Im Februar 1920 fand Adolf Hitler endgültig seine politische Heimat und würde diese fortan mit Klauen und Zähnen verteidigen.


Das dies so war, hatte sicher nicht nur weltanschauliche, sondern auch ganz praktische Gründe. Von was sollte der Gefreite nach seinem Ausscheiden aus dem Militär leben? Der bisher direkt und später indirekt durch die Netzwerke der Reichswehr „betreute“ Hitler wurde interessanterweise in jener Zeit aus der Reichswehr entlassen, als seine politische Karriere bereits begonnen hatte. Eine Karriere, die sich an einem denkwürdigem Datum festmachen lässt, dem 24. Februar 1920. Das bedeutet deshalb nicht, dass er nun fortan auf eigenen Füßen stand. Nein, sein politisches Wirken wurde weiterhin durch politische, ideologische und militärische Netzwerke getragen und geführt. Zuvor aber würde er, im März 1920, eine spektakuläre Abschiedsreise unternehmen.


Die Gründung der NSDAP

Unübersehbar erscheint, dass Hitler sich ab dem Jahre 1920 voll und ganz in eine neue Rolle hineinlebte, dabei fleißig von seinem helfenden Umfeld „hineingelebt“ wurde und sich zunehmend als politisch-ideologischer Aufklärer, immer noch nicht gleichzusetzen mit Führer, verstand. Mit dieser Rolle begann er sich bedingungslos zu identifizieren.

Die Gründung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), die ja im Grunde nicht wirklich eine Gründung sondern eine Umbenennung war, entsprang auch nicht Hitlers Willen, so wie auch die verkündete Programmatik nicht die Idee Adolf Hitlers war. Es lohnt sich, genauer auf die formale Gründung der NSDAP einzugehen.

Eines lässt sich allerdings tatsächlich auf das Betreiben Hitlers zurückführen und das war die neue Dimension der Vorbereitung und Durchführung einer Parteiveranstaltung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP). Fasziniert von der psychologischen Wirkung einer Massenveranstaltung mit 7.000 Teilnehmern, die der dem Alldeutschen Verband (Alldeutsche) nahestehende Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund (DVSTB) am 7. Januar im Münchner Kindl-Keller durchgeführt hatte (1), drängte Hitler auf ein ähnliches Format für die DAP, in der er inzwischen vom Parteivorsitzenden Anton Drexler  zum Propaganda-Beauftragten („Werbeobmann“) ernannt worden war (2). Anton Drexler hatte in dieser Funktion Karl Harrer ersetzt, der zunehmend mit der neuen, auf die Massen ausgerichteten Arbeit der DAP, und folgerichtig auch mit Hitler, in Konflikt geriet (3).

Gleichzeitig stand Hitler in jener Zeit noch immer in Diensten der Reichswehr, was ihm formal parteipolitische Tätigkeiten verbot und den Befehlen seiner Vorgesetzten unterwarf. Bis in den April 1920 hinein war er in Ankündigungen des Völkischen Beobachters auch lediglich zweimal als (wohlgemerkt) Hauptredner bei DAP- und NSDAP-Parteiveranstaltungen aufgelistet, neben (unter anderen) Gottfried Feder und Dietrich Eckart (4). Auch bei der am 24. Februar 1920 erfolgten Umbenennung von DAP in NSDAP fungierte Hitler „nur“ als zweiter Redner, nicht als Hauptredner, ja, war nicht einmal als Redner auf den Werbeplakaten aufgeführt. Die politische Kultur, die gesellschaftliche Spaltung jener Jahre, führte es mit sich, dass Veranstaltungen dieser Art zu einer Bühne sprachlich und oft auch physisch gewaltsamer Auseinandersetzungen wurden. So wurden unter den 2.000 Teilnehmern jener Veranstaltung eine Vielzahl von Gegnern gesichtet, was zu tumultartigen Szenen führte (1i).

Die oben erwähnten Gottfried Feder und Dietrich Eckart dürften auch die tatsächlichen geistigen Urheber des an diesem 24. Februar vorgestellten 25-Punkte-Programms der NSDAP gewesen sein, was unverkennbar den ideologischen Einfluss des Thule-Netzwerks wiederspiegelt. Für die Ausarbeitung eines solchen Programms fehlten Hitler Anfang 1920 schlicht und einfach die Kompetenzen. Seine Themen, dokumentiert in seinen damaligen Vorträgen, beschränkten sich anfangs auf den „Versailler-Vertrag“, antisemitische Eskapaden und dann auch, durch den Einfluss Feders bedingt, „die Zinsknechtschaft“ (4i). In offizieller Darstellung der Partei wurde das Programm vom DAP-Vorsitzenden Anton Drexler erarbeitet und von Hitler „redigiert“ (1ii). Dieses „Redigieren“ könnte sich auf den aktionistisch gehaltenen Teil des Programms beziehen. Hitler und Drexler verstanden sich in jener Zeit, in den Monaten vor und nach der NSDAP-Gründung, offenbar sehr gut und so band der neue DAP-Chef Hitler zunehmend in das operative Geschäft der DAP ein (2i).

Damit ist aber nicht gesagt, dass Hitler Ende 1919 und in den ersten Monaten des Jahres 1920 einen, gar noch alleinigen, Führungsanspruch in der Partei eingenommen hätte. Seine Selbstverwirklichung sah er damals in der Propagandaarbeit, an der er, begeistert durch die empfangene starke Aufmerksamkeit Gefallen gefunden hatte und in der er in Vorbereitung der Veranstaltung am 24. Februar vollständig aufging (3i). Jedoch war Hitler trotzdem der Ansicht, dass eine Partei wie die DAP/NSDAP zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele einer starken, zentralisierten Führung bedurfte.

Das 25-Punkte-Programm der NSDAP

Der Inhalt des 25-Punkte-Programms der NSDAP sei im Folgenden vollständig wiedergegeben:

„Das Programm der Deutschen Arbeiterpartei ist ein Zeit-Programm. Die Führer lehnen es ab, nach Erreichung der im Programm aufgestellten Ziele neue aufzustellen, nur zu dem Zwecke, um durch künstlich gesteigerte Unzufriedenheit der Massen das Fortbestehen der Partei zu ermöglichen.

1. Wir fordern den Zusammenschluss aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu einem Großdeutschland.

2. Wir fordern die Gleichberechtigung des deutschen Volkes gegenüber den anderen Nationen, Aufhebung der Friedensverträge von Versailles und St Germain.

3. Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses.

4. Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.

5. Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutschland leben können und muss unter Fremdengesetzgebung stehen.

6. Das Recht, über Führung und Gesetze des Staates zu bestimmen, darf nur dem Staatsbürger zustehen. Daher fordern wir, dass jedes öffentliche Amt, gleichgültig welcher Art, gleich ob im Reich, Land oder Gemeinde, nur durch Staatsbürger bekleidet werden darf. Wir bekämpfen die korrumpierende Parlamentswirtschaft einer Stellenbesetzung nur nach Parteigesichtspunkten ohne Rücksichten auf Charakter und Fähigkeiten.

