Das Bargeld und die Freiheit

Barzahler? Ist das nicht antiquiert? Wo doch heutzutage ganz bequem mit Karte bezahlt werden kann? Daueraufträge nehmen uns zudem die Überweisungen ab, das ist doch sehr komfortabel, oder? Schon richtig, aber es gibt auch einige Schattenseiten, die uns der Mainstream verschweigt. Doch wichtiger erscheinen mir die positiven Effekte vom Baren für Waren.


An dieser Stelle wurde ja schon in diversen Artikeln Geschichte und Wirkungsweise unseres Finanzsystems untersucht. Doch wie auch bei vielen anderen gesellschaftlichen Themen nehmen wir (also Sie, der Leser und ich) eine eher unbeteiligte, beobachtende Rolle dazu ein. Dabei entspricht diese subjektive Empfindung keineswegs der Realität. Wir im Kleinen interagieren nicht zu knapp mit den als groß empfundenen Prozessen im Land und ja, selbst den Weltweiten. Die subjektive Abkoppelung lässt uns aber unsere Rolle vergessen, triggert sogar ein Gefühl von Ohnmacht und damit verbunden eine instinktive Abwehr von Schuldzuweisungen.

Ich werden nicht müde zu wiederholen, dass Schuld als Kategorie kaum hilfreich ist, um positiv gestimmt, Veränderungen umzusetzen. Müssen ist Last, wollen kann Lust sein. Natürlich nur, wenn man sich nicht verhebt. Und beim Geld? Geht da was, eine Einflussnahme auf große systemische Prozesse durch eigenes Handeln? Schaun wir mal.

Bargeldlos – Traum oder Albtraum?

Bevor Bargeld in unsere Hände gerät, muss irgendwann zuvor etwas anderes passiert sein, ein Schöpfungsakt. Dieser geschieht im Rahmen einer Kreditierung, bei dem Banken Bilanzverlängerungen im Soll und Haben buchen. Dabei erhält der Debitor Zugriff auf ein Sichtkonto und kann mit der dort sichtbaren Summe an Buchgeld, Überweisungen tätigen. Das Buchgeld beginnt im Bankensystem zu kreisen, in dem es von Konten abgebucht und auf anderen Konten gebucht wird.  Im Italienischen heißt Umlauf (Kreis) Giro und daher rühren auch die Bezeichnungen. Giralgeld kreist im Bankensystem und wird auf Girokonten gebucht.

Theoretisch ließe sich bei einer weltumspannenden Vernetzung und Anbindung aller Teilnehmer im Zahlungsverkehr an das Bankensystem auf der Publikumsebene (das ist Ihre und meine Ebene, auch Nichtbanken-Ebene genannt) allein mit Buchgeld (Giralgeld) jeder Bezahlvorgang realisieren. Das klingt doch gar nicht so schlecht, oder? Und technisch ist das sogar schon heute machbar! Das Zauberwort heißt RFID (Radio Frequency IDentification Chip). Ein kleiner unter der Haut jedes Menschen implantierter Chip sendet bei jeder Geldtransaktion die entsprechenden Daten an das Bankensystem und fertig ist die Buchung. Toll; bequem, wir brauchen uns um nichts mehr kümmern. Und unser Geld ist außerdem sicher.

Bequem und sicher – war da noch was? Bequem ist das (biologisch durchaus begründbare) eigene Energie sparende und passive Hinnehmen eines Zustandes, der uns in der Illusion wiegt, auf energieaufwändiges aktives Handeln verzichten zu können. Was aber, wenn wir uns auf einer abwärts gerichteten schiefen Ebene befinden, an deren Ende eine Unumkehrbarkeit steht, die aus dem Bequemen etwas sehr, sehr Unbequemes machen kann? Denn die Bequemlichkeit auf geistiger Ebene lässt uns natürlich Warnungen übersehen oder wir ignorieren sie gekonnt, einfach weil der augenblickliche Zustand ja ganz passabel ist.

