Der Coronavirus und unsere Einstellung zum Leben

Wir alle verhalten uns zunehmend wie ein Elefant, der von einer Hauskatze angegriffen wird und dann, genervt und um ihr auszuweichen, versehentlich von einer Klippe springt und stirbt.


Alltäglich sterben 150.000 Menschen auf der Welt. 25.000 davon verhungern, aber Hunger ist ja nicht ansteckend, also brauchen wir auch wegen dieser 25.000 kein zusätzliches Klopapier. 15.000 unser 150.000 täglichen Toten sterben an den Folgen des Rauchens. Auch Passivrauchen ist nicht ungefährlich, aber wir schaffen wegen dieser Gefahr nicht die Versammlungsfreiheit ab. Und wegen unserer zahlreichen Verkehrstoten reißen wir auch nicht all unsere Autobahnen aus dem Boden.


Vorwort Peds Ansichten

Es gibt inzwischen einige Medien und Autoren, die sich moralisch aufschwingen, um Sven Böttcher – dem Autor des folgenden Textes – die Worte im Mund umzudrehen. Klar und deutlich weist Böttcher in seinem Text darauf hin, dass Menschen das Recht haben in Würde zu sterben. Aber in keiner Weise ruft er zu unterlassener Hilfeleistung auf. Vielmehr appelliert er an unseren Verstand wie unser Gefühl, unseren Umgang mit Leben und Tod zu überdenken. Das würdelose und entmündigte Sterben in Isolation und unter dem Vorrang wirtschaftlicher Effizienz hat in den vergangenen Jahrzehnten die Politik keinesfalls davon abgehalten, in irgendeiner Art und Weise vom neoliberalen Kurs im Bereich der Gesundheit und Altersbetreuung abzugehen.


Hinweis: Dieser Artikel von Sven Böttcher wurde am 20. März 2020 unter dem Titel „Die Pseudo-Krise” auf der Online-Plattform Rubikon erstveröffentlicht.

Etwa 1.800 Menschen versterben alltäglich an Grippeviren. Es sterben nicht 25.000 oder 15.000 Menschen täglich an Corona. Sondern ungefähr 250. Weltweit. Einschränkung:

Etliche dieser Menschen sterben wohl nicht an Corona. Sondern mit Corona. Die behandelnden Ärzte weisen darauf ausdrücklich hin: Alle bisher Verstorbenen hatten zahlreiche ernste Vorerkrankungen, an denen sie ohnehin eher früher als später verstorben wären. Es ist daher mehr als kühn zu behaupten, die bisherigen circa 8.000 Todesopfer seien „an“ Corona gestorben.

Abermals: Es handelt sich bei den global allenfalls 250 pro Tag Verstorbenen nicht um junge Verhungernde. Sie möchten Zahlen? bitte (#1):

Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind.

Alle Coronatoten waren alt und/oder hatten zwei oder mehr Vorerkrankungen. Hierzu lassen sich zwei Spoiler nicht vermeiden.

Spoiler 1: Wer sich mit 2, 3 ernsten Vorerkrankungen (Kategorie Krebs, Diabetes, Herzschwäche), diversen Pharmadauerpräparaten in den Blutbahnen und 85 Lebensjahren auf dem Buckel auch noch eine Lungenentzündung einfängt, stirbt. Das ist kein Corona-Phänomen, sondern normal. Ärzte bezeichnen die Lungenentzündung als Freund der ganz Alten, denn wir müssen an irgendwas sterben, und das Wegdämmern ins Ewige ist fast allen anderen Abgängen vorzuziehen.

Spoiler 2: Keinem unserer nun toten, vorher uralten Erkrankten hat die Beatmung auf den Intensivstationen etwas genützt. Und dabei wird es bleiben. Keinem, der mit 80+ sowie 2, 3 Vorerkrankungen zusätzlich an Covid-19 erkrankt, wird die Intensivpflege etwas nützen. Wer alt und polymorbid an Covid erkrankt, stirbt.

