Übungen in Achtung und Respekt

Entscheidend ist nicht die eigene Meinung, sondern die Haltung gegenüber der Meinung des Anderen.


Der Krieg der Köpfe macht vor Peds Ansichten nicht halt, aber ich bin nicht gewillt ihn mitzuspielen. Stattdessen wünsche ich mir eine positive Essenz, den Gewinn beim Bewusstsein von Achtung und Respekt vor dem Andersdenkenden. Dem soll die Aufarbeitung mehrerer Repliken eines Foristen dienen.


Das Blog Peds Ansichten verfolgt zwei grundsätzliche Anliegen: Zum einen die Vermittlung einer möglichst unvoreingenommenen und auf keinen Fall der Meinungshoheit verpflichteten Sicht auf politische und gesellschaftliche Phänomene. Zum anderen die Vermittlung einer anderen Art von Diskurs, als wir sie derzeit – vorgelebt von Politik und Massenmedien, abgefärbt auf und rückkoppelnd von der Bevölkerung – hier in Deutschland vorgeführt bekommen. 

Denn das Problem ist nicht der Andersdenkende, sondern inwieweit wir akzeptieren, dass Menschen anders denken. Der Normalfall ist übrigens, dass jeder Mensch anders denkt. Doch wir setzen uns offenbar lieber mit anderen Menschen auseinander als mit unserer eigenen Sicht. Diese eigene Sicht ist – ganz selbstverständlich – gefestigt und bedarf keiner Korrektur. Korrekturen erwarten wir folgerichtig von allen möglichen Akteuren. Nicht wir brauchen uns ändern, aber die anderen müssen sich ändern.

Ulf steckt in uns allen, daher gibt es für mich keinen Grund, seine Kommentare ins Lächerliche zu ziehen und an dieser Stelle mein Ego zu kühlen. Vielmehr suche ich Möglichkeiten, Menschen zu motivieren, auf eine friedliche, kooperative Ebene zu steigen. Doch außerdem folgt in diesem Text auch der Versuch, die emotionalen und rationalen Aspekte dieser – nun ja – „Kritik“ zu trennen und zu analysieren. Ich nehme den Menschen Ulf ernst und es ist mir egal, in welcher Rolle er seine Kommentare schrieb. Zur Kooperation gehört, einen Schritt voranzugehen, um Ängste aufzulösen, denn um Ängste geht es hier natürlich auch. 

Daher halte ich mich auch nicht an der Aufgabe fest, herauszufinden, ob Ulf ein bezahlter Troll oder ein Überzeugungstäter ist, der missionierend durch die Foren streift, um seinen Privatkrieg zu führen. Für mich ist er ein Mensch und ich setze mich an dieser Stelle mit seinem Mensch sein und damit auch mit mir auseinander. 

Ulf äußerte sich zum Thema Krim-Krise. Der Artikel Die Krim-Krise – Ursachen und Hintergründe war einer der ersten Artikel überhaupt, die ich verfasste. Die Ereignisse in der Ukraine und die mediale Berichterstattung beziehungsweise Nicht-Berichterstattung darüber, waren ein entscheidender Grund, dieses Blog zu gründen. Ulf selbst – mein Vertrauensvorschuss bedingt, dass ich ihm eine authentische Haltung unterstelle – stellte seine Replik zur Ukraine-Krise und die Ereignisse auf der Krim als Kritik dar. 

Der Leser ist im Folgenden gefordert, die aufkommende Dissonanz ehrlich zu verarbeiten, also auch zu reflektieren, was mit ihm selbst geschieht, wie es um seine eigenen Emotionen bestellt ist. Lassen wir also die ersten Sequenzen von Ulfs „Kritik“ an das Tageslicht:

Ulf sagte: https://peds-ansichten.de/peds-ansichten/#comment-12952

„Unglaublich, was hier für ein propagandistischer Blödsinn verbreitet wird! Nicht nur, dass hier vielfach widerlegte Behauptungen mit Hilfe von Aussagen bekannter Verschwörungstheoretiker bewiesen werden sollen, hier werden auch mutwillig Fakten vorenthalten, um die eigene Meinung zu stützen.

Die Quellenangaben sind geradezu lächerlich: Zitate von fragwürdigen „Fachleuten“ die alle einer gemeinsamen politischen Gesinnung entspringen und ihre „Meinungen“ als Fakten darstellen. Hier wird sich, in den Veröffentlichungen, gegenseitig zitiert um den Anschein seriöser Quellen vorzugaukeln. Wer sich aber tatsächlich die Mühe macht und diese Quellen überprüft, stellt sehr schnell fest, dass vieles aus dem Kontext gerissen wurde um eine andere Darstellung zu erreichen.

Zitate wurden gekürzt und ergaben plötzlich den gegensätzlichen Sinn und es wird permanent verschwiegen, dass diverse Thesen durch unzählige tatsächlich seriöse Quellen widerlegt wurden. Wenn Sie den Anschein wahren möchten, sich tatsächlich wissenschaftlich mit zum Beispiel der Krim-Krise befasst zu haben, dann beachten Sie gefälligst die allgemeinen Regeln für eine derartige Veröffentlichung!

Sie zweifeln die Tatsachen mit fadenscheinigen Argumenten an, verschweigen aber die Beweise der Gegenseite auf kriminelle Art und Weise. Mich stört es gar nicht, dass Sie dieser Meinung sind, es macht mich aber rasend, wenn Sie Ihr, auf gefährlichem Halbwissen basierenden Gedankenmüll als Tatsachen deklarieren und damit den leichtgläubigen Bürger, der vielleicht nicht die Fähigkeit besitzt, zu recherchieren und Quellen zu analysieren, politisch für Ihre Zwecke zu manipulieren.

Da ist es auch nicht verwunderlich, dass Sie sich auf die ebenso kruden Theorien Ihrer Mitstreiter stützen, ein Netzwerk das zusammen hält: Ken Jebsen, der seine Russlandpropaganda sogar im gleichgeschalteten russischen Staatsfernsehen als angeblicher deutscher Experte verbreitet (KenFM , free21.org , NDS, Rubikon u.a.). Sie bezichtigen die Medien der Lüge, bleiben aber den Beweis schuldig. Ihre „Beweise“ (ich beziehe mich auf den Text zur russischen Annexion der Krim) sind vielfach widerlegt worden.

