Man hat die Alten per Dekret durchgespritzt, aber der Albtraum von Isolation und exzessiven „Hygiene-Maßnahmen“ nahm für diese noch lange kein Ende.
Eines der bevorzugten Argumente der Antreiber strikter sogenannter Corona-Maßnahmen, hinter denen nichts anderes steht als die aus Denkfabriken der USA importierten Maßnahmen der Nichtpharmazeutischen Intervention (NPI), lautete, man sorge sich um das Wohl der „Risikogruppen“, die man schützen müsse. Für dieses, in Wirklichkeit offensichtlich scheinheilige Argument nahm man ganze Gesellschaften in Sippenhaft. Der fortwährende Rückblick auf die PLandemie ist eine dringende Notwendigkeit.
Die Notwendigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass sich Geschichte in ähnlicher Art und Weise als Vision, mehr noch als ziemlich reales Szenario der Zukunft erweisen kann. Und zwar genau dann, wenn wir aus der Geschichte nicht lernen, schlimmer noch, Geschichte vergessen. Dann sind wir dazu verdammt, die gleichen Fehler wieder zu begehen, und die bitteren Konsequenzen zu ertragen. Dazu gehört die systematische, regierungsseitig vorangetriebene, aber eben auch von der Gesellschaft mitgetragene Verletzung von Grundrechten, viel schlimmer aber noch das Verletzen der Menschenwürde. Da wurde nämlich ab 2020 zwei Jahre lang ein Hygiene-Faschismus durchexerziert, und was die Spielarten totalitärer Systeme betrifft, gelten Brechts mahnende Worte nach wie vor:
„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ (1)
Der Faschismus bohrt dünne Bretter, und er baut darauf, dass Jene, deren gedankliche Welt sich einfachen Lösungen empfänglich zeigt, dies nicht bemerken. Der Faschismus spielt gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aus. Die Jüngsten lassen sich genauso wie Alte, Schwache und Gebrechliche hervorragend in ein Täter-Opfer-Schema hineinpressen. Diese Menschen waren auch die ersten Opfer einer regierungsseitig aufgezäumten PLandemie.
Den Alten wurde ganz offiziell von Politikern, Behörden und „Experten“ Angst gemacht, sie würden die Kinder „anstecken“. Und den Kindern bleute man ein, sie wären am Tod ihrer Großeltern schuld, wenn sie sich auf Spielplätzen träfen. Zu Gefängnissen mit Lockdown-Mechanismen (eine Stunde Ausgang am Tag) umfunktionierte Pflegeheimen gesellten sich für Kinder gesperrte Kinderspielplätze — ein Anachronismus, gelebter Faschismus.
Noch schlimmer aber stellt sich die Tatsache dar, dass das damals ein Martyrium von Einsperren und Drangsalierung für jene, für die man uns Solidarität vorheuchelte, nach einer durchgepeitschten „Impfung“ keineswegs endete. Ja, ein Martyrium war es zweifellos — warum? Impfzwang kann auch sehr subtil durchgesetzt werden. Hatte man doch diese betagten Menschen mit der Perspektive einer halbwegs zurückkehrenden Normalität an die Spritze gelockt. Es darf dabei einfach nicht unerwähnt bleiben, dass im Zuge der zweimonatigen „Impfkampagne“ seit Ende 2020 eine drastisch erhöhte Zunahme von Sterbefällen in Pflegeheimen auftrat (2).
Nunmehr erfuhren sie, dass sie schlicht betrogen worden waren. In Pflegeheimen Deutschlands wurde das seit dem Frühjahr des Jahres 2020 existierende Corona-Regime einfach weiter fortgeführt. Die Begründungen dafür waren nicht weniger absurd, als jene, mittels derer man diese eingeführt hatte. Nicht nur den betagten Menschen dieses Landes wurde eine „neue Normalität“ (3) in Aussicht gestellt, in der sie ständiges Testen, Kontrollieren, „Hygiene-Maßnahmen“ — die mit Hygiene wenig zu tun hatten — und natürlich auch regelmäßiges Spritzen gegen „gefährliche Viren“ als Teil ihres Alltags zu begreifen haben.