Beides – Bequemlichkeit und Sicherheit – hat einen Preis: die Freiheit! Mit der Aufgabe jeder Verantwortung begeben wir uns in die Unmündigkeit, in die Abhängigkeit anderer, die für uns sorgen und nur das Beste für uns wollen. Und in ihrem Sinne für uns handeln. Eine komplett bargeldlose Welt ist eine im Finanzsektor (und nicht nur dort) weitgehend zentralisierte Welt, in der für eine zunehmend entmündigte Masse von Menschen nach Gütdünken der Entscheider gesorgt wird. Weil die Masse von Menschen durch ihr Verhalten genau das den Entscheidern signalisiert hat.

Menschen machen Fehler. Auch Menschen, die meinen besonders und überlegen zu sein, machen Fehler. Nicht aus bösem Willen, sie werden wahrscheinlich gar nicht erkennen, dass es ihre Fehler sind, die andere schädigen. Aber die Gesellschaft hat sie ja sanft in die Entscheiderposition gehoben, ihnen den Weg dahin frei gemacht. Auch die Systeme sind fehleranfällig – die Computer, Automaten, Maschinen. Aber die vermeintlich fehlerlosen Menschen sind außerdem noch Technik gläubig und von der Überzeugung beseelt, alles im Griff zu haben.

Wird der stolze (und ebenso Technik gläubige) Besitzer des RFID-Chips wach werden, wenn er eines Tages feststellt, dass er nichts mehr im Geschäft kaufen kann, nicht mehr mobil ist, Heizung und Strom gesperrt wurden, er komplett vom gesellschaftlichen Leben entkoppelt wird? Und das nur, weil das System in einen Fehler gelaufen ist und die Kommunikation der Bank mit dem Chip sagt: Konto nicht gedeckt? Vielleicht hat auch ein besorgter Entscheider im dann etablierten Überwachungsstaat – im guten Glauben andere vor Jenem, dem vermeintlichen Bösewicht, schützen zu müssen – einfach das Konto gesperrt?

Banken und Bargeld

Die folgende Betrachtung zu Funktionalitäten versuche ich so kurz wie möglich zu halten.

Die Finanzindustrie wäre natürlich sehr glücklich, wenn Geld vollständig virtualisiert wäre. Daten in Computern wären die einzigen verbindlichen Informationen. Damit ließe sich das leidige Bargeldproblem für die im Wachstumszwang befindlichen Banken aus der Welt schaffen. Warum Banken ein Problem mit Bargeld haben? Weil sie es uns schulden! Schon wieder Schuld?

Unser Gesellschaftssystem, variant in all unseren Köpfen verankert, hat viele Spiegel und das Finanzwesen ist einer davon – einer der Aussagekräftigsten dazu. Wenn Banken Kredite schöpfen, dann schuldet nicht nur der Debitor der Bank die Rückzahlung des Darlehens. Das Buchgeld ist gleichzeitig eine Schuld der Bank, dass auf den Konten sichtbare Buchgeld den Berechtigten in Bargeld auszuhändigen. Bargeld aber können Banken nicht selbst schöpfen, sie müssen es sich woanders besorgen – bei den Zentralbanken.

Das aber tun die Kreditbanken nur ungern. Denn es geht an ihr Eingemachtes, ihr Zentralbank-Geld. Dieses Geld liegt auf den Zentralbank-Konten der Banken bei den Zentralbanken und bevor es dort gebucht wurde, mussten die Banken echte Werte bei den Zentralbanken hinterlegen (z.B. Edelmetalle und Anlagekapital). [a1] Dafür wurden ihnen entsprechende Beträge an Zentralbankgeld auf diesen ihren Sichtkonten bei der Zentralbank gut geschrieben. Entsprechend der Höhe ihrer ausgegebenen Kreditsummen sind die Banken verpflichtet, eine bestimmte Deckung auf ihren Zentralbank-Konten sicher zu stellen, das ist die oft erwähnte vorgeschriebene Mindestreserve (zu der sich die sogenannte Überschussreserve hinzugesellt).

Die Banken sind zum Einen verpflichtet, ausreichend Bargeld vorrätig zu halten, um den Bargeldbedarf der Nichtbanken (zu denen auch Sie und ich gehören) befriedigen zu können. Und zum Anderen müssen sie sich das Bargeld bei den Zentralbanken besorgen, denn nur diese dürfen Bargeld schöpfen. Mit der Bereitstellung von Bargeld an eine Kreditbank wird in gleicher Höhe deren Konto bei der Zentralbank belastet. Das ist ein interessanter Vorgang. So wie Sie Bargeld am Automaten abheben und damit das Guthaben Ihres Sichtkontos (Girokontos) verringern, so geschieht dies zuvor gleichermaßen mit dem „Abheben“ von Bargeld durch eine Bank von derem Zentralbank-Konto.

