Wenn Russland in den Konflikt eintrat, dann hat es ihn nicht auslösen können.


Das ist simple sprachliche Logik. Was den Ukraine-Krieg betrifft, gibt es gelegentlich verblüffend offene Stellungnahmen. Man muss natürlich in der Lage sein, solche Stellungnahmen auch ideologisch befreit aufzunehmen. Ursache und Wirkung verschmelzen manchmal miteinander. Und nicht selten wird die Ursache auch als wahrscheinliches Ereignis vorweg genommen. Dann entsteht der Eindruck, die Ursache wäre die Wirkung und die Wirkung die Ursache gewesen.


Das klingt verzwickt und weist uns auf semantische Fallen hin, wenn es um Kausalitäten geht. Während eines Interviews, das John Kirby dem US-Sender Fox News im Mai 2022 gab, äußerte er:

„Ich habe mein ganzes Erwachsenenleben lang mit dem militärischen Geheimdienst zu tun gehabt. Und ich kann Ihnen sagen, dass es niemals perfekt ist. Es ist ein Mosaik. Man tut sein Bestes mit den Informationen, die man sammeln kann, setzt sie zusammen und versucht, sie zu analysieren. Manchmal ist man näher am Ziel als in anderen Fällen. In Bezug auf die Ukraine waren die Vereinigten Staaten buchstäblich führend in der Welt, als es darum ging, deutlich zu machen, was Russland seit dem Herbst in Bezug auf die Ansammlung von Streitkräften und seine Absichten, in die Ukraine einzumarschieren, getan hat.“ (a1, 1)

Und weiter:

„Wir sagten es laut und deutlich vom Podium hier im Pentagon und in der ganzen Stadt sowie in internationalen Hauptstädten auf der ganzen Welt und insbesondere in Europa. Und nicht jeder hat uns damals geglaubt, aber wir hatten mit dem, was Russland vorhatte, völlig recht. Und wir haben auch im Vorfeld dieser Invasion hart gearbeitet.“ (1i)

Das war natürlich Propaganda und keine Leistung eines westlichen Geheimdienstes im Sinne der Informationsbeschaffung zur Erkennung von russischen Absichten. In unzähligen Aussagen führender russischer Politiker wurde in den Monaten zuvor deutlich gemacht, dass Russland bei einem unveränderten Fortgang der Dinge militärisch intervenieren würde. Und zwar dann, wenn die ebenso klar formulierten Bedrohungen, die Russland für seine nationale Sicherheit erkannte, nicht aus der Welt geschafft würden. Die russische Regierung war diesbezüglich in den Monaten vor der Intervention in der Ukraine unmissverständlich.

Es war alles klar: Eine ukrainische Militäroperation gegenüber der russischen Ethnie in der Ostukraine (Lugansk, Donezk) würde man nicht mehr akzeptieren. Das gleiche galt für die faschistoiden, russophoben Tendenzen, welche in der Ukraine immer offener zutage traten. Und nicht zuletzt war längst die rote Linie in Bezug auf die Osterweiterung der NATO überschritten worden.

Russland begann keinen Krieg. Es nahm den Krieg an, den militärischen Fehdehandschuh auf.

Kirbys Äußerungen fügen sich ein in eine jahrelang betriebene, großangelegte psychologische Operation. Eine, welche planvoll das Narrativ von einer bedrohten Ukraine entwickelte und in den Köpfen der westlichen Bevölkerungen implantierte. Das Narrativ, auf Bedrohungen „vorbeugend“ reagieren zu müssen, war vom Grundsatz her überhaupt nicht neu und bereits vorher in kaum zu zählenden Kriegen der „westlichen Wertegemeinschaft“ praktiziert worden. Doch tatsächlich sollte Russland in den Krieg in der Ukraine hineingezogen werden. Und das Konzept ging auf. Das westliche Unschuldslamm, als dass sich der Wertewesten seit jeher verkauft, wurde dem verlogenen Narrativ zufolge angeblich in der Ukraine unprovoziert angegriffen.