7. Wir fordern, dass sich der Staat verpflichtet, in erster Linie für die Erwerbs- und Lebensmöglichkeit der Staatsbürger zu sorgen. Wenn es nicht möglich ist, die Gesamtbevölkerung des Staates zu ernähren, so sind die Angehörigen fremder Nationen (Nicht-Staatsbürger) aus dem Reiche auszuweisen.

8. Jede weitere Einwanderung Nicht-Deutscher ist zu verhindern. Wir fordern, dass alle Nicht-Deutschen, die seit dem 2. August 1914 in Deutschland eingewandert sind, sofort zum Verlassen des Reiches gezwungen werden.

9. Alle Staatsbürger müssen gleiche Rechte und Pflichten besitzen.

10. Erste Pflicht jedes Staatsbürgers muss sein, geistig oder körperlich zu schaffen. Die Tätigkeit des einzelnen darf nicht gegen die Interessen der Allgemeinheit verstoßen, sondern muss im Rahmen des Gesamten und zum Nutzen aller erfolgen. Daher fordern wir:

11. Abschaffung des Arbeits- und mühelosen Einkommens, Brechung der Zinsknechtschaft.

12. Im Hinblick auf die ungeheuren Opfer an Gut und Blut, die jeder Krieg vom Volke fordert, muss die persönliche Bereicherung durch den Krieg als Verbrechen am Volke bezeichnet werden: Wir fordern daher restlose Einziehung aller Kriegsgewinne.

13. Wir fordern die Verstaatlichung aller (bisher) bereits vergesellschafteten (Trusts) Betriebe.

14. Wir fordern Gewinnbeteiligung an Großbetrieben.

15. Wir fordern einen großzügigen Ausbau der Altersversorgung.

16. Wir fordern die Schaffung eines gesunden Mittelstandes und seine Erhaltung, sofortige Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende, schärfste Berücksichtigung aller kleinen Gewerbetreibenden bei Lieferung an den Staat, die Länder oder Gemeinden.

17. Wir fordern eine unseren nationalen Bedürfnissen angepasste Bodenreform, Schaffung eines Gesetzes zur unentgeltlichen Enteignung von Boden für gemeinnützige Zwecke. Abschaffung des Bodenzinses und Verhinderung jeder Bodenspekulation.

18. Wir fordern den rücksichtslosen Kampf gegen diejenigen, die durch ihre Tätigkeit das Gemeininteresse schädigen. Gemeine Volksverbrecher, Wucherer, Schieber usw. sind mit dem Tode zu bestrafen, ohne Rücksichtnahme auf Konfession und Rasse.

19. Wir fordern Ersatz für das der materialistischen Weltordnung dienende römische Recht durch ein deutsches Gemeinrecht.

20. Um jedem fähigen und fleißigen Deutschen das Erreichen höherer Bildung und damit das Einrücken in führende Stellung zu ermöglichen, hat der Staat für einen gründlichen Ausbau unseres gesamten Volksbildungswesens Sorge zu tragen. Die Lehrpläne aller Bildungsanstalten sind den Erfordernissen des praktischen Lebens anzupassen. Das Erfassen des Staatsgedankens muss bereits mit dem Beginn des Verständnisses durch die Schule (Staatsbürgerkunde) erzielt werden. Wir fordern die Ausbildung besonders veranlagter Kinder armer Eltern ohne Rücksicht auf deren Stand oder Beruf auf Staatskosten.

21. Der Staat hat für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen durch den Schutz der Mutter und des Kindes, durch Verbot der Jugendarbeit, durch Herbeiführung der körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht, durch größte Unterstützung aller sich mit körperlicher Jugendausbildung beschäftigenden Vereine.

22. Wir fordern die Abschaffung der Söldnertruppe und die Bildung eines Volksheeres.

23. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewusste politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, dass:

a. sämtliche Schriftleiter und Mitarbeiter von Zeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, Volksgenossen sein müssen,

b. nichtdeutsche Zeitungen zu ihrem Erscheinen der ausdrücklichen Genehmigung des Staates bedürfen. Sie dürfen nicht in deutscher Sprache gedruckt werden,

c. jede finanzielle Beteiligung an deutschen Zeitungen oder deren Beeinflussung durch Nicht-Deutsche gesetzlich verboten wird, und fordern als Strafe für Übertretungen die Schließung eines solchen Zeitungsbetriebes sowie die sofortige Ausweisung der daran beteiligten Nicht-Deutschen aus dem Reich. Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluss auf unser Volksleben ausübt, und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.

24. Wir fordern die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat, soweit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen. Die Partei als solche vertritt den Standpunkt eines positiven Christentums, ohne sich konfessionell an ein bestimmtes Bekenntnis zu binden. Sie bekämpft den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns und ist überzeugt, dass eine dauernde Genesung unseres Volkes nur erfolgen kann von innen heraus auf der Grundlage: Gemeinnutz vor Eigennutz.

25. Zur Durchführung alles dessen fordern wir: Die Schaffung einer starken Zentralgewalt des Reiches. Unbedingte Autorität des politischen Zentralparlaments über das gesamte Reich und seine Organisationen im allgemeinen. Die Bildung von Stände- und Berufskammern zur Durchführung der vom Reich erlassenen Rahmengesetze in den einzelnen Bundesstaaten.

Die Führer der Partei versprechen, wenn nötig unter Einsatz des eigenen Lebens für die Durchführung der vorstehenden Punkte rücksichtslos einzutreten.

München, den 24. Februar 1920.“ (5)

Am kuriosesten könnte dem Analysten der paradox wirkende Punkt 23. erscheinen, der, nach dem man den jüdischen Mitbürgern jede gleichberechtigte Teilhabe an einem Staatswesen abgesprochen hat (siehe Punkte 6. bis 8.), allen Ernstes „die Freiheit aller religiösen Bekenntnisse im Staat fordert“. Doch hat der Autor nicht die Absicht, dieses Programm einer ausführlichen, kritischen Analyse zu unterwerfen. Der Inhalt spiegelt den Zeitgeist eines Großteils der Gesellschaft jener Tage wieder. Damit steht diese Programmatik nicht einmal exklusiv. Die ganze Ausrichtung ist populistisch, setzt auf Stimmenfang, hat somit wesentliche Merkmale von Propaganda. Die in der Bevölkerung manifestierten Ängste und Feindbilder werden gestärkt und einfache Lösungen angeboten.

