Schiffbruch der Globalisten

In den letzten Wochen und Monaten sind, ohne dass wir davon etwas in den Massenmedien mitbekamen, dramatische Dinge geschehen. Dass der Nahe Osten Schauplatz einer geostrategischen Auseinandersetzung ist, mag bekannt sein. Das Spiel selbst wird aber nur wenigen offenbar, weil auch in diesem Fall sehr fest ein Narrativ in uns verankert wurde.


Ein wenig Geostrategie

Vermittelt wird uns ein Kampf zwischen dem Westen (mit seinen „klassischen“ Demokratien) und Osten (Russland, China), was durch die Sicht einer bestimmten Schicht von Macht vorgegeben wird, für die „der Westen“ vor allem ein Propagandabegriff zur Disziplinierung der eigenen Bevölkerung ist. Sowohl die Menschen an den Spitzen dieser Macht, wie auch ihr ideologisches Fußvolk sind von dieser Sicht auch überzeugt! „Der Westen“ ist eins mit der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft und wird oft (unbewusst) gleichgesetzt mit „der Welt“ oder „der Völkergemeinschaft“. In ihr sind klare Feindbilder verankert, über welche all Jene zu bekämpfen sind, die sich nicht vorbehaltlos der „Achse der Guten“ anschließen. „Der Osten“ ist das Unbekannte, das Unberechenbare, die Gefahr schlechthin.

Doch verschweigen solch schlichte Erklärungen die Komplexität, die Vielschichtigkeit gesellschaftlicher Prozesse. Die Verklärung und Idealisierung der „eigenen“ Seite als höchster Stufe gesellschaftlichen Zusammenlebens dient dazu, eine emotionale Einbindung des Publikums, des konsumierenden Bürgers zu sichern. Nicht nur die Anmaßung auf der Seite der ethisch Reinen zu stehen, mehr noch die Darstellung als Ganzes – und zwar völlig unabhängig davon, auf welcher Seite man sich dabei positioniert –  führt in die Irre. Die eigene Sicht ist eh immer die des Guten …

Die gegenwärtige geostrategische Auseinandersetzung läuft auf diversen Ebenen ab. Eine dieser Ebenen ist die des Ringens zwischen den Protagonisten der althergebrachten globalen Dominanz der „Einzigen Weltmacht“ und Jenen, die eine multipolare Welt als unverzichtbar sehen, um eigene Konzepte umsetzen zu können. Sie ist nicht streng geteilt in Territorien und Kontinente, wie es ihre Star-Ideologen sich gar nicht anders vorstellen können. Das „Great Chessboard“ (das große Schachspiel) ist eine Sicht globalen Machtanspruchs – spätestens gelebt seit der Errichtung des britischen Weltreichs. Das bedeutet aber nicht, dass es ein erkanntes Naturgesetz wäre. Andererseits ist es unabdingbar, zu wissen, wie globaler Machtanspruch „tickt“. Das macht ihn, aufgrund seiner Einfachheit, sehr gut durchschaubar.

Globalistisches Denken hat eine lange Tradition. Witzigerweise wird seine Fragwürdigkeit erst jetzt, in einer globalisierten Welt, so richtig deutlich. Unipolares Denken verkörpert ein zweifelhaftes Menschenbild. Es verinnerlicht das Gegen, die Unterwerfung von Konkurrenten. Multipolar ist das Zulassen eines gleichberechtigten Nebeneinander, das Berücksichtigen anderer Interessen, Kompromissfähigkeit und das Suchen gemeinsamer Lösungen. Multipolar ist vielschichtig, unipolar ist einfach, simpel; ja primitiv. Es gilt daher auch zu unterscheiden zwischen der multipolaren Welt und multipolarem Denken. Nur wenn das Erste vom Zweiten geführt wird, ist Ersterem dauerhafter Erfolg beschieden.


Das Denken in den Machtkonstrukten, so wie sie Brzezinski und Andere beschrieben, wird also die Idee einer multipolaren Welt scheitern lassen. Die Balance zwischen den Mächten wird irgendwann erneut durch eine Dominanz gebrochen werden. Die Herausforderung für Gegenwart und Zukunft ist daher ein grundsätzlich anderes geostrategisches Denken!


Die neoliberale Ideologie, welche der Globalismus verinnerlicht, ist Eine des rücksichtslosen Eigennutzes und der Unreflektiertheit eigenen Denkens und Handelns. Weil das so ist, wirken sich die Umsetzungen der daraus entstehenden geostrategischen Konzepte auch dermaßen fatal auf die Gesellschaften aus. In den Werken Mackinders und Brzezinskis wird das deutlich. Andere (Gesellschaften, Staaten, Kulturen) werden auf ihre Schwächen abgeklopft, um daraus maximalen Eigennutz ziehen zu können. Dabei wird dieses Denken als eine alternativlose Ideologie verkauft. Es wird suggeriert, dass Menschen so und wirklich nur so denken und handeln würden.

Die Globalisten haben mit Hilfe und im Dienste ihrer Mitesser in den vergangenen Jahrzehnten eine Machtfülle angehäuft, die ihr Selbstverständnis in Richtung Größenwahn geführt hat. Außerdem ist es so, dass, je mehr Macht Menschen besitzen, desto größer ihre Ängste werden, Macht zu verlieren. Das ist die oft erwähnte Paranoia. Hinzu kommt, dass ein dermaßen (im wahrsten Sinne des Wortes) auf die Spitze getriebenes Machtsystem aus sich selbst heraus immer instabiler wird. Die erforderlichen Mittel zur geistig-ideologischen Beherrschung der Menschen nehmen volkswirtschaftlich irrsinnige Dimensionen an und die damit vermittelten Effekte werden trotzdem immer geringer. Das ist die größte Gefahr, der sich Macht gegenüber sieht: Das Schwinden des Glaubens.