Dass diese Nummer ein weiteres Mal in den Köpfen der westlichen Konsumenten griff, hatte auch mit dem über viele Jahrzehnte hinweg gepflegten Russenhass zu tun, der im Unterbewusstsein eine latente russische Gefahr und gleichzeitig einen Standesdünkel gegenüber den angeblich zivilisatorisch zurückgebliebenen Russen implantierte.

Kirby vermittelte eine emotionale Botschaft. Aber wie wir gleich erfahren werden, teilte er uns unter der Decke der emotionalen Botschaft auch die Wahrheit mit. Die Legende vom „unprovozierten russischen Angriffskrieg“ muss ja genau deshalb so vehement verbreitet werden, weil sie eben nicht der Wahrheit entspricht. Sie ist rational nicht plausibel, also muss mit psychologischen Methoden gewissermaßen nachgeholfen werden.

Es ist wirklich wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass es sich beim „unprovozierten russischen Angriffskrieg“ um die Verbreitung einer Lüge im Rahmen einer langfristigen psychologischen Operation handelt. Ebenso wichtig ist es, zu erfassen, dass dieser Krieg von London und Washington geplant und begonnen wurde. Und bereits mit Entfachen des Krieges 2013/14 war das auch ein Krieg gegen Russen und Russland — wenn auch auf ukrainischem Boden.

Ohne Feindbilder keine Kriege. Strategische Ziele im Sinne der Wahrung und Erlangung von Macht sind ethisch-moralisch nicht attraktiv. Also muss eine Scheinmoral her, mit der man die Gesellschaften ins Kriegsboot holt. Mit Angst und Schuldgefühlen hat man Menschen leider schon immer erfolgreich in Kriege einbinden können. So hat man die westlich geführten Kriege gegen Korea, Vietnam, Nikaragua, den Irak, Afghanistan, Libyen und Jugoslawien stets mit ethischen Standards bühnentauglich gemacht. Und stets hat sich, wenn nicht sofort dann später, herausgestellt, dass die Scheinethik auf einem Meer von Lügen basierte.

Kommen wir zu weiteren aufschlussreichen Äußerungen John Kirbys. Solchen, die uns eigentlich die Wahrheit auf dem Silbertablett servieren:

„Die Regierung Biden hat schon lange vor der Invasion Waffen geliefert. Die erste Milliarde Dollar, die der Präsident für die Ukraine bereitstellte, beinhaltete auch tödliche Hilfe. Und das war, bevor Putin beschloss, einzugreifen. Außerdem haben wir sehr offen und ehrlich darüber gesprochen, was wir bei den Russen beobachten konnten. Und der letzte Punkt, den wir meiner Meinung nach nicht so sehr im Auge behalten, wie wir es sollten, Neil, ist die Ausbildung und der Aufwand, der in den letzten acht Jahren betrieben wurde, um die Ukrainer auf diese Art von Krieg vorzubereiten. Die Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien und andere Verbündete halfen den Ukrainern bei der Ausbildung in den Bereichen Führung kleiner Einheiten, Kommando und Kontrolle sowie operatives Manövrieren.“ (1ii)

Die bemerkenswerteste Passage aus obigem Zitat sieht der Autor in dieser:

„Die erste Millarde Dollar, die der Präsident für die Ukraine bereitstellte, beinhaltete auch tödliche Hilfe. Und das war, bevor Putin beschloss, einzugreifen.“

Was nun verdient eine besondere Würdigung dieser Aussage? Erstens stellt Kirby die Kausalitäten an dieser Stelle richtig, ja, sogar bemerkenswert präzise dar. Nicht nur, dass die Ukraine lange vor dem „Eingreifen“ Russlands mit NATO-Waffen vollgestopft wurde. Sondern auch bevor ein „Eingreifen“ von der russischen Führung überhaupt „beschlossen“ wurde.