Inhaltlich, vor allem intellektuell, verrät es die von der Thule-Gesellschaft vertretene Ideologie. Es strotzt vor Antisemitismus und überzogenem, extremen Nationalismus. Auf jeden Fall ist es ein Programm, das Hitlers Überzeugungen mitträgt. Und schließlich ist es verlogen, was sich spätestens am Ende des Dokuments offenbart:

„Die Führer der Partei versprechen, wenn nötig unter Einsatz des eigenen Lebens für die Durchführung der vorstehenden Punkte rücksichtslos einzutreten.“ (5i)

Es genügt der Blick auf die Punkte 11. bis 17., ganz entscheidende Punkte für die Gestaltung einer Gesellschaft, um die Täuschung aufzudecken. Doch entscheidender ist etwas anderes:

Das 25-Punkte-Programm der NSDAP verweist unmissverständlich auf den Kern der Absichten seiner Autoren: das Anstreben eines zentralisierten, diktatorischen, andere Ethnien und Meinungen rücksichtslos unterdrückenden Staatswesens — gleichzeitig paternalistisch und als vermeintlich nach innen wie außen friedliebender Fürsorgestaat aufgestellt. So etwas wurde unter der entsprechenden Ideologie bald als Faschismus bekannt.

Die bundesdeutsche Gegenwart der 2020er-Jahre pflegt ein aufschlussreiches Denkverbot: Man dürfe den Faschismus der deutschen Nationalsozialisten nicht mit gegenwärtigen Phänomenen im etablierten Politikapparat vergleichen, weil das den Nationalsozialismus verharmlosen würde. Was dann von Auftragsschreibern in Systemmedien als „Relativieren und Dämonisieren“ abqualifiziert wird (6). Das gilt dagegen nicht, wenn es darum geht, Front gegen die politischen Konkurrenten der Etablierten zu machen (7).

Punkt 23. des NSDAP-Programms fordert:

„den gesetzlichen Kampf gegen die bewusste politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse.“ (5ii)

Die Nationalsozialisten haben also von Beginn an klar ihre Absicht zum Ausdruck gebracht, die freie Meinungsäußerung einzuschränken. So haben sie es natürlich nicht formuliert. Doch ist die Unterdrückung der Meinungsfreiheit ein Merkmal totalitärer, faschistoider Systeme. Nur, weil man eine prinzipiell gleiche Strategie anders nennt, heißt das nicht, dass sich deren Wesen geändert hätte.

Der Kampfbegriff „Bewusste politische Lüge“ wird heutzutage schlicht und einfach „Desinformation“ genannt und dient der Einhegung realer oder fiktiver politischer Gegner. Handfeste, praktische Macht erlangt man, wenn man Macht über die Meinungen gewonnen hat. Wer Macht über Meinungen gewinnen möchte, sucht nach Macht über die Sprache, die Wörter und ihre Bedeutung. Meinungsmacht definiert also Wortbedeutungen und verschleiert den tatsächlich gehegten eigenen Anspruch.

Die NSDAP-Gründer forderten „den gesetzlichen Kampf“ eines neuen Regimes „gegen die bewusste Lüge und ihre Verbreitung“. Sie selbst definierten allerdings auch selbstherrlich, was man unter „bewusster Lüge“ zu verstehen hat und was nicht. In der Gegenwart fordern die EU-Gewaltigen den gesetzlichen „Kampf gegen Desinformation“. Aber die Einen wie die Anderen betrieben/betreiben in Wirklichkeit den Kampf gegen Andersdenkende. Beide versteck(t)en hinter Worthülsen die eigene Desinformation. Wobei die EU in dem Sinne auch kein wirklich repräsentativ-demokratisches Subjekt darstellt, denn ihre wirklich entscheidenden Vertreter/Gremien haben sich nie einer Wahl stellen müssen (8). Doch kehren wir zurück in das Jahr 1920.

Für wache Beobachter konnten bereits am 24. Februar 1920 keinerlei Zweifel daran aufkommen, in welche Richtung ein Deutschland unter Führung einer Partei wie der NSDAP, völlig unabhängig von der Präsenz eines Adolf Hitler, driften würde. Der angestrebte innen- wie außenpolitische Kurs war klar erkennbar. Dieses neue Reich würde auf Expansion setzen, es würde Andersdenkende verfolgen und es würde, benutzt als Spaltpilz, die jüdische Bevölkerung für alles und jeden zum Buhmann zu machen — bis hin zur physischen Verfolgung und Vernichtung. An jenem denkwürdigen Tag werden Hitler folgende Worte innerhalb seiner Rede zugesprochen:

„Auch hier wissen wir genau, dass die wissenschaftliche Erkenntnis bloss die Vorarbeit sein kann, dass aber hinter dieser Erkenntnis die Organisation kommen muss, die einst zur Tat übergeht und die Tat bleibt uns unverrückbar fest, sie heißt: Entfernung der Juden aus unserem Volke.“ (9)

Nichts daran war unverständlich, und doch wurde die neue Partei und deren zukünftiger Führer schon in ihren jungen Jahren, lange bevor Hitler überhaupt mit dem Schreiben von Mein Kampf begonnen hatte, mit erstaunlich viel und wohlwollender Aufmerksamkeit aus dem In- und Ausland bedacht. Oder geschah dies vielleicht sogar deshalb, weil eben die NSDAP mit dieser Programmatik auftrat?

Der Kapp-Lüttwitz-Putsch

Am 10. Januar 1920 waren die Bestimmungen des sogenannten Versailler Vertrages in Kraft getreten. Gemäß Artikel 160 dieses „Vertrages“ wurde das Deutsche Reich verpflichtet, bis spätestens 31. März, später verlängert bis zum 10. Juli,  das Übergangsheer mit damals noch immer 300.000 Angehörigen in eine Reichswehr mit maximal 100.000 Berufssoldaten umzuwandeln (10, 11). Damit stand die Auflösung der Freikorps auf der Agenda. Diese paramilitärischen Verbände hatten zuvor schmutzige Dienste für die alliierten Siegermächte (im Außen) und die sozialdemokratisch geführte Regierung der Weimarer Republik (im Innern) ausgeführt.

In der Geschichtsschreibung wird oft vom Kapp-Putsch gesprochen und dieser als eine Rebellion paramilitärischer Verbände dargestellt. Beides, Kapp-Putsch als Bezeichnung des geschichtlichen Ereignisses wie auch die Darstellung als Meuterei von Freikorps, stellt ein Verkürzung dar. Der Kapp-Lüttwitz-Putsch war nicht mehr und nicht weniger als ein versuchter Staatsstreich der Reichswehr. Das scheint offensichtlich. Und das ist das Problem: Es scheint so, aber war es das auch? Oder wurde da etwas inszeniert? Heben wir uns diese Fragen auf.

Konkretes Ereignis zur Auslösung eines offenen Machtkampfes zwischen Militär und Regierung war die am 29. Februar 1920 vom Reichsinnenminister Noske verfügte Auflösung der Brigaden Ehrhardt und Loewenfeld. Noske folgte damit einer Anweisung der Interalliierten Militärkontrollkommission (12).