Dies verschweigen Sie bewusst, weil es nicht in Ihr Weltbild passt. Der von Ihnen angeführte Herr R. Merkel ließ sich bei völlig fehlender Fachkentniss, nur einen Monat nach dem Krim-Referendum zu einer Analyse hinreißen und kommt zu dem Schluss, es handelt sich nicht um eine Annexion. Zwei Jahre später gab er ein weiteres Interview zu dem Thema und verschwieg die bis dahin bekanntgewordenen Erkenntnisse, um bei seiner Beurteilung bleiben zu können.“

Das ist Teil eins des ersten Postings, wir haben also noch etwas vor uns. Es hat etwas von Satire. Ehrlicherweise gebe ich zu, dass ich dann doch in Heiterkeit ausbrach, als ich den Text im Artikel einpflegte – und wünschte mir, dass Ulf vielleicht irgendwann selbst in der Lage ist, darüber, über sich selbst zu lachen. Zu lachen, ohne sich und seine Persönlichkeit dabei in Frage gestellt zu sehen. Im letzten Post setzte Ulf dem Ganzen die Krone auf und ich frage mich, ob bestimmte Leute wirklich allen Ernstes glauben, ein Recht zu haben, dass alles was sie von sich geben, freizuschalten ist?

„Mehrere Kommentare, gespickt mit Beweisen für Ihre srupellosen Lügen habe ich geschrieben, in sachlichem Ton, keiner ist je irgendwo aufgetaucht.“

Es gibt zwei Möglichkeiten zur Rolle des Ulf, das deutete ich bereits an. Die eine ist, dass Ulf uns seine Aufgeregtheit nur vorspielte, die andere, dass er es tatsächlich war. Ab und zu werde ich dieses Rollenverständnis im Folgenden immer mal wieder streifen.

Nehmen wir mal an, dass Ulf tatsächlich sehr aufgeregt war, als er diesen Text verfasste. Das führte dazu, dass ihm so einige Fehler in Rechtschreibung und Grammatik unterliefen, die ich – der Lesbarkeit willen – freundlicherweise korrigiert habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ulf sein deutsch im Grunde besser beherrscht. Doch mit so viel Schaum vor dem Mund wird es schwer, Sprache sauber in Schrift zu fassen. Das dürfte nicht nur Ulf so gehen. Aber wie gesagt, kann man so etwas auch vorspielen und ausschließen möchte ich diese Variante – angesichts des oben angewandten „Baukastenprinzips“ nicht.

Zwei Dinge sind angebracht, auseinandergehalten zu werden: Der rationale, inhaltsbezogene Aspekt, das was man dann auch gemeinhin unter Kritik versteht und der emotionale Aspekt, bei dem es schlicht nicht um Inhalte sondern um das eigene, ausgelebte – und sich damit nach außen offenbarende – Ego geht. Den inhaltsbezogenen Teil der Ulfschen „Kritik“ können wir – was den ersten Teil betrifft – rasch abhaken. Warum?

Weil sie dort nirgends vorkommt. 

Beim emotionalen Teil sieht es anders aus, denn wir erleben die pure Emotion und weil Emotionen eine große Macht über uns haben, ja vordergründig unser Leben, unser Überleben steuern, dürfte der Leser nach dem Genuss der obigen Zeilen – in die eine oder andere Richtung – emotional ordentlich aufgebürstet sein. Das lässt sich erst einmal nicht verhindern. Wir haben uns dem Text ausgesetzt und sind deshalb – im ersten Wurf immer – vereinnahmt. Empathie ist das Zauberwort, solche Emotionen zu verstehen, sie als normal zu empfinden und durch Reflexion zu verarbeiten. Empathie ist aber das, was im öffentlichen Diskurs so ziemlich an letzter Stelle steht – zumindest ist das mein Eindruck.

Dort wo Propaganda regiert, bekommt Empathie nicht die Luft zum Atmen.

Und was wir da oben lesen, ist die pure Propaganda. Es sind fast alle Stilelemente vorhanden, die eine „gute“, professionelle Propaganda ausmachen. Das erste ist die Überschrift mit der emotional triggernden Grundaussage:

„Unglaublich, was hier für ein propagandistischer Blödsinn verbreitet wird!“

Denken wir daran, dass die Überschrift die nachhaltigste Wirkung hat, es ist wie eine Tür mit Beschriftung. Was an der Tür steht, stimmt uns darauf ein, was wir hinter der Tür zu erwarten haben. Schon mit der ersten Aussage ist die Absicht der Einschüchterung zu erkennen.

Hier wird mit den Muskeln gespielt und eine klare Kampfansage formuliert. Unser Ego wird herausgefordert. Wir sollen von Anfang an in einen Konflikt geführt werden. Entsprechend reagieren wir auch. Unser Blutdruck steigt, wir sind empört, fühlen uns angegriffen oder aber wir sind mitgenommen und solidarisieren uns. Wir sollen Positionen im Für oder Wider einnehmen und uns darin verstricken.

Der Vorwurf der Propaganda ist recht geschickt gewählt. Mit dem Frontalangriff wird die eigene Propaganda versteckt. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Prüfen Sie bei so etwas ihre eigenen Emotionen. Was passiert da? Sie sind aufgeregt, Adrenalin wird ausgeschüttet, Sie sind geneigt affektiv zu reagieren.

Danach feuert Ulf 26 Zeilen lang weiter, um seinen Gegner erst gar nicht zur Besinnung kommen zu lassen und das funktioniert! Dabei hat unser lieber Ulf in all diesen Zeilen nicht ein einziges Mal tatsächlich auf den Inhalt des „kritisierten“ Artikels Bezug genommen. Vielmehr hat er den Baukasten der Propaganda geöffnet, der nicht mit Rationalität sondern mit psychologischen Tricks arbeitet und darauf aus ist, beim Gegenüber Ängste und Schuldgefühle zu wecken.

Kontaktschuld: Wie es der Name ausdrückt, ist das eine Schuldkategorie. Die Liste der Unnahbaren, zu Meidenden ist respektabel. Es sind die alternativen Plattformen mit der größten Reichweite und natürlich Wissenschaftler, die es wagen, eine eigene, abweichende Meinung öffentlich und dort sachlich und argumentativ zu vertreten. Also bekommen sie von Ulf auch die entsprechende Wertschätzung.