Die Alten und Gebrechlichen, die Schwachen dieser Gesellschaft, hatte man zuerst entmündigt und systematisch ihrer Würde beraubt. Man hatte sie auch ihres Menschenrechtes beraubt, selbst über ihre Gegenwart und Zukunft entscheiden zu dürfen. Dem aufmerksamen, nicht in Angst gefangenen Betrachter, konnte bereits damals nicht entgehen, dass dieses Schicksal der gesamten Gesellschaft zugedacht war!
Lieber Mensch,
was nützte es den angeblich durch eine „Schutzimpfung geschützten“ Risikogruppen in unserem Land, vor allem den Betagten, als Sie, ja Sie, lieber Mitmensch, täglich Ihre eigene Gesundheit durch das Tragen von Masken und den Gebrauch von Desinfektionsmitteln gefährdeten? Vorausgesetzt, dass es Ihnen überhaupt erlaubt wurde, Ihre Eltern oder Großeltern in die Arme zu schließen? Wer eigentlich hatte das Recht, Ihnen und Ihren betagten Verwandten das Miteinander zu verbieten?
„Eigentlich sollten nach den Impfungen wieder mehr Freiheiten auf die Bewohner von Altenheimen warten. Doch Johanna darf weiter kaum Besuch empfangen und nicht mit Anderen im Speisesaal essen. »Was bringt mir die Impfung eigentlich?«, fragt die 91-Jährige. »Ich freute mich vor allem sehr darauf, bald mein jüngstes Urenkelchen in den Armen halten zu können«, sagt Johanna der ‚Welt‘. Doch die Vergangenheitsform deutet an, dass diese Freude weg ist — sie ist Ernüchterung gewichen. Verändert hat sich für die 91-Jährige, die in einem Altenheim in Stendal lebt, nach ihrer zweiten Impfung vor vier Wochen kaum etwas.” (4)
Glauben Sie, lieber Mitmensch, tatsächlich, dass Sie mit der Einhaltung von durch Politik und Medien durchgepeitschten und medizinisch völlig sinnlosen Abstandsregeln einem solidarischen Miteinander dienten, für das Ihnen die Alten und Schwachen dieser Gesellschaft dankbar sein können? Und welche Perspektive hatte man den betagten Menschen da vorgezeichnet? Eine „Impfung“, deren Nutzen nie bewiesen wurde, ein angebliches Elixier für ein erbärmliches Leben in der Angst vor dem Tode:
„»Wir dürfen nicht im Speisesaal essen, wir dürfen nur von einer Person Besuch bekommen. Das alles ist sehr niederschmetternd für mich«, sagt Johanna und schiebt die entscheidende Frage hinterher. »Ich frage mich, was mir die Impfung nun eigentlich bringt.«” (4i)
Sind Sie wirklich der Meinung, lieber Mitmensch, dass Ihr Befolgen „der Regeln“ einen solidarischen Akt gegenüber den Hilfebedürftigen in unserem Land darstellte?