In diesem Zusammenhang mögen zwei Freikorps (später Brigaden) näher betrachtet werden. Die eine ist zeitgeschichtlich Interessierten geläufig: die gerade erwähnte Marinebrigade (kurz Brigade) Ehrhardt als militärischer Hauptakteur beim Kapp-Lüttwitz-Putsch. Deren Selbstdarstellung macht historische Linien deutlich. Nicht nur durch die Thule-Gesellschaft, sondern eben auch durch militärische Verbände wie die Brigade Erhardt wurde Hitler mit dem Hakenkreuz als Symbol ideologischer oder militärischer Bewegungen vertraut gemacht. Im Kampflied der Brigade Ehrhardt fand sich die Zeile: „Hakenkreuz am Stahlhelm, schwarz-weiß-rotes Band, die Brigade Ehrhardt werden wir genannt“ (12i).

Das andere Freikorps kam hier bereits früher zur Sprache, das Freikorps des Franz Ritter von Epp. Dass die in München stationierte Brigade Epp in den Kapp-Lüttwitz-Putsch involviert war, wird von Historikern erstaunlich beiläufig betrachtet (13). Nach Teilhabe an der erfolgreichen Niederschlagung der Bairischen Räterepublik wurde das Freikorps als Brigade Epp in die Vorläufige Reichswehr eingegliedert. Ritter von Epp wurden außerdem die Stadtpolizei, die Einwohnerwehren und die Technische Nothilfe in München unterstellt (14). Und spätestens hier ergibt sich eine Verbindung zu Hitlers sich anbahnender Karriere. Denn einer der Untergebenen des Ritters von Epp wurde im Frühsommer 1919 kein Geringerer als Ernst Röhm.

In dieser Funktion war Röhm unter anderem auch verantwortlich für die Verpflegung und Ausrüstung der Brigade Epp durch die Reichswehr. Dieser Ernst Röhm wurde bald ein enger Vertrauter Hitlers und langjähriger Führer der Sturmabteilungen (SA) der NSDAP. So wie Mayr war Röhm Offizier der Reichswehr. Und Ritter von Epp würde später erlangte später den Rang eines SA-Gruppenführers in Röhms Sturmabteilungen (15, 13i). Über Mayr hatte Röhm bereits im Herbst 1919 Hitler kennengelernt (2ii).

Eine Reihe weiterer Mitglieder des Freikorps von Epp machte nach der Übernahme durch die Nationalsozialisten eine steile Karriere. Neben Ernst Röhm, waren das zum Beispiel Ferdinand Schörner (Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber des Heeres), Karl von Le Suire (General der Gebirgstruppe), Karl Pieper (Reichsamtsleiter der NSDAP), Rudolf Heß (Stellvertreter des Führers), Hans Frank (Generalgouverneur der besetzten Gebiete Polens), Oskar Direlewanger (Oberführer der Waffen-SS) und Johann Rattenhuber (SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei). Franz Ritter von Epp wurde 1933 Reichskommissar und und Reichsstatthalter von Bayern.

Hinter Lüttwitz als militärischem und Kapp als politischem Führer agierte im Hintergrund General Erich von Ludendorff. Die technische und organisatorische Vorbereitung des Putsches lag bei Waldemar Pabst. Jenem Waldemar Pabst, der am 15. Januar 1919 die Morde an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht befohlen hatte (16).

Ungereimtheiten beim Kapp-Lüttwitz-Putsch und Hitlers „Praktikum“

Im Historischen Lexikon Bayerns fand der Autor eine bemerkenswerte Passage:

„Auch war Hitler damals schon weit über München hinaus mobil, angefangen von einem Flug nach Berlin in den Tagen des Kapp-Putsches im März 1920 über Reden in Stuttgart, Salzburg und Wien ebenfalls in diesem Jahr, dann 1921 und 1922 mehrfache Aufenthalte in Berlin, z.T. einen Monat lang; auch in Bayern, besonders in Franken, war er vielfach unterwegs.“ (17)

Der Verfasser des Artikels, Walter Ziegler, gibt zwar ein ausführliches Literaturverzeichnis an, lässt aber den Leser im Unklaren darüber, von wo genau er die Informationen bezogen hat. Nach allem, was bekannt ist, waren Hitlers, sämtlich von der Reichswehr betreuten politischen Aktivitäten bis zum Frühjahr 1920 auf den Großraum München begrenzt. Das änderte sich erst kurz nachdem am 13. März 1920 der Kapp-Lüttwitz-Putsch begann — und das nachhaltig.

Denn, dass Adolf Hitler im März 1920 mit dem Flugzeug nach Berlin reiste, verdient eine ausführlichere Würdigung. Was war der Grund für diese Reise, wer organisierte und finanzierte sie? Es ist naheliegend, dass Hitlers Berlin-Aufenthalt in jenen Tagen mit dem Kapp-Lüttwitz-Putsch in Zusammenhang stehen muss. Welche Rolle wurde Hitler damals zugesprochen? Vergessen wir nicht, dass Hitler in jenen Märztagen noch immer Angehöriger der Reichswehr war und den Befehlen seiner Vorgesetzten, insbesondere dem zuvor mehrfach thematisierten Hauptmann Mayr, zu folgen hatte. Was brachte also den Weltkriegsgefreiten die Ehre ein, zum ersten Mal in seinem Leben ein Flugzeug zu besteigen? Wir können sicher davon ausgehen, dass dies weder seinem eigenen Antrieb noch seiner Entscheidung entsprang.

Das Freikorps des von Epp wie auch jenes von Ehrhardt waren, wie schon erwähnt, im Frühjahr 1919 an der Niederschlagung der Bairischen Räterepublik beteiligt gewesen. Dafür hatten sie ein hochoffizielles Mandat bekommen — von der sozialdemokratisch geführten Weimarer Regierung (16). Nachdem unter anderem diese Einheiten nun, im März 1920, gegen ihre eigene Regierung geputscht hatten, wurden sie nicht etwa entmachtet und ihre Führer inhaftiert. Nein, erneut bekamen sie ein Mandat, und zwar von jener Regierung, welche sie gerade versucht hatten zu stürzen (siehe weiter unten). Einem kritischen Betrachter muss hier das Gefühl überkommen, dass an dieser Geschichte etwas nicht stimmt.

Es beginnt schon damit, dass die Putschisten kampflos, sozusagen mit klingendem Spiel, das Berliner Regierungsviertel besetzten, während die Regierung quasi über den Hinterausgang entwich, ganz wie bei einer Choreographie. Der Vizekanzler blieb in Berlin (18i, 19, 20). Die Putschisten waren reguläre Angehörige der Reichswehr. Doch auch die restliche Reichswehr-Führung sah keinen Anlass, die Republik zu verteidigen. Anführer der Putschisten war Walther von Lüttwitz, Kommandeur von einem der vier Gruppenkommandos der Reichswehr und kurz zuvor zum ranghöchsten Offizier der Vorläufigen Reichswehr befördert. Die aus Berlin geflüchtete Regierungsmannschaft begab sich nach Sachsen, aber für ihre Sicherheit wurde auch dort nicht garantiert. Erst in Stuttgart war es ihr möglich, einen provisorischen Regierungssitz einzunehmen (21).