Der entscheidende Faktor für realen Machtverlust ist sinkende Glaubwürdigkeit. Da Macht grenzenlos wie maßlos denkt und agiert, überspannt sie irgendwann den Bogen und das eben ist in den letzten Jahrzehnten geschehen. Macht entmachtet sich irgendwann selbst. Sie verdummt die eigenen Kollektive, weil sie einseitiges Denken vorschreibt (ihr eigenes elitäres Denken halt), weil sie Kultur, Wirtschaft und Lebensgrundlagen zerstört. Sie schaufelt sich im Bunde mit den Unterworfenen (und sich gleichermaßen Unterwerfenden) das eigene Grab. Sie ist arrogant, daher folgerichtig blind für die Herausforderungen und selbst erzeugten Risiken und bewegt sich so konsequent auf dem Weg in Richtung des Nichts. Die Frage ist, ob, wer und wie die praktische Rolle der Entmachteten übernimmt. Schließlich hängt davon ab, ob das unheilige Spiel von Neuem beginnt.


Das Streben nach Full Spectrum Dominance seitens eines globalistischen Elitengeflechts, das sich selbstredend über das Militär hinaus auf Wirtschaft, Politik und Medien erstreckt und nicht nur auf Netzwerke in den USA und Westeuropa beschränkt, trifft also auf ein natürliches Bündnis von Machtgruppen, die durch Erstere ihre eigene Existenz bedroht sehen und deshalb nach einer ausbalancierten Weltordnung streben. Mit dem Gesagten möchte ich klarstellen, dass auch diese Auseinandersetzung nicht taugt, in Gut und Böse aufgeteilt zu werden. Zumal in diesem Ringen Akteure ihre Rollen wechseln, neue Bündnisse geschmiedet und alte zerschlagen werden. Bei allem, was derzeit passiert, geht es um ein seit Jahrtausenden gelebtes Prinzip, Kollektive in machtbasierten Gesellschaften zu ordnen.

Andererseits steht die menschliche Zivilisation möglicherweise vor einem totalen Kollaps, den sie selbst herbeiführt und durch den sie sich ihrer Existenzgrundlagen auf diesem Planeten beraubt. In diesem Kontext ist die Einhegung, die Entmachtung eines globalen Hegemons, der sich in seinem Machtanspruch gottgleich wähnt, von außerordentlich großer Bedeutung. Gäbe sie doch damit der Menschheit als Ganzes eine Atempause, um überhaupt die Dimension der Aufgaben zu erfassen, die vor ihr liegen, wenn wir unseren Enkeln und Urenkeln noch eine Zukunft auf unserem Globus ermöglichen wollen.

Dies betrachtend ist die Politik der von Deutschland bislang maßgeblich dominierten Europäischen Union schlichtweg eine Katastrophe. Versucht sie doch nahtlos und in größtmöglicher Dimension das Erbe des Hegemons zu übernehmen und weiterzuführen. Ideologisch tief im Globalismus und seinen neoliberalen Auswüchsen gefangen, drängt sie bis heute immer aggressiver in eine hegemonistische Rolle im europäischen und afrikanischen Raum. Wenn wir also nachfolgend das Ringen um eine multipolare Welt an praktischen Beispielen betrachten, müssen wir uns vergegenwärtigen, dass in Deutschland selbst ZWEI große Netzwerke – Filze aus Politik, Wirtschaft und Medien – diesen Weg zu blockieren versuchen.

Erstens sind es die fest in die transatlantischen Netzwerke Eingebundenen, von ihnen Profitierenden und entsprechend Indoktrinierten, welche wie ein verlängerter Arm der Globalisten aus Übersee fungieren. Zweitens aber sind es auch Machtgruppen (die durchaus mit den Transatlantikern verschmelzen) welche auf ihre Chance lauern, vom Hegemon zu erben. Weder die Einen noch die Anderen sind erpicht, ihre Konsumenten über die wahren Ziele aufzuklären und deshalb bekämpfen sie so gnadenlos die (auch in Deutschland existente) Interessengruppe von Multipolaristen. Je stärker das Streben nach Macht in der Interessengruppe verankert ist, desto skrupelloser geht sie bei der Umsetzung vor. Sie sind es auch, die über ihre Macht in den Medien, den Krieg gegen die Köpfe führen.


Das Ringen um eine multipolare Weltordnung ist in vollem Gange; nicht erst seit heute. Auf dem Blog Analitik gab es dazu vor einem reichlichen Jahr einen – aus meiner Sicht – großartigen Artikel. Weil er in spannender wie verständlicher, in verblüffend einfacher Art und Weise erklärt hat, wie sich diese Auseinandersetzung der Globalisten mit den Multipolaristen im Einzelnen abspielt. Bevor Sie hier weiterlesen, empfehle ich Ihnen daher wärmstens noch einmal auf analitik.de das Studium dieses Textes.


Was der Hegemon mit dem Nahen Osten vorhatte, wurde hier schon mehrfach besprochen. Vollständige Dominanz wurde immer über das gleiche Konzept angestrebt: Teile und Herrsche. Überall dort, wo der Imperator seine Macht gefährdet sah, musste die erkannte Macht als Bedrohung ausgeschalten werden. Dafür wurde sie korrumpiert, beschnitten, geteilt, notfalls vernichtet. So schlicht sind die Motivationen für das „Greater Middle East“ und den „Neuen Nahen Osten“, welche in den vergangenen Jahrzehnten handfest umgesetzt wurden.