Die Herausforderung besteht nun darin, die durch einen semantischen Kniff Kirbys verschleierte Realität vom Kopf auf die Füße zu stellen. Der Kniff nutzt zur Darstellung der Kausalität ein „bevor“ statt einem „nachdem“. Es ist spannend, zu erfassen, wie unsere Emotionen mittels Sprache gesteuert werden. Denn was Kirby implizit ausdrückte, ist das: Unter anderem nachdem die USA der Ukraine Milliarden an Dollar zur militärischen Aufrüstung bereitstellten, beschloss Russland, „einzugreifen“. Zuvor gab es einen solchen „Beschluss“ nämlich nicht.

Unter anderem die USA haben also die Ukraine nicht nur aufgerüstet, bevor Russland „eingriff“. Sie taten es, bevor Russland überhaupt „beschloss, einzugreifen“. Wenn es aber diesen „Beschluss“ zuvor nicht gab, dann gab es bis dahin auch keine russische Bedrohung der Ukraine. Erst nachdem die anglo-amerikanisch geführte NATO beschlossen und tatkräftig begonnen hatte, dieses Land hochzurüsten, vor allem aber eben auch begann, Krieg insbesondere gegen Russen in der Ukraine zu führen, trat dies ein. Wer bedrohte wen? Vor allem: Wer initiierte die Eskalation der Drohungen?

Das hat uns Kirby im Jahre 2022 quasi durch die Blume erzählt. Und Kirby wusste genau, von was er wie sprach. Er war vor seinem Eintritt in die Politik im Jahre 2015 ein hoher Militär in der US-Marine, zuletzt Berater im Generalstab (2). Die seit Jahrzehnten in immer stärkerem Maße betriebene Aufrüstung der Ukraine und ihre Einbindung in die NATO-Strukturen sind ihm wohlbekannt.

Noch etwas sehr Bemerkenswertes teilte uns Kirby, im Jahre 2022 Pressesprecher des US-Kriegsministeriums, in den obigen zwei Sätzen mit. Wovon der zweite lautete:

„Und das war, bevor Putin beschloss, einzugreifen.“

Ist das nicht interessant? Erst recht, wenn es von einem ranghohen US-Politiker und Ex-Militär kommt? Eingreifen kann man nur in etwas Bestehendes. Etwas, was zuvor geschaffen oder begonnen wurde. Russland hat also — wie gesagt ist das die implizite Aussage Kirbys — nicht etwa den Konflikt ausgelöst, sondern militärisch in diesen eingegriffen. Eingegriffen — und sogar das hat Kirby uns erzählt —, weil es von diesem Konflikt direkt und indirekt betroffen war. Russland hat damit lediglich die passive Rolle eines Betroffenen gegen die aktive Rolle des Eingreifenden eingetauscht.

Vehement wurde im öffentlichen Informationsraum die Einbindung der Ukraine in die Strukturen der NATO als russische Propaganda abgetan. Betrieb also der hohe Vertreter der US-Politik John Kirby im Mai 2022 russische Propaganda? Natürlich nicht. Erst nachdem das geschehen war, von dem Kirby im Folgenden sprach, „beschloss Putin einzugreifen“:

Und der letzte Punkt, den wir meiner Meinung nach nicht so sehr im Auge behalten, wie wir es sollten, Neil, ist die Ausbildung und der Aufwand, der in den letzten acht Jahren betrieben wurde, um die Ukrainer auf diese Art von Krieg vorzubereiten. Die Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien und andere Verbündete halfen den Ukrainern bei der Ausbildung in den Bereichen Führung kleiner Einheiten, Kommando und Kontrolle sowie operatives Manövrieren. (1iii)

Kirby war Militär. Als dieser berichtet er voller Stolz davon, wie die Ukraine durch die NATO kriegstauglich gemacht wurde. Von „den letzten acht Jahren“ sprach Kirby da. Das waren genau die acht Jahre, die dem Maidan-Putsch folgten. Es waren genau die acht Jahre, an deren Beginn der Ukraine-Konflikt offen losgetreten wurde. Es waren acht Jahre Krieg, in welchen Russland erst im Jahre 2022 aktiv eintrat.