Diffamierung und moralische Abwertung von Menschen platzt aus jedem Ulfschen Satz. Das weckt Misstrauen. Misstrauen ist ein subtiles Gefühl von Angst. Es zwingt das Opfer, den Abstand zur diffamierten Person zu erhöhen. Misstrauen ist der Vorläufer der Angst, die wieder der des Hasses. Hass ist die Bedingung, Krieg aktiv zu führen.

Mit der „großen Schnauze“ wird die vollständige Kenntnis der absoluten Wahrheit und die ebenso große Kenntnis, dass alles andere Lügen sind, in die Welt gebrüllt. Je lauter, desto besser. Gut gebrüllt Löwe, äh Ulf. Unsere Emotionen beruhen auf Jahrmillionen der Genesis unseres Reptilienhirns und des „davor“ liegenden limbischen Systems. „Klare Ansagen“ heißt „den Kamm schwillen zu lassen“, sich aufplustern, sich größer machen. Alles was „sinnvoll“ ist, um den Konkurrenten oder Gegner zu beeindrucken – purer Existenzkampf.

Und so beginnt Krieg.

Die „große Schnauze“ wirft dem anderen auch vor, was man selbst nicht zu bieten hat. Fehlende oder unglaubwürdige Quellen zum Beispiel, deren Seriösität Ulf massiv angreift – weil er die nämlich tatsächlich als gefährlich ansieht – selbst aber in welcher Anzahl zu bieten hat?

Ich habe noch mal gründlich in allen Posts alle von Ulf in der „Kritik“ vorgebrachten, belegenden Quellen zusammengezählt. Es sind exakt:

EINE.

Dazu eine, die einen – gelinde gesagt – fragwürdigen Kontext zur Krim-Krise hat (weiter unten dazu mehr). Deshalb muss Ulf auch so rumschreien, damit das der verdatterte Leser erst gar nicht mitbekommt. Dass nämlich Ulf, von dem was er bei anderen einfordert, rein gar nichts zu bieten hat. Diese Armut muss in überwältigenden Emotionen erstickt werden.

Gab es irgendeinen Ansatzpunkt in Ulfs Stellungnahme, wo man ansetzen konnte, in der ein Diskurs möglich war. Den gab es – danach. Das Problem ist nur: Wer zuvor durch den gerade beschriebenen manipulativen Gewaltakt gedreht wurde, ist nicht mehr in der Lage, mit klarem Kopf die nachfolgenden Argumente kritisch zu verarbeiten. Deshalb auch genau diese Reihenfolge. Ist Ulf vielleicht doch ein Angestellter? 

Kommen wir zum angekündigten Ansatzpunkt und dieser ließ mich wirklich aufhorchen. Lieber Ulf, Sie haben zwar keine Quellen zu bieten, immerhin liefern sie nun Sachinformationen. Das ist ja schon mal eine erste Grundlage. Sie schrieben:

„Der Hilferuf der russischen Bevölkerung auf der Krim, nach Schutz vor angeblichen Übergriffen der ukrainischen MINDERHEIT ist auf eine Demonstration am 23.02. datiert. Russland ehrt aber seine Kämpfer mit Orden „Zur Wiedergewinnung der Krim“ welche den Start der Militäroperation dokumentieren: 20.02. 2014! Zu diesem Zeitpunkt war der prorussische Präsident V. Janukowitsch noch im Amt.

Selbst die russische Zeitung Novaya Gazeta berichtet über ein Strategiepapier des Oligarchen Malofeyew, welches als These beinhaltet: man müsse „auf die Zentrifugalbestrebungen verschiedener Regionen des Landes setzen, mit dem Ziel, den Anschluss der östlichen Gebiete an Russland zu initiieren dabei sei das Hauptaugenmerk auf die Krim und das Gebiet Charkiw zu richten.“ Dieses Papier Entstand Anfang Februar, deutlich bevor die Proteste starteten. Ebenfalls spricht M. von der „Notwendigkeit einer PR-Kampagne“ um die „russische Intervention zu rechtfertigen“ Über Malofeyew wird selbst in russischen Medien von einem ortodoxen Monarchisten gesprochen, der das Zarentum wieder einführen wil und der Ukraine das Existenzrecht abspricht.

Außerdem wies man ihm Millionenzahlungen an den „Volksbürgermeister“ von Sewastopol zur Unterstützung der Prorussischen Aufstände nach. Ich fasse es nicht, dass Sie hier weiterhin versuchen, Tatsachen zu verdrehen, wo selbst der Verursacher mittlerweile öffentlich dazu steht. Vielleicht sollten Sie aufhören ungeprüften Blödsinn nachzuplappern und sich stattdessen mit der politischen Geschichte der Region etwas intensiver befassen.“

Ist es Ihr gefährliches Halbwissen, das zu schreiben, Ulf, oder bauen Sie darauf, dass Ihr Publikum zuverlässig mit diesem gefährlichen Halbwissen bestückt ist und längst die Waffen vor dem Ängste schürenden Dauerfeuer des Mainstreams gestreckt hat? 

Im ersten Teil wurde der Leser mit einem emotionalen Gewaltakt regelrecht erschlagen. Vor allem deshalb wurde der Post von mir auch so nicht freigeschalten. Hätte Ulf ihn weggelassen und beim zweiten Passus begonnen, dann hätte ich ihn sehr wohl freigeschalten. Nur hätte unser lieber Ulf in diesem Falle zwar in der Sache diskutiert, aber die angestrebte Meinungsführerschaft im Forum wäre von vornherein obsolet gewesen. Ohne die emotionale Keule am Anfang hätte jedoch seine – ich greife vor – dünne Sachargumentation danach auf noch klapprigeren Beinen gestanden.

Beim emotionalen Einstieg hat der gute Ulf ja auch gleich die Richtung vorgegeben, wo der interessierte Leser nicht recherchieren darf, um zu prüfen – auch um Ulfs Informationen zu prüfen. Nun Ulf, der Leser darf. Und er muss sich nicht in die von Ihnen propagierte Unmündigkeit drängen lassen. Er hat einen eigenen Kopf, sich eine Meinung zu bilden.