Was Syrien betrifft, sind die dort noch immer operativ vorangetriebenen Pläne einer Umgestaltung nach dem Konzept des „Neuen Nahen Osten“ gut sichtbar. Um auf „frisch umgepflügter Erde“ ein neues „gutes“ System errichten zu können, ist ein Kahlschlag zuvor im Sinne göttlicher Weltgestalter unvermeidlich. Das erklärt den Islamischen Staat in Syrien und im Irak, die unzähligen salafistischen Milizen im gleichen Gebiet, die Sanktionen gegen Syrien, die vielfältigen Maßnahmen zur Destabilisierung hin zur Zerschlagung des Staatssystems dort. Und es erklärt die Bestrebungen, auf souveränen Staatsgebieten ein Großkurdistan zu etablieren. Im Sinne der Globalisten ist daher Libyen – als zweifelhafte Blaupause für Syrien – auch überhaupt kein Misserfolg. Alle Ziele dort wurden erreicht. Libyen war ein Meisterstück der unipolaren „Weltverbesserer“ und wenn Sie schauen, wer da alles mitgewirkt hat, erschließt sich Ihnen rasch die schlimme Rolle der west- und mitteleuropäischen Großmächte. (a1)

Mit dem Amtsantritt der neuen US-amerikanischen Regierung unter Donald Trump wurden nicht automatisch die Schaltstellen der Macht übergeben; so läuft Politik nicht. Die Operationen zur Zerschlagung Syriens zum Beispiel liefen einfach weiter, die Kampagnen gegen das Land auf politischer und medialer Ebene gleichermaßen. Doch mit Trump wurde sehr rasch klar, dass der Riss zwischen Globalisten und (im weitesten Sinne) Multipolaristen auch durch die verschiedenen Mächtegruppen der Vereinigten Staaten von Amerika ging. Entsprechend heftig war die Reaktion des den Machtverlust spürenden neo- und ziokonservativen Establishments dort. So heftig war sie niemals mehr seit der Ermordung John F.Kennedys.

Von der Geostrategie zur Politik

Der Trump-Clan und seine Unterstützer mussten immer sehr genau die Befindlichkeiten ihrer Gegner im Auge behalten, wie sie auch sorgfältig ihren eigenen Machtspielraum einzuschätzen hatten. Das Bashing der Medien gegenüber Trump zeigt sehr deutlich, auf welch schmalem Grad der Machtwechsel in den USA abläuft. Aus dieser Warte betrachtet, machen so einige im ersten Augenblick irrational klingende Aussagen und Taten dieser neuen Regierung sehr wohl Sinn. Jede Geste, die den Hegemon durchschimmern ließ, nahmen die Globalisten und ihre medialen Beisitzer dankbar an, wie ein Hündchen das leckere Bröckchen. Damit verbunden war immer eine Unterbrechung oder Abschwächung des Drucks auf die Regierung, was ihr neuen Handlungsspielraum gab.

Doch immer dann, wenn die Öffentlichkeit glaubte, Trump wäre „vernünftig“ geworden, setzte er praktische Politik um. Beispiel: Die Operationen der CIA liefen, trotz des Regierungswechsels in Washington ungebrochen. Sie kochten einfach, so wie es Tradition in der CIA ist, weiter ihr eigenes Süppchen in Syrien, um am Regime-Wechsel festzuhalten. Wer hier realitätsfern agiert; das ist nämlich die große Frage:

Ist es die von New York Times und Washington Post gepushte Politik der Clinton-AIPAC-Fraktion, mit einem israelischen Ministerpräsidenten, der lieber heute statt morgen den nächsten großen Krieg im Nahen Osten entfachen möchte? Oder ist es die des Machtzirkels hinter Trump, die den Realitäten ins Auge blicken und ihre Politik zumindest versuchen, daran auszurichten?

Plötzlich, wie aus dem Nichts, drehte Trump der CIA in Syrien den Geldhahn zu. (1) Glauben Sie, diese Entscheidung traf Trump, weil er unberechenbar ist? Ich glaube, er fällte sie, weil er sich zu jenem Zeitpunkt stark genug dafür fühlte. Die wahre Machtablösung kommt auf leisen Sohlen. Offiziell handelte Trump auf Empfehlung des neuen CIA-Direktors Mike Pompeo Zwei Wochen später traf sich Trump mit dem russischen Präsidenten in Hamburg. „Traditionelle“ US-Politik hat vor solchen Zusammenkünften gern Stärke gezeigt. Das tat Trump auch – allerdings auf eine ganz andere Art und Weise. So wie Trump genoss auch Pompeo in der Vergangenheit starke Unterstützung durch die Netzwerke der Koch-Brüder (2), zweier milliardenschwerer in der Ölindustrie groß gewordener Unternehmer (3,4).