Deshalb möchte ich morgen von allen offiziellen Stellen weltweit hören:

Über 80jährige mit drei Vorerkrankungen und frischer Lungenentzündung behandeln wir nicht auf Intensivstationen, die schicken wir zum Sterben nach Hause, denn sterben müssen ja alle. Jüngeren ist es auch wieder gestattet, Sterbenden die Hand zu halten (a1!). Und sich zu Trauerfeiern zu versammeln. Auf eigene Gefahr. Alte und gebrechliche Teilnehmer an Trauerfeiern sind auf diese bestehende Gefahr ausdrücklich hinzuweisen. Unsere Intensivstationen und unser medizinisches Personal stehen selbstverständlich jüngeren Corona-Lungenentzündungspatienten weiter offen. Die Mortalitätsrate bei U-80, nicht vorerkrankten Corona-infizierten Patienten liegt derzeit bei etwa 0 Prozent.

Die Corona-Krise ist keine Virenkrise.

Die Corona-Krise entlarvt uns als ängstliche, hysterische Wirklichkeitsverweigerer. Die Corona-Krise zeigt auf, dass wir komplett den Verstand verloren und gar keinen Begriff mehr davon haben, was „Leben“ überhaupt bedeutet. Wir sind tatsächlich schwer krank, alle zusammen, allerdings weniger körperlich als geistig.

Ursache unserer Erkrankung ist nicht ein Virus, sondern unsere Verweigerung, den Tod als unvermeidlich wahrzunehmen. Den Tod aller Menschen, die wir lieben, wie den eigenen täglich drohenden Tod. Wir sprechen darüber nicht. Der Tod hat in unseren Leben keinen Platz. Den werden wir demnächst einfach besiegen. Es werden demnächst auch nicht mehr 3 von 4 Deutschen an Krebs sterben. Es werden auch nicht mehr 4 von 4 Deutschen an irgendwas sterben. Sondern bestimmt  keiner mehr. Weil unsere Wissenschaftler ewig haltbare Zellen erfinden. Oder wir uns einfach alle in die Cloud hochladen. Google macht das schon. Und bis dahin optimieren wir uns halt selbst.

Wir schaffen das. Wir blenden tatsächlich vollständig die Tatsache aus, dass wir alle sterblich sind. Und dass die Sterbensgefahr mit zunehmendem Alter exponentiell wächst. Dass, wer auf die 100 zugeht, wahnsinnig gefährlich lebt. Der Mainstream feuert gegen solches Basisfühlen hochemotional, mit schwersten Geschützen:

Italien weiß nicht mehr, wohin mit all den Leichen. Es sind ja schon über 2.000. Sehr alte Leichen. Natürlich sind darunter auch solche 85-Jährigen, die „plötzlich und unerwartet“ gestorben sind, ohne Vorgeschichte. Etwa 200, höchstens. Im Zeitraum von einem ganzen Monat, in dem anderswo 775.000 Menschen verhungert sind.

Aber die Geschichten, die uns zu diesen uralten Verstorbenen erreichen, schockieren uns. Rühren uns zutiefst. Das könnte auch uns passieren! Ja, sogar unsere so unbeschwerten, kerngesunden, gerade rege die Blumenbeete wendenden 95-jährigen Eltern könnten urplötzlich von Corona dahingerafft werden, herausgerissen aus unserem Leben in der Spätblüte ihres eigenen! Unser Mitgefühl bringt uns förmlich um.

Gefühl ist gut. Verstand ist schlecht. Hart und gemein. Der Verstand soll auch draußen bleiben. Das DARF nicht passieren! Unsere Lieben dürfen nicht sterben! Auch nicht mit 90 oder 100 Jahren!

Unsere Antwort ist daher konsequent. Wir machen alles zu. Damit niemand die Alten ansteckt. Unsere Kellner und Kosmetikerinnen sind in 4 Wochen pleite, der ganze Mittelstand auch. Sowie sämtliche Restaurantbesitzer. Sowie eigentlich alle.