Hohe ukrainische Politiker versprachen im März 2014:

„Ich bin selbst bereit, eine Kalaschnikow in die Hand zu nehmen und dem Dreckskerl [gemeint ist Wladimir Putin] in den Kopf zu schießen. […] Ich werde die ganze Welt [gegen Russland] erheben, sobald ich es kann, damit — verdammt — von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt.“ (3)

So beginnen Kriege: mit Worten. Russlands Intervention begann mit Ansage. Insofern bestand die Leistung der US-Dienste lediglich darin, genau dafür zu sorgen, dass die Ursachen für eine russische Intervention auch wirklich hergestellt würden:

„In Bezug auf die Ukraine waren die Vereinigten Staaten buchstäblich führend in der Welt, als es darum ging, deutlich zu machen, was Russland seit dem Herbst in Bezug auf die Ansammlung von Streitkräften und seine Absichten, in die Ukraine einzumarschieren, getan hat.“ (1iv)

Denn das sagt uns Kirby natürlich nicht. Dass Russland explizit in den militärischen Konflikt hineingezogen werden sollte. Und der Zweck des Ganzen lautet? Lassen wir dazu eine regelmäßig in den Gleichstrommedien auftretende NATO-Propagandistin zu Wort kommen:

„Russland muss in der Ukraine eine strategische Niederlage erfahren und für sein Handeln zur Rechenschaft gezogen werden. Alles andere wäre eine politische Bankrotterklärung des Westens.“ (4)

Und wieder steckt in der ganzen Propaganda Wahrheit. Denn Stefanie Babst, so der Name der NATO-Propagandistin, weist uns darauf hin, um was für einen Krieg es sich in der Ukraine tatsächlich handelt. Und das ist im Kern nun einmal kein Verteidigungskrieg der Ukraine, sondern einer des sogenannten Wertewestens gegen Russland. Insbesondere handelt es sich um einen Krieg, den der Westen um jeden Preis gewinnen muss, weil er sich sonst als politisch bankrott ansieht. Ein solcher, wohlgemerkt selbstgewählter Standpunkt bietet keinen Raum für Verhandlungen. Ein solches Denken ist schlüssigerweise zwanghaft auf Krieg gebürstet, somit nicht friedensfähig und der Diplomatie keine Chance gewährend (5).

Befreit von der propagandistischen Semantik treffen sich somit die Aussagen von Kirby und Babst. Der Krieg gegen Russland wurde lange geplant und dessen Ziel ist die Destabilisierung, gar Spaltung und Fragmentierung des Riesenlandes. Russland reagierte auf die längst als existenziell wahrgenommene Bedrohung. Und genau darüber muss sich jeder im Klaren sein: Dass das Prinzip von Ursache und Wirkung im Realen auch durch eine wüste Propaganda nicht außer Kraft gesetzt wird.

Die derzeitige Kriegspsychose, die von unverantwortlichen Politikern auch in Deutschland geschürt wird, zeigt nichts anderes, als dass das Ziel, Russland um jeden Preis in einen größeren Konflikt zu ziehen, um ihm eine strategische Niederlage beizubringen, nicht aufgegeben wurde. Sollte Russland auf die real wachsende Bedrohung durch die NATO-Staaten irgendwann mit militärischer Macht reagieren, werden sich die bellizistischen Meinungsführer im Informationsraum sicher über einen weiteren „unprovozierten russischen Angriffskrieg“ echauffieren. Dass die Kausalitäten anders aufgestellt sind, kann auch heute jeder, der offenen Auges ist, kristallklar sehen.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen — insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors — kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(a1) Die Übersetzungen erfolgten unter Zuhilfenahme von DeepL.com.