Was Pompeo betrifft, gab es zu jener Zeit – im Sommer des Jahres – eine „Nachricht“ des ZDF, in der Sie wunderbar dessen Senderfunktion zur Verbreitung transatlantischer Meinungsmache herauslesen können. Es ist eine armselige Hetze im Auftrag ihrer ideologischen Strippenzieher, die dieser durch Gebühren finanzierte Sender allen Ernstes als Nachricht verkauft; einseitig, parteiisch, selektiv, emotionsgeladen, Feindbild geprägt. Ein Musterbeispiel für Propaganda, die der stramme Transatlantiker Elmar Thevesen aus dem Aspen-Institut lieferte. Dort äußerte sich Pompeo:

„Es ist ja nicht neu, dass Politiker schon mal unsere Arbeit hinterfragen.“ Auch in anderen Fällen sei die politische Bewertung unterschiedlich ausgefallen, aber „wenn Sie die Taten dieser Regierung gegenüber Russland sehen, dann ist das kein Vergleich zum Umgang mit Russland durch unsere Vorgängerregierung.“ (5)

Das ist bemerkenswert mehrdeutig. Was den Umgang der Regierungsspitze mit Russland angeht, kann der unvoreingenommene Beobachter diesen geänderten Umgang nämlich tatsächlich erkennen. Doch jeder hört das, was er hören will und wo er sich selbst geistig verortet. Das „unabhängige und objektiv berichtende ZDF“ (hust) hörte das:

Kaum hat er ausgesprochen, übertönt ein lautes Raunen den spärlichen Applaus. Immerhin hatte Obama einige Strafmaßnahmen gegen Russland verfügt, die Donald Trump nun teilweise wieder aufheben will. Die Empörung über den US-Präsidenten reicht über die Parteigrenzen hinweg: Demokraten oder Republikaner, die meisten wählen gegenüber dem ZDF ähnlich harte Worte wie ein hochrangiger, früherer Regierungsbeamter: „Dieser Präsident ist peinlich und beschämend für uns“. Auch das Wort „gefährlich“ fällt mehrfach. (6)

Beachten Sie: Ein „HOCHRANGIGER, FRÜHERER Regierungsbeamter“ wählt „harte Worte“. Es ist das Rumgeheule der Entmachteten. Aber unreflektiert ging Theveßen im Hass dieser Entmachteten auf; ein leitender Redakteur des ZDF, der sich seine Dienste mit über 200.000 Euro im Jahr versüßen lässt. (7) Da fällt es wohl leichter, nach dem Mund zu reden. Der Mehrwert für uns ist, dass so über alle Maßen ersichtlich wird, wie tief ein öffentlich-rechtlicher Sender der Bundesrepublik in den Machtkampf in den USA verstrickt und auf welcher Seite er da einzementiert ist.

Ideologische Festigkeit findet Theveßen sicher bei seinen Kollegen von der Atlantik-Brücke, wie Kai Diekmann (Springer-Konzern), dem Milliardär Arend Oetker, dem Politiker Friedrich März, dem Chef der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger, Eckard von Klaeden (Chef-Lobbyist bei der Daimler-AG), Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen, dem Mitglied des Transatlantic Policy Networks Alexander Graf Lambsdorff und diversen ZDF-Kollegen … (8,9)

Nur um es noch einmal deutlich auszudrücken: Theveßen und mit ihm das ZDF berichten nicht aus den USA. Nein, auftragsgemäß (und wenn nur im Sinne des ideologisch eingebrannten Dogmas) BEKÄMPFEN sie die US-Regierung unter Donald Trump – und zwar im Stile einer Rufmordkampagne! Daher ist das ZDF weder unabhängig, noch objektiv, noch der Wahrheit verpflichtet; es sei denn, es ist die Wahrheit, an die man selbst innig glaubt.

Natürlich wäre es etwas weit hergeholt, Trump nun als aktiven Vorantreiber einer multipolaren Weltordnung zu betrachten. Der Mann ist ein Baulöwe und Hedgefonds-Manager und so zum Milliardär geworden. Doch für die Multipolaristen ist er trotzdem ein natürlicher Verbündeter, weil die Lobby, die ihn in Macht brachte, eine Politik des „America first“ (USA zuerst) wünscht. Er ist kein Multipolarist, aber ein Gegner des Globalismus, worüber er auch keinen Hehl macht und was auch unsere Medien rasch mitbekommen haben, um ihn damit als „anders“; schlussfolgernd als Feind zu definieren. (10) Hinter Trump stehen eben auch Eliten, die eher zu den Verlierern der US-Politik vergangener Jahre zählen beziehungsweise zukünftige Gefährdungen ihrer Geschäftsmodelle sehen. (a2)

Wenn wir die Politik der US-amerikanischen Funktionsträger betrachten, müssen wir uns Folgendes vergegenwärtigen:


Gesetze werden auch in den USA nach Ausarbeitung dem Parlament vorgelegt. Dort wird es Kongress genannt und besteht (nach britischem Vorbild) aus zwei Kammern. In erster Instanz stimmt das Repräsentantenhaus über Gesetzesentwürfe ab, danach der Senat. Gesetze können durch die Regierung wie auch die parlamentarische Opposition eingebracht werden und gehen dann durch die genannten Instanzen. (11)

Dem US-Präsidenten obliegt lediglich die Unterzeichnung, die er Kraft seines Vetorechts verweigern kann. Wer da Trump entgegensteht, das erkennen Sie zum Beispiel im Falle der Verschärfung der Sanktionen gegen Russland im Sommer des Jahres. (12) Der Senat hatte diese mit 88 Ja-Stimmen und nur zwei Gegenstimmen an den Präsidenten weitergegeben. Nicht anders ist es im Falle des Umzugs der US-Botschaft in Israel nach Jerusalem, dem ein sechs Monaten früher ohne jede Gegenstimme bestätigter Senatsbeschluss vorausging (viele Grüße an die AIPAC-Fraktion). (13) Frühere US-Präsidenten (seit Bill Clinton!) hatten dessen Unterzeichnung lediglich – und zwar aus Sicherheitsgründen (14) – aufgeschoben. Die Sorgen von Politik und Massenmedien in Deutschland über die nunmehrige Unterzeichnung durch Trump sind daher pure Heuchelei, denn die Politik von US-Repräsentantenhaus und Senat wurde hierzulande niemals ernsthaft kritisch thematisiert. (15) Sagen wir es ganz klar: Der Präsident der USA hat den Willen der gewählten parlamentarischen Kammern umgesetzt – nicht mehr und nicht weniger.