„[…] obwohl mittlerweile die Mehrzahl von Heimbewohnern geimpft ist, gibt es kaum eine Perspektive für die alten und pflegebedürftigen Menschen. Wolfram Uhl, Geschäftsführer des Seniorenheims Mühlehof in Steinen im Südschwarzwald, klagt in der ‚Welt‘ das Leid der Heimbewohner. »Unsere Mitbewohner sind seit einem halben Jahr isoliert«, sagt er. Das hat schlimme Folgen. »Die Isolation führt zu mentalem Abbau, die Einsamkeit befördert die Demenz.« Ein Bewohner, der immer ordentlich zum Essen gekleidet erschien, verwahrlose zusehends, berichtet Uhl. »Wozu auch? Es sieht ihn ja niemand.«” (4ii)
So einfach wollte es der Geschäftsführer des Seniorenheims damit nicht bewenden lassen. Er reichte Klage beim Verwaltungsgericht ein. Sein Ziel: Geimpfte Bewohner sollten im Speisesaal des Heims wieder zusammen essen und sich unterhalten dürfen, bewirtet von ebenfalls geimpften Mitarbeitern. So brav er auch im System mitspielte, weil er eben auch von der Rechtschaffenheit dieses Systems überzeugt war, so wenig nützte das seinem Anliegen (Hervorhebung durch Autor):
„Doch das Gericht wies die Klage ab, weil wissenschaftlich nicht bewiesen sei, dass Geimpfte das Coronavirus nicht mehr übertragen können. »Das Restrisiko ist aber hinnehmbar und gilt somit als sozialadäquat«, sagt Patrick Heinemann, der den Mühlehof als Rechtsanwalt vertritt. Eine Beschwerde im Eilverfahren läuft derzeit vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Bringt das keinen Erfolg, könnte die Klage sogar vor des Bundesverfassungsgericht gehen.“ (4iii)
So geht Faschismus. Alte Menschen wurden auf das Härteste genötigt, sich gegen etwas „impfen“ zu lassen, und galten dann weiter als „infektiös“, sprich als Gefahr für die Gesundheit ihrer Mitmenschen. Freilich interessierte sich das Gericht nicht für die auf der Hand liegende Frage, ob wissenschaftlich bewiesen worden wäre, dass „Geimpfte“ (oder „Ungeimpfte“) das Corona-Virus überhaupt übertragen könnten. Man kann das auch als klassische Beweislastumkehr ansehen. Die Betreffenden mussten ihre Unschuld nachweisen. Was sie nie konnten. Also blieben sie den Maßnahmen des Corona-Regimes unterworfen.
Eine wichtige Lehre aus jenen Jahren sollte unbedingt beherzigt werden, so man einer Wiederholung entgehen möchte:
Bei jeder PLandemie der Zukunft wird man mit den grundsätzlich gleichen Mechanismen der Corona-PLandemie hantieren. Man wird einen Generalverdacht über alle Mitglieder der Gesellschaft verhängen, nach dem Jeder Jeden „anstecken“, ja krank machen, gar töten könnte. Wird das akzeptiert — und während der Akutzeiten der Corona-PLandemie war es so —, dann wird die Beweislastumkehr genau der Hebel fungieren, um den Faschismus verstärkt wieder in den Alltag zu implementieren.
Es ist wichtig, zu verstehen, dass mit dem Begraben der Unschuldsvermutung — das ist mit der Beweislastumkehr gegeben — und der einhergehenden öffentlichen Akzeptanz der demokratische Rechtsstaat nicht mehr funktionieren kann.
Das ist übrigens auch der Grund, warum das Infektionsschutzgesetz in seiner heutigen Form kein Gesetz eines demokratischen Rechtsstaates darstellt. Denn sein Inhalt wischt die Unschuldsvermutung beiseite. Das gilt darüber hinaus erst recht, als das jenes Gesetz nicht zu „Corona-Zeiten“ hätte angewendet werden dürfen. Schließlich wurden die Bedingungen, infolge deren Eintretens es greift, nie nachgewiesen. Das aber ist bereits wieder ein neues Thema.
Was taugt nun als Fazit? Die Infektionstheorie, auf die sich das Infektionsschutzgesetz stützt, scheint weniger eine wissenschaftliche Erkenntnis als vielmehr ein politisches Werkzeug zu sein, um gesellschaftliche Prozesse zu steuern. Diese Theorie ist der Unterbau, der unterschwellig von der Gesellschaft kritiklos mitgetragen wird. Wozu das praktisch führen kann, haben wir exemplarisch an den Schicksalen alter Menschen in den Pflegeheimen (siehe oben) erfahren dürfen.