Nehmen wir uns also Ulfs Bemerkungen zur Sache im Einzelnen vor:

„Der Hilferuf der russischen Bevölkerung auf der Krim, nach Schutz vor angeblichen Übergriffen der ukrainischen MINDERHEIT ist auf eine Demonstration am 23.02. datiert. Russland ehrt aber seine Kämpfer mit Orden „Zur Wiedergewinnung der Krim“ welche den Start der Militäroperation dokumentieren: 20.02. 2014! Zu diesem Zeitpunkt war der prorussische Präsident V. Janukowitsch noch im Amt.“

An dieser Stelle könnte ich schon sagen: So Du mir, so ich Dir, mein lieber Ulf. Aber ich bin mal nicht so. Ich stelle mir jetzt vor, dass Sie das alles mit glaubwürdigen Quellen belegen können, Sie aber leider „vergessen“ haben, die aufzuführen. Das kann schon mal passieren.

Die extrem Russland-feindliche Hysterie in der Ukraine wurde nicht erst am 23. Februar 2014 und auch nicht am 20. Februar 2014 losgetreten. Dieser Prozess lief über Jahre und kulminierte in den Februartagen 2014 auf dem Maidan – und nicht nur dort. Wie stellen Sie sich Politik vor, Ulf? Sie halten es für ein normales Szenario, dass Russland vor den Ereignissen in der Ukraine jahrelang die Augen verschlossen hat, um dann irgendwann im Frühjahr 2014 aufzuwachen und zu staunen? Das glauben Sie im Ernst?

Natürlich hat sich Russland auf das Szenario des Krim-Anschlusses vorbereitet, was denken denn Sie? Ulf, Sie müssen jetzt sehr tapfer sein. Denn Vorsicht, der folgende Link ist von der Online-Plattform Rubikon! Dort gibt es einen Artikel von Stefan Korinth, der detailliert beschreibt, dass die Berichterstattung über den Kiewer Maidan selektiv und damit tendenziös war. Da sind übrigens – ich wiederhole es gern – eine Fülle von Quellen vermerkt, die Korinths Aussagen belegen. Viele Quellen sind das – und wenn Sie, Ulf, die nicht lesen, ein paar hundert weitere Leser, werden sich den Blick in diesen Artikel von Ihnen ganz sicher nicht verbieten lassen. 

Was die Anzahl der Quellen betrifft, bin ich schon einmal locker mit 1:0 in Führung gegangen. Dahinter stecken aber noch wesentlich mehr Quellen. Was die taugen, dazu kann sich jeder kritische Leser selbst seine Meinung bilden. Der kritische Blick ist wirklich notwendig, der gegenüber alternativen Medien aber eben auch gegenüber diesen hier, alles Quellen, die Stefan Korinth in seiner Recherche genutzt hat: Die Welt, AFP, Der Spiegel, taz, Tagesspiegel, Die Presse, Stuttgarter Zeitung, die Online-Plattform des ukrainischen Parlaments, das ZDF und die BBC.

Also noch einmal, lieber so auf Quellen Wert legender Ulf: Im Beitrag von Stefan Korinth erfahren Sie – quellenbasiert – dass der Maidan schon Wochen zuvor in großen Teilen der Westukraine so ziemlich alle Normen eines demokratischen Rechtsstaates eingerissen hatte. Völlig unabhängig davon, wie man das Krim-Referendum und den Anschluss der Krim an Russland – samt der damit verbundenen Geschehnisse – nun bewerten mag, ist es unbestritten, dass es für die russischstämmige Bevölkerung der Ukraine äußerst schwerwiegende Gründe gab, es so richtig mit der Angst zu bekommen.

Viel interessanter aber finde ich, was Ulf danach zur Sprache brachte:

„Selbst die russische Zeitung Novaya Gazeta berichtet über ein Strategiepapier des Oligarchen Malofeyew , welches als These beinhaltet, man müsse „auf die Zentrifugalbestrebungen verschiedener Regionen des Landes setzen, mit dem Ziel, den Anschluss der östlichen Gebiete an Russland zu initiieren dabei sei das Hauptaugenmerk auf die Krim und das Gebiet Charkow zu richten.“ Dieses Papier Entstand Anfang Februar, deutlich bevor die Proteste starteten. Ebenfalls spricht M. von der „Notwendigkeit einer PR-Kampagne“ um die „russische Intervention zu rechtfertigen“ Über Malofeyew wird selbst in russischen Medien von einem orthodoxen Monarchisten gesprochen, der das Zarentum wieder einführen will und der Ukraine das Existenzrecht abspricht.“

„Selbst die russische Zeitung Novaya Gazeta [Nowaja Gaseta] berichtet …“.

Was will uns der Meister damit sagen? Dass die russische Presse doch nicht gleichgeschaltet ist? Dass sie sogar ziemlich viel Dreck über die russische Regierung und den russischen Präsidenten auskippen darf? Also was denn nun: Gleichgeschaltet oder nicht? Wie kann eine Zeitung, die von Oligarchen, Soros-Stiftungen und niederländischen Institutionen beschenkt wurde, in Putins Reich noch existieren (1)? Merke den Widerspruch …

„Selbst“ ist die dürre Krücke, die Ulf hier geschnitzt hat, um seine Behauptung der gleichgeschalteten Medien nicht in den Gulli spülen zu müssen. Jeder Leser braucht nur mal „Nowaja Gaseta“ in einer Suchmaschine eingeben und wird erfahren, wie engagiert das Blatt aus „dem Zarenreich“ berichtet. 

Was nun kommt, ist wirklich sehr geschickt eingefädelt. Hier wird nämlich aus Fragmenten eine neue Geschichte gebastelt und diese Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. Diese Geschichte, die nachweisen soll, wie aggressiv Russlands Außenpolitik ist – sie ist eine Lügengeschichte. Mit ihr habe ich mich sehr intensiv befasst und so begann die Geschichte – als „Dokumentation“ des Zweiten Deutschen Fernsehens:



Weiß der Leser, wer Malofejew ist?

Eines können wir schon einmal festhalten, nämlich was er NICHT ist. Konstantin Malofejew mag sich noch so sehr als Fan des russischen Präsidenten aufführen. Doch ist er weder Mitglied der russischen Regierung, noch hat er Einfluss auf sie – im Gegenteil. Malofejew ist Sinnbild für eines der großen Probleme Russlands. Das sind die Oligarchen, die – unter fachkundiger Beratung US-amerikanischer Experten – in den 1990ger Jahren rasch zu extremen Reichtum gekommen waren und ebenso rasch versuchten, die politische Macht in Russland zu übernehmen. 