In beiden Fällen findet eine wundersame Verdinglichung von virtuellem Geld in weniger virtuelles Geld statt [a2]. Und damit erkennen wir außerdem, dass unser Bargeld Zentralbank-Geld ist, auch genannt Geldmenge M0. Wenn wir bar bezahlen, dann nutzen wir also Zentralbank-Geld. Hinzugefügt sei, dass dies auch der derzeit einzige Weg ist, auf dem Bargeld in den Umlauf gebracht wird. [1]

Nur Bares ist Wahres – Wenn wir es wollen!

Zum Bargeld, einschließlich seiner Aufgaben und Funktion, finden sich diverse Definitionen. [a3] Interessant ist hierbei eine (so meine Ansicht) Aufweichung des Geldbegriffs in einer entscheidenden Rolle – der des gesetzlichen Zahlungsmittels. So formuliert die deutsche Wikipedia zwar :

„Zahlungsmittel dienen im modernen Zahlungsverkehr dem zahlungsverpflichteten Schuldner dazu, seinem Gläubiger die aus Vertrag oder Gesetz resultierende Geldschuld rechtswirksam zu tilgen. In Deutschland kennt das Gesetz nur die Erfüllung der Geldschulden durch Barzahlung.“ [2]

um aber dann hinzuzufügen [Hervorh. d. Ped]:

„Durch die weite Verbreitung von Girokonten mit der Möglichkeit des unbaren Zahlungsverkehrs kann in Ausnahmefällen eine Barzahlung als Erfüllungsleistung auch ausgeschlossen werden. Das geschieht vertraglich in Arbeits- und Mietverträgen (Lohn/Gehalt und Mieten werden ganz überwiegend unbar gezahlt) und durch Gesetz, etwa in § 224 Abs. 3 Satz 1 AO, § 51 Abs. 1 BAföG, § 117 Abs. 1 Satz 2 ZVG[3]

Es findet also bereits ein sanfter Prozess statt, Giralgeld in ein gesetzliches Zahlungsmittel zu überführen – auch ideologisch und damit verbunden medial. Gerade die Medien werden seit einigen Jahren nicht müde, die Vorzüge bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu preisen. Je weniger aber wir Bargeld zur Anwendung bringen, das sollte klar sein, umso mehr wird dieser Prozess voranschreiten! Und das unabhängig davon, dass gesetzlich immer noch die Grundlagen gelten, die auch die Deutsche Bundesbank als staatliche Hüterin des deutschen Geldwesens postuliert [Hervorh. d. Ped]:

„Als gesetzliches Zahlungsmittel bezeichnet man das Zahlungsmittel, das niemand zur Erfüllung einer Geldforderung ablehnen kann [!], ohne rechtliche Nachteile zu erleiden. Im Euroraum ist Euro-Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel; nur die Zentralbanken des Eurosystems dürfen es in Umlauf bringen. In Deutschland sind auf Euro lautende Banknoten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Euro-Münzen sind beschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, da niemand verpflichtet ist, mehr als 50 Münzen oder Münzen im Wert von über 200 Euro anzunehmen. Das gleiche gilt auch für Euro-Gedenkmünzen (2 Euro mit besonderem Rückseiten-Motiv): Sie sind im gesamten Euro-Währungsgebiet gesetzliches Zahlungsmittel.“ [4]

Die Frage ist und bleibt: Wollen wir tatsächlich eine Abschaffung des Bargeldes oder sind wir einfach nur bequem und lassen es zu?

Die Freiheit und das Bargeld

Wenn Menschen ihr gesamtes Zahlungsverhalten digitalisiert haben oder es durch andere geschehen ließen. Wenn ihr Verhalten als Konsument, aber auch als Patient (in menschenverachtender wirtschaftlicher Betrachtung) komplett in Daten erfasst wird, dann werden die Menschen selbst zu Daten. Menschen werden in unendlich vielen Variationen quantifiziert und bewertet und mit dieser Wertstellung ihre Eignung in der Gesellschaft bestimmt. Der homo oeconomicus ist ein pervertiertes quantifizierbares Ideal vom Menschen im Rahmen kapitalistischen Wirtschaftens und unsere Gesellschaften sind (fast im Gleichschritt!) auf dem Weg dahin.

