… sind gefragt, wenn die Realität keine Siege erwarten lässt.


Westliche Medien feierten über Monate Siege gegen Russland auf dem ukrainischen Schlachtfeld. Über den Preis hüllten sie sich im Großen und Ganzen — zumindest hier in Deutschland — in tiefes Schweigen. Denn der Preis stört das Narrativ vom „russischen, tönernen Koloss“ und dem siegreichen Wertewesten. Doch ist dieser Preis real und vor allem ist er blutig. Die Schreibtischkrieger, weit weg von der Front, können das gut ausblenden.


Wie lauteten die Ziele der russischen Militäroperation?

  • Schutz der russischen Ethnie (insbesondere in der ehemaligen Ostukraine)
  • Entmilitarisierung der Ukraine
  • Entfaschisierung der Ukraine

Die russische Führung definierte ihre Ziele zu Beginn der Militäroperation dahingehend, dass die Ukraine deren Rolle als Rammbock der USA/NATO komplett aufgeben müsste. Es ging um eine umfassende Entmilitarisierung und Entfaschisierung. Der ukrainische Nachbar sollte, wenn schon nicht pro-russisch, so doch zumindest neutral und abgerüstet sein. Moskau stellte zu diesem Zeitpunkt nicht den ukrainischen Staat als Völkerrechtssubjekt in Frage. Dass dies heute auch noch gilt, wage ich zu bezweifeln.

Gebietseroberungen sind nie das primäre Ziel der russischen Militäroperation gewesen; Mittel zum Zweck bei der Erreichung oben geannter Ziele schon eher. Gerade in der Ostukraine können wir nun dabei zusehen, wie systematisch die Kampfkraft der NATO-ukrainischen Armee abgebaut wird, ohne dass in diesem Zuge größere Gebiete erobert wurden.

Das russische Vorgehen an den ukrainischen Fronten ist ein Krieg, der mit großer Geduld geführt wird, der die eigenen Stärken nutzt, eigene Verluste minimiert und die Fähigkeiten des Gegners auf dem Kriegsschauplatz langsam, aber unaufhörlich auszehrt.

Unsere Massenmedien interessieren sich nicht für diese Realitäten. Sie gehen in ihrer Aufgabe als NATO-Propagandafilialen auf, innerhalb dessen jedes Wort, dass den Mund des redseligen ukrainischen Präsidenten oder die Nachrichtenabteilungen des britischen Geheimdienstes verlässt, ungeprüft wie unkritisch an das die Nachrichten konsumierende Publikum weiterzureichen ist. Danach würden tausende und abertausende russische Soldaten beim Sturm auf (zum Beispiel) Artjemowsk (Bakhmut, Bachmut) in den Tod rennen (1). Anders kann es nicht sein, denn schließlich wird einem angeblich größenwahnsinnigen Kreml-Chef nachgesagt, es ginge ihm um Eroberung von Land.

Doch der „Sturm auf Bachmut“ ist eine Erzählung im Narrativ des „russischen Angriffskrieges“, so wie auch jene, nach der der „russische Vormarsch auf Bachmut stockt“. Diese Geschichten bedienen lediglich den Erzählraum für die westlichen Bevölkerungen. Denn wenn ein Vormarsch den Zielen, zum Beispiel Entmilitarisierung nicht dienlich ist, warum sollte man dann einen solchen betreiben? Die Militäroperation um Bachmut herum ist mit den üblichen Mustern militärischer Operationen nicht zu beschreiben.

Bachmut ist im Grunde eine Falle, aber eine die nicht einmal von der russischen Seite aufgestellt wurde. Nein, die Ukraine und ihre Berater haben diese Falle selbst installiert. Sie sind Gefangene ihrer eigenen Propaganda. Bei der alles auf das Simpelste heruntergebrochen wird. Nach der es um Gebietserwerb, um Eroberungen geht. Was das Militärische betrifft, ist Russland in einer hervorragenden Situation. Es wartet an der Falle auf den Gegner, eine Falle die sich der Gegner selbst gebaut hat und dort vernichtet sie ihn. Vorrangig in Bachmut wird gegenwärtig die Ukraine demilitarisiert.

Russische Desinformation?

Vor Wochen veröffentlichten russische Quellen ein „erbeutetes“ Dokument russischer Hacker der so genannten Gruppe „Anarchist Kombatant“. Quelle des Dokuments soll das Personalzentrums der ukrainischen Streitkräfte sein und ursprünglich gerichtet war es an den Generalstabschef der ukrainischen Streitkräfte. Aus dem Anhang erfährt der Leser die Zahl der toten ukrainischen Soldaten, die (Stand: 30. November 2022) als vermisst galten: 35.382 Soldaten.

Es handelt sich um Soldaten, deren Leichen auf dem Schlachtfeld zurückgelassen wurden. Sie wurden nicht nach Hause gebracht und begraben. Ihre Familien werden keine Entschädigung erhalten, weil sie als vermisst gelten. Bei den meisten handelt es sich um Soldaten der Landstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine, 667 Blätter mit Namen, Vornamen und Geburtsdaten. Hinzu kommen die Verteidigungskräfte (546 Blätter), die amphibischen Angriffstruppen (398), die Sondereinsatzkräfte (316) und die Vertreter der Marine (242 Blätter) (b1, 2).

 

 

Die Kiewer Regierung tut ihr Bestes, um die tatsächlichen Verluste der ukrainischen Armee zu verschleiern. Zuvor hatte die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen verlauten lassen, dass sich die Gesamtzahl der toten Soldaten der ukrainischen Streitkräfte auf etwa 100.000 beläuft (3).

Der Berater des ukrainischen Präsidenten, Michail Podoljak, versicherte später, dass die Zahl der Toten „nur“ etwa 13.000 Soldaten betrage (4). Zelensky reduzierte seinerseits die Zahl nochmal auf 8.000, ungeachtet der Tatsache, dass der ukrainische Generalstab bereits im Sommer von 9.000 Toten gesprochen hatte (5).

Desinformation aus dem Pentagon?

Wer kennt Stephen Bryen? In den USA ist er als politische Figur, als Analyst wohl bekannt. Auch seine Verbindungen zum Pentagon sind bekannt. Zweimal wurde Bryen mit der Distinguished Public Service Medaille geehrt, das ist die höchste zivile Auszeichnung, die vom US-Kriegsministerium vergeben wird (6). Er ist Präsident des Rüstungskonzerns Leonardo und war unter US-Präsident Ronald Reagan stellvertretender Kriegsminister. Bryen ist ein Falke, der maßgeblich gegen Irak, Syrien und Libyen intrigierte und er war an der Ausarbeitung der sogenannten Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) beteiligt (7). Stephen Bryen betreibt ganz sicher keine russische Propaganda. Was also veranlasst ihn dann, folgendes zu äußern?

„Für die Ukraine mag es so aussehen, als ob sie gewinnen würde. Das Gegenteil ist die Wahrheit, denn der Ukraine gehen die Arbeitskräfte aus, die sie nicht ersetzen kann. Sie verliert durch Zermürbung auf dem Schlachtfeld, und da die Russen systematisch die Infrastruktur des Landes zerstören, sind Millionen von Ukrainern ins Ausland geflohen. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das Land erholen könnte, selbst wenn der Krieg morgen zu Ende wäre.“ (8)

Mit „Arbeitskräften“ — der Begriff wird übrigens sowohl von der russischen als auch von der ukrainischen Seite ebenfalls verwendet — sind in diesen Kontexten die Soldaten gemeint.

Die enorm hohe Zahl von 100.000 die von der Leyen im Rahmen einer sicher sorgfältig ausgearbeiteten Rede vom Zettel ablas, deutet auf weitere düstere Fakten hin. Die Faustregel bei der Schätzung von Opfern militärischer Auseinandersetzungen lautet, dass auf jeden toten Soldaten wahrscheinlich drei Verwundete gezählt werden. Im besprochenen Konflikt, in dem die Opfer größtenteils durch Artillerie und Raketenbeschuss verursacht werden, muss dieser Faktor eher höher als niedriger angesetzt werden.

Desweiteren sprechen weitere Quellen, zum Beispiel der russische Analyst Andrej Martjanow von zehntausenden vermissten, ukrainischen Militärangehörigen. Vermisst kann bedeuten, dass diese Menschen heimlich das Land verlassen haben, desertiert sind, ihre Leichen nicht gefunden oder auch nicht gezählt wurden. Das sind schreckliche Zahlen und sie weisen auf die Katastrophe hin, welche sich für die ukrainische Armee abzeichnet (9). Das deckt sich mit dem, was die russische Hackergruppe veröffentlichte (siehe weiter oben).

Der ranghöchste Militärberater des US-Präsidenten ist derzeit Mark Milley. Selbst dieser deutete Anfang November auf 100.000 tote oder verletzte ukrainische Soldaten hin, was auf etwa 25.000 Getötete schließen ließe, ein mehrfaches der Zahlen, die aus Selenskijs Reihen verkündet wurden und werden (10). Doch hatte die Kiewer Regierung im Laufe des Jahres ein Millionenheer rekrutiert, von denen rein rechnerisch, wohl gemerkt nach Milleys Aussage, heute noch 900.000 einsatzfähig wären. Das ist wenig glaubwürdig, wenn man erfährt, dass die ukrainische Führung inzwischen Frauen, körperlich Eingeschränkte und Jugendliche „nachzieht“.

Oberst Douglas Macgregor, militärischer Berater im Pentagon in der Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump, gibt an, dass die ukrainischen Rekrutierungsbehörden damit begonnen haben, Jugendliche und arbeitsunfähgie Bürger einzuberufen:

„Jetzt versuchen sie, Jugendliche im Alter von 13, 14 und 15 Jahren und Behinderte zu mobilisieren. Sie kratzen buchstäblich die Reste raus.“ (11)

Glaubt man die vergleichsweise niedrigen Verlustzahlen aus dem Kiewer Präsidentenbüro, dann sind „Einberufungen“ wie die obigen ohne jeden Sinn. Vielleicht sollten wir unseren Glauben hinterfragen?

Der Befehlshaber der NATO-Streitkräfte im Krieg gegen Jugoslawien, US-General Wesley Clark, beschrieb gegenüber CNN in schwarzen Farben, was jetzt in Bachmut geschieht, ohne Raum für Missverständnisse zu lassen. Auch Clark ist also ein hoher Militär. Im Rahmen eines Interviews betonte er, dass die russische Armee die Ukrainer in eine Falle gelockt hat und sich die Region nun in eine „Meat Machine“ einen „Fleischwolf“ verwandelt hat! Die Fassungslosigkeit des CNN-Moderators ob der Nutzung dieser Begriffe war unübersehbar (12, 13).

Tatsächlich zeigen Fotos von der Bachmut-Front, dass die russischen Truppen Verteidigungslinien um die Stadt herum errichten — für einen „Sturm auf Bachmut“, wie uns unsere selbsternannten Qualitätsmedien glauben machen wollen? Nein, die russischen Militärs gehen davon aus, dass die NATO-ukrainische Seite auch weiterhin Soldaten in Bachmut verheizen wird. Verheizen zum Zwecke der Verkündung weiterer Siege an der Propagandafront.

Die Entwicklung ist ein Albtraum für die Ukrainer. Der russische Militärbefehlshaber Surowikin will ukrainische Angriffe provozieren, um noch größere Verluste zu verursachen … Die russischen Stäbe wollen nicht, dass irgendjemand dem „Fleischwolf“ entkommt, meint Clark. Aber sie brauchen es auch gar nicht wollen. Zum ersten Mal während der Offensivoperationen errichtet die russische Armee seit dem Herbst Verteidigungsanlagen rund um die Stadt. Aber die Stadt ist nicht eingeschlossen. Korridore für den Zugang sind vorhanden, für Verstärkungen an Mensch und Material. Wie die Lemminge rennen die Ukrainer in die Falle ihrer selbt ernannten „Festung Bachmut“.

Man schätzt, dass täglich über eintausend Angriffe mit Mörsern, MLRS (Mehrfachraketenwerfern), Artillerie und Luftwaffe auf die ukrainischen Streitkräfte in und um Bachmut durchgeführt werden. Gleichzeitig haben sich die Zufahrten zur Stadt praktisch in eine Wüste verwandelt. Clark betonte im Interview, dass die Aktionen der russischen Armee die Ukraine zwingen würden, sich an den Verhandlungstisch zu setzen:

„Die gegnerische Seite versucht, ihre Kampfkraft irgendwie zu konzentrieren. Deshalb haben sie sich auf Bachmut fokussiert. Wenn sie die Stadt einnehmen, erhalten die Russen Zugang zu Kramatorsk und Slawjansk. Die Stadt dient auch als eine Art Feuersack, um die ukrainischen Streitkräfte zu töten. Das ist das Ziel der Russen. Wenn die russischen Truppen Bachmut einnehmen, wird Putin gewinnen!“ (12i)

Wobei diese Schlussfolgerung widersprüchlich ist. So zynisch es auch klingen mag: Bachmut NICHT einzunehmen spielt der russischen Strategie viel besser in die Hände. Denn nicht nur, dass die Personaldecke des Gegners ausgedünnt wird. Es handelt sich bei Bachmut auch um eine Verschrottungsanlage für NATO-Kriegstechnik, um ein Absaugen von NATO-Ressourcen. Die Kampftechnik aus dem US-geführten Bündnis wird inzwischen auch nur noch dosiert nach Osten geleitet, weil durch sehr gezielte russische Luftangriffe immer wieder die Logistik für den Transport empfindlich gestört wird. Das ist schließlich auch der Zweck des energetischen Krieges, den Russland in der Ukraine führt (14).

Der US-General sagte weiter:

„Russische Einheiten üben schweren Druck auf die Streitkräfte der Ukraine in Bachmut aus. Die Russen ersticken sie und lassen sie bluten. Und wenn die ukrainische Seite zu einem Waffenstillstand aufruft, bevor ihre Kräfte aus Cherson verstärkt werden, wird Putin gewinnen.“ (12ii)

Das ist nicht Putins Krieg, daher gewinnt diesen auch nicht Putin. Aber es geht auch nicht vordergründig um Verstärkungen aus Cherson, sondern um eine vollständige Entwaffnung der Ukraine. Wenn die ukrainische Seite zu einem Waffenstillstand aufrufen sollte, ist es auch noch nicht so weit, dass dieser umsetzbar wäre. Wenn der Waffenstillstand allerdings angeboten würde, dann hieße das, dass Kiew im wahrsten Sinne des Wortes die Arbeitskräfte vollständig ausgegangen sind. Ein denkbarer Fall wäre dann auch der, dass russische Truppen irgendwann Bachmut besetzen — und das ohne die Stadt zuvor erobern zu müssen.

In etwa zur gleichen Zeit hatte der stellvertretende Leiter von Donezk, Denis Puschilin, erklärt, dass sich russische Einheiten darauf vorbereiten, Bakhmut einzukesseln. Man beachte: einzukesseln, nicht zu stürmen. Dazu werden auch nicht einfach junge Wehrpflichtige eingesetzt, sondern erfahrene Reservisten und Berufssoldaten (12iii, 15).

Anfang Dezember schickte Kiew neue Verbände in die Stadt, um die Stellungen angesichts der hohen Opferzahlen wieder zu verstärken. Der Kommandeur des ukrainischen Svoboda-Bataillons der ukrainischen Nationalgarde, Petr Kuzyk, dessen Einheit in Bachmut kämpft, erklärte gegenüber britischen Journalisten, dass die Soldaten in Gräben kämpfen müssen, aus denen sie nicht einmal die Leichen bergen können. Die Kämpfter ständen bei kaltem Wetter knietief im Wasser. Auf die Frage nach den Verlusten in den Reihen der ukrainischen Armee räumte Kuzyk ein: „Sie sind kolossal. In Bakhmut zählen wir nicht einmal mehr im Einzelnen.“ Um hinzuzufügen:

„Die Felder, die Wälder vor den Stellungen sind mit Leichen übersät. Ich habe sie beobachtet: Sie schleppen ihre Leute zurück, um sie zu begraben, ziehen ihre warmen Pullover aus und beginnen, sie sich selbst anzuziehen.“ (12iv)

Ein weiteres Problem besteht darin, dass verwundete Soldaten ohne angemessene medizinische Versorgung auf dem Schlachtfeld verbleiben und niemand sie evakuiert, da es niemanden und nichts gibt, der das übernehmen könnte. Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Zaluzny ordnete an, den Militärsanitätern der ukrainischen Streitkräfte die gepanzerten Sanitätsfahrzeuge der NATO zu entziehen, die für die Evakuierung der Verwundeten bestimmt waren. Jetzt transportieren sie damit Munition und benutzen die Gefährte außerdem als gepanzerte Mannschaftstransporter (12vi).

Das weist seinerseits darauf hin, dass die ukrainische Armee nicht nur ein Problem mit menschlichen Verlusten hat, sondern auch ihre militärtechnische Ausrüstung zunehmend mangelhaft ist. Nicht zufällig sieht man neuerdings Pick-ups mit aufgepflanzten Maschinengewehren oder leichten Geschützen in den Beständen des Kiewer Militärs. Doch ohne jede Panzerung sind diese Gefährte und ihre Besatzung für den Abschuss aus fast jeder Waffe oberhalb von Handfeuerwaffen freigegeben (16).

In der 30. Brigade beispielsweise beliefen sich die Verluste am 26. und 27. November auf mehr als 250 Soldaten, die in den Schützengräben starben. Die örtlichen medizinischen Einrichtungen sind mit Verletzten überfüllt. Die Krankenhäuser haben einfach nicht mehr genug Betten. Die Verwundeten werden in Gängen und Lagern untergebracht (12vii). 

Ende November wurde über die Medien gemeldet, dass die Ukraine wegen des zunehmenden Männermangels mehr als 50 000 Frauen mobilisiert hat. Nach Angaben der Sprecherin der Werchowna Rada der Ukraine, Olena Kondratjuk, dienen mehr als 50.000 Frauen in den Streitkräften der Ukraine. Davon sind mehr als 3.000 an der Front (17).

Die Verwundeten ukrainischen Soldaten wurden bislang in Notlazaretten erstversorgt, um dann in Krankenhäuser in der vom Krieg deutlich weniger gezeichneten Westukraine transportiert zu werden. Nun gibt es große Probleme mit der Energieversorgung im Osten und ebenso mit der Transportlogistik für die Verwundeten. Das ist vor allem für die vielen Schwerverwundeten, deren Versorgung gewisse Standards erfordert, eine absolute Katastrophe.

„Die Intensität der Explosionen und Schrapnelle von Artillerie, Raketen und Drohnen hat nach ukrainischen Angaben die Anforderungen der NATO-Versorgungsstufen 3 und 4 für eine intensive Krankenhausbehandlung erfüllt. Die Krankenhäuser, die nach diesen Standards arbeiten, befinden sich alle von Kiew aus in Richtung Westen bis nach Lemberg, auch über die Grenze nach Polen.“ (18)

Eine US-amerikanische Quelle berichtete Anfang Dezember:

„Ich habe ein NATO-Krankenhaus der Stufe III auf dem Flugplatz Kandahar versorgt. Es ist unmöglich, in Bakhmut, geschweige denn im Liman-Sektor, eine Versorgung auf diesem Niveau zu gewährleisten. Die logistische Unterstützung, die erforderlich ist, um auch nur eine Versorgung auf dem Niveau eines NATO-Stützpunktes zu gewährleisten, ist immens. Generatoren, Treibstoff, Kühlung, Medikamente, Diagnosegeräte, Blutplasma — all das muss ständig nachgefüllt und rund um die Uhr gewartet werden.“ (19, 18i)

und weiter:

„Ich erinnere mich an die Panik, als der Generator ausfiel und uns gesagt wurde, dass wir weniger als zwei Stunden Zeit hätten, um ihn zum Laufen zu bringen oder einen Ersatz zu beschaffen, bevor das Blut und die Medikamente schlecht würden — und wir standen nicht annähernd so unter Beschuss wie die Soldaten an der Donbass-Front. Wir hatten auch nicht annähernd so viele logistische Probleme zu bewältigen. Diese ukrainischen Hilfsstationen und Krankenhäuser werden in Kürze ein Alptraum sein, wenn sie es nicht schon sind. Wäre ich ein Russe, würde ich keinen Kontakt zu den Gefangenen haben wollen. Dort wird es von wer-weiß-was wimmeln.“ (18ii)

Wenn es keine Ukrainer mehr zum Verheizen gibt: Wie viele polnische Söldner werden wohl noch bereit sein, den Job ohne Wiederkehr zu übernehmen? Aus Polen wurde bekannt, dass, Stand Ende November 2022, möglicherweise bereits 1.200 polnische Soldaten als Freiwillige im Ukraine-Konflikt umgekommen sind (20).

Was haben wir nun von dieser Analyse?

Nichts an diesem Krieg ist edel. Nichts an ihm verteidigt, von westlicher Seite aus gesehen irgendwelche fiktiven, „höheren“ Werte. Die westliche Seite ist „unsere“ Seite, sie gilt es zu hinterfragen. Der Krieg ist eine schmutzige, blutige, tödliche Angelegenheit. Für die Menschen in Russland wie in der Ukraine ist das alles eine Tragödie.

Seit Jahren verliert die Ukraine ihre Menschen. Die Einwohnerzahl war bereits vor dem Februar 2022, innerhalb von 20 Jahren von 52 Millionen auf 42 Millionen geschrumpft (21). Diese 42 Millionen sind wahrscheinlich geschönt und schließen auch noch die auf der Krim und im Donbass ein, sodass der Schwund noch viel größer sein dürfte. Statistisch gesehen kommen auf ein Neugeborenes zwei Verstorbene. Millionen Ukrainer hatten bereits vor dem militärischen Eingreifen Russlands ihr Land verlassen, die meisten davon in Richtung Russland (!) (22).

Seit Februar 2022 hat sich der Exodus verstärkt. Möglicherweise 16 Millionen Menschen gingen in Richtung West- und Mitteleuropa, aber auch nach Russland. Gleichzeitig sterben Hunderttausende junge ukrainische Männer an den Fronten oder kehren als Invaliden nach Hause zurück. Für fragwürdige propagandistische Siege, aber auf Kosten der ukrainischen Nation werden sie von der Selenskji-Regierung verheizt und das wird eine riesige demografische Lücke hinterlassen (16i).

Politiker die dem Krieg das Wort reden, die nach mehr und schwereren Waffen gieren, sind unwählbar — eigentlich unwählbar.

Medien, die diesen Politikern nach dem Mund reden, die es versäumen, kritisch und umfassend die Hintergründe, Ursachen und Vorgeschichte zur Sprache zu bringen, Leute welche einer Eskalation den Vorrang vor der Deeskalation geben, berichten nicht, sondern sind aktiver Teil der Kriegspropaganda.

Der größte Sieg im aktuellen Ukraine-Konflikt wäre die umgehende Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Was jedoch als realistisch gelten darf, ist unser tägliches Engagement im Sinne einer Schaffung von Frieden ohne Waffen. Dafür bedarf es des Erkennens und dann des Verstehens der in den Konflikt verstrickten Seiten. Dieses, unser Land und seine Menschen sind sehr wohl in den Konflikt verstrickt und die überragende Ursache dafür mag Ihnen so banal wie unglaubwürdig vorkommen.

Es ist der über Jahrzehnte hinweg geschürte Russenhass, eine Ideologie der Spaltung von Gesellschaften. Diese Russophobie wird jeden Tag von Ideologen, Politikern und Medien geschürt, mal subtil, mal offen-aggressiv. Und sie hat sich wie ein Gift in den Köpfen eines Großteils der Bevölkerung festgesetzt.

Die umfassende, latente Manipulation hat es möglich gemacht, dass ein Krieg gegen Russland irgendwie gut sein und um jeden Preis gewonnen werden muss. „Zur Not“ auch mit der Auslöschung einer ganzen Generation ukrainischer Männer, mit dem Niederreißen von Lebensstandards, der Zerstörung von über viele Jahrzehnte gewachsenen Beziehungen — in der Ukraine und nicht zuletzt den zwischenstaatlichen Beziehungen zu Russland. Die selbst angezettelten und befeuerten Kriege werden dabei stets und sorgfältig aus dem Erzählraum verbannt.

Ideologien sind der Nährboden für Kriege. Deren Protagonisten verlangen blinden Glauben und Gehorsam, das Feinbild inbegriffen. Diese Ideologien zu demaskieren, auf mutige wie friedliche Art auch im Alltag, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Verbreitung von Fakten wie obiger, die uns auf das Grauen des Krieges stoßen, wie auf den Zynismus der Kriegstreiber darf gern hinzukommen.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.


Anmerkungen und Quellen

(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen – insbesondere der deutlich sichtbaren Verlinkung zum Blog des Autors – kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei internen Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden. Letzte Bearbeitung: 2. Januar 2023.

(a1) Alle Übersetzungen erfolgten unter Zuhilfenahme von DeepL.com

(1) 20.12.2022; ARD-Tagesschau; Selenskyj: Russland hat bald 100.000 Soldaten verloren; https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-ukraine-dienstag-193.html#Soldaten

(2) 19.12.2022; Southfront; More Than 35,000 Dead Ukrainian Servicemen Considered Missing – Leaked Document; https://southfront.org/more-than-35000-dead-ukrainian-servicemen-considered-missing-leaked-document/

(3) 30.11.2022; Mehr News Agency; EU chief’s comment on Ukrainian military losses retracted; https://en.mehrnews.com/news/194329/EU-chief-s-comment-on-Ukrainian-military-losses-retracted; Originalton: https://youtu.be/NHeJFycCrhc

(4) 20.12.2022; Deutscher Bundeswehr-Verband, dpa; Selenskyj: Russen erleiden hohe Verluste – Die Nacht im Überblick; https://www.nzz.ch/international/ukraine-krieg-selenski-berater-podoljak-zu-offensive-und-winter-ld.1702495

(5) 15.09.2022; Neue Züricher Zeitung; Ivo Mijnssen; „An der Front führen wir erfolgreich einen kreativen Krieg. Wir lassen sie ausbluten; https://www.nzz.ch/international/ukraine-krieg-selenski-berater-podoljak-zu-offensive-und-winter-ld.1702495

(6) Gatestone Institute; Stephen Bryen; https://www.gatestoneinstitute.org/biography/Stephen+Bryen; abgerufen: 27.12.2022

(7) Yorktown Institute; Stephen Bryen, Senior Fellow; https://yorktowninstitute.org/fellows/stephen-bryen/; abgerufen: 27.12.2022

(8) 01.12.2022; Asia Times; Stephen Bryen; Ukrainian military casualties are big trouble for Biden; https://asiatimes.com/2022/12/ukrainian-military-casualties-are-big-trouble-for-biden/

(9) 01.12.2022; Meaning in History; Mark Wauck; A Bit More Regarding Ukrainian Casualties; https://meaninginhistory.substack.com/p/a-bit-more-regarding-ukrainian-casualties

(10) 11.11.2022; Merkur; Fabian Müller; Verluste im Ukraine-Krieg: US-General nennt 200.000 getötete oder verwundete Soldaten; https://www.merkur.de/politik/ukraine-krieg-verluste-russland-soldaten-getoetet-verwundet-us-general-selenskyj-putin-91906557.html

(11) 27.12.2022; Ukraine will Frontalzusammenstoß zwischen NATO und Russland – RT DE; https://de.detv.us/2022/12/27/ukraine-will-frontalzusammenstoss-zwischen-nato-und-russland-rt-de/; Zitat aus: 24.12.2022; Straight Calls with Douglas Macgregor; https://www.youtube.com/watch?v=CrgNkEPTmIQ

(12 bis 12ii) 06.12.2022; TGR; Alexander Mercouris; WESLEY CLARK: “BAKHMUT IS A MEAT GRINDER – THE RUSSIANS LED THE UKRAINIANS INTO A TRAP”; https://blog.thegovernmentrag.com/2022/12/06/wesley-clark-bakhmut-is-a-meat-grinder-the-russians-led-the-ukrainians-into-a-trap/

(13) 01.12.2022; Meaning in History; A Bit More Regarding Ukrainian Casualties; https://meaninginhistory.substack.com/p/a-bit-more-regarding-ukrainian-casualties

(14) 17.12.2022; Strategic Culture; Pepe Escobar; News From the NATOstan-Imposed Meat Grinder; https://strategic-culture.org/news/2022/12/17/news-from-the-natostan-imposed-meat-grinder/

(15) 01.12.2022; A Son of The New American Revolution; Larry Johnson; More Information About Ukraine’s Military Deaths; https://sonar21.com/more-information-about-ukraines-military-deaths/

(16, 16i) 27.12.2022; Top War; Sensitive information: losses of the Armed Forces cause depopulation of the country; https://en.topwar.ru/207509-chuvstvitelnaja-informacija-poteri-vsu-vyzyvajut-depopuljaciju-strany.html

(17) 05.12.2022; Express.co; Ukraine-Liveblog; Alessandra Scotto di Santolo; Die Frontlinie in Bakhmut ist mit Leichen übersät und die Verluste sind kolossal; https://www.express.co.uk/

(18 bis 18vii) 06.12.2022; John Helmer; General Patience And The Pause That Refreshes; http://johnhelmer.net/general-patience-and-the-pause-that-refreshes/#more-70342

(19) Dezember 2011; NIH; Canadian Journal of Surgery; The Role 3 Multinational Medical Unit at Kandahar Airfield 2005-2010; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3322658/

(20) 29.11.2022; R.Republicworld.com; Zaini Majeed; Poles Killed In Strike Get ‘American’ Burial, 1,200 Poles Buried Died In Ukraine: Report; https://www.republicworld.com/world-news/russia-ukraine-crisis/poles-killed-in-strike-get-american-burial-1200-poles-buried-died-in-ukraine-report-articleshow.html

(21) https://en.wikipedia.org/wiki/Ukraine#Demographics; abgerufen: 02.01.2023

(22) https://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine#Bev%C3%B6lkerung; abgerufen: 02.01.2023

(b1) Dokument, Leak; Verlust31 ukrainischer Soldaten, Vermisste; Personalzentrum der ukrainischen Armee; Hackergruppe „Anarchist Kombatant“; 30.11.2022; Bildquelle: Southfront, https://s2.cdnstatic.space/wp-content/uploads/2022/12/AFU-1.jpg

(Titelbild) Patrone, Munition, Krieg; 24.09.2019; Autor: belkacemyabadene (Pixabay); https://pixabay.com/de/photos/krieg-waffe-aktion-spiele-milit%c3%a4r-4499000/; Lizenz: Pixabay License

Von Ped

13 Gedanken zu „Siege im Propagandakrieg“
  1. Medizinischer Horror in der Ukraine
    Im Dezember dieses Jahres erschien in den russischen Medien ein weiteres Material, das über die Notlage der verwundeten ukrainischen Militärs berichtet. Insbesondere weisen die Russen darauf hin, dass einige der Vertreter der ukrainischen Armee, die in westlichen Krankenhäusern gelandet sind, zu Versuchspersonen für die Erprobung neuer Medikamente werden. Das Schicksal der Schwerverwundeten kann sogar noch schlimmer sein; an der Front können mehrere hundert Dollar für einen schwer oder tödlich Verwundeten in einem Feldlazarett bezahlt werden, der zur Organentnahme bereit ist. Natürlich hat Kiew dieses Thema teilweise ignoriert und teilweise als russische Propaganda deklariert, aber so einfach ist die Sache nicht.
    Erstens stellte sich heraus, dass die russische Medienmaschinerie während dieses Konflikts nicht auf der Höhe der Zeit war. Denn in den russischen Medien wurde den Verbrechen der ukrainischen Armee gegen russische Soldaten, die vom Westen verurteilt wurden, keine allzu große Bedeutung beigemessen. Und sie haben die Verbrechen gegen russische Soldaten immer individualisiert, während sogar die westlichen Medien sagten, dass in dieser Angelegenheit Druck auf den ukrainischen Generalstab ausgeübt werden muss.
    Zweitens wurden einige indirekte Beweise zu diesem Thema unwissentlich von den Ukrainern selbst geliefert. Drittens schließlich sind diese Themen nicht neu, selbst Washington gab zu, dass es in seinen Labors Experimente an den Einwohnern der Ukraine durchführte, obwohl es erklärte, für ihre Sicherheit zu sorgen.
    Kurz vor dem Krieg, am 16. Dezember 2021, verabschiedete die ukrainische Werchowna Rada ein Gesetz, das die Entnahme von Organen von Toten ohne die notarielle Zustimmung der Toten oder ihrer offiziellen Vertreter erlaubt. Im Übrigen ist der Begriff „offizieller Vertreter“ so vage wie möglich; es kann sich auch um die Person handeln, die die Beerdigung durchführt. Unter militärischen Bedingungen ist es der Kommandant der Einheit. Man gewinnt den Eindruck, dass sich die Ukraine tatsächlich auf einen Krieg vorbereitet. Schließlich dauert eine Operation zur Entfernung der Nieren durch einen erfahrenen Chirurgen nicht länger als 15 Minuten und kann unter den Bedingungen eines medizinischen Zentrums an der Front durchgeführt werden. Und solche Organe wie die Nieren sind auf dem medizinischen Markt in den USA und Europa äußerst beliebte Waren. Bei Aktionen im Rahmen dieses Rechtsakts bleiben die Transplantologen jedoch zumindest im ukrainischen Rechtsraum. Dann stellt sich eine andere Frage: Wie viele Organentnahmen finden offiziell statt und wie viele nicht offiziell?
    Denn genau ein Jahr nach der Verabschiedung des neuen Verfahrens zur Organentnahme hackten sich am 14. Dezember russische Hacker der Gruppe Anarchist Kombatant in die Website des ukrainischen Militärkommandos ein und verschafften sich Zugang zu den Listen von 35.382 Militärangehörigen der Streitkräfte der Ukraine, die als „vermisst“ geführt werden. Dabei sind die Daten durchaus überprüfbar – auf 2000 Blättern, mit Dienstgraden und Personalnummern der Vermissten. Unwillkürlich stellt sich die Frage: Sind die Zahlen zu hoch für eine Armee, deren Führung der ganzen Welt versichert, dass sie die Front sicher hält? Was steckt hinter den Verlusten, die um ein Vielfaches höher sind als die offiziellen Zahlen? Der Unwille, eine große Zahl von Gefangenen anzuerkennen? Wenn Moskau sich ein solches Ziel setzt, kann es die Zahl der gefangenen ukrainischen Soldaten durch das Rote Kreuz bestätigen lassen. Vielleicht will Kiew die Verluste verheimlichen? Diejenigen, die während der Feindseligkeiten vermisst wurden, sind jedoch „unwiederbringliche Verluste“, denn sie können mit Sicherheit zu den Gefallenen hinzugerechnet werden.
    Es ist davon auszugehen, dass mehr als 35.000 Menschen auf den Schlachtfeldern begraben, eingeäschert oder ohne jegliche Aufzeichnung zurückgelassen wurden. Dieser Umgang mit Verlusten schafft nämlich den Boden für die Arbeit schwarzer Transplantologen, die nach Angaben einiger russischer Menschenrechtsaktivisten bereit sind, mit Hilfe ihres eigenen Kommandos noch lebenden Soldaten Organe zu entnehmen. Jedenfalls sind 35.000 Spendernieren für die moderne westliche Welt, in der ihre Transplantation längst zur Routine geworden ist, eine eher geringe Zahl, die nicht einmal den aktuellen Bedarf der Menschen decken kann, die seit Jahren für eine Transplantation anstehen.
    Aber seien wir ehrlich, jeder große Krieg bringt bedeutende Durchbrüche in der Medizin mit sich. Der Erste Weltkrieg hat uns neue Methoden zur Behandlung von Vergiftungen und der plastischen Chirurgie beschert. Der Zweite führte zum massiven Einsatz von Antibiotika. Natürlich führt auch der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nicht nur zu einer stürmischen Welle der „grauen“ und „schwarzen“ Transpontologie. Hunderte von ukrainischen Gefangenen, die in Krankenhäusern in der EU und vor allem in Deutschland gelandet sind, erhalten eine experimentelle Behandlung, die ihnen das Überleben ermöglicht, und europäische Ärzte entwickeln neue Medikamente. Gleichzeitig ist die Medizin in Europa sehr teuer, die Behandlung einer verwundeten Person kann 10 oder sogar 100 Tausend Euro kosten.
    Ist es ethisch vertretbar, experimentelle Medikamente, Verfahren und Behandlungsalgorithmen an ihnen zu testen? Auch das ukrainische Militär hat in zahlreichen Programmen und Veröffentlichungen direkt erklärt, dass sie „völlig neue“, „experimentelle“ Medikamente erhalten. Das heißt, sie testen an ihnen nicht zugelassene und im Prinzip auch nicht zugelassene Medikamente. Andererseits sollte Europa, das durch den Sanktionskrieg mit Russland und die Hilfe für die Ukraine enorme wirtschaftliche Verluste erlitten hat, vielleicht einige echte Boni für die Unterstützung der Ukraine erhalten? Und wenn das bedeutet, dass die Erprobung neuer Medikamente und Impfstoffe teilweise von den berüchtigten amerikanischen Biolabors in der Ukraine nach Deutschland verlagert werden kann, wird die europäische Medizin sicherlich einen wichtigen Entwicklungsschub erhalten. Die den Toten entnommenen Organe werden das Leben von mehreren tausend Europäern und Amerikanern retten. Aber ist es nicht unmoralisch, den Krieg für die Entwicklung der medizinischen Wissenschaft und der Gesundheitsfürsorge zu nutzen? Diese Frage muss jeder Europäer für sich selbst beantworten und sich dabei zunächst an die Namen von Mengele, Eichmann und anderen „Ärzten“ des Dritten Reiches erinnern.

  2. Lieber Ped,
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    vielen Dank für diesen sehr aufschlußreichen Text und ganz besonders für das Fazit, das Sie daraus ziehen. Und weil mehr zu dem Thema kaum zu sagen bleibt, möchte ich Ihnen und allen Ihren Lesern ganz in diesem Sinne ein frohes und vor allem friedliches neues Jahr wünschen. Mögen wir alle in 2023 (noch) ein bißchen mitmenschlicher und friedfertiger miteinander umgehen als wir es bislang taten.

  3. Danke Ped!
    Dieser Artikel ist wirklich ein Hammer und reißt der Westpropaganda die Lügenmaske schonungslos vom Gesicht. Man kann wohl davon ausgehen, dass nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der deutschen Bevölkerung auch nur eine Ahnung davon hat, wie katastrophal die humanitäre Situation in der Ukraine wirklich ist, wobei es schmerzlich ist, zu verstehen, dass offenbar nur zu diesem Preis, dem fremdgesteuerte Regime in der Ukraine Einhalt zu gebieten ist. Fremdgesteuert durch den als „Kampfhund“ der global agierenden Oligarchen ebenfalls fremdgesteuerten US-Administration und deren europäische Vasallen.
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    Die menschliche Tragödie wird um so deutlicher, wenn man sich bewusst macht, dass niemand in der Ukraine danach gefragt wird, ob er – und inzwischen auch sie – gegen Russland kämpfen will oder nicht. Wer sich weigert, wird auf der Stelle erschossen.
    Das war übrigens während WK2 in Deutschland genau so. Wer sich dem „Fleischwolf“ entziehen wollte, musste es klug anstellen und brauchte verdammt viel Glück. Das sind Vorgänge, von denen wir als Kinder erfahren hatten, während wir unter dem Tisch spielten und mit spitzen Ohren zugehört hatten, wenn die Erwachsenen (mal wieder) vom Krieg erzählt hatten.
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    Ich gebe gerne zu, dass ich nichts von Militärstrategien verstehe. Was ich aber verstehe, ist, dass sehr viel Leid auf Grund von Fehleinschätzungen entstanden ist. Leid, das man vielleicht hätte vermeiden oder aber mit Sicherheit hätte verringern können.
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    Dazu schreib Dmitri Trenin, Mitglied des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik Russlands am 30. November 2022 bei RT-deutsch:
    Der Krieg wird lang: Putin sieht Minsker Abkommen heute als Fehler – den er nicht wiederholen wird…
    https://de.rt.com/meinung/155778-der-krieg-wird-lang-putin-sieht-minsk-heute-als-fehler-und-begeht-ihn-kein-zweites-mal/
    oder alternativ…
    https://pressefreiheit.rtde.live/meinung/155778-der-krieg-wird-lang-putin-sieht-minsk-heute-als-fehler-und-begeht-ihn-kein-zweites-mal/
    .
    Zitat aus dem Artikel: „Wladimir Putin wertete die Minsker Abkommen jüngst als einen Fehler. Das bedeutet, dass Russland im Ukraine-Krieg bis zum Ende gehen muss – denn ist die Ukraine schon für die USA eine Frage des Prinzips, so ist sie für Russland eine Frage seiner Existenz.
    (…)
    Hier sei daran erinnert, dass Putin schon im Jahr 2014 auf der Grundlage eines Mandats zum Einsatz militärischer Gewalt „in der Ukraine“ vom russischen Parlament handelte. Der ganzen Ukraine – nicht nur auf der Anfang 2014 noch ukrainischen Halbinsel Krim. Tatsächlich hatte Moskau damals auch die Städte Donezk und Lugansk vor der Überrumpelung durch die Kiewer Armee gerettet und die ukrainischen Streitkräfte geschlagen. Doch anstatt im unmittelbaren Anschluss das gesamte Donez-Becken zu befreien, hielt Russland ein – und stimmte einem unter Mitwirkung Deutschlands und Frankreichs in Minsk vermittelten Waffenstillstand zu.“
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    Das hat nichts mit Meckern oder Besserwisserei zu tun, sondern ist einfach eine Tatsache, die andererseits aber auch deutlich macht bzw. sichtbar machen sollte, dass Putin ein Mensch ist, der bis zum Äußersten auf Diplomatie setzt und erst dann, wenn es gar nicht mehr anders geht, zu härteren Mitteln greift, um Schaden von Russland und seiner Bevölkerung, ja sogar von der ganzen Welt, fernzuhalten. US-Präsidenten hätten in einer umgekehrten Situation – man stelle sich nur mal vor, Russland hätte einen Putsch in Mexiko orchestriert und Mexiko maximal militärisch gegen die USA aufgerüstet – höchstwahrscheinlich weniger zurückhaltend reagiert und womöglich sogar den „Roten Knopf“ gedrückt.
    Das unterscheidet Putin geradezu diametral von den meisten westlichen Staatenlenkern und obersten Befehlshabern ihrer nationalen Militärs, insbesondere von denen der USA.
    Genau das ist es doch, was die Menschen in Deutschland und in der sogenannten „Westlichen Welt“ nachdenklich machen sollte.
    .
    In diesem Sinne! Auf ein hoffentlich friedlicheres Jahr 2023.

  4. Es ist mir ein persönliches Anliegen, an dieser Stelle an Michael Ballweg zu erinnern, der seit 6 Monaten unschuldig im extra für „besonders gefährliche Terroristen“ errichteten Gefängnis in Stuttgart-Stammheim einsitzt…
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2022/12/30/heiligabend-2022-in-stuttgart-stammheim/
    .
    Lt. Fassadenkratzer hatten sich am Heiligabend etwa 100 Demonstranden versammelt, um ihre Unterstützung für Michael Ballweg kundzutun.
    Eigentlich bin ich davon überzeugt, und sollte es auch offen zum Ausdruck bringen, dass es eine Schande für die gesamte Widerstandsbewegung ist, dass nur so wenige Menschen bereit sind, geringe Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, um ihre Solidarität mit Michael Ballweg auszudrücken. Es wäre aber unaufrichtig, wenn ich das tun würde. Ich war schließlich selbst auch nicht dort, obwohl es mir möglich gewesen wäre. Es hätte mich etwa 200 EUR (Sprit) gekostet und etwas Zeit.
    Aber es ist nicht nur das. Ich hatte die Inhaftierung Ballwegs gar nicht mehr auf dem Schirm und bin erst wieder durch den Artikel beim Fassadenkratzer daran erinnert worden.
    Fühle ich mich deswegen schlecht? Natürlich weiß ich auch, dass es einfach zu viele Ereignisse gibt, über die man keine Kontrolle mehr hat, und dass es kaum möglich ist, auf alle intriganten Vorgänge um uns herum angemessen zu reagieren. Trotzdem fühle ich mich irgendwie schäbig, weil ich nicht das getan habe, was in gewisser Weise meinen eigenen Ansprüchen genügt hätte, und ich glaube, dass es den meisten Lesern hier nicht viel besser geht.
    .
    Eine persönliche Botschaft von Michael Ballweg, die während der Mahnwache vor der JVA-Stammheim verlesen wurde, lautet: „Liebe Isolde, vielen Dank für Deinen mutmachenden Brief. Ja, wir sind eine große Menschheitsfamilie und es ist schön zu wissen, dass es euch gibt! Es sind schon wieder fast 2 Monate um. Auch diese Zeit vergeht. Jetzt steht ja bald die 6. Monats-Entscheidung an. Das Märchen vom „Gedankenverbrechen“ wird wohl nicht mehr sehr lange halten. Ich wünsche Dir von Herzen
    Frohe Weihnachten
    und alles Gute für 2023!
    Licht x Liebe
    Michael
    PS: Richte allen herzliche Grüße von mir aus. Es geht mit gut!“…
    https://fassadenkratzer.files.wordpress.com/2022/12/443296.jpg

  5. Dieser Artikel ist mir direkt die erste Spende 2023 wert.
    Vielen Dank Herr Frey, bleiben Sie gesund und ich wünsche Ihnen viel Kraft um weiterhin das Weltgeschehen so fundiert zu kommentieren.
    Gruss auch an alle Foristen!

  6. Ein guter Text. So wie ich informiert bin, hat die Ukraine laut Wikipedia 200.000 Aktive Soldaten. Also richtige Soldaten. Wenn davon 100.000 schon gestorben sind, wie wollen die dann den Krieg gewinnen? Die können doch nicht jedes mal Reservisten reinholen, wo diese kaum Erfahrung haben. Dieser Krieg wird für die Ukrainer sehr bitter. Leider ist es so.
    Freundliche Grüße

  7. Ich wünschen Ped und allen hier ein gutes, neues Jahr – und weitermachen! Lassen wir uns nicht unterkriegen!
    Alles Gute allen für ein besseres Leben und die Wahrheit Streitenden.
    🙂

    1. Danke Ihnen, Albrecht,

      und ich nutze die Gelegenheit, allen Lesern für Ihr Interesse an meiner Arbeit ein weiteres Mal herzlich zu danken. Auch für Ihre Beiträge im Forum, persönlich zugesandte Mails, Ideen, Korrekturhinweise, Artikelvorschläge, nicht zu vergessen die Wertschätzung in Form von finanziellen Zuwendungen.

      Auch haben Sie alle insgesamt dafür gesorgt, dass Achtsamkeit auf dieser Plattform – bei aller Brisanz der behandelten Themen – weiterhin großgeschrieben wird.

      Der Frieden im Großen wie im Kleinen ist das Kernelement. Wir alle können für den großen Frieden nur dann wirklich tätig werden, wenn wir uns um unseren eigenen, unseren kleinen, den aktiv gelebten Frieden in unserem Alltag kümmern. Auch Frieden zu leben, erfordert einen gewissen Mut.

      In diesem Sinne wiederhole ich gern zwei Maximen, die ich mir im Laufe meines Lebens erarbeitet habe:

      „Wenn wir nicht tun, wird mit uns getan.“

      Eng damit verbunden und uns Hoffnung gebend wie Mut machend:

      „Wir verändern nicht die Welt,
      aber die Welt verändert sich durch uns.“

      Ihnen allen wünsche ich von ganzem Herzen ein gutes, ein gesundes und friedliches neues Jahr!

      Herzlich, Ped

  8. Den guten Wünschen von Albrecht Storz und Ped schliesse ich mich an. Im Sinn von Ped’s Lebensweisheiten wünsche ich mir auch hier etwas mehr Fokus auf unsere Zukunft. Die Vergangenheit können wir nur noch protokollieren, die Zukunft könn(t)en wir bestimmen. Meine Lebensweisheit: Beschränkung auf das Wesentliche.

  9. Herr Ped,
    was schätzen Sie, wie viele Kampfflugzeuge (Jets) die Ukraine noch hat? Das muss doch irgendwann gegen Null gehen. So lange genug Jets vorhanden sind, so lange werden die Russen Probleme bekommen. Freundliche Grüße

  10. Passt das zu „Propaganda-Krieg“?

    „Unter ihnen befanden sich Michail Chodorkowski, der spätere Chef des Ölkonzernes Jukos, der Medienmogul Wladimir Gussinski und der zwielichtige Hauptaktionär des größten russischen Fernsehsenders, Boris Beresowski. Sie und die übrigen vier taten sich im Rahmen des WEF zusammen und formten den Pakt von Davos.

    Wie Jelzin in seinen Memoiren schrieb, suchten sie ihn Anfang Februar in Moskau auf, machten ihm unmissverständlich klar, dass er ohne ihre Rückendeckung keine Chance auf eine Wiederwahl haben würde und dass er Anatoli Tschubais, den Architekten des Privatisierungsprogrammes, das den Oligarchen zu ihrem Reichtum verholfen hatte, unbedingt zu seinem Kampagnen-Manager machen sollte. Obwohl Jelzin Tschubais zuvor wegen der Unzufriedenheit der Bevölkerung als Finanzminister entlassen hatte, erklärte er sich mit ihren Plänen einverstanden und verkündete am 15. Februar seine erneute Kandidatur für das Amt des Präsidenten.

    Was folgte, war eine in der Geschichte Russlands einmalige Medienkampagne, in der Jelzins Gegenkandidat Sjuganow nach allen Regeln der Kunst demontiert, Ängste vor einer Rückkehr zu sowjetischen Verhältnissen systematisch geschürt und Jelzin als Retter der Demokratie dargestellt wurden.

    Diese mit dem Geld der Oligarchen erfolgte massive Manipulation der Öffentlichkeit führte schlussendlich zum Erfolg. Im Juni 1996 wurde Jelzin wiedergewählt. Damit wurden die Weichen für die Zukunft Russlands gestellt, allerdings nicht aufgrund des Willens der russischen Bevölkerung, sondern aufgrund der Manipulation durch eine Gruppe von Oligarchen, die ihr Bündnis am WEF in Davos geschmiedet hatten.“
    ()https://tkp.at/2023/01/10/wef-die-weltmacht-im-hintergrund-teil-2-wef-politik-1971-2022/

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