Entweder Leute wie Ulf lieferten den Spin auch für diese Dokumentation oder Leute wie Ulf haben die Absicht der Spin-Doktoren aufgeschnupft. Ich schwanke hin und her …

Denn der gute Ulf, der Propaganda ganz doll schlimm findet, redet dem Leser hintergründig ein, Malofejew und die russische Regierung gehörten irgendwie zusammen. In diesem Artikel habe ich mich sehr intensiv mit der ZDF-Doku befasst, ihrem Aufbau, ihrer subtilen Propaganda, ihrer Dekontextualisierung, ihren unzähligen Triggern, Feindbilder beim Zuschauer zu erzeugen. Da hat es doch Geschmäckle, wenn der „Lügenbekämpfer“ Ulf gleich mal wieder ein bisschen direkter wird:

„Außerdem wies man ihm [Malofejew] Millionenzahlungen an den „Volksbürgermeister“ von Sewastopol zur Unterstützung der prorussischen Aufstände nach. Ich fasse es nicht, dass Sie hier weiterhin versuchen, Tatsachen zu verdrehen, wo selbst der Verursacher mittlerweile öffentlich dazu steht. Vielleicht sollten Sie aufhören ungeprüften Blödsinn nachzuplappern und sich stattdessen mit der politischen Geschichte der Region etwas intensiver befassen.“

Oh, es gab einen Aufstand auf der Krim? Wusste ich gar nicht. Wie viele Opfer gab es? Von wem hat man sich befreit? Wie muss ich mir diesen Aufstand vorstellen? Schön auch: „man wies nach“. 

Kommen wir zur geopolitischen Betrachtung:

„Die Annexion war das gezielte und geplante Ausnutzen einer instabilen Lage in der Ukraine um die eigenen geostrategischen Machtinteressen in Bezug auf die Vorherrschaft im Schwarzen Meer und damit den gesicherten Zugang zum Mittelmeer zu gewährleisten. Dies ist seit jeher eines der wichtigsten Ziele russischer Außenpolitik ( vgl. Panslawismus).“

Der Anschluss der Krim hatte ganz ohne Zweifel auch mit geostrategischen Interessen Russlands zu tun, selbstverständlich. Inzwischen kurven Flugzeuge des NATO-Bündnisses, wie auch dessen Schiffe in immer größerer Zahl über und auf dem Schwarzen Meer. Es war wirklich eine glückliche Fügung, dass die Krim-Bewohner diesen Anschluss in ihrer Mehrheit auch unterstützten! Die Marinebasis Sewastopol stand für Russland auf dem Spiel. Was gibt es an all dem auszusetzen? Oder wollen Sie mir mit Moral kommen, Ulf? Dass das nicht den Gebaren eines Rechtsstaates entspricht? Wollen wir von den weltweiten militärischen Aktivitäten des selbsternannten Wertewestens sprechen?

„Oder haben Sie sich jemals gefragt warum Russland direkt nach der Annexion Boden-Schiff-Raketen auf der Krim stationierte, die mit Ihrer Reichweite von 300 km im Bedarfsfall den kompletten Schiffsverkehr bis zur türkischen Küste lahm legen können? Es ist für Putin einfach nicht hinnehmbar, dass das größte Land der Erde von einem beträchtlichen Teil der Welt maritim nahezu abgeschnitten ist. Oder auf welchen Wegen fänden russische Schiffe z.B. nach Afrika, zur Arabischen Halbinsel, zu den Mittelmeerstaaten?“

Zu exakt diesem Absatz ließe sich wohl sagen: Wo er Recht hat, hat er Recht, der Ulf. Es beißt sich nicht an seinem Framing, also darf die Wahrheit in diesem Falle rausgelassen werden.

Damit hatte der Wahrheitsminister gesprochen und geigte seinen selbst gewählten Opponenten nun weiter:

„Hören Sie endlich auf den Propagandalakaien für Putin zu spielen. Der lacht sich kaputt darüber, dass seine halbherzigen Vertuschungsversuche derart unkritische Jünger dazu veranlassen, ihr Hirn abzuschalten.“

Der Berg kreiste und gebar ein Mäuschen.

Daraufhin hatte ich Ulf erst einmal auf die Warteliste gesetzt. Das nutzte er für einen weiteren Post und er hatte sogar eine Quelle dabei (2):



Wir sehen eine Prügelei in der russischen Staatsduma (Parlament) aus dem Jahre 2013. Was hatte das mit der Krim-Geschichte zu tun? Im Artikel hatte ich das nach dem Putsch gegen Janukowitsch gewählte Parlament kritisch erwähnt. Schließlich wurden die in unseren Medien als die neuen Musterdemokraten verkauft. Aber wir sind doch die Guten, nicht wahr, Ulf? Wollen Sie damit sagen, dass es also in Ordnung so ist, weil die Russen das ja auch machen? Das machen die tatsächlich und die „gleichgeschaltete russische Presse“ berichtet sogar von so etwas. Bitteschön, Ulf, hier der Direktlink über den Vorfall zum Sputnik, wo auch die Hintergründe der Auseinandersetzung erläutert werden. 

Was ich kritisierte war, dass der moralische Anspruch, mit dem wir uns ständig beweihräuchern, der Realität nicht stand hält. Im heroischen Kampf gegen die Lügen drehte sich Ulf daraus die folgende Geschichte:

„Deshalb nur ein Link zu dem Thema: in Russland gäbe es solche Auseinandersetzungen nicht. So kann ich das bei jeder Behauptung hier in diesem Artikel machen. Aber wenn man sich nur bei Verschwörungstheoretikern informiert, bekommt man natürlich auch nur die Informationen.“

Hier ist noch was aus Italien, Ulf:



Und hier eine kleine Diskussion im kosovarischen Parlament:



Nur zur Erinnerung: Der Kosovo ist nach wie vor völkerrechtlicher Bestandteil Jugoslawiens. Da steht jetzt Camp Bondsteel, der größte Militärstützpunkt der US-Amerikaner in Europa. Ist alles so in Ordnung – Wertewesten eben, genauer gesagt wir. Ich kritisiere uns, unsere Gesellschaft, unser Verhalten.