Auf Betreiben von Hauptmann Karl Mayr und im Zuge von dessen Kontakten zu den Putschisten in Berlin hob am 16. März ein Doppeldecker, organisiert vom Augsburger Industriellen Gottfried Grandel von einem Flugfeld bei Augsburg ab, um nach einigen Irrwegen (wegen schlechten Wetters) am Abend auf dem Tempelhofer Feld in Berlin zu landen. Pilotiert wurde das Flugzeug von Robert Ritter von Greim, der in den letzten Tagen des Dritten Reiches noch zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt werden würde. Zweiter Passagier, neben Adolf Hitler, war Dietrich Eckart, ein enger Vertrauter von Hauptmann Karl Mayr (22).

Eckart und Mayr waren die Mentoren Hitlers in den Monaten seit Juni 1919 gewesen (23). Erinnern wir uns daran, dass Eckart als ein Ideologe und, neben Gottfried Feder, als einer der Vordenker bei Thule und gleichermaßen bei der DAP (nunmehr NSDAP) zu verstehen ist. Mayr dagegen stellte den operativem Kopf im militärischen Zweig des Netzwerkes (Reichswehr, Eiserne Faust) dar. Hitler hatte beide Köpfe aufgrund seiner propagandistischen Talente so sehr beeindruckt, dass sie ihm die Rolle eines Pressesprechers in einer neuen, von den Militärs gebildeten Regierung zusprachen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Im Umfeld der Putschisten gab es Überlegungen, Hitler zum Pressesprecher einer Militärregierung unter Wolfgang Kapp zu küren. Deshalb also unternahm er die erste Flugreise seines Lebens. Salopp gesagt, absolvierte Adolf Hitler im März 1920 ein betreutes Praktikum für den Einstieg in seine politische Laufbahn.

Noch interessanter wird es, wenn wir erfahren, wen Hitler in dieser Funktion ablösen sollte. Denn nachdem der Kapp-Lüttwitz-Putsch in den ersten Stunden erfolgversprechend anlief, war bereits ein Pressesprecher/Pressechef im Amt — der durch Hitler abgelöst werden sollte (22i)? Womit wir zu einer weiteren erstaunlichen Episode dieses Putsches kommen. Der Name des abzulösenden Pressechefs lautete Ignaz Trebitsch-Lincoln.

Ein britischer Putsch?

Wer kennt Ignaz Trebitsch-Lincoln? Was trieb die Leute um Kapp dazu, Trebitsch-Lincoln als Pressesprecher ihrer Regierung zu berufen? Die Geschichtsschreibung stellt diesen Mann als Glücksritter, als Betrüger und Abenteurer dar. Das mag seine Richtigkeit haben. Und trotzdem ist es eine Verkürzung. Eine Verkürzung, die bereits dadurch deutlich wird, dass Trebitsch-Lincoln allein so niemals zu Kapp und Lüttwitz nach Berlin gerufen worden wäre. Dabei bieten die zu Trebitsch-Lincoln angebotenen Biographien in ihren Inhalten genug Stoff, die mitgegebenen Interpretationen in Frage zu stellen. So ist zum Beispiel dies über Trebitsch-Lincoln bekannt:

„Während seiner vielen Reisen durch Großbritannien lernte er auf einer Zugfahrt Benjamin Seebohm Rowntree kennen, einen erfolgreichen Schokoladenhersteller, der später seine politische Karriere finanzierte. Trebitsch begann sich nun für Politik zu interessieren und strebte eine Karriere im Parlament an. Rowntree machte ihn zu seinem Privatsekretär und schickte ihn auf das europäische Festland, um über Armut zu forschen.“ (24)

Der Engländer Benjamin Seebohm Rowntree war allerdings nicht nur Schokoladenindustrieller, sondern gleichzeitig politisch rege. Während des Ersten Weltkriegs fungierte er als Leiter der Abteilung für Soziales im britischen Rüstungsministerium unter der Leitung von David Lloyd George. Das gibt bereits einen Hinweis über das Dahinter und da zeigt sich die deutschsprachige Wikipedia im Jahr 2026 erstaunlich offenherzig:

„Durch eine Beschäftigung als Sekretär eines Süßwarenherstellers knüpfte Trebitsch-Lincoln Kontakte nach Großbritannien. In dieser Position arbeitete er drei Jahre für den englischen Geheimdienst. Darauf ging er nach Großbritannien, wo er […] 1910 als Liberaler Mitglied des House of Commons für den Wahlkreis Darlington gewählt wurde. Während des Ersten Weltkriegs war er Öl-Unternehmer auf dem Balkan und militärischer Zensor.“ (25)

Wir müssen nicht weiter in der turbulenten Biographie des Trebitsch-Lincoln graben, um zu erkennen, dass es sich um einen britischen Agenten handelte. Aber was bedeutet das? Waren sich die Putschisten nicht im Klaren, wen sie da mit ins Boot geholt hatten?

Bereits am 5. Juli 1919 hatte einer der Drahtzieher des Putsches, General Erich von Ludendorff, seinen ehemaligen Adjutanten, Oberst Bauer, zu Oberst Ryan, den Stabschef der britischen Militärregierung in Köln entsandt, um die Briten abzuklopfen, wie diese auf einen gewaltsamen Machtwechsel reagieren würden. Danach würden die neuen Machthaber die Republik bewahren, aber in Form einer straff geführten Monarchie. Und natürlich würde man die durch den „Versailler Vertrag“ auferlegten Verpflichtungen vollständig erfüllen (26, 27).

War das im Sinne der Briten? In jenen Monaten deutete sich im Osten des geschlagenen Deutschen Reiches eine Allianz deutscher Militärs (vertreten durch die Freikorps) mit den diversen weißgardistischen Fraktionen Russlands an. Ihr gemeinsames Ziel war die Beseitigung der Bolschewiki, der kommunistischen Regierung in Petrograd (heute St. Petersburg). Im Gegensatz zur allgemeinen Auflösung des früheren kaiserlichen Heeres waren die Freikorps voll intakt und ihre zehntausenden Kämpfer sämtlich hochmotivierte Freiwillige. Wäre ein Sieg dieser Allianz über die kommunistische Regierung Russlands im Sinne der Briten gewesen?