Uns wird ständig suggeriert, der US-Präsident träfe emotionale Entscheidungen, was uns wiederum zu (emotionaler) Empörung verleitet. Das ist eine Umkehrung der Realität! Denn sind doch diese Entscheidungen sehr rational und vielmehr taktisch geprägt; und auf diese Weise seine mächtige Gegnerschaft im Kongress berücksichtigend. Denn der Hass seiner (von Macht berauschten) Gegner ist selbstredend emotional und genau darauf zielt Trump mit Entscheidungen wie der zu Jerusalem ab. Die politischen Umsetzungen der Trump-Regierung nutzen also die übersteigerte blinde Emotionalität, die paranoide Psyche seiner Gegner. Weil er sie so tatsächlich emotional(!) ruhig stellt. Die praktischen Folgen dieser Schritte sollte man sehr differenziert betrachten, doch nur so gelingt es Trump, auch die Politik seiner eigenen Strippenzieher in kleinen Schritten voranzubringen. Und für Letzteres wurde er schließlich ins Amt gebracht.


Schauen wir uns noch einige weitere Meldungen der vergangenen Wochen an und versuchen ihre Einordnung. Was wir im Folgenden lesen, steht NICHT im Widerspruch zu dem, was ich vor kurzem ausführlich im Artikel Anti-IS-Koalition – Völkerrechtsbrecher und Terrorpate zusammenfasste. Sehr wohl steht es aber für die Widersprüchlichkeit der US-amerikanischen Politik, die sich (wie weiter oben geschrieben) vereinfacht in zwei Strömungen unterteilen lässt und deren Kräfte sich derzeit verschieben.

Wie Geostrategie und Politik in Syrien aufeinander trifft

Zuerst grüßt die Globalisierungs-Fraktion. Sie hat ihre Sockenpuppen im gestelzten Namen „Hohes Verhandlungskommitee“ (HNC) platziert, welche getreu ihrem Auftrag nach Kräften jeden Verhandlungsfortschritt in Genf sabotieren. Ja, Genf selbst war von Anfang an exakt hierfür als Posse konzipiert. Die Mainstream-Presse merkt dabei offensichtlich nicht einmal, mit welcher Offenheit die Ziocon-Fraktion ihre terroristischen Abgeordneten vor diesem eigens für die Zerschlagung Syriens installierten UN-Format präsentiert:

„Die Revolution lehnt diese Konferenz ab, sie findet zwischen einem Regime und einem Regime statt“, sagte Mohammad Allusch, der dem Hohen Verhandlungskomitee (HNC) angehört und eine Führungsfigur der islamistischen Rebellengruppe Dschaisch al-Islam ist. Das HNC sei überrascht, dass es auf der Teilnehmerliste der Konferenz aufgeführt sei, sagte Allusch.“ (16)

Die Jihadisten von Dschaisch al-Islam (Armee des Islam) haben in der Vergangenheit eng mit al-Nusra (al-Qaida) kooperiert. (17) Sie gehören zu den fanatisierten Fußtruppen von Inherent Resolve und ihr Auftrag besteht nun wirklich nicht darin, eine Friedenslösung in Syrien zu erarbeiten, sondern ein den Globalisten missliebiges Regime mit Waffengewalt zu stürzen. Es ist völlig logisch, dass sie deshalb auch eine allumfassende Friedens-Konferenz wie die von Russland, dem Iran und der Türkei in Sotschi Vorgeschlagene – und die auch noch unter Beteiligung der Kurden (18,19) – von vornherein ablehnten. (a3)

Der Führer der Armee des Islam, ein Jihadist, ist also Mitglied des Hohen Verhandlungskommitees (HNC). Merkt es überhaupt irgendein Politiker, irgendein Schaffender innerhalb der Massenmedien, wie plump das ist? Terroristen sind für sie glaubwürdige Repräsentanten einer (in dieser Form) absolut fiktiven Opposition. Also ich denke, dass es zum Beispiel die Deutsche Welle nicht merkt. (20) Das High Negotiation Committee (das verbirgt sich hinter dem Kürzel HNC) wird von den westlichen Staaten (den Paten) und Saudi-Arabien finanziert. In Saudi-Arabien konstituierte es sich und dort findet es sich auch regelmäßig zusammen. In Syrien selbst aber ist es praktisch unbekannt.  Das ist kein Wunder; bei dessen Besetzung. (21) Als Teil der Inszenierung eines vermeintlichen Bürgerkrieges in Syrien und dienliches Werkzeug der westlichen Globalisten-Fraktion aber taugt diese „Opposition“ allemal.