Vielleicht noch ein wenig Parlamentarismus aus Japan, wir reden hier sämtlich von Musterdemokratien, Wertegemeinschaft, Sie wissen schon:



Wer hatte geschrieben, dass es so etwas in Russland nicht gäbe? Also ich jedenfalls nicht. Ja, Ulf, so können Sie das natürlich tatsächlich mit jeder Behauptung machen. Es ist sogar so, dass – folgt man Ihrem Gedankengang – Russland das im Gegensatz zum Wertewesten darf. Denn dort haben wir ja eine Diktatur – oder was auch immer. Auf jeden Fall haben die nicht die Werte der westlichen Wertegemeinschaft, unsere vermeintlichen Werte, Ihre vermeintlichen Werte. Werte, die Sie wahrscheinlich nicht einmal genau definieren können. Vielleicht fühlen Sie die ja nur irgendwie – als gefühlt auf der guten Seite stehend?


Hat ein Ulf die Fähigkeit, sich in den Tumulten europäischer Parlamente wiederzuerkennen? Denn was dort geschah, ist nichts anderes als die weitere Ausprägung einer von emotional gefangenen, das eigene Ego auslebenden Menschen, die sich damit der Fähigkeit beraubten, achtungsvoll miteinander unterschiedliche Sichten und Meinungen auszutauschen. Dieses Defizit durften wir exemplarisch in Ulfs Kommentaren erleben.


Ganz ehrlich, Ulf: Was mich bewegt, ist das Warum. Wenn Sie Lohnschreiber oder Troll sind, der durch die Blogs streift, um die Diskussionskultur zu zerstören. Warum? Wenn dem nicht so ist, dann erst recht: Warum? Geht es auch dann vielleicht gar nicht um die Krim oder Russland? Geht es vielleicht vielmehr um Sie ganz persönlich? Welchen Kampf fechten Sie also wirklich aus? Ist Ihr kleiner Krieg – der den großen Krieg, erst möglich macht – der vermeintlich bequemere Weg, in dem sie damit die Angst vor den eigenen Baustellen nach außen leiten?

Bleiben Sie alle schön aufmerksam.


Anmerkung und Quellen

(Allgemein) Die drei Kommentare von Ulf können an dieser Stelle – in Rechtschreibung und Grammatik unverändert – als komplettes PDF studiert werden. Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. 

(1) 2.9.2015; https://rusletter.com/articles/novaya_gazeta_was_funded_by_the_netherlands

(2) 2013; h ttps://www.youtube.com/watch?v=hSAC2z9hJ9Q

(Titelbild) Streit, Ziege; 27.3.2015; Autor: Noupload (Pixabay); Quelle: https://pixabay.com/de/ziegen-wettkampf-streit-692660/; Lizenz: CC0 Creative Commons

13 Kommentare

  1. Lieber Ped,
    Hater im Internet sind so eine Sache, die sich durch den spezifischen Mangel an Argumenten meistens von selbst entkräften, oder wie von dir im obigen gezeigt, mit relativ wenig Aufwand entkräftet werden können. Der Rest ist einfach Pöbelei.
    Interessant fand ich den Tumult im japanischen Parlament, denn da ging es um ein Thema, dem im hiesigen auch mit etwas mehr Vehemenz entgegengetreten hätte werden müssen, nämlich Auslandseinsätze der Armee. Weshalb hier so nebenbei mal wieder eins gezeigt wird: das völlige Versagen der deutschen Politik seit 1989, wodurch mit einer Reihe skandalöser Entscheidungen die Misere herbeigeführt wurde, in der wir nun leben, und die sich in ein paar Jahren erst so richtig zeigen wird, wenn auf den Straßen wieder so herumgeschossen wird wie vor hundert Jahren. Es wären wirklich wichtigere Probleme zu lösen gewesen als der Allianz Group das nötige Spekulationskapital für den Börsenschwindel zukommen zu lassen, währen global die -mit Verlaub- Scheiße am dampfen ist wie noch nie. Das Herumgeulfe ändert daran gar nichts. Ein bißchen agressiverer parlamentarischer Widerstand gegen den grassierenden Wahnwitz wäre zumindest ein kleiner Lichtblick in diesen finsteren Zeiten, wo eine moralisch und wirtschaftlich komplett auf den Hund gekommene Supermacht ein Waffenarsenal angehäuft hat, das die Menschheit noch nicht gesehen hat, während die ersten Inseln vor den Fluten geräumt werden müssen, und nach 100 Jahren Erdölkriegen langsam keiner mehr weiß, womit der Nahe Osten nochmal wiederaufgebaut werden soll. Schließlich haben die fossilen Energieträger zum einen eine begrenzte Kapazität, zum anderen vielleicht jetzt bereits deren Verbrennungsrückstände eine so kritische Wirksamkeit erreicht, daß ohne die künstliche Atmosphäreneintrübung des überbordenden Flugverkehrs die Temperatur glatt um ein Grad hochschnellen würde! Also Ulfs dieser Welt, hier die Antwort auf eure Aggros: „Ja ja, is ja gut. Und jetzt hinsetzen, Klappe halten.“ Es geht ums Überleben, und schon lange nicht mehr um irgendwelche wahnhaften Kalter Kriegs-Relikte in irgendwelchen Gehirnen auf Primatenniveau. Da beist die Maus kein Faden ab!
    Gruß, Ulrich

  2. Lieber Ulf,

    ich biete Ihnen gerne an, als Mittler zu fungieren. Wir beide können uns bilateral austauschen. Ich nehme dann die Emotionen heraus und »übersetze« Ihre Sachargumente so, dass sie hier durch die Hausordnung kommen.

    Was meinen Sie? Meine Kontaktdaten erhalten Sie über Peter Frey.

    Herzliche Grüße und ein frohes neues Jahr

    Ruben

  3. Ich habe durchaus Verständnis dafür, daß Herr Frey das Bedürfnis verspürt hat, sich diesen Ulf zur Brust zu nehmen. Da hockst du tage- und nächtelang an einem Artikel, gibst Dir unendlich Mühe, ja alles wasserdicht zu machen, deine Schlußfolgerungen und Ansichten mit seriösen Quellen zu untermauern, investiert Unmengen von Hirnschmalz und Herzblut in jede Zeile und dann blökt Dich einer in deinem eigenen blog an, das sei alles „propagandistischer Blödsinn“. Wenn dir da nicht das Blut in den Ohren rauscht, bist du kein Mensch (mehr). Herr Frey hat für sich die Entscheidung getroffen, seinen Ärger dadurch zu verarbeiten, daß er uns als Leser seines blogs an seinem Ärger teilhaben läßt und sich öffentlich mit dem, was dieser Ulf so schreibt und warum er es schreibt, auseinanderzusetzen. Und da liegt wohl der Hase im Pfeffer. Du kannst dich noch so bemühen, einen Krakeeler mit hieb- und stichfesten Argumenten als Krakeeler zu entlarven und dabei so cool und unaufgeregt wie möglich formulieren, das, was du eigentlich möchtest, nämlich, daß der Krakeeler einsieht, daß er selber es ist, der den „Blödsinn“ verbreitet, wirst du nicht erreichen. Umdrehen, weggehen, den Schreihals Schreihals sein lassen, keine Energie in die Auseinandersetzung mit diesen an sich bedauernswerten Zeitgenossen stecken. Einem ignorierten Krakeeler geht die Luft aus, wie einem undichten Luftballon. Ich weiß, das ist leichter gesagt, als getan und ich bin selber noch kräftig am Üben, was das Umdrehen und Weggehen betrifft. 🙂