(1 bis 1iv) 10.05.2022; Fox News; Biden administration sent weapons to Ukraine ‚well before‘ invasion: Pentagon press secretary; https://www.foxnews.com/media/biden-administration-weapons-ukraine-invasion-pentagon-press-secretary

(2) 22.04.2015; U.S.News, AP; Matthew Lee; Officials: Former Pentagon briefer Kirby to become new State Department spokesman; https://www.usnews.com/news/politics/articles/2015/04/22/officials-ex-pentagon-spokesman-to-move-to-state-department

(3) 25.03.2014; taz; „Dreckskerl in den Kopf schießen“; https://taz.de/Timoschenko-ueber-Putin/!5045724/

(4) 23.11.2023; Konrad Adenauer Stiftung; Christoph Bors bei Podiumsdiskussion mit Stefanie Babst; https://www.kas.de/de/web/niedersachsen/veranstaltungsberichte/detail/-/content/wunstorfer-wintervortrag-23-11

(5) 11.07.2025; Redaktionsnetzwerk Deutschland; Lawrow wirft Merz antirussische Nazi-Parolen vor; https://www.rnd.de/politik/russland-lawrow-wirft-merz-antirussische-nazi-parolen-vor-VWYSHYLMGZKGZPJVYN33FXFX3M.html

(Titelbild) Ukraine, NATO, Flagge; Autor: Wilfried Pohnke (Pixabay); 15.04.2022; https://pixabay.com/photos/nato-ukraine-flag-solidarity-7131948/; Lizenz: Pixabay License

Von Ped

4 Gedanken zu „Der Eintritt Russlands in den Ukraine-Konflikt“
  1. Jan Campbell: Vergessen wir den 17. Juli nicht
    Die jüngste Aussage des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius über die Bereitschaft deutscher Soldaten, russische Soldaten zu töten, zeige, dass die Nato verrückt geworden sei, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zacharowa. Ich, deutsche Staatsbürger und Autor des Artikels, stimme der Sprecherin des russischen Außenministeriums voll und ganz zu und erinnere gleichzeitig an den 17. Juli 1944.
    Was geschah am 17. Juli 1944?
    Pünktlich um 12 Uhr marschierten 57.000 gefangene deutsche Soldaten und Offiziere durch die Straßen Moskaus. Es war kein Triumphzug der Roten Armee, kein Fest mit Saluten und Orchester, sondern eine demonstrative Aktion: Erschöpft, müde, in schmutzigen Uniformen, oft barfuß, marschierten die Wehrmachtsgefangenen durch die Straßen Moskaus.
    81 Jahre später erinnere ich mich an diesen Tag als eines der prägendsten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs. Warum? Weil er uns daran erinnert, dass Wahrheit und Sieg immer ihren Preis haben – und diesen Preis zahlt nicht nur das siegreiche Volk, sondern auch der besiegte Feind.
    Heute, während ich an diesem Artikel arbeite, weiß ich, dass sich das ikonische Ereignis vom 17. Juli 1944 nicht wiederholen wird. Warum? Ich gehe davon aus, dass, wenn sich die Aussage des deutschen Verteidigungsministers Pistorius über die Bereitschaft deutscher Soldaten, russische Soldaten durch Taten zu töten, bewahrheitet, nicht mehr von gefangenen Soldaten und Einmärschen in Moskau oder Berlin die Rede sein wird, sondern von einer neuen Art der Kapitulation, falls die Welt nicht zerstört wird. In diesem Fall werden sich Bismarcks andere Worte bestätigen: Russland ist nicht so stark, wie es denkt, aber auch nicht so schwach, wie andere es sich wünschen.
    Dies wird ausreichen, damit eine verrückt gewordene NATO mit unzureichenden industriellen und personellen Kapazitäten, schwachen Nerven aufgrund der Verschuldung und einem Magen, der – unter dem Druck der Bürger der Mitgliedsstaaten – vor dem russischen Bären steht und um sein Leben bettelt.