Sie erinnern sich an das regelmäßige Feststellen eines „Fortbestehens epidemischer Lage nationaler Tragweite“ (5)? Die Ausnahme wurde zur „neuen Normalität“ — auch für die Bewohner von Pflegeheimen. Einer „neuen Normalität“, die nach Belieben und über deren Köpfe hinweg angepasst werden konnte. Als Grundlage dafür wurde Paragraph 5 des Infektionsschutzgesetzes vorgegeben. Ein Paragraph, in dem neunmal Ableitungen des Wortes ermächtigen aufzufinden sind (6), und der damit nicht allein steht (7). Weil es das auch ist: ein Ermächtigungsgesetz.
Sollte das nächste PLandemie-Szenario in die Praxis umgesetzt werden, denken wir immer daran, dass wir als Menschen soziale Wesen sind, die durch Nähe und Gemeinsamkeit leben, nicht durch Isolation. Isolation tötet. Isolation resultiert aus Spaltung, aus Angst, aus Unterwerfung. Es gibt keinen, aber auch gar keinen Grund, sich auch nur ausnahmsweise und einer Verordnung folgend einsperren oder isolieren zu lassen. Lassen wir das für uns nicht zu.
Bitte bleiben Sie schön achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
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(1) Bertold Brecht; Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui.; Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1957; eISBN 978-3-518-73995-2; https://dn721601.ca.archive.org/0/items/brecht-der-aufhaltsame-aufstieg-des-a-9783518739952-1/Brecht_Der-aufhaltsame-Aufstieg-des-A_9783518739952-_1_.pdf
(2) 02.03.2021; Corona-Blog; Dramatischer Anstieg der Todesfälle unter Senioren seit Beginn der „Corona-Schutzimpfungen“; https://corona-blog.net/2021/03/02/dramatischer-anstieg-der-todesfaelle-unter-senioren-seit-beginn-der-corona-schutzimpfungen/
(3) 03.05.2020; RND; „Neue Normalität“ — aber was soll das eigentlich sein?; https://www.rnd.de/gesellschaft/neue-normalitat-aber-was-soll-das-eigentlich-sein-RIFLFXEBMNASZGLUZUCA5OOEOU.html
(4 bis 4iii) 17.03.2021; Focus; Seit vier Wochen geimpftJohanna (91) sitzt weiter im Altenheim fest: „Was bringt mir die Impfung eigentlich?“; https://www.focus.de/regional/sachsen-anhalt/sie-ist-laengst-geimpft-johanna-91-sitzt-weiter-im-altenheim-fest-was-bringt-mir-die-impfung-eigentlich_id_13092909.html; Artikel hinter Werbeschranke, Sicherung im Internet-Archiv: https://web.archive.org/web/20210317131852/https://www.focus.de/regional/sachsen-anhalt/sie-ist-laengst-geimpft-johanna-91-sitzt-weiter-im-altenheim-fest-was-bringt-mir-die-impfung-eigentlich_id_13092909.html
(5) 11.06.2021; Deutscher Bundestag; Bundestag stellt Fortbestehen epidemischer Lage von nationaler Tragweite fest; https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw23-de-epidemische-lage-845692
(6) dejure.org; § 5, Epidemische Lage von nationaler Tragweite; https://dejure.org/gesetze/IfSG/5.html; abgerufen: 11.03.2026
(7) Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz; Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) § 17 Besondere Maßnahmen zur Verhütung übertragbarer Krankheiten, Verordnungsermächtigung; https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__17.html; abgerufen: 11.03.2026
(Titelbild) Glas, Glocke, Virus, Narrativ, Blase; Vinzenz Lorenz M (Pixabay); 12.02.2022; https://pixabay.com/de/photos/covid-19-coronavirus-7005466/; Lizenz: Pixabay License