Wen vertreten die Vereinten Nationen?

Nachfolgend zitiere ich den gerade aus seinem Amt entlassenen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Lesen Sie aufmerksam, was der de facto Führer der internationalen Staaten-Gemeinschaft Ende September 2016 zu sagen hatte.


Das Versagen von Regierungen hat viele Gesellschaften destabilisiert. Radikalisierungen haben den sozialen Zusammenhalt bedroht – genau die Reaktion, die gewalttätige Extremisten suchen und wollen. Die tragischen Konsequenzen sind vom Jemen bis Libyen und Irak, von Afghanistan bis zum Sahel und dem Tschadsee sichtbar. Der Konflikt in Syrien hat die größte Zahl an Menschenleben gefordert und säht breiteste Instabilität, nachdem die syrische Regierung weiterhin die Nachbarschaften bombardiert und mächtige Förderer die Kriegsmaschinerie füttern. Grauenhafte Verbrechen wie der jüngste Angriff auf den UN-Syrisch-Arabischen Roter Halbmond-Hilfskonvoi müssen zur Verantwortung gezogen werden. Ich dränge alle die Einfluss haben, Gespräche für einen längst überfälligen politischen Übergang in Gang zu setzen. Die Zukunft Syriens sollte nicht vom Geschick eines einzelnen Mannes abhängen.

und weiter:

An zu vielen Orten schreiben Regierungschefs Verfassungen um, manipulieren Wahlen, inhaftieren ihre Kritiker und unternehmen andere verzweifelte Schritte, um an der Macht festzuhalten. Die Führenden müssen verstehen, dass Amtsführung Vertrauenssache ist, das von Menschen gewährt wird, und kein persönliches Eigentum. Die kürzlich angenommene New Yorker Erklärung zu Flüchtlingen und Migranten kann uns helfen, die größten Zwangsvertreibungen von Menschen seit dem Zweiten Weltkrieg besser anzugehen. […]

Für mich stellt sich die Frage:

Wessen Interessen vertreten die Institutionen der Vereinten Nationen?

Ansonsten kein weiterer Kommentar meinerseits. Ihre Meinung interessiert mich.

Nachtrag

Ich sehe durchaus lebhaften Zugriff auf diesen Kurzartikel. Ist es möglich, dass Sie mit diesem “Angebot” nicht so recht etwas anfangen können?

Was empfinden Sie beim raschen (gewohnheitsmäßigen) Lesen des oben Zitierten? Ist es ein gutes oder ein schlechtes Gefühl? Ruft Ihr Unterbewusstes bestimmte Muster ab? Versuchen Sie heraus zu finden, was das für Muster sind und mit was sie kollidieren. Machen Sie sich klar, dass Ihr Unterbewusstes in Konflikt mit dem Bewussten gerät (Dissonanz). Wenn Sie diese Dissonanz jedoch nicht spüren, ist es nur verständlich, dass Ihnen Ban Ki-moon´s Aussagen “normal” vorkommen. Ich bin mir übrigens nicht sicher, in wie weit sich Ban Ki-moon bewusst ist, dass er ein Narrativ verbreitet.


Quelle:

Ein Jahrzehnt der Prüfungen, eine Ära der Möglichkeiten, von Ban Ki-moon, 29. September 2016; Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa (UNRIC); http://www.unric.org/de/gastkommentare/27835-ein-jahrzehnt-der-pruefungen-eine-aera-der-moeglichkeiten-gastkommentar-von-ban-ki-moon-29-september-2016

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