Wer um die traditionelle und sehr erfolgreiche Politik des britischen Empire weiß, dem ist auch klar, dass obiges Szenario aus britischer Sicht zu vermeiden war. Ein Bündnis des Deutschen Reiches (wie auch immer es ausgestaltet sein würde) mit Russland (ebenfalls wie auch immer es ausgestaltet sein würde) hätte das konkurrierende Gleichgewicht der Kräfte auf dem Kontinent durch ein Bündnis ersetzt, das der Machtprojektion des britischen Empire höchst gefährlich werden konnte. Viel besser erschienen da instabile Verhältnisse, und zwar sowohl zwischen den Staaten als auch innerhalb der Staaten selbst. Also musste man die Parteien gegeneinander ausspielen. Oberst Ryan ließ also Oberst Bauer mit der Illusion davonziehen, den Staatsstreich zu billigen. Einen Monat später wurde ein gewisser Ignaz Trebitsch-Lincoln offiziell aus britischer Haft entlassen und reiste nach Berlin (26i).

Kaum war Trebitsch-Lincoln in der deutschen Hauptstadt eingetroffen, begann er antibritische Propaganda zu betreiben. Das war die nach außen wirksame „Empfehlung“ für die nationalistischen, rechtsextremen Kräfte in Politik und Militär. Der britische Agent wurde bald in den Planungszirkel der Putschisten gehoben. Welche Rolle Trebitsch-Lincoln ganz konkret während des Putsches spielte, bleibt ein Geheimnis. Aber es gibt Indizien. Am 18. April 1920 wurde im Parteiblatt der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) die Information einer „vertrauenswürdigen Quelle“ enthüllt, nach der Trebitsch-Lincoln der Drahtzieher hinter General Ludendorff und Oberst Bauer für einen Coup war, der darauf abzielte, einen Aufstand der organisierten Arbeiterschaft zu provozieren, der dann „im Blut ertränkt“ werden würde (26ii).

Scheiterte der Kapp-Lüttwitz-Putsch? Es kommt auf die Perspektive an. Scheitern bedeutet, dass der Zweck nicht erreicht wurde. Wenn nun der Zweck aber darin bestand, die organisierte Arbeiterschaft entscheidend zu schwächen und zu entwaffnen, dann war der Putsch erfolgreich. Wenn der Zweck darin bestand, eine wacklige, von Sozialdemokraten geführte Fassadendemokratie am Leben zu erhalten und damit einen fragilen, gut beeinflussbaren Zustand der gesellschaftlichen Verhältnisse? Auch dann war der Putsch erfolgreich. Auf den offiziell gescheiterten Kapp-Lüttwitz-Putsch folgte die blutige Niederschlagung des Ruhr-Aufstandes mit mindestens 1.200 Toten und unter stillschweigender Billigung der alliierten Siegermächte. Exekutiert auch noch vom operativen Arm der Putschisten, zum Beispiel den Brigaden Ehrhardt und von Epp (28, 29).

Trebitsch-Lincoln wurde übrigens nach dem Scheitern des Putsches festgenommen. Aus dem Gefängnis brach er rasch aus und floh ins Ausland, mitsamt einem Koffer von Dokumenten. So jedenfalls lautet die Geschichte (24i). Vielleicht hatte ja jemand vergessen, die Zellentür und das Gefängnistor abzuschließen…

Hitlers erstes Schnuppern an der Macht

Sowohl ein Hauptmann Mayr, als auch ein Dietrich Eckart und erst recht nicht ein Adolf Hitler werden sich damals, im März 1920, Gedanken über eine britische Rolle beim Kapp-Lüttwitz-Putsch gemacht haben. Und doch ist es erstaunlich, dass man Hitler als Pressesprecher bei den Putschisten vorstellen wollte. Ludendorff, der sich seit 1919 ebenfalls für die Karriere von Hitler stark gemacht hatte, muss jedenfalls über dieses Vorgehen informiert gewesen sein.

Am Abend des 16. März war der Putschversuch allerdings praktisch schon gescheitert. Stattdessen wurden neue Verbindungen geknüpft, die für Adolf Hitlers beginnende politische Laufbahn von großer Bedeutung waren. Allein schon deshalb, weil ihm das Zugang zu einem Netzwerk verschaffte, welches über das ihm von Hauptmann Mayr eröffnete, weit hinausging. Man könnte Mayr auch als erfolgreichen „Talentespäher“ ansehen, der seinen „besten Leuten“ die Gelegenheit bot, an „Praxislehrgängen“ teilzunehmen. Mindestens bei Hitler war er in Bezug auf dringend benötigte Talente zur Zerschlagung der Weimarer Republik erfolgreich gewesen. Nun aber galt es, Hitler, dessen Zeit als Mayrs Untergebener bei der Reichswehr bald ablaufen würde, noch wichtiges Startkapital in die Hand zu geben. Und das waren direkte und indirekte Zugänge zu Schlüsselpositionen der Macht.

Am 17. März — die Hauptakteure des Putsches trafen bereits unmittelbare Fluchtvorbereitungen — versuchte Eckart mit Hitler noch einige „Prominente“ zu treffen. Sie begaben sich zum luxuriösen Hotel Adlon, dem Hauptquartier der Putschisten. Dort im Foyer soll Adolf Hitler nach späterer eigener Aussage „einen Mann jüdisch-ungarischer Herkunft“, dem Pressechef der Putschisten begegnet sein. Das war niemand anders als Ignaz Trebitsch-Lincoln. Und im Hotel Adlon trafen sie auch auf Wolfgang Kapp und seine Tochter, die gerade im Begriff waren, nach Schweden zu flüchten. Noch am Vorabend wurde Hitler durch Eckart General Ludendorff sowie Edwin und Helene Bechstein persönlich vorgestellt. Helene Bechstein, spätere Geldgeberin Hitlers und Mitinhaberin einer Klavierfabrik, hatte damals regelmäßig im Hotel Vier Jahreszeiten in München logiert — eben dort, wo sich regelmäßig die Mitglieder der Thule-Gesellschaft trafen (30). Am 18. März schließlich flogen von Greim, Eckart und Hitler wieder nach München zurück (22ii).

Nur wenige Tage später wurde Adolf Hitler aus der Reichswehr entlassen (31). So man diese auch und gerade für Hitler höchst turbulenten Tage betrachtet, kann man durchaus verblüfft sein beim Studium von Mein Kampf.

Denn erstaunlicherweise findet sich in Mein Kampf nicht ein Wort zu jenen Tagen im März 1919. Tage, die bei Hitler einen starken Eindruck hinterlassen haben müssen. Er war zum ersten Male geflogen und man ermöglichte ihm erste Kontakte zu einflussreichen Politikern, Militärs und Industriellen. Ganz abgesehen davon, dass der Putsch doch etwas in Hitler ansprach, was ihn in dann auch in Mein Kampf umtrieb. Warum war ihm seine Teilhabe am Kapp-Lüttwitz-Putsch keine Zeile wert?

Es gibt nicht eine einzige Bemerkung zum Kapp-Lüttwitz-Putsch in Hitlers Buch, obwohl das einschneidende Ereignis da gerade fünf Jahre zurücklag. Hitler hat das mit Sicherheit nicht vergessen, nein, er hat es bewusst unterschlagen. Die Gründe dafür sind ungeklärt.