Am 24.November 2017 führte Donald Trump ein einstündiges Telefongespräch mit den Spitzen der türkischen Regierung. Zu diesem Telefonat ließ der türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu wissen:

„Ein Thema, das sich negativ auf unsere Beziehung zu Amerika auswirkt, sind die Waffen, die die USA den YPG geliefert haben. Und unser geschätzter Präsident (Recep Tayyip Erdogan) wiederholte noch einmal sein Unbehagen gegenüber dem US-Präsidenten. Herr Trump hat deutlich gesagt, dass er klare Anweisungen gegeben hat, dass die YPG keine Waffen mehr erhalten werden, und dass dieser Unsinn schon vor langer Zeit hätte enden sollen.“ (22)

Indirekt wurde das von Trump bestätigt, als er twitterte:

„Ich werde mit Präsident Erdogan […] darüber sprechen wie wir einen Frieden aus dem Durcheinander machen, das ich geerbt habe. Ich werde das alles hinbekommen. Doch was für ein Fehler – in Leben und Geld – dort überhaupt erst aktiv zu werden.“ (b1,sinng. Übers. PA)

Das ist ganz schlecht für die „Gestalter“ im Nahen Osten und weiterhin stecken in dieser Nachricht mehrere Botschaften. Trumps Politik ist verlässlich! Viele Zeitgenossen haben so ihre Probleme das anzuerkennen, weil sie sich von der rein emotionalen Beurteilung seiner Politik einfangen lassen. Oberflächlich, mit gefestigtem Feindbild auf diesen Mann, sind sie unfähig die praktische Politik zu erkennen, die er vorantreibt. Zweitens haben die USA durchaus nicht vor, die Türkei als strategischen Partner zu verlieren. Der vollständige Bruch, den die Ziocon-Fraktion seit Jahren herauf beschwört, ist für die Trump-Administration kontraproduktiv.

Auch bei Russia Today (RT) brachte diese Meldung:

„Von den USA fallengelassen: Russland unterstützt kurdische YPG-Miliz in Ostsyrien.“ (23)

Viele Beobachter sagen in dem Sinne auch, die Kurden würden nun allein gelassen. Das ist genau die Sicht, die auch SIE haben sollen. Was hier von RT gestärkt wird. Es ist jedoch ein Narrativ der Globalisten, über welches das Kurdenprojekt in ihrem Sinne erst vorangetrieben wurde. Narrative sollen sitzen und deshalb sind sie undifferenziert und bei näherer Beobachtung nicht schlüssig. Daher ist zu sagen:


Die USA hatten die tatsächlichen Interessen der Kurden nie ehrlich im Auge, sondern die Eigenen. Die Russen dagegen haben ihnen – den Kurden, unter Berücksichtigung der veränderten Machtverhältnisse in der Region,(bisher stark eingeschränkt) die Möglichkeit einer echten Perspektive eingeräumt. Hier läuft ein Prozess – und hinter diesem Prozess steckt eine Menge Diplomatie.


Von Seiten der Globalisten schimmert das Märchen von „den armen Kurden“ durch, auf deren Kosten man jedoch nur einen weiteren Part zur Zerschlagung Syriens und des Irak gestaltete. Die Ansage Trumps (Zitat (1) weiter oben) ist aber eine ganz Andere und meint: Das schmutzige Spiel in Syrien ist nicht Teil unseres (neuen) außenpolitischen Konzepts sondern das unserer Vorgänger. Mit einem offiziellen Beistand seitens unserer Regierung könnt ihr dabei nicht rechnen. Eure Kollaboration mit den „Freunden Syriens“ läuft auf eigenes Risiko.

Natürlich werden die Kurden bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt von den US-Amerikanern systematisch hochgerüstet. Möchte man sie doch gern als Spaltpilz für Syrien missbrauchen. Doch ungeachtet dessen sendet Russland starke Signale an die YPG:

„Ein Generalmajor der russischen Luftwaffe sagte, russische Kampfjets hätten 672 Einsätze geflogen, um kurdischen und anderen freiwilligen Einheiten im Kampf gegen die Terrormiliz IS zu unterstützen. Russische Militärberater hätten außerdem dabei geholfen, den Kampf gegen den IS in Ostsyrien zu koordinieren.“ (24)

Das hier ist schon wieder ganz schlecht für die „Weltverbesserer“ und auch in dieser trockenen Nachricht stecken mehrere Botschaften! Erstens sind 672 Einsätze, bei denen 1.450 Ziele angegriffen wurden, kein Pappenstiel. Das war keine symbolische sondern eine umfangreiche, komplexe Operation. Das verlangt viel Informationsaustausch, sonst kann sie nicht erfolgreich sein. Diesen Austausch zwischen ortsansässigen Stämmen, kurdischen Milizen (wohl auch der YPG) und Russen gab es, doch das allein hätte niemals genügt und es wäre auch politisch nicht ohne Weiteres möglich gewesen. Denn: Die Operationen fanden ÖSTLICH des Euphrat statt; dort wo bisher Inherent Resolve für sich in Anspruch nahm, exklusiv operieren zu dürfen.

Keinen Monat zuvor hatte Inherent Resolve faktisch mit militärischer Gewalt einen Einsatz der russischen Luftwaffe gegen Kämpfer des Islamischen Staates am Ostufer des Euphrat verhindert. (25) Darauf und auf ähnlich geartete Ereignisse zuvor hatte Russland medienwirksam hingewiesen. Der Einsatz von Inherent Resolve als einer gegen den Terrorismus des IS wurde immer deutlicher als Lüge entlarvt. DAS ist nicht im Sinne der Regierung Trump, denn eines ihrer Wahlversprechen war eben die bedingungslose wie erfolgreiche Niederschlagung der Terrororganisation.

Trump und Putin haben in diesem Jahr drei längere Telefonate geführt, zudem ausführlich in Hamburg und kurz in Vietnam miteinander gesprochen. Das letzte Telefonat fand am 21.November 2017 statt und dauerte immerhin eine Stunde (26). Das war kurz nachdem Putin mit Baschar al-Assad gesprochen und kurz vor dem Treffen mit dem iranischen und türkischen Präsidenten in Sotschi. Natürlich wird da nicht über operative Kampfhandlungen gesprochen, doch Weichen werden gestellt.