Außer … wir drucken einfach Unmengen Giralgeld auf alle Konten, gönnen uns den Tritt in die Falle „Grundeinkommen“. Und schaffen das Bargeld ab, die letzte Hürde auf dem Weg zu unserer totalen Kontrolle.

Und natürlich heben wir auch gleich noch alle Grundrechte auf. Um unsere 90-Jährigen zu schützen. Versammlungen sind und bleiben ab jetzt verboten. Abweichende Meinungen werden gelöscht. Und wir überwachen das. Wo auch immer sich die Bewegungsdaten von mehr als 5 Smartphones zusammenrotten, greifen wir hart durch und räumen. Es wird Opfer geben. Die müssen wir bringen.

„Das muss man bringen.“ Sagt man hier oben in Norddeutschland, Zahlen?, bitte (#2):

Stürben an oder mit Corona tatsächlich, wie von irgendwelchen Virologen (!) (nicht Epidemologen) laut und panisch CFR-getönt wird, 4 Prozent der über 85-jährigen Infizierten und infizierte sich obendrein die gesamte Menschheit, hätten wir am Ende der Krise etwa 300 Millionen sehr alte Menschen ein paar Tage, Wochen oder Jahre zu früh verloren.

Das wäre eine logistische Krise, in der Tat, weil wir nicht vorbereitet sind auf den Tod von 300 Millionen statt sonst 55 Millionen binnen eines Jahres. Auch dieses Armageddon-Worst-Case-Szenario stellte aber keine existenzielle Menschheitsbedrohung dar. Wir wären auch danach noch 7,5 Milliarden, unser Fortbestand wäre nicht im Geringsten gefährdet. (Im Gegenteil. Ressourcen- und Klimaproblematik sollten trotz der derzeitigen Panik noch nicht vollständig in Vergessenheit geraten sein.)

Sprich: Schlimmstenfalls kann uns nichts passieren. Aber dieses die Menschheit nicht im geringsten gefährdende Alptraum-Szenario ist obendrein vollkommen unrealistisch. Die deutlichen Hinweise mehren sich ja von Japan bis Stanford, dass die „Corona-Pandemie“ nicht 4 Prozent der Erkrankten (Alten) dahinrafft, sondern allenfalls 0,05 Prozent. Diesem Link zu Prof. John Ioannidis bitte folgen: https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/:

A population-wide case fatality rate of 0.05% is lower than seasonal influenza. If that is the true rate, locking down the world with potentially tremendous social and financial consequences may be totally irrational. It’s like an elephant being attacked by a house cat. Frustrated and trying to avoid the cat, the elephant accidentally jumps off a cliff and dies.

[Übersetzung durch Peds Ansichten:

Eine bevölkerungsweite Todesfallrate von 0,05% ist niedriger als jene der saisonalen Grippe. Wenn diese Rate tatsächlich der Wahrheit entspricht, kann die Abschottung der Welt mit potenziell enormen sozialen und finanziellen Folgen nur vollkommen irrational sein. Es ist, als ob ein Elefant von einer Hauskatze angegriffen würde. Frustriert und bei dem Versuch, der Katze auszuweichen, springt der Elefant versehentlich von einer Klippe und stirbt.“]

Es ist übrigens vernünftig, sich in der Grippe-und-Corona-Saison öfter mal die Hände zu waschen und Distanz zu den Mitmenschen in Bus und Bahn zu wahren. Nicht erkältet zum Arzt zu gehen. Und vielleicht auch mal ein Kind nicht in die Schule zu entsorgen, sondern selbst zuhause zu betreuen, wenn es fiebert. Dass die meisten von uns das bisher offenbar nicht wussten, ist ein bisschen beunruhigend.