Das geht noch weiter. Alles, was ihn in die Politik gebracht hatte, war Leuten in Schlüsselpositionen zu verdanken, die ihn aktiv förderten. Das war in erster Linie Hauptmann Karl Mayr. Aber in Mein Kampf gibt es Karl Mayr nicht, weder in positiver noch in negativer Würdigung. Der entscheidende Förderer Adolf Hitlers, ja der Steigbügelhalter für Hitlers Eintritt in die Politik, kommt in Mein Kampf schlicht und einfach nicht vor. Mayr hatte 1923 den „Bierkeller-Putsch“ der Leute um Hitler und Ludendorff abgelehnt und sich daraufhin der Sozialdemokratie zugewandt. Aus Hitlers Sicht konnte er in dessen Biographie somit wohl keinen Platz mehr finden? Mayr würde später mehrere Jahre in Konzentrationslagern verbringen (32).

Die Nichtwürdigung Mayrs durch Hitler — egal ob nun lobend, kritisch oder beides — weist auf einen Wesenszug Hitlers hin. Seine eingeschränkten empathischen Fähigkeiten machten es ihm offensichtlich äußerst schwer, persönliche, erst recht differenzierende Dankbarkeit für das Tun anderer Menschen zu empfinden. Persönliche Dankbarkeit meint nicht irgendwelche Heroen, sondern Menschen, mit denen Hitler wirklich direkt zu tun hatte.

Ohne die aktive, verdeckte Reichswehr-Finanzierung von Projekten der jungen DAP/NSDAP und Hitler, persönlich durch die Schlüsselfigur Ernst Röhm organisiert, wäre ein Adolf Hitler, so er überhaupt aufgetaucht wäre, bald wieder in der Versenkung verschwunden. So, wie Röhm ein enger Gefährte beim fehlgeschlagenen „Bierkeller-Putsch“ war. Das Schicksal Röhms ist allgemein bekannt. Hitler selbst sorgte in der „Nacht der langen Messer“ für die Ermordung Röhms (33). In Mein Kampf existiert Karl Mayr also nicht und Ernst Röhm übrigens auch nicht. Wobei noch zu klären wäre, ob das auch in den ersten Ausgaben des Buches, denen vor 1933, bereits so war oder die beiden Personalien erst späteren Überarbeitungen zum Opfer fielen.

Hitlers Teilnahme am Kapp-Lüttwitz-Putsch, sein Aufstieg als Propagandist und Politiker, später dann der Erwerb des Völkischen Beobachter als Parteiblatt der NSDAP (übrigens auch mit Unterstützung durch Ernst Röhm), ist untrennbar mit dem Namen Dietrich Eckart verbunden. Eckart kommt in Hitlers Manifest exakt einmal vor: auf Seite 781. Aber etwas anderem dankt Hitler in Mein Kampf wiederholt: dem Schicksal. Überhaupt kommt das Wort Schicksal in seinem Manifest über 120 mal vor.

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe Thorstein Veblens verfasste im Jahre 1920 (!) eine Rezension von John Maynard Keynes‘ Werk „Krieg und Frieden: Die wirtschaftlichen Folgen des Vertrages von Versailles“ (34). In Veblens Abhandlung kann man lesen:

„dass die Alliierten ohnehin schon von einem Untergang des Dritten Reiches, das von revanchistischen und reaktionären Kräften geprägt war, ausgingen. Sie vertrauten darauf, Deutschland manipulieren und zu einem weiteren Konflikt anstiften zu können. Dies geschah 21 Jahre später mit dem Angriff Deutschlands auf das bolschewistische Russland.“ (35)

In eine solche Strategie reihen sich die Umstände um den Kapp-Lüttwitz-Putsch schlüssig ein.

Fortsetzung folgt.

>>> hier alle bisher veröffentlichten Teile der Artikelreihe

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen — insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors — kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.

(Allgemein) Die Artikelreihe „Hitlers Kampf und sein Weg zur Macht“ fußt auf der vor Jahren veröffentlichten Reihe „Lesungen aus einem verbotenen Buch“. Die ursprünglichen Texte, bestehend aus acht Artikeln, wurden umfassend überarbeitet — sowohl inhaltlich als auch redaktionell. Außerdem fanden sie ihre Fortsetzung in weiteren Artikeln, die letztlich in eine unter einer Creative-Commons-Lizenz verfügbaren Buchedition (online) münden werden.

(1 bis 1ii) 1977; Institut für Zeitgeschichte München; Vierteljahreshefte; Hitlers politische Lehrjahre und die Münchener Gesellschaft; Hellmut Auerbach; https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1977_1_1_auerbach.pdf ; (1 bis 1ii) S. 14/15

(2 bis 2ii) 1975; Albrecht Tyrell; Vom ‚Trommler‘ zum ‚Führer‘; Wilhelm Fink Verlag München; Online verfügbar bei: Münchner Digitalisierungszentrum; https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00043449; S. 29 (siehe dort Quelle 114); S.30 (siehe dort Quelle 127, 128); (2ii) S. 27 (Quelle 104)

(3, 3i) 1925; Mein Kampf, Erster Band — Eine Abrechnung; Adolf Hitler; Zwei Bände in einem Band; ungekürzte Ausgabe; Zentralverlag der NSDAP, Frz. Eher Nachf., G.m.b.H., München; 851. bis 855. Auflage 1943; S. 401/402

(4, 4i) 1959; Institut für Zeitgeschichte München; Vierteljahreshefte; Rudolf von Albertini, Ernst Deuerlein und weitere; Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr;  https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1959_2_4_deuerlein.pdf; S. 177; (3i) S. 188/189

(5) Deutsche Friedensgesellschaft, Darmstadt; 25-Punkte-Programm der NSDAP; https://dfg-vk-darmstadt.de/Lexikon_Auflage_2/NSDAP_25_Punkte_Programm.pdf; übernommen von: https://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/nsdap25/index.html (Quelle nicht mehr erreichbar); siehe auch: http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/04_25-Punkte-Programm.pdf

(6) 02.02.2021; ARD-Tagesschau; Patrick Gensing; Relativieren und dämonisieren; https://www.tagesschau.de/faktenfinder/ns-vergleiche-antisemitismus-101.html

(7) 27.09.2024; ARD, WDR; Jörn Seidel; „Machtergreifung“ in Thüringen? Parallelen zwischen AfD und NS-Zeit; https://www1.wdr.de/nachrichten/landtag-thueringen-vergleich-afd-nazis-100.html

(8) 16.06.2025; Schweizer Monat; Hans-Georg Maassen; Diese EU ist undemokratisch, und sie schadet Europa; https://www.schweizermonat.ch/diese-eu-ist-undemokratisch-und-sie-schadet-europa/

