminal connections in secret Nato documents leaked to the Guardian (Memento vom 23. Januar 2013 auf WebCite). (englisch). The Guardian, 24. Januar 2011, von Paul Lewis, archiviert vom Original am 23. Januar 2013.

[41] Thaci kritisiert Marty – Kosovos Ministerpräsident verlangt unabhängige Untersuchung (Memento vom 11. Mai 2013 auf WebCite)., Neue Zürcher Zeitung, 21. Dezember 2010, archiviert vom Original am 11. Mai 2013.

[42] Geheime Dokumente belasten Thaci schwer (Memento vom 11. Mai 2013 auf WebCite)., Tages-Anzeiger, 25. Januar 2011, archiviert vom Original am 11. Mai 2013.

[43] Zwischenruf – Organhandel: Vorwürfe gegen Thaçi (Memento vom 11. Mai 2013 auf WebCite)., n-tv, 25. Januar 2011, von Manfred Bleskin, archiviert vom Original am 11. Mai 2013.

[49][51] Kosovo: Mafia-Staat von US-Gnaden; Christoph Reuter; 21.2.2008; Stern; http://www.stern.de/politik/ausland/kosovo-mafia-staat-von-un-gnaden-611717.html

[50] Die EU hat Kosovo verraten; Feride Istogu-Gillesberg; 8.1.2004; http://www.solidaritaet.com/neuesol/2014/1/kosovo.htm

[Titelbild] KFOR-Truppen im Kosovo, 15.12.2014; Quelle: Bundeswehr

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