    1. Inwiefern sein Unwesen?

      Treibt er die Schafe im GEZ-Gatter zusammen, falls die Blökherde die Ohren aufstellt? Macht er das genauso wie hier, indem er vor jedes Loch im Zaun ne Lautsprecher-Batterie aufstellt?

  4. Lieber Peter,

    wie Du weißt, schätze ich Deine Artikel zu politischen und gesellschaftlichen Themen sehr (und die anderen auch). Besonders, weil Du Dich spürbar darum bemühst, Deinen Lesern die Bildung einer eigenen Meinung jenseits der Meinungshoheit zu ermöglichen. Dabei gibt mir die Tatsache, dass Du kaum einen Artikel einstellst, der nicht mehrere Dutzend Originalquellen aufführt ein hohes Maß an Sicherheit, auch wenn ich die genannten Quellen nur selten im Detail nachvollziehe. Ich verlasse mich weitgehend darauf, dass Du die Quellen nach bestem Wissen und Gewissen ausgewählt und ausgewertet hast. Du hast Dir bei mir ein hohes Maß an Reputation erworben. Dies auch dadurch, dass Du in Deinem Blog Kommentare zulässt und jedem, der über andere Informationen verfügt oder die von Dir zitierten Quellen anders interpretiert die Möglichkeit bietest, dies öffentlich mit Dir zu diskutieren.

    Ich teile Deine Ansichten und Deinen Anspruch, was einen qualitativ guten und anspruchsvollen Diskurs betrifft und auch Deinen Selbstanspruch, wie mit den eigenen Ängsten und Defiziten umzugehen ist. Dazu schreibst Du ja – etwas verteilt – auch wieder einiges in diesem Artikel.

    Ich teile Deine Auffassung, dass Ulf wenig bis gar keine Argumente bringt, die er anhand von Quellen belegt und damit prinzipiell falsifizierbar macht. Ich teile auch Deine Einschätzung, dass Ulf wahrscheinlich emotional hoch erregt war, als er seine Kommentare verfasst hat. Schließlich kann ich auch gut nachvollziehen, was Du alles an Standardmethoden aus dem Bausatz der Propaganda herausgearbeitet hast.

    Trotzdem – wenn ich Deinen Anspruch und Deinen Artikel nebeneinander halte, verspüre ich reichlich kognitive Dissonanz! Ich versetze mich im Folgenden in Ulf und sage Dir, was ich in meinem Bauch spüre, derweil ich Deinen Artikel lese.

    Ich spüre, dass ich von Dir als Person permanent angegriffen und delegitimiert werde, dass Du Dich über mich erhöhst, dass Du Deine strukturelle Macht als Hausherr hier im Blog ausnutzt, um mich klein zu machen, um Dich über mich lustig zu machen und um mir gönnerhaft Ratschläge zu erteilen, wie ich an den von Dir aus der Ferne diagnostizierten Defiziten arbeiten soll. Ich fühle mich zu tiefst verletzt und in meiner Würde als Mensch missachtet. Ich empfinde das, was Du schreibst und wie Du es schreibst als Standardmethoden aus dem Bausatz der Propaganda.

    Wenn Du nicht weißt, was ich damit im Einzelnen meine, kann ich das gerne näher ausführen.

    Der ebenfalls in Deinem Artikel enthaltene Versuch, Dich auf der Sachebene mit Ulfs Kritik auseinanderzusetzen ist dadurch in meinen Augen ziemlich entwertet. Das Ziel war doch einen Diskurs gerade mit Menschen, die eine andere Meinung haben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Ulf nach diesem Trommelfeuer an Tiefschlägen nochmal aufsteht und Lust verspürt unter diesen ungleichen Bedingungen nochmal in den Ring zu steigen.

    In meinen Augen eine verpasste Chance und ein bitterer Nachgeschmack – Schade!

    1. Hallo Ruben,

      so nimmt man halt einen Troll auseinander, m. M. n. noch viel zu höflich.

      Zitat: “Das Ziel war doch einen Diskurs gerade mit Menschen, die eine andere Meinung haben.“

      So wie bei Psiram? Wer eine Meinung hat, kann sie vertreten und lässt sich auf einen Diskurs ein. Ein Ulf tut das nicht, er kann es gar nicht, weil seine Meinung in seinem Job gar nicht gefragt ist. Ob er nun bezahlt wird oder sich als Nutznießer von Krieg und Chaos freiwillig in die Bresche wirft, ist nebensächlich.

      Herzliche Grüße

  5. Der Blog Peds Ansichten verfolgt zwei grundsätzliche Anliegen: Zum einen die Vermittlung einer möglichst unvoreingenommenen und auf keinen Fall der Meinungshoheit verpflichteten Sicht auf politische und gesellschaftliche Phänomene. Zum anderen die Vermittlung einer anderen Art von Diskurs, als wir sie derzeit – vorgelebt von Politik und Massenmedien, abgefärbt auf und rückkoppelnd von der Bevölkerung – hier in Deutschland vorgeführt bekommen.

    Hier gibst Du Antwort auf die Frage, was Deinen Blog ausmacht. Du machst hier meines Wissens erstmals eine so klare Aussage zur Bestimmung, der Du diesen Blog gewidmet hast, der Du dich in Deiner Rolle als Gastgeber und Autor dieses Blogs verpflichtet fühlt! Darauf habe ich lange gewartet. Ich fände diesen Absatz wert in Dein »Über diesen Blog« übernommen zu werden.

    Einen kleinen Verbesserungsvorschlag hätte ich allerdings noch. In meinen Ohren klingt »bekommen wir vorgeführt« zu passiv, sind wir es doch alle zusammen, die den derzeitigen Diskurs prägen und nicht nur die anderen.

    Mir ist es übrigens im Leben schon öfter so gegangen, dass ich nicht klar beschreiben konnte, worauf ich meine ganze Kraft eigentlich bündele. Irgendwann, nachdem ich mich schon recht lange in das Fokusthema hinein gekniet hatte, ist es dann einfach aus mir herausgesprudelt. Plötzlich war große Klarheit. Danach waren die jeweiligen Fokusthemen allerdings dann auch bald abgegrast, ein anderes Fokusthema schien mir reichere geistige Nahrung zu bieten…

    1. Hallo Ruben,

      gib mir einen Tipp, wo ich den Pfropfen einschlagen muss, damit nicht noch mehr zu diesem Thema aus Dir heraussprudelt.

      Mir ist ganz bange vor Deinem 4. Kommentar.

      Wenn es so weiter sprudelt, dann steht Peter noch als Arschloch da.

      Ohne ersichtlichen Grund hangelst Du dich von „.. lebendiger Antifragilität (oder auch Resilienz, Salutogenese, Coping etc.) …“ 1. Kommentar zu „…kognitive Dissonanz…“ und „In meinen Augen eine verpasste Chance und ein bitterer Nachgeschmack – Schade!“ 3. Kommentar.
      Ja geht’s noch?
      Nach meinem Empfinden hat Peter einen hervorragenden Artikel verfasst. Anders als es sein gutes Recht wäre, hat er auf ein Hausverbot verzichtet oder aber den Kommentar von Ulf unter den Teppich gekehrt, sondern sich sowohl inhaltlich als auch menschlich mit dem „Angreifer“ auseinander gesetzt.

      Stell Dir nur mal vor, ich stürme in Dein Haus, pinkle auf Deinen Gänsebraten und als Dankeschön für Deinen Hinweis, dass das so nicht ok ist, verpass ich Dir noch ein Trommelfeuer an Faustschlägen auf Deinen Solar Plexus…

      Meinst Du, dass du mir danach noch Zöpfe flechten möchtest?

      Tut mir leid, aber über Deinen letzten Kommentar kann ich nur den Kopf schütteln.
      Schaffst Du es auch, Dich in meine Lage zu versetzen?

  6. Egal ob Ulf seine sinnentleerte Seele niederschreibt, weil in diesem Zustand nichts Anderes rauskommen kann als dieser Versuch sich aller propagandistischer Werkzeuge zu bedienen um zu gefallen und ins System zu passen, oder aber er damit seine Gier nach Geld, Materiellem und damit auch der Gier nach Macht fröhnt, die, die es durchschauen können juckt es nicht, und die, die es Juckt, findet man sehr selten auf Ped`s Blog.
    Hier etwas an welches sich doch die aller Meisten auf diesem Blog halten:

    LG an alle!

  7. Der Krieg der Köpfe macht vor Peds Ansichten nicht halt, aber ich bin nicht gewillt ihn mitzuspielen. Stattdessen wünsche ich mir eine positive Essenz, den Gewinn beim Bewusstsein von Achtung und Respekt vor dem Andersdenkenden. Dem soll die Aufarbeitung mehrerer Repliken eines Foristen dienen.

    Großartig! Das klingt nach lebendiger Antifragilität (oder auch Resilienz, Salutogenese, Coping etc.) statt nach unbelebter Robustheit. Antifragilität als Grundprinzip des Leben, das sich Gegenwind nutzbar zu machen weiß, um sich zu entwickeln und zu wachsen.

    Wenn ich an Antifragilität denke, habe ich immer das Bild vom Knochenwachstum vor Augen. Knochen bauen sich da auf, wo der Körper Belastungen spürt und bauen sich da (wieder) ab, wo der Körper keine Belastung (mehr) spürt. Mit diesem simplen Prinzip hat es das Leben geschafft, die in den Genen hinterlegten Strukturmerkmale des Körpers auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Der Rest der Strukturbildung gelingt im Verlauf des Lebens durch Nutzung der vorhandenen Struktur unter natürlichen Bedingungen.

    Das Spüren der Belastungen entspricht dem Gegenwind, den wir im Diskurs erfahren. Ohne Gegenwind gäbe es keine Strukturbildung und auf Dauer würden wir sogar an Osteoporose erkranken.

    Ich bedanke mich bei Ulf und Dir Peter, dass ihr mir Gelegenheit gegeben hat, zu spüren, wo bei mir Bedarf an Entwicklung besteht und mich angespornt habt, mein Weltbild schon wieder zu hinterfragen und umzubauen.

  8. Hallo Ped,

    das Geschreibsel des Ulf sind typische Ergüsse eines Trolls. Es fällt mir nicht schwer, Achtung und Respekt vor anderen Meinungen zu haben, was der Ulf jedoch von sich gibt, ist keine Meinung. Hätte er seine Anschuldigungen gegen Sie auch nur mit einem einzigen Beispiel unterlegt, würde ich ihn ernst nehmen und mich mit Achtung und Respekt auf eine Diskussion mit ihm einlassen. Es war sehr klug von Ihnen, ihm keine Plattform zu bieten und ihn stattdessen mit diesem Artikel zu “würdigen“. 🙂

    Herzliche Grüße

  9. Da steht er nun, der Ulf, aufmunitioniert und bis an die Zähne bewaffnet, „Der Gott des Gemetzels“.

    Bereit dem Peter of Loxley und seinen marodierenden Banden den Belzebub auszutreiben.

    Den Zeitpunkt wähnt er günstig, verdaut der Dorfpöbel doch noch die Weihnachtsgans Auguste.

    Sein treuer Kamerad, Claas Relotius, fiel. Erst in Ungnade, dann von seinem Schlachtross.
    Gemeuchelt von den eigenen Anführern. Ein Bauernopfer? Vielleicht.

    Mit einem „Jetzt erst recht“ wirft Rambo-Ulle seine Blendgranaten und Rauchbomben, denn viel Lametta lässt auch die knorrigste Krücke als Nordmann-Tanne dastehen.

    „Halt“ sagt Peter, „die Gedanken sind Frey“ und „Du hast nur eine Patrone, eine Platzpatrone“.
    Ein Ehrenmann, der Peter.

    „O Captain, my Captain“ möchte Himbeertoni rufen und tauscht den „Guten Roten“ gegen einen einfachen Tafelwein aus dem Friaul…

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