Eine groß angelegte Luftoperation in einem Gebiet, in dem zwei militärische Supermächte auf engstem Raum agieren (27), bedarf eines Vorlaufs, intensiver Verhandlungen und kontinuierlicher Abstimmungen zwischen den Militärs der beiden Mächte. Zu glauben, die YPG könnte in Syrien machen was sie will, ist in Bezug auf ihre militärischen Aktionen gegen den Islamischen Staat genauso unglaubhaft, wie ein (einfach mal so) Umschwenken vom Paten Inherent Resolve zu den Russen in Syrien. Es muss vielmehr einen regen diplomatischen Verkehr gegeben haben, in dessem Ergebnis die USA bereit waren, den Kurden (auch von der YPG?) die Tür in Richtung Syrien zu öffnen – und zwar zu dem Syrien, dass von der Regierung Baschar al-Assad geführt wird.


Der Tragweite müssen wir uns erst einmal bewusst werden! Inherent Resolve und die anhängige SDF haben ein tausende Quadratkilometer großes Gebiet im Südosten Syriens und östlich des Euphrat in die Hand der syrischen Regierung gegeben. Das betrifft die Hoheit auf dem Boden und auch die in der Luft. Das ist die praktische Politik, durch welche die Globalisten Schiffbruch in Syrien erleiden. 


Zwischenfrage: Warum soll Russland pausenlos die USA desavouieren und sich als den einzigen Sieger über den Islamischen Staat hinstellen; wem soll das nützen? Russland ist an einer gefestigten Position der Trump-Regierung in Washington schwer interessiert. Denn diese Regierung ist – ganz im Gegensatz zum Narrativ des transatlantisch geprägten Mainstreams – eben berechenbar! Trump braucht den Sieg über den IS, um im Machtkampf mit seinen Gegnern punkten zu können.

Die Macht der Worte funktioniert in beiden Richtungen. Immer ist sie suggestiv und zwingt dem Konsumenten (wir betrachten also wieder emotional) ein Narrativ auf, dem er sich ersteinmal nicht entziehen kann; schon gar nicht, wenn ihm das Unbewusste nicht bewusst wird. Diese Worte sollen wirken – TASS zitierte den russischen Armeegeneral Waleri Gerasimow:

„All ISIL [former name of IS – TASS] units in Syria have been destroyed, and the territory has been liberated.“ (28)

Für diejenigen welche das Projekt des geteilten Syriens vorantrieben, muss eine solche Meldung schlicht demoralisierend wirken. Für meinen Teil glaube ich nämlich nicht, dass Daesh in Syrien vollständig besiegt ist – und die syrisch-russischen Militärs werden das auch wissen. Aber das Aussprechen des nahen Zieles als vollendete Tatsache ist die Vorwegnahme dessen, was (suggestiv wirkend) unweigerlich passieren wird. Es ist eine emotionale Entscheidungshilfe – und auf wen soll diese Botschaft wirken?

Da gibt es so einige, die Kämpfer des Islamischen Staates selbst natürlich, dann die Salafisten in Idlib, die „Moderaten“ (vor allem im Südwesten Syriens), Inherent Resolve und die „Freunde Syriens“ und – nicht zu vergessen – Israel! Sie alle werden darauf eingestellt, dass in kurzer Zeit große Ressourcen frei sein werden, um die noch anstehenden Probleme in Syrien anzugehen. Für jede genannte Fraktion kommt die Stunde der Wahrheit, in der sie sich entscheiden muss, ob sie Teil eines friedlichen, versöhnten Syriens sein will oder aber für Globalisten unterzugehen bereit ist. Das ist die Botschaft von Gerasimow.

Alle Träume, welche im H.Clinton und Mc.Cain – Umfeld gehegt wurden und als letzte Karte einen kurdischen Separatstaat ins Auge fassten, lösen sich zunehmend in Luft auf. Und ihr innenpolitischer Gegner Trump kann das auch noch als Punktsieg für sich in Anspruch nehmen. Das muss wirklich richtig weh tun. Aufschlussreich ist, dass die SDF in einer offiziellen Stellungnahme jede Unterstützung von Seiten der russischen Luftwaffe dementierte und betonte, dass einzig die USA ihnen beiständen. (29) Sehr ungünstig, wenn unmittelbar darauf Bilder wie das Folgende in Umlauf kommen (b2, Screenshot):



Da sitzt ein hochrangiger kurdischer Militär NICHT neben einem Offizier der US-Special Forces sondern neben einem russischen General und bespricht die syrische Zukunft östlich des Euphrat als Teil eines souveränen syrischen Staates mit einem von seinem Volk (und nur dem) gewählten Präsidenten. Teilen Sie meine Ansicht, dass es zuvor ganz sicher einen Austausch hochrangiger US-Militärs mit russischen Kollegen gegeben hat? Die Symbolik ist kaum zu übersehen. Dass diese Kontakte nicht an die große Glocke gehangen werden, was die Russophoben in den USA nur sinnlos anheizen würde, dürfte klar sein.

Barzani hat sich im Nordirak bis zum bitteren Ende auf seine Freunde in Washington verlassen und damit sich und seine Vasallenregierung in ein Fiasko gesteuert. Denn die Freunde in Washington sitzen nicht mehr im Weißen Haus. Die syrischen Kurden – und das wünsche ich ihnen von Herzen – haben dieses deutliche Signal hoffentlich tatsächlich verstanden.

Bleiben Sie in dem Sinne schön aufmerksam.