(9) 2009; Antoine Vitkine; Hitlers Mein Kampf — Geschichte eines Buches; Hoffmann und Campe; ISBN 978-3-455-50395-1; S. 23

(10) 28.06.1919; document.Archiv.de; Friedensvertrag von Versailles; Teil V.: Bestimmungen über Landheer, Seemacht und Luftfahrt, Artikel 160, 163; http://www.documentarchiv.de/wr/vv05.html

(11) 1932; Karl Siegmar Baron von Galéra; Geschichte unserer Zeit; Band 1; https://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/pdfDT/Galera_Geschichte_Bd1.pdf; S. 114

(12, 12i) 08.06.2011; Lemo; Der Lüttwitz-Kapp-Putsch 1920; https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/luettwitz-kapp-putsch-1920

(13, 13i) 1959; Deutsche Biographie; Wolfgang Zorn; Epp, Franz Xaver Ritter von (seit 1917); https://www.deutsche-biographie.de/gnd119495279.html#ndbcontent

(14) Familie Tenhumberg; Freikorps Epp; http://www.tenhumbergreinhard.de/taeter-und-mitlaeufer/dokumente/freikorps-epp.html; abgerufen: 08.10.2026

(15) 08.10.2026; bavarikon; Joachim Lilla; Röhm, Ernst; https://verwaltungshandbuch.bavarikon.de/VWH/R%C3%B6hm,_Ernst

(16) 1999; Deutsche Biographie; Michael Wettengel; Pabst, Ernst Julius Waldemar; https://www.deutsche-biographie.de/gnd124749372.html#ndbcontent

(17) 13.05.2019; Historisches Lexikon Bayerns; Walter Ziegler; Hitler und Bayern; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Hitler_und_Bayern

(18, 18i) 14.09.2014; Lemo; Hermann Ehrhardt 18881–1971; https://www.dhm.de/lemo/biografie/hermann-ehrhardt

(19) 1935; Karl Siegmar Baron von Galéra; Geschichte unserer Zeit; Nationale Verlags-Gesellschaft m. b. H., Leipzig; https://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/schicksalsbuch/guz103.html; S. 139

(20) 1969; Sebastian Haffner; Die verratene Revolution 1918/1919; Scherz Verlag; https://www.dieterwunderlich.de/Haffner_revolution.htm; S. 201

(21) 11.09.2012; Historisches Lexikon Bayerns; Bruno Thoß; Kapp-Lüttwitz-Putsch, 1920; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Kapp-Lüttwitz-Putsch,_1920

(22 bis 22ii) 15.11.2022; Welt; Sven-Felix Kellerhoff; Für Hitler lohnte sich der erste Flug seines Lebens; https://www.welt.de/geschichte/article206569287/Kapp-Putsch-Fuer-Hitler-lohnte-sich-der-erste-Flug-seines-Lebens.html; Primärquelle: 2016; Harald Sandner; Hitler — Das Itinerar; Berlin Story Verlag; ISBN 978-3-95723-095-9; https://www.berlinstory-verlag.de/programm/drittes-reich/hitler-das-itinerar-cd/

(23) 2012; Georges von Vrekhem; When Hitler became the Führer; A Sudden Burst of Energy; https://motherandsriaurobindo.in/disciples/georges-van-vrekhem/books/hitler-and-his-god/#part-1-when-hitler-became-the-fuhrer-3-mentor

(24, 24i) Oktober 2022; wina; Viola Hellman; Von Pak bis Shanghai; https://www.wina-magazin.at/von-pak-bis-shanghai/

(25 bis 25ii) deutschsprachige Wikipedia; Ignaz Trebitsch-Lincoln; https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Trebitsch-Lincoln; abgerufen: 13.10.2026; Primärquelle: Martin Brauen; Traumwelt Tibet: westliche Trugbilder; Verlag Paul Haupt Berne, 2000; ISBN 3-258-05639-0; S. 63; (25, 25i) S. 117, (25ii) S. 124

(26, 26i) 2005; Guido Giacomo Preparata; Conjuring Hitler, How Britain and America Made the Third Reich; https://www.daastol.com/books/Preparata%20(2005)%20Conjuring%20Hitler.%20How%20Britain%20and%20America%20Made%20the%20Third%20Reich.pdf; S. 116; Primärquelle: 1945; Edmond Vermeil; Germany’s Three Reichs. Their History and Culture; London: Andrew Dakers Limited; S. 291

(27) 27.12.2021; apolut; Hermann Ploppa; Der Kapp-Putsch im Jahre 1920; https://apolut.net/history-der-kapp-putsch-im-jahre-1920/; Primärquelle: 1923; Henry T. Allen: Mein Rheinland-Tagebuch; Berlin; S.60 bis 62; 2002; E. Könnemann/G. Schulte: Der Kapp-Lüttwitz-Ludendorff-Putsch; München; S.389

(28) 22.01.2002; Lemo; Der Märzaufstand 1920; https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/maerzaufstand-1920

(29) 2026; Militär und Geschichte; Daniel Zander; Links gegen Rechts. Aufstand der Roten Ruhrarmee, 1020; Übersetzung ins Englische: 14.01.2026; Top War; https://en.topwar.ru/276301-1920-vosstanie-krasnoj-rurskoj-armii.html

(30) Bechstein-Tradition; https://bechstein.com/die-welt-von-bechstein/tradition/1914-1930/; abgerufen: 15.10.2026

(31) 12.10.1998; Lemo; Adolf Hitler 1889–1945; https://www.dhm.de/lemo/biografie/adolf-hitler

(32) 11.09.2025; nsdoku münchen; Sabine Schalm; Karl Mayr (5.1.1883 Mindelheim – 9.2.1945 KZ Buchenwald); https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/mayr-karl-542

(33) 29.06.2009; Deutschlandfunk; Henry Bernhard; Die Nacht der langen Messer; https://www.deutschlandfunk.de/die-nacht-der-langen-messer-100.html

(34) 1920; John Maynard Keynes; The Economic Consequences Of The Peace; New York Harcourt, Brace and Howe; The Project Gutenberg; https://www.gutenberg.org/cache/epub/15776/pg15776-images.html

(35) 15.09.2019; Milieu; Mikael Sander; Prof. Guido Preparata: „Die Siegermächte züchteten Hitler ganz bewusst heran“; Teil 1: https://web.archive.org/web/20191021202104/https://www.dasmili.eu/art/prof-guido-preparata-die-siegermaechte-zuechteten-hitler-ganz-bewusst-heran/; Teil 2: https://web.archive.org/web/20201229232704/https://www.dasmili.eu/art/prof-guido-preparata-die-deutschen-sind-ein-besiegtes-und-erobertes-volk/

(Titelbild) Volksempfänger, Mein Kampf; Spengler Museum Sangerhausen; 06.08.2007; Autor: Giorno2 (Wikimedia); https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spengler_Museum_Sangerhausen_4.jpg; Lizenz: Creative Commons 4.0

Von Ped

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert