Wer stellt wem welche Fallen im aktuellen Krieg gegen den Iran?
Kürzlich schrieb der Autor zum jüngsten Krieg gegen den Iran. Ein Krieg der formell von Israel und den USA geführt wird. Dieser Krieg ist eine Projektion von Machtkämpfen. Machtkämpfe, die im Westen seit geraumer Zeit staatenübergreifend voll entbrannt sind. Erbitterte Machtkämpfe zwischen ideologisch aufgeladenen Globalisten und nüchterner denkenden, die Realität berücksichtigenden Nationalisten. Ein Machtkampf, der auf die Außenpolitik der westlichen Staaten projiziert wird. Wem Kriege, wie der gegen den Iran geführte, schaden, ist offensichtlich. Wem sie nützen, das ist es nicht.
Im erwähnten Beitrag wies ich auf eine eventuelle atomare Erpressung hin, mit der die Trump-Regierung zum Kriegseintritt genötigt worden sein könnte. Und ich wies auf den großen Einfluss der israelischen Zionisten und ihrer Lobby in der US-amerikanischen Politik hin. Die zugrunde liegenden Verflechtungen sind dermaßen eng, dass man sich oft nicht sicher sein kann, wer wen benutzt. Keinesfalls gibt es eine ausschließliche, vielmehr eine beiderseitige Beeinflussung.
Doch halte ich es für fahrlässig zu vergessen, dass Israel nicht etwa als Projekt der USA, sondern als eines des siechenden britischen Weltreiches ins Leben gerufen wurde. Ein Projekt, durch das sich britische Eliten sozusagen als Gen in der neuen Weltmacht USA verewigt haben. Noch spannender wird das Ganze, wenn uns bewusst wird, dass auch der heutige Iran in den letzten beiden Jahrhunderten ein britisches Projekt war — bis zum heutigen Tag!
Was will damit ausgedrückt werden? Das globale Spiel um Macht ist ohne Kenntnis der britischen Rolle schlicht nicht zu verstehen. Nur über das britische Selbstverständnis eines globalen Machtanspruchs ist der Ukraine-Konflikt zu verstehen. Und das Gleiche gilt auch und erst recht für die diversen Konflikte im Nahen Osten und die Rolle, die Israel, die USA und der Iran dabei spielen.
Auf der Webseite von Strategic Culture wurde vor kurzem eine aufschlussreiche Analyse des Politologen Joaquin Flores veröffentlicht, in der er versucht, die Interaktionen zu verstehen, die dazu führten, dass es nun zum neuerlichen Krieg gegen den Iran gekommen ist. Meine Gedanken aus dem jüngst hier veröffentlichten Artikel werden faktisch weitergeführt. Für so wertvoll ich diese Analyse auch halte — sonst würde diese schließlich nicht hier veröffentlicht —, so fehlt ihr doch der britische Aspekt. Daher erscheint mir dessen gerade skizzierte Hinzufügung wichtig. Dieses fehlende Teil im Puzzle des Analysten mögen die geneigten Leser im Hinterkopf behalten, wenn sie die folgende Abhandlung studieren.
Hat Netanjahu Trump besiegt? Der unehrenhafte Krieg gegen den Iran und die Frage der nuklearen Erpressung durch Israel
Wenn du mit dem Teufel tanzt, ist der Tanz so lange nicht vorbei, wie du ihn tanzt.
von Joaquin Flores; veröffentlicht am 10. März 2026 auf Strategic Culture
Wenn man mit dem Teufel tanzt, ist der Tanz erst vorbei, wenn man fertig ist. US-Präsident Trump mag geglaubt haben, er könne die wahnsinnigen Ambitionen des israelischen Premierministers Netanjahu kontrollieren und einen Machtkampf gewinnen, der mal versteckt, mal offen ausgetragen wurde. Bis zum 27. Februar schien Trump angesichts des Endes des 12-tägigen Krieges im letzten Sommer und auch der Resolution 2803 des UN-Sicherheitsrates zu Gaza die Oberhand zu haben. Aber am 28. Februar sollte sich das Blatt wenden und zu einem unehrenhaften Krieg gegen den Iran führen, nicht nur gegen die iranische Regierung, das Militär und die staatlichen Institutionen, sondern auch gegen das iranische Volk selbst.
Die Opfer sind in erster Linie die Menschen im Iran, angefangen mit etwa 165 iranischen Schülerinnen der Minab-Schule im Süden des Landes, die durch israelische Angriffe getötet wurden, obwohl der Iran nicht Opfer bleiben wird, da er darauf drängt, zum Sieger zu werden. Doch dieser Konflikt hat auch andere Opfer. Trump, MAGA und alle Bemühungen, die Glaubwürdigkeit Amerikas wiederherzustellen, scheinen in den Trümmern des Angriffs der USA und Israels auf die souveräne Nation Iran und der verabscheuungswürdigen Ermordung ihres Oberhaupts, Ayatollah Ali Hosseini Khamenei, untergegangen zu sein. Es scheint, als hätten die USA den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt.
Vor einiger Zeit stürzten die USA die Welt im Bereich des Völkerrechts in das Chaos. Seit dem Ende des Kalten Krieges im 20. Jahrhundert hatten die westlichen Mächte begonnen, sich von einer formellen Anerkennung des Völkerrechts abzuwenden und verfolgten die Rhetorik und Praxis einer sogenannten „regelbasierten Ordnung“, in der die Regeln einseitig durch den Washingtoner Konsens geschaffen wurden und fließend waren, sich ständig veränderten und bequem und heuchlerisch den Bedürfnissen der amerikanischen Imperialmaschinerie entsprachen. Trump hatte vom amerikanischen Volk den Auftrag erhalten, das Völkerrecht und die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.
Doch in der 47. Regierung gab es schon früh einige beunruhigende Anzeichen dafür, dass dies nicht der Fall sein würde, auch wenn es etwas komisch anmutete. Die Drohungen gegen Grönland und Kanada waren damals eher komisch als beunruhigend. Die seltsamen (wenn auch für beide Seiten akzeptablen) Ergebnisse mit Venezuela schienen für beide Länder ein Gewinn zu sein. Nationalisten lachten, Globalisten weinten; aber es ist alles Spaß und Spiel, bis es das nicht mehr ist.
Wenn man heute den Angriff der USA und Israels auf den Iran als „Verstöße gegen das Völkerrecht“ oder „Kriegsverbrechen“ bezeichnet, so trifft dies zwar zweifellos zu, wirkt aber wie bedeutungslose Fachausdrücke aus einer längst vergangenen Zeit. In der heutigen Zeit ist es daher klarer und treffender, diese Handlungen einfach als mörderisch und wertlos zu bezeichnen. Es handelt sich um Massenmord, denn zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels sind mehr als tausend Iraner bei diesen mutwilligen Angriffen getötet worden, und das ist einfach schändlich, denn der Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung dar und die USA standen mit dem Iran in Verhandlungen über eine friedliche Beilegung ihrer Differenzen. Es war richtig, als die USA und der Iran sich so gut wie vorläufig geeinigt hatten, dass Israel die USA darüber informierte, dass es im Begriff war zuzuschlagen, und es ist wichtig, über die zutiefst unehrenhafte und diskreditierende Natur der USA nachzudenken, die den Angriff durchführten, anstatt darauf zu drängen, ihn zu stoppen (1).
Trump hat offenbar den schwerwiegenden Fehler begangen, sich diesen Angriffen anzuschließen, was möglicherweise weltverändernde Ausmaße haben könnte, anders als seine Regierung im vergangenen Sommer mit den Angriffen Israels umgegangen ist. Wir sind an einem katastrophalen Wendepunkt für das MAGA-Projekt und die Glaubwürdigkeit Amerikas angelangt. Es ist unmöglich, den außerordentlichen Schaden genug zu betonen, der den Bemühungen der USA zugefügt wurde, ihr Ansehen unter Trump zu verbessern, nach Jahrzehnten neokonservativer und neoliberaler imperialistischer Abenteuerlust in der Zeit nach dem Kalten Krieg, die das Trump-Projekt angeblich rückgängig machen wollte.
Nukleare Erpressung?
Der ehemalige CIA-Beamte John Kiriakou behauptete im November 2025, dass Netanjahu Trump mit israelischen Nuklearschlägen gegen den Iran gedroht habe, falls Trump sich damals nicht auf einen konventionellen Angriff einlassen würde. Kiriakou sagt, dass er diese Information aus einer vertrauenswürdigen Quelle habe, und Kiriakous eigene Referenzen, Geschichte und Glaubwürdigkeit als Whistleblower, der aufgrund seines Engagements für die Wahrheit eine Haftstrafe in einem US-Gefängnis verbüßt hat, in Verbindung mit seinem einzigartigen Zugang zu Insiderinformationen, veranlassen uns, seiner Aussage hohe Glaubwürdigkeit zu schenken.
Laut Kiriakou:
„Der Grund, warum Donald Trump sich entschlossen hat, den Iran zu bombardieren, war, wie mir gesagt wurde, dass die Israelis zum ersten Mal gesagt haben: »Wenn Sie den Iran nicht bombardieren, um diese tiefen Bunker zu zerstören, werden wir Atomwaffen einsetzen.« Und das haben sie noch nie zuvor angedroht. Also sagte Trump, dass ein Bombardement des Iran uns tatsächlich vor dem Ausbruch des Dritten Weltkriegs bewahren könnte, wenn es die Israelis davon abhält, Atomwaffen einzusetzen.“ (2)
Darüber hinaus müssen wir die Schlussfolgerungen des ehemaligen saudischen Geheimdienstchefs Prinz Turki al-Faisal berücksichtigen, der erklärt, dass Netanjahu Trump am 28. Februar „überzeugt” habe, ihn zu unterstützen, und zu dem Schluss kommt, dass „dies Netanjahus Krieg” sei (3).
Trump wurde offenbar vom zionistischen Establishment ausmanövriert, auch wenn dies das Ergebnis nuklearer Erpressung war, und hat MAGA direkt gegen eine zionistische Mauer gefahren, wobei wir darauf hinweisen sollten, dass dies sich noch entwickelnde Ereignisse sind und dies nur die heutige Sicht der Dinge ist.
Trump wurde von Netanjahu und dem israelischen Establishment in die Falle gelockt, kompromittiert und ausgespielt, was dazu führte, dass sich die USA an einem Krieg gegen den Iran beteiligten, der ihnen schrecklichen Rufschaden zufügte und strategisch kontraproduktiv war. Trump mag zwar versuchen, die Situation zu retten, doch wird es vor allem auf die diplomatische und strategische Intervention von BRICS-Führern wie Russland, China und sogar Indien ankommen, um diese Krise zu deeskalieren.
Die Beseitigung von Khamenei war selbst im engsten und unmittelbarsten Sinne strategisch selbstzerstörerisch, da der Ayatollah wohl eine mäßigende Kraft in der Atomfrage war und das technokratische System des Iran unabhängig von einem Führungswechsel institutionelle Kontinuität gewährleistet. Es wäre verständlich, ja sogar zu erwarten, wenn der Iran nun tatsächlich nach Atomwaffen streben würde, was zum Teil zweifellos darauf zurückzuführen ist, dass er derzeit offenbar keine besitzt. Das soll nicht heißen, dass er dies tun sollte, aber wer könnte ihm heute einen Vorwurf machen, wenn er es täte?
Die Behauptung von Kiriakou über israelische nukleare Erpressung wäre, wenn sie wahr wäre, per Definition nuklearer Terrorismus, aber die Logik der Nachgiebigkeit weist einen grundlegenden Fehler auf: Wenn Trump im letzten Sommer den Iran bombardiert hätte, um einen israelischen Nuklearschlag zu verhindern, hindert nichts Israel daran, erneut dieselbe Drohung mit eskalierenden Forderungen auszusprechen. Das Problem der Einflussnahme wird nicht durch Nachgiebigkeit gelöst, was vielleicht genau das ist, was wir am 28. Februar erneut gesehen haben.
Rubios Leugnung des Attentats auf Khamenei ist ein weiterer seltsamer Faktor in dieser Angelegenheit (4). Handelt es sich um plausible Leugnung oder spiegelt dies wider, dass das Team Trump die Kontrolle über die Situation verloren hat? Kiriakous Behauptung, Israel habe Trump mit Atomwaffen bedroht, saudische Beschwerden über die mangelnde Verteidigung der US-Stützpunkte in der Region, Prinz Turki al-Faisals Schlussfolgerung, dass Netanjahu Trump in den Krieg gedrängt habe, und Berichte über iranische Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte, auf die die Amerikaner nicht vorbereitet waren, lassen alle den Schluss zu, dass die USA die Kontrolle über die Situation verloren haben und keine Konfrontation suchten, bei der zunehmend erfolgreiche Verhandlungen lediglich ein Vorwand waren.
Die Ermordung von Khamenei: Strategische Sinnlosigkeit
Die Ermordung von Ayatollah Khamenei war in sich selbst kontraproduktiv. Der Ayatollah war alt, körperlich geschwächt und hatte vielleicht noch ein paar Jahre zu leben. Wenn das Ziel darin bestand, die Nuklearisierung des Iran zu verhindern, diente Khameneis fortgesetzte Führung diesem Zweck besser als seine Beseitigung.
Der Iran funktioniert als „meritokratische Technokratie“, die sich um Expertenorganisationen herum organisiert, in denen Einzelpersonen unterhalb ihres Kompetenzniveaus befördert werden: Die nächste Führungsebene wird ständig vorbereitet. Es handelt sich um ein System, das von Institutionen und nicht von Menschen regiert wird, mit der einzigen Ausnahme der Auslegungshoheit des Obersten Ayatollahs. Enthauptungsschläge gegen ein solches System sind strukturell sinnlos und tragen in Bezug auf die Moral innerhalb des Iran nicht zu deren Schwächung bei, sondern stärken vielmehr die Entschlossenheit und Einheit der Bevölkerung.
Trumps bisheriges Verhalten steht im Widerspruch zu der Interpretation, dass er einfach nur einen Krieg mit dem Iran wollte. Die historischen Spannungen mit Pompeo und Bolton, die Spannungen mit Netanjahu, die Tatsache, dass die militärischen Bedingungen 2017–2018 einen Angriff weitaus günstiger machten, und die Ereignisse des 12-tägigen Krieges, in dem Trump israelische Jets zur Umkehr zwang, als diese versuchten, den gerade vereinbarten Waffenstillstand zu brechen, sodass die USA in genau die Lage geraten wären, wie wir sie jetzt sehen. All dies deutet darauf hin, dass Trump zu Zeiten, als die militärischen Bedingungen und ein kohärenterer Kriegsgrund günstiger waren als heute, nicht-militärische Lösungen bevorzugte. Wir erinnern uns vielleicht daran, dass Trump ziemlich wütend auf Israel war, weil es versuchte, den Waffenstillstand zu brechen:
„Äh, sie [die Iraner] haben gegen das Abkommen verstoßen, aber Israel hat das auch getan. Sobald wir das Abkommen geschlossen hatten, kam Israel und warf eine Menge Bomben ab, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe. Die größte Menge, die wir je gesehen haben. Ich bin nicht glücklich mit Israel. Wissen Sie, wenn ich sage: »Okay, Sie haben jetzt 12 Stunden Zeit«, dann geht man nicht in der ersten Stunde los und wirft einfach alles, was man hat, auf sie. Deshalb bin ich nicht glücklich mit ihnen. Ich bin auch nicht glücklich mit dem Iran. Aber ich bin wirklich unzufrieden, wenn Israel heute Morgen wegen einer Rakete ausrückt, die vielleicht versehentlich abgeschossen wurde und nicht gelandet ist. Damit bin ich nicht zufrieden. Wissen Sie, was wir haben? Wir haben im Grunde zwei Länder, die so lange und so hart gekämpft haben, dass sie nicht mehr wissen, was sie eigentlich tun. Verstehen Sie das?” (5)
Zusammenfassend bestätigen die Aussagen von US-Außenminister Marco Rubio gegenüber der Presse mehr oder weniger, dass Israel den Konflikt ausgelöst hat und die USA sich daran beteiligt haben, mit der Begründung, dass der Iran gegen beide Parteien Vergeltungsmaßnahmen ergreifen würde, selbst wenn Israel der Hauptprovokateur wäre. Aus Sicht des Völkerrechts hatten die USA zwar gar kein Recht, den Iran zu bedrohen, aber innerhalb dieses Mikrokosmos der Realität hat dies eine gewisse Logik. Schließlich lässt sich der Iran nicht von irgendwelchen „Guter Polizist/Böser Polizist”-Spielchen täuschen und würde die USA auch nicht mit einer Art „plausibler Abstreitbarkeit” davonkommen lassen.
Darüber hinaus hatte der Iran die USA bereits gewarnt, dass jeder Angriff einer der beiden Parteien eine entschlossene militärische Reaktion auf zahlreiche US-Militärstützpunkte und -Einrichtungen in der Region nach sich ziehen würde. Rubio berichtet, dass das Pentagon zu dem Schluss gekommen sei, dass die USA sich besser an dem ersten Angriff beteiligen sollten, um ihre eigenen Verluste zu mindern, da der Iran die USA ohnehin angreifen würde, auch wenn Israel der Aggressor sei.
Rubios Antwort weist jedoch auf eine umfassendere Realität hin. Rubio hatte im Namen der Regierung die Schuld effektiv auf Israel und das Pentagon abgeschoben und damit versucht, die Verantwortung abzuwälzen und zu vermitteln, dass „uns aufgrund der Logik des Konflikts die Hände gebunden waren“. Das ist ein berechtigter Einwand, allerdings sollten wir dabei berücksichtigen, dass die USA sich diese problematische Situation selbst zuzuschreiben haben.
Letztendlich ist es sehr wahrscheinlich, dass Israel bald beginnen wird, Druck auf die USA auszuüben, damit diese Waffenstillstandsverhandlungen mit den Iranern aufnehmen. Laut Israels Ynet haben die Amerikaner offenbar selbst versucht, den Konflikt sofort nach seinem Ausbruch zu beenden, aber weil die Israelis (wenn man Rubio Glauben schenken darf) Khamenei ermordet hatten, waren die Iraner dazu nicht bereit (6). Schließlich haben die USA oder Israel den Iran bereits dreimal ohne jegliche Provokation angegriffen.
Der Iran hat sich auf einen mehrjährigen Krieg vorbereitet, und Khameneis strategisches Vermächtnis bestand darin, den Iran auf einen solchen Konflikt vorzubereiten, mit einer Siegesstrategie, die von der Dezentralisierung ihrer Streitkräfte innerhalb des Iran, der Abwehr anhaltender und schwerer Angriffe auf Gebäude, die mit der traditionellen Kommando- und Kontrollstruktur in Teheran in Verbindung stehen, den daraus resultierenden Verwüstungen für die Weltwirtschaft, die ein solcher Krieg mit sich bringen würde, einschließlich der Straße von Hormuz, sowie der relativen Unfähigkeit Israels, Schläge zu lange einzustecken, abhängig war — derselbe Maßstab, der Israel am Ende des 12-tägigen Krieges im vergangenen Sommer dazu zwang, die USA zu einem Waffenstillstand zu drängen.
Die Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region sollen die Fähigkeit der Angreifer unterbrechen, Israel zu versorgen und zu unterstützen, und damit den Weg für immer effektivere Angriffe auf israelische Militärziele ebnen, wie wir sie bereits gesehen haben.
Trump steht zweifellos eine sehr schmerzhafte Lektion bevor, aufgrund seiner ehrlosen Kriegslust im Dienste von Netanjahus wahnsinniger Kriegstreiberei. Hat er noch einen Trumpf im Ärmel? Wird er wieder einmal ein Kaninchen aus dem Hut zaubern? Er hat die Welt schon oft überrascht, also wird die Zeit es zeigen. Aber so wie es aussieht, scheint sein Projekt gescheitert zu sein, und unter großen Teilen seiner ehemaligen Anhänger gibt es wenig Sympathie für sein politisches Überleben. Kann er sie zurückgewinnen? Können tote Schulkinder wieder zum Leben erweckt werden? Was geschehen ist, kann nicht rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig wäre es für die Welt besser, wenn es dem Iran gelänge, die USA und Israel hart zu treffen, und Trump diesen Konflikt eher früher als später beenden könnte. Was die angebliche nukleare Erpressung Israels angeht, so ist das ein Geschenk, das immer wieder gegeben wird und dem man sich stellen muss (7).
So weit die Betrachtung von Joaquin Flores.
Noch einmal zur Rolle der Briten. Britische Medien und Politiker gießen auch jetzt, an der Seitenlinie stehend, Öl in das Feuer der Brände des Nahen Ostens — ganz so wie im Ukraine-Konflikt. So wurde Trump in den vergangenen Tagen angestachelt, Bodenoperationen auf iranischem Territorium einzuleiten (8, 9). Man sieht hier sehr gut, wie die britischen Eliten systematisch an der militärischen Macht des (Noch-)Weltpolizisten USA zu schmarotzen versuchen. Wie sie Trump, den sie im Grunde hassen, trotzdem benutzen.
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
(Allgemein) Der Artikel von Joaquin Flores wurde, ins Deutsche übersetzt, von Strategic Culture übernommen:
(7) 10.03.2026; Strategic Culture; Joaquin Flores; Has Netanyahu defeated Trump? The honorless war on Iran and the question of Israeli nuclear blackmail; https://strategic-culture.su/news/2026/03/10/has-netanyahu-defeated-trump-the-honorless-war-on-iran-and-the-question-of-israeli-nuclear-blackmail/; Das Titelbild, Quellenverzeichnis und einige Verlinkungen wurden vom hiesigen Blog-Autor hinzugefügt.
(1) 28.02.2026; Peter Girnus (X); https://x.com/gothburz/status/2027852172923154714; Girnus über sich: „I am a diplomatic aide in the Sultanate of Oman’s Ministry of Foreign Affairs.“
(2) Dezember 2025; Julian Dorey (Youtube); CIA John Kiriakou on Nuclear War, Vault 7 Tech, Mossad in Iran & Death Rituals; https://www.youtube.com/watch?v=F3MFGJFh4Ps
(3) 05.03.2026; Amanpour and Company, CNN (Youtube); Fmr. Saudi Intelligence Chief Discusses Gulf States‘ Reaction to Iran Attacks; https://www.youtube.com/watch?v=LfGcX4XuZ5A
(4) 01.03.2026; CBS News; Olivia Gazis, Lucia I Suarez Sang; CIA intelligence led to strike that killed Khamenei in Iran, source says; https://www.cbsnews.com/news/cia-intelligence-us-israel-strike-ayatollah-ali-khamenei-iran/
(5) 24.06.2025; Guardian News (Youtube); Donald Trump: Iran and Israel ‚don’t know what the fuck they’re doing‘; https://www.youtube.com/watch?v=DQR6FzduRO8
(6) 01.03.2026; ynet Global; Nahum Barnea; Trump seeks swift end to Iran operation; https://www.ynetnews.com/opinions-analysis/article/hylyslbfzx
(8) 09.03.2026; The Telegraph; Colin Freeman; The tiny island of Kharg that could let Trump beat Iran without sending a single soldier; https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/03/09/kharg-island-iran-war-oil-trump/
(9) 09.03.2026; The Times; William Hague; Next stage of Iran war looks perilous for US; https://www.thetimes.com/comment/columnists/article/next-stage-iran-war-perilous-trump-jw82969f2; siehe auch: https://freedert.online/der-nahe-osten/272952-iran-wartet-auf-us-marine/
(Titelbild) Israel, Flagge; Autor: Pix-Off (Pixabay); 17.10.2022; https://pixabay.com/de/photos/flagge-israel-j%C3%BCdisch-fahnenmast-7527081/; Lizenz: Pixabay License
Geld regiert die Welt. Und wer kontrolliert das Geld?
Wem gehört die FED? Wem gehört die Bank-of-England? Sprich, wer kontrolliert die Weltleitwährung, den US-Dollar, auf dem das ganze Kartenhaus beruht?
Da landet man dann bei den Namen, die jeder schon mal irgendwie gehört hat, aber die wenigsten wissen da mehr dazu. Das sind seit Generationen Rothschild, Rockefeller, Morgan, Vanderbilt und noch ein paar weniger bekannte aus diesem exklusiven Club, natürlich auch die mit der „Stiff-Upper-Lip“ aus Merry-old-England.
Deren Macht und Einfluss wäre perdu, wenn der US-Dollar die Leitwährungsfunktion verlieren würde. Der riesige Schuldenberg würde alles unter sich begraben. Dieser wahre tiefe Staat steht in einem existentiellen Kampf. Die Menschen als solches interessieren da nicht weiter. Das muss man doch verstehen, Menno… die armen Reichen aber auch…
„Die Beseitigung von Khamenei war selbst im engsten und unmittelbarsten Sinne strategisch selbstzerstörerisch, da der Ayatollah wohl eine mäßigende Kraft in der Atomfrage war “
hat aber seine Logik wenn man Weltuntergangseschatologen hört. Denn wenn man (Israel) nichts selbst die Atombombe einsetzt (aus welchen Gründe auch immer, zumindest deren Einsatz in die Zukunft verschiebt), aber das Ziel des Armageddon hat, so muss man eben andere dazu bringen, Atombomben einzusetzen. Dann kann der Weltuntergang als Selbstverteidigung inszeniert werden.
Unterm Strich: es ist tödlich wenn Irre überbordende Macht und Einfluss haben können. Aber genau das trifft auf unser System zu: die Pyramide auf der Dollarnote stößt jeden mit der Nase darauf: es sind ganz, ganz Wenige, die oben stehen und (fast) alles lenken und in der Hand haben. Und wenn die eben Irre sind (und sie sind es meistens, wer sollte denn sonst in so eine Position kommen wollen) geht es uns schlecht.
Die Hoffnung ist, dass der Nicht-Westen sich von dem Finanzoligarchensystem des Westens (insbesondere und dominant USGBIL) verabschieden will. Man mache sich nur einmal klar was das für eine Welt wäre, in der die Gemeinschaftsausgaben mit Krediten gestemmt werden würden, die NICHT dem Zins- und Profitsystem unterliegen. Wenn diese Kredite von der Gemeinschaft selbst geschaffen und später wieder gelöscht werden würden – ohne riesige Staatsverschuldungen und Schuldendienste zu generieren. Wohin fließt denn das ganze Geld der Zinsen? Zu 99% an die ganz wenigen ganz Oberen. Alles andere ist nur Kosmetik (Börse, Kleinaktionäre, Spekulationen, …) um das Offensichtliche nicht zu offensichtlich werden zu lassen.
Aber deren Macht (unter anderem deren Medien) verhindert, dass die Kleinen Leute verstehen, wie sie über das Zinssystem ausgebeutet und bedrückt werden.
Es gibt Berichte, nach denen die US Air Force für das Massaker in Minab verantwortlich sind. Perversion lässt sich steigern:
Die betroffene Schule soll ausschliesslich Kinder iranischer Armeeangehöriger betreut haben. Nach dem ersten Raketentreffer sollen überlebende Mädchen im nahegelegenen Bunker Schutz gesucht haben. Nachdem Leute aus der Nachbarschaft, Eltern und Hilfspersonal auf dem Platz waren erfolgte der zweite Angriff auf eben diesen Bunker. Unterschiedliche Quellen reden von total 3 oder 4 Raketen (von wegen Irrtum oder so…). Diese wurden in iranischen Medien als amerikanische Raketen bezeichnet, insofern ehrlich, als man auf die Nennung der amerikanischen oder israelischen Armee als Verursacher dieses Massakers verzichtet.
Der beste Präsident aller Zeiten habe eine Untersuchung veranlasst und die wird sicher die Wahrheit ans Licht bringen (…!!!).
Eine treffende Bezeichnung für eine solche Tat muss erst noch erfunden werden. Aber es passt ins Schema der Kinder- und Frauenmörder in Palästina, die dann auch noch für Essen anstehende Menschen niedermähen. Es passt ins Schema eines Terrorstaates, der sich erlauben kann, freie, unabhängige Länder beliebig zu überfallen. Merke: Du bist sicherer auf der Epstein Kundenliste als auf dem Präsidentenstuhl eines souveränen Staates. Ja, früher hat man es sich einfacher gemacht und sie gleich an Ort und Stelle ermordet. Und es passt ebenso ins bekannte Vorgehen ukrainischer uniformierter Verbrecher gegen Bewohner und Hilfspersonal in den von Russland befreiten Gebieten. Schlicht eine neue, effektive Form des Terrorismus.
@knackwurst bringt mich auf eine Randnotiz:
Das auf Sand gebaute Dubai war die letzten Jahre der Nabel der Welt für alle Jene, die meinten, beim grossen Hype ums Kohle scheffeln an vorderster Front irgendwie dabei sein zu müssen. Eine Wohnung in Dubai war ebenso Pflicht wie der Ferrari oder Porsche in der Tiefgarage nebst grosskotzigen Internet-Auftritten und Glamour-Parties.
Die vergangenen Tage waren gezeichnet von einer Fluchtwelle, weg von Dubai. Auf der Strecke blieben dabei unzählige Vierbeiner, Hunde und Katzen, die keinen Platz hatten in der Hals-über-Kopf-Flucht. Giftspritze beim Tierarzt war noch das humanste, sonst gerne irgendwo mit Körbchen und Futter deponiert, angebunden oder einfach ausgesetzt. Die ansässigen Tierschutz-Organisationen sind total am Anschlag und schreien um Hilfe.
Nachtrag:
Es waren offenbar nachweislich Tomahawk’s. Israel hat keine Tomahawk’s.
Wer trifft solche Entscheidungen und wie gut schlafen die Verantwortlichen?
https://www.bellingcat.com/news/middle-east/2026/03/11/iran-war-iraq-tomahawks-munitions-syria-located-kurdistan-missiles-fired/
Soviel zum Verantwortungsbewusstsein dieses feigen Packs, mit dessen geldgeiler Egomanie das Machtgehabe Jener erst funktioniert, die zuoberst auf der erwähnten Pyramide auf der Dollarnote stehen.
Herzliche Grüsse,
H+K
Ich finds ja total krass wie logisch zwingend Joaquin Flores die strategische Komponente der Ermordung von Khamenei herausarbeitet, um dann in der Zwischenüberschrift zu behaupten, es wäre strategisch sinnlos. Diese psychologische Spaltung macht mich immer wieder sprachlos.
.
Also hier noch mal ganz ausdrücklich:
Die Ermordung von Ayatollah Ali Hosseini Khamenei war eines der strategischen Hauptziele des illegalen, völkerrechtswidrigen, menschenverachtenden Überfalls Israels auf den Iran. Die Eskalation des Konfliktes und das hintertreiben anderer, friedlicherer Lösungsansätze ist kein Kollateralschaden sondern eines der Kernziele der israelischen Strategie.
Das ist sie heute und das war sie immer, mindestens so lange ich denken kann.
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Oder mit Volker Pispers in einem Satz: Hamas oder Hamas nich?
Vielleicht hier fehl am Platz, aber mir viel ein Stück auf uncutnews auf, das sehr seltsam ist, zum Thema der Juden in der Welt:
h#ttps://uncutnews.ch/epstein-und-das-uralte-phaenomen-der-hofjuden/
Es wird dort gegen die Verschwörungstheorie argumentiert, dass (einige) Juden die Welt beherrschen würden. bzw. es versuchen würden.
Natürlich ist es völlig richtig, dass nicht ALLE Juden gleich wären.
Aber bei der Analyse dieser „Hofjuden“ fällt doch ein Punkt der Weglassung mir extrem auf: die Frage, WOHER die Hofjuden das Geld hatten, das sie den Herrschenden liehen (und dafür Zins, gar Zinseszins kassierten!):
Zitat:
“
D) Verschwörungsmythos: „Ihr Reichtum beweist ihre Vorherrschaft“
Historische Realität: Selbst wohlhabende Hofjuden agierten unter einer „Lizenz“. Ihr Reichtum und ihr Zugang lösten oft Hass aus bei:
christlichen Handelsrivalen,
Hofadligen, die neidisch auf ihren Einfluss waren,
und der breiten Öffentlichkeit, die sie als Symbole für unpopuläre Steuern/Kriegsfinanzierung sah.
Das machte sie zu Blitzableitern.
“
Das Phänomen war ja offensichtlich nicht so selten wenn sich dafür sogar ein Begriff, „Hofjude“, sich eingebürgert hat.
Uncutnews ist offen für verschiedene Standpunkte. Aktuell sind auch folgende Artikel oben:
ZB
h#ttps://uncutnews.ch/epstein-und-seine-gesinnungsgenossen-ueber-dem-gesetz-ueber-den-nichtjuden/
h#ttps://uncutnews.ch/hinter-dem-us-israelischen-krieg-die-talmudische-apokalypse-der-chabad-lubawitsch-bewegung-gegen-den-iranischen-mahdismus/
bzw. h#ttps://www.voltairenet.org/article223937.html
Voltairenet bzw. Thierry Meyssan selbst ist sehr Iran-feindlich eingestellt. Aber es kommen ebenso auch Stimmen gegen Israel bzw. USA zu Wort.
Insgesamt ist es nur noch erschreckend, dass sich hier anscheinend eschatologische Wahnvorstellungen die Bahn brechen.
Falls das hier dem Bloginhaber zu heiße Eisen sind oder ihm nicht passen, einfach weglassen. Kein Problem.
„Aber bei der Analyse dieser ‚Hofjuden‘ fällt doch ein Punkt der Weglassung mir extrem auf: die Frage, WOHER die Hofjuden das Geld hatten, das sie den Herrschenden liehen (und dafür Zins, gar Zinseszins kassierten!).“
Juden hatten keinen Zugang zu Zünften, so meine Kenntnis. Warum man ihnen diesen verwehrte, weiß ich nicht. Aber sie durften Finanzgeschäfte betreiben. Und hier wird es komplizierter. Denn für das Betreiben von Finanzgeschäften bedurfte es der Erlaubnis durch die Herrschenden. Man benutzte also diese Juden und diese Juden nutzten im Gegenzug ihre Stellung aus, um Macht und Einfluss zu gewinnen. Das ist bedauerlicherweise völlig normal und niemals eine spezifische Eigenart von Juden gewesen. WOHER diese Juden das Geld hatten, lässt sich gar nicht beantworten. Sie hatten es schließlich nirgendwo her, denn bereits im Spätmittelalter, spätestens am Ende des 17. Jahrhundert begann der Triumphzug des Giralgeldes, der Geldschaffung aus dem Nichts über die Ausgabe von Krediten.
Ich sollte vielleicht doch noch einmal meine in der Vergangenheit betriebenen Analysen zur Geschichte des Giralgeldes überarbeiten und neu auflegen.
VG, Ped
Nach meinem Verständnis waren zu Beginn der Einschränkung von Juden die Vermögensverhältnisse noch ziemlich ausgeglichen – nicht zwischen Arm und Reich aber sicherlich zwischen Juden und Christen. Warum auch nicht? Juden waren erfolgreich als Händler und Gelehrte.
In dieser Situation fing man an Juden aus dem gesellschaftlichen und dem ökonomischen Leben zu drängen – zum Beispiel in dem man ihnen den Zugang zu Zünften verwehrte. Es gab aber Ausnahmen, nämlich immer da, wo man der Meinung war, die Geschäftspraxis ließe sich mit christlichen Werten nicht vereinbaren.
Solche Geschäfte wurden Christen mitunter als ‚unchristlich‘ untersagt. Insoweit sie ‚unverzichtbar‘ waren, brauchte es aber Ersatz. Hier hatten also Juden einen besonders exponierten Zugang und mir fallen auf Anhieb zwei Bereiche ein, in denen Juden darum besonders konkurrenzlos tätig werden konnten: Geldverleih und die Herstellung von Alkohol (nicht durchgängig und flächendeckend aber immer mal wieder vergleichbar mit der Prohibition).
Das sind zwei sehr lukrative Wirtschaftszweige – gerade weil zu der Zeit Geld auch schon Schuldgeld war.
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Zwei Dinge werden damit aus meiner Sicht zum Selbstläufer:
1. der ökonomische Aufstieg besonders ‚geschäftstüchtiger‘ jüdischer Familien (und auch hier zahlt sich Rücksichtslosigkeit besonders aus, nicht anders als in christlich dominierten Gewerben wie dem Drogenhandel und der Prostitution – die sich nach obiger Logik auch eignen würden, die ich aber nicht als primär traditionell in jüdischer Hand wahrnehme)
2. die öffentliche Wahrnehmung der Juden als gierig und unchristlich
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer:
Giralgeld ist Geld aus dem Nichts geschaffen. Die frühe Form war, glaube ich, der Schuldschein. Fugger und andere Bankhäuser haben es natürlich vermieden, Goldschätze über von Räubern bedrohte Wege zu schicken. Dies ließ sich vermeiden, indem man Schuldscheine verschickte, die am Zielort wie Geld oder Gold weitergereicht werden konnten, also als Geld fungierten. Ein Schuldschein war nur für jemanden mit „Reputation“ und Vertrauensvorschuss seiner Gläubiger von Wert. Also eher nicht für Banditen.
Ein Schuldschein doppelt einen Wert, der zB als Gold irgendwo hinterlegt ist, weil mit dem Schuldschein ebenso wie mit dem Gold bezahlt werden konnte. Wie heute fällt das nicht weiter auf, dass mit einer aus dem Nichts entstandenen Vermehrung gearbeitet wird, so lange nicht ALLE Gläubiger ZUGLEICH echte Werte (bzw. amtliche Zahlungsmittel) zurückverlangen. (So etwas wäre nach heutigen Begriffen ein „Bankrun“).
Aus dieser Doppelung der Werte (die heute schon eine Verzehnfachung sein kann indem eine Bank das Zehnfache oder sogar mehr ihrer Notenbank-Schulden verleihen kann) fließt aber nun Zins. Und dieser Zins ist NICHT durch ein Gegenwert gedeckt, nulliert sich also nicht aus dem Gesamtsaldo heraus.
Und nun meine Frage: warum betrieben die Herrschenden nicht selbst diese wundersame Geldschöpfung, bei der umsonst neuer Wert, der Zins, heraussprang? Warum wurde diese wundersame Geldvermehrungsmaschinerie anderen überlassen?
Warum haben sich sogar die damals absolutistischen Herrscher sich dem Zwang von Geldverleihern unterworfen? Das finde ich völlig unbegreiflich.
Und warum ist es noch heute weltweit so, zumindest soweit man das beurteilen kann, dass sich souveräne Staaten durch Zins schröpfen lassen, obwohl doch alle Mittel da wären, um das Volksvermögen und das Volksarbeitsprodukt vollständig zum eigenen Nutzen einzusetzen.
Weiß nicht, ob das alles hier an dieser Stelle zu weit führt. Aber das sind doch wohl sehr wichtige Gedanken, oder?
Einige Fehler, aber der hier ist verwirrend:
Eine weiter Begründung ist der Konsumverzicht des Kreditgebers. Bei einem Bankkredit ist das der glatte Hohn. Niemand, weder der Bankdirektor noch die Bank, noch ein Bankangestellter verzichtet auf Kredit. <- Konsum! statt Kredit
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Ja, ich werde das Thema wieder aufgreifen. Da es hier aber in seiner Ausführlichkeit etwas vom Thema des Artikels wegführt, schlage ich vor, dass wir das Thema Finanzsystem an dieser Stelle erst einmal so stehen lassen.
VG, Ped
Die Geschichte mit den Räubern kannte ich noch nicht. Vielen Dank dafür. Ich halte sie aber nur bedingt für relevant.
Die Praxis mit den Schuldscheinen wurde meines Wissens zuerst in China angewendet und sie war nicht ganz so easy wie es sich anhört. Um einen Schuldschein als Zahlungsmittel zu benutzen musste man beim Kaiser antanzen und sein kaiserliches Siegel einholen, das der dann auf dem Schuldschein verewigte. Ziemlich unpraktisch wenn du mich fragst. Aber die von dir angesprochene Reputation war dann das Siegel des Kaisers also auch die Reputation des Kaisers…
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Ein paar Irrtümer kurz erwähnt: Münzgeld ist ebenfalls Schuldgeld – der Metallgehalt ändert nichts daran. Auch hier benötigt es wieder Glaubwürdigkeit also Reputation und das war das Antlitz des (diesmal römischen) Kaisers geprägt auf die Münze. Also wieder der Kaiser. Bestimmt ein Zufall. 😉
Ich erinnere an ‚gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist‘. Die Details sind nicht ganz easy – aber aus dem Bauch heraus würde ich mich mal mit einer etwas gewagten These aus dem Fenster lehnen: Sobald ‚Geld‘ an die Bedienung einer Steuerschuld geknüpft wird ist es ganz sicher Schuldgeld.
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Ein Schuldschein doppelt keinen Wert. Das sieht vielleicht in der doppelten Buchführung so aus, weil da alles gedoppelt wird, aber das hat mit einer Dopplung irgendwelcher ‚Werte‘ nichts zu tun. Es wird noch nicht einmal Geld verdoppelt – denn man schafft es ja aus dem Nichts, nicht aus den Reserven der schöpfenden Bank. (
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Das der Zins das Problem darstellt, weil er nicht mitgeschöpft würde ist ein weitverbreiteter Irrtum. Hier wird der Eindruck erweckt, das Finanzsystem müsse aus mathematischen Gründen zusammenbrechen.
Dem ist nicht so. Die Mathematik ist an und für sich völlig in Ordnung (man könnte darüber streiten ob das mathematische System hinter der Geldschöpfung zweckdienlich ist).
Ein Beweis vom Gegenteil geht zum Beispiel so:
Wenn ein Schläger auf dem Schulhof an einen jüngeren Mitschüler eine Geldwerte Forderung stellt, (aka „Ey du hast doch heute bestimmt wieder dein Essensgeld dabei. Wir sind doch Freunde, und ich hab meins heute schon ausgegeben…“) dann ist diese Forderung weder durch irgendwelche Werte gedeckt, noch wird sie irgendwo geschöpft. Trotzdem kann sie ohne Probleme im Rahmen des Finanzsystems beglichen werden.
Wenn ein Gemüsehändler sich entscheidet eine Gurke zum Preis von 2€ zu verkaufen, obwohl er ‚weiß‘, dass sie nur 1€ ‚wert‘ ist, erzielt er sozusagen 100% Zins auf den Verkauf einer Gurke. Das ist nichts anderes als eine zusätzliche Forderung und man kann viel darüber diskutieren, aber das Finanzsystem wird die Entscheidung des Händlers nicht aus systemischen Gründen an den Abgrund führen. Auch nicht wenn das alle Händler machen. Die kriegen maximal keine Gurken mehr verkauft.
Wenn also Joseph Ackermann (ihr seht, alte Schule) 25% Eigenkapitalrendite der Deutschen Bank propagiert, dann ist das kein systemisch mathematisches Problem für das Finanzsystem. Es ist einfach eine Forderung, wie jede andere auch.