Anmerkungen

(a1) Dass Deutschland nicht militärisch in Libyen eingriff, als es darum ging, dieses wirtschaftlich und sozial prosperierende Land als Vorbild und Stütze für Afrika zu eliminieren, beruhte nicht auf völkerrechtlichen Bedenken sondern hatte handfeste wirtschaftliche – und politische Gründe. Ungeachtet dessen war Deutschland trotzdem beteiligt, was sich allein schon an der Berichterstattung der Medien und der allgemeinen Haltung deutscher Politiker festmachen ließ. Doch wurde der Militäreinsatz außerdem von Stuttgart-Möhringen ausgeführt, dort wo die USA ihre Militärzentrale AFRICOM betreiben, was ihnen zuvor in Libyen untersagt wurde.

(a2) Da fällt Ihnen vielleicht auch der Öl-Multi Exxon ein, der mehrfach zu den Verlierern der US-hegemonialen Politik zählte. So als ihm die Ausbeutung der Öl- und Gasvorkommen vor der Halbinsel Krim entging, für deren Exploration er zuvor dutzende Millionen Dollar aufwand und auch die gescheiterten Projekte zur Ausbeutung von Gasvorkommen im zum russischen Festlandssockel gehörenden Teil des Arktischen Meeres.

(a3) Umso bemerkenswerter ist es, dass trotzdem selbst die Jihadisten von Dschaisch al-Islam an den Verhandlungstisch in Astana geladen wurden. (30)

(Allgemein) Danke an Net News Global für die Weiterverbreitung des Artikels!

Quellen

(1) 20.7.2017; http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-07/donald-trump-usa-syren-cia-waffen-rebellen

(2) 1.12.2017; http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/mike-pompeo-rex-tillerson-usa-aussenminister

(3) 11.5.2016; https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/05/11/hat-das-koch-netz-die-neocons-zurueck-in-den-keller-befoerdert/

(4) 25.9.2010; http://www.sueddeutsche.de/geld/die-grossen-erbfaelle-geld-macht-hass-zwei-brueder-auf-kreuzzug-1.1004439

(5,6) 21.7.2017; https://www.zdf.de/nachrichten/heute/cia-chef-mike-pompeo-enge-zusammenarbeit-gegen-russische-100.html

(7) 19.5.2017; http://www.tagesspiegel.de/medien/gehaelter-des-zdf-leitungspersonals-elmar-thevessen-verdient-205-560-euro/19829980.html

(8) 7.12.2017; https://lobbypedia.de/wiki/Atlantik-Br%C3%BCcke

(9) 19.3.2013; http://spiegelkabinett-blog.blogspot.de/2013/03/journalisten-der-atlantikbrucke-in.html

(10) 29.6.2016; http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/usa-trump-und-der-globalismus-1.3055877

(11) 8.12.2017; https://de.wikipedia.org/wiki/Kongress_der_Vereinigten_Staaten

(12) 28.7.2017; http://www.rp-online.de/politik/ausland/us-senat-stimmt-fuer-verschaerfung-der-sanktionen-gegen-russland-aid-1.6976959

(13) 6.6.2017; https://www.timesofisrael.com/senate-unanimously-passes-bill-marking-50-years-since-jerusalem-reunification/

(14) 6.12.2017; https://www.welt.de/politik/ausland/article171348139/Der-US-Praesident-loest-ein-Wahlkampfversprechen-ein.html

(15) 7.12.2017; https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/12/2017-12-06-nahost-konflikt-jerusalem.html

(16,20) 1.11.2017; http://www.dw.com/de/syrische-oppositionsgruppen-lehnen-verfassungskongress-in-russland-ab/a-41196897

(17) 11.10.2016; http://derwaechter.net/al-qaida-anfuehrer-in-syrien-gibt-in-interview-us-unterstuetzung-zu

(18) 26.11.2017; http://www.mainpost.de/ueberregional/politik/brennpunkte/Meilenstein-im-Syrien-Krieg-Staatschefs-beraten-in-Sotschi;art112,9802648

(19,21) 8.9.2016; https://www.heise.de/tp/features/Neues-von-der-syrischen-Opposition-3316303.html

(22) http://de.euronews.com/2017/11/25/trump-zusage-keine-waffen-mehr-an-die-syrischen-kurden

(23) 5.12.2017; https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/61703-von-usa-fallengelassen-russland-unterstutzt-ypg/

(24) 5.12.2017; http://www.deutschlandfunk.de/syrien-russland-unterstuetzte-kurdische-kaempfer.2932.de.html?drn:news_id=823401

(25) 14.11.2017; http://tass.com/defense/975528

(26) 22.11.2017; http://www.trt.net.tr/deutsch/welt/2017/11/22/putin-und-trump-telefonieren-uber-syrien-852254

(27) 7.12.2017; http://tass.com/defense/979659

(28) 6.12.2017; http://tass.com/defense/979455

(29) 7.12.2017; https://southfront.org/syrian-war-report-december-7-2017-iran-lebanon-land-route/

(30) 23.1.2017; http://www.deutschlandfunk.de/syrien-der-friedensversuch-von-astana.1818.de.html?dram:article_id=376877

(b1) Screenshot; 24.11.2017; Donald Trumps Twitter Account; Quelle: twitter.com

(b2) Screenshot; 5.12.2017; Kurdenführer trifft russischen General in Ostsyrien; Quelle: https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/61703-von-usa-fallengelassen-russland-unterstutzt-ypg/

(Titelbild) Schiffswrack vor den Kanarischen Inseln; Autor: 12019 (Pixabay); 7.3.2013; Quelle: https://pixabay.com/en/canary-islands-shipwreck-ship-91013/; Lizenz: CC0 Creative Commons

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