    Jan Cambell ist Analytik und Journalist.
    Dieser Text sind Auszüge aus https://www.prvnizpravy.cz/zpravy/zpravy/jan-campbell-nezapominejme-17-cervenec/

  2. Man lernt nicht aus.
    Timoschenko wurden laut Taz also Verbindungen zum russischen Präsidenten nachgesagt? Im Angesicht des Hasses, der aus ihren Aussagen spricht, kann es sich ja wohl nur um eine gescheiterte Affäre handeln?
    Kennt jemand Quellen aus der Zeit, die solche (oder andere) Verbindungen konkret beschrieben haben? Ich wäre sehr interessiert. Die TAZ ist da – ich bin Jacks völliges Fehlen an Überraschung – wenig hilfreich.
    .
    Die Aussagen Lawrows in (5) sind allerdings besorgniserregend. Ich kann nicht nachvollziehen, wie ein russischer Top-Diplomat so blind auf die Aussagen eines deutschen Realsatiremagazins reagieren kann. Denn entgegen dem Wortlaut bei RND (Realsatiere-Netzwerk-Deutschland) ist mit der Aussage „Die Mittel der Diplomatie sind ausgeschöpft, wenn ein verbrecherisches Regime mit militärischer Gewalt das Existenzrecht eines ganzen Landes offen infrage stellt[..]“ offensichtlich Israel gemeint, dass das Existenzrecht Palästinas mit Füßen tritt. Unser Kanzler verdient an dieser Stelle die „uneingeschränkte – ich betone: die uneingeschränkte – Solidarität Deutschlands“ die unsere Kanzler ja seit nunmehr 25 Jahren auch anderen Parteien zuteil werden lassen. (https://dserver.bundestag.de/btp/14/14186.pdf)
    .
    Außerdem vertrete ich (wie üblich) den Standpunkt, dass man – um zu vermeiden russischer Propaganda anheim zu fallen – im Ukrainekonflikt immer darauf hinweisen muss, dass Russland die Bündnisfreiheit und die Sicherheitsinteressen der souveränen Ukraine nicht respektiert, die sich in einer freien und geheimen Telefonkonferenz der für Europa zuständigen Staatssekräterin im US-Außenministerium Nuland mit dem US-Botschafter in der Ukraine (dessen Namen ich vergessen habe und der mich nicht die Bohne interessiert) eine neue demokratische Übergangsregierung gegeben hat.
    Und auch hier hat Russland die Souveränität der Ukraine nicht respektiert und sich doch tatsächlich erlaubt dieses sensible Telefongespräch zu belauschen und dann zu veröffentlichen. Der Spiegel hatte seinerzeit berichtet.*
    Das macht man einfach nicht unter Freunden und damit ist jedes Vertrauen in die diplomatische Zuverlässigkeit der russischen Regierung zerstört. ZERSTÖRT!
    .
    Das musste mal gesagt werden. Ich hoffe ich habe nicht zu dick aufgetragen?
    .
    *ich hab auf die Schnelle das hier gefunden:
    https://www.spiegel.de/politik/ausland/abgehoertes-fuck-the-eu-telefonat-ukraine-weist-schuld-von-sich-a-952275.html
    .
    .
    .
    In einem sehr ernsthaften Nachsatz möchte ich – ohne geprüft zu haben – darauf hinweisen, dass es Amerikaner gibt, die sich sehr für Frieden engagieren. Nach Berichten z.B. von Seymour Hersh sogar in hohen Stellen der US-Administration. Es sind diese Amerikaner die z.B. Seymour Hersh zu Weilen Material zu spielen um das Schlimmste zu verhindern und uns die Möglichkeit geben, uns eingehend mit den zugrundeliegenden Motiven der US-Administration zu beschäftigen.
    Ohne intensive Prüfung kann man darum nicht zuverlässig sagen, woher Veröffentlichungen wie die besagte Telefonkonferenz kommen. Es könnten russische Mitschnitte sein. Es könnten aber auch Lecks im amerikanischen Machtkomplex sein. Das muss man prüfen, wenn man es wissen will. Ich habe es nicht geprüft.