Transaktionen in Bargeld sind nicht oder nur schwer kontrollierbar, während Buchungen heutzutage perfekt in Computern gehalten und bis in „die graue Vorzeit“ zurück verfolgt werden können. Vergessen wir nicht, dass wir in hierarchischen Systemen denken und handeln. Während in solchen akzeptierten Systemen, aus deren Selbstverständnis heraus, von oben her Kontrolle ausgeweitet wird, um die übernommenen Prozesse zu beherrschen, passiert von Unten aus genau das Gegenteil. Der unterworfene (bzw. sich unterwerfende) Mensch wird für den Beherrschenden immer transparenter, die Macht-Bewussten aber immer intransparenter! Wikipedia sagt – und lesen sie aufmerksam:

„Im Gegensatz zu Buchgeld kann der Fluss des Bargeldes nicht im Detail beobachtet oder kontrolliert werden. Das ist der Grund, warum kriminelle Transaktionen wie Schwarzarbeit oder sonstige Schattenwirtschaft häufig mit Bargeld abgegolten werden, da der jeweilige Inhaber von Bargeld nicht zurückverfolgt werden kann und Belege wie Rechnungen oder Quittungen üblicherweise nicht ausgestellt werden.“ [5]

Natürlich wird der „Nachteil“ von Bargeld auch gleich mit dem Generalverdacht der Schattenwirtschaft belegt. Es ist wohl klar, dass Vermögen aus Zinsen, deren Besitzer sich in Größenordnungen mehr an den Gesellschaften bereichern, damit nicht gemeint sein können. Schwarzarbeit bewegt sich auf der Skala der weniger Verdienenden. Sie halten dafür her, den Menschen zu suggerieren, dass Bargeld eine Gefahr für sie wäre. Bargeld ist ein Hindernis, um Menschen zu überwachen – und man möchte doch alle da unten gern überwachen; und zwar nur zu derem Besten. Die sich Überhebenden – die „BESSEREN“ – benötigen Instrumente, um perfekt zu steuern!

Was sich da etabliert, ist also eine Einbahnstraße und unser sich veränderndes Geldsystem bildet das gut ab. Je weiter unten sich die Menschen im Herrschaftssystem wiederfinden, umso mehr müssen sie ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen. Diejenigen, die (fast) nichts haben, müssen sich geradezu prostituieren, um eine doch eigentlich selbstverständliche annehmbare Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu rechtfertigen. Rechtfertigen tut man sich unter Zwang, als Folge eines Schuldvorwurfs. Wenn Menschen aber über alle Maßen Reichtum angehäuft haben, dann können sie Mittel des Rechtsstaates nutzen, um diesen – selbstverständlich völlig ehrlich, weil ja erwirtschafteten – Reichtum zu schützen und weiter zu mehren. Es scheint so, als bildet sich Macht tatsächlich auf der Buchgeld-Seite, weniger auf der Bargeld-Seite ab.

In den mathematischen, buchhalterischen Systemen der Banken des digitalen Geld-Zeitalters verschwindet jede menschliche Beziehung und überhaupt immer mehr der Bezug, auf dessen Grundlage die Notwendigkeit des Geldes ursächlich ableitet. Da ist es wieder, das Spiel an dessen Tisch wir uns setzen und dessen Regeln wir zwar nicht verstehen, sie aber trotzdem akzeptieren. Und weshalb wir verlieren. Denn in diesem Spiel gewinnt immer nur die Bank.

Vielleicht eine Nummer kleiner?

Wenn aber Bargeld einmal im Umlauf ist, dann benötigt es prinzipiell keine Bank mehr! Mit dem Bargeld gewinnen wir Einfluss auf das Spiel und bestimmen sogar die Regeln. Und verschiedene Aspekte verbinden sich. Lokale und regionale Wirtschaftskreisläufe sind gut geeignet, mit Bargeld monetär untersetzt zu werden. Das gilt nicht nur für den Endverbraucher, der nun auch sehr wohl sieht, wem er wieviel Geld als Gegenleistung in die Hand drückt. Unternehmen können dieses Bargeldsystem ebenso unterstützen, auch wenn dem in unserem jetzigem Wirtschaftssystem (vor allem über dessen juristisch diktierte Gesetze [a4]) Grenzen gesetzt werden.