Aber noch wesentlich beunruhigender ist, dass wir jetzt alles schrotten, was wir über Jahrhunderte so schwer erkämpft haben, was uns lieb und teuer und lebenswichtig ist: Freiheit, Grundrechte, die Zukunft unserer Kinder. Und alles wegen einer Lungenentzündung, an der nur uralte Leute sterben?

Norddeutsch: „Das muss man bringen.“ Auszusprechen in geeignet staunendem Tonfall.

Ich bitte hiermit um Veranstaltungshinweise für Termine in direktem Anschluss an die Pseudokrise. Wir sollten uns nämlich nicht einreden, dass man uns nach diesem Homeland-Security-Testlauf die entwendeten Rechte freiwillig zurückgibt, daher befinden wir uns ab dem Tag 1 „nach Corona“ im Endspiel.

Solidarität können wir bis dahin schon mal hervorragend üben, denn direkt nach der Atempause (sic) werden wir sie auf neue kämpferische Weise brauchen.


Zusätzliche Information von Peds Ansichten zu den in Deutschland ermittelten Fallzahlen – Stand: Sonntag, 22. März 2020 (b1,a1):

Es sei ein weiteres Mal darauf hingewiesen, dass die sich daraus ergebende Mortalität (Todesrate) von 0,3 auf 100 Patienten, keine Aussage über die Umstände der jeweiligen Sterbefälle und die Schwere des Anteils von SARS CoV-2 macht.

Rechnen wir einmal: Setzen wir die Zahl der erkannten Infektionen auf 5.000 pro Tag – also bald zehnmal so hoch wie aktuell. Und gehen wir davon aus, dass die Infektionsrate über vier Monate hinweg in der Höhe von 5.000 verharren würde. Dann würde das eine Gesamtzahl von 600.000 ausmachen, von denen 1.800 Verstorbene wären. Wohlgemerkt Verstorbene, über die nicht die Aussage getätigt wurde, in wie weit SARS CoV-2 zum Tode beigetragen hat.

Das Robert Koch Institut (RKI) ist eine Bundesbehörde und untersteht dem Bundesministerium für Gesundheit. Es erfasst im Auftrag des Staates epidemiologische Daten nach vorgeschriebenen Prämissen, wozu es sich der in den Bundesländern verteilten Gesundheitsämter bedient. Demnach arbeitet es auch direkt Regierung und Parlament zu und sollte von denen auch als primäre Informationsquelle verwendet werden (1). Was Politiker aber derzeit von sich geben, negiert in krasser Weise die Informationen der eigenen Behörde.

Da die vom RKI gelieferten Zahlen weit unterhalb diverser, schwerer Infektionswellen der Vergangenheit liegen:

Meinen Sie also, dass es zukünftig trotzdem gerechtfertigt ist, Persönlichkeitsrechte der Bürger dauerhaft auszuhebeln? Glauben Sie, dass ein solidarisches Miteinander in der von der Politik angestrebten Sicherheitsverwahrung praktizierbar ist?

Schauen Sie sich nochmals obige Zahlen an. Vergleichen Sie das mit vergangenen Epidemien. Und machen Sie sich ein Urteil über die Berichterstattung der ARD-Tagesschau, die ohne jede Kritik und ohne davor warnende Stimmen nennenswert hörbar zu machen, dem unverfrorenen Ruf der Politiker nach Ausrufung des Ausnahmezustandes das Wort redet. Die ohne jeden Widerstand den verbal ausgedrückten Drang der Macht nach Strafen bei Nichtbefolgung nachplappert (2). Die ungeheuerliche Verzerrung der Realität durch die öffentlich-rechtlichen Medien – das ist das Gute – könnte weiteren Hunderttausenden Menschen die Augen über deren tatsächlich gelebte Rolle öffnen.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam.


Anmerkungen und Quellen

(Titelbild) Schutzmaske, Virus, Geld; Autor: romanakr (Pixabay); 17.03.2020; https://pixabay.com/photos/coronavirus-covid-19-pandemic-4937116/; Lizenz: Pixabay License

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