  3. Ein Kirby wie einst bei Waldorf&Statlers , wie auch uns’aller „Jeder-Schuss-ein-Russ-Boris“, wie jener Auftraggeber für allerlei Drecksarbeiten, nicht zu vergessen das Chefdiplomaten-Pärchen Angela&Francois von und zu Minsk 1 bis x, die Liste könnte gewiß fortgeführt werden. Was mag wohl immer ihre Veranlassung sein, einfach mal so drauflos zu plappern? Langeweile (im Amte) kann es ja nicht gewesen sein, hätte ich aber gerade noch verstehen können, zur Not. Mir will nur eine Begründung einfallen: das Ochsenfrosch-Syndrom! Ohne vorheriges Hirnaktivieren Backen aufblasen und loslegen zu quaken bis sie platzen. Die Backen, die Frösche (leider) nicht.

    Stellt sich die nächste Frage, das Warum. Da drängt sich – bei den genannten Nasen sowieso – geradezu das ‚Ich-bin-wichtig‘-Syndrom an. Da muß man doch einfach stolz sein, wenn einem ab und an ein Wuschel-Mikro vorgehalten wird und man sich später damit auf der Mattscheibe entdecken darf. Stolz wie Heiner Habicht einst? Meinte zwar den immer gern bei ‚Bugs bunny‘ stolz mit geschwellter Brust daherkommenden. Ein anderer Heiner gleichen Nachnamens würde allerdings besser passen, für den Herrn Kriegsminister (s.o.) allemal – allerdings nicht um seinen ‚Stolz‘ zu unterfüttern – sondern? Google treffend: „Heiner Habicht (gestorben im November 1941) war ein deutscher Heeressoldat, der in der 110. Infanteriedivision an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs diente. Er fiel 1941 während der Schlacht um Moskau am Beloe-See.“ Da ist wohl der ‚Russe‘ – und auch noch bei ihm zuhause – zuvor gekommen. Potzblitz!

    Wenn wir schon bei Gugels sind, dort kann man sich neuerdings ja künstlicher Intelligenz bedienen. Was vermeldet denn dort die KI-Übersicht zu ‚Stolz‘? „Stolz ist ein Gefühl der Zufriedenheit und Freude, das man empfindet, wenn man etwas gut gemacht hat, eine Leistung erbracht hat oder wenn man mit etwas oder jemandem verbunden ist, auf das man stolz ist. Es ist ein Gefühl der Hochachtung seiner selbst oder einer Gruppe, mit der man sich identifiziert….Übersteigerter Stolz kann zu Hochmut, Arroganz und einem Gefühl der Überlegenheit führen. Es gibt einen Unterschied zwischen authentischem Stolz, der auf tatsächlichen Leistungen basiert, und hochmütigem Stolz, der mit Überheblichkeit und Arroganz einhergehen kann.“ Kleine Korrektur gefällig? Ergänzung von Zufriedenheit um das Wörtchen ‚Selbst‘, vorne natürlich.