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Der Zins bleibt aber ein soziales Problem (wie die Steuer übrigens auch – aber das führt zu weit). Das Beispiel von Joseph Ackermann ähnelt nämlich viel mehr dem Schulhofbeispiel als dem Gemüsehändlerbeispiel.
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Und dann zur letzten Frage, warum ‚[sich] noch heute [..] souveräne Staaten durch Zins schröpfen lassen‘ möchte ich anmerken, dass deine Grundannahmen aus meiner Sicht ziemlich wild aussehen. Zur Historie empfehle ich David Graeber „Schulden – die ersten 5000 Jahre“. Zur Beantwortung der Frage würde ich anregen zuerst ganz intensiv darüber nachzugrübeln, wann ein Staat souverän ist. Es sei an Carl Schmitt erinnert.
Und als zweiten Schritt – nehmen wir mal (rein hypothetisch) an ‚unsere Demokratie‘ sei ein souveräner Staat. Wem gehört sie dann? Dir? Mir? Uns???
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Sorry @ Ped falls das hier zu weit führt einfach nicht freischalten.
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Ja, es führt an dieser Stelle zu weit, aber der Inhalt ist einfach zu wertvoll, um es in der Versenkung verschwinden zu lassen. Wie gesagt, werde ich mich des Themas wieder annehmen, hatte es vor Jahren ja bereits einmal bearbeitet.
VG, Ped
Das Kreditwesen erfüllt ein wichtiges und nachgefragtes Bedürfniss. Aber welches genau?
Ich möchte zB ein Haus bauen in dem ich wohnen möchte um damit später Geld für Miete zu sparen (wodurch sich der Bau amortisiert) oder das Haus später vermieten. In beiden Fällen wird durch zukünftige Vorteile der langanhaltende Kreditnachteil kompensiert. Schaeun wir uns die Amish an: wenn jemand ein Haus möchte, was dem Interesse der Gemeinschaft dient (also nicht um zB darin eine Bank oder ein Fernsehstudio aufzumachen), so arbeiten alle zusammen um das Haus zu realisieren. Ganz ohne Kredit und ohne Geld.
Wir brauchen das Kreditwesen also, um, ohne das weitgehende Vertrauen einer enge Gemeinschaft, trotzdem Leistungen, die eine Vielzahl von Beteiligten benötigen, realisiern zu können. Indem wir die Beteiligten mit dem Kreidtgeld bezahlen. Im Kapitalismus geht das noch weit darüber hinaus: Kredite dienen in einer großen Masse dazu, Geschäftsideen, die zukünftige Gewinne, Profit, versprechen, umzusetzen. Aber eine Hauptmasse der Kredite werden von Staaten gehalten, und in diesem Fall dienen die Gelder aus den Krediten doch (hoffentlich) vornehmlich Gemeisnchaftsaufgaben. Warum sollte daran jemand verdienen dürfen? Oder anders: warum muss daran jemand verdienen, warum kann man das nicht ohne solches Geld, das an Leute abfliesst die keinerlei Beitrag leisten (Geld zu verleihen, das man selbst geschöpft hat ist keine Leistung sondern ein Betrug)?
Für den Zins von geliehenem Geld werden ja verschiedene Begründungen angebracht. Die eine ist die Inflation. Wenn der Kreditgeber sein Geld wieder vollständig zurück hat, ist es weniger wert. Das ist zwar auch ein interessanter Punkt (denn die Inflation ist eine direkte Folge der Zinsnahme), aber lasse ich mal erst noch weg.
Eine weiter Begründung ist der Konsumverzicht des Kreditgebers. Bei einem Bankkredit ist das der glatte Hohn. Niemand, weder der Bankdirektor noch die Bank, noch ein Bankangestellter verzichtet auf Kredit. Denn das Geld wird aus dem Nichts geschöpft.
Ein weitere Begründung ist das Risiko des Kreditausfalls. Da frage ich mich aber: warum sollen eigentlich korrekte Kreditrückzahler für faule Kreditrückzahler zur Kasse gebeten werden? Gut, nehmen wir an das funktionierte nach der Art einer Versicherung. Bei Versicherungen sind Schadensfreiheitsrabatte bekannt. Hat das jemand schon einmal bei Kreditzinsen gehört? Okay, als sicher eingestufte Kreditnehmer können auf bessere Konditionen hoffen. Also könnte man das Risiko des Kreditausfalls als Begründung für Zinsen zulassen.
Aber nehmen wir wieder den Fall der Gemeinschaftsaufgaben. Also auch (sinnvolle) staatliche Investitionen. Wenn der Staat eine auf Kredit finanzierte Aufgabe in den Sand setzt, also die eingesetzten Investitionen nicht mehr zurückfliesen, keine Amortisation erfolgt, was sollte den Staat oder einen Souverän oder eine Gemeinschaft daran hindern, diesen Kredit einfach zu löschen? Ja richtig, das führt zu Inflation. Aber die haben wir doch auch so!
So als weitere Gedankensplitter. Vielleicht mag Ped das mal als Artikel-Thema herausbringen. Dann setze ich diese Gedanken darunter gerne fort.
LG Albrecht
Noch eine Beobachtung:
es sind auffällig „rechte“ „Alternativmedien“ die ganz hart und strikt die Linie dvon Usreal verteidigen und gegen den Iran agitieren. Sehr gut zu beobachten auf der „Freie Denker“-Liste von Dushan Wegner auf der auch „Peds Ansichten“ verzeichnet sind.
h#ttps://www.dushanwegner.com/freie-denker/
Für mich ist das ein Anzeichen, dass die Herrschaft unser Affentheater gerade von „links“ auf „rechts“ umdekoriert. Auch die strikte Kernkraft-Verteidigung der „Rechten“ kommt da zu Passe. Ich gebe dem „grünlinkswoken“ Zeitgeist noch 5 Jahre, dann ist damit Schluss und es wird wieder „rechts“ hochgehalten.
Dass das „links-rechts“-Getue nichts als die Spalte-und-Herrsche-Strategie der Herrschenden ist wird insbesondere bei den marxistischen „Linken“ zu deren Lebzeiten nicht mehr ankommen. Obwohl jede Analyse der (nicht vorhandenen) Erfolge und Misserfolge eines „linken“ Widerstandes gegen die Herrschaft es offen zeigen.