Um Bargeld empfangen oder geben zu können, ist, im Gegensatz zum Giralgeld, kein Mittler, keine Bank notwendig. Die damit verbundene Entscheidung ist eine in hohem Maße selbst Verantwortete ohne genehmigende und nur eingeschränkt überwachende Instanzen. Wer wem gibt, wird offenbar (aus dem Mittelalter: offen darliegend [6]). Bargeld-Nutzung ist somit ein Akt mündiger Bürger. Aber noch etwas spricht dafür.

Wenn Sie mit Bargeld bezahlen, haben Sie die Möglichkeit, Ihrem Gegenüber in die Augen zu schauen. Es ist auf diese Weise schwieriger, das Dahinter des anderen bequem auszublenden; die eigene Empathie in die Ecke zu drängen. Es erinnert Sie daran, dass Sie nicht einfach in einem anonymen, funktionalen, leblosen System hantieren, dessen Regeln zur Erhöhung von fragwürdiger Effizienz kritiklos hingenommen werden können. Sie interagieren mit Menschen und Ihnen wird (vielleicht?) deutlicher bewusst, dass man mit Menschen nicht einfach umgeht, wie mit rein quantitativ und ergebnisorientiert zu bewertenden Objekten, sondern als unsere Spiegel; freuend, leidend, mitfühlend. Menschen eben. Und damit verändern Sie sich, verändern andere, verändern das System!

In diesem Sinne meine ich: Möge uns das Bargeld erhalten bleiben. Und tun wir etwas dafür – in dem wir es bargeldlosen Zahlungsarten vorziehen, wo und wann immer uns das möglich ist.

Anmerkungen

[a1] Wir lassen in diesem Artikel außen vor, dass den großen Banken vielfältige Methoden zur Verfügung stehen, um sich zu refinanzieren und so auf – ich nenne es mal so – die Hinterlegung echter Werte verzichten zu können.

[a2] Letztendlich sind auch Geldscheine und Münzen virtuell, denn der aufgedruckte bzw. aufgeprägte Wert symbolisiert den Glauben als gesellschaftlichen Konsens, um diese als so wertvoll, wie es ihr Nominalwert aussagt, anzusehen.

[a3] In keinem der hier vorgestellten Artikel wird irgend eine Finanztheorie beworben oder aufgestellt. Finanztheorien sind eh ein Widerspruch in sich, denn der Begriff Theorie stellt wissenschaftliche Anforderungen, welche Finanz-„Theorien“ nicht erfüllen. Hinter diesen „Theorien“ stehen auch keine Naturgesetze. Vielmehr handelt es sich bei Finanz-„Theorien“ um einen unüberschaubaren Satz von Definitionen und Interpretationen, was genau dem wissenschaftlichen Anspruch widerspricht, so wenig wie möglich Grundannahmen aufzustellen. Wünschenswert wäre eine echte wissenschaftliche Aufarbeitung, welche die Hintergründe aufdeckt, die das Finanzsystem entstehen ließen und erklärt, warum es so funktioniert, wie es eben funktioniert.

[a4] Nochmals der Hinweis, dass wir hier von Menschen gemachten Gesetzen reden, die mehr oder weniger Machtkonstellationen juristisch festschreiben. Mitnichten geht es hier um Naturgesetze, an denen wir unser Handeln – im Gegensatz zu Ersterem – sehr wohl ausrichten müssen.

Quellen

[1] Zentralbanken und Zentralbankgeld; Helmut Reinhardt; 16.6.2010; http://www.cashkurs.com/beitrag/zentralbanken-und-zentralbankgeld-helmut-reinhardt/

[2][3] https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlungsmittel

[4] 7.7.2016; https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=32032&lv3=62252

[5] 8.7.2016; https://de.wikipedia.org/wiki/Bargeld

[6] 8.7.2016; http://www.wissen.de/wortherkunft/bar-0

[Titelbild] Datei: 2016-07-08_Geld-940×198.jpg; Quelle: peds-ansichten.de; Lizenz: Public Domain

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