    Wenn ich nicht irre, waren die eingangs angeführten Ochsenfrösche ja nicht und von niemandem gezwungen worden, zu ihren Verlautbarungen nämlich. Wie bei solch von ihnen frei Haus geliefertem, ausgesprochen aussagefähigem ‚Material‘ der Herrschaften dann über Jahre hinweg und ohne Unterlass trotzallem allein die Mär vom ‚unprovozierten Angriffskrieg‘ verlautbart werden kann und muß, ist ja nur als mutwillig dem Volk Übergestülptes zu verstehen: Lug, Trug und Niedertracht. Für die aus diesem unseren Lande stammenden o.g. ‚Statisten‘ – mit Verlaub – ins Stammbuch (oder muß ich ‚Soldbuch‘ sagen) geschrieben, hat das doch alles nichts mit dem zu tun, für was sie irgendwann einmal die Schwurhand gehoben haben, „die rechte Hand, die Handfläche dem Betrachter zugewandt … und Daumen, Zeige- und Mittelfinger ausgestreckt sind …“. Nutzen mehren, Schaden vom Volke wenden, so heißt es doch im Kanzler- wie auch im Minister-Eid. Nun, der Betrachter, dieses Mal die Eid-Abnehmende, hat ja nur das dritte Amt im Staate. Da sollte man es doch nicht so genau halten müssen, oder?

    Ja, aber? Da ist ja noch mehr, was eigentlich noch zu beachten wäre. „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, … das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“ Hoppla, wo denn und mit was denn – die Frage sei doch dem Souverän erlaubt, oder nicht? – wurde denn mit welcher Kraft denn dem Wohle des deutschen Volkes auch nur mal kurz etwas gewidmet? Verstehe ich auch richtig, dass wenn das Grundgesetz mit unbändig ‚sauberen Mitteln‘ angepasst zu werden hat, für welche Ziele auch immer, dann wurde es also ‚gewahrt‘? Just erledigte ‚Drecksarbeiten‘ anderer Dritter, gerichtsnotorisch übrigens als des Völkermords’ verdächtigt und gerade eben als Völkerrechtsbrecher unterwegs, nicht nur billigend in Kauf zu nehmen sondern sich noch dafür zu bedanken, das soll also gewissenhafte Pflichterfüllung sein? Alle Achtung! Dumme Frage meinerseits noch: welche anderen Drecksarbeiten wurden denn sonst noch so in Auftrag gegeben und welche stehen denn noch so an, demnächst? Billig – auch nicht günstig – können die Verrichtungen ja nicht gewesen sein, werden sie bestimmt auch weiterhin nicht sein. Wenn man ein Vielfaches von 1.000.000.000.000 Euronen per Schuldenaufnahmen (alias Sondervermögen) bei Folgegenerationen 1 bis x (das nächste 1000jährige Reich in die Pflicht nehmend also) dafür zu realisieren gedenkt. Die bestimmt extra dafür eingeplante(en) Hyperinflation(en) – werden ja vielleicht die Chose etwas erträglicher werden lassen, prima. Wie auch die jüngst angekündigte Lastenausgleichsabgabe der Baby-Boomer et al, aber sicher doch!

    Und zu allem schweigt das deutsche Volk, gut sediert zugegeben. Von Lanz, Macht um Acht, eNTenkanal, bis Maybritt&Sandra&Co nebst Xperten, meist in Staatsdiensten. Viel fällt mir dazu nicht mehr ein. Vielleicht das hier?

    Ueber allen Gipfeln
Ist Ruh‘,
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.

    Wandrer’s Nachtlied, von dem der den Jungen nur noch unter Pseudonym bekannt. War er nicht auch sonst immer seiner Zeit voraus?

    





    






  4. Orthodoxer Priester: Russischer Krieg gegen Satan ist bereits im Gange
    Die westlichen Eliten sind in ihrer überwältigenden Mehrheit keine Vertreter der Völker, über die sie herrschen. Sie sind eine verschlossene Gesellschaft – eine Sekte, die gleichgültig gegenüber den Millionen der Pöbel sind und alles mögliche praktizieren, bis hin zu Pädophilie oder ritueller Sodomie.
    https://www.russland.jetzt/2025/07/orthodoxer-priester-russischer-krieg.html
    .
    .
    .
    Eine These, mehr als das nicht – und als solche sollte sie auch mit gebotener Zurückhaltung zum Ausdruck gebracht werden.
    Freundliche Grüße, Ped

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